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Diskutiere im Thema Bin ich ein Asperger-Autist? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Bin ich ein Asperger-Autist?

    ReRegenbogen, ich hab nur kurz eine Frage zum Verständnis:

    Ein Wert kleiner oder genau 26 schließt eine Diagnose aus und was über 26 ist deutet auf Autismus hin?

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Bin ich ein Asperger-Autist?

    Vereinfacht gesagt: ja.

    Komplizierter:
    https://link.springer.com/article/10...3300-7?LI=true

    In der Studie gab es aber nur etwa 100 Teilnehmer.
    Aber die Zahlen werden "in echt" nicht allzu sehr davon abweichen.

    Dort steht: wenn jemand genau 26 Punkte oder weniger erreicht, ist er in 93.15% der Fälle kein Autist. Hingegen ist er bei 27+ Punkten in 51.85% der Fälle Autist (Spezifizität).
    Es gibt also auch bei einem Cut-Off von 26 noch 6.85%, die mit diesem Test nicht "erwischt" werden.

    Bei 100% ist die Sensitivität erst bei einem Cut-Off von 16. (Und die Spezifizität bei 16%, so dass das erreichen des Cut-Offs in dem Falle nicht wirklich was aussagt.)

    Bei einer australischen Studie mit ~200 Teilnehmern kam es zu folgendem Ergebnis:
    https://www.hindawi.com/journals/aurt/2013/984205/fig1/

    https://www.hindawi.com/journals/aurt/2013/984205/tab5/

    Hier ist interessanterweise die Spezifizität des Tests besser als die Sensitivität, bei einem Cut-Off von 33 erwischte man dort nur noch Autisten. Dafür wären bei einem Cut-Off von 26 immer noch 8.7% der "aussortieren" tatsächlich autistisch.

    In Studien wird oft als Cut-Off 32 genommen. Da sind Spezifizität und Sensitivität beide bei etwa 75%.
    Bei der Diagnostik wird ein kleinerer Cut-Off genommen, wenn man eine "Vorauswahl" trifft (damit auch wirklich die rausfallen, die relativ sicher nicht autistisch sind), im Diagnostikprozess selber wird hingegen eher der höhere Cut-Off genommen um "false-positives" zu vermeiden, da man natürlich auch keine falschen Autismus-Diagnosen vergeben möchte.
    Wie man aber sieht, eignet sich der Test nicht als alleiniges Kriterium, damit würden dann wieder zu viele rausfallen, bei denen eine Diagnose berechtigt wäre.

  3. #13
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.902

    AW: Bin ich ein Asperger-Autist?

    Hmm. Das ist interessant.
    Mein AQ ist 32.
    Beim rados schneide ich unterschiedlich ab, je nachdem, ob ich den Test auf Deutsch (sie sind neurotypisch!) oder Englisch (sowohl, als auch ) mache.

    Ich hatte mal, vor Jahren, u.a. den Verdacht auf eine ASS (damals Asperger) in einem Statement der Psychiaterin stehen, die mich für das Amt „begutachtet“* hat.

    (Allerdings aufgrund exakt zweier Tatsachen:HB und momentaner sozialer Rückzug! Was für eine „Diagnostik“-Methode!! )

    NB: ersteres ließ sich nun zwar nicht leugnen, letzteres hatte v.a. meine häufigen Negativerfahrungen plus Depression als Ursache. Die Tatsache, dass ich sehrwohl früher Freunde hatte und unter der Situation litt, verwirrte sie kurz, dann tat sie's ab...

    Es gibt immer mal wieder ein paar Punkte, in denen ich mich wiederfinde, alles in allem jedoch nicht genug, um mich ernsthaft zweifeln zu lassen. Zumal die Punkte, an denen es Überschneidungen gibt, eben genauso gut durch ADHS erklärt werden können.

    *die Anführungszeichen deshalb, weil ich es bis heute als lächerliche Zumutung empfinde, ein 10-minütiges Gespräch mit einer völlig unbekannten Person allen Ernstes als Begutachtung zu bezeichnen!

    An einer anderen Baustelle sah die Begutachtung ganz anders aus. Gesprächsdauer 50 Minuten Minimum!
    Geändert von luftkopf33 (10.08.2017 um 12:13 Uhr)

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Bin ich ein Asperger-Autist?

    Wer bereits eine ADHS-Diagnose hat, der sollte das bei der Autismus-Diagnostik besser erstmal verschweigen, da das den Blick des Psychiaters voreingenommen machen kann, genauso wie man eine Diagnose einer histronischen Persönlichkeitsstörung bei der ADHS-Diagnose auch besser mal nach der Diagnostik erwähnt. Ich denke der Diagnostiker sollte sich immer sein eigenes Bild machen.

    Ansonsten gilt mittlerweile, dass es 75% Symptomüberschneidung zwischen dem hypoaktiven ADS und der ASS (Autismus Spektrums Störung) gibt, was aber auch nicht die Hyperaktivität ausschliesst. Im Grunde genommen sind wir Menschen alles Unikate für die diese paar Diagnoseschlüssel nicht ausreichen und unsere Persönlichkeit setzt sich aus der Verteilung und Gewichtung der jeweiligen "Störbilder" zusammen. Wer in keiner Richtung auffällig ist, der ist kein Mensch, sondern eine Amöbe.

    Die einfachste Art herauszufinden, ob man eher Autist oder ADHSler ist, ist sich auch mal im https://aspies.de/selbsthilfeforum/ anzumelden und zu checken, wo man eher hin passt. Schaut da halt mal rein. Auch dort sind die typischen ADHS-Medikamente wie Methylphenidat und Amphetamin ein Thema.

    Und dann gibts da auch noch streng wissenschaftliche Artikel ausserhalb des deutschsprachigen Internet.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4010758/
    Geändert von VapoPapo (11.08.2017 um 13:31 Uhr)

  5. #15
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 202

    AW: Bin ich ein Asperger-Autist?

    VapoPapo schreibt:
    Im Grunde genommen sind wir Menschen alles Unikate für die diese paar Diagnoseschlüssel nicht ausreichen und unsere Persönlichkeit setzt sich aus der Verteilung und Gewichtung der jeweiligen "Störbilder" zusammen. Wer in keiner Richtung auffällig ist, der ist kein Mensch, sondern eine Amöbe.
    Besser kann man's nicht formulieren.

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Bin ich ein Asperger-Autist?

    Ich möchte übrigens ein paar Aussagen von mir korrigieren. Die Definitionen von Spezifizität und Sensitivität habe ich falsch verwendet.
    Die richtige Definition erhält man nur, wenn man sich die konkrete Berechnung anschaut, also Sensitivität ist z.B.:
    (Anzahl der Menschen mit AS, die ein positives Ergebnis erhielten) / (Anzahl der Menschen mit AS, die ein positives Ergebnis erhielten + Anzahl der Menschen mit AS, die ein negatives Ergebnis erhielten)

    Definition Spezifizität analog, nur halt "Menschen ohne AS, die ein negatives Ergebnis erhielten"/(...)

    D.h. Sensitivität ist die Wahrscheinlichkeit, dass man ein positives Ergebnis erhält, unter der Annahme, dass man Autist ist (jetzt im konkreten Beispiel des AQ).
    Eine Sensitivität von 80% bedeutet also, dass 80% aller Autisten ein positives Ergebnis erhalten.
    Andersrum bedeutet das entsprechend, dass 20% der Autisten ein negatives Ergebnis erhalten.

    Analog bedeutet eine Spezifizität von 80%, dass 80% der NAs ein negatives Ergebnis erhalten, also andersrum 20% der NAs ein positives Ergebnis erhalten.

    Es sagt aber erstmal nicht direkt etwas über die Wahrscheinlichkeit, dass man NA oder Autist ist, wenn man ein positives oder negatives Ergebnis erhält, da P(Person Autist | Test positiv) != P(Test positiv | Person Autist). Man kann das eine aus dem anderen berechnen, braucht dafür aber weitere Wahrscheinlichkeiten (z.B. die Wahrscheinlichkeit, Autist zu sein, unabhängig vom Testergebnis).
    Wer mehr darüber lesen will, dem lege ich Artikel über "bedingte Wahrscheinlichkeit" ans Herz.

    Rechenbeispiel, um den Unterschied zwischen der W'keit, dass ein Autist ein positives Ergebnis erhält und der W'keit, dass jemand mit positivem Ergebnis ein Autist ist, zu veranschaulichen:

    Angenommen Sensitivität und Spezifizität sind bei 80%. Der Anteil der Autisten in der Bevölkerung liegt bei etwa 1%.
    Man führe bei 1000 Menschen den Test durch, darunter also 990 NA‘s, 10Autisten.
    Bei 8 Autisten schlägt der Test an (Sensitvität 80%).
    Bei 20%=198 der 990 NA‘s ebenfalls(Spezifizität 80%, also 20% falsch positiv).
    Der Test schlägt also bei 206 Leutenan, darunter aber nur 8 Autisten
    8/206=0.0388 ~ 4%


    Das heißt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich Autist bin, bei positivem Ergebnis, nur bei 4% liegt. Das liegt halt daran, dass der Anteil an Autisten in der Gesamtbevölkerung so gering ist.
    Satz von Bayes und so ;-)
    Immerhin aber vervierfacht sich die W'keit bei positivem Ergebnis, es klingt also wenig, ist aber schonmal ein richtungsweisendes Ergebnis.

    Die W'keit, Autist zu sein, wenn man ein negatives Ergebnis erhält, ist entsprechend sehr gering.
    Die läge, wenn man Sensi&Spezi wie oben hat, bei 0.25%.

    Je niedriger man den Cut-Off setzt, desto höher die Sensitivität (und niedriger die Spezifizität), desto geringer die W'keit, dass jemand bei negativem Ergebnis auch Autist ist.
    Also angenommen man hat eine Sensitivität von 90%, eine Spezifizität von 70%, dann ist die W'keit, dass die Person Autist ist, wenn sie ein negatives Ergebnis erhält, etwa bei 0.144%.

    Sorry für den Exkurs, ich hoffe ich habe es diesmal richtig auf die Kette gekriegt. Irgendwie finde ich die Infos zur Definition von Spezi- und Sensitivität sehr, naja, schlecht.

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