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Diskutiere im Thema Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Scarlatti schreibt:
    Der Intelligenztest im Rahmen der ADHS-Diagnostik ist vor allem wegen der typischerweise starken Schwankungen interessant, weniger wegen der absoluten Werte. Normalerweise korrelieren die Untertests eines IQ-Tests recht stark miteinander*, bei ADHSlern jedoch zeigen sich oft ungewöhnliche Abweichungen in bestimmten Untertests.

    Also mach dir keinen Kopp, der IQ-Test ist für den Fall, dass du wirklich ADHSler bist, nicht besonders aussagekräftig.


    * was daran liegt, dass ganz bestimmte kognitive Funktion an den meisten Fähigkeiten beteiligt sind, etwa das so genannte Arbeitsgedächtnis (Working Memory).
    Ach, so läuft der Hase! Die gucken wegen der Schwankungen...na dann hab ich gute Chancen auf ADS.

    Hach, das beruhigt mich.

  2. #12
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Scarlatti schreibt:
    Einem Individuum hilft es allerdings wenig, wenn die Voraussage des IQ-Tests aus irgendwelchen Gründen nicht eintritt - z.B. weil das Individuum eigentlich einen hohen IQ, aber ADHS hat. Solche Tests sind immer an einer Stichprobe von "normalen" Menschen standardisiert, nicht von Leuten, die irgendwie aus dem Rahmen fallen. Deswegen muss man sich als ADHSler kaum Gedanken über das Ergebnis machen.
    Hm, ja, das fällt mir oft auf, dass diese Standardisierung - in allen möglichen Bereichen - nicht auf mich passt, dass ich Fragebögen zum Teil nicht ausfüllen kann, weil bei mir alles immer etwas anders ist...es sind meist Details, die eine Aussage völlig verändern, die aber nicht eingetragen werden können, weil die Frage auf knapp daneben zielt. Was ich schon alles ,,hinbiegen" musste...

    Ich hab auch schon ein paar IQ - Tests im Internet gemacht, aber ehrlich gesagt, finde ich die nur anstrengend und sie sind meist an meiner Art zu denken vorbei...so trocken und stumpf. Außer die Matrizen, die mag ich, weil sie bildlich sind und sich die richtigen Antworten meist schon automatisch ergeben, wenn man die Bilder im Kopf weiter ,,dreht"...

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Da siehst du es schon - Menschen wie wir weichen halt aufgrund einer einzigen neurobiologischen Besonderheit in vielerlei Hinsicht ab. Damit sind wir als Teilnehmer in standardisierten Verfahren häufig einfach ungeeigenet. Bei IQ-Tests kommen halt spezielle Dinge ins Spiel, die den Vergleich mit einer Stichprobe von Nicht-ADHSlern ziemlich unsinnig machen. Ich weiß allerdings nicht, ob sich mal jemand Gedanken darum gemacht, einen Test zu entwickeln, der für den Vergleich von ADHSler untereinander geeignet ist (ein Vergleich mit einer normalen Population wird wohl ziemlich schwierig sein).

  4. #14
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Scarlatti schreibt:
    Da siehst du es schon - Menschen wie wir weichen halt aufgrund einer einzigen neurobiologischen Besonderheit in vielerlei Hinsicht ab. Damit sind wir als Teilnehmer in standardisierten Verfahren häufig einfach ungeeigenet. Bei IQ-Tests kommen halt spezielle Dinge ins Spiel, die den Vergleich mit einer Stichprobe von Nicht-ADHSlern ziemlich unsinnig machen. Ich weiß allerdings nicht, ob sich mal jemand Gedanken darum gemacht, einen Test zu entwickeln, der für den Vergleich von ADHSler untereinander geeignet ist (ein Vergleich mit einer normalen Population wird wohl ziemlich schwierig sein).
    Das passt auch zu meinem Gefühl, mich ständig verbiegen zu müssen und eine andere Sprache als die meisten anderen zu sprechen...und immer dieses Gefühl, dass man nicht unfähig ist, sondern nur anderes Werkzeug hat, vielleicht auch eine andere Intelligenz.

    Die Intelligenz von ADSlern untereinander zu messen, ist eine interessante Idee, obwohl ich mir die Entwicklung eines solchen Verfahrens als noch schwieriger vorstelle als einen ,,normalen" IQ - Test zu entwickeln - und das war sicherlich in der Anfangsphase des IQ - Tests (in welcher ein ADS - IQ - Test ja wäre) auch sauschwer.

    Dass viele ADSler ein geringes Selbstwertgefühl haben, wundert mich nicht, es wird in Standardtest ja meist nur gemessen, was man nicht kann - ich denke, auch bei einer ADS - Diagnostik wird in einigen Teilbereichen so vorgegangen - es wird von einem Optimum ausgegangen, von dem es Abweichungen gibt.

    Wenn ich in einem Test gut bin, dann liegt es meist daran, dass er ,,meine Sprache" spricht, in allen anderen muss ich - gefühlt - mehr leisten als andere, weil ich erst noch in meine Sprache übersetzen muss, das dann in meiner Sprache bearbeiten (gedanklich) und dann wieder rückübersetzen muss. Ich kann auch stumpf auswendig lernen, aber es erfordert viel Aufwand. Einen Musiktest habe ich mal gemacht, in welchem man zwei Melodien hintereinander gehört hat und man die eventuell vorhandene Abweichung feststellen musste (ob es eine gab oder nicht), da war ich besser als 97% der Teilnehmer, ohne mich anstrengen zu müssen. Damit will ich jetzt nicht angeben, sondern nur deutlich machen, dass einem ADSler manche Dinge einfach in den Schoß fallen, andere umso härter erarbeitet werden müssen.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Chamaeleon schreibt:
    Hallo,

    ist vielleicht überflüssig, wegen jedem Pipapo gleich ein neues Thema zu eröffnen, aber mir gehen zur Zeit so viele Gedanken zu meinem Termin zur ADS - Diagnostik durch den Kopf...gut, ich könnte auch einen Thread aufmachen, in welchem alle meine Gedanken dazu gesammelt sind, aber themenspezifisch entspricht es momentan eher meiner persönlichen Vorgehensweise, die Gliederung ist einfacher. Außerdem ist das in der Forumssuche effizienter.

    Also, mein eigentliches Anliegen ist: Bei der Diagnostik zu ADS wird auch ein Intelligenztest gemacht. Da kommt mir doch glatt die Frage in den Sinn: Wieso sollte ich mich in einem Intelligenztest besser konzentrieren können als sonst und inwieweit verfälscht das die Ergebnisse und werde ich jemals meine wahren IQ erfahren, wenn dieser doch von meiner Konzentrationsschwäche (naja, genauer gesagt ,,Konzentrationshüpferei") verfälscht wird UND wie wollen die damit überhaupt arbeiten?

    Ich hab gelesen, dass die Abweichung um bis zu 15 IQ - Punkte sein kann, aber das finde ich nicht befriedigend, weil ich ja gar nicht weiß, ob die Abweichung jetzt 1 oder 15 Punkte sind.

    Also...ich habe ein wenig Angst, dort zu ,,versagen" und dann nicht zu wissen, ob das nur am ADS liegt oder ob ich dumm bin...oder irgendwie so.

    Außerdem ist der Termin morgens um 9 (ja gut, fängt nicht gleich mit IQ - Test an) und das ist schonmal anstrengend für mich und dann noch der Umstand einer Testung, der ja auch nicht gerade beruhigend und konzentrationsfördernd ist...all das bringt jemanden mit einem schwachen Nervensystem wie mich doch eher in Richtung Nervenzusammenbruch als zu einem eindeutigen, unverfälschten Ergebnis.

    Hat jemand Erfahrungen mit IQ - Tests innerhalb der Diagnostik? Und kennt jemand die ähnliche Gedanken wie die meinigen dort oben?

    Ich hab Angst.

    lg
    C.
    Ich hatte damals die gleichen Ängste, mittlerweile ist mir das so dermaßen egal. Was hat man von einem hohen IQ-Wert? Wenn man intelligent ist, kann man sich selber auch schon ausreichend einschätzen und Kreativität u.ä. Faktoren fließen bei den HawkIV (ist afaik der Standart bei ADHS) Test auch nicht mit ein.

    Ich meine, es bringt einem keinerlei Vorteile da gut abzuschneiden und soll lediglich der Diagnostik dienen. Selbst wenn du Mensa oder sowas beitreten möchtest, müsstest du einen speraten Test ablegen...

    An deiner Stelle würde ich mir den Wert nichtmal nennen lassen, wenn du schon im Vorfeld schon so verunsichert bist,

    LG Tuber!

  6. #16
    Kennt sich hier aus

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    Forum-Beiträge: 828

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Hallo Tuber,

    inzwischen bin ich gar nicht mehr so verunsichert, da mich deine Vorschreiber davon überzeugt haben, dass ein ,,normaler" IQ - Test bei einem ADSler eh nicht so wirklich Aussagekraft hat. Auch dein Argument, dass Kreativität usw. nicht miteinfließt, holt mich zurück auf den Boden der Tatsachen, die da heißen: IQ - Wert ist das, was ein IQ - Test misst, mehr nicht.

    Das Ergebnis möchte ich trotzdem wissen, sonst würd ich mich wochenlang fragen, wie mein Testergebnis wohl ausschaut...

    LG Chamaeleon

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Naja, ganz so nutzlos sind IQ-Tests nicht. Sie sagen (auf die Masse an Getesteten bezogen) ziemlich zuverlässig voraus, wer in der Schule und im Beruf erfolgreich sein wird. Das ist auch der Grund, warum sie ursprünglich (vor über 100 Jahren) entwickelt wurden. Auch das Argument, spezielle Fähigkeiten wie Kreatitvität, die man im allgemeinen Sprachgebrauch der Intelligenz zurechnet, würden nicht getestet, ist nur begrenzt stichhaltig. Generelle Intelligenzfaktoren haben sehr großen Einfluss auf die Ausprägung all dieser Fähigkeiten. Also der Fall, dass jemand super kreativ ist, aber einen niedrigen IQ hat, dürfte sehr selten anzutreffen sein. Meist schneiden die Testteilnehmer in den einzelnen Untertests ähnlich ab und es gibt nur eine geringe Schwankungsbreite.

    Bei ADHS jedoch ist das ein bisschen anders! Dort sind die Schwankungen in den Tests oft stark, was jedoch mit den "Macken" des ADHSlers zusammenhängt. Mein persönliches Erlebnis hierzu: in manchen Untertests des HAWIE erreichte ich die volle Punktzahl, was ziemlich schlecht für den Test ist, weil es bedeutet, dass der Test nicht genügend schwere Aufgaben hat, um zwischen mir und anderen Personen mit ebenfalls voller Punktzahl zu differenzieren. Das nennt man Deckeneffekt und stellt der Horror eines Testers dar. Die Punktzahl, die ich dort erreicht habe, ist also möglicherweise "zu niedrig", obwohl es die volle Punktzahl ist.

    In einem anderen Untertest, der erfahrungsgemäß ADHSlern sehr schwerfällt, war ich jedoch unterdurchschnittlich. Dies hängt aber kaum mit meinen "wahren" Fähigkeiten in diesem Test zusammen, sondern mit der ADHS-Macke, sein Verhalten schwer kontrollieren zu können.

    Was sagt dem Tester das? Die IQ-Punktzahl ist wenig aussagekräftig, der Unterschied zwischen diesen Tests jedoch wichtiger Hinweis auf ADHS.

    Hoffe, ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

  8. #18
    Kennt sich hier aus

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    Forum-Beiträge: 828

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Scarlatti schreibt:
    Auch das Argument, spezielle Fähigkeiten wie Kreatitvität, die man im allgemeinen Sprachgebrauch der Intelligenz zurechnet, würden nicht getestet, ist nur begrenzt stichhaltig. Generelle Intelligenzfaktoren haben sehr großen Einfluss auf die Ausprägung all dieser Fähigkeiten. Also der Fall, dass jemand super kreativ ist, aber einen niedrigen IQ hat, dürfte sehr selten anzutreffen sein.
    Das denke ich auch. Ich hatte nur bei meinem letzten Beitrag wahrscheinlich ein anderes Bild von Kreativität im Kopf als du. Es gibt im allgemeinen Umgang mit dem Wort Kreativität entweder das Bild eines intelligenten, künstlerischen Menschen oder das eines Menschen, der intuitiv, wie unbeabsichtigt tolle Dinge aus dem Hut zaubert. Beim ersten Typ ist Kreativität mit Intelligenz als der Fähigkeit, in bekannten und unbekannten Situationen Lösungen zu finden, gekoppelt. Beim zweiten Typ ist es die intuitive Intelligenz (welche ich auch im Kopf hatte), die bei Fragen, die eine ganz bestimmte Antwort haben wollen (Logiktest zB), versagt, die aber, wenn sie frei wirken darf, interessante und bunte Antworten hinzaubert, die oft wenig mit der logischen Antwort zu tun haben, aber eben dafür ,,kreativ" sind - etwas neues erschaffen. Das heißt natürlich nicht, dass jede falsche Antwort ,,kreativ" ist . Es gibt eben Antworten, die ganz simpel ,,richtig" sind, es gibt welche, die eindeutig ,,falsch" sind und es gibt welche, die dazwischen liegen. Ich denke, dass kreative Menschen oft dazwischen liegen. Leider wird das dann als falsch gewertet, weil es nicht absolut richtig ist.

    Und genau das wird im IQ - Test nicht gemessen. Ich glaube auf jeden Fall auch, dass kreative Menschen ein gewisses Maß an Intelligenz aufweisen, aber wenn ihr Schwerpunkt bei der Kreativität liegt und nicht bei der reinen Logik (was ich unter Intelligenz verstehe), dann wird in einem IQ - Test auf jeden Fall nicht das getestet, was ihre Stärke darstellt. Ich zB bin recht musikalisch, was ich sicher nicht ohne ein gewisses Maß an Intelligenz wäre, aber wenn ich improvisiere, ist das intuitiv und kreativ, aber der nächste Schritt dabei (ein Akkord, ein Ton) ist oft auch nicht zwingend der einzig logische, weil es mehrere Fortführungsmöglichkeiten gibt. In einem Intelligenztest ist aber nur eine Lösung gefragt und die ist die einzig richtige. Das entspricht mir oder meinem kreativen Teil nicht unbedingt und wird auch nicht abgefragt.

    Naja, ganz so nutzlos sind IQ-Tests nicht. Sie sagen (auf die Masse an Getesteten bezogen) ziemlich zuverlässig voraus, wer in der Schule und im Beruf erfolgreich sein wird.
    Fragt sich nur, in welcher Art von Beruf und wie sehr die Schule auf Individuen eingeht...will damit sagen, dass ,,Erfolg" auch relativ ist. Zudem manch einer im Beruf auf Grund seiner Intelligenz erfolglos sein kann (nicht sein muss) - da wird hinterfragt, angeeckt, die Autorität in Frage gestellt - für Jobs mit klaren Hierarchien sind manche Leute tatsächlich zu intelligent.

    Fazit: Ich glaube, dass manch ein Mensch mit Potential gar nicht von einem IQ - Test entdeckt wird, weil dieser eben nur eine bestimmte Art von Intelligenz misst. Und das beste Beispiel ist ein ADSler mit dem Potential des kreativen Chaoskopfes.

    Ich danke dir übrigens für die Schilderung deiner persönlichen Erfahrungen, das macht es mir einfacher, mich emotional auf diesen Test vorzubereiten.

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 351

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    bei mir wurde kein Intelliegenztest bei der Diagnostik gemacht. Allerdings wurden schon früher welche gemacht. Differenz - knapp 40 pkt.

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Intelligenztest bei der ADS - Diagnostik

    Chamaeleon schreibt:
    Beim zweiten Typ ist es die intuitive Intelligenz (welche ich auch im Kopf hatte), die bei Fragen, die eine ganz bestimmte Antwort haben wollen (Logiktest zB), versagt, die aber, wenn sie frei wirken darf, interessante und bunte Antworten hinzaubert, die oft wenig mit der logischen Antwort zu tun haben, aber eben dafür ,,kreativ" sind - etwas neues erschaffen. Das heißt natürlich nicht, dass jede falsche Antwort ,,kreativ" ist . Es gibt eben Antworten, die ganz simpel ,,richtig" sind, es gibt welche, die eindeutig ,,falsch" sind und es gibt welche, die dazwischen liegen. Ich denke, dass kreative Menschen oft dazwischen liegen. Leider wird das dann als falsch gewertet, weil es nicht absolut richtig ist.
    Es gibt durchaus einiges an Forschung zu dieser Art von "Intelligenz", wie du sie beschreibst und auch einige Tests dafür. Allerdings sehe ich - ohne mich wirklich damit auszukennen - bereits ein grundlegendes Problem darin, Antworten zu bewerten. Zählt man bei der Bewertung nur die Anzahl nicht-stereotyper (=kreativer) Antworten? Zählt man manche mehr als andere?

    Ferner müssen Tests verlässlich sein. Wenn man den Test zweimal macht, dann sollte immer (fast) das gleiche Ergebnis herauskommen (kleine Abweichungen gibt es immer). Man nennt das "Reliabilität" des Tests. Der "Hamburg-Wechsler Intelligenztest für Erwachsene", der normalerweise durchgeführt wird, besitzt eine ziemlich hohe Reliabilität, sprich: du wirst in etwa immer dieselbe Punktzahl haben. Ich kann mir gut vorstellen - wie gesagt, nur eine Vermutung - dass die Reliabilität von Kreativitätstests hingegen möglicherweise ein Problem sein könnte. Vielleicht kann da jemand mehr sagen, allerdings werden es wohl ähnliche Gründe sein, warum solche Kreativitätstests bei normalen IQ-Tests nicht enthalten sind.

    Die Frage ist auch, ob sie das wirklich müssen. Die Vorgehensweise bei solchen Testkonstruktionen ist einfach die: wenn alle Versuchspersonen während der Eichung in zwei Tests A und B jeweils ähnliche Punktzahlen haben, wird daraus logischerweise geschlossen, dass beide Tests dieselbe Fähigkeit messen, d.h. man braucht nur einen von beiden zu verwenden. Man sagt in der Sprache der Statistiker, dass die Test A und B stark korrelieren.

    Im Grunde werden so die Untertests eines jeden IQ-Tests gewonnen. Für den Beobachter sieht es so aus, als messe der IQ-Test nicht alle "Intelligenz-Fähigkeiten". Was der Beobachter vielleicht nicht weiß, ist, dass die ihm fehlende Fähigkeit durch einen anderen Test "mitgemessen" wird (bzw. beide Tests hauptsächlich dieselbe Fähigkeit darstellen!)

    Lange Rede, kurzer Sinn: deine musikalischen Fähigkeiten werden möglicherweise mit anderen Untertests - zumindest teilweise - mitgemessen, auch wenn konkret keine musikalische Aufgabe gestellt wird.

    LG,

    Scarlatti

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