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Diskutiere im Thema Die Teenagerzeit, wie war sie für euch? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    War sie eher angenehm oder eher unangenehm? Ich weiß nicht ob es sowas hier schon gibt, aber mir war mal so.





    Ich bin froh, das ich früher Tagebücher schrieb und das ich mich wieder erinnern konnte wie alles war, weil ich doch vieles verdrängte.



    als ich 14,15,,16 Jahre alt war, konnte ich meine Gefühle auch nicht so richtig steuern. Wenn ich meine Tagebücher von früher durchlese stellt es mir meine Nackenhaare auf. Ich bildete mir oft ein , das viele in mich verschossen sind, nur weil sie mal gelächelt haben oder gewunken empfand ich es als " er mag mich, er ist bestimmt in mich verknallt" aber im wahren Leben interessierte sich keiner für mich, oder wollte nur mit mir spielen, oder es war eben nichts. Ich hatte als Teenager ja auch mal den Wunsch einen Freund zu haben wie alle anderen.

    Ich hatte so eine Art Zwang mich anderen immer anpassen zu müssen, immer mit zu machen. Diese Leute haben mich aber nur benutzt, weil ich immer alles glaubte was sie mir erzählten und weil sie sicher auch sahen, das ich leicht zu beeinflussen war. Zb erzählte eine "Freundin" ja keine war eigentlich, das sie die Woche mal abends zu mir kommt, einfach so. Und ich glaubte es und dachte sie kommt echt und hatte irgendwie auch Panik wie: "sie kann doch nicht einfach so kommen, was ist wenn ich im Schlafanzug bin" sie kam aber nie zu mir.

    Ich war so richtig naiv und grün hinter den Ohren. Das Zitat: "sie hilft mir auch die Flasche leer zu trinken, so eine gute Freundin ist das". Ich habe sozusagen über Alkohol , oder Zigaretten versucht die Freundschaft aufrecht zu erhalten, um cool zu sein um da mit zu halten. Weil ich ja gesehen habe sie raucht und trinkt, und die Jungs flogen hinter ihr her, und ich dachte es wäre der Alkohol und die Zigaretten was sie so cool macht und ich wollte ja auch endlich jemanden mal haben und sie fand es eben auch cool, das ich mitmachte. Es tut mir richtig weh das zu lesen, weil ich als Teenager doch auch einfach nur normal sein wollte, wie alle anderen. Wenn war es nur an Wochenenden im Sommer am Bungalow Ich hatte kein Alkoholproblem War aber mit 14/15 schon mal angetütelt und habe dadurch auch mit Kerlen geknutscht und sogar lag ich bei einem im Arm, obwohl es mir unangenehm war, mir war richtig übel bei der Sache und dachte so das es doch nicht so schön ist.

    heute lebe ich Gott sei dank ein eigenständiges Leben, ohne Zwang irgendwo mit dazu zugehören. Ich rauche auch nicht oder trinke

    ich hatte damals auch noch eine Freundin da war ich noch etwas jünger, die mich eigentlich auch nur ausnutzte "trage mal meine Sporttasche"ich tat es immer, bis meine Mutter meinte,sie nutzt dich doch nur aus. Ich sagte dann zu ihr als sie es wieder versuchte "trag doch deine Tasche alleine" so wie es meine Mutter eben zu mir meinte was ich sagen sollte. Sie meinte darauf "du kannst jetzt alleine nach Hause gehen".

    Ich hatte auch eine Clique in der ich einen Freund dann hatte, alles lief gut, dann wollte er mehr, ich nicht, dann als Schluss war mit ihm, war ich eigentlich eher ein Balast am Bein der anderen, weil ich dachte ich könnte noch in die Clique.
    Ich habe es aber anscheinend nicht verstanden. Denn ich bin immer gekommen und wurde auch schon von A nach B geschickt, weil ich störte. Als ich bei Wohnung A war meinte sie "geh doch zu B der hat bestimmt Zeit" ich habe versucht an den jungen Mann, den ich süß fand, ran zu kommen. Also stand ich dann vor seinem Haus B um ihn "abzuholen", er wies mich aber ab und ließ mich sozusagen alleine stehen was mich schon traurig machte.

    Ich habe immer wie eine doofe auf den jungen Mann gewartet, der ja schon ein Auto hatte und hatte gehofft das er mich abholt wie versprochen per SMS, er kam aber nie bei mir an. Das war evtl. nur eine Verarschung. Was ich aber auch nicht verstand und trotzdem weiter versuchte. Aber er holte mich nie ab, das was mein größter Wunsch war. Ich habe viel, geweint in meinem Zimmer und saß auf meinem grünen aufblasbaren Sessel. Das was ich dann aber verstand war, als alle sich von mir fern hielten und sich gar nicht mehr meldeten und mich abwiesen am Telefon "keine Zeit" usw.

    ich merkte erst jetzt das mich eine Situation an die Klinik erinnert. Da war eine, die hatte Austismus Spektrum, wie verstanden uns sehr gut, hatten das gleiche Hobby Musik, traten soagr vor den anderen auf, ich war übernervös, sie weniger sie hatte schon Erfahrungen vor Menschen. Sie merkte auch nie, das sie störte wenn ich mal meine Ruhe haben wollte oder jemand anderes, das erinnert mich an mich früher als ich wie ein "kleines Kind" dann da stand und nicht verstand warum die so sind.

    Dann hatte ich niemanden mehr in meiner Nähe. Ich hatte das Gefühl, das ich mich selber verletzen müsste, ich versuchte es, tat aber weh, also ließ ich es. Zum Glück war ich zu feige und zu übersensibel bei Schmerzen.
    Ich hatte das Gefühl, keine Luft zu bekommen. Da zeigten sich dann die ersten Anzeichen meiner Ängste. Ich fühlte mich einsam, auch wenn ich den sozialen Kontakt nicht immer wünschte. Ja und dann hatte ich ja doch noch meine "Freundin" wo ich dachte mit Alkohol und Zigaretten komm ich mit der Freundschaft klar. Aber auch da schnappte sie alle Typen weg und ich war zu feige welche anzusprechen. Und später merkte ich aber, das sie eine falsche Schlange war, weil sie dann auch meist nur mit ihrer Cousine wegging und ich halt doch uncool war.

    meine Schulzeit war als Teenager ja auch eine Katastrophe. Ich hatte noch nen blöden Tic gehabt, jetzt immer noch, sogar mehr Tics, aber die unterdrücke ich so gut es geht, hat noch keiner was gesagt, nur meine Eltern bekommen den mit . Dann wurde sich über meine Gangart lustig gemacht, und dann diese Ungeschicklichkeit in Ballspielen, Orientierung gleich Null *los alte spiel richtig mit*. Ich hatte auch ne 6 kassiert, nur weil ich nicht wusste wie ich die Bänder schwingen sollte und die dachten ich wäre zu faul gewesen oder hätte keine Lust.

    jedenfalls habe ich Sport gehasst. Im Schwimmunterricht als Kind wurde ich auch als einzige zurückgestuft weil ich Angst hatte ins Wasser zu springen.

    ich hatte auch oft Probleme etwas mitzubekommen (nicht anders als heute) wann zb das Sportfest anfängt, oder wo ich reingehen muss. Ich habe meistens vergessen oder nicht mitgehört wann was ist.



    Jetzt habe ich eine Freundin, die mich nicht ausnutzt, die mich so nimmt wie ich bin, und ich sie auch. Mit solchen Menschen komme ich am besten zurecht, die ruhig sind, auch ähnliche Schicksale hinter sich haben etc.


    ich bin froh, das meine Teenagerzeit vorbei ist. Ich hatte wenig Freunde bis gar keine Freunde denke ich heute, früher dachte ich ich hätte viel Freunde, viele falsche auf jeden Fall


    Geändert von sourcream ( 3.10.2015 um 00:33 Uhr)

  2. #2
    Mumford

    Gast

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    Verdammt, ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sich das angefühlt haben muss - nur zu gut.

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    So in der Art kommt mir das sehr bekannt vor!!!

    Ich war auch schon immer sehr "naiv" bzw gutgläubig.
    Das haben meine "Freunde" in der Schule gemerkt und mich des öfteren veralbert. Haben mir irgendwelche "coolen" Geschichten (besonders Männergeschichten) erzählt und ich hab das denen geglaubt ohne daran zu zweifeln. Im Endeffekt hab ich dann mitbekommen, wie sie sich über meine "Dummheit" lustig gemacht haben.

    Auch das "der hat mich angelächelt, der mag mich" Ding kenn ich. Das macht mir noch heute ab und zu Sorge, weil man eben irgendwie nicht einschätzen kann, wie es denn tatsächlich ist. Vielleicht ist es aber auch utopisch zu denken, dass man das jemals einschätzen kann...

    Bei meinem ersten Freund habe ich es bis zu dem Moment genossen, wo er "mehr" wollte, da habe ich dann gemauert und wurde als "prüde" hingestellt.

    Aber am Meisten hat mir die Ausgrenzung zu schaffen gemacht. Wer nicht Alkohol trank oder rauchte, war automatisch uncool. Da ich auch eher zu der Sorte Mensch gehöre, die mit Partys und dem ganzen Trubel nicht klar komme, war ich erst recht unten durch. Die Pausen verbrachte ich entweder mit anderen Außenseitern, oder eben alleine.

    Bei mir hat all das sehr strak auf den Selbstwert und das Vertrauen in mich eingewirkt, so dass ich mich heute mit großen Ängsten und Depressionen rumärgern darf.

    Darum finde ich es umso schöner, dass du für dich gelernt hast, dass du gut bist, so wie du bist und dich nicht anpassen brauchst um glücklich zu sein.

    Ich hoffe, der Gedanke gräbt sich auch in mir mal ein, so dass ich es nicht nur theoretisch weiß, sondern auch fühle.

    Liebe Grüße und mach weiter so

    Hotaru

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    danke für eure Antworten


    ich habe auch lange gebraucht mich nicht anassen zu müssen, das ich mein eigenes Leben führen kann auch ohne die anderen. Das kommt dann alles mit dem Alter denke ich, wenn dann das "cool sein" nicht mehr so bedeutend ist.


    sie haben sich auch über meine Gangart lächerlich gemacht. Sie haben immer gesagt ich würde beim laufen hüpfen, als ob ich ne Feder unten dran hätte. Aber auch bei den Armen zb beim Sport weiß ich nicht wohin damit, es kommt mir vor als wäre der rechte Arm steif, auch am Strand wedelte oder bewegte ich die Hände komisch herum, und stand dann so mit angewinkelten Armen da und schüttelte oft meine Hand, sah komisch aus, und da wundere ich mich auch nicht warum ich gehänselt wurden bin. so von der ganzen Art. Wenn ich nervös war als der Weihnachtsmann da war zwinkerte ich und dachte ich bekomme nen Anfall wenn man das sieht , und machte meine Hände steif, rollte sie ein, zupfte am Shirt herum und lachte nur ständig, ich lachte nicht wirklich, ich zeigte nur eher meine Zähne Aber das mache ich heute immer noch gern, also so zu lachen auch wenn es gar nix zu lachen gibt. Und ich kann es nicht steuern, ich muss dann einfach lachen.
    Geändert von sourcream ( 3.10.2015 um 20:58 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    Ich war irgendwie weiter zurück. Mit 14-16 war ich noch ein Kind.

    Nichts mit Jungs oder so. In der 7.& 8. Klasse wurde ich sehr gemobbt. Nicht nur in der Schule, auch im Sportverein, welchen ich aufgrund dessen verließ. Zudem hatte ich zu der Zeit Konfirmationsunterricht und wurde dort auch gemobbt...
    Ab der 9. Klasse wurde es dann aber viel besser, meine "Hauptmobber" sind sitzen geblieben, haben die Schule verlassen und waren somit weg aus meinem Leben.

    Es gab immer ein paar Mädchen, die ich "Freundinnen" nannte, habe mich auch ab und zu mit diesen getroffen.

    Ab der 5. Klasse hatte ich vor allem eine Freundin, lustigerweise eines der beliebtesten Mädchen der Klasse. Sie war lange Zeit meine Hauptbezugsperson, wir wohnten in der Nähe und mit ihr traf ich mich alle paar Wochen/Monate.
    War ab der 7. Klasse Teil einer "Clique", das waren 4 Mädchen (darunter diese Freundin). "Mitglied" wurde ich, indem ich die von mir so auserkorene "Anführerin" fragte, ob sie mich in der Clique aufnehmen. Sie sagte "ja" - damit war die Sache für mich erledigt. Man traf sich insgesamt in den Jahren (7.-9. Klasse) vllt. 4-5 mal mit mir, aber meist wurde ich nicht gefragt. Für mich war es jedoch ausreichend, die waren ja nett zu mir - was will man mehr.
    (Lustig an sich, wie ich das Prinzip "Clique" damals entdeckte, ich las es in so Mädchenzeitschriften meiner Schwester, beobachtete dann, welche Cliquen es in meiner Klasse gab und entschied so, dass ich Teil dieser einen Clique um meine eine Freundin werden wollte - irgendwo musste ich ja hin, immer alleine rumstehen ist auf Dauer auch blöd.)

    Aber der 8. Klasse hatte ich dann noch eine weitere Freundin, die neu hinzu kam und eher Außenseiterin war. Wir trafen uns zwar nie außerschulisch, aber ich saß in der Schule zumeist neben ihr, daher war es für mich meine beste Freundin.

    Ich hatte an sich keine Probleme mit meinen Mitmenschen, vom Mobbing mal abgesehen. Aber die anderen waren immer nett, daher dachte ich, dass die mich auch mögen.
    Es war halt nur niemand daran interessiert, engeren Kontakt zu mir zu knüpfen. Oder ich machte es ihnen schwer - keine Ahnung.
    Mir fiel es ehrlich gesagt auch gar nicht auf.

    Das Mobbing hingegen, das fiel mir auf. Es belastete mich enorm und man merkt es auch meinen damaligen Zeugnissen an. Das war meine erste schwere depressive Phase, inlusive suizidalen Gedanken, selbstverletzendem Verhalten etc. Unschön und die seelischen Wunden die diese Zeit hinterließ machen mir heute noch zu schaffen.
    Davon abgesehen hielt ich mir für eine ganz normale Jugendliche.

    Die meisten meiner "Freundinnen" waren aber auch etwas hinterher, also hatten noch keinen Freund, gingen nicht auf Partys, tranken keinen Alkohol.
    Daher war dieser Vorstellung von Jungs, Partys&Alkohol für mich auch völlig fernliegend und mangels Vergleich, dachte ich, dass alle Jugendlichen so sind wie ich.

  6. #6
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    Hört sich alles sehr bekannt an. Ich war furchtbar naiv - bin ich immer noch, aber nicht mehr so wie früher. Ich wurde von meinen "Freundinnen" am laufenden Band verarscht, immer haben die sich irgendwelche Späße mit mir erlaubt, haben mir anonyme Liebesbriefe geschrieben, die ich glaubte, haben mir irgendwas erzählt, wer mit wem zusammen sei - dass zB die eine mit demjenigen Jungen zusammen sei, den gerade ich toll fand...um mich zu ärgern. Dabei war die gar nicht mit dem zusammen.

    Ich war auch ab und zu auf Parties und fühlte mich dort immer furchtbar einsam. Die anderen hatten ihren Spaß und ich fragte mich, was von mir nun erwartet wird und wie ich das hinkriege, auch so zu sein wie die anderen. Ich war mit 11-12 in einer Clique, aber die haben mich wie gesagt immer nur verarscht und mit mir Spielchen gespielt. Irgendwann war eine von denen sauer auf mich, eigentlich eine gute Freundin (also ich glaub, die war wirklich ne Freundin) und ich wusste nicht, wieso. Hab dieses Hin und Her nie verstanden.

    Dann in der 7ten Klasse wurde es besser und ich wurde nicht mehr gemobbt. Fand eine beste Freundin, die noch genaus kindlich war wie ich selbst. Später tat sie sich dann mit anderen Mädchen zusammen und wurde plötzlich mädchenhaft. Ich war dann auch in dieser Clique, aber zugehörig fühlte ich mich nicht. Die wurden immer tussiger, redeten über Jungs und Sex und Klatsch und Tratsch und ich konnte nicht mitreden. Später erfuhr ich (Jahre später), dass meine "beste" Freundin mich per Mail ausgeschlossen hatte, also die haben sich immer geschrieben und verabredet hinter meinem Rücken. Und ich dachte echt, wir sind Freundinnen...eine von denen hat sich öfter für mich eingesetzt, die fand das Tussige auch blöd und fand es echt scheiße, dass sie mich ausschlossen und hat mir das mit der Mail dann auch erzählt.

    Ich dachte auch immer, dass mich irgendein Junge toll fand, weil er mich angeguckt hat oder so (oder sogar mit mir redete!) und die anderen haben das wohl gemerkt und mir deshalb Fake-Liebesbriefe geschrieben usw., um sich über mich lustig machen zu können. In jüngeren Jahren habe ich es noch gemerkt, wenn ich gemobbt wurde, weil die mich offen auslachten, aber später solche Sachen wie das mit dem Mails, auf sowas wär ich nie im Leben gekommen, dass man sowas machen könnte...da hab ich nur gemerkt, dass ich irgendwie nicht dazugehörte, obwohl die meist eigtl. ganz nett zu mir waren. Ich konnte halt nur nicht über die Dinge lachen, die die lustig fanden und fand es langweilig, wenn die Klatsch und Tratsch machten.

    Später war ich in einen Jungen verliebt, nachdem er mit mir rumgeknutscht hatte - es war mein erster Kuss. Ich musste erkennen, dass das nur eine Knutscherei unter Alkoholeinfluss gewesen war und keine Beziehungsanbahnung. Meine "beste" Freundin kam dann 1-2 Wochen danach mit ihm zusammen, ab da war die Freundschaft vorbei, das verzieh ich ihr nicht.
    Aber auch sonst hatte ich immer irgendwen, den ich toll fand - da ich aber so sozial ungeschickt war und mich nie getraut hätte, ihn anzusprechen ohne richtigen Grund, blieb das immer nur Schwärmerei aus der Ferne. Ich hätte auch nicht gewusst, was ich hätte sagen sollen.

    Gott sei Dank war ich in meiner Pubertät wirklich ein hässliches Entlein (heut seh ich ganz ok aus, denke ich), sonst wär ich in meiner Naivität wohl so einigen Jungs auf den Leim gegangen, wer weiß, wo das geendet hätte. Ein Junge fand mich mal toll und hat mir einen Liebesbrief geschrieben, meine Mutter hat mir den Kontakt mit ihm verboten, weil sie in ihm wahrscheinlich einen üblen Kerl sah bzw. mich schützen wollte. Ich fand das doof von ihr, aber wahrscheinlich war das ganz gut. Er hatte eh viel zu viele Rechtschreibfehler in dem Brief.

    Das Mobbing hat auch bei mir Narben bei mir hinterlassen, hab mir dadurch so einiges an Prägung eingefangen...Misstrauen, teilweise immer noch niedriges Selbstvertrauen, manchmal Menschenhass, Angst vor Menschen...obwohl es schon so lange her ist. Hab aber auch schon einiges davon verarbeitet, aber so einige unterbewusste Reaktionen sind geblieben. Auch ich wurde im Sportverein gemobbt, brauchte aber lange, um ihn zu verlassen, weil ich nicht erkennen konnte, dass es meinem Selbstschutz dient, wenn ich gehe...ich blieb, weil ich zu meinem Wort stehe und an Dingen festhalte, die ich in meinen Alltag eingebaut hatte. Ich konnte nicht gehen, weil ich den Wechsel von einer Situation in eine andere nicht schaffte.

    Erfüllung fand ich damals in AGs, in der Schülerzeitung, in der Theater-AG, in der Tier-AG, ich war in so vielen AGs, dass ich sogar beim Abi eine Ehrenauszeichnung für mein Engagement bekam. Für mich bedeuteten diese AGs eine Regelmäßigkeit und Struktur, außerdem brauchte ich viel Input....und ich glaube auch, dass ich mittels der AGs vor meiner Einsamkeit geflüchtet bin, vor den depressiven Gedanken, die mich überfielen, wenn ich allein war.

    Meine erste depressive Phase bekam ich durch eine Schullektüre: Der Richter und sein Henker. Ich recherchierte wegen des Buchs in der Schulbibliothek nach Nihilismus (und nein, nicht wegen einer Hausaufgabe, sondern aus Interesse) und verfiel in eine Depression. Das war also quasi eine kognitiv herbeigeführte Depression (wohl eher depressive Phase). Ich war mir ab da an meiner Beobachterrolle bewusst und dass ich keine Verbindung zu anderen Menschen, eigtl. zur ganzen Realität hatte, dass ich nicht teilnahm, sondern nur zuschaute. Meine Arbeit über das Buch fiel sehr gut aus, was mich noch depressiver machte, weil es bestätigte, dass ich mich in dem Lebensbild eines Nihilisten so gut wiederfand, dass ich darüber ausführlich schreiben konnte.

    Wow, das war ja jetzt ein richtiger Ausflug in die Vergangenheit...fällt mir jetzt erst auf, WIE naiv ich damals war...

  7. #7
    Lou


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 254

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    Das war eine furchtbare Zeit.

    Schwere persönliche Probleme, Erkrankungen...das allein hätte sich durch die guten Seiten noch aufwiegen lassen.

    Aber ich war so unsicher und schüchtern, tja, die Schule habe ich gehasst....meine Freizeit habe ich überwiegend mit einem klassischen Außenseiter verbracht.
    Und fühlte mich dennoch oft einsam.

    Erst als ich früh eine Ausbildung begann und plötzlich der Jüngste in der Berufsschule war, wurde das anders.
    Diese Zeit selbst war immer noch nicht schön, aber dass ich im Anschluss zurück zur Schule ging und auf einmal einer der älteren Schüler war, das hat mir gezeigt, wie man sich durchsetzt.

    Insgesamt habe ich aber erst spät Spaß gehabt und die Jugend war nicht wirklich erfüllend: vieles verpasst, viele Tage mit schlechter Stimmung.

    Aber die Freizeit war immer mein Rettungsanker, dann war nicht immer alles zu meiner Zufriedenheit, aber am Freitag zu wissen, zwei Tage nicht zur Schule zu müssen, herrlich.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    Hallo miteinander,

    eines mal vorweg. Für wie naiv oder gar doof/ungeschickt ihr euch im Rückblick auf eure Jugend heute auch befindet: es ist nicht richtig.
    Urteilt nicht so hart über euch in der "jüngeren Version", denn eines haben eure Erzählungen irgendwie gemeinsam: ihr wart authentisch. Eure Umwelt war es nicht.
    Dadurch sind die meisten der Schwierigkeiten doch erwachsen, und mit meiner doof verlaufenen Jugend mache ich damit keine Ausnahme
    Vor einer Weile fand ich mein Tagebuch von damals wieder und schämte mich fürchterlich für... eben, den "naiven" Kram darin. Ich wollte nicht
    dass das jemals jemand findet und habe es vernichtet. Das werde ich noch ewig bereuen, denn ich habe im Grunde einen Teil meiner Vergangenheit entsorgt.
    Das fiel mir erst viel später auf. Denn egal wie "furchtbar" man damals war, es waren eben doch wichtige Erfahrungen zur Selbstfindung.
    Ich höre viele Menschen sagen "ach wäre das schön wenn ich nochmal Kind sein könnte". Ich sage dazu: nein, das will ich ganz sicher nicht...
    ich war nie so unverstanden, nie so machtlos gegenüber Dingen die mir schadeten wie damals als kleines "Würmchen".
    Kindergarten... Horror. Eine große Gruppe durcheinanderschreiener Mädchen, Jungs die nur Dumpfsinn und Streiche im Kopf hatten,
    Kindergärtnerinnen die einem ständig in die Gruppe integrieren (oder besser: reinzwingen) wollten. Ich wollte morgens schon nie aus dem Auto aussteigen.
    Und zwar so vehement dass meine verzweifelte Mutter sich eines Tages nur noch mit einer fiesen Drohung zu helfen wusste um mich dazu zu
    bewegen, auszusteigen und in den KiGa zu gehen.
    Schule: schlimmstes Kapitel. Meine Leistungen waren gut, aber ich war quasi unsichtbar. Ich hatte Kameraden, spielte aber trotzdem lieber allein....
    Kameradin: "Lass uns Vater-Mutter-Kind spielen!" Ich: "Ich bin schon das Kind von Mama und Papa " Kameradin: "mit dir kann man ja echt nix anfangen."
    Ich lief wieder nach Hause (und zählte dabei wie immer meine Schritte, aber nur die geraden Zahlen).

    Gymnasium: Absturz! Völlig neue Umgebung. Kein einziges bekanntes Gesicht. Die ersten zwei Jahre hielt ich tapfer durch, fand eine liebe Freundin - kurze Zeit
    später zog sie weg. Ich war allein in dem gierigen Haufen allesamt untereinander befreundeter Jugendlicher, eine einzige große Clique, und ich war die,
    die immer nur danebenstand. Irgendwann störte mich das nicht mehr, aber trotzdem bekam ich stets von zuhause gesagt: "Du musst mal mehr unter Leute,
    du musst raus und was unternehmen mit Freunden!" Unverständlich für die anderen, dass ich gar nicht wollte. Ich war mir selbst genug, und das ist auch heute noch so.

    Zwar schätze ich inzwischen die Anwesenheit von Freunden (echten Freunden) mehr als damals, aber bitte nur innerhalb eines gewissen Zeitraums.
    Danach möchte ich meine Ruhe.

  9. #9
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    Hotaru schreibt:
    So in der Art kommt mir das sehr bekannt vor!!!

    Ich war auch schon immer sehr "naiv" bzw gutgläubig.
    Das haben meine "Freunde" in der Schule gemerkt und mich des öfteren veralbert. Haben mir irgendwelche "coolen" Geschichten (besonders Männergeschichten) erzählt und ich hab das denen geglaubt ohne daran zu zweifeln. Im Endeffekt hab ich dann mitbekommen, wie sie sich über meine "Dummheit" lustig gemacht haben.

    Auch das "der hat mich angelächelt, der mag mich" Ding kenn ich. Das macht mir noch heute ab und zu Sorge, weil man eben irgendwie nicht einschätzen kann, wie es denn tatsächlich ist. Vielleicht ist es aber auch utopisch zu denken, dass man das jemals einschätzen kann...

    Bei meinem ersten Freund habe ich es bis zu dem Moment genossen, wo er "mehr" wollte, da habe ich dann gemauert und wurde als "prüde" hingestellt.

    Aber am Meisten hat mir die Ausgrenzung zu schaffen gemacht. Wer nicht Alkohol trank oder rauchte, war automatisch uncool. Da ich auch eher zu der Sorte Mensch gehöre, die mit Partys und dem ganzen Trubel nicht klar komme, war ich erst recht unten durch. Die Pausen verbrachte ich entweder mit anderen Außenseitern, oder eben alleine.

    Bei mir hat all das sehr strak auf den Selbstwert und das Vertrauen in mich eingewirkt, so dass ich mich heute mit großen Ängsten und Depressionen rumärgern darf.

    Darum finde ich es umso schöner, dass du für dich gelernt hast, dass du gut bist, so wie du bist und dich nicht anpassen brauchst um glücklich zu sein.

    Ich hoffe, der Gedanke gräbt sich auch in mir mal ein, so dass ich es nicht nur theoretisch weiß, sondern auch fühle.

    Liebe Grüße und mach weiter so

    Hotaru
    Das mit dem Selbstwertgefühl kenne ich nur zu gut, geht mir leider auch nicht anders und andere Menschen einschätzen fällt mir ebenfalls sehr schwer.

    Für mich war die zeit hart. Hatte einen Schwer behinderten Bruder was für meine Eltern nicht leicht war und dann ich Wildfang, da kamen Schnell die Ratschläge von Ärzten usw. mich ins Kinderheim zu stecken und die dazugehörige Schule, wo ich dann nicht der einzige Außenseiter in der Schule/Heim war aber in der Restlichen Welt. Es ist nicht angenehm vom Weißen Bus abgeholt zu werden um in die Schule gebracht zu werden (in einem 3500 Seelen Dorf).

    mit dem Beginn meines ersten Lehrversuchs bin ich dann zum Glück auch in der Restlichen Welt Angekommen und hab meinen noch bis heute bestehenden Freundeskreis kennengelernt. doch die Verunsicherung, das Selbstwertgefühl und die Fähigkeit Neue Menschen einzuschätzen fehlt mir immer noch komplett

    Mit der Örtlichen Gemeinschaft in meinem Kaff und denn meisten Leuten will ich bis Heute nichts zu tun haben. Da hier zu viele Schlechte Erinnerungen dranhängen.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Die Teenagerzeit, wie war sie für euch?

    ,menschen kann ich auch nie richtig einschätzen. Die eine ist zb so nett zu mir und plötzlich erzählen andere, die hätte das und das gemacht und ich denke dann eben "ist die so böse,die ist doch nett?" da dreht sich mein Bild auf den kopf und ich bleibe stumm. Dann merke ich selber das die wirklich "böse" ist. Also ich weiß wirklich nicht was Leute vorhaben.

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