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Diskutiere im Thema Was bin ich? (Nein, nicht die Fernsehsendung ist gemeint) im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 5

    Was bin ich? (Nein, nicht die Fernsehsendung ist gemeint)

    Hallo, ich (m, 40) bräuchte mal einen Rat von euch, ich weiß nämlich so langsam nicht mehr weiter. Ich habe lange überlegt, ob und was ich schreibe, denn manchmal komme ich mir echt lächerlich vor und frage mich, ob ich nicht doch zu viel Dr. Google bemüht habe.

    Bei mir wurde mal ne Bipolare Störung und ADS diagnostiziert. Beides relativ zügig, soll heißen, bipolar hat so 10 Minuten gedauert, bei ADS hab ich nen Test ausgefüllt und ne Weile mit nem Psychologen gesprochen. Diese Bipolar-Blitzdiagnose hat mich doch dann irgendwann stutzig gemacht. Eine andere Ärztin wurde wiederum stutzig, weil halt beides zusammen diagnostiziert wurde.

    Das Problem ist, ich sehe von allem was in mir, auch vom Asperger Syndrom.

    Ich versuche mal, meine Probleme zu schildern, als einfache Ja/Nein-Liste:



    Ja, ich habe wechselhafte Stimmungen. Allerdings hab ich nie extreme Manien gehabt, höchstens etwas gehobenere Stimmung.


    Ja, ich bin leicht ablenkbar und kann mich nicht allzu lange auf etwas konzentrieren, vor allem, wenn mich das, was ich tue, nicht interessiert. Habe ich allerdings etwas, was mich interessiert, bleibe ich auch dran.

    Ja, ich erkenne gerne Muster in irgendwas, und bei Texten springen mir die Rechtschreibfehler buchstäblich ins Auge, lange bevor ich den Text überhaupt verstanden habe.


    Ja, ich hasse Menschenmassen, je nach Tagesform ertrage ich das mehr oder weniger.


    Ja, ich habe arge Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Alles was tiefer geht, ertrage ich schier nicht und ziehe mich zurück.


    Ja, ich bin extrem empfindlich, sei es mit Essen vertragen, ich bekomme schnell Hautprobleme, ich ertrage nervige Geräusche nicht usw.


    Ja, ich mag nicht gerne angefasst werden. Höchstens von einem sehr (sehr sehr) kleinen Personenkreis. So sieht auch mein Liebesleben aus.


    Ja, ich neige dazu, Dinge immer gleich zu machen, aber nicht so extrem, dass ich zum Beispiel immer dasselbe esse etc. Ich mag aber zum Beispiel meine Werktags/Wochenends-Routine und komme total aus dem Tritt, wenn ich Urlaub habe. Oder vom Urlaub wieder in den Alltag gehe. Und manchmal geht mir meine Routinen (morgens im Bad immer derselbe Ablauf, minutengenau) das auch auf die Nerven, komme allerdings immer wieder auf den selben Trott zurück.


    Nein, ich bin kein Chaot (ich verpeile keine Termine - ganz im Gegenteil, ich verlege keine Sachen etc.) eher im Gegenteil: ich denke sehr strukturiert und überlegt. Ich kann aber auch unordentlich sein.


    Nein, meine Schullaufbahn war ziemlich erfolgreich und ich hab nen guten Beruf.


    Nein, ich hatte (glaube ich) nie Probleme, Sarkasmus zu erkennen oder Gesichtsausdrücke.


    Nein, so was wie Meltdown oder Shutdown kenne ich nicht. Allerdings Overloads, im Idealfall kann ich mich der Situation rechtzeitig entziehen, wenn nicht, bin ich dann so ausgepumpt und überreizt, dass ich mich erst mal ne Weile hinlegen muss und gar nichts mache.


    Ich vertraue den Ärzten auch nicht mehr so sehr. Als Kassenpatient ist man ja eh nur Sperrholzklasse, und die ruhen sich anscheinend auf einmal getroffene Diagnosen aus. Anscheinend probieren die so lange Medikamente an einem aus, bis mal irgendwas zufällig hilft. Apropos Medikamente: da hab ich einiges durch, reagiere aber irgendwie paradox drauf, denn entweder wirken die gar nicht, oder extrem.

    Ich wüsste halt gerne mal, was mit mir nicht stimmt. Wenn alles seine gewohnten Bahnen läuft, geht es mir gut, sobald etwas auf mich zu kommt, was ansatzweise mit Stress verbunden ist wie Jobwechsel, Ämtersachen oder so was, bekomme ich entweder Angstschübe/Panikattacken und/oder Depressionen. Ich will sehr oft einfach meine Ruhe haben, aber manchmal halte ich es daheim nicht aus und muss mal etwas durch Geschäfte bummeln (ja, ich stehe dann natürlich unter Stress, aber das ist es mir wert). Ich liebe allerdings den Abend und die Nacht, weil es da draussen ruhiger wird und man etwas versteckter ist.



    Ich kann auch nicht wirklich sagen, welche Verhaltensweisen natürlich bei mir gekommen sind oder welche ich mir einfach angeeignet habe.

    Ist jetzt doch recht lange geworden,sorry. Wäre nett, wenn ihr mir nen Rat geben könntet oder vielleicht erkennt sich der eine oder andere auch wieder.



  2. #2
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.902

    AW: Was bin ich? (Nein, nicht die Fernsehsendung ist gemeint)

    Hi Lehmi!

    Erstmal find ich es sehr mutig von Dir, Deine Unsicherheit so offen in Worte zu fassen! Hut ab.

    Für mich klingt das, was Du beschreibst tatsächlich eher nach einer Störung aus dem Autismusspektrum, als nach einer ADHS.

    Aber! Du sagst, Du könntest nicht zwischen aus Dir selbst heraus entstandenen und erlernten Verhaltensweisen unterscheiden.

    Das heißt, es kann auch sein, dass Du Dir im Laufe der Zeit Methoden angeeignet hast, um mit derADHS-Symptomatik klarzukommen-auch Kompensation oder Überkompensation genannt, wenn es schon in Richtung Zwänge geht.

    Meine Empfehlung wäre, zunächst einmal eine gute Autismus-Diagnose-Stelle zu finden und einen Termin zu machen. Bei der Suche kann Dir eventuell ein Verein, der sich der Bedürfnisse autistischer Menschen annimmt, behilflich sein.

    In größeren Städten gibt es die eigentlich fast immer.
    Guugel oder Die Gelben Seiten können Dir da bestimmt weiterhelfen.

    Schau Dich aber gerne auch noch weiter hier im Forum um- vielleicht findest Du ja doch einige Identifikationspunkte, oder kannst innerlich für Dich klären- nee, ADHS isses dann doch nicht!

    Ich wünsche Dir jedenfalls weiterhin alles Gute und hoffe, dass Du bald Klarheit findest!


    Liebe Grüße vom Luftköpfchen!

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Was bin ich? (Nein, nicht die Fernsehsendung ist gemeint)

    Danke für die Antwort. Was mich echt zum Grübeln bringt, sind meine zwischenmenschlichen bzw. sozialen Schwierigkeiten. Ich meine AD(H)S'ler haben die auch, ich aber hauptsächlich, weil ich Menschen um mich rum oft schlichtweg nicht ertrage.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Was bin ich? (Nein, nicht die Fernsehsendung ist gemeint)

    Und ich glaube nicht, dass ich mir meine Strukturen beispielsweise im Bad angeeignet habe, um rumtrödeln zu kompensieren. Es ist eher, dass ich immer automatisch in denselben Trott verfalle.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Was bin ich? (Nein, nicht die Fernsehsendung ist gemeint)

    Angeeignet habe ich mir definitiv solche Sachen wie "Gib anderen Leute die Hand und drücke ordentlich", "Freunde umarmt man", "Schaue Leuten beim Sprechen wenigstens ab und zu mal in die Augen"... ich mache das, auch wenn es mir eigentlich widerstrebt.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 164

    AW: Was bin ich? (Nein, nicht die Fernsehsendung ist gemeint)

    kuckuck - also bipolar wird wahrscheinlich adhs sein. und autistische züge, oder ein ausgewachsenes asperger syndrom kann ja noch parallel im chromosomen gabenkorb gelandet sein...

    als privatpatient gerät man an genau die gleichen quacksalber. die verdienen dann einfach nur ein vielfaches, strengen sich oft aber kein bisschen mehr an. gerade in kliniken hängt viel medizinische mischpoke rum, die da eigentlich nix zu suchen haben, weil selbst komplett gestört und keinen blassen schimmer von deren job.

    wenn du einen guten job hast: warum nicht privat versichert? ich hab mich direkt nach der ausbildung aus diesem gesetzlichen schneeballsystem verabschiedet. ist unerträglich, diese mangelwirtschaft.

    deutschland ist doch psychiatrisches steinzeitland, verglichen mit entwickelteren nationen, wie den usa oder auch gb (insbesondere bzgl der autismusforschung). die deutschen sind doch ohnehin nur glücklich, wenn sie andersdenkende ausgrenzen, mobben und zerstören können - da ist es natürlich blöd, wenn diagnostiziert wird und man sich dann eben entscheiden muss - anders dispositionierte euthanasieren, wegsperren, oder ertragen.

    da lässt man hier doch lieber die diagnosen weg und macht denen das leben so zur hölle, dass die sich freiwillig davonmachen. typisch deutsch halt und politisch völlig korrekt. andersartigkeit ist in diesem land halt nicht gern gesehen. andere meinungen und denkweisen werden nicht toleriert und nach möglichkeit mit stompf und stääähl ausgerottet. mit allen mitteln. und dabei halten die sich dann für was besseres und unfehlbar. widerliches gesoxx. ich habe mich dazu entschieden, nicht mehr deren widerliche asoziale denkweise nachzuvollziehen. keiner ist was besseres und keiner ist unfehlbar. basta.

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