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Diskutiere im Thema Doppeldiagnose und was nun bloß tun??? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 55

    Böse Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Hallo ihr Lieben alle...
    Ohje, hoffe. ich bin hier mit diesem Thema an der richtigen Stelle des Forums... war mir nicht sicher, ob es nun hier rein oder doch an eine Stelle gehört...

    Also ich habe nun endlich die kompletten Diagnosetage hinter mir... Puuh!

    Tja, dachte vorher noch, es kann eigentlich nur besser werden, denn ich war nun fast geschlagene zehn in therapeutischer Behandlung mit der BPS Diagnose, ohne wirklich mal längerfristig positive Erfolge verbuchen zu können...

    Da ich dann letztes Jahr in der mich behandelnden, auf BPS spezialisierten, Therapieeinrichtung von mehreren patieten mitbekommen habe, dass sie, nachdem sie dort jahrelang ohne wirklichen Erfolg auf BPS behandelt wurden, eine ADHS Diagnose "bekommen" hatten, bin ich ins Grübeln gekommen...
    Nachdem sie also zusaätzlich auch auf ADS behandelt wurden, hattten alle auch relativ schnell Erfolge...

    Also hab ich recherchiert und gelesen und so weiter... Kam mir alles immer komischer vor, da ich mich mit der BPS nie wirklich so richtig "identifizieren" konnte und mir aber seitens der Therapeuten auf meine Zweifel entgegnet wurde, ich sei therapieunmotiviertund genau dieses Zweifeln sei ja auch ein Symptom usw. ...

    Naja, nun war ich also in einer anderen Klinik um mich testen zu lassen und.... tadaaa Diagnose: ADHS und daraus aufgrund der jahrelangen "Nichtbehandlung" eine daraus "resultierende" BPS...

    Ööhm ja...War natürlich erstmal total geschockt und verwirrt und wütend gleichzeitig...
    Naja, zudem wurde mir also dort eröffnet, dass meine mich bisher Behandelnden jahrelang "gepennt" haben... Wurde dort dann natürlich auch befragt, wie das immer so gelaufen ist, ob ich mal Zweifel geäußert hätte und wie damit umgegangen wurde usw. ...
    Schließlich wurde mir dann halt mit auf den Weg gegeben, mich medikamentös bzgl. der ADHS behandeln zu lassen, mich coachen zu lassen und, - und das ist für mich eigentlich das schockierendeste an der ganzen Sache- zu überlegen, ob ich rechtlich gegen meinen Therapeuten vorgehen möchte...

    Die Leute in meinem Umfeld sehen das alle genau so... Besonders mein Lebenspartner ist stink sauer auf meinen Therapeuten und meit "Direkt verklagen!"

    Ich bin nun einfach nur verwirrt... Ich mag meinen Therapeuten ja eigentlich sehr... ich meine, ich hab mich ja nicht umsonst so lange von ihm behandeln lassen... Naja, und kurzfristig hatte ich ja auch immer Erfolge...

    Das blöde war ja eben immer nur, dass es immer und immer und immer wieder eingebrochen ist... was, wie ich ja nun weiss, wohl eben daran lag, dass ich nihct richtig diagnostiziert wurde und somit immer nur "einseitig" behandelt wurde...

    Nunja, die Psychologen und Ärzte die nun bei mir die "neue" Diagnose gestellt haben, meinten, sie glaubten, ich bräuchte, wenn ich mich nun medij´kamentös hinsichtlich der ADHS behandeln lassne würde, keine stationäre Thearpie mehr, da ich die ganzen Dinge die ich ja dort lernen soll, ja schon bis zum "Erbrechen" wieder und wieder gelernt habe und sie einfach nur nicht langfristig umsetzen konnte... Mit ner vernünftigen medikamentösen Behandlung sei das aber wohl kein Priblem mehr...

    Das veranlasst jetzt natürlich mein gesamtes Umfeld dazu sich zu empören..."Hätte man dich vor zehn Jahren ordentlich in alle Richtungen untersucht und nicht nur auf BPS wärst du nun schon viel weiter!"/"Du hast du dich jahrelangen Therapien ja auch einen finanziellen Schaden!!" usw.

    o-Ton also "Verklagen!"

    Aber wie geastg , ich mag den ja und kann mir nicht vorstellen, dass das böse Absicht war... Ausserdem kann mir die Zeit ohnehin niemand zurückgeben...

    Und sowieso und überhaupt: Was soll ich denn nzun tun???"
    Was haltet ihr von der ganzen Sache??? Hat jemand ähnliche Erfahrungen??? Wie seid ihr, oder würdet ihr damit umgehen???

    Mit lieben Grüßen,
    die verwirrte kschwarze Perle...

  2. #2
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Oh mann, das ist schwierig...
    Ich schwanke da auch zwischen

    Therapeuten sind halt auch nur Menschen..
    und
    Da wurde dir ein Teil deines Lebens versaut und du hast nur das eine...

    Die Frage ist ja letztlich, was dabei raus kommt ihn zuverklagen (also für dich persönlicj) und wie stehen die Chancen recht zu bekommen...
    Wie viele Patienten nach Ärztefehlern selbige verklagen und dann noch auf den Prozesskosten sitzen bleiben, war ja vor Kurzem wiedermal Thema.

    Du musst entscheiden, ob es für dich wichtig ist ihn zu verklagen... und mehr als Geld, wirst du ja auch im Falle Recht zu bekommen nicht kriegen... die Zeit ist unwiederbringlich weg.
    Oder wird es eine weitere Strapaze werden, die du vermutlich eigentlich nicht unbedingt brauchst?

    Ich würde mir das gut überlegen und die Meinungen der Anderen mal aussen vor lassen.
    Und wenn du dich für eine Klage entscheidest, dann wäre es gut einen Profi zu befragen, wie er die ErfolgsChancen einschätzt.
    ...denke ich...

    L.G.
    happypill

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Hey Happypill,

    Vielen lieben dank für deine Antwort!!!

    Werde mir auf jeden Fall ein paar Wochen oder vielelciht auch ein zwei Monate Zeit lassen, bis ich mich wirklich endgültig entscheide und naja, also ich möchte ja vorher auf jeden Fall mal mit ihm sprechen und mir anhören, was er denn überhaupt dazu sagt und so...

    Mal schauen was kommt.... Erstmal aus der Schockstarre raus, iwie...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Liebe Perle...
    Deine Geschichte ist auch fast identisch mit meiner!

    Ich wurde mit 14 Jahren in einer Kinder und Jugendpsychatrie auf ads
    diagnostiziert!
    Meine Mutter konnte damit nicht viel anfangen und hat es nicht weiter beachtet
    natürlich zu meinem nachteil!

    So habe ich mich von einer Einrichtung in die nächste schieben lassen.....
    Drogenkarriere,immer unterwegs,von einer Schule in die nächste und von
    einer Suchtterapie in die nächste:-((

    Habe mich immer wieder irgendwie durchgekämpft in meiner ganz eigenen
    (anderen) Welt!

    Mit 18 habe ich dann ein letztes mal einen Entzug gemacht und war in einer Terapie!
    Nach geschlagenen 5 Tagen bin ich da abgehauen und habe mich entschlossen nicht
    zu diesen"Junkys"gehören zu wollen!!!!!

    Bin seit dem CLEAN geblieben!Bin Schwanger geworden und habe mich von dem Zeitpunkt an
    nur mit meinem Mutter dasein beschäftigt!

    Meinen Abschluss nachgeholt,eine Ausbildung gemacht!
    Von den ständigen Beziehungswechseln mal ganz abgesehen!

    Die Anforderungen wurden immer größer und in der Ausbildung wurde mir
    durch themen wie AD(h)S und andere Störungen immer mehr klar das ich
    was diese damalige diagnose anging unbedingt was machen muss!

    Bis jetzt ging mein Leben Bunt weiter!
    Immer an meinen absoluten Grenzen gekämpft!

    Erziehung,Partnerschaften,Arbe itsleben......alles immer schwierig und grenzwertig!
    Immer auf der Suche nach erleichterung!Puhhhh......ich hoffe du kannst noch folgen!!

    Strengt mich gerade an aber es ist mir ein Bedürfnis es Dir alles zu schreiben!

    Ok ,gefühlte tausend Umzüge folgten dann......
    Vor drei Jahren bin ich dann endlich mit meinem Sohn nach Berlin gezogen....meine Traumstadt!
    Meine besste Freundin (seit Jahren)wohnt hier!

    Ich hatte ein festes Ziel:Abi nachholen und Soziale Arbeit studieren!!!!

    Haaaaaaa hat super geklappt....im Vorkurs schon voll abgeschissen...
    Auf allen vieren mit Angstzuständen und völliger Überforderung zu einer
    Hausärztin!
    Diagnoseepression mit Panikstörung...Empfehlung zu einem Adhs test!
    Das bin ich dann endlich angegangen und habe mir eine gute Ärztin gesucht!

    Test gemacht,immer wieder zu den terminen gegangen,bis dann schließlich die Auswertung
    stattfand!!!!!AD(H)S und daraus resultierende Depression.....!

    Jetzt bin ich in Behandlung und bekomme Medikamente und warte auf einen Therapieplatz!
    Mein Sohn wird dann am 14. seine Auswertung bekommen und dann werden wir beide alles dafür
    tun mit der AD(h)S zu leben und es vor allem anzunehmen!Die Stärken von den Schwächen zu trennen
    und mit hilfe und Selbsthilfe das Leben schön und bunt zu gestalten!


    Puhhhh,jetzt bin ich fix und fertig,aber wollte Dir Mut machen und mir auf diesem Weg ein Wenig von der Seele
    schreiben......:-)
    Mein Bauchgefühl sagt mir irgendwie das Du deinen Therapeuten nicht verklagen solltest und deine Kräfte
    für Dich und deinen Neuen Weg nutzen solltest!
    Ich meine...wehn sollte ich verklagen???
    Meine Mutter?Meine unzähligen therapeuten die alle an mir rum gedoktert haben?
    Ich denke das es ein unglaublich langer Prozess werden würde....
    Leider gibt es viele Gegner dieser so weit verbreiteten "Störung"!

    Deutschland fängt doch eigentlich erst an das alles anzunehmen und sich damit
    wirklich anerkennend zu beschäftigen!

    Ich kann nicht mehr...grins!

    Ich wünsche Dir das alles besser wird.......

    "ADHS zu haben ist nicht schlimm.
    Schlimm ist,nicht zu lernen,damit
    umzugehen."

    Drück Dich........caosprinzess!!

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Liebe Caosprinzess,

    Oh mann, wie heisst es nochmal so schön: Besser spät, als nie!

    Ausser der verka..ten Dämmung auf dem Dach ist zwar noch nichts fertig geworden hier - na, ausser ein um gefühlte Lichtjahre vergrößertes Chaos in der Wohnung - , aber ich habe ja nun schon lange genug mit einer Antwort auf mich warten lassen und daher habe ich nun beschlossen, dass soviel Zeit nun einfach mal sein muss!!! Punkt!

    Zunächst erst noch einmal zwei - mir besonders wichtige - Sachen:
    1.: Ganz ganz vielen lieben Dank nochmal für deine super ausführliche, sehr sehr hilfreiche, aufmunternde und mich in meiner Sicht bestärkenden Antwort!!!
    und
    2.: Nochmals ein ganz ganz großes SORRY für meine - doch nun mittlerweile wirklich - arg späten Antwort, auf deine tolle Antwort - der ich, wie ich fürchte, gar nicht wirklich gerecht werden kann mit meiner nun folgenden Antwort... ööhm ja, hoffe, du kommst noch mit...

    Ja, in der Tat, unsere Lebensgeschichten sind wirklich sehr ähnlich...
    Finde es wieder und wieder erstaunlich wie häufig solche Ähnlichkeiten doch zu finden sind, wo man - jedenfalls ging es mir meist so - immer dachte, man sei mit seinen ganzen verkorksten Problemen einzigartig auf der Welt...

    Genau dieses Denken war es jedoch - wie mir nun in den letzten Wochen aufgegangen ist - dass mich immer dazu veranlasst hat, alles irgendwie "geheim" halten zu wollen, bloß Anderen nichts von meinen Problemen wissen lassen zu wollen...

    Selbst in meiner - ja nun wirklich - jahrelangen Therapie saß mir immer die Angst im Nacken, mein Therapeut könnte eines wunderschönen Tages herausbekommen, was mein Kopf mir wirklich für Schwierigkeiten bereitet, und mich dann daraus folgend als dumm und faul "enttarnen"- als jemanden der an all seinen Problemen selber Schuld ist, weil er sich nicht zusammenreißen und daurhaft organisieren kann...

    Dabei hat ja genau diese Angst verhindert, dass ich "Menschen wie mich" kennenlerne und merke: "Okay! Hey, you´re not alone!"

    Tja, paradox!!!

    Naja, und damit ja leider nicht genug; dieses Denken hat ja nunmal genau genommen auch dazu geführt, dass ich in meiner Therapie immer und immer wieder an der langfristigen Umsetzung gescheitert bin...

    Wobei, ein Symptom meiner angeblichen Borderline-Störung konnte ich über die vergangenen zehn Jahre gänzlich "ablegen", was mich auch sehr sehr dankbar gegenüber meinem Therapeuten macht (denn ohne ihn hätte ich es definitiv nicht geschafft) und mich den Gedanken daran, ihn nun zu verklagen sehr ablehnend gegenüber stehen lässt!

    Leider hat sich alles andere jedoch über die Zeit nur weiter ausgeprägt... Und da dieses "alles andere" nunmal wirklich arg überwiegt, kann ich schon auch nachvollziehen, warum nun alle verlangen, dass ich klage.
    Denn wie gesagt, auch meine Therapeut hat natürlich mitbekommen, dass eben nur das eine Symptom rückläufig ist...
    Und darüber hinaus habe ich ja auch, wie schon erwähnt, mehr als nur einmal ihm gegenüber meine Zweifel an der Diagnose geäußert...

    Und dennoch: Ich möchte ihn nicht verklagen und ich werde es, solange diese Meinung meine ist, auch nicht tun! Ich bin mittlerweile fest entschlossen mich da auch gegen meine "Umfeld" durchzusetzen....

    Wie du auch schon geschrieben hast, bin ich auch der Meinung, dass eine Klage ein Kanpf gegen Windmühlen werden würde, denn ich könnte ja nicht einmal meinen ehemaligen Therapeuten direkt verklagen, sondern müsste Klage gegen die Klinik einreichen... und diese ist ein großer Wirtschaftskonzern - um es mal ganz platt zu sagen - und würde sich mit Sicherheit nicht so einfach "geschlagen geben"...

    Die Kraft, die also ich in solch einen Prozess investieren müsste, kann ich nun wirklich für andere, wichtigere Dinge sinvoller einsetzen und vor allem im Moment auch ganz massiv gebrauchen!!!

    Joah...
    Deine Ausführungen klingen ja auf jeden Fall nach einem sehr gut durchdachten und sinnvollem Plan!!!
    Dein Sohn hat sein Ergebnis dann ja also mittlerweilen auch schon bekommen, was?
    Ich drücke dir/bzw. euch auf jeden Fall ganz ganz arg alle Däumchen die ich finden kann, auf dass du alles so umsetzten kannst, wie du es dir vorstellst und wünschst!!!

    Ich habe Mitte nächsten Monats einen Termin um endlich auf Metylphenidat eingestellt zu werden und denke, dass mir das mein Leben ein ganzes Stück leichter machen wird...

    Also liebe Caosprinzess,
    nochmals vielen lieben Dank für deine "Bestätigung" und
    eine liebe dicke Umarmung aus dem wilden Westen Niedersachsens...




  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Oh man Psychotherapeuten, diagnostizieren lass ich mich da auch nicht.

    Meine Therapeutin hat behauptet, dass ich aggresiv gehemmt immer alle Autoritäten untergraben will. Mein böses Unterbewusstsein... LOL

    Therapeutin: Sie sind wieder 5 Minuten zu spät. Sie wollen mir anscheinend sagen, wer hier der Chef ist.
    Ich: Ach ja??! Klingt interessant... Vielleicht ist das ja so?
    Therapeutin: Sehen Sie. Nun fangen sie an mich zu bewerten...
    Ich: JA?! Entschuldigung, ich hatte ja keine Ahnung...

    Das nächste Mal sage ich auch - DAS habe ich ... Und jetzt dürfen Sie was dagegen tun!

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    @Blackperl: Schau nach vorne! Da liegt Deine Zukunft und nur die kannst Du ändern. Den Therapeuten zu verklagen bringt Dir vor allem ein langes Verfahren, Ärger und Sorgen ein. Was kannst Du am Ende gewinnen? Bekommt er nur ein 'DuDuDu' und Du 100€? Wer 'bewertet' so eine falsche Diagnose?
    Das sind alles Fragen, die Dich nur beschäftigen, aber nicht erlösen können.

    Wenn Du durch diese Diagnose endlich Dein Leben wiederbekommen kannst, ist es das Schönste, was Dir passieren kann - dann sollte Dich alles aus dem 'alten' Leben nicht mehr interessieren.

    Ich bin (vielleicht) an einem ähnlichen Punkt und muss sagen, dass ich mir nurnoch wünsche endlich gesund und 'normal' zu sein - die verlorene Zeit bekomme ich nicht wieder und nganz sicher will ich dann auch nicht mehr ständig daran denken wollen. Ich möchte dann nurnoch das erleben, was immer gefehlt hat.

    Ich wünsche Dir, das der Diagnose auch eine positive Umkehr in Deinem Leben folgt. Lass' das alte hinter Dir!

    LG Petrocelli

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 247

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Nun ja, das ist auch alles nicht so einfach mit den Diagnosen!
    Wer spezialisiert ist auf ADHS erkennt das recht schnell, wenn nicht, dann geht einem das auch schon mal raus.
    Es gibt da eine sehr große Schnittmenge zwischen den verschiedenen Diagnosen!!

    Ich werde jetzt 30, also als ich das erste mal meinem Kinderarzt vorgestellt wurde mit dem Verdacht auf ADHS (also vor etwa 25 Jahren) da hieß es: "Der ist sozial verträglich, prügelt sich nicht, hat Freunde etc. der hat kein ADHS, das gibt es nicht!"

    Daraufhin hat es 15 weitere Jahre gedauert, bis ich mit 25 aufgrund meiner Ausbildung( und vieler Hinweise meiner Lehrer, Betreuer beim Zivi und meiner Ausbilder ) selber bereit war mich mit ADHS zu beschäftigen und zur Diagnose kam.
    Da bin ich aber auch gleich selber mit der Frage nach ADHS zum richtigen Arzt gegangen, der da auch Ahnung von hat!

    Verklagen ist in meinem Fall gar nicht möglich, der Kinderarzt lebt schon gar nicht mehr.

    es hilft dir ja auch nichts jemanden zu verklagen.
    Das ist ein extrem langer Prozess und du musst dem Therapeuten die Fehler nachweisen.
    Nicht er , dass er keine gemacht hat.
    So ist das in deutschland.

    wenn du also nicht das Gefühl hast, er hat da geschlampt und hätte nur besser hin schauen müssen..dann würde ich es lassen.
    Die ADHS Diagnostik ist immernoch eine der schwierigsten!
    Und so viele wie es mit falschen Diagnosen gibt, die eigentlich ADHS haben, so viele gibt es vermutlich, bei denen es genau andersrum ist und das ADHS nur eine Folge anderer Probleme ist.

    Blöd halt wenn man der Patient ist und dann auch noch einer von denen bei denen es falsch diagnostiziert wurde!

    Ich hab im übrigen in meiner therapeutischen Arbeit auch bei anderen Krankheitsbildern (also psychiatrischen Krankheitsbildern) häufig falsche Diagnosen, oder welche, die nach jedem Klinikaufenthalt korrigiert werden..
    die Psyche lässt sich nicht so einfach in ein Raster stecken.

    Lieb Grüße und alles gute mit der Medi einstellung!!

    Ach ja noch etwas, das mir sehr wichtig ist:
    Was die dir sagen, dass du dann keine Therapie mehr brauchst halte ich für sehr gewagt!!
    Ich bin selber Therapeut, ich kenne die Strategen mehr als auswendig, ich bringe sie jeden Tag anderen Leuten bei.
    Trotzdem hab ich auch meinen eigenen Therapeuten gebraucht, der mir geholfen hat zu sortieren, was ich brauche.
    Und der geschaut hat, dass ich es auch mache!
    Zudem hab ich jemanden gebraucht, der mir geholfen hat zu verarbeiten, dass ich so lange keine Diagnose hatte und so viel so hart erkämpfen musste und dass es mit Medis viel besser geht.
    Und dass das aber auhc bedeutet, dass es ohne Medis für immer schwer bleiben wird.
    Das fand und finde ich alles andere als einfach!!

    Justus

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    Hallo blackpearl,

    Dein Beitrag ist etwas her, trotzdem erlaube ich mir, einige Zeilen zu schreiben.
    Dich vor allem zu fragen, was unter Deiner BPS zu verstehen ist. Sprich: Du hast diese Dir aufgrund der Nichtbehandlung des ADHS "eingefangen". Da frage ich mich... wie das gehen soll. Was sind die Kriterien dafür?
    AD(H)S und Borderline haben gleiche Kriterien. Die Auslöser sind unterschiedlich - die Gründe dafür. Trotzdem ähneln sich die Symptome. Bitte setze Dich fernab von Ärzten und Therapeuten mit dem Thema auseinander. Zumindest habe ich die bessere Erfahrung damit erzielen können.

    Auch ich wurde 2004 als "emotionale Persönlichkeit" diagnostiziert. Noch 2007/2008 waren die Aussagen dafür, dass *es in den anderen Klinikunterlagen steht* und *weil ich mein Bild mit einem schwarzen Federhalter auf weißem Papier gemalt habe* und *weil ich mich zu sehr zurückziehe* und noch ein Grund, Dissoziativ bin und SVV betreibe.... also alles Gründe, die für Borderline stehen können, aber auch für andere Kriterien.

    Ende letzten Jahres wurde somit "atypischer Autismus" diagnostiziert. Auch mit dieser Diagnose komme ich nicht richtig klar. Sie fühlt sich "nicht richtig" an. Vielleicht wegen den "Vorstellungen" eines autistischen Person. In Wirklichkeit frage ich mich aber, welche Diagnose als nächstes dran sein sollte.


    Ich denke, Du hast einen ähnlichen Weg hinter Dir. Bitte versuche "das alte" loszulassen, Dich "neu" zu orientieren. Das ist möglich - jederzeit. Zumindest unter der Voraussetzung, dass die Vergangenheit" verstanden wurde. Das heißt auch verarbeitet. Denn nur so kann wirklich "losgelassen" werden. Die Angst, vor dem "neuen Kennenlernen" der eigenen Person kann durch Beobachtung durchgeführt werden. Vor allem Ehrlichkeit. Diesen Schritt fand- und finde ich nicht einfach. Vor allem deswegen, weil die "Normalgesellschaft" funktionieren muss. Für diese gibt es kein "anders-sein". Und trotzdem hat diese Aussage Fehler. Denn jeder Mensch hat Vorlieben und Verhaltensweisen. Jeder Mensch ist individuell.... versuche bei Deiner Person anzukommen, wenn das noch nicht geschehen ist. Dich so zu respektieren, wie Du bist..... Resignation kann eine Pause verschaffen. Danach aber wieder aufstehen.

    Vielleicht auch durch dieses Forum.
    Alles Gute für Dich in Deinem Leben.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Doppeldiagnose und was nun bloß tun???

    winona schreibt:
    Bitte setze Dich fernab von Ärzten und Therapeuten mit dem Thema auseinander. Zumindest habe ich die bessere Erfahrung damit erzielen können.
    Ich mische mich ungern ein, aber solche "Ratschläge" halte ich für sehr gefährlich...
    Wenn es bei dir ohne Arzt und ohne Therapeuten gut funktioniert, dann ist das sehr erfreulich, aber so etwas jemandem zu raten, den man aus einem (!) Beitrag kennt, finde ich doch sehr unglücklich...

    an die Threadstellerin: Hast du mal in Erwägung gezogen mit deinem alten Thera darüber zu sprechen? Ganz offen, dass du dadurch sehr verwirrt bist und evtl. auch sauer? Meist sind Theras mit denen man so lange zusammen arbeitet für solche Gespräche offen...

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