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Diskutiere im Thema ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo miteinander,

    ich habe jahrelang mit der Diagnose Borderline gelebt.
    Nun wurde bei mir vor einem halben Jahr die ursächliche Diagnose ADHS gestellt.

    Ich weiss, dass die Symptome eigentlich dieselben sind, aber die Ursache beruht bei ADHS auf einem Dopaminmangel, bei BL ist es eher eine reaktive emotionale Geschichte.

    Da ich nun eben beide Diagnosen habe, frage ich mich, ob ich nun eine ADHS oder BL-Krise habe, bzw. welche Anteile nun vom ADHS, und welche von BL sind.

    Wie funktioniert das eigentlich, wenn man beide Störungen gleichzeitig hat.

    Blickt da jemand durch ?


    Nicci

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Nicci schreibt:
    Blickt da jemand durch ?


    Nicci

    Noi. Bis jetzt no - leider - niemands.

    Es gibt in Europa durchaus einen Menschen, der Nahe daran ist bei dem Thema Borderline/ADHS durchzublicken. Therapiezentrum für Menschen mit ADHS

    Da dät ich mich auch mal in aller Unschuld per Kontaktformular hinwenden(*), zumindest wenn ich a) weiblich, b) unter 35 und c) beide Diagnosen hätte (Borderline und ADHS).

    Dass Cordula, äh Frau Neuhaus, bis in den Rest hinein durchblickt, glaub i wie gesagt au nicht. Aber sie ist zumindest die kompetenteste Ansprechpartnerin bei dieser Geschichd (ADHS und/oder Borderline bei weiblichen Personen bis 35) und der Lösung des Rätsels am dichtesten auf den Versen.

    (Psychiater - ich meine nicht den Großteil, der weder von Borderline noch von ADHS (noch von sonstwas eine Ahnung hat) - sondern die wenigen, die von ADHS eine Ahnung haben, stehen dem Phänomen "Borderline" meist mit Erschrecken und einigermassen hilflos gegenüber. Das liegt an ihrer maskulinen Sozialisation. Aufgrund dessen, dass Borderline - sollte es in Wirklichkeit tatsächlich eine eigenständige Störung sein - und nicht wie auch vermutet werden kann, ein nicht behandeltes ADHS + fortgesetzte schwere Traumatisierung - ihnen vor allen Dingen in der weiblichen Form entgegentritt, glauben sie nicht daran, dass es überhaupt existiert, erst recht nicht, wenn keine gravierende Formen der Selbstverletzung vorliegen. Aus einem ähnlichen Grunde gibt es - bei gewöhnlichen Psychiatern jetzt - auch ADHS nicht für sie: Es löst nichts aus, die Ursachen sind dunkel und es wird nicht ein einziges Symptom produziert, dass sich nicht mit anderen psychiatrischen Störungen hinreichend erklären liesse. Also ist es auch nicht vorhanden.

    Ist schwer zu begreifen, ich weiss. Ist Psychiater-Logik. Da braucht man ein zwei Jahrzehnte härtester Konfrontation, um des einigermaßen zu verstehen. Wenn man des überlebt, kommt man allerdings langsam dahinter: Also in deren Logik, existierte Borderline, würde es vermehrt auch bei jungen Männern auftreten. Ergo ist es nicht vorhanden. Etwas übertrieben jetzt formuliert. Denn vor aufgeritzten/geschlitzten jungen Mädchenkörpern, läßt sich teilweise auch der mitleidloseste und uneingestanden chronisch überforderte Psychiater-Kretin regelmässig zu einer aufopferungsvollen (aber letztlich sinnlosen) Neuroleptika-Therapie hinreissen.)

    Wichtig ist nur: Die Antwort auf Deine Frage: Blickt da jemand durch?

    Lautet: Nein.

    Jo, des ist ja ganz dolle jetzt, Herr Eiselein. Was soll i denn da jetzt machen?

    Jo.

    1. Cool bleiben. D.h. schonmal die Eiswürfel für die nächste Ritzattacke bereithalten.

    2. ADHS medikamentös behandeln. In Folge davon, abwarten, was sich daraus ergibt.

    In diesem fall aller Regel nach sehr wenig. Da Stimulanzien vor allem die Focusierfähigkeit (Konzentration) des ADHS-Betroffenen verbessern. Sie haben ein paar andere psychotrope Wirkungen, die aber dummerweise von ADHS-Betroffenem zu ADHS-Betroffenem unterschiedlich sind. Beispiel: Ein Drittel erlebt die Vergabe von Stimulanzien als ausgesprochen beruhigend (bis zur Einschläferung), jedenfalls angst- und spannungslösend, die andere Fraktion erlebt das genaue Gegenteil und die Vergabe von Stimulanzien als antreibend, energiefördernd, also im Wortsinne stimulierend, der dritte Teil - zugegebenermassen meine absolute Lieblingsfraktion - ist extrem neurotisch, d.h. von der Umwelt abhängend geprägt, diese machen die Feststellung, dass die - gleiche Dosis - an Stimulanzien jeweilig anders wirkt - ausgehend davon, in welcher Grundstimmung sie sich an diesem Tag befinden.

    Jetzt wollen wir die Sache ned unnötig komplizieren. Vereinfacht gesproch, Medikamente generell wirken auf verschiedene Menschen verschieden.

    Gemeinsam ist aber, dass bei ADHS-Betroffenen die Konzentrationsfähigkeit(***), ich spreche aus einer leidvollen Erfahrungs-Neigung heraus lieber genauer von Focusierungsfähigkeit (= die Dauer und Intensität gleichermassen, an ein und demselben geistigen Gegenstande "dranbleiben" zu können, ohne abzusinken oder komplett abzuschalten) erhöht wird.

    (Ein ADHS-Kritiker (damit meine ich jetzt nicht die Volkskritiker, Journalisten und sonstigen automatisierten Besserwisser, sondern die Psychiater, die ja in ihrem überwiegenden Teil von ADHS keinen blassen Schimmer haben, und es schon deshalb für nicht existent halten können (ich habe die Psychologie dieser Menschen, die in ihrer Ätiologie und ihrem Kern nach in Wirklichkeit eine nahezu irreversible, neurasthenische, meist auch deutlich sexualneurotisch eingefärbte Psychopathologie ist, über die Jahrzehntze nutzloser Behandlungen hinweg immer wieder genauestens studieren dürfen), würde jetzt sagen: PAPPERLAPAPP. Stimulanzien erhöhen bei jedem Menschen die Konzentration. Also auch bei ADHSlern, einmal vorausgesetzt, es würde ADHS (bei Erwachsenen) überhaupt geben. Ein Medikament also (genauer gesagt: eine Medikamentengruppe), das die Konzentrationsfähigkeit grundsätzlich erhöht und zwar bei jedem, deutet immer daraufhin, dass die psychiatrische Störung, gegen die es hauptsächlich verabreicht wird, als solche gar nicht existiert. Womit bewiesen ist, dass es ADHS gar nicht geben kann. Gegenbeispiel - immer noch der psychiatrischen "Logik" folgend - ein Medikament aus der Gruppe der Antidepressiva wirkt nur bei Depressiven antidepressiv. Bei Nicht-Depressiven aber gar nicht, oder gegenteilig, womit also eindeutig bewiesen wäre, dass Depressionen tatsächlich existieren, währenddessen ADHS völliger Gokulorus ist.

    Ist wie gesagt Psychiater-Logik und als solche schwer zu verstehen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass einem die Fähigkeit komplett abgehe(**), sich in diese psychopathologischen Gehirne hineinzuversetzen, mithin also auch so "denken" zu lernen wie sie.)

    Den wenigen zwar ADHS-kritischen, aber noch nicht völlig abgebrannten Psychiatergehirnen sei versichert: Japp, es ist richtig, dass Stimulanzien bei jedem Menschen die Konzentrationsfähigkeit erhöhen, nur werden die Ergebnisse bei tatsächlich ADHS-Betroffenen signifikanter ausfallen als bei der wie auch immer gearteten Kontrollgruppe, und zwar wesentlich signifikanter innerhalb ihrer geistigen Leistungen. (Infolge totaler Geistfreiheit der meisten Psychiater ist hier mit "geistigen Leistungen" natürlich "schulische Leistungen" gemeint. Das trifft das ADHS-Problem zwar nocht nicht einmal ansatzweise, wird durch diese an sich unzulässige Vereinfachung aber auch für den Psychiater wenngleich nur potentiell fassbar. ((Sowie in Auseinandersetzungen mit Psychiatern jeglicher Couleur grundsätzlich unterschieden werden muss, was der Wirklichkeit entspricht - also tatsächlich vorhanden und der Fall ist - und was darüber hinaus gegebenfalls auch noch im ICD steht, also realiter vorhanden, d.h. bei Psychiatern stets: bei den Krankenkassen auch abrechenbar ist.)



    Jetzt simmer doch scho wieder abgschweift.

    A so, die Verabreichung von Stimulanzien bei Borderlinern mit ADHS führt also zu einer Erhöhung ihrer Fokussierungsfähigkeit.

    Und worauf sich Borderliner am allerliebsten fokussieren, ist das Ritzen.

    Führt uns zu Punkt

    3. Das wichtigste ist also eine psychotherapeutische Begleitung, die auf 2 Faktoren beruhen muss

    a) Herauskitzelung der geistigen Fähigkeiten

    ohne

    b) zu ritzen.

    Es muss also gleichzeitig, die Fähigkeiten gestärkt oder überhaupt ersteinmal herausgefunden werden, wo diese liegen (sowohl ADHSler, als auch Borderliner, als auch Boderliner mit ADHS-Diagnose und umgekehrt, halten sich für total blödsinnig, jedenfalls auf sämtlichen Gebieten des menschlichen Lebens - Beruf, Hobby und Privatleben - für gleichermassen völlig unbegabt).

    Zum anderen muss herausgefunden werden, worin der Wunsch nach Selbstverletzendem Verhalten eigentlich begründet liegt.

    Dieser Wunsch existiert deckungsgleich bei so genannten Boderlinern wie auch ADHSlern, nur ritzen ADHSler eher selten und wenn dann nicht so tief. Meist suchen sie (reine ADHSLer ohne Borderline-Diagnose mein ich jetzt) sich andere Gebiete ihrer Selbstzerstörung, zum Beispiel Auto-/Motorradraserei, Extremsport oder - ich muss sagen, da hab ich eine ausgesprochne Schwäche dafür, Baron Rothschild, Bordeaux...

    Jo, die Wege der Selbstzerstörung sind quasi unergründlich, sprach der Herr, jedenfalls aber bei Borderlinern signifikanter als bei ADHSler ohne diese Diagnose ausgerägt.

    Um zu Punkt 3 zurückzukehren:

    Es mus unbedingt herausgefunden werden, worin der Wunsch nach Selbstverletzung/Selbstzerstörung eigentlich begründet liegt.

    Bei den meisten wird sich herausstellen (völlig unabhängig jetzt von ihrer Diagnose), dass das selbstverletzende/selbstzerstörerische Verhalten in den seltensten Fällen ein wirklich selbstverletztendes/selbstzerstörerisches Verlangen, entsprungen aus dem Wunsch des allmählichen Selbstmordes, der Selbstabschaffung ist, sondern in den überwiegenden Fällen zur Bekämpfung der grossen inneren Anspannung/Überspannung verwendet wird, man könnte auch sagen als gescheiterter Entspannungsversuch angesichts der Mauer aus Angst und Panik, die man vor sich stehen hat und der Trottel- und Dilettantenhaftigkeit, der Psychiater/Psychotherapeuten, die man "hinter sich" stehen hat.

    Jetzt simmer glaub abgschweift.

    Also, die Erhöhung der Fokussierfähigkeit, die kann sozusagen in jedem gegebenen Falle auch nach hinten losgehen. Das Ergebnis hängt in jedem Fall von der sozialen Einbindung des Betroffenen ab, in Therapie aber natürlich auch vor allen in privaten Beziehungen und seien es am Anfang auch nur Kontakte zu Selbsthilfegruppen, aus denen sich dann echte, private Bindungen entwickeln können.

    Weniger geschwollen ausgedrückt: Ein einziger wirklicher Freund (oder Freundin) ersetzt ganze Kilos an Mph, ganze Hektoliter an Rotwein und ganze Ozeane an Apmphetaminsulfatsaft und ganze Divisionen an psychiatrischen Dummschwätzern assistiert von ihren ahnungslosen Psychologengeschwadern.

    Dieser Eiselein quatscht immer bloss blöd in der Gegend rum! Man kann doch eine einfache Frage, die man stellt, selbst in diesem Forum einfach beantwortet bekommen?

    Gibt`s also irgendjemand, der bei dem Thema ADHS/Borderline durchblickt oder ned?

    Nein.


    (*) Aber von mir hast den Tipp ned... Die Frau ist nämlich naturgemäß völlig überlastet... und i krieg bloss wieder dr Arsch voll...

    (**) In der Tat konzentrieren sich die meisten psychiatrischen Methoden gerade darin, eben jene Fähigkeit restlos abzudämpfen, weil sie bei - stets - eintretendem Erfolg - aber auch völlig unabhängig davon, darin liegt ja geradezu der Reiz dieser Methoden - jede weitere Behandlung ungemein vereinfachen/erleichtern... und damit der Gesundung des Patienten überhaupt nichts mehr im Wege steht, jedenfalls nicht - aus psychiatrischer Sicht betrachtet - so gänzlich idiotische und letztlich völlig überflüssige Dinge wie der eigentliche Wille des Behandelten, den es aus eben diesem Grunde stets gleichermassen abzudämpfen gilt...

    (***) Psychiater können mit dem Begriff "Konzentrationsfähigkeit" krankheitswertig im Grunde nichts anfangen, weil sie die Beeinträchtigung der Konzentration generell auf organische, umwelt- und zuletzt auch depressive, in jedem Fall auf reaktive, nie auf konstitutionelle, soll heissen anlagemässige Syndrome zurückführen können... diese gibt es sozusagen gar nicht... d.h. in Psychiater-Sprech ausgedrückt: unkonzentriert ist letztlich jeder... diese Feststellung hat also keinen Krankheitswert...

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hi Eiselein,

    ich habe versucht, deinen Beitrag zu verstehen. Uff, das ist ganz schön happig.
    Ich konnte nicht allem Folgen und bin nun gerade etwas verwirrt.

    Aber letztendlich wolltest du glaub nur untermauern, wie schwierig die Abgrenzung der beiden Diagnosen in der Tat ist.

    Morgen habe ich mal wieder nen Termin bei meinem Psychiater. Ich werde den mal Löchern.

    Lg Nicci

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 275

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Ich hab keine wissenschaftlich fundierte Idee, aber vielleicht könnte es sein dass evt gilt: nach A. kommt B.

    Wenn man mit ADHS in dieser Welt langsam kaputt geht, wird eine BL PS draus…

    Dann wäre das also nicht "entweder - oder" sondern ein fliessender Übergang
    nicht gut

  5. #5
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo,

    also ich habe letztes Jahr in einer Tagesklinik, in die ich wegen Burnout eingewiesen wurde, die Borderline Diagnose erhalten. Neben allen möglichen anderen Dingen.. Glaub so 5 oder 6... Wusste bis dahin gar nicht, dass ich so blaaaa bin. Egal.. Man hat mich ergo NUR auf Borderline behandelt. Nichts gegen Depri, nichts gegen Burnout, Angst minimal.. lediglich Skillstraining und immer wieder ritt man bei egal welcher Äußerung drauf rum: Schnubbel, wie hoch ist ihre Aggressivität auf einer Skala von eins bis zehn gerade jetzt??? Permanent. Ich dacht ich geh ein.

    Ich habe denen gesagt, dass ich die Trommelei und die Musikinstrumente nicht abkann. Durcheinander, laut, macht mich kirre. "Denken sie an die Skills!" Ergotherapie.. 3 Stunden am Stück.. keine Ruhe zum Sitzenbleiben. "Was könnte Ihnen jetzt gut tun?" - Raus gehen.. durfte ich dann.. Keine Ahnung. Ich wusste damals nichts von meiner ADHS, aber ich hatte das Gefühl falsch behandelt zu werden. Mir gings nicht besser. Und das ist das Problem... Eben dass verkannte oder falsche Diagnosen, den Leidensweg verlängern.. oder den Weg in die richtige Richtung versperren.

    Ach ja, der Grund warum ich für die Ärzte und Schwestern "der absolute Bilderbuchborderliner" (OT Oberärztin) war: Ich hatte mich in einer schweren depressiven Episode oberflächlich verletzt. DAS und ganz allein DAS war der Grund aus mir nen Borderliner zu machen.
    Mein Psychiater jetzt sagt, dass ich alles andere als ein Bordi bin und er hat im Laufe seiner Karriere viele kennen gelernt. Das mit dem R*** fand er traurig, aber er verstand die Situation.. Er weiß auch, dass ich das nicht mehr mache.. Aber DAS sei kein Grund mich in eine Schublade zu stecken.

    Da wo das vermeintlich professionell arbeitende Klinikpersonal aufgehört hat, Diagnose weiter zu betreiben, da hat er angesetzt und solang getestet und geprüft, bis er die Antwort hatte. Und das ist ADHS!
    Seitdem kann ich wieder richtig leben. Wenn auch mit Höhen und Tiefen, aber ich kann mich akzeptieren, was ich vorher nicht konnte..

    Ich denke auch, dass gerade die Diagnose bei einer ADHS sehr langwierig ist und sich nur wenige Ärzte die Mühe machen (wollen) dies in Kauf zu nehmen. Ist leider meine Vermutung - die aus einer nicht so tollen Erfahrung resultiert.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hi Schnubbel,

    Schnubbel schreibt:
    Hallo,

    lediglich Skillstraining und immer wieder ritt man bei egal welcher Äußerung drauf rum: Schnubbel, wie hoch ist ihre Aggressivität auf einer Skala von eins bis zehn gerade jetzt??? Permanent. Ich dacht ich geh ein.

    "Denken sie an die Skills!" Ergotherapie.. 3 Stunden am Stück.. keine Ruhe zum Sitzenbleiben. "Was könnte Ihnen jetzt gut tun?" -
    aber ich hatte das Gefühl falsch behandelt zu werden. Mir gings nicht besser. Und das ist das Problem... Eben dass verkannte oder falsche Diagnosen, den Leidensweg verlängern.. oder den Weg in die richtige Richtung versperren.

    .
    oh Mann, das könnte ich glatt unterschreiben.
    Bei mir war es noch so, dass die sich geweigert haben, mich auf ADHS zu testen, weil ich angeblich zu gut in der Schule war.
    Super, nun wurde ich vier Jahre durch sämtliche Kliniken geschleppt. In der letzten Klinik wurde mir mangelnde Therapiemotivation vorgeworfen und als die nicht mehr wussten was gegen meine SVVs zu machen, haben die mich gegurtet.
    Und das, obwohl ich die ADHS Diagnose schon hatte.
    Der Stationsarzt masste sich sogar an, den ADHS Spezialisten vom EPD ins Lächerliche zu ziehen.
    Ich darf gar nicht daran denken, sonst koche ich vor Wut.

    Wie ADHS mit BL zusammenhängt kapiere ich noch nicht wirklich.
    Aber wenn BL Symptome trotz intensiver Therapie nicht besser, sondern schlechter werden, verzweifelt man allmählich. Ich habe mich echt aufgegeben.

    Was ich mich jetzt frage, habe ich nun immer noch BL, oder einfach nur ein ADHS oder kann man das so gar nicht wirklich sagen?

    Lg Nicci

  7. #7
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Nicci,

    das Gurten finde ich unverschämt. Ist ja Freiheitsberaubung. Und mit Gurten bekommt man SVV nicht weg. Im Gegenteil, die Wut, die man damit schürt bringt einen eher dazu als davon ab..

    Ich habe viel in Zusammenhang mit Komorbiditäten bei ADHS gelesen. Deshalb ist dieses Auseinanderhalten wohl so schwierig. Wurden mit Dir Konzentrationstests gemacht?
    Mein Psychi meinte mal, dass ADHS bei vielen erstmal ein rotes Tuch ist. ADHS = Erziehung gescheitert und ADHS sei ne Modeerscheinung. Quasi, wenn man nicht weiter weiß, dann hat man ADHS. Das hat er zynisch gemeint, weil er auch diese Fehldiagnosen an mir verteufelte.

    Man sollte sich die Frage stellen, warum gibt es nur wenige Spezialisten für diese "Sache", "Krankheit".. weiß nicht, wie ich es nennen soll. Trauen sich die meisten da nicht ran, weil es keine Lehrbuchsymptomatik gibt, sondern unterschiedliche Ausprägungen?
    Ich meine, wir sind doch nicht mit Absicht so, wie wir sind. Magenschmerzen werden doch auch anerkannt, wenn man welche hat oder ein gebrochenes Bein. Warum so ein Zirkus bei ADHS??? Vielleicht weil man in Zusammenhang mit Borderline einfach eine Diagnose hat, auf die die Symptome halbwegs passen. Das Kind hat einen Namen und aus die Maus.
    Es fehlt der Blick über den Tellerrand hinaus..

    LG Schnubbel

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 275

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Ich versteh den Protestschrei, aber so eindeutig ist es nicht: Gegurtet werden ist schon auch hilfreich. Es ist nicht zwingend so, dass man deswegen die Wut geschürt kriegt und sich eher was tut als ohne. Im Gegenteil oder jedenfalls nicht in jedem Fall. Es ist doch eine heilsame "Grenzerfahrung" wenn man spürt (spüren muss), dass man nun einfach überhaupt nicht mehr tun kann, woran man denkt. Wenn du frei bist, ist es so einfach, schnell die Spannung nach dem alten eingeübten Muster abzulassen. Im Gurt kannst du das nicht. Du kannst dich sträuben und ärgern, aber du musst es schliesslich mit dir selber aushalten und das Problem auf eine andere Weise angehen. Schon die Erinnerung daran hilft, die Kontrolle zurückzugewinnen.

    SVV gehört schon zu Borderline und weniger zu ADHS. Was muss man zuerst behandeln?

    ADHS-Konzentrationstests habe ich gemacht, mit drei Beobachtern hinter der Spiegelwand und 40 Drähten am Schädel. Aber es ist seltsam, dass in dieser ungewohnten Laborumgebung, abgeschirmt von jeder Ablenkung, das Konzentrieren kein Problem war. Ich bin auch nicht ausgeflippt, als dann alles was ich tat zunehmend sabotiert wurde, um mich aus dem Konzept zu bringen.

  9. #9
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hmmm, also Gurten ist schon der äußerste Schritt. Ok, es ist nachvollziehbar in einigen Fällen. Gewalttätigkeit etc. Eine Indikation sehe ich in der Forensik. Eine Freundin arbeitet selbst in der Psychiatrie mit Borderlinern. Sie hat mir noch nie was davon gesagt. Eher, dass die Wunden kommentarlos versorgt werden.

    Vielleicht bin ich dem Gurten gegenüber so negativ gestellt, weil ich denke, dass es oft viel zu schnell genutzt wird. Als das Mittel der Wahl, das einfachste Mittel. Damit ist der Patient tatsächlich ruhig gestellt. Macht nichts mehr. Aber es gilt doch das SVV zu hinterfragen und nicht einfach ruhig zu stellen. Das was zum SVV geführt hat, muss doch therapiert werden. Für mich persönlich wäre das ein gravierender Einschnitt in meine Persönlichkeit. Wenn ich zurechnungsfähig bin, so meiner Freiheit beraubt zu werden. Mir würde es danach schlechter gehen. Das schürt Panik.. Also von meinem Standpunkt aus.
    Vielleicht ist das auch der Punkt, warum sich viele vor einem stationären Aufenthalt in einer Psychiatrie fürchten. Mal von der Geschlossenen abgesehen.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 32

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo zusammen,

    also eure Beiträge sagen schon viel aus, obwohl ich mich nicht auf alles konzentrieren konnte.

    Vielleicht darf ich meine Erfahrungen zu diesem Thema mitteilen. Ich habe ein Jahr mit 2 Bordis erlebt. Ich nenne sie liebevoll Bordis, weil ich die ganzen negativen Seiten miterlebt habe.

    Viele Gedanken von Bordis und ADHSlern sind wohl gleich. Ich sage extra viele, weil ich hinterher nicht hören möchte, dass ich alle über einen Kamm schere. Und auch deshalb, weil mit Borderline auch ganz viele Folge- bzw. Vorerkrankungen einhergehen. Es ist wie bei ADHS, wenn es nicht diagnostiziert wird im Kindesalter, sondern erst, wenn man erwachsen ist, können eben diese Erkrankungen, wie z.B. Depression folgen. Und ich rede von den 2 Bordis, mit denen ich meine Zeit verbracht habe, denn nur über die und den Erfahrungen von ihnen selbst, bzw. meinen eigenen Erfahrungen kann ich sprechen. Festgestellt habe ich jedefjalls, dass Bordis ähnlich ticken, ähnliche Gedanken haben, ähnliche "Nebenerkrankungen" wie wir als ADHSler auch haben, haben.

    Wir haben 1 Jahr lang zusammen Skillstraining gemacht. Eigentlich ist das nur für Borderliner gemacht worden. Aber wir ADHSler profitieren genauso.

    Ich glaube , da ADHS ja auf eine Stoffwechselstörung zurückzuführen ist, und Borderline einen bestimmten Auslöser braucht, dass das der Unterschied ist. Und ich glaube, dass man als Bordi eine noch extremere Grundanspannung hat, die sich vielleicht deswegen in der Selbstverletzung entlädt. Wobei wir als ADHSler eben dies nicht tun.

    Ich bin kein Arzt, habe nicht Psychologie studiert und möchte hier in diesem Forum niemandem auf die Füße treten oder verletzten. Deswegen möchte ich, dass meine Äußerungen mit Vorsicht genossen werden. Und ich sage nochmal. Das sind meine Erfahrungen.

    Ich hoffe, dass überhaupt jemand dieses Kauderwelsch versteht.
    Und dass mir jemand antwortet.
    Was sagt ihr dazu?

    Liebe Grüße Kathrin

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