Seite 5 von 5 Erste 12345
Zeige Ergebnis 41 bis 48 von 48

Diskutiere im Thema Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Für alle Themen rund um ADS / ADHS und das Asperger-Syndrom oder Autismus bei Erwachsenen
Neues Forum!
  1. #41
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Kann das mit den Tassen nicht auch "einfach" zwanghaftig sein?
    Stehen alle gleich, hat man den Überblick, die Kontrolle.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das die meisten Asperger einen Grund für ihre Zwänge angeben konnten, der war nun wahrlich nicht immer allgemein nachvollziehbar, aber sie konnten sehr oft beantworten warum sie was wie machen. Allerdings waren das immer eher die nicht funktionalen Fälle der Asperger (Behindertenwerkstatt und Behindertenmaßnahmen), vielleicht gibt es da auch einen Unterschied.

    Die Stereotypien sind glaube ich sehr häufig zur Beruhigung, zumindest haben viele von denen bei Auf/-Erregung die Bewegungsstereotypien "abgespult".




    Naja, ist das was ich so erlebt habe......

  2. #42
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Fliegerlein schreibt:
    Vielleicht hilft es ja auch dem ein oder anderen, sofern er oder sie sich mal wieder durch en Fliegerlein'sches Monsterposting gekämpft hat .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Danke für's Posten.
    Mir hat's sehr geholfen und,gegen gelegentliches Durchkämpfen ist doch gar nichts einzuwenden-wenn's sich lohnt.

    LG

  3. #43
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    creatrice schreibt:
    Kann das mit den Tassen nicht auch "einfach" zwanghaftig sein?
    Stehen alle gleich, hat man den Überblick, die Kontrolle.
    Klar, sehr gut möglich.
    Ich sag ja, da fehlen mir in vielerlei Hinsicht die Vergleiche.

    Für mich fühlt es sich nur anders an, .. schwer sowas zu verbalisieren.


    creatrice schreibt:
    Ich habe die Erfahrung gemacht, das die meisten Asperger einen Grund für ihre Zwänge angeben konnten, der war nun wahrlich nicht immer allgemein nachvollziehbar, aber sie konnten sehr oft beantworten warum sie was wie machen.
    So würde ich das bei mir in vielen Fällen auch sagen können (gut möglich, dass ich das nicht wirklich gut formuliert habe).
    Ich kann nur nicht immer einen für Andere wirklich rational erklärbaren Grund dafür angeben. (so wie Du es geschrieben hast, ich denke, das passt sehr gut)
    EDIT:
    Warum mag ich, wenn etwas glänzt?
    Mehr als andere, so sehr, dass mal den Spitznamen "Polifix" hatte.
    Es fasziniert mich, es spricht mich irgendwie an.
    Und die Antworten der Anderen sind immer die gleichen, "Klar mag jeder, wen etwas glänzt, Chrom etc, ... aber doch nicht sooo"
    Ich weiß nicht, wie ich das erklären kann.
    Ich weiß, dass Menschen im autistischen Spektrum dafür einen Faible haben, mehr als Andere eben.


    Ich selbst bin mir da ohnehin ständig und immer wieder unsicher (auch das ist Teil einer Zwanghaften PS, aber eben nicht nur da), was hier was ist und ob überhaupt irgendwas zutrifft ....
    Die Frage, was ist ADHS, was Asperger, was Zwanghafte PS, was komplexe Traumafolgestörung (die lässt sich auch prima verwechseln, noch mehr Überschneidungen und ich hatte all diese Diagnosen schon auf dem Tisch ...

    Wer weiß schon, was wo wirklich dahintersteckt.

    Das ist ja irgendwie auch die Misere bei Menschen, die erst im Erwachsenenalter erkannt werden ... ADHS kommt selten allein und versuch man mal all die Komorbiditäten zu erkennen und all die Symptome der einzelnen Störungen zu erkennen und zudem zuzuordnen, ... wenn man vorher nicht irre war, wird man's spätestens dann .

    Ich kann wie gesagt hier nur mich selbst als (Fall-)Beispiel anführen.
    Ich hab die Diagnose ADHS (dreifach validiert), Zwanghafte PS, Generalisierte Angststöung.
    Dann kam mal ein Gutachter der Rentenversicherung darauf, dass das alles eher eine komplexe Traumafolgestörung ist und die auch die "ADHS-ähnlichen Symptome erklären würde (nach 45 Minuten Gespräch ... einen tiefen Einblick kann er wohl kaum bekommen haben aber es ist auch nicht von der hand zu weisen) und in der für ADHS spezialisierten Klinik kam man auch mit dem Asperger Verdacht, den man aber nicht als Diagnose stellen konnte, weil man dort nicht die Testungen durchführen konnte (ich hab das nie auch noch offiziell machen lassen), aber Zweifel hatten die daran auch nicht.

    Was glaubt man, was glaubt man nicht, was soll man glauben?

    Was ich damit ausdrücken möchte ist:
    Da sieht man, wie unglaublich schwer es ist, sowas wirklich sauber zuordnen zu können ... selbst für die geschulten und erfahrenen Fachleute.

    Nur zu verständlich, wenn man betrachtet, dass sich die einzelnen Störungen auch noch gegenseitig beeinflussen.

    Allein zu ADHS und Asperger habe ich mal gelesen (weiß aber nicht mehr wo), dass sich ausgerechnet diese beiden Störungen so wirr vermischen können, dass man u.U. weder da Eine, noch das andere erkennen kann.
    Ursprünglich dachte man mal, dass die Störungen nicht gemeinsam auftreten können, dann vermutete man, dass sie sich in Teilen eigentlich gegenseitig kompensieren müssten, aber das Gegenteil ist der Fall, eher verstärken sie sich ...
    Was soll ich sagen ... ein Mensch, der nach System und Ordnung sucht und das braucht, selber aber vergesslich, zerstreut, unordentlich und chaotisch ist ... das ist ein lebenslanger, innerer Kampf mit selbst ...

    Alles, was ich hier schreibe, ist am Ende auch nichts weiter als der nach wie vor verzweifelte Versuch, das selber alles irgendwie zuordnen und verstehen zu können.

    Die Beispiele zeigen aber, dass es bei gemeinsam auftretenden Störungen überhaupt nichts bringt, die Symptome einzeln zu betrachten und zuzuordnen.
    Alles beeinflusst sich gegenseitig.

    Selbst die einzelnen Störungen sind sich mitunter schon so ähnlich, dass es einer genauen Differentialdiagnose bedarf, aber wenn sie zusammen vorhanden sind ... dann hat man einen bunten Mix aus Cola, Fanta, Sprite, Kaffee, Red Bull, und was weiß ich noch im Glas, sieht eine farbige Brühe und muss versuchen, irgendwie herauszuschmecken, was da alles zusammengepampt wurde .

    Ds macht es so wahnsinnig schwer.
    Geändert von Fliegerlein (24.09.2015 um 12:38 Uhr) Grund: Edit zugefügt, Formulierung in einem Satz korrigiert

  4. #44
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Fliegerlein schreibt:
    Der ADHS-Betroffene kennt diese "Regeln" der nonverbalen Kommunikation.
    Er kann durchaus Gestik und Mimik und Betonung deuten und zuordnen, er hat "ein Gefühl" für sowas, so wie neurotypische Menschen ebenfalls.
    Sie liegen auch nicht immer richtig, aber im Großen und Ganzen haut das schon hin.

    Das Problem bei ADHS ist, dass der Betroffene oftmals was nicht mitbekommt, weil er abgelenkt ist, in Gedanken ist, etc.
    Er könnte die nonverbalen Informationen durchaus deuten und verstehen, er kriegt sie aber gar nicht mit.

    Beim Asperger ist das komplett anders.
    Er kann noch so konzentriert hinschauen und hinhören, was er sieht und hört, ist für ihn eine "Fremdsprache".
    Er sieht die Gesichtsausdrücke, kann sie aber nicht zuordnen.
    Er hört einen Text, kann aber nicht die Informationen erkennen, die zwischen den Zeilen stehen.
    Der ADHS'ler kann das, er kriegt's "nur" nicht mit.
    Der Asperger kriegt das mit, versteht es aber nicht.

    Beides wirkt nach außen hin gleich, hat aber grundverschiedene Ursachen.
    Und daher ist es auch so wichtig, das zuordnen zu können, denn mit Beidem muss ganz unterschiedlich umgegangen werden, wenn man etwas verbessern will.
    Ich möchte hier einmal anknüpfen, weil dieses Thema mich schon öfter zum nachdenken brachte.
    Ich kann z.B. recht gut Mimiken lesen, das Hauptproblem ist der fehlende Blickkontakt, dadurch entgehen mir viele Informationen.

    Es gibt nicht "bei Asperger" - da Autismus (egal ob frühkindlich oder Aspie) mind. 3-5 verschiedene Störungen beinhaltet, die unter selben Namen laufen.

    Was das "Mimiken lesen" und "Blickkontakt" betrifft, habe ich derzeit beim Autismus 4 verschiedene Gruppen ausgemacht:
    1. Wie von dir beschrieben, die Leute fällt es sehr schwer Mimiken und Körpersprache generell zu lesen, auch wenn sie sich drauf konzentrieren. Sie meiden Blickkontakt, aber eher, weil sie z.B. am Mund besser Mimiken ablesen können als an den Augen und deswegen den Fokus auf den Mund richten.

    2. Autisten mit starker Hochsensibilität - dort wird oft beschrieben, dass die Blickkontakt meiden, weil es aufgrund der Intensität Schmerzen verursacht.

    3. Autisten mit sensorischer Integrationsstörung oder stark ausgeprägtem Monotropismus: sie können entweder einem zuhören oder einen anschauene - aber nicht beides gleichzeitig.

    4. Autisten, bei denen Blickkontakt und Mimiken lesen unauffällig ist (ja, gibts!).

    Ich selber schwanke zwischen 2&3. Empfinde jedoch keine Schmerzen oder so, es ist mir schlicht unangenehm und ich habe das Gefühl, es funktioniert einfach nicht. Ich kann einfach nicht zuhören und gleichzeitig Blickkontakt halten. (Schwächen dieser Art habe ich auch in anderen Bereichen, bei denen zwei Reize gleichzeitig eintreffen).

    Warum sagen Studien dann, dass so viele Autisten keine Mimiken lesen können?
    Da gibt es eine weitere Hypothese, die für mich persönlich sehr schlüssig klingt, die Alexithymie-Hypothese:
    Translational Psychiatry - Mixed emotions: the contribution of alexithymia to the emotional symptoms of autism

    Grob gesagt, sagt diese: Probleme mit der (kognitiven) Empathie (also z.B. eben Gefühle anhand der Augen oder Körpersprache zu lesen) sind korreliert mit dem Grad der Alexithymie, aber nicht(!) mit dem Autismus an sich.
    Sprich, "keine Mimiken lesen können" ist demnach kein autistisches Symptom, sondern ein Symptom der Alexithymie.
    Da jedoch ein großer Prozentsatz der Autisten (Zahlen unterschiedlich, >60%) auch die Kriterien der Alexitymie erfüllen, schaut es so aus, als wäre es ein autistisches Symptom.

    Wollte ich nur mal geschrieben haben, weil es wiederholt hier auftaucht in deinen Beschreibungen, es aber eben nicht unbedingt "typisch autistisch" ist, sondern nur für einen Teil der Autisten typisch ist - für viele andere hingegen überhaupt nicht.

  5. #45
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    ReRegenbogen schreibt:
    Es gibt nicht "bei Asperger" - da Autismus (egal ob frühkindlich oder Aspie) mind. 3-5 verschiedene Störungen beinhaltet, die unter selben Namen laufen.
    Das ist in meiner Wahrnehmung etwas unglücklich formuliert, denn es ist nicht so, dass Autismus mehrere verschiedene Störungen beinhaltet.

    Wie bei ADHS gilt für Autismus, dass wir es mit einer Spektrumsstörung zu tun haben.
    Es ist etwas unglücklich, dass im Laufe der Entdeckungen der Störungen, Wissenschaftler unabhängig voneinander und ohne voneinander zu wissen, ihre Störungen benannt haben.
    Der frühkindliche Autismus, der Kanner Autismus und das Asperger Syndrom werden alle dem gleichen Autistischen Spektrum zugeordnet.

    Insofern ist es auch logisch, dass einige Symptome (Gestik/ Mimik, Augenkontakt etc.) unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

    Ich verwende den Begriff Asperger auch eher aus Gewohnheit und ein wenig aus Faulheit, weil mir der Begriff "Autistisches Spektrum" zu mühselig ist und das Kürzel ASS immer wieder zu der Frage führt, was Autismus mit Aspirin zu tun hat, dessen Wirkstoff Acetylsalicylsäure ebenfalls mit "ASS" abgekürzt wird.

    Man wird also möglicherweise noch weit mehr als nur 4 Gruppen ausmachen können, einfach weil die Symptome syndromtypisch unterschiedlich ausgeprägt sein können.

    ReRegenbogen schreibt:
    Empfinde jedoch keine Schmerzen oder so, es ist mir schlicht unangenehm und ich habe das Gefühl, es funktioniert einfach nicht. Ich kann einfach nicht zuhören und gleichzeitig Blickkontakt halten. (Schwächen dieser Art habe ich auch in anderen Bereichen, bei denen zwei Reize gleichzeitig eintreffen).
    So würde ich das für mich auch beschreiben.

    ReRegenbogen schreibt:
    Wollte ich nur mal geschrieben haben, weil es wiederholt hier auftaucht in deinen Beschreibungen, es aber eben nicht unbedingt "typisch autistisch" ist, sondern nur für einen Teil der Autisten typisch ist - für viele andere hingegen überhaupt nicht.
    Naja ... Spektrum eben ...

  6. #46
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Fliegerlein schreibt:
    Chamaeleon schreibt:
    Ich finde ja, dass es ein paar Dinge aus verschiedenen Störungsbildern (ich glaube, hier müsste ein anderes Wort hin, aber es fällt mir nicht ein) gibt, die sich schon seeehr ähneln.

    Ich vermute, dass das was Du mit "Störungsbildern" meinst, Symptome sind.
    Hm nein, die "Dinge aus verschiedenen Störungsbildern" sind die Symptome, ja, ich meine aber allein das Wort "Störungsbilder" - ich dachte, es wäre irgendwie unpassend, ich wollte aber auch nicht "Krankheitsbilder" schreiben, weil manche ADSler und Autisten sich ja nicht als "krank" wahrnehmen.

    Der Asperger hält z.B. eine bestimmte Ordnung ein (Dinge auf dem Schreibtisch, Tassen im Schrank), weil er es nicht anders ertragen kann.
    Wenn etwas anders oder in seinen Augen falsch steht, macht ihn das irre, es macht ihm regelrecht so etwas wie Angstgefühle, es beunruhigt ihn.
    Er kann aber nicht sagen warum.
    Unsymmetrie z.B. bewirkt das bei mir.
    Das hat aber keinen rational erklärbaren Grund.

    Wenn ein ADHS'ler zwanghaft ist, dann hat es einen rational erklärbaren Grund:
    Er versucht sein inneres und äußeres Chaos regelrecht zu bezwingen.
    Mir fällt zum Asperger in diesem Abschnitt die "kognitive Dissonanz" ein - vielleicht erträgt ein Asperger die Unordnung oder Asymmetrie (hier das richtige Wort, sorry, soll kein Klugscheißen sein) nicht, weil es eine kognitive Dissonanz bei ihm erzeugt, die erst wieder zurechtgerückt werden muss. Ich kenne es von mir, dass ich von vielen Dingen eine bestimmte Vorstellung habe, wie sie zu stehen oder zu liegen oder zu hängen haben und wenn diese Vorstellung nicht mit der tatsächlich vorhandenen Realität zusammenpasst, dann erzeugt das Unwohlsein. Bei mir ist es nicht so, dass es so starkes Unwohlsein erzeugt, dass ich noch an die Tassen denken müsste, wenn ich bereits aus dem Raum gegangen bin (da hilft mir auch das ADS, es zu vergessen ), aber wenn es direkt vor mir auf einem Tisch steht, während ich daran esse oder trinke, MUSS ich es gerade rücken.
    Dagegen neige ich aber auch dazu, meine Klamotten einfach in eine Ecke zu schmeißen, das wär dann das komplette Gegenteil.

    Ich habe das nun als Beispiel genommen, um das Prinzip "kognitive Dissonanz" einzubringen - ob mein Verhalten nun ADS, Asperger oder Zwanghaftigkeit zugeordnet werden kann, weiß ich nicht. Aber es wäre doch zumindest möglich, dass dieses Prinzip an die Stelle des "nicht rational erklärbaren Grundes" treten könnte.

    Stereotypien bei Asperger sind zumeist komplexere Abläufe, bei mir folgen sie immer einem bestimmten Rhythmus, meist einem 4er oder 5er Takt bei sich immer gleich wiederholenden Bewegungsabläufen (schwer zu erklären).

    Bei den Stereotypien, die ich der ADHS zuschreiben würde, ist das anders.
    Dieses Bein wippen, mit den Fingern klopfen undundund ... das sind eher Dinge, die ich auch bei Menschen beobachte, die ungeduldig zu sein scheinen oder die sich langweilen.
    Wäre eine ADS-typische "Stereotypie" also eine sich stetig wiederholende, einzelne Bewegung wie zB mit einem Finger auf dem Tisch trommeln oder mit dem Bein wippen und eine Asperger-typische Bewegung eher das Zusammendrücken von Daumen und jedem einzelnen der anderen Finger (in einem schnellen Ablauf) - also einem Bewegungsablauf? Und machst du als Asperger diese Stereotypien auch fast den ganzen Tag, also, bist du immer in Bewegung oder machst du die nur, wenn du besonders gestresst bist? Ist vielleicht auch ein bisschen schwer, das auseinanderzuhalten, wenn du beide Diagnosen hast, ADS und Asperger...
    Bei mir als ADSlerin ist es so, dass ich fast immer irgendwas mit meinen Fingern mache (in stetigen Wiederholungen) und außerdem ständig Ohrwürmer habe. Irgendetwas ist immer in Bewegung. Ich frage mich halt, ob das bei Asperger auch so ist.

    Und was soll dieses Gedankenkreisen? Wozu ist das gut?
    Es ist nicht gut. ... Es ist Kacke .... .
    Ja, ist es. Aber "Wozu ist das kacke?" hört sich auch kacke an.

    Aber da können wir auch einfach mal annehmen, dass das eben eine Fehlfunktion im Gehirn sein kann.
    Na, vielleicht ist das ja so etwas wie eine "gedankliche Stereotypie"...eben der Versuch des Gehirns, in "Bewegung" zu bleiben.

    Vielleicht hilft es ja auch dem ein oder anderen, sofern er oder sie sich mal wieder durch en Fliegerlein'sches Monsterposting gekämpft hat .
    Ich habe mich gern durchgekämpft und naja - ich bin ja auch nicht besser.

  7. #47
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Chamaeleon schreibt:
    Oh Mann, mir geht´s genauso! Ich hab auch das Gefühl, ich versteh die Menschen nicht wirklich, zu 99% versteh ich sie falsch bei sowas, wie du geschildert hast. Ich hab das Gefühl, ich versteh nie das, was der andere sich dabei denkt, sondern nur das, was er sagt, oft wohl auch so wortwörtlich wie du.
    Wenn jemand zB zu mir sagen würde: Sind Sie nächste Woche auch hier? und aber den Marktstand meint und nicht mich persönlich - ich würds nicht verstehen, ich würd einfach nicht drauf kommen. Das mit der Schraube hätte auch ich sein können, aber sowas von...
    Wenn man nicht ganz genau mit mir kommuniziert, versteh ich alles mögliche falsch. Man muss mir ganz genau sagen, was man will und was man denkt, diese ganze "mitgedachten" Dinge verstehe ich oft nicht.

    Ich glaub, das is nu wirklich OT.

    genau wenn die nicht genau sagen was Sache ist verstehe ich es nicht so richtig,

    Heute war wieder so ein Beispiel:

    es wurde mir etwas zurecht geschnitten und ich dachte dann eben so, so wie die Kabel sind muss ich die nehmen weil sie die eben ausgemessen haben, und ich meinte dann so "da ist eins ist aber viel zu lang" bis dann die neben mir meinte "kannst du doch abschneiden" und ich habe dann gleich eingelenkt und gesagt "ja klar, ich weiß" damit es nicht auffällt was ich dachte. Aber ich hatte mir nach dem Satz von ihr halt gedacht "ja klar, warum nicht, stimmt "

    Oder als sie fragte "hast du auch hohe Hauben?" also von meinem Auftrag........ich habe überlegt *hää? ääh normale Hauben habe ich" da meinte dann eine andere "ja hohe" , die wissen anscheinend schon das ich mit sowas Probleme habe etwas richtig zu verstehen oder ich manchmal langsam reagiere auf etwas, und ich lange auf der Leitung stehe. Ich hatte aber was ganz anderes im Kopf nämlich echt große spitze hohe Hauben die es ja eigentlich auch gibt. obwohl meine Hauben "Hohe Hauben" heißen

    Ich habe aber auch schon früher als Kind gemerkt das was mit mir nicht stimmt udn es spiegelt irgendwie alles wieder wenn ich an heute denke:

    Zb Meine Mutter erklärte mir ein Lied "liebe Schwester tanz mit mir" und ich sang in dem Lied immer "einmal hin einmal hin" meine Mutter erklärte es immer wieder "es heißt einmal hin einmal her" beim dritten mal sang ich es so, aber am nächsten Tag sang ich es genauso wieder genauso wie bei der Strophe "liebe Schwester tanz mit mir" habe ich " liebe Schwester tanz bei mir" gesungen....ich denke ich habe schon in frühester Kindheit schon nicht viel verstanden, und ist bis heute geblieben

    ich denke dieses Zwanghafte habe ich mir auch angewöhnt weil ich eben zerstreut bin und seit dem ich das aber mache, vergesse ich weniger und wirke irgendwie nicht mehr so zerstreut, denke ich .Genau das wollte ich weghaben. Mein Haustürschlüssel hängt immer im Schloss, so vergesse ich ihn nicht und der Autoschlüssel liegt in der Umhängetasche so das ich ihn nur mitnehmen kann. Früher habe ich oft den Spintschlüssel für die Arbeit vergessen und musste zurück und kam deswegen etwas später was die andere wieder ärgerte, weil ich den lose hatte, seit dem hängt der mit am Autoschlüssel, und seit dem führe ich den immer mit. Man muss sich eben selber helfen und es klappt.


    seit dem ich mich erinnere kann sammel ich Dinge. Mal Asperger oder sämtliches ausgeschlossen, es gibt ja viele "normale" Menschen die was sammeln. Früher fing es an mit Fußballaufkkleber zu sammeln und beklebte mein ganzes Bett damit. Dann sammelte ich Schlümpfe, naja aber auch das verflog dann mal, ich denke mal. Jeder Mensch sammelt was für das er sich interessiert

    als Teenie sammelte ich von meiner Lieblingsgruppe jedes Schnipsel in der Zeitung und mein Zimmer war zugekleistert mit poster und Schipsel und Aufkleber Meine Eltern haben immer gesagt "bei dir sieht es ja aus". Also das war schon zu extrem muss ich sagen. Immer wenn ich ne Zeitung hatte und die drin waren musste ich es ausschneiden das war wie eine Sucht. Ich hatte auch Kissen und nen Puzzle, und Bettwäsche


    dann hatte ich kein interesse mehr, logo man wird ja älter. Dann habe ich jahrelang Jackie Chan Filme gesammelt, wo ich nun auch an die 50 Filme habe aber auch das änderte sich und das Interesse sank dann. und es ging über zur asiatischen Deko.die ich sammelte. Ich sammel nun nix mehr außer es schenkt mir einer asiatisches, aber meine Vitrine is ja schon voll und meine Wände auch außer mal wenn in Ü.Eier diese Minions drin sind oder Schlümpfe. Jetzt beschäftige ich mich eher mit Musik, (singen etc) halt auch mit älterer Musik von den 60 70 und 80igern. Was manche nicht so verstehen als wie "in deinem Alter"

    Aber so habe ich ein recht "normales " Leben außer das ich keinen Partner habe und nur eine gute Freundin die auch hochsensibel ist. Und das ich fast jedes We das gleche mache, ich bin eigentlich ganz froh keinen Partner zu haben, weil man mit dem Partner dann am WE meist mit anderen zusammen war, was ich gar nicht mochte. Ich machte das 2 Jahre mit. Aber auch nach den 2 Jahren fühlte ich mich unwohl.



    das mit dem Tassen finde ich nun auch nicht so weltbewegend. Manchmal ist das einfach ne dumme Angewohnheit. Ich zb hänge meine frisch gewaschenen Tshirts verkehrt in den Schrank. also nicht umgedreht. So weiß ich, die sind noch nicht getragen worden und ganz frisch, das ist mir wichtig weil die eben frisch sind.
    Mein Ex konnte das nie verstehen Er meinte immer "das ist doch Schwachsinn, wenn ich die normal reinhänge sehe ich doch das sie noch gut sind, sonst wären die doch in der Wäsche" Er konnte denken was er wollte, ich hing die so rein. Bei mir hängt auch alles auf dem Bügel, wegen Knitter, und weil ich zu faul zum bügeln bin





    bei mir muss aber auch immer was in Bewegung sein. Manchmal mache ich komische Fingerbewegungen, ich knicke sie so nach innen zu mir und lasse sie knacken, oder wenn ich meine Füße auf dem Sofa habe, rolle ich meine Füße ein.Das hatte mal eine gemerkt, ich aber nicht und da meinte sie "tut das nicht weh, was du mit deinen Füßen machst? ich habe es ja nicht mal gemerkt wie soll das dann wehtun? Einfach so mache ich es nicht ich habe auch Tics, also ganz banane bin ich nicht, da kann ich mir vorstellen warum mich manche Menschen schon verachtet haben zb in der Schule, hatte da einen Zwinkertic gehabt.
    Geändert von sourcream (24.09.2015 um 22:59 Uhr)

  8. #48
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Fliegerlein schreibt:
    Das ist in meiner Wahrnehmung etwas unglücklich formuliert, denn es ist nicht so, dass Autismus mehrere verschiedene Störungen beinhaltet.

    Wie bei ADHS gilt für Autismus, dass wir es mit einer Spektrumsstörung zu tun haben.
    Es ist etwas unglücklich, dass im Laufe der Entdeckungen der Störungen, Wissenschaftler unabhängig voneinander und ohne voneinander zu wissen, ihre Störungen benannt haben.
    Der frühkindliche Autismus, der Kanner Autismus und das Asperger Syndrom werden alle dem gleichen Autistischen Spektrum zugeordnet.

    Insofern ist es auch logisch, dass einige Symptome (Gestik/ Mimik, Augenkontakt etc.) unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.
    Je mehr ich mich mit der Thematik befasse, desto mehr bin ich halt der Ueberzeugung, dass das Spektrum alleine die Unterschiede nicht erklaert und soweit ich weiss, gibt es auch viele Forscher, die selber Meinung sind.
    Es werden wohl durchaus verschiedene Stoerungen sein, die aber unter selben Namen laufen, weil man nicht die Mittel und Wege hat, sie voneinander klar zu unterscheiden.
    Ich selber merke es halt. Las in letzter Zeit verschiedene Berichte fruehkindlicher Autisten und die waren alle soooo verschieden, das war immens.
    Bei manchen fand ich mich total wieder, bei anderen hatte ich das Gefuehl, dass die von einem anderen Stern kommen*g*

    Da aber den meisten eine normabweichende Wahrnehmung eigen ist, sind viele Symptome aehnlich, obwohl sie moeglicherweise auf verschiedenen Ursachen beruhen.
    Aber dann gibt es ja wieder, je nach Studie, 5-35% Autisten, die keine Auffaelligkeiten in ihrer Wahrnehmung zeigen...
    Ansonsten: Hypo- und Hypersensitivitaet, Verarbeitungsstoerungen (Integration verschiedener Sinnesreize), Abweichung in der Verarbeitung von menschlichen Emotionen u.s.w., es gibt viele verschiedene "Ursachen" fuer ein- und dieselbe Diagnose.
    Und dann gibt es noch saemtliche Mischformen. Solange das alles noch nicht klar ist, macht eine genaue Unterscheidung auch keinen Sinn, daher ist das Autismus-Spektrum die zum jetzigen Zeitpunkt sinnvollste Herangehensweise.

    Aber meiner Meinung nach ist auch die Unterscheidung insbesondere zwischen ADS und Asperger aehnlich schwierig, wie die zwischen verschiedenen "Autismusformen" - daher weiss ich nicht, ob es wirklich so sinnvoll ist.

Seite 5 von 5 Erste 12345

Ähnliche Themen

  1. Sich selbst ein Bein stellen - Immer alles kaputt machen
    Von sunix im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 4.02.2015, 13:59

Stichworte

Thema: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Für alle Themen rund um ADS / ADHS und das Asperger-Syndrom oder Autismus bei Erwachsenen
Neues Forum!
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum