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Diskutiere im Thema Vielleicht Asperger? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 234

    Vielleicht Asperger?

    Oh man. Mein Kopf wird und wird nicht besser ...

    Ich habe arge Probleme mit der medikamentösen Einstellung. (seit 8 Monaten)
    Es wird stellenweise eher schlechter, glaube ich. So hatte ich gedacht, das das Ritalin meine Kernproblematiken sichtbar macht und verdeutlicht. Allerdings glaube ich, werden manche Zustände unter Methylphenidat verschlimmert!?
    Das alles verunsichert mich enorm und die Psychologin aus der LWL-Klinik wird aus mir auch nicht schlau, glaube ich. Ich traue mich schon gar nicht mehr etwas zu sagen, zu bemängeln oder zu beschreiben was so passiert, weil ich ihre Reaktionen nicht ganz sicher deuten kann und oft das Gefühl habe sie zu nerven oder etwas falsches zu sagen.

    Ich hatte über eine Therapie eine junge Frau kennen gelernt, die mir auf Anhieb sympathisch war. Ich empfand sie mir zugewandt. Sie tickte wie ich. Erst später fand ich heraus, das sie Aspergerin ist. Wir verglichen unsere Verhaltensweisen und ich war erstaunt, das wir so viele Gemeinsamkeiten haben.
    Nun bin ich natürlich total verunsichert, ob die ADHS Diagnose vielleicht falsch ist oder eventuell nicht mein einziges Problem.

    Ich kann ja mal ein bisschen erzählen...

    Ich hatte vor Jahren schon mal die Vermutung autistische Züge zu haben, diese aber wieder verworfen.
    Ich kann anderen in die Augen schauen, solang ich ihnen zuhöre. Wenn ich rede, muss ich weg schauen und ich blicke nur flüchtig. Wobei das "in" die Augen schauen eher ein Blick auf Stirn, Nase etc. ist. Der Rest des Gesichtes ist dann eher unscharf. Wenn ich wollte könnte ich in die Augen schauen. Die Konzentration lässt dann aber stark nach. Dann kann es vorkommen das ich stottere, sinnfreie Dinge von mir gebe oder meine Sätze nicht grammatikalisch korrekt sind. Wenn ich merke, dass die Augen des Gegenüber auf mir ruhen und meinen Blickkontakt suchen, dann fühlt sich das unangenehm an.

    Berührungen kann ich nicht immer ertragen. Wenn Fremde mir nahe kommen, ist das echt schrecklich. Wenn ich allerdings das Bedürfnis nach Nähe habe, dann möchte ich dies und das auch gerne intensiv und sofort. Nicht sexuell! Eher in Form von Streicheleinheiten und in den Arm genommen werden.

    Smalltalk ist nicht so meins, ich brauche ein Thema, ein Anreiz. Wenn nicht, dann verlass ich diese Situationen gerne und beschäftige mich mit Dingen die mich interessieren oder spiele am Handy. Freundschaften kann ich einfach nicht pflegen. Ich melde mich schon mal Monate lang nicht. Man nennt mich oft arrogant, feindlich, egoistisch...

    Geräusche, Bewegungen und Lichter lenken mich ab, oder irritieren mich, oder bringen mein inneres Gleichgewicht total durcheinander und dann geht nichts mehr.
    Ich werde dann schnell aggressiv, völlig überfordert oder ängstlich.
    Lautstärke geht gar nicht, oder zu viele Leute. Und dann diese plötzliche Überforderung mit Allem... Habe ich soooooo oft. Alles hört sich dann EXTREM laut an. Genau dann sind auch Berührungen sehr unangenehm.

    Und ich liebe ordnen. Und wehe es liegt dann nicht so wie ich es hingelegt hatte. Veränderungen und Hektik bringen mich völlig durcheinander.

    Ich kann aber zu gut kompensieren, denke ich. Wenn ich in der LWL Klinik mit der Vermutung "Autismus" ankomme, halten die mich sicher für ein Hypochonder oder Münchhausen Mensch.
    Ich bin mir ja nicht einmal sicher ob ich überhaupt Autismus Anteile habe, oder ob das Ganze eher dem ADHS zuzuordnen ist. Bisher wurde nur ADHS und rezidivierende Depression diagnostiziert und ich nehme Ritalin. Aber so ganz glücklich bin ich damit nicht. Ich glaube manchmal, das es mir schlechter geht damit. Die Wahrnehmung ist so anders und ich bin schnell überfordert. Aber dafür bin ich um Einiges ruhiger und entspannter in stressigen Situationen.

    Was würde mir eine Diagnose bringen?
    Ich weiß es nicht genau. Ich denke, Klarheit. Vielleicht erklärt es, warum ich andere verletze, obwohl ich das nie vor hatte. Mein Mann hat mich auch schon ein paar mal drauf hingewiesen das ich verletzend bin, aber das war nie meine Absicht.

    Ich habe Tests im Internet gemacht, die die Vermutung bestärken.

    Auf einen Diagnosetermin muss ich ungefähr 12 Monate warten. Ich stehe aber immerhin auf der Warteliste.
    Wo in NRW kann man sich noch diagnostizieren lassen?
    Geändert von Kainis (15.12.2016 um 19:02 Uhr)

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 257

    AW: Vielleicht Asperger?

    Hallo Kainis,

    grundsätzlich kann man ADHS UND Asperger haben, einiges überschneidet sich auch. Was du über dich erzählst, passt für mich aber fast alles auch ins ADHS-Schema. Ich wäre mit einer neuen Diagnostik in die Richtung also zurückhaltend.

    Andererseits finde ich, dass du den Leuten in der LWL-Klinik ruhig von deinem Asperger-Verdacht erzählen solltest, ohne - ganz ADHS-like - eine negative Rückmeldung zu fürchten.

    Das betrifft auch die Medikamenteneinstellung, die eben unter Umständen Zeit braucht: Es ist deren Job, du musst keine Skrupel haben, ihnen zur Last zu fallen.

    Und ja, Methylphenidat verändert die Wahrnehmung. Und das muss nicht immer angenehm sein. Auf der anderen Seite sagst du, dass du ruhiger und enstpannter in stressigen Situationen bist, dass es also auch eine positive Wirkung hat.

    Interessant fände ich, welche Art Therapie du machst und ob die Person sich mit ADHS auskennt. Vielleicht geht es da ja nicht in die richtige Richtung? Gerade im Zusammenhang mit Depression kann man da schnell im Trüben fischen, wenn man die ADHS-spezifischen Anteile nicht berücksichtigt.

    Beste Grüße

    Addy
    Geändert von Addy Haller (15.12.2016 um 22:16 Uhr)

  3. #3
    Nicht die Mama

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 367

    AW: Vielleicht Asperger?

    In deiner Nähe ... LWL-Dortmund ... die haben da ne' extra Abteilung Da war ich zuletzt in Bezug auf Asperger. Allerdings haben die auch Wartezeiten. Google einfach mal nach LWL-Dortmund und melde dich da "in der Bibliothek"

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Vielleicht Asperger?

    Ja, das ist die Klinik von der ich sprach.
    Ich war dieses Jahr in der Krisentagesklinik, stationär und 9 Wochen in einer anderen Tagesklinik. Dann habe ich mit TEK angefangen, es aber wieder beendet, weil ich mit fehl am Platz fühlte, hier lernte ich die besagte Frau kennen. Sie brach schon vor mir ab, aber wir blieben weiterhin im Kontakt. Erst vor Kurzem verglichen wir unsere Verhaltensmuster.
    Momentan mache ich noch STEPPS.

  5. #5
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Vielleicht Asperger?

    Ich bin seit Monaten viel schneller überfordert und Geräusche sowie visuelle Reize werden verstärkt. Hyperakusis oder sowas sagte man mir. Ich bin auch oft sehr durcheinander und habe das Gefühl durchzudrehen. Vieles, was mir sonst egal war, überfordert mich jetzt. Und manche Dinge, die mich vorher ausflippen ließen, kann ich jetzt ertragen.

    Ich werde schneller aggressiv, völlig überfordert oder ängstlich.
    Lautstärke geht gar nicht, oder zu viele Leute. Und dann diese plötzliche Überforderung mit Allem... Habe ich soooooo oft. Alles hört sich dann EXTREM laut an. Genau dann sind auch Berührungen sehr unangenehm.

    Ich MUSS mich dann zurück ziehen. Dann verlasse ich die Situationen. Mache ich das nicht, bin ich schnell vom Kopf her einfach weg und kann stellenweise nicht mehr reagieren obwohl ich alles mitbekomme.

    Bevor das geschieht, beschäftige mich mit Dingen die mich interessieren oder spiele am Handy. Leider kann ich das nicht immer rechtzeitig.

    Außer bei interessanten Themen... Oft sind die Themen sehr eintönig, immer das Selbe oder ich verliere mich im kleinsten Detail. Ein Auszug meines Entlassungsberichtes des 9 wöchigen Aufenthalt in der Tagesklinik besagt:

    "Die ... Gruppe zeigte jedoch nur wenig Verständnis für den hohen Wissensdrang der Pat., da sie sich auch häufig in Kleinigkeiten verlor oder auf Nebensächlichkeiten bezog. Diesbezüglich kam es innerhalb der Gruppe vor allem zu Beginn häufig zu Konflikten."

    "Frau A. benannte immer wieder Konflikte und Schwierigkeiten im sozialen Umfeld, Kontaktgestaltung zu Freunden... , eine Problembearbeitung gelang nur sehr begrenzt.
    Im Verlauf zeigte sich die Pat. sehr reflektiert, ... In Konfliktsituationen blieb sie jedoch häufig fassadär und verharmlosend."

    In den letzten Monaten halfen mir die stationären Aufenthalte und die Therapien, mein Ich verstehen zu lernen.
    Aber es führt auch dazu, daß ich immer weniger dazu bereit bin, mich zu verstellen. Ich glaube, daß ich mir jahrelang selber was vorgemacht habe. Das ich die Schwere meiner Probleme nicht erkannt, runtergespielt und verdrängt habe.

    Denn ich kann so nicht ewig weitermachen und ich muss zusehen, daß es mir zumindest halbwegs gutgeht. Es gibt da nämlich Menschen die mich brauchen, meine Kinder.

    Es macht mich kaputt und ist nicht gut für mich, aber das Umfeld erwartet nunmal, daß man sich "normal" verhält. Für alles Andere ist kein Platz und kein Verständnis da.

    Ich nehme das Ritalin weiter, weil meine Kinder mir zu wichtig sind und sie mich so nie wieder erleben sollen! Für mich bedeutet dies zwar, das ich andere Probleme habe als vorher, aber dafür bin ich keine so schlechte Mutter mehr.

    Ich schwanke noch immer zwischen den Welten.

    ADHS (G)
    rez. Depression (G)
    Borderline (Kriterien nicht erfüllt)


    Nun geht es in andere Richtungen...

    Autismus Spektrum Störung, Asperger (V)

    Warten wir es ab.



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  6. #6
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 164

    AW: Vielleicht Asperger?

    mein doc sagte, bei autismus/adhs hilft amphetaminsulfat besser. ggf versuchst du das....?

    ich finde es zwar besser, aber denk ja nicht, dass du damit auch nur ansatzweise "normal" sein kannst. apserger bekommste nicht weg nur mehr oder weniger gelindert. adhs lässt sich stundenweise unterdrücken.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Vielleicht Asperger?

    Da der Thread schon etwas älter ist, aber ich las, dass du die Diagnose bekommen hast, wäre ich neugierig, wie es seit dem letzten Beitrag in diesem Thread weiterging.
    Da steht ja noch was von 12 Monate Wartezeit und die ist noch nicht um, das ist verwirrend ;-)

    In deinem Text finde ich mich sehr wieder, habe meine Diagnose nun seit 3 Jahren.

    Das mit dem Blickkontakt "nur beim zuhören, nicht wenn man selber redet" ist übrigens sehr typisch, da habe ich mal speziell rumgefragt unter Leuten mit gesicherter Diagnose.
    Auch dein Entlassungsbericht klingt sehr "typisch".

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