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Diskutiere im Thema Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #11
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.813

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    Miss Taik schreibt:
    Allerdings hätte ich meine Wut vermutlich auch inzwischen überwunden, wenn ich keine Erklärung gefunden hätte, denn die Wut hat mich nur gelähmt und verhindert, dass ich mich aus dieser ungesunden Beziehung löse.
    Das kann ich nur unterschreiben. Die Wut ist ein wichtiger erster Schritt,aber sie sozusagen endlos weiter zu nähren würde,glaub' ich,eher in der Beziehung gefangen halten.

    Ganz platt gesagt: Das,worauf ich meine Aufmerksamkeit richte,da wandert meine Energie rein und das ist es,was wächst. Meine/Unsere Energie brauche ich/brauchen wir aber selbst. Und gerade deswegen*nach unten zeig*:

    Miss Taik schreibt:
    Andererseits habe ich nie zu dem Gefühl gefunden, Eltern gehabt zu haben und das ist etwas, das mich belastet, seit ich denken kann.
    Denn ich hatte welche.
    Sie waren täglich anwesend.
    Sie haben mich nicht körperlich misshandelt.
    Achtung,das ist jetzt teils sehr persönlich!

    Dieses Gefühl ist bis heute so präsent,dass es wehtut.
    Ich glaube wirklich,ein Mensch der so aufwächst,zieht sich im Grunde genommen selbst groß,muss früh lernen,irgendwie selbst mit den mächtigsten Emotionen,den größten Ängsten und Problemen alleine klarzukommen.

    Hier hatten/haben wir einen gemeinsamen Nachteil-ADHS. Diese Kombination ist für mich ein riesen Energiefresser.

    Und diese "Elternlosigkeit" wird leider immer wieder bewusst. Als erwachsengewordenes Kind stehe ich noch so manches Mal hilflos vor einer Mutter,die zu meinen Gefühlen nur Zugang findet,so sie selbst ähnlich empfindet,die auf meine Angst entweder mit dem reagiert,was ihr hilft,oder mit (wahrgenommener) Eiseskälte und "da musst du jetzt halt durch"-Parolen.

    Damit umgehen zu lernen und nicht zu zerbrechen,ist schon eine Herausforderung.
    Eine wirklich gute Strategie habe ich bisher nicht finden können. Hier kann ich leider nicht mit positiven Erfahrungswerten dienen.

    Nur dazu raten in dieser Situation professionelle Hilfe wirklich nicht gering zu schätzen.
    Geändert von luftkopf33 (24.11.2015 um 15:30 Uhr)

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    Meine Eltern haben beide autistische Züge, würde beide aber nicht als "richtige" Autisten einschätzen.
    Manches kommt mir bekannt vor, da ich jedoch selber eine Asperger-Diagnose habe, fehlt mir die Möglichkeit, das aus einem anderen Blickwinkel nachzuvollziehen.

    Meine Eltern waren nie die Knuddler, ich kann mich nicht erinnern, dass mich meine Mutter umarmt hätte, wenn ich aus dem Kindergarten kam.
    Umarmungen gabs zu Weihnachten und zum Geburtstag. Oder halt, wenn ich selber kuscheln wollte und die Initiative ergriffen habe.
    Gefühlsmäßig sind beide eher distanziert (zumindest laut meiner Therapeutin), aber ich habe in eine sehr enge Bindung an meine Eltern gehabt.
    Habe mich selten vernachlässigt oder ungeliebt gefühlt. Nur wenn man mit mir geschimpft hat*g*

    Mittlerweile habe ich einige Asperger-Autisten kennengelernt und Bücher von frühkindlichen Autisten gelesen.
    Zu 3 Aspies habe ich engeren Kontakt (virtuell). Dann gibt es natürlich noch Foren, Blogs etc.
    Was ich bisher dabei gelernt habe:
    Viele Autisten sind sehr empathisch und emotional.
    Das Problem ist ein anderes:
    Sie können es nicht gut zeigen. Viele wirken sozial sehr unbeholfen, erkennen keine sozialen Signale, wissen nicht wie sie ihre Gefühle kommunizieren können und sind überfordert mit den Gefühlen anderer.
    Die Diskrepanz zwischen Selbst- und Außenwahrnehmung ist bei Autisten immens.

    Aber: es gibt unter Autisten auch viele mit einer komorbiden Alexithymie. Diese nehmen sich selbst auch eher gefühllos wahr (was nicht heißt, dass sie gefühllos sind) und wirken irgendwie roboterartiger. Je nach Ausprägung natürlich.
    Es gibt halt nicht "den" Autisten. Die Unterschiede sind gewaltig.

    Nach dem ersten Beitrag von Grubenvogel musste ich auch viel mehr an Narzissmus denken als an Autismus.
    Jedoch kann auch beides zusammen auftreten.
    Tony Attwood sprache vom "God-Mode":
    An alternative to internalising negative thoughts and feelings is to externalise the cause and solution to feeling different. The child can develop a form of over-compensation for feeling defective in social situations by denying that there is any problem, and by developing a sense of arrogance such that the ‘fault’ or problem is in other people. The child or adult goes into what the author describes as ‘God Mode’, an omnipotent person who never makes a mistake, cannot be wrong and whose intelligence must be worshipped.
    Meist bleibts beim "God Mode", aber es kann daras natürlich auch eine narzisstische PS entstehen.
    Insgesamt ist dies sehr schwer von einer NPS zu unterscheiden.

    Wie das bei deiner Mutter ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht "Autist im God-Mode", vielleicht Autismus plus NPS, vielleicht nur NPS, vielleicht einfach nur unsensibel und kalt, ohne irgendwas dringend pathologisches.

    Wenn es eine NPS sein sollte:
    Was man bei einer NPS nicht vergessen darf: die Leute tun das nicht aus reiner Boshaftigkeit, es ist ein Überlebensmechanismus. Die meisten NPSler wurden als Kinder emotional vernachlässigt, es entsteht in der Regel nicht "einfach so". Für den Außenstehenden ist es mies, ich weiß. Aber vielleicht hilft dieser Gedanke, dass irgendwie besser anzunehmen.

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    Man sollte auch nie ausschliessen, das am anderen Ende vielleicht auch jemand ist, der unter der Situation und dem Verhalten von einem selbst leidet. Das andere Ende wird auch merken, das es nicht die selbe Sprache spricht, das es auf Ablehnung trifft.

    Meine Mutter war immer sehr traurig und verunsichert, weil ich kaum Nähe wollte, ich habe mich selten freuen können, sie dachte ich sei so verwöhnt, ich fand das sehr ungerecht, es gab immer Weihnachten etc Streit, weil ich mich nur "normal" bedankt habe. Ich habe aufgrund des ADHS natürlich auch viel verschlampt, vergessen etc..... natürlich ist ihr auch mal die Hutschnur geplatzt...... da war auch viel Verzweiflung, sie wusste ja auch nicht wie sie mir das beibringen konnte.
    Also fing sie an alles zu kontrollieren, nachzufragen etc..... für mich war das permanentes Gängeln und unzufrieden mit mir sein. Gab ja natürlich auch immer wieder Anlass zur Manöverkritik.

    Ja, sie war auch manchmal richtig eifersüchtig auf mich, weil mein Vater zu mir und ich zu ihm halt eine engere Bindung habe, weil wir uns verstehen und sie nicht.

    Sie hat nie Liebe von ihrem Vater bekommen, ihre Mutter war stark depressiv und Messie, sie hat sich wirklich bemüht mir Liebe zu geben, das was sie nicht hatte, und ich habe mich von klein auf abgewandt. Auch das muss man als Mutter verkraften.

    Ich weiss heute, das meine Mutter auch sich selbst sehr viele Vorwürfe gemacht hat, das sie die auch von anderen wegen mir bekommen hat (weil ich eben so anders war), mein Vater hatte damit nie was zu tun. Sie war damit allein.

    die Dynamik die sich manchmal entwickelt ist aus jedem Standpunkt so unterschiedlich...... und jeder ist verzweifelt.....

    ständige Kritik = Versuche das Kind "erwachsen" zu kriegen, weil man nicht versteht wieso Dinge nicht klappen, allg. Meinung sagt das läge an Erziehung

    Niedermachen, Schadenfreude = Versuch das Kind vor Enttäuschung zu bewahren, es hat ja wirklich so oft schon nicht geklappt, Realität reinbringen, vllt. helfen Warnungen und Konsequenzen sagen (du landest unter der Brücke) damit sich was ändert, alles andere hat bisher nicht geholfen

    Eingreifen in Privatsphäre, sich über Unfähigkeit lustig machen = wirklich helfen wollen, da man selbst schon Angst hat das wieder was schief geht, die negativen Erfahrungen sind nun mal auch Realität


    naja...... das muss ja nicht so sein, aber es kann eben auch so sein...... von daher würde ich erstmal, vllt. auch mehrmals das Gespräch suchen, bevor ich mit dem Narzistenknüller komme, denn das wäre in dem Fall dann wirklich eine Faust im Gesicht, und würde die Fronten unnötig noch mehr verhärten.

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    creatrice schreibt:

    Hast du denn deiner Mutter mal deine Gefühle und Gedanken über sie gesagt?
    Habe ich, Creatrice. Ich bin jetzt 35 und habe mit 17 damit angefangen. Vorher hatte ich immer nur hilflose Wutausbrüche, wenn sie mir mal wieder mit völlig ungerührtem Ausdruck etwas sachlich Richtiges, aber bis ins Mark Beleidigendes gesagt hatte. (Ich hatte mit 16 beim Tanzunterricht eine Pose gelernt, zeigte sie ihr, sie blickte kurz auf, sagte: "Dein Bein wackelt" und blickte wieder weg.)
    Das ist für mich einfach schwer zu begreifen, wie man so sein kann. Ich bin sensibel, aber das ist nicht der Grund dafür, dass ich mich dagegen auflehne, als krank bezeichnet zu werden, weil ich gerne von meiner Mutter einen aufbauenden Satz hören möchte. Meine Brüder sind nicht sensibel wie ich, aber ich habe vor Kurzem von meiner Tante erfahren, dass auch sie sich über die emotionale Unfähigkeit meiner Mutter bei ihr erkundigt haben. Es liegt nicht an mir. Aber ich bin die einzige Tochter und da letzte Kind und stärker ausgeliefert.

    Ich glaube schon, dass ich in diesem Fall eine Angehörige ohne schlechtes Gewissen mit einer oder zwei Diagnosen belegen kann. Es reicht mir nämlich langsam. Ich bin klug und rückblickend zwar auf-die-palme-bringbar als Kind, aber emotional gesund.
    Ich dachte, ich wäre besonders erwachsen, indem ich immer wieder das Gespräch mit ihr suchte. Und mit jedem Mal mehr, das ich über meine Gefühle sprach, hat sie mich mehr als krank eingestuft. Und umso mehr, je besser ich ihr die zu Grunde liegende Situation und meine Reaktion darlegt. Es ist ein Wahnsinn. Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.

    Ich will den Kontakt abbrechen, jedes Telefongespräch, in dem sie mit mir spricht, als wäre ich abwechselnd ein tollwütiges Plüschtier oder ein drogenabhängiger delinquenter Teenager, macht mich dessen sicherer. Je erwachsener und geplanter und selbstsicherer ich auftrete, umso stärker bemerke ich offenen Widerstand von ihr. Da ist dann nicht mehr das Nette und Pflegende. Sondern die neidische Frau, die um jeden Preis die Tochter am Hochkommen hindern muss.
    Das passt zum NARZISSMUS.

    Zum ASPERGER passt, dass sie oft überlegen muss, wie Leute etwas meinen, dass sie keine Plaudereien mit Freundinnen mag, mit sachlichen, schlichten Beschäftigungen zufrieden ist, Bilderwitze nicht erkennt, erstaunt wirkt, wenn ich ihr von Gefühlen erzähle, und den Kopf darüber schüttelt, dass ich Wert auf Zuspruch lege oder um Rat frage, wie man den Respekt der Kollegen erlangt....denn Konkurrenz, Neid, Freundschaften, Kollegenbeziehungen, die den Arbeitsalltag bestimmen, kommen ihr gar nicht relevant vor, sie kennt das nicht. Kollegen sind für sie einfach da und machen ihre Arbeit. Nichts weiter.
    Geändert von Grubenvogel (24.11.2015 um 19:04 Uhr)

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    luftkopf33 schreibt:

    Allerdings ohne gleichzeitig mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen und denen dafür alles mögliche zu "diagnostizieren".



    Hervorhebung von mir

    Ganz ehrlich,ich habe mich lange wirklich mit dieser Frage herumgeschlagen. Ist das nun x,oder y? Es fällt noch immer oft schwer,doch habe ich für mich entschieden,das so zu interpretieren,wie es für mich hilfreich ist und nicht länger zu versuchen,alles einzeln einer bestimmten Störung zuzuordnen. Auf diese Weise kann ich meine Ma als Mensch betrachten mit guten Seiten,ohne meine Wachsamkeit zu verlieren.

    Ja... wollte ich auch nie. Also Anderen eine Diagnose aufdrücken. Aber ich habe das Gefühl, dass es in diesem Fall nach dieser langen Zeit die einzige Waffe ist, die ich gegen meine Mutter noch habe. Sie hat mir vor ein paar Tagen eine Mail geschrieben, sie würde mich jetzt erstmal nicht mehr anrufen, lädt mich aber ein, Weihnachten mit Verwandten zu feiern. Sie kommt sich sicher vor, als würde sie die arme durchdrehende Tochter mit besonderer Professionalität behandeln, indem sie als die sich lieb zurückziehende Mutter handelt.

    Den Kontakt kurz zu halten oder abzubrechen, bringt nur was, wenn ich die Aktive bin. Wenn sie sich dann zurückzieht, ist wieder der Fokus auf der lieben nachgiebgen Mutter und nicht auf der sich befreienden Tochter. Es ist zum Haareraufen.

    Ich hab das Gefühl, ich muss ihr die Augen öffnen, dass nicht sie die Heilige, Gesunde, einzig Funktionierende ist und die anderen nur wunderlich dumm, kindisch, faul, gefühlsgesteuert und fehlerbehaftet.

    Und ja, Luftkopf, ich wollte UNBEDINGT persönliche Erfahrungen :*

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    Miss Taik, wunderlich zu sein, ist ein kreativer Überlebensmechanismus. So lang man sich selbst versteht, finden sich auch immer eine Handvoll Andere, die das tun. Gut, dass du so früh den Absprung geschafft hast. "Keine Eltern" obwohl es welche gibt, ist irgendwie passend. Es gib einem als Erwachsene noch das Gefühl, nicht älter zu sein als 14. Ich hoffe, deine Kinder und du habt eine gute Beziehung geschaffen über die Jahre.

  7. #17
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 827

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    Ein verstricktes Thema, ich finde ganz schwer, was dazu zu sagen, aber ich tu es trotzdem.

    Je erwachsener und geplanter und selbstsicherer ich auftrete, umso stärker bemerke ich offenen Widerstand von ihr.
    Ich habe meine Mutter auch getestet, indem ich mich deutlich von ihr abgegrenzt habe ("möchte damit nichts zu tun haben") und sie hat genau das gemacht, was ich erwartet hatte: Sie wurde sauer. Und zwar, weil sie ein Problem damit hat, wenn ich mich von ihr abgrenze und sie keine Kontrolle mehr über mich hat. Ich finde, das ist eine gute Methode, um herauszubekommen, was beim anderen komisch läuft.

    Ich war (und bin zwischendurch) sehr wütend auf meine Mutter, dass ihre Verkorkstheit mich geprägt hat. Diese Wut gehört in dem Prozess der Auseinandersetzung mit den Eltern dazu. Danach kommt mMn eine Phase, in der man sieht, dass die Mutter auch nur ein Mensch ist und Verständnis für ihr Verhalten aufbringt. Es ist so: Meine Mutter merkt nicht, was sie mit ihrem Verhalten anrichtet und genauso könnte es bei deiner Mutter sein, auch, wenn sie Narzisstin sein sollte. Es sind Mechanismen, die ihr irgendwie helfen, dass ihr Ego aufrecht erhalten bleiben kann und diese Mechanismen sollen ja überhaupt nicht "sichtbar" und bewusst ablaufen, weil sie dann den Vorteil des Mechanismus verlieren, nämlich, automatisch abzulaufen.
    Wenn dir diese Mechanismen, die ihr helfen, ihr Selbst zusammenzuhalten, schaden, dann wäre eine (zumindest vorübergehende) Abwendung für dich gesünder. Für mich klingt es so, als wolltest du sie noch nicht "aufgeben", du willst sie zur Diagnose/Therapie bewegen, analysierst sie und wünscht dir von ihr, dass sie sich ändert und dir Zuspruch usw. gibt. Sie wird sich aber nicht um 180 Grad drehen, wenn sie dir noch nie Zuspruch gegeben hat, dann wird sie es auch zukünftig nicht. Gibt es andere Menschen in deinem Leben, die dir Zuspruch geben? Man wünscht sich manchmal von Menschen etwas, das sie einfach nicht geben können, das ist dann für beide Seiten unbefriedigend.

    Ich selber befinde mich ca. in einer umgekehrten Situation wie du: Meine Mutter ist ein sehr emotionaler, unruhiger Mensch, auf den man sich nicht gut verlassen kann, weil sie in ihren Emotionen so hin und her schwankt und heute dies sagt und morgen das. Auch ist ihr emotionale Erpressung nicht fremd. Mein Schutz dagegen ist die Sachlichkeit und mich nicht auf ihr emotionales Hickhack einzulassen. Ich verstehe meine eigenen Gefühle schon nicht besonders gut, wenn dann noch fremde dazukommen, wird das Chaos perfekt. Ich halte mich an Sachlichkeit, weil Emotionen meine Stabilität sehr gefährden. Es ist ein Schutz. Evtl. schützt sich deine Mutter auch vor zu viel Instabilität, indem sie alles Emotionale unterlässt. Würde man von mir Zuspruch und rege emotionale Beteiligung fordern, würde ich persönlich mich vergewaltigt fühlen. Es gibt eben Dinge, die man nicht leisten kann. Für jemanden, der sich auf Sachlichkeit verlässt, weil er sich auf Emotionen nicht verlassen kann, kann jemand mit starken Gefühlsausbrüchen tatsächlich bedrohlich wirken. Evtl. bekommst du deshalb den Stempel "krank" von deiner Mutter aufgedrückt - weil sie sich einfach am anderen Ende der Skala bewegt und starke Gefühle ihr fremd sind. So wie jemand, der wenig isst, für jemanden, der sehr viel isst, krank wirken kann. Eine Sache der Perspektive.

    Ich will generell sagen: Du wirst sie nicht ändern können. Wenn sie dich unsicher in deiner Selbsteinschätzung macht ("Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll."), dann würde ich an deiner Stelle Distanz reinbringen, um wieder klarer sehen zu können. Nur ein Vorschlag.

    Ich hoffe, ich habe einigermaßen das Thema getroffen.

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    Grubenvogel indem du Diagnosen als Waffe einsetzt, ein Problem in der Verteilung des "positiven Fokus" siehst, bist du leider genau auf dem Pfad, den du deiner Mutter vorwirfst.

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    creatrice schreibt:


    naja...... das muss ja nicht so sein, aber es kann eben auch so sein...... von daher würde ich erstmal, vllt. auch mehrmals das Gespräch suchen, bevor ich mit dem Narzistenknüller komme, denn das wäre in dem Fall dann wirklich eine Faust im Gesicht, und würde die Fronten unnötig noch mehr verhärten.
    Es würde die Karten neu mischen. Die Fronten sind für mich verhärtet. Wenn ich um Verständnis ringe, sie verstehe, hoffe, dass sie mich versteht....ist für sie die Welt in Ordnung. Denn sie hat alles, was sie braucht, während ich mich kindisch benehme. Das hatte ich die letzten 20 Jahre, ich will kein Verständnis mehr für sie haben auf meine Kosten. Ich versehe sie, soweit das geht. Aber ich will nicht mehr. Jetzt bin ich dran. Ich habe nicht vor, ihr den Narzisstenknüller im Streit vor den Latz zu hauen.
    Ich habe bei meiner Google-Recherche nach "Mutter dreht mir die Worte im Mund herum" eine Narzissmus-Seite gefunden, auf der ich Beispieldialoge gefunden habe, die klangen, als hätte jemand meine Gespräche mit meiner Mutter mitnotiert in den letzten 20 Jahren. Es ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen, und ich habe weiter darüber gelesen. Meine Mutter ist blind, was Selbstwahrnehmung und Selbstkritik betrifft.

    Ich möchte viel lieber in der Familie rehabilitiert sein als als hysterisch abgestempelt zu sein. Und meine Mutter versteht "krank" und "gesund" besser als "ich fühle-du fühlst".

    Mit einer neurologischen Störung kann ich sie erreichen, mit Schilderungen von Gefühlen nicht.


    Edit von fünf vor zwölf: Ist eigentlich wirklich egal, warum sie so ist. Gefühle kann sie halt nicht. Also besser ganz weit weg und einen anderen Weg finden, meine Ausbildung zu finanzieren. Sie ist wie ein Skorpion in der Handtasche.
    Geändert von Grubenvogel (24.11.2015 um 23:56 Uhr)

  10. #20
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.813

    AW: Kinder von Aspergern - emotionale Unterstützung fehlt

    @Grubenvogel: Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen,mit dem Satz "mit dem Finger auf andere Leute zeigen..." meinte ich nicht Dich,sondern bezog mich auf das von Dir erwähnte und auch mir bekannte,mütterliche "Ich? Nein! Die anderen!"-Verhalten.

    LG v. Luftkopf

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