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Diskutiere im Thema ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #61
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Chaosweib,

    ich nehme Concerta 54mg.
    Nach acht Stunden nach der Einnahme, ist bei mir der Wirkstoff leider alle.

    Ich merke Unterschiede bei mir:

    unter MPH kann ich Stressfaktoren besser einordnen. Das stabilisiert mich.
    Ich vertrage auch mehr, kriege nicht ab einem Mückenschiss die Krise.

    Und ich schaffe es, die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, auch irgendwie zu Ende zu bringen.

    Das Schlimmste aber, ohne MPH ist, dass die innere Sicherheit, die Stabilität zu wanken beginnt.

    Ich weiss nicht, ob das einfach stark ausgeprägte ADHS-Symptome sind oder eben noch Teil der Borderlinestörung sind.

    Eines ist aber sicher, MPH nimmt der Borderlinestörung bei mir ganz klar den Wind aus den Segeln.

    Aber auch die mehr oder weniger turbulenten Abendstunden lassen mich nicht mehr an den Punkt zurückfallen, an dem ich in der Hochblüte der BL-Störung war.

    Manchmal träume ich von einem MPH-Präparat, das einen zuverlässigen Spiegel während mindestens 12-16 Stunden aufbaut.

    Das gibt es leider nicht. So versuche ich an mir zu arbeiten und mich so gut als möglich in der Balance zu halten.

    LG Nicci

  2. #62
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Nicci schreibt:
    unter MPH kann ich Stressfaktoren besser einordnen. Das stabilisiert mich.
    Ich vertrage auch mehr, kriege nicht ab einem Mückenschiss die Krise.

    Und ich schaffe es, die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, auch irgendwie zu Ende zu bringen.

    Das Schlimmste aber, ohne MPH ist, dass die innere Sicherheit, die Stabilität zu wanken beginnt.
    So geht es mir auch. Ich nehme zwar kein MPH, sondern Elontril und habe davon diese innere Ruhe und Stabilität.
    Beim Elontril habe ich diese 12 h Wirkung bzw. ich merke kein Abflauten, die Wirkung ist bei mir immer konstant vorhanden. Die einzige Ausnahme sind die Tage vor den Tagen, da ist irgendwie alles anders.

    Bei mir ist es so, dass ich nicht mehr so schnell genervt bin, ich werde nicht gleich panisch, wenn ich einen Fehler gemacht habe oder man was unvorhergesehenes von mir will.
    Ich kann die Dinge besser einordnen und verabeiten und muss nicht gleich übertrieben reagieren. Ich kann die Situation und meine Reaktion besser abschätzen und steuern.

    Kann es sein, dass das der Unterschied zwischen ADHS und Borderline ist?

    Jemand mit Borderline kommt mit sich und seinen Gefühlen nicht so klar. Das Ganze spielt sich also im Borderliner selber ab.

    Ein ADHSler kommt mit seiner Umgebung nicht klar. Er kann Außenreize nicht gut filtern, kriegt alles mit, kann es nicht sortieren, nicht einordnen und ist dadurch schnell überfordert.
    Das Ganze spielt sich nicht im ADHSler direkt ab, sondern er reagiert "nur" auf die vielfältigen Reize in seiner Umgebung.

    Daher sollte ein Borderliner in einer Therapie lernen mit sich selber besser klar zu kommen und sich selber und die eigenen Bedürfnisse zu spüren und wahrzunehmen. Soweit ich das gelesen habe (ich habe selber keine Erfahrung mit einer Borderline-Therapie) geht es darum, zu lernen Situationen auszuhalten, ohne sich zu verletzen oder ähnliches und eben die Gefühle, die dahinter stecken zu erkennen. Vereinfacht ausgedrückt.

    Jemand mit ADHS spürt wohl seine eigenen Bedürfnisse auch nur sehr schlecht, weil er ständig mit Außenreizen konfrontiert wird. Aber irgendwann brechen die aus ihm raus.
    Wenn man dann einem ADHSler sagt, dass er in einer solchen Situation in sich reinhorchen soll, dann ist das meiner Meinung nach eher kontraproduktiv, weil der ADHSler schon mit den Außenreizen vollkommen überfordert ist und er in einer solchen Situation nur sehr schwer den Fokus auf etwas Bestimmtes richten kann.
    Daher ist es für den ADHSler sinnvoller, die Situation erstmal zu verlassen bzw. irgendwie Abstand zu gewinnen. Und erst dann hat der ADHSler die nötige Ruhe um in sich reinzuhorchen. Und erst dann kann er die Situation einordnen.

    Die Symptome sind bei beiden Erkankungen ähnlich bzw. gleich. Aber das, was zu diesen Symptomen geführt hat, ist unterschiedlich.
    Beim Borderliner ist des Überforderung mit den eigenen Gefühlen umzugehen und sie wahrzunehmen, beim ADHSler ist es die Überforderung durch die Außenreize und die daraus resultierende mangelnde Selbstwahrnehmung.

    MPH oder andere ADHS-Medikamente vermindern die Überforderung durch die Außenreize. Dadurch verbessert sich die Selbstwahrnehmung bzw. kann man dann den Fokus auf die "wichtigen" Dinge richten. Die Medikamente wirken wie ein Filter. Und so dringt nur das Wichtige zu uns vor und wir sind nicht mehr so überfordert.

    So kann ich mir das erklären. Ob das so stimmt, weiß ich nicht.

  3. #63
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Fliegenpilz,

    hey, du hast das super erklärt .

    Das könnte hinkommen.

    LG Nicci

  4. #64
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    WAAAAAAAAAAAAAS? Du hast 100 € dafür gezahlt das man Dich testet?

    Ich war in der Nußbaumstr. in München (uniklinik) Dort hat man mich vier Stunden lang auf Krankenkassenkosten getestet. Ich habe dann die Diagnose erhalten und sollte eigentlich bei Studien mit machen aber dafür hatte ich damals bei zwei ADHS Kids einfach keine Zeit...

    Zu den so toll abgeschnittenen Tests muss ich sagen, dass ADHSler, wie Du schon sagst, hyperfokussieren wenn sie sich für was interessieren. Außerdem sind sie stellenweise hochbegabt.

    Einstein soll zum beispiel ein ADHSler gewesen sein... :-) Gott... sind wir alle intelligent ;-)

    Die Ärzte sind sich eigentlich inzwischen darüber einig das es sehr schwierig ist die Symptome der beiden "Erkrankungen" (BL und ADHS) voneinander zu trennen.

    Ich hatte damals als ich das erste mal diese Diagnose BL bekam schon den Eindruck das man in diese Diagnose einfach Leute rein steckt für die man sonst keine Erklärung hat...

    Klar Ärzte sitzen am längeren Hebel, aber ganz ehrlich... sie mögen wohl studiert haben, aber einen Scanner für die Seele haben sie, meines Erachtens, noch nicht und somit gehen sie nach Schema F vor, und gehen ihren Kriterien nach.

    Ich empfinde das irgendwie wie beim Tarotkarten legen... da gibts auch immer nur ein und die selben Karten für ALLE und irgendwie passen Sie alle in jedes Leben... man muss nur wissen wie man sie dort hinein interpretiert... oder?

    Dein letzter Abschnitt zb... passt ja mal so garnicht zu einem Borderliner...

    Also... mit der Diagnose werden wir wohl alle Leben müssen, denn wie gesagt, sitzen die Herrschaften am längeren Hebel, aber danach richten, und sie annehmen müssen wir noch lange nicht.
    Ich für meinen Teil sage nie etwas von dieser Diagnose und lasse sich jedem selbst ein Bild machen.

    Meine jetzige Therapeutin hat dann von der Klinik in der ich war den Bericht bekommen und gemeint das diese Diagnose ja mal sowas von an den Haaren herbei gezogen ist... ICH LIEBE SIE :-)

    Ich wünsch Dir alles Liebe ;-),

  5. #65
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 125

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo liebe Foris

    ich bin neu hier (und werde mich auch in kürze noch ausfürlicher vorstellen). über die Suchmaschine zum Thema ADHS &/oder Borderline bin ich nun hier gelandet.
    ich danke mal allen die hier so umfangreich geschrieben haben, ich habe mich in so vielem wiedererkannt.
    auch diese hin & her von wegen BL, Depression, Bipolar, blabla, Jahrelang, bis letztes Jahr mein Arzt mir ins Gesicht klatschte, ich sei höchstwahrscheinlich ADS'lerin. hm. ich hab mich im Internet versucht schlau zu machen.

    bis jetzt habe ich das Gefühl, es schliesst sich nicht aus an beidem zu leiden. oder vielleicht eine unerkannte ADHS zu einem Boderlein-ähnlichen-Verhalten führt?

    Bei mir z.B.:
    Innere Unruhe, Unsicherheit, Gereiztheit, Agressivität etc.; kommt das jetzt, weil ich grundsätzlich nicht mit mir klar komme, oder weil einfach alles ungefiltert auf mich einprasselt, dass ich gar nicht mehr weiss wo ich stehe?

    Selbstverletzung:
    (zum Glück nur gaaanz selten) kommt bei mir vor, als Ausweichmanöver, dass ich nicht Wände, Türen einschlage oder teure Gegenstände herumschleudere.
    ist das jetzt BL oder ADHS?

    kurz zu sagen, ich bin noch in letzter Abklärung, beziehungsweise bestätigung der ADS/ADHS...

    auf Medis gegenteilig reagieren.
    Schmerzmedikamente müssen bei mir extrem hoch dosiert werden, dass sie überhaupt nützen, wenn sie denn nützen... andere Medis hauen mich bei minimaler dosis um.
    seit Juli/August diesem Jahr nehme ich Ritalin,,, und siehe da, ich werde die Ruhe selbst. keine Agressivität mehr & ich habe auch das Gefühl, dass ich die Aussenreize besser ertrage. Die ganze Geräusche, Gerüche nerven mich nicht mehr so stark.
    ? hat Ritalin für Borderliner dieselbe Wirkung?

    nun, hoffe, ich hab euch nicht gelangweilt.

    LG W.Nuss

  6. #66
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo zäme,

    schaut mal da:

    AD(H)S Selbsthilfe Münster - Fehldiagnosen

    h
    ier der Auszug daraus:
    "Borderline (BPS) – Vierte Täuschung

    Viele Symptome der AD(H)S und des Emotional Instabilen/Borderline Typus sind zum verwechseln ähnlich. Vereinfacht lässt sich sagen, dass die eigentlichen Unterschiede in den Bereichen „Objektkonstanz“ (Schwarz-Weiß-Denken) und der Nähe-Distanzregulation liegen (BPS können nicht alleine sein). Zahlen sprechen dafür, dass ca. 50 % aller diagnostizierten Borderliner eigentlich eine AD(H)S als Grundstörung oder sogar „nur“ eine AD(H)S haben.
    Dramatische Zahlen. Aus der Selbsthilfe habe ich mehrere – meist Frauen – kennen gelernt, die auf BPS diagnostiziert urden und erst nach jahrzenterlanger scheiternder und zermürbender Behandlung – die in einigen Fällen zur Frühberentung führte, auf ihre AD(H)S diagnostiziert wurden. Eine darauf folgende Behandlung mit Methylphenidat/Amphetaminen sorgte in vielen Fällen zur enormen Erleichterung, und zu einem schwierigen Kampf, die vorige Berentung wieder aufzuheben."


    Das trifft es recht gut, finde ich.

    LG Nicci


  7. #67
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo zusammen,

    bin seit heute neu hier im Forum und freue mich schon darauf neues zu erfahren, Erfahrungen zu teilen und vielleicht auch mit meinen Erfahrungen anderen beistehen zu können.


    Nicci schreibt:

    Zahlen sprechen dafür, dass ca. 50 % aller diagnostizierten Borderliner eigentlich eine AD(H)S als Grundstörung oder sogar „nur“ eine AD(H)S haben.
    Das kann ich aus persönlicher Erfahrung absolut bestätigen.

    Als ich 14 Jahre alt war, wurde ich von unserem Schulpädagogen zu einem Kinder- und Jugendpsychiater geschickt.
    Der teilte meinen Eltern mit das ich Borderline hätte.

    Ein halbes Jahr später sollte ich sogar in eine geschlossene Jugendpsychiatrie eingewiesen werden.

    Nur meiner Mutter, die für mich gekämpft hat, habe ich es zu verdanken, das mir das erspart blieb.

    Mit 16 wurde dann ADHS (bzw. ADS ist nicht so eindeutig diagnostiziert) festgestellt.

    Meine Mutter hat mich zuerst nur mit Coffein-Tabletten behandelt, inzwischen nehm ich MPH und seitdem komm ich mal besser mal schlechter klar.

    Aber Borderline habe und hatte ich definitiv nie. Das haben inzwischen viele andere Ärzte bestätigt.

    Liebe Grüße

    Mia

  8. #68
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    @ Nicci: Danke für den Link. Die Seite ist echt klasse.

    In dem Buch "Lass mich - doch verlass mich nicht" von Cordula Neuhaus steht, dass ADHS die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist. (Die genaue Seite muss ich noch nachschlagen.)
    Das Buch finde ich sehr gut, nur dieser Satz stimmt für mich nicht. Ja, ADHSler sind emotional instabil. Aber ich denke, dass nicht unsere Persönlichkeit gestört ist, sondern unsere Wahrnehmung und dass daraus das instabile resultiert.
    Bei mir ist es z.B. so, wenn ich bei einer Veranstaltung im Orga-Team bin und es am Tag der Veranstaltung super stressig ist, dann bin ich die Ruhe und Ausgeglichenheit in Person. Da ist dann keinerlei Instabilität zu erkennen. Manch andere aus dem Orga-Team rasten da schonmal aus.
    Wenn ich aber auf die gleiche Veranstaltung nur als Besucher gehe, dann kommt es schon eher vor, dass ich total überfordert bin und dann daher ausraste.
    Wenn meine Persönlichkeit gestört wäre, dann würde ich ja immer ausrasten, wenns stressig wird, oder?

    Ach, das ist alles so kompliziert und auch so schwer zu erklären.


    Komischerweise verstehe ich beim Lesen über diverse Komorbiditäten meine Ärztin und meine Ex-Therapeutin immer besser. Jetzt wird mir klar, warum die so behandeln und therapieren wie sie es machen. Das passt perfekt für Boderliner, Depressive und Andere.
    Und mir wird langsam auch klar, wie sehr anders ich bin.

    Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, beim nächsten Arzttermin meiner Ärztin einfach zu sagen, dass ich mal nur reden möchte und dass sie mir einfach nur zuhören soll. Dann kann ich ihr vielleicht begreiflich machen, was in meinem Gehirn und in meiner Psyche vorgeht. Nur wenn sie das weiß, dann bringt das ganze was. Sonst reden wir noch jahrelang aneinander vorbei.

  9. #69
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Fliegenpilz,

    Danke für den Link. Die Seite ist echt klasse.
    Gerngeschehen. Ich habe auch das Gefühl, dass die sich dort mit der Materie ADHS sehr gut auskennen.
    Die haben noch andere Beiträge, zB. ein Referat, das über Sexualität bei ADHS handelt. Es werde dabei aber auch Punkte angeschnitten, die generell typisch für unsere Sorte sind.
    Einfach köstlich.

    dass ADHS die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist.
    Ups, wie kommen die denn darauf.
    Die Borderlinediagnose heisst eingentlich ausgeschrieben: Emotionale instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetypus.
    Also ist wohl der Ausdruck Persönlichkeitsstörung ein grosser Oberbegriff unter den so manches eingereiht werden kann.

    Aber ich denke, dass nicht unsere Persönlichkeit gestört ist, sondern unsere Wahrnehmung und dass daraus das instabile resultiert.
    Hey, sehr gut beobachtet! Das kann ich nur bestätigen.

    Dann kann ich ihr vielleicht begreiflich machen, was in meinem Gehirn und in meiner Psyche vorgeht
    Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass dir das gelingt.

    LG Nicci

  10. #70
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Strup schreibt:
    Ich kämpf grad wieder mit mittelprächtigen Depris. Aber die Stimmung wechselt dauernd, ich kann gar nicht sagen, ob ich mich gut oder schlecht fühle. Am Ehesten fühle ich nichts und provoziere Reaktionen um was spüren zu können. Ich bin aber kein Held im Einstecken: ein negatives Feedback haut mich gleich um und gibt mir Anlass, mich wirklich schlecht zu fühlen. Es ist, wie wenn ich wollte, dass andere Leute sauer auf mich sind und mir die Bestätigung geben, dass ich schlecht sei. Ich kämpfe gegen mich an. Dieses Theater ist megapeinlich. Ich bin gleichzeitig traurig und müde und wütend (auf mich) und frustriert (weil die Andern so böse zu mir sind) und fühl mich leer (weil ich so sinnlos bin) und bin fürchterlich zappelig (vermutlich weil ich dringend was tun müsste) und ich hab Angst, dass man mir ansieht, wie schlecht es mir geht. Das Gute am Gurt war, dass ich damit eine Grenze gefunden hatte, bei der man nicht darum herum kommt, sie zu akzeptieren. Einer von den Pflegern hat gesagt, das sei die einzige Sprache die ich in dem Zustand verstanden hätte. Mich selber verletzt habe ich noch nicht. Aber die Logik, die hinter dem SVV steckt überzeugt mich schon: Es wäre so viel einfacher, eine äusserliche Verletzung zu haben. Ist eine gefährliche Überlegung.
    Für mich liest sich das eher wie ADHS. Die Stimmungsschwankungen ohne dass man genau sagen kann, warum man jetzt so drauf ist, wie man eben drauf ist.

    Dass ich gewisse Reaktionen provoziere, war mir gar nicht bewusst, bis ich einen meiner Freunde mal darauf angesprochen habe, warum er denn immer so gemein zu mir ist. Er meinte, dass er den Eindruck hat, dass ich diese Reibung, diese kleinen Streiterein brauche. Ihm war aber nicht bewusst, dass ich das nicht absichtlich mache und dass es mich so sehr verletzt.
    Es scheint wohl so zu sein, dass ADHSler diese Streitereien brauchen, weil dabei im Gehirn die fehlenden Stoffe angekurbelt werden. Oder so ähnlich. Ich bin eine Null in Bio und Chemie...
    Vereinfacht ausgedrückt heißt dass, dass es uns gut geht, wenn wir uns streiten. Also unserer Biochemie gehts gut dabei. Unserer Psyche wohl eher nicht.

    Die Experten können das besser ausdrücken:

    Häufig besteht dabei zusätzlich eine Intoleranz für Langeweile oder Situationen ohne Anreizcharakter. Dies erleben ADHS-Patienten entweder als starke innere Unruhe, Stimmungseinbruch oder aber als Drang durch impulsive Handlungen oder Bewegung eine Änderung des Zustandes herbeizuführen - notfalls auch durch Provokation oder selbstschädigende Verhaltensweisen. Sie werden leicht unruhig, zappelig, unkonzentriert, sind innerlich und äußerlich ständig auf dem Sprung, suchen den »Kick«, das Interessante, das Spannungsgeladene oder den Streit. Indem diese Menschen sich in diese für sie anregenden Situationen begeben und sich mental (z.B. Geschwisterrivalität, Eifersucht, Streit) bzw. physisch (z.B. exzessiver Sport, Drogen, autoaggressives Verhalten) stimulieren, bewirken sie, dass durch diese Außenstimulation eine neuronale Aktivierung des Gehirns erfolgt und damit der für sie stark belastende innerliche Druck- bzw. Unruhezustand zumindest kurzzeitig beendet wird.
    Quelle: Klinik Lüneburger Heide


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