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Diskutiere im Thema Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #71
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Wollnashorn schreibt:

    Wäre statt dem Begriff "Angst" in dem Zusammenhang evtl. "Bedrängnis" oder "Überforderung" passender?
    Jo, das passt deutlich besser.

    Auch Reregenbogens Postings kann ich nur unterschreiben.



    ReRegenbogen schreibt:
    Für mich ist diese Problematik mit dem Blickkontakt ein Beweis dafür, dass Autisten eben _nicht_ "nichts" erkennen.
    Würde ich einfach nur keine Informationen daraus gewinnen, warum sollte ich dann Blickkontakt meiden?
    Berechtigte Frage.
    Aber andererseits war ein Blick in die Augen generell für mich nicht vielsagender als ein Blick auf ein Ohrläppchen, aber dennoch war, bzw. ist mir das deutlich unangenehmer.
    Ich weiß nicht warum, aber das scheint mir, zumindest auf mich bezogen, nichts mit einem möglichen Informationsgehalt zu tun zu haben, irgendwas ist anders beim Blick in die Augen.
    Ich kann aber nicht beschreiben was.
    Inzwischen habe ich mir angewöhnt, nicht immer direkt in die Augen, sondern auf die Nasenspitze zu schauen, das ist zumindest in der Näher und nicht ganz so unangenehm, aber wieder etwas, dass ich bewusst machen muss und das eine entsprechende Aufmerksamkeitsleistung erfordert.

    Generell ist meine Beschreibung von all diesen Dingen so, dass ich sie halt bewusst machen muss, während andere dafür sowas wie einen "Autopiloten" haben.
    Es läuft bei denen automatisch im Hintergrund ab, und sie können ihre bewusst gelenkte Aufmerksamkeit ungeteilt dem Gespräch (oder was auch immer) widmen, während ich einen Teil dieser bewussten Aufmerksamkeit dazu verwende, das zu kompensieren, für das mir der "Autopilot" fehlt.
    Auch wieder ein schönes Beispiel (in meinen Augen), da ein Autopilot ja dazu da ist, den Flugzeugführer zu entlasten, seine sog "Arbeitsbelastung" zu reduzieren, so dass er seine Ressourcen für die wichtigen Dinge, z.B. Luftraumbeobachtung verwenden kann.
    Ohne Autopilot wäre er gezwungen, einen großen Teil seiner Ressourcen auf das Steuern des Fliegers zu verwenden und da man nur eine begrenzte Menge an Ressourcen hat, sind die dann schnell aufgebraucht und es geht einem anderswo etwas verloren.


    ReRegenbogen schreibt:
    Für mich fühlt es sich an, als wären es schlicht zu viele Informationen, die man über Blickkontakt gewinnt.
    Zu viel Input, so dass ich anfange, weiteren Input zu vermeiden.
    Das finde ich interessant und ich würde sogar sagen, dass ich das nachvollziehen kann, auch wenn es widersprüchlich klingen mag.
    Aber in der Tat, die Beschreibung hat was.
    Wobei ich mich frage, ob es auch sein kann, dass es einfach eine Art von Irritation" ist, eben weil da offenslichtlich Informationen gewonnen werden, die ich aber einfach nicht verstehe.
    Ich erkenne, dass da Informationen fließen, kann sie aber nicht "fassen", nicht interpretieren.
    So wie wenn jemanjd mit mir auf Chinesisch oder Spanisch sprechen würde.
    Ich erkenne, dass da Informationen übertragen werden, verstehe aber deren Inhalt nicht, sowohl was die Bedeutung der einzelnen Worte, die Satzform und auch die Betonung betrifft.
    Ds wäre mir auf die Dauer gewiss genauso unangenehm ...
    Naja irgendwie nicht, denn in diesem Fall hätte ich ja eine Erklärung dafür, warum ich das nicht verstehe.
    Mit der Diagnose und der Beschäftigung mit der Störung habe ich die nunmehr auch für z.B. den Augenkontakt.
    Und ich habe diese "Fremdsprache" auch ein wenig gelernt, aber ich "spreche" sie nicht fließend und es wird nie meine natürliche Muttersprache sein.

    So wie wir auch Fremdsprachen, die wir nicht täglich sprechen und nicht fließend können, immer von unserer Muttersprache übersetzen müssen, wird "denken" in unserer Muttersprache und müssen die andere Sprache jeweils übersetzen, einmal beim Hören und dann beim Sprechen.
    Das machen wir aber bewusst und nicht über den Autopiloten, mit dem wir unsere Muttersprache beherrschen.





    ReRegenbogen schreibt:
    Mit der Menge an Informationen kann ich nicht umgehen, dass ist wie mit den 200 Zetteln auf dem Schreibtisch. Ein Zettel reicht, alle anderen 199 müssen weg.
    So ist das dann mit der Mimik. Mund betrachten: okay. Noch die Augen dazu? Zu viel. Das sind dann diese 199 Zettel, die man wegräumt.
    Schön beschrieben finde ich!


    ReRegenbogen schreibt:
    Man nimmt die Informationen zwar irgendwie auf, ist aber immer noch nicht klüger als vorher, da man nicht in der Lage ist, diese zu verarbeiten.
    Dadurch habe ich das Gefühl, zwar irgendwie was zu sehen, aber nicht zu wissen, was genau.
    Ist es für Dich nur das Gefühl, die Info nicht verarbeiten zu können oder auch, dass es eben sowas wie eine Fremdsprache ist, also eine unbekannte, fremde Information?
    (oder beides)


    ReRegenbogen schreibt:
    Ich glaube eher, dass es eine Art unbewusster Selbstschutz ist, diese Detailwahrnehmung hilft einem bei der Mimikerkennung nicht weiter, wenn man nicht in der Lage ist, vernünftig zu priorisieren. Es überfordert einen hingegen immens, so dass man (unbewusst) alle Details ausblendet.
    Wenn dieser Mechanismus von klein auf (zu) häufig aktiviert ist, lernt man dummerweise erst gar nicht, Mimiken zu lesen (ist eben etwas, was alle Menschen im Kindesalter lernen und nicht von Geburt an intuitiv können).
    Und wenn man dann plötzlich in der Situation ist, Mimiken lesen zu müssen, steht man "wie ein Ochs vorm Berg", man kann zwar versuchen, diesen unterbewussten Mechanismus auszutricksen und einzelne Details wahrzunehmen, aber man hat nie gelernt, diese auch richtig zu interpretieren.
    Das ist ein interessanter Ansatz.
    Ds würde sozusagen bedeuten, dass der "Autopilot" sich erst gar nicht hat ausbilden können.



    ReRegenbogen schreibt:
    Auch verstehen kann man sie. Man kann sich durchaus in eine Person einfühlen und wenn die Regel Sinn macht, dann versteht man sie auch.
    Jedoch sind beide Punkte defizitiär.
    Das ist interessant.
    Ich habe inzwischen, aufgrund von Rückmeldungen anderer Personen, erkannt, dass diese Sache (in meinem Fall) einen Haken hat:
    Generell würde ich das genauso auch beschreiben und voll unterschreiben.
    Die Rückmeldung durch andere Personen hat mir aber gezeigt, dass ich das nur in bestimmten Fällen konnte, und zwar immer genau dann, wenn die Person, in die ich mich eingefühlt habe, mir selber ähnlich ist oder sie sich in einer bestimmtem Situation ähnlich verhalten hätte.
    Ich habe mich also nicht wirklich kognitiv in sie eingefühlt, sondern eher von mir auf andere geschlossen.

    Tatsächliches Einfühlen bedeutet, sich in die Gedankenwelt ener anderen Person versetzen zu können.
    Wir hatten ja schon mal eine gute Unterhaltung zu dem Thema und da habe ich auch dieses Beispiel von dem Autismustest bei Kindern gemacht (das Kind, die Pralinenschachtel und die Bleistifte, ziemlich in der Mitte des Postings)


    ReRegenbogen schreibt:
    So kenne ich mich z.B. sehr gut mit allgemeinen sozialen Regeln aus, die immer und überall gelten (Danke und Bitte sagen, einer niesenden Person "Gesundheit" wünschen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen, und noch ein paar Selbstverständlichkeiten wie "nicht treten/hauen/beißen" und ähnliches).
    Zudem kenne ich alle sozialen Regeln, nach denen sich in meinem Familienkreis gerichtet wird.
    Der Begriff "Regeln" ist meiner Meinung nach ein wenig unglücklich gewählt, weil er die Problematik nicht so präzise trifft.
    Es geht dabei ja nicht ausschließlich um Regeln in Bezug auf Verhaltensweisen, aber einen besseren habe ich auch nicht.
    Pierro Rossi hat in einem Artikel über die Verwechslung von Asperger und ADHS mal ein schönes Fallbeispiel geschildert.
    Da ging es übrigens um genau dieses Thema, nämlich dass ein Kind eine ADHS-Diagnose erhalten hat, die aber offensichtlich nur entstand, weil die Diagnostiker die Symptome nicht erkannt, bzw. korrekt zugeordnet haben.

    So wurde dem Kind z.B. von der Mutter verboten, hinter dem Haus ein Feuer anzuzünden, denn das sei gefährlich (sinngemäß aus dem Gedächtnis wiedergegeben).
    Am nächsten Tag brannte dann vor dem Haus ein Feuer und als die Mutter es zurecht wies, war das Kind sauer und fühlte sich ungerecht behandelt, denn Mutter hatte nichts davon gesagt, dass es kein Feuer vor dem Haus machen dürfe.

    Nun kann man natürlich sagen, dass das Kind gewitzt sei und die Formulierung der Mutter bewusst ausgenutzt habe.
    Das war aber nicht der Fall.
    Es hat einfach nur die angegebene Regel wörtlich genommen und sie nicht weiter auf andere Fälle adaptieren können.

    Da sieht man auch, wie schwer so etwas zu erkennen sein kann.
    Viele Menschen würden da sagen "sie hat nichts vom vor dem Haus gesagt", wohlwissend, dass das keinen Unterschied macht und ein Feuer vor dem Haus genauso gefährlich ist wie dahinter und dass Kinder sowieso kein Feuer zu machen haben.
    Das autistische Kind aber hat die Worte der Mutter einfach nur wörtlich genommen.

    Der Unterschied ist anhand der Reaktion des Kindes zu erkennen:
    Jemand, der sich seiner Gewitztheit bewusst ist und die Regel tatsächlich verstanden, aber bewusst umgangen hat, würde jetzt sicherlich Schuldgefühle in irgendeiner Weise zeigen.
    Das Asperger Kind aber aufrichtig empört und fühlte sich zutiefst ungerecht behandelt, weil es nach seinem besten Wissen korrekt gehandelt hat.

    Ich will mal sehen, ob ich den Artikel von Pierro Rossi wiederfinde, ich meine, er hat ihn im Netz veröffentlicht.

    Der ist gewiss sehr interessant, weil er genau dieses Thema hier behandelt ... (dass mir das jetzt erst eingefallen ist ) ...

  2. #72
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Hab den Artikel gefunden.
    Er ist hier bei ADHS.ch direkt als PDF runterladbar.

    Er stammt von Piero Rossi und Susanne Bürgi.

    Es gibt da auch noch einen weiteren (mir bekannten, da sind gewiss noch mehrere) Artikel ebenfalls zum Thema ADHS und Autismus Spektrum, von Thomas Girsberger direkt downloadbar von seiner Homepage praxiskanonengasse.ch.
    Der Link ist ebenfalls ein Direktlink, es ist ein wenig schwer, den auf Anhieb zu finden.

  3. #73
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Fliegerlein schreibt:


    Mag sein, aber um die geht es hier nicht und soll es auch nicht gehen..
    Genau ... und mir geht es ja auch nicht um die allgemeine Frage, welche Unterschiede es allgemein und vermutlich gibt - mir geht es um die Frage:
    Wenn du (Leser oder Leserin hier),
    erst eine ADHS und später eine AS-Diagnose bekommen hast,
    welche Symptome haben dann den Ausschlag für die AS-Diagnose gegeben?

    Bezogen auf das Schreiben von Texten würde ich - faaaalllls ich es auf eine Diagnostik ankommen lassen würde - jedenfalls sicher keine hilfreichen Aspekte zu erkennen sein, aus dem einfachen Grunde, weil ich während des Schreibens meine ADHS-Symptome kompensieren kann. Symptome, die mir während der synchronen Face-to-Face-Kommunikation ständig zum Verhängnis werden ...

    Vor längerer Zeit habe beispielsweise hier im Forum mal die Rückmeldung bekommen, dass jemand wegen meiner Art zu schreiben sehr überrascht über die ADHS-Diagnose sei - weil ich doch so hübsch strukturiert und fokussiert schreiben würde ...

    das liegt aber vor allem daran, dass ich hier Zeit habe und nochmal drüberlesen kann und teils zig mal umstelle, ehe ich poste

    in der direkten Kommunikation kann ich ein wunderschönes MischMasch aus den hier vermuteten "typischen" ADHS und AS-Symptomen bieten ... bis ins Detail zoomen und erklären, bis es dem Gegenüber aus den Ohren kommt - und mittendrin von hü nach hott springen

    ... besonder "schick" ist es, wenn ich mitten im Satz anhalten und meine Gedanken sortieren muss - derweil das Gegenüber irritiert, weil keine Ahnung, ob ich noch weiterspreche oder ob ich schon fertig war

  4. #74
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Fliegerlein schreibt:
    Der Begriff "Regeln" ist meiner Meinung nach ein wenig unglücklich gewählt, weil er die Problematik nicht so präzise trifft.
    Es geht dabei ja nicht ausschließlich um Regeln in Bezug auf Verhaltensweisen, aber einen besseren habe ich auch nicht.
    Meine Mutter und ich hatten erst gestern eine längere Unterhaltung zu dem Thema, wir kamen dann darauf, dass man dazu auch "sozial akzeptables bzw. erwartetes Verhalten" sagen könnte. Dieses ist abhängig von der Situation und jeweiligen Gesellschaftsform, verschiedenen Traditionen usw.
    Ein Teil davon ist auch das Rollenverhalten der Geschlechter (einiges davon wird erst erlernt und ist nicht angeboren).
    Oder denkt mal daran, dass manche Gesten eine völlig andere Bedeutung in verschiedenen Kulturen haben, z. B. nicken, Kopf schütteln/wiegen, das Okay-Fingerzeichen.
    http://www.experto.de/b2b/sprachen/i...fuer-okay.html

    Noch ein Beispiel: Katzen mögen mich meistens total gerne (obwohl ich mich zu ihnen nicht spontan hingezogen fühle wie zu Hunden), was kann daran liegen kann, dass ich ihnen - intuitiv? - eben nicht in die Augen schaue (ich lächle sie außerdem nicht an, sprich zeige keine Zähne ). Das ist bei Katzen eine freundliche, nichtaggressive Geste.
    Auch bei vielen anderen Tierarten gilt das in die Augen starren als Aggression. Vielleicht ist das Unbehagen, das wir empfinden, noch eine Art Relikt aus früheren Zeiten?
    Möglicherweise versteige ich mich aber auch mit solchen Überlegungen
    Ich tendiere halt dazu, mich sozusagen vom tierischen Verhalten her zu nähern, das interessiert mich nämlich sehr und es gibt erstaunlich viele Bezüge bzw. Parallelen zur Psychologie.

    EDIT:

    habitbreaker schreibt:
    in der direkten Kommunikation kann ich ein wunderschönes MischMasch aus den hier vermuteten "typischen" ADHS und AS-Symptomen bieten ... bis ins Detail zoomen und erklären, bis es dem Gegenüber aus den Ohren kommt - und mittendrin von hü nach hott springen

    ... besonder "schick" ist es, wenn ich mitten im Satz anhalten und meine Gedanken sortieren muss - derweil das Gegenüber irritiert, weil keine Ahnung, ob ich noch weiterspreche oder ob ich schon fertig war
    Das. Genau das.

    Meine Mutter, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ADHS (aber kein Asperger) hat, quasselt dann immer gleich los.
    Wir müssen uns beide immer am Riemen reißen, dass wir uns nicht ständig gegenseitig ins Wort fallen XD
    Geändert von Wollnashorn ( 8.04.2015 um 10:42 Uhr)

  5. #75
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 463

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Fliegerlein;605406

    Berechtigte Frage.
    Aber andererseits war ein Blick in die Augen generell für mich nicht vielsagender als ein Blick auf ein Ohrläppchen, aber dennoch war, bzw. ist mir das deutlich unangenehmer.
    Ich weiß nicht warum, aber das scheint mir, zumindest auf mich bezogen, nichts mit einem möglichen Informationsgehalt zu tun zu haben, [I
    schreibt:
    irgendwas[/I] ist anders beim Blick in die Augen.
    Ich kann aber nicht beschreiben was.
    Da fällt mir spontan "Der Blick" von Jean Paul Sartre ein. Selbst wenn man die Mimik eines Gesichts nicht lesen kann, weiß man doch, wenn man in die Augen eines anderen sieh, dass man gesehen wird, also das jemand anderes einen gerade anschaut und das eigene Gesicht liest. Ich könnt mir vorstellen, dass daher die Angst rührt. Nicht vor dem sehen, sondern vor dem gesehen werden. Ein Ohrläppchen ist dagegen völlig harmlos.

    Wie steht es mit Autismus und der Kontrolle der eigenen Mimik? Ich hab z.B. oft Angst, dass ich anderen falsche Signale sende, weil ich meine Mimik nicht sehr gut kontrollieren kann und habe daher auch Angst vor ihrem "Blick".

  6. #76
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    habitbreaker schreibt:
    Genau ... und mir geht es ja auch nicht um die allgemeine Frage, welche Unterschiede es allgemein und vermutlich gibt - mir geht es um die Frage:
    Wenn du (Leser oder Leserin hier),
    erst eine ADHS und später eine AS-Diagnose bekommen hast,
    welche Symptome haben dann den Ausschlag für die AS-Diagnose gegeben?
    Da dürften die beiden Artikel, die ich oben verlinkt habe, vielleicht einige gute Antworten für Dich bringen.

    Was mich betrifft, so bin ich eigentlich gar nicht der Richtige, um hier zu antworten, denn wenn ich das richtig verstehe, geht es darum, dass man die spätere ASS-Diagnose anstelle der ADHS Diagnose bekommt.
    Das ist bei mir nicht der Fall.
    Die ADHS-Diagnose bleibt weiterhin bestehen, es gibt aber zu viele Punkte, die sich nicht allein aus der ADHS inkl. Komorbiditäten, erklären ließ, die aber deutlich auf die ASS-Symptomatik passen, während da wiederum einiges einfach nicht passt und ebenso deutlich in die ADHS-Symptomatik passt.
    So konnte also nur beides zusammen in Frage kommen, aber das ist dann nicht das, worum es Dir geht, richtig?

    habitbreaker schreibt:
    das liegt aber vor allem daran, dass ich hier Zeit habe und nochmal drüberlesen kann und teils zig mal umstelle, ehe ich poste

    in der direkten Kommunikation kann ich ein wunderschönes MischMasch aus den hier vermuteten "typischen" ADHS und AS-Symptomen bieten ... bis ins Detail zoomen und erklären, bis es dem Gegenüber aus den Ohren kommt - und mittendrin von hü nach hott springen

    ... besonder "schick" ist es, wenn ich mitten im Satz anhalten und meine Gedanken sortieren muss - derweil das Gegenüber irritiert, weil keine Ahnung, ob ich noch weiterspreche oder ob ich schon fertig war
    Das unterschreibe ich für mich allerdings wieder voll und ganz, genau so ist es auch bei mir, und zwar ganz genau so.

    Ich korrigiere an den Texten rum, bis zum Gehtnichtmehr.
    Ein Grund, warum ich Computer so liebe, denn wenn ich auf Papier schreibe, dann ist ein (ADHS-typisches) unleserliches, tausendmal gestrichen und korrigiertes und ergänztes Gekritzel, das keiner mehr lesen kann und das dann erstmal in Reine geschrieben werden muss.

    Ein Arzt in einer Klinik hat mir mal gesagt, dass man anhand der Fragebögen, die man da im Vorfeld schon aufüllen muss, schon oftmals sehen kann, ob man es mit einem ADHS-Betroffenen zu tun habe, Formulare sind nix für die.
    Tausend Fußnoten und Ergänzungen und Korrekturen etc.

    So sah das auch bei mir aus.
    Ich hab sogar, wenn es Ankreuzfragen gab, eigene Antworten ergänzt, ein Kästchen dazugemalt und das dann angekreuzt ....

  7. #77
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Fliegerlein schreibt:
    dass man die spätere ASS-Diagnose anstelle der ADHS Diagnose bekommt.
    nenenene - ich meine ganze genau ADHS UND AS und deine Beiträge haben hier schon bei mir für einiges Mehrverständnis gesorgt!!!

    Alles gut so - bütte weiter schreiben

  8. #78
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Fliegerlein schreibt:
    So sah das auch bei mir aus.
    Ich hab sogar, wenn es Ankreuzfragen gab, eigene Antworten ergänzt, ein Kästchen dazugemalt und das dann angekreuzt ....
    Hach ... ... *prustverschluck ... wenn du die Szene hier jetzt hättest sehen/hören können ... wir sind hier gerade 3 Foren-Chaotis und hätten das auch eins-zu-eins über uns schreiben können und wenn wir keine Ohren hätten, würde wir jetzt wohl alle im Kreis grinsen, weil wir genau wissen, was du da beschreibst ...




  9. #79
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Ich hab kein ASS diagnostiziert
    (der erste Diagnostikversuch war eine Katastrophe in Sachen Psychiaterin und meine jetzige Thera meint es sind nur falscherlernte Kompensationsstrategien auf Grund des ADS... werd das jetzt aber noch mal neu aufrollen, weil so ganz zufrieden mit der Diagnose bin ich grad nich, ADS schon, aber ich glaub, da is mehr... ),
    und wollt einfach mal fragen, ob ihr folgendes kennt:

    Wenn ihr Leute neu "kennenlernt", also zum ersten Mal trefft, spult ihr dann auch einen Katalog an fragen im Kopf ab (mit dem Ergebnis, dass sich keine einzige Frage für einen Einstieg eignet)? Oder wisst ihr intuitiv, wie ihr ein Gespräch beginnen sollt?
    Mein Fragenkatalog würde total bescheuerte Sachen wie "Lieblingsfarbe, Lieblingsessen,..." umfassen, also die typischen Dinge, die in einem Poesiealbum abgefragt werden...(und ja, da hab ich sie auch her )


    P.S.: Ich mag zwar keine Gummibärchen, (auf Grund der Konsistenz, ich kann das nicht richtig "essen", genau so wie Fleisch...), dafür aber liebe ich Smarties und ja, die Sortier ich auch nach Farbe bzw. dann eben Farbverlauf, wenn keine Gleichfarbigen mehr da sind (grün und lila, weil in beiden blau als Grundfarbe drin ist ).


    Ach so, ich fahr meist ca 60 km/h, wenn 50 dran steht, einfach aus dem Grund, weil ich gelernt hab, dass der Tacho in der Regel 10 km/h zu wenig anzeigt (Vergleich zwischen Navi und Autotacho bestätigten das ), also würde ich bei 50 km/h ja quasi 10 zu wenig fahren und das geht ja gar nicht (Bin seeeeeeeeehr Regel-treu, find das angenehm, weils mir eben ne gewisse Struktur gibt und dementsprechend Halt).

    Hab mal gehört, dass es bei den neuen Autos nicht mehr so sein soll, aber bei unsrem neuen kams noch nich vor, dass ich mit 10 km/h zu viel geblitzt wurde...

  10. #80
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Hotaru schreibt:
    ... und meine jetzige Thera meint es sind nur falscherlernte Kompensationsstrategien auf Grund des ADS...
    Ist natürlich immer eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen sollte.
    Falsche Kompensationsstrategien/ Komorbiditäten können da na klar das "typische" AD(H)S-Bild verändern.

    Man kann ja auch ADS und dazu eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung haben und schon hat man ein komplett anderes Bild, das dem eines Aspie's schon recht ähnlich sein kann.
    Aber so wie Du schreibst, manchmal passt das alles "irgendwie nicht so richtig", "da ist mehr".
    Dann sollte man das auch abklären, sofern möglich.

    Hotaru schreibt:
    Wenn ihr Leute neu "kennenlernt", also zum ersten Mal trefft, spult ihr dann auch einen Katalog an fragen im Kopf ab (mit dem Ergebnis, dass sich keine einzige Frage für einen Einstieg eignet)? Oder wisst ihr intuitiv, wie ihr ein Gespräch beginnen sollt?
    Wenn ich zu der Person noch keinen Bezugspunkt habe, dann bin ich stumm wie ein Fisch.
    Da muss schon von deren Seite eine Frage kommen, sonst passiert da gar nichts ...

    Hotaru schreibt:
    Mein Fragenkatalog würde total bescheuerte Sachen wie "Lieblingsfarbe, Lieblingsessen,..." umfassen, also die typischen Dinge, die in einem Poesiealbum abgefragt werden...(und ja, da hab ich sie auch her )
    Das ist eine interessante Strategie, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.
    Allerdings muss ich auch zugeben, dass die meisten dieser Fragen für mich von derart geringem Interesse sind, dass ich sie nicht stellen würde.
    Das ist diese Art von Smalltalk, die ich für reine Energieverschwendung empfinde...
    Es gibt natürlich Ausnahmen, denn bei einigen Menschen, die mich interessieren, würde ich sowas gerne können.
    Von daher finde ich diese Idee wirklich gut .

    Hotaru schreibt:
    ... dafür aber liebe ich Smarties und ja, die Sortier ich auch nach Farbe bzw. dann eben Farbverlauf, wenn keine Gleichfarbigen mehr da sind (grün und lila, weil in beiden blau als Grundfarbe drin ist ).
    So mache ich das mit M&M's

    Hotaru schreibt:
    Ach so, ich fahr meist ca 60 km/h, wenn 50 dran steht, einfach aus dem Grund, weil ich gelernt hab, dass der Tacho in der Regel 10 km/h zu wenig anzeigt (Vergleich zwischen Navi und Autotacho bestätigten das ), also würde ich bei 50 km/h ja quasi 10 zu wenig fahren und das geht ja gar nicht (Bin seeeeeeeeehr Regel-treu, find das angenehm, weils mir eben ne gewisse Struktur gibt und dementsprechend Halt).

    Hab mal gehört, dass es bei den neuen Autos nicht mehr so sein soll, aber bei unsrem neuen kams noch nich vor, dass ich mit 10 km/h zu viel geblitzt wurde...
    Also zunächst mal:
    Ja, ich halte das ähnlich.
    Allerdings nicht mit 10Km/h zu schnell, sondern mit der Regel 10% Toleranzzugabe.
    (Man bedenke, dass eine Geschwindigkeit von 10+ in einer 30-Zone mit dann 40Km/h immerhin ein Drittel zu viel ist und da wird's dann schon blitzen )
    Tatscählich sind Tacho's so gebaut, dass sie zu viel anzeigen, das müssen sie sogar.
    Generell habe ich noch eine Messwerttoleranz von 10% bezogen auf den Messbereichsendwert in Erinnerung, das kann sich aber schon geändert haben.
    Meine Vergleiche mit der GPS-Geschwindigkeit zeigten, dass die Toleranz tatsächlich bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten nicht immer gleich ist.
    Da wird aber auch immer noch ein wenig zu unseren gunsten draufgeschlagen, weil auch das Messgerät der Behörden eine Toleranz hat.
    Meist fahre ich nach der 10% Regel oder halte mich an die GPS-Geschwindigkeit (die bei Geräten unserer Präzisionsstufe allerdings auch inkorrekt sein kann).

    Was die Regelkonformität angeht:
    Ja, das ist auch bei mir so.
    Ich kann Regeln nicht, bzw. nicht so einfach brechen ..... es sei denn, ich habe eine Regel dafür.
    Und mein Fahrlehrer hat mir damals die 10%-Regel beigebracht, an die ich mich bis heute stur halte.
    Es gab da aber natürlich auch immer wieder Ausnahmen, aber die mussten eben definiert sein.

    Es fällt mir sehr schwer, eine Regel nicht einzuhalten und wenn es regelbrechende Ausnahmen gibt, dann müssen die auch schon von einer Stelle kommen, der ich die entsprechende Kompetenz zusprechen würde.
    Sprich:
    Würde mir einer aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis sowas sagen, hätte das für mich zunächst mal keine Bedeutung.
    Bei einem Fahrlehrer oder einem Polizist oder Mitarbeiter einer entsprechenden Behörde, wäre das schon etwas anders.

    Manchmal wünschte ich mir, ich könnte das einfach, aber es geht nicht.
    Irgendetwas "in mir drin" stoppt mich, es macht mir mitunter regelrecht Angst, auch nur daran zu denken, eine Regel zu brechen oder biegen.
    Das trifft aber auch auf zwanghafte Menschen zu, ist für sich allein also kein sicheres Indiz für Asperger, aber immerhin eines mehr aus dem Gesamtpaket

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

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