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Diskutiere im Thema Wie fange ich an? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 4

    Wie fange ich an?

    Hallo, ich bin neu hier und denke, daß ich endlich soweit bin, daß ich den nächsten Schritt mache. Ich habe 2 Kinder mit ADS und ADHS und ich denke das haben sie von mir. Es wird mir immer bewusster, daß es so nicht weitergehen kann. Ich habe meine Depressionen weitesgehend im Griff und kann so damit leben. Aber ich stoße immer wieder auf große Hindernisse. Ich habe nun keine Arbeit mehr und bin wieder zu Hause und bekomme nichts auf die Reihe. Es geht schon los, Ordnung in der Wohnung zu halten bzw. erstmal zu schaffen. Und dann habe ich, wie so jeder andere auch, daß uns einfach mein Geld fehlt. Aber ich habe so einen Horror und fühle mich so versteinert, wenn es darum geht, zum Arbeitsamt zu gehen und mich nur mal arbeitslos zu melden. Die Gedanken z.B., die werden mich schimpfen, das ich nicht gleich gekommen bin, daß ich viel mehr arbeiten muß, als ich mit den Kindern kann, blockieren und hemmen mich total. Für meinen Mann sind diese Erklärungen eher lächerlich, weil er meint, das machen die nicht, bzw. das können die nicht machen. Aber ich würde mich am liebsten in einer Ecke verstecken und einfach weg sein, daß mich keiner mehr sieht. Aber das geht nicht. Das ist nur so ein kleiner Ausschnitt eines Tages. Meine Kinder bzw. meine Tochter nimmt mir die Luft zum Atmen und ist so impulsiv und herrisch, das ich oft verzweifle. Mein Sohn hat kein soziales Umfeld, weil keiner sein spielen versteht und er einfach kein Rabauke ist, wie die anderen. Mit meinen Mann wird es immer wieder so krass, daß ich am liebsten gehen würde, weil ich nicht weiter weiß. Er versteht nicht, wie man manche Dinge einfach nicht machen kann. Wenn ich unter Druck stehe, dann kann ich oftmals nichtmal die Spülmaschine ausräumen, weil ich nicht weiß wie ich anfangen soll. Ich bekomme den Hintern nicht hoch. Oder ich bekomme Panik, wenn Kinder in meine Wohnung kommen, obwohl sie mit meinen Kindern im Zimmer spielen. Dann würde ich am liebsten die Wohnung verlassen. Warum???
    So, jetzt kommt die große Frage, was bzw. wie kann ich anfangen, mein Leben in die richtigen Bahnen zu bekommen. Ich denke ich habe ADS. Ich habe viel gelesen und Informationen gesammelt, Verhaltensweisen erfahren. Aber wo kann ich das testen lassen? Bringt das was? Was kann man dann machen? Psychotherapie?
    Vielleicht kann mir jemand helfen und mir Tipps geben, was ich machen kann.
    Danke schonmal

  2. #2
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Wie fange ich an?

    Also. Willkommen erst einmal.
    Ich kenne das sehr gut und deine Geschichte könnte von mir sein (obgleich ich eine Mann bin)
    Mach dich hier vertraut und hier findest du viele Foren mit Hilfestellung auf deine Fragen.
    Ich habe im Netz nach einem geeigneten Therapeuten gesucht und habe am Dienstag meinen ersten Termin.
    Meine Frau hat Asperger und wir versuchen uns zu unterstützen.
    Am Anfang konnte sie auch nichts damit anfangen, wenn ich ihr erklärte, daß ich Das oder DAS! einfach nicht fertig bringe oder nicht KANN!
    Sie hat sich im Netz schlau gemacht und Fachbücher geordert, die jetzt auch mir helfen, die Dinge zu verstehen und etwas klarer zu sehen.
    Und last but not least gibt es zu aller erst hier das Forum.
    Sieh dich um...

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Wie fange ich an?

    Hallo Dragonfly,

    da gehts dir wie mir. Ich bin erst seit einpaar Tagen hier angemeldet und habe sogar in diesen wenigen Tagen bereits das wichtigste geschafft (meine Wohnung).
    Jetzt kanns nur aufwärts gehen.

    Die Menschen hier in diesem Forum haben mich allein durch ihre Anwesenheit, durch die lieben Kommentare und vor allem durch das Ausbleiben von Vorwürfen enorm unterstützt.
    Du wirst sehen, dass es dir auch so geht.

    Viele Grüße!

  4. #4
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Wie fange ich an?

    dragonfly schreibt:
    Hallo, ich bin neu hier und denke, daß ich endlich soweit bin, daß ich den nächsten Schritt mache. Ich habe 2 Kinder mit ADS und ADHS und ich denke das haben sie von mir. Es wird mir immer bewusster, daß es so nicht weitergehen kann. Ich habe meine Depressionen weitesgehend im Griff und kann so damit leben. Aber ich stoße immer wieder auf große Hindernisse. Ich habe nun keine Arbeit mehr und bin wieder zu Hause und bekomme nichts auf die Reihe. Es geht schon los, Ordnung in der Wohnung zu halten bzw. erstmal zu schaffen. Und dann habe ich, wie so jeder andere auch, daß uns einfach mein Geld fehlt. Aber ich habe so einen Horror und fühle mich so versteinert, wenn es darum geht, zum Arbeitsamt zu gehen und mich nur mal arbeitslos zu melden. Die Gedanken z.B., die werden mich schimpfen, das ich nicht gleich gekommen bin, daß ich viel mehr arbeiten muß, als ich mit den Kindern kann, blockieren und hemmen mich total. Für meinen Mann sind diese Erklärungen eher lächerlich, weil er meint, das machen die nicht, bzw. das können die nicht machen. Aber ich würde mich am liebsten in einer Ecke verstecken und einfach weg sein, daß mich keiner mehr sieht. Aber das geht nicht. Das ist nur so ein kleiner Ausschnitt eines Tages. Meine Kinder bzw. meine Tochter nimmt mir die Luft zum Atmen und ist so impulsiv und herrisch, das ich oft verzweifle. Mein Sohn hat kein soziales Umfeld, weil keiner sein spielen versteht und er einfach kein Rabauke ist, wie die anderen. Mit meinen Mann wird es immer wieder so krass, daß ich am liebsten gehen würde, weil ich nicht weiter weiß. Er versteht nicht, wie man manche Dinge einfach nicht machen kann. Wenn ich unter Druck stehe, dann kann ich oftmals nichtmal die Spülmaschine ausräumen, weil ich nicht weiß wie ich anfangen soll. Ich bekomme den Hintern nicht hoch. Oder ich bekomme Panik, wenn Kinder in meine Wohnung kommen, obwohl sie mit meinen Kindern im Zimmer spielen. Dann würde ich am liebsten die Wohnung verlassen. Warum???
    So, jetzt kommt die große Frage, was bzw. wie kann ich anfangen, mein Leben in die richtigen Bahnen zu bekommen. Ich denke ich habe ADS. Ich habe viel gelesen und Informationen gesammelt, Verhaltensweisen erfahren. Aber wo kann ich das testen lassen? Bringt das was? Was kann man dann machen? Psychotherapie?
    Vielleicht kann mir jemand helfen und mir Tipps geben, was ich machen kann.
    Danke schonmal
    Hallo dragonfly,

    lass dich erstmal ...

    ich kenne das auch alles, ehrlich!
    Das du dich nicht zum Arbeitsamt traust, wegen Angst vor Zurechtweisung... und dieses "vom worst case" ausgehen, was einen dann lähmt.

    Auch die Probleme im Haushalt und ganz besonders die mit den Kindern.... es kommt mir fast vor, dass ich das geschrieben hätte... mit ganz geringfügigen Abweichungen. Aber auch bei mir ist es meine Tochter die mich zur Verzweiflung bringt... sie ist zwar nicht herrisch aber fast wie arrogant.... sie lügt zB., manchmal ist es eigentlich völlig überflüssig, weil die Wahrheit keine Konsequenzen hätte... und sie macht Unerlaubtes IMMER wieder... als hätten wir nie davon gesprochen... und all sowas.....

    Meiner Erfahrung nach braucht es bei der Problembewältigung sowohl Medikamente ( denn als Mutter muss man nun mal JETZT funktionieren) und eine geeignete Therapie.

    Beides ist aber sehr individuell. Soll heißen, was mir hilft, muss dir noch lange nicht helfen und umgekehrt.

    Wo du einen Diagnostiker finden kannst, weiß ich nicht, bin aber sicher, wenn du in den Entsprechenden bereichen stöberst, wirst du fündig.
    Ausserdem... solte dich das Suchen überfordern, kannst du bestimmt von zB Sunshine wertvolle Tipps bekommen.. ( Ich sag das jetzt einfach mal so... hoffe es ist in Ordnung, Sunshine).

    Was ich besonders schlimm finde und was uns unterscheidet.... dass dein Mann so wenig versucht zu verstehen. Oder ich sag mal so, verstehen kann mein Mann es nicht, aber er hat es akzeptiert und begriffen... naja... das ich eben völlig anders ticke... du bräuchtest schnell eine Person, die dir einwenig Zuspruch geben kann.. eine Freundin oder so.. damit du nicht alleine da stehst, bist du professionelle Unterstützung bekommst.
    Wie alt ist deine Tochter eigentlich? Kannst du vllt. mal offen mit ihr reden, was dich so fertig macht ohne ihr Vorwürfe zu machen.....könnte ja auch eine kleine Erleichterung sein?


    Halt durch.... es ist nie zu spät

    L.G.
    happypill

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Wie fange ich an?

    Hallo happypill, also erstmal daaaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnnn nnnnnnnnnkkkkkkkkkkkkkkkkkkkee eeeeeeeeeeeeee!
    Tja, habe momentan nicht viel Zeit weil meine beiden gleich von der Schule kommen. Meine Tochter ist 7 Jahre alt. Eigentlich ist sie nett und auch sehr selbständig, aber dann ist es wieder so, daß sie mich beleidigt, anlügt, ausziehen will, motzt ... und meist geht es schon sehr an die Grenze. Es kommen mir Deine Beispiele sehr bekannt vor. Es ist einfach anstrengend und dann ist es einfach so, daß sie die ganze Zeit redet. Es kommt immer irgendwas aus ihrem Mund, daß ich mich erwische, daß ich vergesse Luft zu holen. Und das kostet soviel Kraft immer dagegen anzugehen. Ich habe es schon mit ignorieren versucht, aber dann erzählt sie es immer wieder, bis man dann was sagt. Manchmal schaffe ich es, einfach Schluß!! zu sagen, aber meist gibt es dann wieder Diskussionen, daß ich sie nicht mag und sie ignoriere etc.
    Mein Sohn ist 8 Jahre und ist wie ich. Bei ihm schaue ich in den Spiegel und wir kommen auch gut klar. Leider hat er keine sozialen Kontakte und das tut mir sehr weh. Er ist so ein netter Kerl, aber einfach mit bzw. wegen dem ADS anders. Er ist Forscher und Träumer, Stratege und Tierfreund. Und wir wohnen hier auf einem Dorf, in dem ganz spezielle Riten herrschen. Wir wohnen nun schon seit 9 Jahren hier, aber man findet sehr schwer Kontakte. Ich bin ja immer froh wenn ich alleine sein kann, aber wegen der Kinder versuche ich was möglich ist, das wir Kontakte haben. Aber viel helfen tut das nicht.
    Ich denke das mein Mann einfach nicht versteht, bzw. verstehen will - kann. Manchmal versteht er, und manchmal geht es sowas von in die Hose. Aber er ging damals nicht zum Angehörigentreffen wegen meinen Depressionen, soziale Phobie und Panikattaken und so wird er jetzt wieder nichts tun. Es muß wahrscheinlich erstmal was schlimmes bzw. einfach der AHA Effekt kommen, das er versucht zu verstehen. (Noch gegensätzlicher gehts glaub ich nicht ;o))
    Also, jetzt werde ich erstmal die Kinder empfangen und dann haben wir noch Ergo für meine Tochter und dann sehe ich weiter. Ich werde mich dann hier mal einlesen und weitersehen.
    Liebe Grüße dragonfly

  6. #6
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Wie fange ich an?

    Hallo dragonfly ( bei deinem Nick muss ich immer an so ne Zeichentricklibelle denken die ständig einen Kranich verar...t hat, weiß aber nicht mehr aus welchem Comic das war)

    Kinderthemen sind hier ja nicht so gern gesehen *Hüstel*.... aber es geht ja erstrangig um die eigene Problematik, die sich nur in dem Muttersein widerspiegelt.


    Auch bei mir ist mein Sohn ( 10J.) eher so gestrickt wie ich. Das zeigt sich mir nicht nur in seinem Aussehen, sondern auch in seinen Verhaltensweisen. Er hat, wie ich, eine große Unsicherheit seinen Mitmenschen gegenüber. Kontakte hat er schon, aber es fällt ihm schwer sie zu knüpfen und meist ist er darauf angewiesen, dass die Kids auf ihn zukommen. Bzw. führte auch seine immer extreme, stark fokussierte Art sich mit EINEM Thema zu befassen, zu Kontakten... einfach über die Gemeinsamkeit. Erst war es Zeichnen, dann Dinos (noch vor dem großen Boom) dann Fußball und jetzt Tischtennis. Er hat sich aber schon lange auf einen Freund fixiert.. der schwingt immer mit ihm.

    Meine Tochter ist ganz anders... unglaublich. Sie interessiert sich für garnichts wirklich. Sie verliert sich nur im Rollenspiel... wahlweise Lehrerin/ Erzieherin...(Puppen)Mutter... draußen auch mal Gärtnerin. Was anderes kann sie kaum begeistern.

    Und bei mir ist es aber so, dass ich seltsamerweise meinen Sohn aus der Distanz betrachten kann.... ich bin dadurch in der Lage ihn zu verstehen, zu unterstützen, zu lenken... Bei meiner Tochter ist es, als wäre sie viel zu dicht dran... sie nimmt mir Raum und manchmal sogar den Atem. Es ist kein Abstand möglich sie ist so... penedrant. Nein... ich empfinde sie so!
    Es ist bei ihr als wäre Ihres automatisch Meines und das ganz extrem... als wäre sie in mir ( dabei bin ich sicher, das ich sie vor 8 Jahren rausgepresst habe ).
    Naja, es ist schwer zu beschreiben....

    Ich bin bei dem Gedanken angelangt sie einem Kinderpsychiater vorzustellen.... mit dem Ziel einer Untersuchung und ggf. Diagnose... wobei ich ADS nicht erwähnen möchte, wegen der Unbefangenheit des Untersuchers.
    Ich erhoffe mir davon Erleichterung im Verständnis für sie und im Umgang miteinander. Prokrastiniere das aber schon wieder geraume Zeit....


    Mein Mann und ich sind innerlich auch sehr verschieden... aber ich möchte sagen, er ist immerhin bemüht... auch wenn es selten gelingt mich zu verstehen, so werte ich seine Bemühungen doch schon als "Unterstützung"... mehr kann ich wohl nicht verlangen.

    Dein Mann ist vllt. auch einfach ein Stückweit überfordert und möchte das alles lieber nicht so genau wissen.... ich fürchte wenn er nicht will, wird es schwierig. Aber wenn du es schaffst zu zeigen, dass es auch von seinem Willen, abhängt, wie sich die Dinge entwickeln, lässt er sich vllt. auf deine Probleme und Befindlichkeiten ein.



    Also dann.. wünsche dir gutes Gelingen für diesen Tag und natürlich auch die Folgenden...
    ( Ich werde heute mit der Madame shoppen gehen! Hab schon wieder verpennt Regenjacken, T-Shirts usw. rechtzeitig zu kaufen.... und shoppen ist ihr Ding... also bis zum ersten "Nein, das kaufe ich dir nicht". Dann heißt es abrechen und ab nach Hause )

    Bis bald
    happypill

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Wie fange ich an?

    Hallo dragonfly, bin auch neu hier.

    Deine Nachricht liest sich für mich wie ein Tagebuchauszug von mir - allerdings von vor ca. 2 1/2 Jahren. Damals begann meine letzte Gesprächstherapie... Jetzt ist sie fast beendet - und dieses Mal hat's wirklich was gebracht.

    Als ich Deinen Bericht gelesen habe, kam bei mir dieses Gefühl der Hilflosigkeit, der Ohnmacht, der absoluten Selbstzweifel wieder hoch. Das Gefühl, nicht mal entscheiden zu können, was und wann ich dem Hund oder der Katze was zu fressen gebe (obwohl ich nur die Näpfe hätte füllen müssen), gar nicht zu erwähnen, die Nowendigkeit, meine 2 Kinder zu verköstigen. Was koche ich bloß? Dabei war ich schon diagnostiziert und wurde auch medikamentös behandelt.

    Doch die Diagnose erfolgte erst relativ spät und dann auch nur deshalb, weil meine Kinder eine sehr nette und gute Ärztin hatten, die mich eines Tages mal fragte: "Wissen Sie eigentlich, dass es ADS auch bei Erwachsenen gibt?" Sie hat mir ein Buch einer amerikanischen selbst betroffenen Ärztin empfohlen, in dem ich ganze Textpassagen fast wörtlich in meinen eigenen Aufzeichnungen wiederfand. Das war das erste Mal, dass ich "schwarz auf weiß" sehen konnte, dass ich nicht verrückt, faul oder depressiv war.

    Aus Deinem Eintrag schließe ich, dass Deine Kinder diagnostiziert wurden. Kannst Du denn nicht vielleicht dort einen Rat bekommen, wohin Du Dich als Erwachsene wenden könntest? Bekommen Deine Kinder Medikamente, und wie wie alt sind sie denn?

    Meine Zwei, Sohn 23 und Tochter 19, nahmen nur relativ kurze Zeit Ritalin. Heute nehmen sie beide keine Medikamente mehr, mein Sohn hat noch immer Fokkusierungsprobleme, wird jetzt jedoch langsam reifer und macht eine Ausbildung, nachdem er sein Fachabi letztes Jahr in der Tasche hatte (Abi hat er um nur 2 Punkte verpasst, weil er zu lasch gelernt hat...). Meine Tochter bastelt z. Z. am Abi, ist jedoch deutlich stärker von Selbstzweifeln geplagt als mein Sohn und steht sich und ihren eigentlichen Möglichkeiten häufig selbst im Weg. Doch sie ist durch eine frühzeitige Diagnose heute besser in der Lage, sich selbst zu steuern, und wir Eltern konnten während dieser Zeit viel lernen, wovon wir alle sehr provitieren.

    Die famliäre Streßsiutation, die Du schilderst, kenn ich auch, wobei mein Mann jedoch eher zu geduldig ist. Doch gerade der familiäre Zusammenhalt ist sehr wichtig, das habe ich während der letzten Jahre festgestellt. Alle Familienmitglieder müssen informiert und in die Therapien der jeweiligen Personen mit einbezogen werden. Es ist auch sehr wichtig, dass eine medikamenöse Therapie nur mit einer kinderpsychoterapeutischen bzw. psychotherapeutischen Betreuung einhergeht. Hier bei uns werden Kinder und Jugendliche zu Beginn einer medikamentösen Behandlung wenigstens 1 Jahr in dieser Weise betreut. Finde ich sehr sinnvoll. Auch für Erwachsene.

    Leider kann ich Dir auch keine konkreten Adressen nennen, die sich in Deiner Nähe befinden, wo Du Dich testen lassen kannst. Viel gewonnen wäre jedoch schon, wenn Du einen Arzt hättest, der Dir glaubt, dass Du ADS hast bzw. haben könntest oder der überhaupt schon mal von ADS gehört hat oder wenigstens eine Vorstellung davon hat, was ADS übersetzt bedeutet. Glaub mir, ich hab da so einschlägige Erfahrungen...

    Für heute Abend erst mal genug. Mache mir aber weiter Gedanken.

    Doch als Trost zum Schluß heute lass Dir noch gesagt sein, solltest Du auch zu uns ADSlern gehören, sei nicht traurig. ADSler sehen die Welt anders als die "Normalos", sie sehen oft viel mehr und reagieren intensiver und sensibler auf ihre Umwelt.

    Unsere Welt wäre heute in vielen Dingen nicht da wo sie ist, wenn es keine ADSler gegeben hätte (denk mal an Albert Einstein). Ich habe meinen Kindern immer gesagt, dass sie nicht KRANK sind, sie begreifen ihre Umwelt nur anders. ADSler werden erst durch die sture und verständnislose Reaktion ihrer Umwelt krank gemacht.

    Ich bin in Gedanken bei Dir und Deiner Familie, lass Dich nicht unterkriegen, es gibt einen Weg auch für Dich und Deine Lieben. Verlier nicht den Mut. Ich weiß, wie hart das ist, wenn's einem so schlecht geht. LG
    Geändert von engelchen59 ( 5.04.2011 um 12:46 Uhr)

  8. #8
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Wie fange ich an?

    Hallöchen ihr Lieben,

    etwas nagt noch an mir seit gestern..

    Es ist natürlich nicht IMMER alles so schlimm. Es gibt auch nette, angenehme Zeiten mit meiner Tochter (meinen Kindern)..

    Das musste ich noch schnell anmerken, weil ich ein ganz schlechtes Gewissen habe!
    L.G.
    happypill

  9. #9
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Wie fange ich an?

    Hallo engelchen! Wilkommen, erst einmal!

    Mach doch bitte in deinen Beiträgen Absätze und Formatiere die Beiträge zu einem lesenswerten Bild.
    Es ist sehr schwer diesen Brocken an Buchstaben zu folgen...
    LG --hirnbeiß--

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Wie fange ich an?

    Hallo --hirnbeiß--,

    danke für Deinen Willkommensgruß - und Du hast völlig Recht!!! Sorry, sorry, sorry!! Gelobe Besserung, GROSSES Ehrenwort!

    Da hat's mich gestern förmlich "mitgerissen"....

    Jetzt muß ich erstmal "Chappy-verdienen-gehen" - sonst krieg ich heut Abend Mecker von meinem Hund.

    LG engelchen

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