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Diskutiere im Thema Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Chamaeleon schreibt:
    @Fliegerlein: Das Beispiel mit den Henkeln nach rechts könnte man aber auch zwanghaften Zügen zuschreiben, oder nicht?
    Natürlich.
    Asperger lässt sich leicht mit einer zwanghaften PS verwechseln (ich habe ebenfalls ursprünglich eine Diagnose für zwanghafte PS).
    Um das herauszufiltern bedarf es eben immer einer Differentialdiagnose.

    Chamaeleon schreibt:
    Dagegen das Beispiel mit dem Frühstück würde ich auch dem Autismus zuschreiben. Ich habe das Gefühl, dass es die Zwanghaftigkeit eher auf kleinere Aktionen ausgerichtet ist (Tassen richtig stellen, Hände waschen, am Kopf kratzen) und die Routine bei Autismus sich eher auf größere (Zeit-) Abschnitte bezieht. Ist aber nur so ne Idee...
    Keine Ahnung.
    Ich würde das (immer bezogen auf mich selbst) nicht auf die Größe der (Zeit-) Abschnitte betrachten.
    Es können große und kleine Sachen sein, ich kann aber nicht reproduzieren, inwiefern da eine Gemeinsamkeit besteht.
    Möglich, aber ich weiß es nicht und muss gestehen, dahingehend auch noch nichts in der Literatur gefunden zu haben.

    Gegen die Vermutung spricht aber, dass man bei Asperger-Betroffenen die typischen, meist komplexen stereotypischen Bewegungen findet, das sind ja auch nur kleine Dinge.

    Was übrigens das Hände waschen und Kopf kratzen betrifft, da wäre ich mir nicht sicher, ob das nicht eher unter Zwänge statt unter Zwanghaftigkeit fällt.
    Beides kann aber auch zusammen auftreten.
    Geändert von Fliegerlein (22.09.2015 um 08:30 Uhr) Grund: Fehlendes Wort im Satz ergänzt

  2. #32
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Ich finde ja, dass es ein paar Dinge aus verschiedenen Störungsbildern (ich glaube, hier müsste ein anderes Wort hin, aber es fällt mir nicht ein) gibt, die sich schon seeehr ähneln. Zum Beispiel hätten wir da:

    1. Stereotypien (Asperger)
    2. "Stereotypien" (ADS-typische Knibbeleien, Zappeleien, Beinwippen usw)
    3. Zwänge (zwanghafte PS)
    4. Gedankenkreisen - sich ständig wiederholende Fragmente wie zB Ohrwürmer (ADS?)
    5. Routine (Asperger)

    Nun frag ich mich: Was soll jede "Eigenart" bewirken/kompensieren? Stereotypien bei Asperger - was bewirken sie? Machen sie ruhiger? Bauen sie Stress ab? Die ADS-typischen "Stereotypien" sollen ja auch beruhigen - was ist dann der Unterschied zu Asperger?

    Und sollen Zwänge auch irgendwas beruhigen? Und was soll dieses Gedankenkreisen? Wozu ist das gut? Ich hab zB so gut wie IMMER Ohrwürmer (= Gedankenkreisen) und wenn der Stress stärker wird, werden die Ohrwürmer kürzer, teilweise bestehen sie nur noch aus 2-3 Noten, die sich ständig wiederholen. Da wäre also auch Stress der Auslöser, aber was will das Gehirn damit bezwecken? Beruhigen tut mich das zumindest nicht...

    Dass die Routine eher etwas ist, was auf einen größeren Zeitrahmen passt, kommt daher, dass für mich die Bedeutung des Wortes schon diese Zeitspanne beinhaltet. Routine ist etwas, das täglich oder wöchentlich stattfindet, nicht minütlich - das wäre dann eher Stereotypie oder Gedankenkreisen. Das Beispiel mit den Henkeln würde also zumindest nicht unter Routine fallen, nach meiner Definition. Aber du hast Recht, Stereotypien sind auch typisch für Asperger und eher kurzweilig. Aber weil Routine für mich eher eine größere Zeitspanne meint, fällt das mit den Henkeln mMn nicht unter Routine. Und eine Stereotypie ist es auch nicht. Also könnte es auch zwanghaft sein. Es könnte aber auch sein, dass es zu diesem Drang nach Ordnung gehört, den man bei Aspergern oft findet...das Anordnen von Dingen in einer bestimmten Reihenfolge, nach einem bestimmten Muster. Insofern echt schwierig, da zu sagen, ob das mit den Henkeln eher zu Asperger gehört oder zur Zwanghaftigkeit. Vielleicht ist Zwanghaftigkeit "zwingender"?

    Was diese Dinge alle gemeinsam haben, ist die Wiederholung. Und da frag ich mich halt, was das soll mit der Wiederholung...

    Ich hoffe, diesem Text wohnt ein bisschen Ordnung inne.

  3. #33
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.984

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Er drückt jedenfalls das aus,was in meinem Text vorher-wg.meiner mangelnden Spontandetailausdrucksfähigke it-nicht ganz klar wurde.

    Die (mittlerweile teils) unüberschaubaren Überschneidungen der Spektren und ihrer Symptome.
    Wobei das offenbar auch nochmal variiert-je nach Quelle/diagnostischem Instrument.
    Ich war definitiv extrem wuschig,als ich mit dem Lesen fertig war.

    War das jetzt noch T,oder OT?

  4. #34
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    bei mir ist es auch so das ich wegen meiner Hochsensibilität viele Anzeichen habe die sicher zum verwechseln ähnlich sind. Zb stören mich laute Geräusche extrem, wenn einer saugt, wenn einer bohrt. Ich mache mir dann immer Kopfhörer rein, nicht immer aber wenn es lange geht dann ja. Ich werde innerlich wütend und nervös. Genauso ist es mit dem Geschmack. wenn ich was widerliches esse, dann wird mir übel, oder wenn einer ein unangenehmes Parfüm dran hat, oder irgendwas komisch riecht, wird mir übel. Ich hab früher als Kind gekotzt als mir der Zahnarzt für die Zähne was drauf geschmiert hat.

    Wenn das Licht zu grell ist werde ich fast blind. ich mag kein grelles Licht. Wenn ich aus einem Tunnel zb fahre, bin ich wie ein Maulwurf ich blinzel und denke "maaaan ist das hell"

    auf Arbeit nehme ich meist das gleiche mit, aber ich kann auch abweichen und kann mal zwei andere dinge mitnehmen, von daher ist es kein Problem. Ich weiß immer nie so richtig was ich mitnehmen soll.. Ich habe nur ein Problem damit wenn jemand sagt "ich gehe heute zum Bäcker und kaufe was schönes für dich, es ist eine Überraschung" da will ich wissen was es ist, weil ich dann nervös werde, weil ich nicht weiß ob ich das esse, und ob das überhaupt schmeckt.

    oder wenn es zu laut ist. Ich hasse Menschenmengen, ich werde müde, ich bekomme Reizüberflutung und will dann raus


    Mit den Bettgehzeiten da bin ich auch nicht so, das ich immer um die gleiche Zeit ins Bett gehe, maöl eine Stunde eher, mal früher. Meist weil ich keine Lust habe wenn ich später gehe. Und jeden morgen hat jeder seine Uhrzeit wo er aufsteht, oder noch 5 min liegen bleibt .

    Wenn Montag angenommen Feiertag ist, gehe ich eben Dienstag, dann komme ich meistens in grübeln "mist hast nicht so viel gekauft" weil ich gewohnt war nicht ganz so viel zu kaufen denn wenn ich Donnerstag einkaufen gehe weiß ich ich gehe wieder Montag. Iäch bin zb heute schon gegangen, um der Routine mal einen zu geben. Ich mach das schon Jahre so, und denke eben das es mal zeit wird für was anderes, die Leute gucken sicher schon obwohl ich mir 7 Jahre lang keinen Kopf deswegen machte.

    ich kanns nur nicht leiden auf Arbeit wenn ich meine Teile in einer Reihe hinstelle, alle zur gleichen Richtung, eine kommt, es kontrolliert und dann es anders stellt. Das lässt mir keine Ruhe, und muss das wieder genauso hinstellen, ka seid wann ich diese Macke habe. Vielleicht auch eher Angewohnheit, oder schon immer , ich kann mich nicht erinnern, wenn dann habe ich es nie bemerkt.

    Mein Ex nannte mich früher immer Monk und ich weiß bis heute nicht warum. Ich selbst sehe mich als normal, ich bin auch normal glaube ich aber andere irgendwie nicht wie es scheint. Dadurch das ich noch ne lange Leitung habe und nicht so schnell was verstehe, und das andere eben noch mit dazu gemixt, denken die sicher ich bin total verrückt


    wie heute wenn einer vorbei kommt und sagt "Feigling" weiß ich den Zusammenhang nicht uns sage eben "hää warum?" Wer weiß in welchen Zusammenhang.

    oder wenn wir Schrauben probieren die nicht reingehen wollen und neben mir die eine sagt "probier mal ne andere" meinte ich "hää welche andere denn?" da antwortet sie " na die gleiche nur eine andere" die hat sich aber auch komisch ausgedrückt und ich dachte ne ganz andere, obwohl es ja ersichtlich gewesen war, das da keine andere reinkommt, sondern nur die eine Art.

    Manchmal habe ich das Gefühl ich verstehe die Menschen nicht richtig bzw ich verstehe nur das was sie wirklich sagen "eine andere" also eine ganz andere....das geht mir auch bei andere Wörtern so die anderes gemeint sind. Wenn einer sagt zb "mit dir haben wir aber auch einen Fang gemacht" denke ich das es ernst ist und kein Spaß, weil ich denke, warum soll es jemand einfach so sagen.....am Ende war es nur Spaß

    ich ziehe mich zb auch gerne zurück wenn es stressig wird oder die Menschen mir zu viel werden, oder und ich trage meinen Kummer nie offen aus, ich zeige es nicht. Nur wenn ich alleine bin daheim, aber auch nicht immer. Ich will dann auch niemanden haben der mich evtl tröstet. Ich mag das nicht.

    was bei mir im Leben ein sehr großes Problem ist , ist eben diese menschliche interaktion. Es gibt bestimmt 100000te Störungen die sowas hervorrufen und ich weiß das ich eigentlich nicht weiß wie mein Leben noch weiter verläuft. Ich kann nicht mit einem Partner zusammenleben weil es mir zu anstrengend ist. Hätte aber gern einen sicher mal, aber dann stelle ich wieder zu hohe Anforderungen. Gerade was das zusammenleben angeht, ich kann das nicht, zu viel enge, zu viel Nähe. Da bekomme ich Depressionen. Der Sex klappt überhaupt nicht bzw hat noch nie geklappt. Ich weiß nicht woran das liegt.Es war schon immer so, aber keiner konnte bis jetzt helfen. Ich suche nach der Wahrheit, vielleicht auch wo ich sagen kann "ach deswegen bin und war ich immer so" aber ich habe keine Ansätze, wo ich auch sagen kann "darauf lass ich mich testen" aber wenn ich keine Ahnung habe kann ich nicht irgendwas testen lassen, und am ende habe ich 1000 Tests gemacht und immer noch keine Lösung gefunden Mein Leben stelle ich mir so vor. das ich am Ende ganz alleine bin, weil ich keinen Partner für die Dauer ertragen kann, weil ich auch mit "seinem" Leben "seinen" Freunden etc nicht zurechtkomme.wenn ich so die Jahre zurückblicke. Mir is das alles so fremd, und würde lieber das machen was ich immer mache jedes WE. Oder in der Woche jemanden treffen, geht auch nicht spontan bei mir genauso wie spontaner Besuch. Wie diesen Dienstag. Ich bekomme ne Krise wenn jemand schreibt "ich komme dann mal vorbei" , lass es mir aber dann nicht anmerken. Denn ich hab dann soviel noch zu tun. Duschen, Essen, und wenn das gestört wird und zwischendrin es dann klingelt......ich zieh dann meist schon gegen Abend 18 uhr mein Schlafzeug an und konnte es nicht........ne ne furchtbar.......geht sicher auch vielen Menschen so.
    Geändert von sourcream (23.09.2015 um 23:34 Uhr)

  5. #35
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    luftkopf33 schreibt:
    Ich war definitiv extrem wuschig,als ich mit dem Lesen fertig war.
    Wie jetzt? Warst du davon aufgekratzt, aufgeregt oder sowas? Warum?

    War das jetzt noch T,oder OT?
    Keine Ahnung.

  6. #36
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.984

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Ich war verwirrt,nachdem ich das alles nochmal durchgelesen hatte.(Nachtrag:falls es nicht klar war,ich bezog mich auf das Durchgehen der genannten Quellen,nicht diesen Thread oder einen speziellen Text hier )
    Auch wenn sicher die Hälfte der Details wieder durch mein Gehirn durchgerutscht ist. Es hat gereicht.

    Da sind wir dann schon zwei...

  7. #37
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    oder wenn wir Schrauben probieren die nicht reingehen wollen und neben mir die eine sagt "probier mal ne andere" meinte ich "hää welche andere denn?" da antwortet sie " na die gleiche nur eine andere" die hat sich aber auch komisch ausgedrückt und dachte ne ganz andere, obwohl es ja ersichtlich gewesen war, das da keine andere reinkommt, sondern nur die einen. Manchmal habe ich das Gefühl ich verstehe die Menschen nicht richtig bzw ich verstehe nur das was sie wirklich sagen "eine andere" also eine ganz andere...
    Oh Mann, mir geht´s genauso! Ich hab auch das Gefühl, ich versteh die Menschen nicht wirklich, zu 99% versteh ich sie falsch bei sowas, wie du geschildert hast. Ich hab das Gefühl, ich versteh nie das, was der andere sich dabei denkt, sondern nur das, was er sagt, oft wohl auch so wortwörtlich wie du.
    Wenn jemand zB zu mir sagen würde: Sind Sie nächste Woche auch hier? und aber den Marktstand meint und nicht mich persönlich - ich würds nicht verstehen, ich würd einfach nicht drauf kommen. Das mit der Schraube hätte auch ich sein können, aber sowas von...
    Wenn man nicht ganz genau mit mir kommuniziert, versteh ich alles mögliche falsch. Man muss mir ganz genau sagen, was man will und was man denkt, diese ganze "mitgedachten" Dinge verstehe ich oft nicht.

    Ich glaub, das is nu wirklich OT.

  8. #38
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Achsooo, luftkopf, das löst nun die Verwirrung auf. Ein bisschen zumindest. Ist noch genügend Verwirrung da, reicht noch für ne Weile.

    Die Links hab ich mir noch gar nicht angeschaut...du meinst doch mit "Quellen" die Links hier im Thread? Siehste, doch noch verwirrt.

  9. #39
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.984

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Nö,ich meinte gar nichts aus dem Forum. Ich hab' mich nach Jahren wiedermal durch's ICD 10 und DSM,sowie einige Quellen für den klinischen Alltag durchgeackert-speziell auf HFA/Asperger bezogen.

  10. #40
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dinge immer auf die selbe Art und Weise machen?

    Chamaeleon schreibt:
    Ich finde ja, dass es ein paar Dinge aus verschiedenen Störungsbildern (ich glaube, hier müsste ein anderes Wort hin, aber es fällt mir nicht ein) gibt, die sich schon seeehr ähneln.
    Ich vermute, dass das was Du mit "Störungsbildern" meinst, Symptome sind.

    Natürlich ähnelt sich da vieles, das macht die Sache ja so schwierig, auch für die Diagnostiker.
    Das ist bei vielen Störungen, vor allem Persönlichkeitsstörungen der Fall.

    Die Kunst ist zu erkennen, was die einzelnen Symptome auslöst, also "hinter die Fassade" zu schauen, denn nach Außen hin sieht vieles ähnlich, wenn nicht sogar gleich aus.

    Ein kleines, von mir gerne genommenes Beispiel:
    Ein ADHS-Betroffener tritt oftmals in's Fettnäpchen, weil er die Signale seiner Gesprächspartner nicht mitbekommen hat.
    Gestik und Mimik sagen ja vieles aus und wenn man das nicht mit einbezieht, dann kann man schon mal als unsensibel rüberkommen.

    Das selbe trifft auch auf Asperger zu.

    Nach Außen hin wirken beide also fast gleich.

    Aber das, was hinter der Fassade steckt, also die Ursache dahinter, ist jeweils eine ganz andere.

    Der ADHS-Betroffene kennt diese "Regeln" der nonverbalen Kommunikation.
    Er kann durchaus Gestik und Mimik und Betonung deuten und zuordnen, er hat "ein Gefühl" für sowas, so wie neurotypische Menschen ebenfalls.
    Sie liegen auch nicht immer richtig, aber im Großen und Ganzen haut das schon hin.

    Das Problem bei ADHS ist, dass der Betroffene oftmals was nicht mitbekommt, weil er abgelenkt ist, in Gedanken ist, etc.
    Er könnte die nonverbalen Informationen durchaus deuten und verstehen, er kriegt sie aber gar nicht mit.

    Beim Asperger ist das komplett anders.
    Er kann noch so konzentriert hinschauen und hinhören, was er sieht und hört, ist für ihn eine "Fremdsprache".
    Er sieht die Gesichtsausdrücke, kann sie aber nicht zuordnen.
    Er hört einen Text, kann aber nicht die Informationen erkennen, die zwischen den Zeilen stehen.
    Der ADHS'ler kann das, er kriegt's "nur" nicht mit.
    Der Asperger kriegt das mit, versteht es aber nicht.

    Beides wirkt nach außen hin gleich, hat aber grundverschiedene Ursachen.
    Und daher ist es auch so wichtig, das zuordnen zu können, denn mit Beidem muss ganz unterschiedlich umgegangen werden, wenn man etwas verbessern will.

    Nächstes Beispiel:
    Zwanghaftigkeit (nicht Zwänge, das muss klar unterschieden werden, auch wenn beides zusammen vorkommen kann)

    Der Asperger hält z.B. eine bestimmte Ordnung ein (Dinge auf dem Schreibtisch, Tassen im Schrank), weil er es nicht anders ertragen kann.
    Wenn etwas anders oder in seinen Augen falsch steht, macht ihn das irre, es macht ihm regelrecht so etwas wie Angstgefühle, es beunruhigt ihn.
    Er kann aber nicht sagen warum.
    Unsymmetrie z.B. bewirkt das bei mir.
    Das hat aber keinen rational erklärbaren Grund.

    Wenn ein ADHS'ler zwanghaft ist, dann hat es einen rational erklärbaren Grund:
    Er versucht sein inneres und äußeres Chaos regelrecht zu bezwingen.

    Das kann ich bei mir beides inzwischen prima sehen und zuordnen:
    Ich habe vieles, das zwingend an seinem festen Platz zu sein hat.
    Aber nicht, weil ich Asperger bin, sondern weil ich sonst Gefahr laufe, es zu übersehen, es zu vergessen oder zu verlegen etc.
    Das typische ADHS-Chaos eben.
    Wenn etwas immer an der gleichen Stelle ist, kann ich es nicht so leicht aus den Augen verlieren und wenn es fehlt, fällt mir das schnell auf.

    Ich habe zwei Schlüsselbunde, einen nur mit dem Autoschlüssel und einen mit den Hausschlüsseln.
    Der Grund ist einfach, verliere ich den einen, habe ich immer noch den Anderen, also entweder kann ich noch mit dem Auto irgendwo hinfahren oder ich komme in die Wohnung.
    Beide Schlüssel haben IMMER den gleichen Platz, Autoschlüssel in der linken Jacken- oder Hosentasche, Hausschlüssel in der rechten Jacken- / Hosentasche, IMMER.

    Ich habe meine Schlüssel schon zu oft verloren und verlegt und zwinge mich daher zu diesem Vorgehen, eben um das ADHS-Chaos zu bezwingen (das klappt sogar sehr gut).

    Diese Zwanghaftigkeit hat sich mehr und mehr ausgebreitet, bis sie irgendwann zu extrem und damit zu einer Persönlichkeitsstörung wurde, denn irgendwann blockiert und hemmt das mehr, als es nützt, vor allem wenn man das nicht stoppen und kontrollieren kann und es beginnt, Dein Leben zu bestimmen.

    Das ist Zwanghaftigkeit bei ADHS-Betroffenen.
    Sie bekämpfen ihr Chaos (und damit auch sich selbst).


    Die Tassen im Schrank aber alle mit dem Henkel nach rechts zu drehen hat nicht einen solchen Grund.
    Ich weiß nicht, warum das so sein muss, aber ich kann es nicht ertragen, wenn es anders ist.
    Das hat mit Sicherheit nichts mit ADHS zu tun, sondern passt eher in Richtung Asperger.


    Chamaeleon schreibt:
    Nun frag ich mich: Was soll jede "Eigenart" bewirken/kompensieren? Stereotypien bei Asperger - was bewirken sie? Machen sie ruhiger? Bauen sie Stress ab? Die ADS-typischen "Stereotypien" sollen ja auch beruhigen - was ist dann der Unterschied zu Asperger?
    Da bin ich auch überfragt.
    Da ich beides kenne, kann ich auch einen Unterschied erkennen, aber das kann ich nur von mir berichten, ich habe keine Vergleiche und kann nicht sagen, ob das allgemeingültig ist.

    Stereotypien bei Asperger sind zumeist komplexere Abläufe, bei mir folgen sie immer einem bestimmten Rhythmus, meist einem 4er oder 5er Takt bei sich immer gleich wiederholenden Bewegungsabläufen (schwer zu erklären).

    Bei den Stereotypien, die ich der ADHS zuschreiben würde, ist das anders.
    Dieses Bein wippen, mit den Fingern klopfen undundund ... das sind eher Dinge, die ich auch bei Menschen beobachte, die ungeduldig zu sein scheinen oder die sich langweilen.

    Beides ist anders.
    Wie genau anders, kann ich aber nicht beschreiben.



    Chamaeleon schreibt:
    Und sollen Zwänge auch irgendwas beruhigen?
    Das würde ich, zumindest in meinem Fall, auf jeden Fall bestätigen.
    Sie geben mir Sicherheit ... wenn oftmals auch nur vermeintlich.
    Ich muss ja die Kontrolle behalten.
    Wer endlos vergesslich und zerstreut ist, muss eben immer wieder prüfen, ob er dies oder jenes gemacht hat und auch nichts vergessen hat und rennt mehr und mehr hinter sich selbst her.
    Aber das hat ja auch seinen Grund, es basiert auf seiner lebenslangen Erfahrung, immer wieder etwas vergessen zu haben, Flüchtigkeitsfehler gemacht zu haben und damit Schaden verursacht zu haben ...
    Und wir wollen das ja nicht.
    Also prüft man immer wieder, um sich zu beruhigen.

    Das Dumme an einer Zwanghaftigkeit bei ADHS ist, ähnlich wie bei Angststörungen, dass die Gründe dafür ja sehr real sind.
    Wir sind ja unglaublich vergesslich und zerstreut und wir haben die entsprechenden negativen Erfahrungen damit gemacht.

    Ein Zwanghafter ohne darunter liegender ADHS tickt da anders, wie auch jemand mit einer Angststörung ohne ADHS.
    Wir entwickeln Ängste aus der schlechten Erfahrung heraus.
    Angststörungen sind dagegen generell irrational, die Menschen haben ohne ersichtlichen Grund vor etwas Angst.

    Chamaeleon schreibt:
    Und was soll dieses Gedankenkreisen? Wozu ist das gut?
    Es ist nicht gut. ... Es ist Kacke .... .
    Nee ernsthaft, keine Ahnung.
    Aber da können wir auch einfach mal annehmen, dass das eben eine Fehlfunktion im Gehirn sein kann.

    Das ist allerdings ein Bereich, in dem ich nicht mitreden kann, sorry, da überlasse ich das Feld lieber anderen, die sich damit besser auskennen und auch alles von dem bisherigen Text basiert mehr auf meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen und vielleicht auf ein bisschen Fachwissen, aber mehr auch nicht.

    Sodele, ... das war schon wieder mehr Zeit, als ich haben sollte, aber ich wollte das gerne schreiben und es hat mir auch gut getan.
    Vielleicht hilft es ja auch dem ein oder anderen, sofern er oder sie sich mal wieder durch en Fliegerlein'sches Monsterposting gekämpft hat .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

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