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Diskutiere im Thema Ständig neue Medikamente??? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 2

    Ständig neue Medikamente???

    Hallo!

    Vor kurzem habe ich endlich eine Diagnose erhalten. Ich habe Asperger und ADS. Außerdem diagnostizierte man mir eine leichte Depression, was mich verwundert hat denn an meiner Gemütslage hat sich eigentlich nichts verändert. Trotzdem möchte mein Psychiater jetzt unbedingt diese "angebliche" Depression behandeln.

    Gestern bekam ich zum 3. mal in 2 Monaten ein anderes Antidepressivum verordnet. Die ersten beiden hatte ich nicht gut vertragen. Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte laut quitschende Ohrengeräusche und fühlte mich leicht schwindelig wenn ich mich schneller bewegt habe. Am schlimmsten fand ich, dass ich dadurch nicht mehr Autofahren konnte. Weil dass für mich immer schon sehr schwer und anstrengend war ist es durch die starken Nebenwirkungen einfach zu gefährlich. Beim zweiten Medikament kam noch dazu dass ich dadurch enthemmt wurde und vor dem Supermarkt Leuten die mich nur ein wenig verärgert hatten vor meinen Kindern nach gebrüllt habe wie eine wilde Furie. Wie peinlich! So will ich nicht sein!
    Jetzt habe ich Angst vor dem 3. Antidepressivum und möchte es mir gar nicht mehr aus der Apotheke abholen.

    Eigentlich neige ich dazu Ärzten zu glauben. Allerdings frage ich mich ob es Sinn macht eine Depression zu behandelt wenn man sie selbst gar nicht bemerkt hat. Eigentlich wünschte ich mir Hilfe gegen meine ADS, wenn ich dass richtig verstehe helfen Antidepressiva dagegen ja überhaupt nicht. Warum will der Arzt dann die leichte Depression unbedingt behandeln und gegen den Rest nichts tun? Ich weiß, ich sollte den Arzt fragen aber wenn ich dort bin, bin ich immer überfordert. Es fällt mir gar nichts mehr ein und die Fragen kommen erst später wenn ich wieder zu Hause bin (Asperger eben!)

    Kann mir jemand von euch erklären ob ich da vielleicht etwas nicht richtig verstanden habe? Ist dass vielleicht üblich zuerst unbedingt die Depression zu behandeln oder ist Asperger nicht mehr so ausgeprägt wenn man die Depression behandelt? Hatte das vielleicht auch jemand von euch so?

    Danke!
    lg
    Dani

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 874

    AW: Ständig neue Medikamente???

    Hallo Muimuig,

    alsooo, meinem Kenntnisstand nach werden Depressionen und z.B. auch Angststörungen zunächst behandelt, wenn sie neben dem AD(H)S vorliegen. Erst danach wird das AD(H)S behandelt.

    Allerdings kann ein AD(H)S auch wie eine leichte Depression aussehen bzw. durch das AD(H)S allein verursacht sein. Dann wird meinem Kenntnisstand nach das AD(H)S zuerst behandelt und es wird geschaut, ob sich die "depressiven" Symptome damit zugleich geben.

    Bei mir sind aufkommende Panikgefühle, wenn ich z.B. an einer Kasse länger warten muss oder beim Frisör bin, seitdem ich MPH nehme, jedenfalls weg. Ich hatte mir was mich angeht schon gedacht, dass das mit meiner Unfähigkeit zum Stillstehen/-sitzen zu tun hatte.

    Ich finde es sehr seltsam, dass der Arzt eine Depression behandeln will, obwohl du sie selbst als solche gar nicht wahrnimmst.

    AD(H)S geht ja auch oft mit einer Antriebsminderung, Schlafstörungen und starken Gefühlsschwankungen einher. Das kann natürlich aussehen wie eine Depression, ist aber keine. Genau gegen diese Symptome hilft aber das MPH ganz wunderbar - bei mir jedenfalls.

    Ich würde dir raten:

    Mach dir für den nächsten Termin Notizen und sprich es noch mal an, dass du dich nicht depressiv fühlst. Drucke dir eventuell aus, was andere hier in diesem Thread schreiben und nimm es mit zum Termin. Wenn es dir mehr Sicherheit gibt, nimm dir eine vertraute Person zum Gespräch mit dem Arzt mit.

    Wenn das Gespräch nichts bringt, musst du dir wohl eine zweite Meinung bei einem anderen Psychiater einholen, auch wenn das vermutlich wieder mit einer längeren Wartezeit verbunden sein wird.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn du uns auf dem Laufenden hälst.

    Viele Grüße
    Hyper
    Geändert von Hyper80 (29.11.2017 um 12:18 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.821

    AW: Ständig neue Medikamente???

    Hallo,
    ich habe nur ADS - Mischtyp, ich habe mal Antidepressiva bekommen und noch auch ADS-Medikamente wie Strattera oder Equasim oder mal Fluocetin, davon ging es mir richtig schlecht und ich wurde richtig depressiv und bei einem Medikament bekam ich sogar lebensmüde Gedanken. Ich habe das dann alles sofort abgesetzt.

    Ich vertraue da auf mein Gefühl und nicht auf den Arzt der sagt, die Tabletten soll man 6 Wochen nehmen bis der Spiegel aufgebaut ist. Ich kenne viele Menschen, die meinen das Ärzte damit auch oft Geld verdienen wollen, besser wäre eine Zusammenarbeit Arzt und Psychologe, damit herausgefunden werden kann vom Psychologen ob es nun wirklich eine Depression ist und wenn ja welche oder nur ein vorübergehender depressiver Zustand.

    Bei mir wirkte nur Ritalin und danach Amphetamintropfen und seit einigen Jahren nehme ich Attentin. Wenn du dich nicht depressiv fühlst, warum sollst du dann die Depressionen behandeln, es gibt auch Menschen die sind einfach von Natur aus melancholisch.

    Dann finde ich auch, das man auf gewisse Lebensumstellungen oder Ereignisse depressiv werden kann, dies dann gleich mit Tabletten zu bekämpfen führt dazu das man die Sachen die vielleicht zu verarbeiten und aufzuarbeiten sind unterdrückt.

    Aus der Ferne ist es schwer zu beurteilen ob du Depressionen hast und wie die sich auswirken. Es gibt z.B. auch atypische Depressionen d.h. situationsbedingt.

    Gruß Paula

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Ständig neue Medikamente???

    Hallo!

    Vielen Dank an Hyper und Paula für die Antworten.

    Ich habe mir das Antidepressivum jetzt doch geholt. Die gute Nachricht ist, dass ich dieses Medikament besser vertrage als die beiden die zuerst verordnet wurden. Kein Schwindelgefühl, kein Ausflippen nur ein wenig weiche Knie ab und an. Bis jetzt habe ich aber auch noch keine Wirkung feststellen können, vielleicht nehme ich es noch nicht lange genug. Werde es jetzt weiter nehmen bis zum nächsten Termin nach Weihnachten wenn die Nebenwirkungen nicht mehr werden sollten. Ich habe dass Gefühl dass ich sonst bei diesem Arzt nie etwas gegen ADS bekommen werde.

    Eigentlich ärgere ich mich trotzdem, bin auch der Meinung dass nicht jede schlechte Stimmung gleich eine Depression ist. Und nur weil ich noch nie jemand war der immer dümmlich grinst und doofe Witze macht, bin ich doch noch lange nicht depressiv. Es muss ja auch nicht jeder gleich sein, finde ich.

    Der Tipp mit dem Spickzettel ist hilfreich. Das werde ich zum nächsten Termin sicher machen und ihm dann hoffentlich auch sagen können dass ich keine Antidepressiva mehr haben will. Wenn er mir dann sagt dass er mir nichts gegen ADS gibt muss ich eben wirklich wo anders hin gehen.

    Grüße
    Dani

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 1.433

    AW: Ständig neue Medikamente???

    Hallo,

    gut, dass du dir das Medikament geholt hast. Es braucht ja auch etwas Zeit bis du eine Wirkung merkst. Mich wundert, dass du noch nie ein Medikament gegen
    ADHS bekommen hast, wo du die Diagnose doch seit deiner Kindheit hast.
    Es kann natürlich auch sein, dass dein jetziger Arzt der Meinung ist, dass du kein ADHS hast und dir deshalb nichts dagegen verschreibt. Ggf. solltest du,
    falls es dir möglich ist, Ausschau nach einem anderen Arzt halten und dir auf jeden Fall mal eine 2.Meinung einholen.

    LG Murmel

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6.035

    AW: Ständig neue Medikamente???

    Vielleicht hilft dir das AD aber in anderer Weise, wenn dann nach und nach die Wirkung einsetzt?

    ADs sind ja Spiegelmedikamente und im besten Fall wirken sie so schleichend, dass man es gar nicht richtig merkt, weil sich eben nichts von jetzt auf gleich verändert, sondern die Veränderung über einen längeren Zeitraum stattfindet.

    Wobei ADs ua helfen können - auch wenn man keine Depression hat:
    - sie können trotzdem ausgleichend auf die Stimmung wirken
    - sie können muskel-entspannend wirken
    - sie können bei Fibro helfen
    - sie können Schmerzen lindern
    - sie können Schlafprobleme lindern
    - sie können den Antrieb verändern
    - ... und bis jetzt habe ich nicht einmal nachgedacht

    Sicherlich ist nicht jedes AD für alles geeignet, aber du solltest deinem AD einfach eine Chance geben.


    Interessanterweise wollte ich auch kein AD (Bin ja nicht depressiv! ) und habe es dann doch ausprobiert. Ich habe jetzt das Glück stimmungsstabiler zu sein, deutlich weniger Kopfschmerzen zu haben und meine Gelenkschmerzen sind plötzlich auch aushaltbar ...

    So richtig darauf gekomnen bin ich übrigens erst, als ich das Medikament abgesetzt hatte, weil "Brauch ich ja eigentlich nicht!" ...

    Ähem ... naja ... Ich nehm es jetzt "trotzdem"!

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.750

    AW: Ständig neue Medikamente???

    muigmuig schreibt:
    Werde es jetzt weiter nehmen bis zum nächsten Termin nach Weihnachten wenn die Nebenwirkungen nicht mehr werden sollten. Ich habe dass Gefühl dass ich sonst bei diesem Arzt nie etwas gegen ADS bekommen werde.
    Das finde ich sehr seltsam. Du musst dir ADS-Medikamente durch (nicht gewünschte) Antidepressiva "verdienen"? https://adhs-chaoten.net/images/smilies/038.gif

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 593

    AW: Ständig neue Medikamente???

    @muigmuig und Chaosqueeny,

    Darf ich euch fragen, welches AD ihr da nehmt bzw genommen habt?

    Ich nehm selber keines, bei mir tut's Ritalin adult (hätte aber auch nichts dagegen, wenn eine Indikation bestünde). Elontril, das als selektiver Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahmehemmer wirkt soweit ich weiß und deshalb gerne bei ADHS ausprobiert wird, war bei mir nicht so toll (ganz am Anfang, ich hatte mehr Energie, aber trotzdem keinen Überblick).

    Aber ich "sammle" Erfahrungen mit Antidepressiva und ähnlichem, von Berufs wegen quasi. Ich hab immer wieder Patienten, die haben regelrecht Angst vor dem AD, das ihnen ein Arzt verschrieben hat, dabei könnte es in vielen Fällen vermutlich sehr hilfreich sein. Wenn es denn auch das passende ist, und das ist natürlich auch eine sehr individuelle Sache, aber es gibt ja schon so grobe Linien, welches AD wie wirkt bei welcher Symptomatik, und anhand derer kann es abgestimmt werden.

    Long story short: Solche Erfahrungen interessieren mich sehr.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6.035

    AW: Ständig neue Medikamente???

    Vielleicht können wir das per PN klären?

    Dann würde ich auch gerne wissen, was "von Berufs wegen" bei dir heisst? Verzeih mir, wenn du das schon irgendwo geschrieben hast, mein Kopf ist momentan so fürchterlich voll.

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 174

    AW: Ständig neue Medikamente???

    Antidepressiva zu verschreiben ist wohl das kleiner Risiko für den Arzt als Stimulanzien.
    Der Schweregrad des AD(H)S spielt natürlich auch eine Rolle - nur bei schwerer Ausprägung sind Stimulanzien angezeigt.

    Bist Du bei einem klassischen "Haus"arzt oder bei einem Spezialisten für ADHS?
    Oft sind Neurologen oder Psychiater kompetenter.

    Lysdexamphetamin kann auch einen antidepressiven Effekt bei ADHS bewirken.

    Antidepressiva bei ADHS mit depressiven Begleiterscheinungen kommt in der Regel nicht gut - da haben schon manche schlechte Erfahrungen gemacht. Das Absetzten von gewissen Antidepressiva ist auch alles andere als harmlos.

    Lass Dir nichts aufschwatzen - schärfe Deinen Verstand.

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