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Diskutiere im Thema Oder nicht oder doch? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 10

    Frage Oder nicht oder doch?

    Hallo liebe Gemeinde
    Ich hab eigentlich schon ziemlich lange Probleme mit mir, hab aber nie geschafft wirklich was zu ändern. Ich dachte immer, das sei so weil ich einfach schwach, faul und chaotisch bin, aber durch Zufall (Langeweile googlen ) bin ich auf ADS gestoßen.
    Hört sich jetzt komisch an, denn jeder kennt ja ADS, aber ich hab das immer nur mit überdrehten Kindern assoziiert, und ich bin definitiv kein "überdrehtes Kind" XD
    Aber dort war auf einmal zu lesen von Menschen, die alles anfangen und doch nie etwas zu ende bringen, die große Schwierigkeiten haben sich selbst zu organisieren, Träumer, die den Tag vertrödeln und nie so ganz reinpassen, kluge Köpfe, die hinter ihrer Leistung zurückbleiben.
    Ich hab mich in vielem davon wiedergefunden, was beschrieben wurde über Erwachsene mit ADS, auch wenn ich mich keinesfalls als Extremfall bezeichnen würde.
    Zu mir, im Moment studiere ich, aber das alles andere als erfolgreich, ich bin nicht dumm, daran liegt es nicht. Ich schaffe es nur beim besten Willen nicht, meinen Tag zu strukturieren! Selbst vollkommen banale Dinge wie Einkaufengehen, die absolut keine große Willenskraft erfordern, denn ich gehe gerne einkaufen, schiebe ich solange raus, bis nur noch ein Laden auf hat, wenn überhaupt.
    Man könnte mich auch als Morgen-Mensch bezeichnen, mein Leben findet irgendwie immer morgen statt, ich pack einfach nix.
    Es geht mir nicht darum meine Noten zu verbessern, mein Studium ist im Sommer rum und ein Verbessern meines Schnitts ist selbst durch lauter einser nicht mehr "hebbar", es geht mir also nicht darum meine "Leistung" zu erhöhen.
    Ich habe so oft gelesen, dass sich die Leute, bei denen ADS behandelt wurde, endlich "normal" fühlen. Und genau das wünsche ich mir auch, endlich normal sein!
    Zu meinen "Symptomen": ich bin meist nur innerlich sehr unruhig, die ganze Zeit gehen mir Gedanken durch den Kopf, Ohrwürmer machen mich total verrückt weil sie immer lauter werden, Langeweile ist ständig da, ich nerve auch meine Mitmenschen, in der Uni nennen sie mich nur "Spielkind", weil ich mit den Instrumenten rumspiele aus Langeweile. In der Schule wurde ich zum "Spielkind" des Jahrgangs gewählt - welch zweifelhafte Ehre.
    Ich kann nicht stillsitzen, was aber nur mir auffällt, weil es Kleinigkeiten sind, hier kratzen, da Position ändern, da wieder das Bein runter, da wieder juckts usw.
    Seit bestimmt 5 Jahren hab ich eine Impulskontrollstörung, ich kratze mir die Haut auf, es geht nicht ums Jucken, es geht um die Beschäftigung der Hände, es ist als ob ich einfach mal meinen Kopf ausschalten könnte für 5 Minuten! Das ist einfach göttlich!
    Aber es ist auch scheiße, denn meine "Kratzstelle" ist - ihr habt es erraten - das Gesicht. Natürlich denkt jeder ich hätte unreine Haut oder Akne oder so, dem ist aber gar nicht so, bevor ich angefangen habe zu kratzen, hatte ich superschöne Haut, die Oma einer Freundin hat sogar "Puppengesicht" zu mir gesagt - schon verrückt wie das Leben so spielt.
    Ich bin jetzt schon seit einem halben Jahr in Psychotherapie wegen meinem miesen Selbstwertgefühl, gebracht hat es leider wenig, denn ich kann einfach nichts umsetzen.
    Kennt das jemand? Ich habe Ideen, Träume, mache mir ständig Pläne, aber die kleinste Kleinigkeit kann mich schon wieder aus dem Konzept bringen, sodass ich alles wieder hinwerfe. Dieses "ach-egal" ist allgegenwärtig.

    So viel zu mir, ich gehe also mit dem Verdacht zu meinem Hausarzt, weiter als bis zu meinen Schwierigkeiten beim Lernen bin ich aber nicht gekommen.
    Vermutlich hatte er mich da schon als Ritalin-geilen Studenten abgestempelt.
    Er meinte nur, dass ich das Abitur überhaupt geschafft habe wäre schon ein Ausschlusskriterium für ADS, ich wäre wohl kaum über die Sonderschule hinaus gekommen, wenn ich wirklich ADS hätte. Und dann hätte ich auch keinen so guten Abischnitt. Dass meine Noten nach der Schule, in der alles noch feste Strukturen hatte, so krass abstürzte, hat ihn nicht interessiert.
    Desweiteren führte er einen Monolog, an dessen Ende er mir ein Rezept für Serotoninwiederaufnahmehemmer in die Hand drückte (welches ich nicht einlösen werde).
    Als ich aus der Tür lief fühlte ich mich schon selbst als wäre ich ein Ritalin-geiler Student und war vollkommen verunsichert.
    Ich würde gern zu einem Psychotherapeut in meiner Stadt gehen, der ADS erforscht und ihn um Rat bitten, aber ich bin jetzt irgendwie total eingeschüchtert und fühle mich richtig dumm.
    Deshalb meine Frage an euch: Was meint ihr? Bin ich potentiell ADS-betroffen oder einfach nur ein Spinner? Sollte ich zu dem Psychotherapeut gehen?
    Und was mir ganz wichtig ist: Erkennt sich jemand in der Schilderung meiner Probleme wieder?

    So das war jetzt ganz schön lang, aber ich habe ein gutes Gefühl in eurem Forum.
    Hallo nochmal von eurem neuen Mitglied und vielen Dank schonmal,
    Eure bluebird

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Oder nicht oder doch?

    bluebird schreibt:
    Ich bin jetzt schon seit einem halben Jahr in Psychotherapie wegen meinem miesen Selbstwertgefühl, gebracht hat es leider wenig, denn ich kann einfach nichts umsetzen.
    Kennt das jemand? Ich habe Ideen, Träume, mache mir ständig Pläne, aber die kleinste Kleinigkeit kann mich schon wieder aus dem Konzept bringen, sodass ich alles wieder hinwerfe. Dieses "ach-egal" ist allgegenwärtig.

    So viel zu mir, ich gehe also mit dem Verdacht zu meinem Hausarzt, weiter als bis zu meinen Schwierigkeiten beim Lernen bin ich aber nicht gekommen.
    Vermutlich hatte er mich da schon als Ritalin-geilen Studenten abgestempelt.
    Er meinte nur, dass ich das Abitur überhaupt geschafft habe wäre schon ein Ausschlusskriterium für ADS, ich wäre wohl kaum über die Sonderschule hinaus gekommen, wenn ich wirklich ADS hätte. Und dann hätte ich auch keinen so guten Abischnitt. Dass meine Noten nach der Schule, in der alles noch feste Strukturen hatte, so krass abstürzte, hat ihn nicht interessiert.
    Desweiteren führte er einen Monolog, an dessen Ende er mir ein Rezept für Serotoninwiederaufnahmehemmer in die Hand drückte (welches ich nicht einlösen werde).
    Als ich aus der Tür lief fühlte ich mich schon selbst als wäre ich ein Ritalin-geiler Student und war vollkommen verunsichert.
    Ich würde gern zu einem Psychotherapeut in meiner Stadt gehen, der ADS erforscht und ihn um Rat bitten, aber ich bin jetzt irgendwie total eingeschüchtert und fühle mich richtig dumm.
    Deshalb meine Frage an euch: Was meint ihr? Bin ich potentiell ADS-betroffen oder einfach nur ein Spinner? Sollte ich zu dem Psychotherapeut gehen?
    Und was mir ganz wichtig ist: Erkennt sich jemand in der Schilderung meiner Probleme wieder?

    Da bist du nicht alleine ^^
    Ich habe mich in so ein paar dingen auch wiedererkannt!!!
    Zum Thema Arzt:

    Such dir einen vernünftigen!!!^^
    Ob du das Abi geschafft hast oder nicht liegt nicht (oder zumindest nicht nur^^) am ADS

    Ich arbeite in einer Wohngruppe mit Schwerpunkt AD(H)S und dort sehe ich wie unterschiedlich ADS`ler im Thema Schule auftreten.
    Wir haben Kids die Hochbegabt sind die Schule nebenbei machen und als Jahrgangsbester im Zeugnis jedes Jahr in die Gruppe kommen. Wir haben Hochbegabte die nichts auf die Kette bekommen in der Schule (zumindest vom Verhalten her^^) und dementsprechend in ihrer leistung unterer Durchschnitt sind. Und wir haben ADS`ler die Auf der Förderschule noch überfordert sind.

    Also Schule hat da denke ich mal nicht viel mit zu tun. Es kommt auf dein Verhalten an und auf die Fähigkeit die zu konzentrieren.
    Es kann auch sein das du einfach gute Förderung durch Eltern und/oder Lehrer erfahren hast.

    Wie gesagt such dir einen neuen Arzt^^

    lg Holy

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Oder nicht oder doch?

    Ich stell mir das Hirn so vor als ob es ganz viele Regler hat, wie bei einem Equalizer in einem Studio. Jeder einzelne Regler steht für einen bestimmten Teil im Gehirn, welche die Funktionen des menschlichen Könnens wiederspiegeln.
    Diverse Reglerkonstellationen ergeben eine niedrige, mittlere oder hohe Intelligenz, ein gutes, mittleres oder eher schlechtes Gedächtnis. Wenn man nun eine hohe Intelligenz hat, schließt das noch lange nicht aus, dass man unter einem Asperger-Syndrom, AD(H)S oder Depressionen leiden kann, da manche Regler unabhängig voneinander arbeiten und manche eben abhängig. Im Grunde genommen alles sehr komplex und die Wissenschaft ist da auch noch nicht so weit, dass man das im Ganzen aufschlüsseln könnte. Fakt ist, dass AD(H)S'ler in allen Intelligenzstufen anzutreffen sind. Das ist keine Behauptung von mir. Das hat man in Studien herausgefunden und wird in dem ein oder anderen Buch auch erwähnt.

    Gruß
    vakuum

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