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Diskutiere im Thema Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #31
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Härrlisch, Habitbreaker!!!

  2. #32
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Ich habe 2013 meine ADHS-Diagnose bekommen, ein Jahr später dachte ich dann, dass sich vieles gar nicht mit ADHS erklären lässt.
    Einige Merkmale für mich sind (die zum Teil schon angesprochen wurden):

    - Ich kann nichts akzeptieren, was mir nicht logisch erscheint, alles muss auf meine Art und Reihenfolge gemacht werden
    - Ich meide - so weit es mir möglich ist - Gespräche mit anderen Menschen, weil diese mir zu oberflächlich sind. (Z.B. hasse ich es, wenn jemand Höflichkeitsfloskeln benutzt, weil ich dann davon ausgehe, dass es eh nicht ernst gemeint ist und sehe es dann als Zeitverschwendung an - ich vermute, dass fällt unter Smalltalk)
    - Meine Frau muss oft in Gesprächen eingreifen und meinen Satz zu Ende führen, weil sie meinem Gegenüber ansieht, dass er nicht versteht, was ich ihm eigentlich sagen will.
    - Ich habe Zwangsstörungen: Alles muss gerade und in vielen Fällen symmetrisch und im selben Abstand zueinander ausgerichtet sein, Ich habe zu Ostern ständig Eier gegessen, weil, immer wenn sich jemand ein Ei genommen hat, die Farben nicht mehr im Gleichgewicht waren. (so esse ich z.B. auch Gummibärchen: Erst Farbgleichgewicht herstellen und dann nach Farbkontrast aufessen)
    - Ich plane alles bis ins kleinste Detail, selbst im Supermarkt überlege ich mir in Gedanken eine Reihenfolge zu dem Einkaufszettel, damit ich keinen Gang doppelt ablaufen muss und eine schnellstmögliche Route vom Anfang zur Kasse habe
    - Ich schaue meinem Gegenüber ungern in die Augen, aber erinnere mich ständig während des Gesprächs daran, dass ich das tun muss. Beim Zuhören geht es, beim Reden irritiert es mich und ich kann meinen Satz oft nicht mehr zu Ende führen
    - Bei der ASS-Testung gibt es ja dieses Augen-Test, wo man die Emotionen deuten soll. Meistens hatte ich von den vier Begriffen zwei per Ausschlussverfahren raus, zwischen den anderen beiden musste ich meist raten. Ich wusste grob, für welche Emotion die Person zur Seite geschaut hat, wie weit die Augen geschlossen waren und wie hoch oder tief die Augenbrauen gezogen waren. Mit Intuition hatte es daher nicht viel zu tun, vielmehr mit Analyse und Mustererkennung. Da ich mich für den Test aber in irgendeine ruhige Ecke setzen durfte, hat es eh keinen interessiert. D.h. wenn ich gut geraten hatte (Ergebnis kenne ich nicht), war es eigentlich egal, wie ich auf das Ergebnis kam.
    - Ich hatte beim Lesen des Buchs "Ein Leben mit dem Asperger-Syndrom" von Tony Attwood das Gefühl, ich halte eine Biographie von mir in den Händen.
    - Ich habe ein großes und von Kindheit an beständiges Spezialinteresse: Sprachen (Sprachen vergleichen, deren Entwicklung und Sprachfamilien, die historischen Hintergründe und deren Verbreitung sowie die einzelnen Völker; somit also auch die damit zusammenhängende Geschichte und Geographie). Die Intensität nahm vor allem mit internetfähigen Handys und Wikipedia drastisch zu. Achja, die Sprachen auch sprechen zu können, interessiert mich lustigerweise nicht.

    Naja, die Diagnostik ist abgeschlossen und da ich in gewissem Umfang die Emotionen meiner Frau deuten kann (z.B. mache ich ihr wohl immer einen Kakao, wenn sie traurig aussieht, was mir vor ihrer Erzählung nicht bewusst war) und ich im Arztgespräch verstanden habe, was er überhaupt von mir hören wollte, wirke ich auf ihn nicht wie ein Autist.

    Ich erhielt lediglich die Diagnose, dass ich ein sehr spezieller Mensch sei. Er betonte aber, dass es im Erwachsenenalter sehr schwer ist, ASS zu diagnostizieren und dass es lediglich seine subjektive Meinung sei, ich es aber doch so sehen solle, dass er mich nicht für behindert halte.

    In meinen Augen habe ich ADS+ASS, aber nach dem Thema hier, recherchiere ich auch mal nach dem Phänomen, dass ADS und ASS sich teilweise gegenseitig kompensieren. Das klingt sehr spannend und wäre in meinem Fall vielleicht eine passende Antwort für meine Identitätsfindung.

    Ob ich noch einmal einen Diagnostikversuch starte, weiß ich noch nicht. Ich hätte mir davon erhofft, mehr Akzeptanz für mein "Speziell-Sein" in meinem Umkreis zu ernten und damit weniger schauspielern zu müssen, damit ich normal wirke.

  3. #33
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Also, an deiner Stelle würde ich definitiv noch einen Diagnostikversuch machen, denn was du geschildert hast, klingt schon ziemlich nach Asperger.
    Ich habe auch die Kombi ADS und ASS und kann bestätigen, dass sich manches kompensiert/maskiert, manches aber andererseits potenziert - wie schon geschrieben wurde, z. B. dass viele (nonverbale) Informationen aufgrund von Unaufmerksamkeit nicht "ankommen", und das was ankommt, dann erst interpretiert werden muss (was manchmal klappt, oft aber auch nicht).

    Glücklicherweise war meine Ärztin so offen und erfahren, dass sie über meine (teils unbewussten) Kompensationsstrategien hinwegsehen konnte und die Diagnosestellung für sie eindeutig war.

    Mein Umfeld hingegen hat, solange ich denken kann, mich nur als etwas schrullig bis sehr schwierig betrachtet - jedoch trotzdem als normal! Und deswegen alle üblichen Anforderungen des sozialen Miteinanders an mich gestellt, die ich natürlich nicht sämtlich erfüllen konnte, woraufhin ich dann Schwierigkeiten bekam. Immer wieder und wieder.
    Jetzt mit der Diagnose bekomme ich von meiner Familie viel mehr Verständnis entgegengebracht, u.a. weil sie diverse Verhaltensweisen nicht mehr als Affront o.ä. wahrnehmen.
    Das ist freilich keine Einbahnstraße - ich bemühe mich weiterhin, so gut ich kann, allerdings mit weniger "Druck" und kann auch mal über mich und meine Schrullen lachen

    Übrigens bin ich im Emotionen-deuten auch gar nicht soooo schlecht und wenn jemand in meiner Familie ein Problem hat oder krank ist, kümmere ich mich um die Person (sofern diese es zulässt, versteht sich). Es hat halt nur gedauert, bis ich manche Verhaltensweisen und Mimik/Gestik erkannt, analysiert und abgespeichert und mir eine (hoffentlich) passende Reaktion zurechtgelegt hatte.
    Gerade aber dieses nicht-intuitive und relativ starre Händeln von Situationen war für meine Ärztin eines der Anzeichen schlechthin.
    Dass ich bspw. Ironie und Sarkasmus verwende und sehr kreativ bin etc., fiel nicht mehr ins Gewicht.

    EDIT: Waren eigentlich Fragebögen für deine Eltern dabei? Meine Mutter sollte einen ausfüllen, darüber wie ich mich als Kind verhalten habe. Bei dem ist bei der Auswertung die Punktezahl dann quasi durchs Dach geschossen - damals war ich noch völlig ohne mühevoll erlernte Kompensationsstrategien und dadurch absolut eindeutig als Aspie zu erkennen XD
    Geändert von Wollnashorn (30.03.2015 um 13:05 Uhr)

  4. #34
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Waren eigentlich Fragebögen für deine Eltern dabei?
    Meine Mutter ist leider vor 4 Jahren gestorben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Mutter alles sehr detailliert hätte schildern können. Mein Vater hat leider nicht so viel mitbekommen, und fühlte sich mit dem Fragebogen so überfordert, dass er nach vier Fragen aufgegeben hat. Er schien aber auch nicht viel von sowas zu halten. Auch bei der ADHS-Diagnostik waren seine Antworten genau das Gegenteil zu meinen.

    Es gab aber gewisse Auffälligkeiten im Verhalten meiner Mutter, als ich noch klein war. Meine Mutter ist zwei mal wegen mir bei einem speziellen Arzt gewesen, ich war nicht dabei, einmal habe ich im Auto gewartet und sie war nur kurz drin. Als ich auf die weiterführende Schule kam, sah meine Klassenlehrerin mich als Störenfried an. Nach einem Elternsprechtag, bei dem meine Mutter auch wollte, dass ich vor der Tür warte, war meine Klassenlehrerin immer total freundlich zu mir

    Ich habe diese Woche noch einen Termin bei einem ansässigen Psychiater. Er wollte mich nach meiner Diagnostik noch einmal sprechen. Mal schauen, was er nun sagt.

    Aber danke für deinen Beitrag, habe sehr viele Parallelen zu mir erkannt

  5. #35
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    ChrisH schreibt:
    Meine Mutter ist leider vor 4 Jahren gestorben.
    Das tut mir sehr leid

    ChrisH schreibt:
    Mein Vater hat leider nicht so viel mitbekommen, und fühlte sich mit dem Fragebogen so überfordert, dass er nach vier Fragen aufgegeben hat. Er schien aber auch nicht viel von sowas zu halten. Auch bei der ADHS-Diagnostik waren seine Antworten genau das Gegenteil zu meinen.
    Schade. Wohl aber gar nicht so selten, wie ich mitbekommen habe - manche Eltern wollen entweder nicht wahrhaben, dass sie ein Kind haben könnten, das "anders" ist, oder sie sind tatsächlich davon überzeugt, dass das Kind völlig "normal" ist und sich womöglich bloß in was reinsteigert.
    (Damit es kein Missverständnis gibt: Ich sage "Kind" unabhängig vom Alter )
    Dass falsch oder nicht beantwortete Fragen kontraproduktiv sind (weil sie u.U. eine wichtige Diagnose verzögern oder verhindern), sehen die Eltern leider nicht ...

    ChrisH schreibt:
    Ich habe diese Woche noch einen Termin bei einem ansässigen Psychiater. Er wollte mich nach meiner Diagnostik noch einmal sprechen. Mal schauen, was er nun sagt.
    Sehr gut. Nur nicht aufgeben

  6. #36
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Ich würde mich an deiner Stelle an eine renommierte Diagnostikstelle wenden. Da hast du zwar lange Wartezeiten, aber die Ärzte dort sind viel erfahrener, was die Diagnostik bei Erwachsenen betrifft.

    Hört sich schon verdächtig an.
    Nur ein Tipp: Wenn du dich nicht mit Menschen unterhalten möchtest, weil du die Gespräche oberflächlich findest, dann solltest du dir eine geeigneteres Umfeld suchen.
    Es gibt genügen Menschen, mit denen man sehr angenehme, anspruchsvolle Gespräche führen kann.
    Frag mich aber nicht, wo man die so herbekommt, bei vorliegender Hochbegabung vllt. sowas wie Mensa, ansonsten gibt es z.B. politische Gruppierungen (jenachdem was dich so interessiert) oder andere Gruppen, in denen man Menschen mit ähnlichen Interessen und Gesprächsthemen kennenlernen kann.

  7. #37
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    ReRegenbogen schreibt:
    Nur ein Tipp: Wenn du dich nicht mit Menschen unterhalten möchtest, weil du die Gespräche oberflächlich findest, dann solltest du dir eine geeigneteres Umfeld suchen.
    Es gibt genügen Menschen, mit denen man sehr angenehme, anspruchsvolle Gespräche führen kann.
    Frag mich aber nicht, wo man die so herbekommt, bei vorliegender Hochbegabung vllt. sowas wie Mensa, ansonsten gibt es z.B. politische Gruppierungen (jenachdem was dich so interessiert) oder andere Gruppen, in denen man Menschen mit ähnlichen Interessen und Gesprächsthemen kennenlernen kann.
    Vielleicht Volkshochschulkurse?
    Ich habe unlängst die Münchner VHS für mich entdeckt und war überrascht, was für vielfältige, interessante und anspruchsvolle Themen angeboten werden. Zwar bin ich noch mit niemandem ins Gespräch gekommen, aber das liegt hauptsächlich an mir selbst XD
    Habe schnell gegoogelt, Münster hat eine VHS.

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 463

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    David1986 schreibt:

    1.0.1. Meine Schwierigkeiten mit dem Neuanfangen von gewissen Dingen, die ich noch nicht wusste, wie sie ablaufen werden. Häufig drehte ich vor Dingen oder Änderungen durch, weil ich mich gestresst fühlte.
    1.0.2. Mein nicht typisches Verhalten für einen 28 Jährigen (?). Hier weiss ich nicht, hat wohl mit tiefgreifender Entwicklungsstörung zu tun.
    1.0.3. Mein Zurückziehen von Menschen, weil ich sie nicht verstehe, aber nicht weiss weshalb.
    1.0.4. Mein Kontroll- und Planzwang. Alles musste genau geplant sein und eine gewisse Ordnung haben.
    1.0.5. Meine Regeln und Spezialintegration, die nicht auf normalen Gefühlen basieren, sondern in den meisten Fällen dazu dienten, mich vor den anderen zu schützen. Dieser Punkt wird momentan bei mir bearbeitet.
    1.0.6. Mein fehlendes Verständnis für soziale Beziehungen. Einzelgängertum, Rückzug von der Aussenwelt und ich habs nicht so mit Beziehungen.
    1.0.7. Meine extremen Fehlinterpretationen von Gesichtern. (Beim normalen Menschen geht das automatisch und ich werde wütend, weil die so komisch gucken)
    1.0.8. Mein Problem Menschen in die Augen zu gucken, weil ich mich dann nicht konzentrieren kann. Ich bin dann mit dem Deuten ihrer Gesichtseptilepsie beschäftigt.
    (1.0.9.) Meine Wutanfälle und das Ausrasten beim zu Nahe kommen und bei Verwirrung (Bin mir aber da nicht ganz so sicher ob das nicht auch die Nichtaspies haben..)
    (1.1.0.) Ein Experte der selber Asperger hat, hat mich abgeklärt und meinem Therapeuten dann gesagt, ich sei ein Mensch mit ausgeprägten Aspergersymptomen.
    1.1.1. Meine motorischen Probleme, die ich seit der Kindheit habe.
    1.1.2. Eine eigene Form der Logik, die von der angeblich Normalen abweicht, aber durchaus seinen Platz haben soll, so der Therapeut. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum die Leute beim Tempo 50 Schild nicht 50 fahren, sondern 55 oder 44. Ich verstehe nicht, warum gewisse Leute das sagen, aber was anderes tun....
    1.1.3. Das fehlende Verständnis, sich in Menschen hineinversetzen zu können (mangelnde Empathie).
    1.1.4. Den Wunsch, jeden Tag möglichst gleich zu gestalten.
    1.1.5. Spezialinteressen, denen ich zu viel Zeit schenke und dabei um mich herum alles vergesse.
    1.1.6. Was mich interessiert, das mache ich wirklich gern und was mich nicht interessiert, das stört mich.
    1.1.7. Ich nenne den 17te Punkt, Durchblickpunkt: Ich sehe in gewissen Dingen mehr als die anderen. Das ist äusserst merkwürdig für mich und manchmal nervts, wenn jemand nicht von Anfang an gewisse Zusammenhänge erkennt, die ich erkenne.
    1.1.8. Anderes Wahrnehmen von Schmerzen: Ich bin sehr schmerzunempfindlich. Was zu einem Problem werden kann, wenn ich nicht merke, das ich verletzt bin.
    1.1.9. Ich kann die Ironie nur lernen, aber nicht verstehen. So ist es mit Vielem. Ich bekomme häufig Ärger wegen Missverständnissen.
    (sorry, ich werd jetzt mal kurz ganz viel über mich reden, ich hoffe, das sprengt die Diskussion nicht)

    Gibt es eigentlich noch andere Diagnosen, die eine ähnliche Symptomatik haben?

    Ich erkenne mich in vielem hier so gut wieder, aber dann passen ganz bestimmte, anscheinend sehr wichtige Elemente überhaupt nicht.
    Bei der Liste Oben passen die Punkte 1.0.1.-1.1.7. wie die Faust aufs Auge, aber die letzten kein Stück. Ich bin total schmerzempfindlich und verstehe Ironie sehr gut. Auch Empathielosigkeit wurde hier oft genannt, passt ebenfalls nicht. Ich bin eher übersensibel und empathisch und lasse mich z.B. extrem von Stimmungen von anderen beeinflussen und verunsichern.

    Aber heute hatte ich wieder so einen Moment, wo ich dachte "das ist doch nicht normal, ist das Autismus?". und zwar hat mich jemand angerempelt und sich dann bei mir entschuldigt. Das Anrempeln hat mich wütend gemacht wegen unerwartetem Körperkontakt aber die Entschuldigung hat mich NOCH wütender gemacht und ich weiß überhaupt nicht, warum. Was ist denn das bitte für eine Reaktion?

  9. #39
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Persephone schreibt:
    Gibt es eigentlich noch andere Diagnosen, die eine ähnliche Symptomatik haben?
    Ohne das jetzt auf die einzelnen symptome aufdröseln zu wollen und ohne auf mögliche andere Diagnose im Einzelnen und vertieft einzugehen:

    Generell lautet die Antwort:
    Ja, gibt es.

    Wie bei ADHS, muss auch bei ASS eine Differentialdiagnostik durchgeführt werden, denn auch da gibt es diverse andere Störungen,w elche sich leicht mit anderen verwechseln lassen.
    Darunter u.a. auch ADHS, was ja bis vor kurzem offiziell noch als Ausschlussdiagnose für ASS galt (und umgekehrt), man also, wenn man das eine hat, nicht auch das andere haben kann, was sich aber als nicht zutreffend herausgestellt hat und mit DSM V auch erstmals ofiziell gleichzeitig diagnostiziert werden darf (aber auch vorher schon wurde).

    Es gibt da so einige Ähnlichkeiten mit anderen Störungen, seien es die narzisstische Persönlichkeitsstörung oder die schizoide und schizotypische PS (vor allem letztere ist sehr ähnlich).
    Und dann gibt es na klar auch noch reichlich weitere, ich kann mich nur nicht sicher genug an alle erinnern, ich meine, Traumafolgestörungen gehören auch dazu (die ebenfalls auch mit ADHS verwechselt werden können).

    Also ja, es gibt eine Reihe von weiteren Störungen, die in Frage kämen und daher ausgeschlossen werden müssen.

    Das macht es mitunter ja so wahnsinnig schwer, solche Diagnosen zu stellen, besonders im Erwachsenenalter, wenn man dann auch noch Komorbiditäten mit im Schlepptau führt und das alles auseinanderfriemeln muss, ... was war zuerst da, was kam später, oder auch gleichzeitig ... die Suche danach ist keine leichte Nummer und allein von einer Symptomliste und Selbstbeobachtung (gerade bei Personen, die eine störungsbedingte beeinträchtigte Selbstwahrnehmung aufweisen) nicht oder nur sehr schwer durchzuführen.

    Am Ende erkennt man sich in allen Störungsbildern irgendwie wieder, aber auch irgendwie nicht richtig und ist dann unsicherer, als vorher.

    Sehr schwer also, von dieser Seite, bzw.an dieser Stelle Hilfestellungen zu geben.
    Daran verzweifeln ja sogar die Fachleute nicht selten ...

    Asperger bekommen nicht selten ebenso "merkwürdig" kombinierte Diagnosen, wie man sie auch bei ADHS-Betroffenen finden ... z.B. eine Kombi aus zwanghafter und narzisstischer PS mit schizotypischen Anteilen etc ...

  10. #40
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Persephone schreibt:
    Ich erkenne mich in vielem hier so gut wieder, aber dann passen ganz bestimmte, anscheinend sehr wichtige Elemente überhaupt nicht.
    Bei der Liste Oben passen die Punkte 1.0.1.-1.1.7. wie die Faust aufs Auge, aber die letzten kein Stück.
    Die Liste beinhaltet die Symptome von David1986, sie ist keine offizielle Aufzählung. Und selbst bei diesen muss nicht jedes einzelne Kriterium zutreffen, um eine gesicherte Diagnose stellen zu können.

    Persephone schreibt:
    Ich bin total schmerzempfindlich und verstehe Ironie sehr gut. Auch Empathielosigkeit wurde hier oft genannt, passt ebenfalls nicht. Ich bin eher übersensibel und empathisch und lasse mich z.B. extrem von Stimmungen von anderen beeinflussen und verunsichern.
    Meine Ärztin hat mir gesagt, es gibt (vereinfacht gesagt) zwei "Sorten" von Aspergern: Einmal die, die tatsächlich kein Mitgefühl entwickeln können und dann die (und zu der Kategorie gehöre ich), die zwar mitfühlend sind, teilweise sogar sehr stark (was großen Stress auslösen kann), aber die nicht oder nicht adäquat darauf reagieren können.

    Ein Beispiel: Kürzlich habe ich auf den Bus gewartet, und an der Haltestelle saß ein Junge, vielleicht 11, 12 oder so, und weinte. In dem Moment hat mich das genervt und bedrängt, ich wünschte mir, dass er aufhört oder dass der Bus schneller kommt.
    Als ich dann zuhause war (sprich: Abstand hatte), kam ich ins Nachdenken: Womöglich wurde er in der Schule gehänselt oder hat eine schlechte Note bekommen, oder jemandem aus seiner Familie ist was passiert, z. B. Krankheit oder Unfall. Woraufhin er mir sehr leid tat und ich mir Vorwürfe über mein vorheriges Empfinden und Nichthandeln (ich habe ihn ignoriert) machte.

    Auch wenn ich etwas trauriges lese oder mich etwas rührt, das ich in einem Video sehe, kommen mir sehr schnell die Tränen. Aber zuhause, in meiner sicheren Umgebung.

    Ironie verstehe ich durchaus (zwar nicht immer, aber wer tut das schon) und verwende sie und Sarkasmus gerne.

    Schmerz(un-)empfindlich bin ich körperteilabhängig.

    Persephone schreibt:
    Aber heute hatte ich wieder so einen Moment, wo ich dachte "das ist doch nicht normal, ist das Autismus?". und zwar hat mich jemand angerempelt und sich dann bei mir entschuldigt. Das Anrempeln hat mich wütend gemacht wegen unerwartetem Körperkontakt aber die Entschuldigung hat mich NOCH wütender gemacht und ich weiß überhaupt nicht, warum. Was ist denn das bitte für eine Reaktion?
    Wär mir wohl ähnlich gegangen XD

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