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Diskutiere im Thema Was hat euch die Diagnose gebracht? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Mich würde mal interessieren ob und was sich durch die Diagnose ADS verändert, auch ohne Medikamente.

    Meine beiden jüngeren Kinder sind diagnostizierte ADSler, nehmen beide Methylphenidat, weil sie in der Schule ohne die Medis nicht zurechtkommen.

    Ich selbst hatte lange schon den Verdacht, selbst betroffen zu sein und bin mir mittlerweile eigentlich sicher.
    Einerseits durch viele Bücher und Interrnetseiten, die ich zum Thema gelesen habe, andererseits aus Gesprächen mit meiner Schwester, hat mein Verdacht sich nur bestätigt.
    Meine Kinder sagen auch oft zu mir "Mama, ich glaub es wäre besser,
    wenn DU Medikamente nehmen würdest, nicht wir" ....

    Da ich der Meinung bin, mein Leben irgendwie ganz gut im Griff zu haben....meistens
    dachte ich, dass ich keine Diagnose brauche...Medikamente, die ich ja selbst zahlen müßte kommen für mich aus finanzilellen Gründen nicht in Frage und sonst wüßte ich nun keinen Grund dafür, mich diagnostizieren zu lassen.
    Allerdings habe ich seit einiger Zeit das Gefühl, dass ich mit allem überfordert bin,
    Alltag, Kinder, Fernbeziehung, Arbeit, Freunde,
    dazu noch finanzielle Probleme....ich fühl mich mal wieder wie im Hamsterrad
    Nicht, dass ich mir nicht sicher wäre, da auch alleine wieder raus zu kommen, hab das tausend Mal schon geschafft, also auch diesmal wieder...nur wird es mit jedem Mal schwerer....

    Kann es sinnvoll sein, eine ärztliche Diagnose zu haben?
    Und wenn ja, warum?
    Welche Möglichkeiten gibt es damit, die ich so nicht habe?

    Ich war ja schon nah dran mir einen Arzt zu suchen, habs dann aber wieder verworfen, aus zeitlichen Gründen und weil ich dachte, es bringt mich letztendlich auch nicht wirklich weiter eine Diagnose zu haben.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    hi
    bei mir hat die diagnose nicht viel verändert , nur das ich mich nun besser verstehe .

    allerdings bin ich auch nen bischen verzweifelt da ich mir dur die behandlung mehr erwartet hab ... wollte schon längst wieder zur schule gehen aber die realität schaut so aus das ich nicht mal nen terminkalender führen kann ohne alles zu verpeilen...die hoffnung stirbt zuletzt

    gruß adstranger

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Hallo Chaosmum!

    Zuerst war ich auch nicht sicher was die Diagnose bringen soll, eine medikamentöse Behandlung habe ich ebenfalls nicht angestrebt - und strebe ich auch nicht an.
    Ich habe mich dann letztlich doch für eine Diagnose entschlossen da ich zum einen eine seriöse externe Meinung haben wollte - um sicherzugehen dass ich mich nicht irgendwie da rein gesteigert habe, mir das ganze einrede - kurz: Um sicher zu sein.

    Meine vormalige Ablehnung der Diagnose hab ich mir ähnlich begründet, nach dem Motto "bringt ja nix, ich bin dadurch ja kein anderer Mensch". Bei mir war das letztlich aber eher eine Angst davor sich mit dem Thema zu konfrontieren.
    Ohne Diagnose hält man sich selbst in einer Grauzone, man bleibt auf bekanntem Terrain, vermeidet das Thema - irgendwie.

    Eine konkrete Diagnose, schwarz-auf-weiß zwingt einen dazu sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen.
    Meine Diagnose ist noch nicht besonders lange her, und trotz meiner Einstellung dass sich durch die Diagnose an sich nichts geändert hat, hat es dazu geführt dass ich sehr viel über mich nachdenke, mich beobachte, versuche mich besser kennenzulernen und mit mir selbst besser umzugehen. Das ist sehr anstrengend aber vermutlich ein heilsamer Prozess. Obwohl mir seit über einem Jahr eigentlich definitiv klar war dass ich von ADS betroffen bin , war es die Diagnose die diesen Umbruch erst richtig in Gang gesetzt hat.

    Der Zeitaufwand ist wirklich gering, meist 3 Sitzungen a 45 Minuten, ich glaube was einen eher davon abhält ist die Scheu sich damit zu konfrontieren. Es wird wie gesagt nach der Diagnose erstmal schwerer aber in dieser Grauzone zu bleiben bedeutet für einen selbst meines Erachtens Stillstand.

    Du könntest dich schonmal auf eine Warteliste setzen lassen - meist musst du mehrere Monate warten - vielleicht ein Zeitraum um sich mit dem Gedanken anzufreunden - absagen könntest du ja immer noch.

    Alles Gute.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 284

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Mir hat die Diagnose nix gebracht.
    Ich hatte gehofft, daß die Terapie auf das ADHS abgestimmt wird aber die Terapeuten sagen nur die Depressionen und PA haben nichts miteinander zu tun.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Hallo Chaosmum,

    ich habe selbst bisher auf eine Diagnose verzichtet, es gibt aber nur einen sehr persönlichen Grund, der hier nichts zur Sache tut.

    Aber im allgemeinen glaube ich es hilft.
    Die innere Gewissheit, dass man mit ADS lebt, hilft sich selbst zu verstehen und Dinge die man erlebt oder erlebt hat in die richtige Perspektive zu bringen.

    Ausserdem wenn es um Hilfestellungen für einen selbst, in der Beziehung oder mit den Kindern geht, kann man gezielt Menschen, Ärzte oder Organisationen suchen die aufgrund der Diagnose Dich und Dein ADS sehen und nicht nur auf ein Norm-gerechtes Ziel hinarbeiten wollen.

    Eine seit langem diagnostizierte Freundin von mir, alleinerziehend, Kind hat auch ADS, hat mir viel von ihren Erfahrungen erzählt und ich denke es wäre für sie niemals so positiv gewesen, hätte sie nicht auf den Faktor ADS hinweisen können.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Hallo Chaosmum,

    mir hat die Gewissheit sehr geholfen, dass es doch irgenwie einen roten Faden in meiner Biographie gibt und ich trotz aller Kämpfe da stehe wo ich stehe und eben vieles nicht erreicht habe was ich wollte.

    Mit der Diagnose habe ichmehr Wahlmöglichkeiten. In Zeiten wo es besonders hart ist kann ich immer wieder auf Medikamente zurückgreifen. Bzw. ich kann auch entscheiden sie durchgehend zu nehmen.
    Ich geh anders mit mir um weil ich mich besser verstehe. Und habe dadurch weniger Konflikte mit meinem Umfeld.

    Insgesamt hat sich meine Lebensqualität dadurch gesteigert, auch wenn sich nichts wesentliches geändert hat (neuer Job, Partner etc.)

    Neben der Medikamente haben mir Bücher und vor allem die Therapie (auch wenn sie nicht ADHS-spezifisch ist) und früher auch mehrere Jahre Coaching sehr geholfen.

    Aber eine Diagnose alleine bringt wohl keine Veränderungen. Eher dass man dann was unternimmt und aktiv wird, und dadurch dass man weiß was los ist einfach gezielter was verändern kann- so ist es bei mir.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Was hat euch die Diagnose gebracht?
    Viel. Ganz, ganz viel. Und noch viel mehr.
    Die Diagnose hat unwahrscheinlich viel ins Rollen gebracht, so rein innerlich.
    Viele durcheinander geratene Puzzlestücke ergeben jetzt einen Sinn und viele Muster ein klareres Bild. Ganz unheimlich. Ich war mir von Anfang an ziemlich sicher, daß ich betroffen bin, aber dennoch war die Diagnose wie eine Art "Rehabilitation", dass ich mir das alles (Chaos, Probleme, Aggressionen, SoSein) mein Leben lang nicht ausgesucht habe, quasi meinem freien Willen entspringt.

    Hierbei geht es aber bei mir in erster Linie um mein Inneres, nämlich den rein psychischen Aspekt und nicht darum, jemals ein normales Leben führen zu können. Ich weiß, dass das nie möglich sein wird. Aber ich kann versuchen (jetzt nach der Diagnose) erfolgreich damit zu leben. Das ist wie eine Art Reißverschluss, wenn eins ins andere reinpasst und alles so halbwegs endlich einen Sinn ergibt.

    Also mir hilft das. Es macht das Leben leichter.
    Jeder, der jemals mit einem kaputten und verhakten Reißverschluß konfrontiert war, wird das verstehen. So schön, wenn er fließend läuft...

    Also ich stehe heute hier und sage: Gut, ich bin verdammt weit gekommen. Und ja, darauf bin ich unter dem Aspekt, dass die Grundvoraussetzungen echt mies waren, total stolz.
    Und das gibt Kraft und Energie und von dem Punkt aus kann man dann weitermachen.
    Aber an diesem Punkt tickt wahrscheinlich einfach jeder anders...

    Grüße!
    E.

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Danke für eure Antworten, ich werde sie wohl noch einige Male lesen, aber ich denke doch, dass ich mich auf eine Warteliste setzen lasse.
    Es ist schon irgendwie ein blödes Gefühl, sich einerseits sicher zu sein, aber andererseits doch ncihts konkretes in der Hand zu haben.
    War bisher alles ganz ok, so wie es war...dachte ich, aber immer öfter ertappe ich mich dabei, dass ich etwas ändern möchte, mich ändern möchte....
    Nicht alles, nur ein wenig mehr mich steuern können manchmal....aber vielleicht gelingt mir das ja noch.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Morgen!
    Weißt Du, daß hat auch was damit zutun, daß man sich selbst ernster nehmen kann, wenn
    man von unabhängiger Stelle Bestätigung erhält.
    Nur mal so als Beispiel:
    Ich hatte mal mal ne gaaaanz, ganz schlimme Allergie. Am Rücken. Blöde Stelle.

    Da saß ich in der Schule und der Lehrer hat von mir verlangt, dass ich mich
    konzentriere und mitmache und funktioniere.
    Ging aber nu nicht. Ich hab mich total unverstanden gefühlt und dadurch wurde nur alles
    schlimmer. Ich bin nur noch nervöser geworden und hatte mich am Schluß mit dem Typ
    ordentlich in der Wolle. Sein Spruch war: "Nur, weil es sie ein bisschen juckt, müssen sie
    nicht meinen, sie bräuchten sich nicht konzentrieren und können hier machen, was sie
    wollen." Ich weiß noch, daß ich mir die totalen Selbstvorwürfe gemacht hab, aber gleichzeitig
    auch so unendlich wütend war.

    Ich wollte, dass man mich ernst nimmt! Und dabei hab ich mich irgendwie selbst nicht ernst
    genommen.

    Das wurde tatsächlich erst besser, als man mir in der Klinik bestätigte: Ja, das ist schlimm.

    Ganz komisch, aber von da an, hat dann auch der Juckreiz nachgelassen und ich konnte
    mich beruhigen.

    Ich glaube, so was ist tatsächlich ADS Dopaminmagel-typisch.
    Wir wissen vom Kopf her viel, glauben es aber trotzdem irgendwie nie, so ganz tief
    drinnen und brauchen dann andauernd Bestätigungen und nochmal Bestätigungen...

  10. #10
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Was hat euch die Diagnose gebracht?

    Tja, was hat mir die Diagnose gebracht?
    Ich nehme MPH und führe einen (?) Terminkalender.
    Das Medikament muß ich noch einpendeln.

    Vor der Diagnose war ich eher am schwimmen als jetzt.
    Ich hatte während dieser Zeit des Wartens auf die Diagnose
    mein Leben schon in die Hand genommen, da ich mir gewiss war
    an ADHS zu (leiden?)
    Jetzt weiß ich wenigstens, daß der Haufen an Vorwürfen in meinem Umfeld
    nicht gänzlich auf meinem eigenen Versagen beruht.
    Zu erfahren, daß man "anders tickt" damit kommt wohl jeder auf seine eigene Weise zurecht.

    Nun gut. Nach der Diagnose kommt die Achterbahnfahrt der Gefühle.
    Das ist halt so. Aber letzt endlich muß man weiter machen..
    ..in eine hoffentlich bessere Zukunft

    LG --hirnbeiß--

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