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Diskutiere im Thema Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Ich habe seit 2010 klinisch bestätigt die ADHS-Diagnose. Da war ich aber schon 57ig Jahre alt.
    Seither ging ich zu einer ADHS-Therapeutin, die selber ADHS hat. Das vereinfach ungemein Vieles.
    Sie versteht mich viel besser und die Empathie fliesst.
    Dann kam sie allerdings mit einigen meiner Probleme an eine Grenze, dh. sie konnte sie nicht nachvollziehen.
    Sie meinte, das sei kein ADHS mehr.
    Da hab ich mich dann Ende 2013 auf AS testen lassen. Das Ergebnis: Anteile an ASS, AS.

    Auffallend anders als das ADHS sind: dass ich gerne sehr genaue Aussagen habe. Das "man" es so macht kann mich
    echt frustrieren. Ich kenne den "man" nicht (Spass) und würde ihm gerne mal die Meinung sagen.
    Ich will logisch nachvollziehbare Argumente, sonst überzeugt es mich nicht.
    Ich kann mich dann stundenlang im Kopf mit so einem Problem auseinander setzen.
    Am meisten habe ich Mühe, dass die Mitmenschen so unbekümmert, (früher sagte ich "dumm") leben.
    Ein falsch parkiertes Auto kann mich tagelang beschäftigen. Die Frage, ob ich der Allgemeinheit zuliebe
    was hätte unternehmen sollen (den Falschparker aufklären) kann mich lange beschäftigen.

    Regeln waren für mich in jungen Jahren echt stressig, wenn ich keine Logik darin erkennen konnte.
    Ich hielt mich dann auch nicht daran.
    Heute bin ich da lockerer: Regeln sind Abmachungen der Gemeinschaft, um ein möglichst denkarmes Zusammenleben
    zu gestalten. Damit es nicht immer was zu erklären, zu disskutieren gibt.

    Ich kann eine Situation meist gut einschätzen. Bin mir aber fast sicher, das dies viel Lernen für mich bedeutet hat.
    Ich hab über Jahre die Körpersprache (Sami Molcho) studiert. Nur bei den Gesichtern, Angst, Trauer, Wut, Verzweiflung, etc
    bin ich immer noch sehr unsicher. Wenn ich sowas anhand von der Augenpartie, ohne Mund und ohne den ganzen Körper
    der Person beurteilen soll, bin ich quasi am Raten.

    Meiner Meinung nach hilft mir ADHS doch recht gut bei den Problemen mit ASS.
    Beim Beruf hat mir AS/ASS recht geschadet. Ich konnte solange im IT-Support gut arbeiten,
    bis wir einen neuen Chef bekamen, der alles dokumentiert haben wollte und gerne Terminangaben wollte...
    "bis wann ist das repariert"... "wie lange brachst Du um den Fehler zu finden" (Fragen, die ich absolut nicht
    gerne beantworte, da es einfach keine Antwort dazu gibt (meiner Meinung nach).
    Das Schlimmste an meinem Beruf war für mich nicht, dass ich einen PC nicht mehr zum Laufen brachte, oder
    ein Problem nicht lösen konnte. Viel schlimmer war es, wenn es wieder ging und ich nicht wusste warum.
    Ich bekam zB gesagt, ich müsse schneller und dafür ungenauer arbeiten (meine Wortwahl). Weniger ins Detail
    gehen.... das war für mich kaum machbar. Und mit zunehmendem Alter hatte, habe ich immer weniger Kraft,
    mich den Neuronormalen anzupassen. Mich in den Ramen der Regeln zu zwängen, die mir eh schon von
    Kind auf zuwieder waren.
    Mir geht es darum, dass eine Situation für's Gesamte gesehen ideal läuft. Nicht einfach für Einzelne, auch
    nicht einfach nur für mich. Für alle Beteiligten soll es stimmen. Nicht nur für den Chef, auch für die Kunden.

    Ich muss mit meinen Warum-Fragen im Teeni-Alter meine Mutter so genervt haben, dass ich mit der Zeit
    wusste, dass ich das lieber bleiben lasse, weil ich sonst eine Ohrfeige riskierte. Das waren natürlich
    Warum-Fragen zu Regeln und Vorschriften.

    Ich wurde meist als Arrogant und als unzufrieden eingestuft (als jung), aufgrund Gesichtsausdruck und Kopfhaltung.
    Dabei ist es auch heute eher ein Kompromis, dass ich Lächle, wenn ich keinen Grund dazu habe. Einfach aus
    Höflichkeit.

    Mich macht es fertig und ich werde als äusserst unangenehm erlebt, wenn ich in einem Geschäft, nachdem
    ich alles genau am Produkt gelesen habe und doch noch offene Fragen habe, dann vom FACH-Personal
    (ich nenne das VerkäuferInnen ohne spezielle Fachkenntnisse), auf meine Bitte hin, keine zusätzlichen
    Infos erhalte, sonder die kommen zu dem Produkt und lesen was drauf steht. Und da reicht dann meist meine
    Geduld nicht mehr aus. "Das hab ich schon selbst gemacht... die Zeit können sie sich sparen" ist dann
    noch das freundlichste, das ich hervor bringe. Die könnten doch gleich sagen, dass sie keine Ahnung
    von der Materie haben.

    Meist hilft es mir, dass ich sowohl ADHS wie auch noch etwas mehr habe.
    Doch manchmal gibt es Situationen, wo es sich auch dadurch steigert.

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    ReRegenbogen schreibt:
    Hallo habit!

    Zu 1.:
    Ich hatte erst eine ADHS- sowie eine Borderline-Diagnose, beides wurde dann aber bei der Autismus-Diagnostik als Komorbidität ausgeschlossen.
    Symptome, die ausschlaggebend waren:
    Reizüberflutung (vor allem akustisch und taktil), Stereotypien, Rituale, Spezialinteresse vorhanden, hatte Schwierigkeiten negative Gesichtsausdrücke sicher zu unterscheiden (Wut vs. Trauer vs. Angst), zeigte wenig affektive Beteiligung, mangelnde soziale und emotionale Gegenseitigkeit, fehlender Blickkontakt, habe oft mit geschlossenen Augen gesprochen.
    Konzentration & Arbeitsgedächtnis waren okay, das logische Gedächtnis (Geschichte nacherzählen) beeinträchtigt.
    Zudem meine Kindheit: kein Freundeskreis, spielte am liebsten alleine in meinem Zimmer oder kletterte auf Bäumen rum, wurde als Kind sozial und emotional unreif beschrieben und deswegen auch erst später eingeschult, hatte eine Sprachentwicklungsverzögerung und war schon früh sehr auffällig, was meinen Umgang mit Veränderungen, Reizen und Ritualen betraf (anders gesagt: ich hatte häufige Ausraster, konnte nicht damit umgehen, wenn ich ein Ritual nicht befolgen konnte oder es zu laut war), wurde viel gemobbt.
    Rollenspiele waren nie "mein Ding", obwohl ich SEHR VIEL mit Puppen gespielt habe. Jedoch sah das so aus:
    Puppen wurden im Kreis gelegt, dann habe ich Listen geführt über Entwicklungsstand, Größe, Gewicht etc. Mutter-Vater-Kind wollte *überraschenderweise* nie jemand mit mir spielen.
    Hatte schon im Grundschulalter ein extremes Wissen über Säuglinge und Kleinkinder, meine Grundschullehrerin hat es damals sogar extra im Zeugnis notiert...
    Überschneidungen mit ADHS gab es bei folgenden Symptomen: innere Unruhe, Schwierigkeiten, konzentriert einer PowerPoint-Präsentation zu folgen, häufiges gedankliches Abschweifen beim lernen, emotionale Extreme und Impulsivität.

    Zu 2.:
    Bin noch nicht im Berufsleben.
    Generell habt mir die Diagnose vor allem dabei geholfen, mit meinen Mobbingerfahrungen umzugehen, lange Zeit dachte ich, ich sei zu hässlich&blöd&sonstiges gewesen, so dass ich es nicht anders verdient gehabt hätte.
    Auch dieses ewige Gefühl, nicht dazuzugehören, immer am Rande einer Gruppe zu stehen, das Gefühl dieser unsichtbaren Wand zwischen mir und sehr vielen meiner Mitmenschen, die mich offenichtlich nicht erreichen können und ich sie nicht, was mich oft einsam hat fühlen lassen. Das kann ich nun besser handhaben, da ich weiß, woran es liegt, dass ich an sich nichts falsch mache. Und es hilft mir, stärker darauf zu achten, was für Leute ich um mich herum habe, dass ich zwar damit Leben muss, zu den meisten Menschen keinen Bezug zu finden, aber es gibt trotzdem einige wenige, die mir Nahe stehen, die diese Wand durchbrechen konnten. Darunter eine Person, die derzeit selber eine Asperger-Diagnostik anstrebt.
    Unitechnisch macht die Diagnose für mich nicht so den Unterschied, nur dass ich akzeptiere, dass ich eben nicht 4 Fächer parallel hören kann, dann dauert das Studium halt länger, dafür sind die Noten äußerst passabel.
    Du schreibst als ob du mich kennen würdest, ich rede nicht gerne über meine Vergangenheit aber deine Geschichte macht mich nachdenklich. Habe nie darüber nachgedacht das ich ausser ads noch von mehr "betroffen" zu sein, ich bin jetzt auch nicht der hypochonder.... Eine Modekrankheit reicht ja völlig (sarkasmus)... Wie geht man da vor, mit so einem Verdacht.... wegen dem ADS war der gang zum doc schon schwer genug....

  3. #23
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    ich hab nur ne asperger diagnose, bin hyperaktiv und habe wohl kein ads..aber vielleicht hilft es dir, wenn ich kurz versuche zu beschreiben.

    wichtig beim verdacht auf autismus, wie auch bei adhs ist eben: jeder mensch kennt einzelteile davon, ab einer gewissen summe sollte man stutzig werden, oder könnte man, je nach eigenem leidensdruck.
    bei mir war es immer ein "ich bin doch party behindert" "busfahrbehindert" "einkaufsbehindert" "steh halt sehr auf pünktlichkeit" "hab meine schrullen" "weiß halt nie wie ich mich verhalten soll" "ich hab halt meinen stil, ich muss nicht zwingend andere sachen anziehen nur um nicht imer gleich auszusehen - warum auch?!"...was meine selbsteinschätzung betraf...
    zum arzt bin ich weil ich nicht mehr schlafen konnte und weil ich ständig konflikte mit anderen hatte um vermeintliche kleinigkeiten (zu spät kommen, loyalität im freundeskreis etc.) und "mich nie einer versteht, obwohl ich doch deutsch rede"...
    auf autismus wäre ich im leben nicht gekommen, und das als biologin mit schwerpunkt neurobiologie und einem regal voller psychologiebücher die ich seit der frühen pubertät besitze ("ich geh halt gerne in bibliotheken und lese halt viel").
    andere haben es auch gesehen und mir entsprechende spitznamen verpasst, sich daran ergötzt dass ich sensorisch leicht zu mobben bin (mich erschrecken, mir auf den kopf fassen, weil ich dann zucke "wie ein karnickel"), mir halt erlaubt meinen "lieblings"joghurt mit dem "lieblings"plastiklöffel auf meinem "lieblingsplatz" (wehe da setzt sich wer hin) zu essen...oder sich darüber beschwert, dass man mit mir nie wo hingehen kann, weil es immer theater an der kasse gibt oder ich am essen mäkel oder alles umwerfe....dass ich so emotionskalt sei, man wüsste nie was ich fühle...außerdem könnte ich mich überhaupt in keine hineinversetzen und würde mich nur mir mir selbst beschäftigen...fanden es toll, was ich mir alles merken kann (oder auch nicht wenn es sachen waren, die sie lieber vergessen haben), oder witzig, was ich an einzelheiten sehe, haben sich damit abgefunden, dass ich auf partys dann halt eher mit den haustieren beschäftigt war...früher gehen musste, weil es mir zu viel wurde...
    manchmal fanden sie es komisch, dass ich einfache dinge nicht kann, obwohl ich doch so gut in der schule/uni bin...
    am ende dachte ich, ich bin ein irrer idiot, der es verdient hat, erst mit mitte 20 überhaupt freunde zu finden.

    wirklich stutzig geworden bin ich, als ich in einer trennungsphase mir selbst gesagt hatte: ker, du benimmst dich wie so ein autist. sitzt davor, weiß nicht was du sagen sollst, siehst das gesicht aber kannst nicht im geringsten erkennen was der grad fühlt, es kommt nix bei dir an - das ist doch nicht normal und mir dann im gespräch jemand sagte: das ist wie eine mauer bei dir: man sieht was dahinter ist aber kann es nicht erreichen. eine umschreibung von charakteristika später ("aspergerautisten sind sehr wohl emotional, haben aber größte schwierigkeiten emotionen bei anderen zu erkennen oder ihre eigenen zu benennen/zu zeigen") hab ich dann die tests nochmal gemacht, die ich vorher einfach ignoriert hab, weil "ich bin kein autist" und "der EQ test lügt, ich hab sehr wohl empathie, so niedrige werte sind doch albern"...mich eingelesen und dann andere nahe mal lesen lassen, die sagten auch: "jau, das passt, das ist das einzige was bei dir wirklich passt!"..dann termin zur diagnostik...
    seitdem hader ich immer noch mit den symptomen (sie treffen zu), ich verstehe einfach vieles nicht, also warum das symptom sein soll - für mich ist das normal. wippen und im kreis gehen lass ich mir ja noch gefallen als "ungewöhnliches verhalten".. aber meine vorliebe für glitzende dinge?
    oben steht was von rollenspielen und mir hat noch keiner erklärt, wozu die wichtig sind und warum man mich, nur weil ich leiber die türen an meinen autos auf und zu gemacht habe und am ende nach zwang ("spiel doch mal richtig, wie andere kinder "mutter, vater&kind") dann mit allem(!) mutter, vater &kind gespielt habe, deswegen clustern kann...ich hab auch ohne puppenstube mein diplom gemacht...

    ich entdecke eigentlich immer noch fast täglich dinge bei mir, die mir normal erscheinen aber offenbar autistisch sind...

    es hat insoweit geholfen (wie auch jetzt die beschäftigung mit der hyperaktivität) stolpersteine zu entdecken und mehr workarounds zu finden (und es hilft in der selbstannahme).

  4. #24
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    susi53 schreibt:
    Ich kenne den "man" nicht (Spass) und würde ihm gerne mal die Meinung sagen.
    Ich will logisch nachvollziehbare Argumente, sonst überzeugt es mich nicht.
    Ich kann mich dann stundenlang im Kopf mit so einem Problem auseinander setzen.
    Am meisten habe ich Mühe, dass die Mitmenschen so unbekümmert, (früher sagte ich "dumm") leben.
    Ein falsch parkiertes Auto kann mich tagelang beschäftigen. Die Frage, ob ich der Allgemeinheit zuliebe
    was hätte unternehmen sollen (den Falschparker aufklären) kann mich lange beschäftigen.
    puhhhhh ... also das Sprachendingens ist auf jeden Fall bei mir ein wohl wirklich Extremes die Fragebögen beim VT-Schrink alleine ... müssen einfach von mir sprachlich auseinandergepflückt werden - muss ich erst sagen:"Ich brauche erst eine Definition von Begriff XY, sonst kann ich nicht sagen, ob das bei mir passt" ... eieieieieiei ...
    Da steht zur Zeit "Zwangserkrankung" mit Fragezeichen auf dem Spielplan - dabei finde ich gerade im Sprachlichen das überhaupt nicht zwangsbehaftet. Was gibt es denn für alle Gesprächsteilnehmer besseres, als klare Aussagen? Missinformation is a weapon of massdestruction!

  5. #25
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    habitbreaker schreibt:
    puhhhhh ... also das Sprachendingens ist auf jeden Fall bei mir ein wohl wirklich Extremes die Fragebögen beim VT-Schrink alleine ... müssen einfach von mir sprachlich auseinandergepflückt werden - muss ich erst sagen:"Ich brauche erst eine Definition von Begriff XY, sonst kann ich nicht sagen, ob das bei mir passt" ... eieieieieiei ...
    Da steht zur Zeit "Zwangserkrankung" mit Fragezeichen auf dem Spielplan - dabei finde ich gerade im Sprachlichen das überhaupt nicht zwangsbehaftet. Was gibt es denn für alle Gesprächsteilnehmer besseres, als klare Aussagen? Missinformation is a weapon of massdestruction!
    zwangserkrankungen erkennst du auch für dich selbst gedanklich, ich fasse das "ich möchte klare aussagen" dabei für mich nicht dazu, wohl aber andere dinge wie "hab mich wieder nicht umgedreht, hoffentlich stirbt keiner - (mittlerweile): hirngewitter, das ist ein zwangsgedanke, das wird nicht passieren und : fragebögen sind ungenau, wer als diagnostiker nicht mit der abgabe händeln kann, wenn gefühlt tausend randbemerkungen dran sind, hat seinen job verfehlt.

  6. #26
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    *grins ... händeln kann der Shrink prima ... als erstes musste ich meckern über die Tatsache, dass immer noch Fragebögen mit ungeraden Zahlen an Antwortmöglichkeiten im Umlauf sind

    Ne, also Zwänge im "klassischen" Sinn gibt es glaube ich nicht - es schrieb ja schon jemand, dass "richtige" Zwänge auch nicht abtrainiert werden können und dadurch erkennbarer sind.
    Was mich halt immer noch irritiert, ist ein immer währender innerer Konflikt: einerseits würde ich so einige Dinge gerne in Stein gemeißelt umsetzen können. Ich fühle mich zum Beispiel eigentlich wohler, wenn immer alle Schubladen und Türen geschlossen sind. Oder wenn ich Zeitungen hübsch Ecke-auf-Ecke aufräume. Tatsächlich bekomme ich es nicht hin - diskutieren sogar innerlich trotzig mit mir, dass es doch wohl sooo schlimm nicht sein kann, wenn diese blöden 4 Türen und 2 Schubladen offen stehen. Und dann lasse ich sie trotzig auf .... und fühle mich schlecht ... und wenn ich mir dann auch noch den Kopf selber an der Türecke dresche ... dann bin ich so angegrätzt in dem Moment, dass ich gerne die Tür aus dem Schrank hauen würde (was ich allerding noch nie gemacht habe!) ...
    Jo ... und dann stelle ich irgendwann fest, wieviel Zeit wieder mit diesem de Funes-artigen ja - nein - ja - nein - ja - nein draufgegegangen ist und überlege, dass das definitiv nicht ... ähhhhhhmmmmm ... neurologisch typisch ist

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    ich denke NTs sind wir alle hier nicht, was den umgang so erleichtert...
    jup, zwänge können nicht abtrainiert werden, wohl aber innerlich ausdiskutiert (wenn nts wüssten wieviel tageszeit dafür draufgeht bei mir, ich bin außerlich zwangfrei und huldige meinem schnellen denken, es bleibt trotzdem da - ist ne nachwirkung aus kinderzeit, hätten sie mir einfach erlaubt zu sortieren, statt mich nach draußen zu schicken um mit "freunden zu spielen", ein hirn nimmt das was ihm hilft, um zu funktionieren, das ist daran besten evolutioniert, passt nur manchmal nicht zu dem was man an verhalten erwartet...
    schau wirklich ganz in ruhe, es mag sein, dass bei dir am ende auch noch ein asperger/autismus beisteht: es ändert nix, du wirst nur ruhe findne, weil manchen dinge sind einfach nur, die muss man so hinnehmen. für reinen autismus gibt es keine medis, wohl aber für adhs (ich nenne es doping andersrum - mal etwas langsamer sein), deswegen wird auch das neue stempeldingen nur für dich was bringen...,du weißt doch wie du bist. ich dachte am anfang auch: ja man geil, passende diagnose..dann: shit angeboren und unheilbar, ker, du bist so?! (ich mag smiliey erklärungen, denn ich bin so, ich erkenne noch nicht mal emotionen bei smilies ich rate da kathegorien und bin immer froh wnn bei steht was sie zeigen sollen)

  8. #28
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Hirngewitter schreibt:
    es bleibt trotzdem da - ist ne nachwirkung aus kinderzeit, hätten sie mir einfach erlaubt zu sortieren, statt mich nach draußen zu schicken um mit "freunden zu spielen", ein hirn nimmt das was ihm hilft, um zu funktionieren,
    es gab da zu Kinderzeiten so ein Kästchen ... die Oma hatte Sonntags Ruhe, wenn sie mir grünes Licht für's Sortieren gab ... jede menge Metallkrams plus Magnet ... ich lieeebe sortieren ...

    Stempeldings? Hm, ich glaube, es geht mir gar nicht um einen Stempel, sondern immer noch um das Sortieren ... die Verschussler ins ADHS-Töpfchen, die Verschusseltes-wieder-Sortierer vielleicht ins ASS-Kröpfchen?

    Ja neee ... DAS einzige Ordnungskriterium gibt es nicht, weiß ich ja ... irgendwie bin ich schon immer mein liebstes Feld-Wald-und-Wiesenforschungs-Objekt

    Und da habe ich doch glatt jetzt gerade einen Geistesblitz: das ADHS-Symptomspektrum ist einerseits so eindeutig (für mich), andererseits so wischi-waschi (für andere) ... irgendwie geht es aber vor allem dauernd darum, wie und ob was geändert werden kann, wie kompensieren und wie anpassen, weil ADHS scheint so "hübsch" biegsam.

    Manchmal wünschte ich dann aber, einfach sagen können:"ISS SO! KANN ich nicht ändern!"

    Puhhhhhh ... ich sach ja, ich stecke zur Zeit fest ... so in mir ... kennt ihr das??

  9. #29
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Also irgendwie scheint die Sache mit dem Autismus wieder etwas zu sein, woran sich die Geister scheiden. Also auch die Fachgeister. ADHS bei Erwachsenen muss sich ja auch noch überall rumsprechen, dass es "unsichtbare" Fälle von Autismus gibt, auch. Ich recherchiere grade viel und man muss sich schon sehr anstrengen, um nicht mitzubekommen, dass Autismus sehr unterschiedliche Ausprägungen, Facetten, Spektren hat. Wie kann denn ein Arzt, der Testungen durchführt bzw. nach den Fragebögen etc. den Interview-Part übernimmt, sagen: Sie können nicht autistisch sein, weil Sie offen auf mich zugegangen sind, mir die Hand gegeben und mir in die Augen gesehen haben?

    Die Auswertung der Fragebögen hat er vermutlich gar nicht gesehen, ist nicht drauf eingegangen. Ich habe sie mir grade erst besorgt (der Test war letzten November) und was ich da lese sieht so aus, als hätte ich doch Autismus-Anteile, also Asperger wohl. Ich will da dranbleiben, mal sehen, wie es weiter geht. Zumindest hat meine aktuelle Ex-Psychotherapeutin gesagt: ADHS sieht sie bei mir nicht, eher Autismus. Mit meinem ADHS-Arzt habe ich noch nicht ernsthaft drüber gesprochen. Ich schau jetzt erstmal, was die Bad Arolser dazu meinen.

    Was mich letztens sehr getroffen hat: Eine Bekannte ist Psychologin und Psychotherapeutin und hat mir bei einem Kaffeetrinken mit anderen Frauen gesagt, ich könne gar nicht autistisch sein, sonst würde ich gar nicht mit den allen dort so zusammensitzen können. Auf meinen Einwand, meine Therapeutin hätte das aber vermutet, fühlte sie sich auf den Schlips getreten und meinte, dass sie einen Zweifel an ihrer Kompetenz nicht zulässt, da sie ja mit autistischen Kindern arbeiten würde und entsprechende Fachkenntnisse erworben hätte. Asperger-Autismus sei eine Mode-Diagnose und meine Therapeutin hätte da vielleicht mal irgendwo was aufgeschnappt.

    So, jetzt ihr: Wisst ihr eigentlich, dass ihr nur furchtbar modern seid, aber eigentlich gar nicht autistisch ?

  10. #30
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Triskell schreibt:
    Asperger-Autismus sei eine Mode-Diagnose und meine Therapeutin hätte da vielleicht mal irgendwo was aufgeschnappt.

    So, jetzt ihr: Wisst ihr eigentlich, dass ihr nur furchtbar modern seid, aber eigentlich gar nicht autistisch ?
    muahhhhhhh ... langsam beschleicht mich der Verdacht, dass es modisch ist, eine Modediagnose zu etablieren ... ...

    WAAAAS? Du glaubst, du hast Schnupfen? Das bildest du dir bestimmt nur ein ... das ist wieder so eine doofe Modediagnose!

    Wieeeee jetzt, Bein gebrochen? Man kann sich auch anstellen ... du und deine Modediagnosen ...




    abgesehen davon, dass so ein Verhalten ziemlich unprofessionell ist:
    Eine Bekannte ist Psychologin und Psychotherapeutin und hat mir bei einem Kaffeetrinken mit anderen Frauen gesagt, ich könne gar nicht autistisch sein, sonst würde ich gar nicht mit den allen dort so zusammensitzen können.



    Puhhhhh ... "Modediagnose" ist ja wirklich ein echtes Schimpfwort, eine Beleidigung, oder? Als würde es einzig und alleine Hypochonder geben, und nur ein Blut- oder Gentest zeigt, wer wirklich krank ist ...

    Da sing ich doch mal frei nach Marlene Dietrichs fescher Lola:


    Ick bin die fesche Modediagnose, der Liebling der Saison!
    Ick hab ein Medikamentenköfferchen zu Haus in mein' Salon.
    Ick bin die fesche Modediagnose, mir liebt ein jeder Patient mit Elan!
    Doch an mein Medikamentenköfferchen, da laß ick keinen ran!

    Ick bin die fesche Modediagnose, der Liebling der Saison!
    Ick hab einen Pschyrembel zu Haus in mein' Salon.
    Und will mir wer heilen da unten aus dem Saal,
    dem kritzel ick in den Therapieplan und schick ihn auf die Alm!

    Modediagnose, Modediagnose - jeder weiß wer ick bin,
    sieht man nur nach mir hin,
    schon verwirrt sich der Sinn.
    Ärztinnen, Psychologen - keinen küß ick hier,
    und allein im Pschyrembel,
    such ich die schicksten Symptome mir.

    Geändert von habitbreaker (28.02.2015 um 14:42 Uhr)

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