Seite 5 von 9 Erste 123456789 Letzte
Zeige Ergebnis 41 bis 50 von 90

Diskutiere im Thema ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #41
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 248

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Laazelar,
    das scheint mir alles gut beobachtet allerdings würde ich eine Zuordnung der Beobachtungen zu der einen oder anderen Störung nicht unterschreiben und zwar aus folgenden Gründen.

    1) die Störungsbilder sind nur "Kategorien" sie repräsentieren nicht die einzelne Person und deren individuelle Ausprägung des Störungsbildes samt ihrer Abweichungen davon.

    2) da es kaum Adhsler ohne comorbide Störungen geben dürfte gibt es auch keine eingegrenzte Symptomatik wo man klar das Störungsbild zweifelsfrei den Ursachen zuschreiben kann.

    Zudem kenne ich ich Adhsler die a) nachtragend sind
    b)nicht verzeihen können/wollen
    c)sich seeeeeehr intensiv freuen und extrem trauern
    d)andere manipulieren( davon kenne ich ganz viele including me deshalb schreibe ich ja diesen Text)
    e)misstrauisch extrem selbstzerstörierisch extrem

    Nach deinen Vermutungen bin ich auf jedenfall falsch diagnostiziert( ich wäre also Borderliner).

    Deine Differenzierungsversuche finde ich sehr gut und ich freue mich dass es Menschen wie Dich gibt die Beobachtungen die sie machen zu interpretieren.
    Ich gebe zu bedenken dass man für Adhs von einem genetischen und somit vererbbaren Problem ausgeht. Dies gilt auch für andere Krankheiten wie Depressionen oder Bipolaren Störungen.
    Adhs hat man also seit seiner Geburt( ein wichtiges Kriterium bei der Diagnose). Auch bei Borderlinestörungen wird eine genetische Disposition( Neigung) angenommen welche den Ausbruch der Krankheit mit begunstigen.
    Ich persönlich glaube das alles möglich ist und gerade im Bereich der Impulsivität zu vorschnell diagnostiziert wird. mehrere Diagnosen in Bezug auf den Menschen sind da sicher hilfreich.

    Wir wissen halt noch sehr wenig und es mus noch viel auf wissenschaftlich sauberem Design geforsch werden um unsere Vermutungen zu verfeinern.

    Ich danke Dir füre Deinen Beitrag.

    lg Atta

  2. #42
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Attamatajosa, hallo Laazelar,

    Ich fand die Auflistung der Unterschiede von Laazelar sehr gut.

    Bei mir wurde ja vor der ADHS-Diagnose eine BL-Störung diagnostiziert, allerdings habe ich schon immer gemerkt, dass ich mich in gewissen Punkten von den anderen Borderlinern unterschieden hatte.

    Eben, zB. war ich nie nachtragend, habe auch nicht manipuliert, ausser in Krisen, in denen es mir wirklich verschissen ging. Dann hatte ich nichts mehr unter Kontrolle.

    Und was bei mir ganz speziell ist. Ich habe einen Gerechtigkeitssinn, für den ich einstehe.
    Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, andere zu mobben, eher habe ich mich für Benachteiligte eingesetzt und habe damit riskiert, selber unter die Räder zu kommen

    Bei mir war auch die BL-Diagnose nachträglich auch eine Falschdiagnose, oder eben eine Störung, die sich auf das unbehandelte ADHS raufgepfropft hat.

    Ich finde die Diskussion hier sehr interessant und habe mich sehr über die fundierten Beiträge gefreut

    LG Nicci

  3. #43
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Witzig über das thema habe ich mich gestern mit zwei Mitpatienten unterhalten.
    Ich bin im Moment einer Klinik und ich bin auf der Boderline Station, da ich beide Diagnosen (seit neustem) habe. Man merkt unterschiede aber noch kann ich sie sehr schwer benennen. Ich habe Morgen ein Gepräch mit dem Oberarzt der Station der auch ADHS Spezialist ist, es geht dann um Medikamente aber eben auch um das Thema ADHS und inwiefern ich hier noch mehr therapien machen kann die mir auch dahingehend helfen. Aber an sich denke ich, dass die Therapieformen sich ähnlich sind. Ich habe hier Achtsamkeitstherapie was auch bei ADHS´lern angewand wird. Skillstraining, Ergotherapie und viele andere Sachen die bei beiden Diagnosen angewendet werden (je nach Symptomatik natürlich). Ich fühle mich hier richtig und gut aufgehoben vor allem weil beide Diagnosen sehr ernst genommen werden. Meine Therapeutin sagte aber auch zu mir, dass sie nicht ausschließt, dass eine umbehandelte ADHS Erkrankung oft im laufe der Zeit zu Borderline führen kann oder zumindest Boderline symptomatiken auftreten. Also anscheinend ist das wirklich ein Feld wo sich einfach viel vermischt, aber ich finde es gut, dass hier auch ganz klare Unterschiede gemacht werden und beides behandelt wird.

    LG

    Rose

  4. #44
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    So ich hatte ja gesagt ich melde mich nochmal und das tu ich nun !

    Also bei mir sind nun beide Diagnosen voll bestätigt. ADHS seit der Kindheit, Borderline seit der Jugendzeit. Der größte Unterschied zwischen den zwei paar Schuhn ist wohl, dass ADHS eine genetische Sache ist und ja wirklich "eine störung im Kopf (dopaminstörung)"(also rein medizinisch gesehn) und Borderline ist erworben (meist in Kinder und/oder Jugendzeit). Wenn wie bei mir, beides zusammen trifft verstärkt sich oft das eine durch das andere und viele Komorbiditäten ähneln sich wirklich stark. Ich habe mich nun viel damit auseinandergesetzt und nehme beides an und muss lernen damit zu leben und umzugehen. Durch Medikamente kann natürlich einiges einfacher werden, aber Verhaltenstherapie ist finde ich am wichtigsten.

    LG

    Rose

  5. #45
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 275

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Dass ich ein "Bordie" sei (bin ich nicht) hat mir damals eine Kollegin an den Kopf geworfen, die anscheinend selber diese Diagnose hat.
    Es ging darum, dass ich nie was negatives vergesse und mich länger als nötig in den schlechten Gefühlen wälze, wenn ich verletzt worden bin oder einen Verlust erlitten habe (aber das geht doch normalen Leuten auch so!).
    Es ging darum, dass ich ständig gegen mich kämpfe und mich selber unter Druck setze und mir was antue um den Duck abzubauen (aber ich tu mir nichts an, das hab ich noch unter Kontrolle).
    Es ging darum, dass ich andere manipuliere (aber doch nicht in dem ich damit drohe mir oder sonst jemandem was anzutun)

    Das alles hat für mich nicht sehr überzeugend geklungen.

    Aber dann wurde mir in der Thera erklärt, dass man als ADHSler zum Bordie werden könnte, wenn ADHS unbehandelt bleibt und die Situation immer schwieriger wird. Und ganz fies kam was wie das: Bei dieser Persönlichkeitsstörung sei es oft typisch, dass der Betroffene selber davon überzeugt ist, nicht betroffen zu sein.
    Also kann ich selber nicht mitreden. Nur vielleicht wäre interessant zu hören welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit man in die eine oder andere Schablone passt. Dieses Wissen könnte ja hilfreich sein, wenn man dazu beitragen möchte, dass die Entwicklung vom ADHSmensch zum Bordimensch wenigstens etwas hinausgezögert werden kann. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, etwas zu machen, damit die Geschichte einen anderen Verlauf nimmt.

  6. #46
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Ich werde mir zu gegebener Zeit mal Alex Einverständnis einholen ob ich hier etwas dazu veröffentlichen darf was ich von meiner Therapeutin bekommen habe. Darin werden die Unterschiede ziemlich deutlich und es werden ganz KLARE Punkte aufgezählt von denen mindestens 5 zutreffen müssen um ÜBERHAUPT an eine Borderline Persöhnlichkeitsstörung zu DENKEN, denn ich fürchte viele ADHS´ler werden falscher weise mit dieser Diagnose belegt und bei anderen ist es wiederum so, dass alles aufs ADHS abgewälzt wird. Ich denke das wäre in so einem Thema nicht Regelbrechend sowas mal hier festzuhalten, aber ich muss erstmal Kraft sammeln und das dann erst mit Alex klären ob das in Ordnung ist.
    Ich denke dieses "unbehandeltes ADHS kann zu Borderline führen" ist eine ganz gefährliche Aussage, weil das einfach nicht zu pauschalisieren ist!

    LG

    Rose

  7. #47
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Nicci,

    ich habe auch beide Diagnosen.

    BL soll ja eine häufige Komorbidität zu ADHS sein.

    Ich denke das sich BL (wenn man es denn nun wirklich hätte) einfach auf das ADHS setzt, was ja nun wirklich nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt wieviel Frustration, Ablehnung und Probleme sich einem ADHSler im Laufe seines Lebens in den Weg stellen.

    Ob die "Beschwerden" die man hat nun hat von dem einen oder dem anderen herrühren, weiß man nicht. Aber ich denke das das alles sehr schwammig ineinander übergeht.

    Aber im Grunde ist das auch egal... denn trotz Ritalin und co. fühlt man sich hin und wieder einfach scheiße... ADHSler haben nun mal nicht viel Selbstwertgefühl geschweige denn Selbstvertrauen.

    Woher sollte das auch kommen? Ich denke man braucht ein wirklich perfektes Umfeld als Kind um das trotz ADHS und den dazugehörigen Misserfolgen, Enttäuschungen, und Frustrationen zu entwickeln.

    Glückwunsch an die, die es haben... :-)

    LG

  8. #48
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Chaosweib,

    bei mir ist es so, dass ich während der Wirkung von MPH auch die BL-Symptome los bin, wenn MPH am Abend aber nicht mehr wirkt, kommen die Spannungen und die Instabilität zurück.

    Wird man die BL-Symptome überhaupt mal los, oder sind die so in einem verankert, dass man die das Leben lang mit sich rumträgt?

    Nun ja, meine Familienverhältnisse waren alles andere als stabil, deshalb und noch aus anderen Gründen hat sich bei mir wohl noch eine BL-Störung herausgebildet.

    LG Nicci

  9. #49
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Hallo Rose,

    die Kriterien für Borderline kenne ich in und auswendig .

    Ich habe ja die ADHS Diagnose zusätzlich zur BL-Diagnose bekommen.

    Der Spezialist bestätigte bei mir beide Diagnosen.

    Er sagte aber auch, dass die Unterscheidung von Borderline extrem schwierig ist, und sich selbst Fachleute darin uneinig sind.

    Er sagt, es gäbe ein einziges Unterscheidungskriterium der momentanen Symptome, und das sei die chronische Suicidalität bei Borderline, die bei ADHS nicht vorhanden ist.
    Suicidale Krisen können auch bei ADHS vorkommen, aber sie werden nicht chronisch.

    Und er sagte noch was Treffendes sinnblidliches:
    Bei nem Kind, das Läuse hat, schaut niemand, ob es noch Flöhe hat.

    Ich finde, diese Redewendung trifft die Sache von Borderline und einem zusätzlichen ADHS ganz treffend.

    LG Nicci

  10. #50
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede?

    Ich frage mich, ob die Unterscheidung zwischen Borderline und ADHS so wichtig ist?
    Klar, es ist schon wichtig, ob Jemand "nur" Borderline oder "nur" ADHS hat.
    Allerdings kann es trotzdem immer noch gut sein, dass ein ADHSler, trotz negativer Borderline Diagnose, Borderline Züge aufweist.
    Genauso ist das aber auch bei allen anderen möglichen Komorbiditäten.

    Grundsätzlich denke ich, dass bei Vorliegen von ADHS der Therapeut eine sehr wichtige Rolle spielt. Die eigentliche Therapieform ist meiner Meinung nach erstmal zweitrangig.
    Dem Therapeuten sollte bewusst sein, dass die meisten ADHSler sehr eigenwillig sind. Und dass sie in aller Regel in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrungen mit Hilfe von außen gemacht haben. Dadurch haben sich viele ADHSler eine meterdicke Schutzwand zugelegt. In der Therapie kann es daher zu einer von außen aussehenden Therapieverweigerung kommen, die aber meistens keine generelle echte Verweigerung ist.
    Normalerweise würde man den Patienten mit diesem Verweigerungsverhalten konfrontieren, man würde ihm die Konsequenzen aufzeigen, etc. Doch das ist genau das, was jeer ADHSler sein Leben lang durchgemacht hat und daher dann erst Recht auf stur schaltet.
    Dieses Verhalten kann in jeder nur denkbaren Therapieform vorhanden sein. Es richtet sich nicht gegen die Therapie und auch nicht primär gegen den Therapeuten.
    Auch das Zu-spät-kommen kann normalerweise ein Indiz für eine Therapieverweigerung sein. Bei einem ADHSler ist das aber anders.

    Normalerweise holt man den Patienten ins Boot und paddelt dann los. Bei einem ADHSler muss man das Boot erstmal gemeinsam bauen, bevor man los paddeln kann. Und die Route sollte man am Besten auch gemeinsam festlegen.

    Bei der eigentlichen Therapie sollte der Therapeut mögliche Komorbiditäten im Auge behalten. Und nur im Gespräch mit dem Patienten kann der Therapeut herausfinden, was das konkrete Problem ist. Das muss man meiner Meinung nach nicht in Diagnose-Schubladen stecken, um es behandeln zu können.
    Darüber hinaus denke ich, dass es ganz wichtig für uns als Betroffene ist, dass wir uns genau fragen, warum wir uns so verhalten wie wir es tun. Also wir müssen das nicht in Diagnose-Schubladen stecken, sondern uns einfach fragen, ob unsere Reaktion der Situation angemessen ist. Und was wir gefühlt haben etc. Und dabei helfen uns die Medikamente, dass wir überhaupt erstmal soweit klar im Kopf sind, dass wir dieser Sache auf den Grund gehen können.

    Ich denke, sobald ADHS bei einem Patienten ins Spiel kommt, muss der Therapeut sehr individuell, einfühlsam und flexibel sein. Und er muss verstehen, dass bei ADHSlern vieles einfach anders ist. Und ich glaube, das ist die allergrößte Herausforderung für Therapeuten. Hier geht nix nach Lehrbuch, nix nach Schema F.

    Mir selber wurde übrigens auch gesagt, ich hätte zusätzlich zum ADHS noch eine Persönlichkeitsstörung, weil mein Beziehungsverhalten gestört ist und weil ADHS in den seltensten Fällen alleine auftritt. Welche das ist, hat man mir nicht gesagt (ich hab aber auch nicht gefragt). Ich denke mal, dass damit entweder eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung gemeint ist oder eben Borderline.
    Nunja, ich kann mich mit beidem nicht so wirklich identifizieren. Aber ich bin auch noch am Nachdenken und Analysieren etc.

Ähnliche Themen

  1. Borderline und ADHS / ADS: welche Unterschiede?
    Von Robin im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 2.09.2010, 23:06

Stichworte

Thema: ADHS und Borderline, was sind die Unterschiede? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum