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Diskutiere im Thema Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde... im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 59

    Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Hallo an alle,

    Ich schildere euch mal mein Problem:
    Ich trau mich nicht zum AD(H)S Psychologen.
    Und ich hab echt Angst davor, dass man mich für einen Hypochonder oder für verrückt hält. Das liegt daran, dass gewisse Leute, die mir sehr viel bedeuten, ganz verwundert/entsetzt sind, wenn ich meinen Verdacht AD(H)S äußere.
    Ausgerechnet du...heißt es dann. Fast vorwurfsvoll.
    Das verunsichert mich schon sehr, aber andererseits schlepp ich diese Frage schon monatelang mit mir herum. Ist das wirklich nur eine Macke, dass ich mir AD(H)S einbilde oder ist da doch was dran??

    Es würde mich interessieren, ob es in diesem Forum diagnostizierte AD(H)Sler gibt, die ihre Diagnose bekommen haben, obwohl Ihnen zuvor gesagt worden ist:
    DAS KANN NICHT SEIN, DAS BILDEST DU DIR EIN!


  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Hallo Mirela,

    bei mir war`s umgekehrt: Ich hatte die Diagnose und einige sagten, "ich verlege auch manchmal meinen Schlüssel etc. und: du bist doch intelligent" und denken ich mach mich wichtig damit. Den Leidensdruck sieht ja keiner.

    Lass dich dadurch nicht verunsichern. Der Großteil der Menschheit ist nicht kundig was das Thema angeht und wenn du vermutest du hättest das, dann nimm die Diagnose in Angriff ist mein Tipp.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Hallo Mirela!
    Ich kenne den Vorwurf und weiß wie verletzend bzw. verunsichernd das sein kann... Habe mehrfach dasselbe mir anhören müssen wie hypie1...

    Wissen deine Eltern und co den überhaupt richtig Bescheid über ADS? Dass sich das nicht zwangsläufig auch in Hyperaktivität oder ähnlichem bemerkbar macht? Es gibt ja auch das Bild des sehr ruhigen, verträumten ADSlers, und grade bei Frauen soll es wohl besonders häufig vorkommen, dass dort keine (körperliche) Hyperaktivität feststellbar ist..

    Gerade mit hoher Intelligenz gleicht man vieles aus, kompensiert das ADS - dass es auch in Schulnoten nicht zu erkennen sein muss..

    Aber: Ich weiß leider nicht 100% nach welchen Kriterien die ADS Diagnose stattfindet, bin mir aber ziemlich sicher dass dort das größte Augenmerk auf die Grundschulzeugnisse gelegt wird. In den Fragebögen kreuzt meines Erachtens eh jeder dasselbe an, jemand der bei Fragen "Sind sie leicht ablenkbar" und co. "Nein" ankreuzt würde ja garnicht erst bei der Diagnose auftauchen..

    Wie sehen denn deine Grundschulzeugnisse aus? Wenn dort drinsteht dass du absolut unauffällig, ruhig und konzentriert warst, dich an Regeln halten kannst, etc. dann wird es wahrscheinlich schwierig das ADS diagnostiziert zu bekommen (was natürlich nicht bedeuten muss das du nicht betroffen sein kannst)

    Angst vor der Diagnose brauchst du nicht zu haben. Schilder einfach was dich bewegt und bewogen hat die Diagnose machen zu lassen und dass du Klarheit willst, schließlich sind die genau dafür da das herauszufinden.

    Auf jeden Fall brauchen deine Angehörigen mehr Informationen. Wenn man nur den Wikipedia Artikel gelesen hat, hat man gar keine Ahnung von der Sache

    Meld dich ruhig mal an bei der Diagnose, hast wohl eh Wartezeiten um die 3-8 Monate, ein Zeitraum um deine Verwandten ein bisschen zu bilden - und absagen lässt sich immernoch..

    In den meisten ADS-Büchern sind schon kürzere Selbstests zu finden, die sollten eigentlich dir und deinen Angehörigen schon gut zeigen können in welche Richtung es grobt geht mit dir...

    Alles Gute!
    Geändert von han-solo (19.05.2011 um 19:29 Uhr)

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.171

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Hallo Mirela

    Das habe ich auch erlebt. Meine Familie sagte zu mir ich hätte nur zu viel darüber gelesen.
    Komischerweise haben sie die Diagnose bei meinem Sohn aktzeptiert.

    Sogar meine Hausärztin, die wirklich sehr gut ist, war erstaunt, dass ich die Diagnose bekommen habe.

    Ich habe im Lauf der Zeit festgestellt, dass vor allem Frauen die Strategie entwickeln können, alle Auswirkungen der ADS irgendwo zu verstecken,
    dass ja niemand merkt wie es einem wirklich geht.
    Und so ist das Umfeld dann überrascht, wenn man dann doch mal zugibt, dass nicht alles so läuft wie es nach aussen scheint.

    Ich möcht dir Mut machen, schaue zuerst einmal auf dich.
    Auch wenn es dann doch nicht die Diagnose ADS sein sollte, bekommst du dann doch die Hilfe die du zur Zeit benötigst, wegen dem was dich belastet.

    Alles Gute und liebe Grüsse
    Pucki

  5. #5
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Hey Mirela ,

    lasse Dich blos nicht abschrecken .. ohne vorab Informationen wäre ich auch nicht vor 5 Jahren zu meinem damaligen

    Neurologen gegangen - es war immerhin ein sog. Kurzdiagnosetest inklusive eines EEG und die Untersuchung meiner

    "Blutspende" ... danach habe ich eine vorläufige Diagnose auf AD(H)S erhalten.

    Über meine Psychiaterin habe ich die Kontaktanschrift der MHH erhalten .. das war im Mai 2009, ich habe mir die

    entsprechenden Fragebögen per pdf-datei gezogen, diese Fragebögen zügig ausgefüllt und an die MHH versendet,

    meine Zeugnisse kopiert, meine Arztberichte zugesendet .. den ersten Termin hatte ich im Februar 2010 und

    ... nach drei weiteren Testverfahren habe ich dann endlich die Enddiagnose erhalten. Diesen Weg kennen viele

    von uns - ohne "depressive Verstimmung" hätte ich zwischenzeitlich kein Antidepressivum ausprobieren können

    (05.2007 - 04.2009), seit 07.2010 nehme ich regelmäßig Ritalin und habe mittlerweile meine Dosis gefunden, fühle

    mich konzentrierter, erkenne wesentlich früher "Flüchtigkeitsfehler", lasse mich auch ablenken, finde mittlerweile

    wieder wesentlich zeitnaher zu meiner Tätigkeit zurück und bin nicht mehr auf mich sauer, wenn ich meine

    Tätigkeit/Beschäftigung nicht am selben Tag beenden kann ... mein Ausprobieren geht weiter und ich setze mich

    selbst nicht mehr unter Druck ... weniger ist mehr. Die Hilfsangebote, die ich gern noch nutzen will, wie zum Beispiel

    Ergotherapie, kann ich momentan wegen fehlender Kostenübernahme nicht nutzen, ich kanns nicht ändern .. mir

    geht die laufende "Nichtunterstützung" auf den Keks nur, ich kanns nicht ändern, also übe ich mich in Geduld

    und mittlerweile über meinen Druck, den ich mir selbst mache, wirkt auf mich entwaffnend und stärkt nicht mehr

    mein AD(H)S-Gefühl.

    Lass Dich nicht von Deinem persönlichen Umfeld abnerven, wahrscheinlich brauchen Sie Dich als "schwarzes Schaf"

    lass Dich nicht verarschen.

    Tschüß Merila

    Dein Zoppotrump

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Hallo,

    vielen Dank für eure Aufmunterungen und eure Berichte!


    han-solo schreibt:

    Aber: Ich weiß leider nicht 100% nach welchen Kriterien die ADS Diagnose stattfindet, bin mir aber ziemlich sicher dass dort das größte Augenmerk auf die Grundschulzeugnisse gelegt wird. (...)
    Wie sehen denn deine Grundschulzeugnisse aus? Wenn dort drinsteht dass du absolut unauffällig, ruhig und konzentriert warst, dich an Regeln halten kannst, etc. dann wird es wahrscheinlich schwierig das ADS diagnostiziert zu bekommen (was natürlich nicht bedeuten muss das du nicht betroffen sein kannst)


    die österreichischen Schulzeugnissen aus den frühen achtziger Jahren (= die meinigen
    sind da wenig aufschlussreich, da gibt es keine ausformulierten Kommentare. Keine schriftlichen "Beweise". Lauter Einsen hatte ich nicht, meist nur Gut in Schreiben, Mathe und Sachunterricht. Aber da weiß man halt auch nicht, was sich die Lehrerin damals gedacht hat.
    Ich erinnere mich, dass meine Schrift nicht vom Feinsten war und ich hatte manchmal eine ziemliche Klaue (und ich erinnere mich zum Beispiel, dass ich an dem Tag, an dem alle anderen zum ersten Mal mit Füllfeder schreiben durften, ich zur Strafe noch mit Bleistift schreiben musste...also man erinnert sich ja manchmal an die komischsten Details, aber was hilft's trotzdem war ich in Schreiben "Gut"...
    in Werken/Handarbeiten war ich eine ziemliche Niete...wurde zu Hause aber alles wieder glatt gebügelt, aufgetrennt...vielleicht ist das auch ein Punkt, dass man mir zu Hause viel unter die Arme gegriffen hat (Strick- und Werkheinzelmännchen)

    Kürzere Selbsttest habe ich schon gemacht, die liefern mir Hinweise...doch da lautet das Gegenargument von außen:

    Fehleinschätzung, wie oft mir das passiert
    also so ähnlich wie hypie1 es beschreibt:
    ich verlier auch manchmal meine Schlüssel...
    Geändert von Mirela (19.05.2011 um 21:31 Uhr) Grund: Schriftgröße

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Liebe Mirela,

    ich glaube die meisten hier können ein Lied davon singen, was es heißt, mit seinen Problemen nicht ernst genommen zu werden. Dann kommen genau solche Kommentare wie hypie1 sie beschrieben hat. Meiner Meinung nach würde ich das ganze nur ausgewählten Leuten mitteilen - also Menschen, von denen du weißt, dass sie grundsätzlich erstmal deine Sorgen und Probleme ernst nehmen. Und wenn deine Familie nicht dazugehört, dann sag es besser nicht. Man erreicht bei diesen Menschen nur das Gegenteil (Ignoranz, unqualifizierte Kommentare) von dem, was man erhofft (Verständnis).

    Alles Gute!

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    da hast du schon recht, schwierig wird es nur, wenn die Eltern in die Diagnostik einbezogen werden sollen. Aber da mach ich mir wahrscheinlich mal wieder zu viele Gedanken.


  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...

    Hallo Mirela,

    ich persönlich halte nicht viel davon, skeptische als auch überzeugte Personen aus der Umgebung in die Diagnostik miteinzubeziehen, weil sie das Ergebnis stark in die eine oder andere Richtung verzerren werden. Wenn deine Eltern meinen, dass du kein ADHS haben kannst, dann füllen sie die Fragebögen so aus, dass du es nicht hast. Genauso andersherum.
    Ich habe bei meiner Diagnose gleich gesagt, dass meine Eltern ablehnend drauf sind und ich schon seit dem Jugendalter keinen engen Kontakt mehr habe. Da meinte die Psychologin, dass die Befragung auch nichts bringen würde.

    LG,

    Scarlatti

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Diagnose AD(H)S überrascht Angehörige, Bekannte, Freunde...


    ja, ich denke auch, dass vorgefasste Meinungen/Skepsis, aber auch Wunschdenken und Wissen über AD(H)S die Antworten auf den Fragebögen stark beeinflussen können.
    Dies gilt für die Umgebung, aber auch für die Testperson selber.
    Durch die lange Beschäftigung mit dem Thema AD(H)S bin ich sozusagen zum lebenden Messfehler geworden. Besser wär's gewesen, man hätte mich zuerst getestet und dann mit Literatur versorgt.

    lg, Mirela









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