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Diskutiere im Thema Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Für alle Themen rund um ADS / ADHS und das Asperger-Syndrom oder Autismus bei Erwachsenen
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  1. #1
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Hallo zusammen,

    ich stelle immer wieder fest, dass ich mich einerseits vor allem in Beschreibungen zur Kommunikation/sprachliches Verhalten und zur Wahrnehmung und Verarbeitung externer Reize im Rahmen der Asperger-Diagnose wiederfinde - andererseits kann ich recht gut Stimmungen wahrnehmen und Mimik Gefühlen zuordnen.

    Gerade in der direkten Kommunikation finde ich mich andauernd in Situationen wieder, in welchen ich meine Gesprächspartner irritiere, überfordere oder/und nerve oder mich selber überfordert oder/und genervt fühle.

    Bis ich ca mitte 20 war, war ich zudem auch eigentlich ständig und teils in höchstem Maße irritiert vom sprachlichen und allgemeinen Verhalten meiner Mitmenschen.

    Dann habe ich viel in sozialen Berufen gearbeitet, was wohl das optimale Training für mich war, mich vor allem außerhalb des privaten Rahmens ziemlich gut in Kommunikationssituationen bewegen zu können ... was es trotzdem für mich nicht weniger anstrengend macht


    Was mich nun interessiert:
    1. wenn ihr zuerst die ADHS-Diagnose hattet und nachträglich/zusätzlich eine Asperger-Diagnose bekommen habt: welche Symptome waren für die Asperger-Diagnose ausschlag gebend?
    2. hat euch die zusätzliche Asperger-Diagnose geholfen, beispielsweise besser wieder im Berufsleben Fuß zu fassen?

    Bin für jede Rückmeldung hier sehr dankbar!
    Liebe Grüße von der habit

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Bei mir ist es zwar umgekehrt, und ich habe erst mal einen eigenverdacht auf ADS, aber ich habe die gleichen Gedanken wie du.

    Also erstens glaub ich ist ein Autist immer noch leistungsfähiger als wenn er Autist ist und ADS hat.

    Das fängt schon bei der Schule an, in der man lernschwierigkeiten hat, die habe ich auch heute noch.

    Dann kann ich zwar viele leute ertragen, aber nur, wenn es die gleichen sind. Das war dann auch spätestens beim Kurssystem sehr schlimm für mich. Naja.

    Dann ist man Suchtgefährdet.

    Oh, entschuldige, du hast ja eher nach den autistischen Sachen gefragt.

    http://www.adhsnetz-tuebingen.de/fil...hter_Barth.pdf

    Das ganze Thema ist natürlich schwierig, weil beides, Autismus und ADS, den Charakter bestimmen und das Verhalten formen, und du hast ja nur einen Charakter.
    Es ist halt eine Mischform.

    Bei mir ist es so, daß ich besonders unter dem ADS teil leide, bilde ich mir ein Jedenfalls. Ich bin manchmal furchtbar impulsiv, hab starke Prolbeme mit meiner Haut, bin Suchtgefährdet, hab IMMER Bauchschmerzen, gebe immer sehr früh auf, hab immer burn-out...

    Ich hab auch schon bei Meiner Ambulanz angefragt wo die bleiben mit meinem Endbericht wegen meiner Diagnose, aber die reagieren nicht.b

    Bloß, weil ich Autist bin, merke ich meine Bauchschmerzen nicht so doll. Aber das versteht wahrscheinlich keiner, das denke ich mir nur so.

    Du bist halt Dank deines ADS in der Lage, viele Defizite eines Autisten auszugleichen, und vielleicht sogar ein Stück umgekehrt.

    Aber okay, hier mal die autistischen Sachen:


    hmm eigentlich hab ich keine Ahnung, oder alles was ich weiß ist hier bereits beschrieben:


    autismus-etcetera.de - Unterschiede Asperger Syndrom - ADS
    https://adhs-zentrum.de/ADHS/Asperger_Syndrom.php
    Asperger-Syndrom
    Geändert von Paukipaul ( 7.01.2015 um 13:25 Uhr)

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    habitbreaker schreibt:
    Was mich nun interessiert:
    1. wenn ihr zuerst die ADHS-Diagnose hattet und nachträglich/zusätzlich eine Asperger-Diagnose bekommen habt: welche Symptome waren für die Asperger-Diagnose ausschlag gebend?
    2. hat euch die zusätzliche Asperger-Diagnose geholfen, beispielsweise besser wieder im Berufsleben Fuß zu fassen?
    Hallo habit!

    Zu 1.:
    Ich hatte erst eine ADHS- sowie eine Borderline-Diagnose, beides wurde dann aber bei der Autismus-Diagnostik als Komorbidität ausgeschlossen.
    Symptome, die ausschlaggebend waren:
    Reizüberflutung (vor allem akustisch und taktil), Stereotypien, Rituale, Spezialinteresse vorhanden, hatte Schwierigkeiten negative Gesichtsausdrücke sicher zu unterscheiden (Wut vs. Trauer vs. Angst), zeigte wenig affektive Beteiligung, mangelnde soziale und emotionale Gegenseitigkeit, fehlender Blickkontakt, habe oft mit geschlossenen Augen gesprochen.
    Konzentration & Arbeitsgedächtnis waren okay, das logische Gedächtnis (Geschichte nacherzählen) beeinträchtigt.
    Zudem meine Kindheit: kein Freundeskreis, spielte am liebsten alleine in meinem Zimmer oder kletterte auf Bäumen rum, wurde als Kind sozial und emotional unreif beschrieben und deswegen auch erst später eingeschult, hatte eine Sprachentwicklungsverzögerung und war schon früh sehr auffällig, was meinen Umgang mit Veränderungen, Reizen und Ritualen betraf (anders gesagt: ich hatte häufige Ausraster, konnte nicht damit umgehen, wenn ich ein Ritual nicht befolgen konnte oder es zu laut war), wurde viel gemobbt.
    Rollenspiele waren nie "mein Ding", obwohl ich SEHR VIEL mit Puppen gespielt habe. Jedoch sah das so aus:
    Puppen wurden im Kreis gelegt, dann habe ich Listen geführt über Entwicklungsstand, Größe, Gewicht etc. Mutter-Vater-Kind wollte *überraschenderweise* nie jemand mit mir spielen.
    Hatte schon im Grundschulalter ein extremes Wissen über Säuglinge und Kleinkinder, meine Grundschullehrerin hat es damals sogar extra im Zeugnis notiert...
    Überschneidungen mit ADHS gab es bei folgenden Symptomen: innere Unruhe, Schwierigkeiten, konzentriert einer PowerPoint-Präsentation zu folgen, häufiges gedankliches Abschweifen beim lernen, emotionale Extreme und Impulsivität.

    Zu 2.:
    Bin noch nicht im Berufsleben.
    Generell habt mir die Diagnose vor allem dabei geholfen, mit meinen Mobbingerfahrungen umzugehen, lange Zeit dachte ich, ich sei zu hässlich&blöd&sonstiges gewesen, so dass ich es nicht anders verdient gehabt hätte.
    Auch dieses ewige Gefühl, nicht dazuzugehören, immer am Rande einer Gruppe zu stehen, das Gefühl dieser unsichtbaren Wand zwischen mir und sehr vielen meiner Mitmenschen, die mich offenichtlich nicht erreichen können und ich sie nicht, was mich oft einsam hat fühlen lassen. Das kann ich nun besser handhaben, da ich weiß, woran es liegt, dass ich an sich nichts falsch mache. Und es hilft mir, stärker darauf zu achten, was für Leute ich um mich herum habe, dass ich zwar damit Leben muss, zu den meisten Menschen keinen Bezug zu finden, aber es gibt trotzdem einige wenige, die mir Nahe stehen, die diese Wand durchbrechen konnten. Darunter eine Person, die derzeit selber eine Asperger-Diagnostik anstrebt.
    Unitechnisch macht die Diagnose für mich nicht so den Unterschied, nur dass ich akzeptiere, dass ich eben nicht 4 Fächer parallel hören kann, dann dauert das Studium halt länger, dafür sind die Noten äußerst passabel.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.770

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Hallo Habit

    habitbreaker schreibt:
    Hallo zusammen,

    ich stelle immer wieder fest, dass ich mich einerseits vor allem in Beschreibungen zur Kommunikation/sprachliches Verhalten und zur Wahrnehmung und Verarbeitung externer Reize im Rahmen der Asperger-Diagnose wiederfinde - andererseits kann ich recht gut Stimmungen wahrnehmen und Mimik Gefühlen zuordnen.
    ich kann trotz beider Diagnosen(zuerst ADHS) auch recht gut Stimmungen einschätzen und mich in andere hinein versetzen,ok vielleicht nicht ganz so gut wie nicht Betroffene (wobei ich das nicht wirklich einschätzen kann) aber es geht für mich ausreichen d gut,ich glaube das ist ein kleiner "Vorteil" gegenüber reinen Asperger Betroffenen (von dem was ich bisher so gelesen habe).
    Gerade in der direkten Kommunikation finde ich mich andauernd in Situationen wieder, in welchen ich meine Gesprächspartner irritiere, überfordere oder/und nerve oder mich selber überfordert oder/und genervt fühle.
    dito,das ist auch ein Grund dafür das mich die Diagnose doch eher überrascht hat.
    Was mich nun interessiert:

    1.wenn ihr zuerst die ADHS-Diagnose hattet und nachträglich/zusätzlich eine Asperger-Diagnose bekommen habt: welche Symptome waren für die Asperger-Diagnose ausschlag gebend?

    2.hat euch die zusätzliche Asperger-Diagnose geholfen, beispielsweise besser wieder im Berufsleben Fuß zu fassen?

    Bin für jede Rückmeldung hier sehr dankbar!
    Liebe Grüße von der habit
    zu1. das kann ich leider gerade nicht in Worte fassen,das ist eine Sache die mich tierisch nervt,immer wieder auf`s neue

    zu2. ja die zusätzliche Diagnose hat mir sehr geholfen,sogar in Bezug auf die ADHS denn diese konnte ich für mich nur zu ca. 60% (so man das Prozentual ausdrücken kann) annehmen,das war einfach nicht ich,also das war nicht alles,mich haben viel mehr Sachen im täglichen Leben wirklich behindert als "nur" ADHS,ja und diese restlichen 40% erklärte mir dann die Asperger Diagnose,diese Diagnose hat mir mehr geholfen/erklärt als die ADHS Diagnose denn die Asperger Eigenheiten behindern/behindern mich im Erwachsenenalter mehr als das ADHS,das habe ich mehr oder weniger unter Kontrolle bzw. macht es mir nicht so zu schaffen wie die Aspi Eigenheiten die ich so habe.

    komme ich mit dem wissen der zusätzlichen Diagnose im Berufsleben besser klar als vorher? ich denke ja,allein die Tatsache das ich mir jetzt besser erklären kann warum vieles so ist wie es ist macht es zwar oft nicht leichter aber ich gehe anders mit um,ich kann diese Eigenheiten jetzt besser annehmen was die Stimmung deutlich verbessert,mit besserer Stimmung läuft auch alles gleich viel besser und ich gehe anders mit schwierigen Situationen um.

    ich hoffe das war jetzt irgendwie verständlich geschrieben.



    Grüßle Matze

  5. #5
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Ja, prima verständlich, Danke!
    Kannst du vielleicht das hier noch etwas beschreiben:
    macht es mir nicht so zu schaffen wie die Aspi Eigenheiten die ich so habe.
    ... muss ja nicht gleich heute sein ... um die Uhrzeit kann ich auch nicht unbedingt klare Worte finden ;-)

    Jetzt ztum Beispiel ... ... wie war das? ... nach müde kommt doof oder so? Dann bin ich jetzt gerade ziemlich doof und sage erst mal: gut's Nächtli

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Ich habe heute gemerkt, daß ich lange zeit nicht mehr so emotional ausbalanciert war wie den letzten Monat.

    Ich hab nicht mehr so viel Angst vor der Zukunft, und keine Geldsorgen, ich fühl mich weniger wie ein Freak und naja

    Ich hab viel mehr erfolgserlebnisse als Früher, und ich schaffe viel mehr. Ich kann meine zusagen einhalten, und naja verpfluchtungen schaffe ich viel besser als früher.

    Ich möchte immer noch eine freundin haben, aber ich hab nicht mehr das gefühl, daß ich keine haben kann weil ich Ihr nicht genüge.

    Das ist glaub ich alles, weil ich im August 2014 meine Diagnose hatte.

    Seitdem habe ich eine Identität, und muß mich nicht immer verändern, und kann viel mehr so sein wie ich in Wirklichkeit bin.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Was mich nun interessiert:

    1. wenn ihr zuerst die ADHS-Diagnose hattet und nachträglich/zusätzlich eine Asperger-Diagnose bekommen habt: welche Symptome waren für die Asperger-Diagnose ausschlag gebend?


    Ich denke diese 19 Punkte sind sehr wichtig gewesen und haben womöglich dazu geführt, dass ich die Asperger-Diagnose bekommen habe:


    1.0.1. Meine Schwierigkeiten mit dem Neuanfangen von gewissen Dingen, die ich noch nicht wusste, wie sie ablaufen werden. Häufig drehte ich vor Dingen oder Änderungen durch, weil ich mich gestresst fühlte.
    1.0.2. Mein nicht typisches Verhalten für einen 28 Jährigen (?). Hier weiss ich nicht, hat wohl mit tiefgreifender Entwicklungsstörung zu tun.
    1.0.3. Mein Zurückziehen von Menschen, weil ich sie nicht verstehe, aber nicht weiss weshalb.
    1.0.4. Mein Kontroll- und Planzwang. Alles musste genau geplant sein und eine gewisse Ordnung haben.
    1.0.5. Meine Regeln und Spezialintegration, die nicht auf normalen Gefühlen basieren, sondern in den meisten Fällen dazu dienten, mich vor den anderen zu schützen. Dieser Punkt wird momentan bei mir bearbeitet.
    1.0.6. Mein fehlendes Verständnis für soziale Beziehungen. Einzelgängertum, Rückzug von der Aussenwelt und ich habs nicht so mit Beziehungen.
    1.0.7. Meine extremen Fehlinterpretationen von Gesichtern. (Beim normalen Menschen geht das automatisch und ich werde wütend, weil die so komisch gucken)
    1.0.8. Mein Problem Menschen in die Augen zu gucken, weil ich mich dann nicht konzentrieren kann. Ich bin dann mit dem Deuten ihrer Gesichtseptilepsie beschäftigt.
    (1.0.9.) Meine Wutanfälle und das Ausrasten beim zu Nahe kommen und bei Verwirrung (Bin mir aber da nicht ganz so sicher ob das nicht auch die Nichtaspies haben..)
    (1.1.0.) Ein Experte der selber Asperger hat, hat mich abgeklärt und meinem Therapeuten dann gesagt, ich sei ein Mensch mit ausgeprägten Aspergersymptomen.
    1.1.1. Meine motorischen Probleme, die ich seit der Kindheit habe.
    1.1.2. Eine eigene Form der Logik, die von der angeblich Normalen abweicht, aber durchaus seinen Platz haben soll, so der Therapeut. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum die Leute beim Tempo 50 Schild nicht 50 fahren, sondern 55 oder 44. Ich verstehe nicht, warum gewisse Leute das sagen, aber was anderes tun....
    1.1.3. Das fehlende Verständnis, sich in Menschen hineinversetzen zu können (mangelnde Empathie).
    1.1.4. Den Wunsch, jeden Tag möglichst gleich zu gestalten.
    1.1.5. Spezialinteressen, denen ich zu viel Zeit schenke und dabei um mich herum alles vergesse.
    1.1.6. Was mich interessiert, das mache ich wirklich gern und was mich nicht interessiert, das stört mich.
    1.1.7. Ich nenne den 17te Punkt, Durchblickpunkt: Ich sehe in gewissen Dingen mehr als die anderen. Das ist äusserst merkwürdig für mich und manchmal nervts, wenn jemand nicht von Anfang an gewisse Zusammenhänge erkennt, die ich erkenne.
    1.1.8. Anderes Wahrnehmen von Schmerzen: Ich bin sehr schmerzunempfindlich. Was zu einem Problem werden kann, wenn ich nicht merke, das ich verletzt bin.
    1.1.9. Ich kann die Ironie nur lernen, aber nicht verstehen. So ist es mit Vielem. Ich bekomme häufig Ärger wegen Missverständnissen.

    Jeder Mensch mit Asperger ist allerdings wieder anders. Einige haben so zum Beispiel extreme Mühe beim Essen. Ich hab dieses Problem nicht so ausgeprägt, aber habe dennoch den Wunsch mein Essen irgendwie geordnet auf dem Teller zu haben. Es gibt viele Punkte die ich wohl nicht erfülle für die Diagnose, aber angeblich reiche es aus sagt der Therapeut. Bei Erwachsenen sei das sowieso viel schwieriger, denn diese wussten nichts von Asperger... Sie mussten sich also irgendwie durchkämpfen durchs Leben und haben dadurch wahrscheinlich schon sehr viel gelernt.

    Vielleicht kenne ich seine weiteren vielen Punkte nicht, weil ich sie nicht verstehe und es für mich als völlig normal gilt? Ich weiss es nicht. Ich bleibe wie ich bin und das ist auch gut so.


    2. hat euch die zusätzliche Asperger-Diagnose
    geholfen, beispielsweise besser wieder im Berufsleben Fuß zu fassen?


    Das wird sich zeigen. Ich bin noch auf der Suche und habe die Diagnose noch nicht lange. Und ganz wichtig: Viele sagen, AS und ADHS gehört zusammen und wiederum sagen viele, es gibt nur getrennte Diagnosen. Asperger sei was anderes. Deshalb: Es ist schwierig zu sagen, ob ich immer nur Asperger hatte oder ob ich ein kombinierter Fall bin. Mein Therapeut lässt beide Meinungen gelten, sagt aber, es gäbe da einen Punkt, wo er denkt, dass es sich um zwei komplett verschiedene Diagnosen handeln könnte:

    Ein ADHSler könne sich nur schwierig an eine Regel anpassen, versteht sie aber.
    Ein Asperger könne sich nur schwierig an eine Regel anpassen, versteht sie aber von Natur aus nicht oder nur teilweise.

    Freundliche Grüsse

    David
    Geändert von David1986 (25.01.2015 um 00:36 Uhr)

  8. #8
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Hallo David1986,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort - in einigen Punkten finde ich Parallelen zu meinen eigenen Erfahrungen, einige treffen wiederum kaum oder gar nicht auf mich zu.

    Eine Bitte habe ich an dich: du verwendest den Begriff "Gesichtsepilepsie" - den finde ich beleidigend und angreifend! Ich habe eine Vorstellung, was du meinen könntest ... manche Menschen haben auch für mich eine "übergenerierte" Mimik und ich selber scheine davon auch mehr oder weniger Gebrauch zu machen.
    Ich benenne dieses Phänomen lieber "Gesichtskirmes" - ich möchte niemanden beleidigen und auch mich selber nicht diffamieren ...

    Den von dir verwendeten Begriff finde ich aus zweierlei Perspektiven unpassend: a) ist er für mich eine Beleidigung der Menschen mit (viel) Mimik und b) beleidigt er auch Menschen, die tatsächlich an einer Epilepsie leiden, weil du den Begriff als Schimpfwort einsetzt.

    So, nun bin ich gespannt, ob andere Leser/Leserinnen sich in deinen aufgezählten Aspekten wiederfinden - ich habe damit jedenfalls ein paar gute Denkanstöße bekommen

    Viele Grüße,
    habit

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    War nicht beleidigend gemeint. Ich meinte damit nur, das ist wohl der Grund, dass ich die Gesichtszüge kaum lesen kann. Die haben alle Zuckungen für mich. Mein Gesicht macht das vermutlich anders als die. Ich meine damit, dass normale Menschen im Gesicht zucken und dann ist für andere klar, was das bedeutet. Ich vergleiche es gerne mit einem Eptileptiker. Der kann nichts dafür das er zuckt, das ist klar. Aber: Wir verstehen oft auch nicht, warum er jetzt so zuckt. Eptilepsie ist keine Beleidigung sondern eine Krankheit. Wenn andere im Gesicht zucken, denk ich, die gucken komisch. Das war keine Beleidigung, sondern meine Kreativität die diesen Begriff gebildet hat. Für mich sind die Gesichter anderer voller Zuckungen, weil ich nicht verstehe warum und was die jetzt mit dieser Zuckung sagen wollen. Deswegen guck ich sie nicht direkt an. Das würde mich überfordern, weil ich angestrengt nachdenken müsste, was die jetzt wohl mit ihrem Gesicht sagen wollen. Der Vergleich mit dem Eptileptiker ist aber angebracht, denn der zuckt wegen einer Krankheit und leidet. Ein Aussenstehender ist dann überfordert, wenn er nicht weiss, warum der arme Mensch so zuckt. Für mich ist die Mimik anderer genauso überfordernd, während ich wohl bei der Krankheit Eptilepsie eher wüsste, wie man der Person helfen könnte. Da ich nicht die Gesichtszüge richtig lese, ist es wohl so ähnlich, wie wenn ein Nichtautist einen Eptileptiker sieht. Er denkt sich: Ohhh der hat schlimme Zuckungen und Anfälle, ich muss was tun, diesem armen Menschen gehts wohl nicht gut.
    Geändert von David1986 (25.01.2015 um 16:57 Uhr)

  10. #10
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    David1986 schreibt:
    War nicht beleidigend gemeint. Ich meinte damit nur, das ist wohl der Grund, dass ich die Gesichtszüge kaum lesen kann..
    Das habe ich mir gedacht - deshalb habe ich genauer erklärt, weshalb ich das als beleidigend empfinde
    [QUOTE]
    Die haben alle Zuckungen für mich.
    Das ist genau das, was ich mit Gesichtskirmes meine.
    Mein Gesicht macht das vermutlich anders als die.
    Das ist sogar wahrscheinlich - ich denke, du wirst sehr wenig Mimik haben, da du ja nicht weißt, welche Mimik was bedeutet.
    Ich vergleiche es gerne mit einem Eptileptiker. Der kann nichts dafür das er zuckt, das ist klar. Aber: Wir verstehen oft auch nicht, warum er jetzt so zuckt. Eptilepsie ist keine Beleidigung sondern eine Krankheit.
    DAS ist das entscheidende - die Zuckungen haben zudem keine Bedeutung im sprachlichen Sinn!!
    Zudem verwechselst du glaube ich Epilepsie mit spastischen Zuckungen - Epilepsie verursacht Krämpfe, die in der Regel weit über das Maß von Zuckungen hinaus gehen.
    Spastische Lähmungen/Verkrampfungen/Zuckungen sind unwillkürliche Bewegungen, die keine Bedeutung im sprachlichen Sinn haben.

    Zuckungen im Gesicht sind außerdem ein typisches Merkmal für eine bestimmte Form des Tourette-Syndroms ...

    Wie auch immer ...
    Der Vergleich mit dem Eptileptiker ist aber angebracht, denn der zuckt wegen einer Krankheit und leidet.
    [...]
    Da ich nicht die Gesichtszüge richtig lese, ist es wohl so ähnlich, wie wenn ein Nichtautist einen Eptileptiker sieht.
    ... nee, das ist unlogisch - das würde ja bedeuten, dass die Menschen krank sind und leiden, deren Mimik du nicht entziffern kannst,

    Und nein, auch ein Nicht-Autist weiß in der Regel, wie er sich jemandem mit Krämpfen oder Zuckungen gegenüber verhalten soll ... im Gegenteil: die Menschen sind oftmal verunsichert, verängstigt sogar oder vorurteilsbehaftet agressiv, verhalten sich ablehnend und drehen sich aus Unsicherheit sogar um, obwohl jemand krampfend vor ihnen auf dem Boden liegt

    hm ... wie wäre es, wenn du statt dieser Metapher in eindeutigen Worten schreibst "Mimik ist für mich eine Menge an Zuckungen, die ich nicht entziffern kann".

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