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Diskutiere im Thema Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #61
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Herbert schreibt:
    - ASD+ADHS haben leider Beide probleme - Intgration plus Selektion. Beide zu haben ist night häufig. Ich habe sehr wenig in meine Leben gesehen. Beides heißt nicht wirklich "inzwischen".

    Es ist heutzutage popülar, Asperger oder PDDNOS in ADHS Leute "mit" zu diagnosieren. Es ist einfach so, dass die Ärzte nicht verstehen, dass ADHS leute sind NORMALWEISE SEHR sozial unfähig. ADHS haben aber sehr gute Integration und die Therapie für ASD ("wie erkenne ich, dass ich schmerz habe") sind weniger relevant für ADHS ("Was soll ich tun, falls ich schmerz habe").

    Genau das bestätigen auch immer mehr Spezialisten von beiden Seiten (ADHS und ASS).

    Ich glaube die "Aufweichung" der ADHS-Kriterien führen dazu, das die "schwereren", eigentlich "normalen" und voll DSM-Kriterien konformen Patienten als +Asperger gesehen werden. Und auch die Asperger-Kriterien werden immer mehr nur in die Richtung "little Professor" gedrängt, sodass Asperger mit normalem Intellekt (die Mehrheit) wiederum auch andere schwerere Diagnosen erhalten.

  2. #62
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    creatrice schreibt:
    Genau das bestätigen auch immer mehr Spezialisten von beiden Seiten (ADHS und ASS).

    Ich glaube die "Aufweichung" der ADHS-Kriterien führen dazu, das die "schwereren", eigentlich "normalen" und voll DSM-Kriterien konformen Patienten als +Asperger gesehen werden. Und auch die Asperger-Kriterien werden immer mehr nur in die Richtung "little Professor" gedrängt, sodass Asperger mit normalem Intellekt (die Mehrheit) wiederum auch andere schwerere Diagnosen erhalten.
    Den Satz verstehe ich irgendwie nicht
    Ich habe allgemein etwas Probleme, dem jüngsten Austausch zu folgen (sorry, Herbert) XD

  3. #63
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Wollnashorn schreibt:
    Den Satz verstehe ich irgendwie nicht
    Ich habe allgemein etwas Probleme, dem jüngsten Austausch zu folgen (sorry, Herbert) XD
    Dito und ich muss mich hier auch leider rausnehmen, ich komme einfach nicht mehr mit.
    So leid es mir tut, aber ich kann nicht mehr folgen, bitte entschuldigt, aber ab jetzt kann es für mich nur noch schlimmer werden (vor allem mit den unterschiedlichen Abkürzungen, sorry, ich kann das nicht mehr überblicken).


    Wobei ich hier besonders diesen Satz von cratice nicht verstehe:
    creatrice schreibt:
    Und auch die Asperger-Kriterien werden immer mehr nur in die Richtung "little Professor" gedrängt, sodass Asperger mit normalem Intellekt (die Mehrheit) wiederum auch andere schwerere Diagnosen erhalten.
    Da weiß ich nicht, wie das gemeint ist, denn Asperger mit normalem Intellekt sind die "kleinen Professoren".

    Wichtig ist zu bedenken, dass das alles nur einzelne Symptome sind.
    Es sind keine Beschreibungen und keine Gesamtbilder.

    Wenn Asperger und ADHS zusammen auftreten, wird es mitunter komplett wirr.
    Es kommt vor, dass einzelne Symptome sich regelrecht gegenseitig verstärken und das Vorhandensein von beiden Symptomen auch im Widerspruch zu den Diagnosen stehen.
    Es kommen eben Verhaltensweisen vor, die man nicht bei einem Asperger-Betroffenen erwartet und solche, die nicht zu ADHS gehören.

    Dazu kommt, dass sich viele Symptome sehr ähneln (und da sehe ich das größere Problem seitens der Diagnosen und das war (leider) auch schon zu Zeiten vor DSM V der Fall), die Diagnostiker aber nicht genau hinschauen/ nicht die Zeit dazu haben/ nicht die nötigen Hintergrundinformationen haben, um das Eine vom Anderen trennen und richtig erkennen und zuordnen zu können.

    Wie gesagt, der ADHS-Betroffene kennt und versteht die sozialen Regeln, befolgt sie aber nicht, aus diversen Gründen, der Asperger kennt sie nicht und versteht sie auch nicht, für ihn sind sie eine völlige Fremdsprache.
    Nach außen hin wirken aber beide gleich.

    Oder Beispiel Gestik/ Mimik/ Körpersprache:
    Der ADHS-Betroffene ist sich der Bedeutung durchaus klar, wie bei den meisten Menschen, nicht mal bewusst, das läuft einfach unbewusst ab.
    Er tritt aber häufig ins Fettnäpchen, weil er diese Signale einfach gar nicht wahrnimmt, er sieht sie gar nicht, weil er abgelenkt ist, seine Aufmerksamkeit ganz woanders liegt.
    Daher reagiert er dann mitunter unpassend, weil ihm Informationen verloren gegangen sind.
    Hätte er sie aber gesehen, hätte er auch darauf reagieren können.

    Ein Mensch im autistischen Spektrum dagegen sieht die Signale vielleicht, aber sie sagen ihm nichts.
    Eine Mimik hat für ihn keinerlei Informationsgehalt.


    Nach Außen hin, bzw. oberflächlich betrachtet, wirken aber beide gleich, denn sie treten in das selbe Fettnäpchen.

    Die Hintergründe dafür sind aber grundlegend anders und das ist besonders dann wichtig, wenn es darum geht, diese Beeinträchtigungen zu behandeln, bzw. zu managen.
    Spätestens da zeigt sich, dass die Wirksamkeit von Behandlungen auch von der korrekten Diagnose abhängt.


    So kommt es viel häufiger dazu, dass die Diagnosen nicht zutreffen, bzw. später geändert werden.
    Das schreibe ich weniger der Aufweichung der DSM-Kriterien zu, sondern viel eher einem Gesundheitssystem, das den Ärzten gar nicht die erforderlicher Zeit einräumt, um genauer hinzuschauen.

    Und was die spätere Behandlung betrifft, so wird selbst dann oft die tatsöchlich vorliegende Störung übersehen und dem Patienten dann eher gesagt, dass er ja schon selber mitmachen und sich anstrengen müsse, damit auch was dabei rauskommt ... so wird es dann hübsch auf die Betroffenen abgewälzt, was den Frust und die Enttäuschung und die Versagenserfahrungen nur noch weiter vergrößert.


    Aber wie gesagt, ich kann diesem Thread immer weniger folgen und verstehen, von daher muss ich mich zurückziehen.

  4. #64
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Auch ein Asperger kennt die sozialen Regeln, er versteht sie nur nicht. Mimik und Gestik sind auch dem Asperger geläufig, er kann aber eben nur die Extreme in ihren typischen Erscheinungen deuten (Mundwinkel hoch=lachen, krause Stirn= ärgerlich). Daran hangeln sich viele Asperger durchs Leben.

    Und ein ADHSler kann sehr wohl die Signale wahrnehmen, oft werden sie sogar "zu viel" wahrgenommen, man kann einem ADHSler oft kaum Emotionen vormachen, das Fettnäpfchen ist die Impulsivität, nicht die Unaufmerksamkeit. Die vom vorwiegend unaufmerksamen Subtyp gelten ja eben oft eher als überangepasst.


    Es geht mir mit meinem Satz darum, das oft reine ADHS Problematik als Asperger angesehen wird, weil sich die ADHS immer mehr in Richtung Defizite im Leistungsbereich verschiebt. Von daher sind die ADHSler, die Probleme im sozialen Leben haben etc. entweder sehr schwer betroffen, oder sie haben eben noch Asperger dazu. Nur haben sie eben oft kein Asperger, sie haben einfach ADHS, so wie es auch in den Krieterien steht, mit Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen.

    Also ich habe halt sowohl in Maßnahmen, als auch in der Behindertenwerkstatt genug Asperger gesehen, und da war gar nichts mit "little professor". Aber vielleicht nehme ich das Wort auch nur zu wörtlich. Die waren auch nicht Labertaschen oder Klugscheisser etc..... auch nicht in ihrem Gebiet des Interesses..... eher das Gegenteil. Ich merke halt das die wenigen Ausnahmen die eher unauffälliger sind in beiden DIagnosen immer mehr werden, und die, die die Kriterien erfüllen mit all ihren obejktiv sichtbaren Einschränkungen dann eher als "schwere Fälle" angesehen werden. Das ist das, was auch immer mehr Ärzte ansprechen, das dieses Verhältnis nicht stimmen kann.
    Geändert von creatrice ( 7.04.2015 um 16:22 Uhr) Grund: Nachtrag u modifizierung

  5. #65
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    creatrice schreibt:
    Auch ein Asperger kennt die sozialen Regeln, er versteht sie nur nicht.
    Nicht korrekt.
    Zunächst mal kennt und versteht er sie nicht.
    Man kann sie ihm beibringen, ähnlich wie man mathematische Formeln auswendig lernen und dann genau so anwenden kann, wie man es gelernt hat.
    Was in der Konsequenz bedeutet, dass er sie dann zwar kennt, nach wie vor aber nicht versteht und nicht adaptieren kann.

    Wer z.B. einen Dreisatz kennt und versteht, der wird ihn umsetzen können.

    Wer ihn nur kennt, wird die Formel nicht umbauen können, denn er hat sie damit noch lange nicht verstanden.

    Wer ihn nicht mal kennt, wird nicht mal wissen, was das ist, wenn er einen sieht.

    Das Beispiel ist deshalb so schön, weil ich ebenfalls komorbid von Dyskalulie betroffen bin und daher diese Formel anwenden, aber nicht umstellen kann.
    Ich muss sie mir jedesmal Schritt für Schritt mit einer auswendig gelernten Musterformel aufschreiben, testrechnen (um sicher zu gehen, dass ich sie richtig aufgeschrieben habe) und dann versuchen, die Weerte, die ich wirklich verwenden soll, in die Formel an den richtigen Stellen einzusetzen.

    Wer den Dreisatz verstanden hat, braucht das nicht.

    Soll bedeuten:
    Anfangs habe ich den Dreisatz nicht gekannt, jetzt kenne ich ihn, kann ihn aber nur auf der Basis des Auswendiggelernten, also sehr unflexibel, anwenden.

    Genau so ist es auch bei Aspergern (und da ich einer bin und ein ganzes Regal voll mit Büchern über Ausdrucksanalytik und auch spezielle Seminare und Ausbildungen darin gemacht habe und es mir dennoch in mir bis dato unbekannten Situationen immer noch unmöglich ist, die Audsrücke korrekt zu interpretieren, kann ich das aus der eigenen Erfahrung heraus ganz gut beschreiben.

    Für mich ist das vergleichbar mit einer gigantischen Excel-Tabelle.
    Ausdrücke, die ich schon mal gesehen habe und zuordnen konnte (also auswendig gelernt habe), kann ich erneut aufrufen.
    Wird daran aber etws verändert oder ist der Kontext ein anderer, stehe ich auf dem Schlauch, denn ich kann das nicht adaptieren.

    creatrice schreibt:
    Mimik und Gestik sind auch dem Asperger geläufig, er kann aber eben nur die Extreme in ihren typischen Erscheinungen deuten (Mundwinkel hoch=lachen, krause Stirn= ärgerlich). Daran hangeln sich viele Asperger durchs Leben.
    Ich hab versucht, möglichst kurz zu schreiben und dann kommt wieder sowas dabei raus ... es ist egal, wie ich es mache ... ellenlange Texte liest keiner, nach Kurzfassungen, in denen ich mich zwinge, solche Details schweren Herzens wegzulassen, kommen dann solche Korrekturen, als würde ich das nicht wissen .

    Natürlich ist mir das klar, und das ist auch korrekt, ich habe das nur nicht extra erwähnt.
    Genauso wie ich mal wieder darauf verzichtet habe, extra und betont zu erwähnen, dass wir hier immer noch von Spektrumsstörungen reden, in beiden Fällen, sowohl ADHS als auch ASS.
    Ich hatte das als bekannt vorausgesetzt.
    Und wieder lag ich falsch .


    creatrice schreibt:
    Und ein ADHSler kann sehr wohl die Signale wahrnehmen, oft werden sie sogar "zu viel" wahrgenommen, man kann einem ADHSler oft kaum Emotionen vormachen, das Fettnäpfchen ist die Impulsivität, nicht die Unaufmerksamkeit. Die vom vorwiegend unaufmerksamen Subtyp gelten ja eben oft eher als überangepasst.
    Auch das habe ich nicht bestritten, sondern nur EIN Beispiel genannt ... dass ADHS-Betroffene oftmals auch Opfer der Reizüberflutung leiden, habe ich selber ja auch schon hudnerttausendmal geschrieben und wollte das jetzt nicht auch noch mal erneut schreiben ....
    Auch das sollte nur EIN Beispiel zur Veranschaulichung sein.

    Wäre das alles so einfach und eindeutig, gäbe es diese Probleme niht, sowohl in der Diagnostik selber, als auch in der Verwechslungsmöglichkeit der Störungen, nicht nur ADHS und ASS, da gibt es ja noch mehr Ausschlussdiagnosen, die ich aber alle bewusst außen vor lasse, denn in diesem Thread geht es explizit darum, dass man erst eine ADHS und dann eine ASS Diagnose bekommen hat ...


    creatrice schreibt:
    Also ich habe halt sowohl in Maßnahmen, als auch in der Behindertenwerkstatt genug Asperger gesehen, und da war gar nichts mit "little professor". Aber vielleicht nehme ich das Wort auch nur zu wörtlich.
    Das vermute ich ebenfalls.
    Aber der Begriff ist ja nicht ohne Grund entstanden und es gibt ihn schon reichlich lange.
    Geändert von Fliegerlein ( 7.04.2015 um 19:18 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  6. #66
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 463

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Eine Frage zum Augenkontakt:

    Ist mangelnder Augenkontakt durch beide Krankheitsbilder erklärbar?

    Also z.B. beim Asperger, weil er keine Informationen darauß gewinnt und beim ADHSler, weil ihn die wechselnde Mimik verwirrt und ablenkt?

  7. #67
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Eindeutig ja. Ich habe zu 100% kein Asperger und wurde schon immer von den Ärzten aufgefordert doch wenigstens mal bei wichtigen Sachen in die Augen zu gucken. Ich habe bei einem Lehrfilm über ADHS als Patient ein Interview mitgemacht, und es wurde auch der mangelnde Augenkontakt beobachtet/aufgenommen. Bei mir ist es eher beim Abschweifen oder Konzentrationsabfall.

  8. #68
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Bestätige ich ebenfalls.

    Bei mir ist es beides.

    Zum Einen ist es der Konzentrationsabfall und die Ablenkung und dann ist es mir einfach so schon unangenehm, ich empfinde es als extrem anstregend und es bewirkt ein Gefühl, das sich wohl am besten als so etwas wie "Angst" beschreiben ließe, obwohl das nicht wirklich zutreffend ist, aber es ist halt unangenehm.

    Ich kann Leuten aber in die Augen schauen (und tue das auch), aber der Augenkontakt ist meist nur kurz und wird immer wieder abgebrochen und er ist das ist so ziemlich das erste, was mir verloren geht, wenn es zu anstrengend wird, sei es, wegen des Gespräches als solchem oder wenn es mehrere Personen sind oder die Umgebung zu unruhig ist.
    Je mehr Reize um mich herum, desto schlimmer und desto schwieriger wird es, den Augenkontakt zu halten oder herzustellen.

  9. #69
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Die Vergleiche mit dem Dreisatz und der Exeltabelle finde ich spitze (habe auch Dyskalkulie btw. XD), die erklären das sehr schön

    Fliegerlein schreibt:
    Bestätige ich ebenfalls.

    Bei mir ist es beides.

    Zum Einen ist es der Konzentrationsabfall und die Ablenkung und dann ist es mir einfach so schon unangenehm, ich empfinde es als extrem anstregend und es bewirkt ein Gefühl, das sich wohl am besten als so etwas wie "Angst" beschreiben ließe, obwohl das nicht wirklich zutreffend ist, aber es ist halt unangenehm.

    Ich kann Leuten aber in die Augen schauen (und tue das auch), aber der Augenkontakt ist meist nur kurz und wird immer wieder abgebrochen und er ist das ist so ziemlich das erste, was mir verloren geht, wenn es zu anstrengend wird, sei es, wegen des Gespräches als solchem oder wenn es mehrere Personen sind oder die Umgebung zu unruhig ist.
    Je mehr Reize um mich herum, desto schlimmer und desto schwieriger wird es, den Augenkontakt zu halten oder herzustellen.
    Bei mir ganz genau so!

    Wäre statt dem Begriff "Angst" in dem Zusammenhang evtl. "Bedrängnis" oder "Überforderung" passender?

  10. #70
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    So wirklich lässt sich das Gefühl beim Blickkontakt nicht beschreiben. Irgendwie eine Art Angstreaktion, Überforderung, einfach unangenehm.

    Für mich ist diese Problematik mit dem Blickkontakt ein Beweis dafür, dass Autisten eben _nicht_ "nichts" erkennen.
    Würde ich einfach nur keine Informationen daraus gewinnen, warum sollte ich dann Blickkontakt meiden?
    Hatte schonmal den Vergleich mit dem Ohrläppchen angebracht.
    Ich kann ein Ohrläppchen stundenlang betrachten, ohne darüber jegliche Informationen über den Gemütszustand einer Person zu gewinnen.
    Jedoch fände ich es weder anstrengend, noch würde ich Gefühle wie Angst entwickeln. Ich finde es kein bisschen unangenehm, ein Ohrläppchen zu betrachten.

    Für mich fühlt es sich an, als wären es schlicht zu viele Informationen, die man über Blickkontakt gewinnt.
    Zu viel Input, so dass ich anfange, weiteren Input zu vermeiden.
    Mit der Menge an Informationen kann ich nicht umgehen, dass ist wie mit den 200 Zetteln auf dem Schreibtisch. Ein Zettel reicht, alle anderen 199 müssen weg.
    So ist das dann mit der Mimik. Mund betrachten: okay. Noch die Augen dazu? Zu viel. Das sind dann diese 199 Zettel, die man wegräumt.
    Man nimmt die Informationen zwar irgendwie auf, ist aber immer noch nicht klüger als vorher, da man nicht in der Lage ist, diese zu verarbeiten.
    Dadurch habe ich das Gefühl, zwar irgendwie was zu sehen, aber nicht zu wissen, was genau.
    Es wäre ja gelogen, zu behaupten, dass Autisten keine Details wahrnehmen. Auch nicht, was die Mimik betrifft.
    Ich glaube eher, dass es eine Art unbewusster Selbstschutz ist, diese Detailwahrnehmung hilft einem bei der Mimikerkennung nicht weiter, wenn man nicht in der Lage ist, vernünftig zu priorisieren. Es überfordert einen hingegen immens, so dass man (unbewusst) alle Details ausblendet.
    Wenn dieser Mechanismus von klein auf (zu) häufig aktiviert ist, lernt man dummerweise erst gar nicht, Mimiken zu lesen (ist eben etwas, was alle Menschen im Kindesalter lernen und nicht von Geburt an intuitiv können).
    Und wenn man dann plötzlich in der Situation ist, Mimiken lesen zu müssen, steht man "wie ein Ochs vorm Berg", man kann zwar versuchen, diesen unterbewussten Mechanismus auszutricksen und einzelne Details wahrzunehmen, aber man hat nie gelernt, diese auch richtig zu interpretieren.
    Ich denke, wie gut es funktioniert hängt mit der Ausprägung des Autismus zusammen, manche haben das Lesen halbwegs gelernt, manche jedoch gar nicht und was bei anderen Menschen irgendwann zu einem automatischen unbewussten Prozess wurde, müssen sie sich aktiv aneignen.
    Bei mir funktioniert es halbwegs, habe nur Defizite bei der Unterscheidung von ein paar negativen Emotionen (z.B. Angst und Wut), während ich Freude hingegen intuitiv erkenne.

    Zu den sozialen Regeln:
    Natürlich kann man als Autist soziale Regeln lernen. Wenn mir jemand sagt: "Man sagt einer Person nicht, dass sie fett ist", dann merke ich es mir. Bin ja nicht blöd.
    Auch verstehen kann man sie. Man kann sich durchaus in eine Person einfühlen und wenn die Regel Sinn macht, dann versteht man sie auch.
    Jedoch sind beide Punkte defizitiär.
    So kenne ich mich z.B. sehr gut mit allgemeinen sozialen Regeln aus, die immer und überall gelten (Danke und Bitte sagen, einer niesenden Person "Gesundheit" wünschen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen, und noch ein paar Selbstverständlichkeiten wie "nicht treten/hauen/beißen" und ähnliches).
    Zudem kenne ich alle sozialen Regeln, nach denen sich in meinem Familienkreis gerichtet wird.
    Aber es gibt z.B. soziale Regeln, die ich nicht von zuhause kenne, aber in anderen sozialen Gefügen gelten. Da hakts dann.
    Wenn man mir die Regel einmal genannt hat, dann richte ich mich danach (als Kind und auch heute sogar ziemlich strikt, was nicht nur soziale Regeln betrifft, sondern Regeln im Allgemeinen). Aber man muss sie mir eben nennen. Ich erkenne sie nur selten selber.
    Und manchmal scheitert es auch daran, dass ich z.B. glaube, höflich oder zumindest neutral zu wirken, andere es hingegen als zu direkt oder gar angreifend interpretieren.
    Da weiß ich zwar eigentlich um die sozialen Regeln, kann sie aber nicht anwenden, weil ich die Situation selber falsch einschätze.

    Was das Verstehen betrifft: Manchmal klappt es mit dem nachvollziehen, manchmal klappt es nicht so gut.
    Ich verstehen nicht alle sozialen Regeln, an die ich mich halte. Einige nehme ich auch einfach hin.
    Wobei ich aufgrund intensiven Studiums psychologischer Literatur und anderweitiger Beschäftigung mit der menschlichen Psychologie ein ziemlich solides theoretisches Wissen aufgebaut habe, welches sehr hilfreich ist, wenn man verstehen möchte, warum z.B. in Situation xy Regel z angewendet werden muss.

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