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Diskutiere im Thema Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf AD(H)S
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Hallo habitbreaker, hallo zusammen!

    Meine expiziden Asperger-Symptome sind:
    1. Reizfilterschwäche,
    2. Stereotypen,
    3. Beschäftigung mit Spezialinteressen.
    Die Reizfilterschwäche führt bei mir recht schnell zu einem so ganannten Overload, das sind Stresssymptome durch Reitsüberflutung.
    Bekannteste Stereotype ist das Schaukeln, dies kommt bei mir jedoch nicht vor, bei mir ist es etwas Anderes, ich kenne aber durchaus Autisten, die schaukeln, allerdings stellen Diese NICHT unbedingt die Mehrheit dar, Stereotypen sind verschiedenst gelagert.
    Auch die Beschäftigung mit Spezialinteressen dient der Entspannung.

  2. #12
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.720

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    icke WES schreibt:
    Bekannteste Stereotype ist das Schaukeln, dies kommt bei mir jedoch nicht vor, bei mir ist es etwas Anderes,.
    hm - ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich in Wartesituationen ganz leicht im Stehen das Gewicht vom linken auf's rechte Bein verlagere und zurück, kein Schaukeln, eher so eine Art hin-und-her-wiegen ... außerdem reiben zwischen Zeigefinger und Daumen oder ein der-Reihe-nach-Antippsen aller Finger einer Hand gegen den jeweiligen Daumen ...
    allerdings hat mich noch nie jemand darauf angesprochen - würde das trotzdem schon unter "Stereotyp" fallen?

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    habitbreaker schreibt:
    hm - ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich in Wartesituationen ganz leicht im Stehen das Gewicht vom linken auf's rechte Bein verlagere und zurück, kein Schaukeln, eher so eine Art hin-und-her-wiegen ... außerdem reiben zwischen Zeigefinger und Daumen oder ein der-Reihe-nach-Antippsen aller Finger einer Hand gegen den jeweiligen Daumen ...
    allerdings hat mich noch nie jemand darauf angesprochen - würde das trotzdem schon unter "Stereotyp" fallen?
    Schwer zu sagen.
    Als ADHS-Betroffener ist man ja auch nicht selten immer irgendwie in Bewegung, als Erwachsener meist eher unauffällig.
    Aber das muss nicht zwangsläufig eine Stereotype sein.
    Die sind nicht selten sehr konstant, bleiben also über lange Zeiträume nahezu unverändert bestehen und sind auch oftmals komplex.
    Einfach nur, wie z.B. beim Restless Leg Symdrom mit dem Bein auf und ab zu wippen, ist ja eine Sache, die viele kennen, wenn sie ungeduldig oder nervös oder in der Pubertät sind.
    Nach meinem Wissen, sind die Sterotypischen Bewegungen von Menschen im autistischen Spektrum "anders".
    Ich hab allerdings Probleme, dieses "anders" zu verbalisieren, also in Worte zu formulieren.
    Ich erkenne darin meist einen bestimmten, immer wiederkehrenden und sehr konstanten Rhythmus und eine immer wieder reproduzierbare Folge von Bewegungsabläufen.


    Was mich betrifft, so ließen sich einige Symptome einfach nicht über die ADHS-Symptomatik erklären, andere wiederum nicht nur über die einer ASS.

    Kognitive Empathie z.B. gehört dazu.
    Wenn ein offensichtlich intelligenter Mensch immer wieder in bestimmten Situationen etwas missversteht, obwohl das eigentlich keinen Intellekt erfordert, dann geht der Verdacht in die Richtung.
    Die Betroffenen wirken ... wie soll man das ausdrücken? ... "kindlich naiv", weil sie Pointen aus Witzen oder versteckte Anspielungen nicht verstehen/ wahrnehmen.
    Sie lesen nicht oder nicht so leicht "zwischen den Zeilen".
    Sie sind sehr sachorientiert, halten sich eher an Themen, die sich "anfassen" lassen als an solche, die mehr auf Intuition basieren, sie sind sozusagen "ZDF-Menschen" (Zahlen Daten Fakten).

    Ihre Fähigkeiten zur Ausdrucksanalytik (Gestik, Mimik, Betonungen) sind üblicherweise eingeschränkt.
    Das ist durchaus eine Parallele zu ADHS, aber aus anderen Gründen.

    Und da wären wir beim nächsten Unterschied:
    ADHS-Betroffene wirken oftmals ähnlich.
    Der Unterschied zur ASS ist dabei jedoch, dass ein ADHS-Betroffener Dinge einfach nicht immer mitbekommt und daher etwas falsch versteht, während der Aspie sie durchaus gesehen hat, sie aber nicht zuordnen kann.
    Dazu kommt, dass er sozusagen "datenbankbasiert" deutet.
    Er sieht z.B. eine Mimik und sucht in seiner großen "Datenbank" ähnliche Mimiken und schaut nach, welcher Bedeutung sie zugeordnet sind.
    Er macht das aber nicht intuitiv.

    Für mich gesprochen kann ich das bestätigen, ebenso gilt das für die Beeinträchtigungen in der kognitiven Empathie.
    Ich kann inzwischen durchaus einiges an Mimik und Gestik erkennen und zuordnen, aber nicht nativ.
    Um das zu können, habe ich unzähliche Bücher zu dem Thema durchgearbeitet und spezielle Seminare gemacht, das was man z.B. so lernt, wenn man ein "Profiler" im Personalwesen ist und auch eine Ausbildung zum Personaltrainer (also nicht "Personal Trainer" diese persönlichen Sporttrainer, sondern Menschen, die Personal und Führungspersonal in betrieben schulen) gemacht.

    Aber das läuft eben bewusst ab.
    Und es ist noch immer fehlerbehaftet, denn wenn eine Gestik oder Mimik in dem vorhandenen Kontext nicht in meiner "Datenbank" zu finden ist, dann werde ich unsicher.
    Inzwischen habe ich gelernt, das zu überspielen, aber das sind Punkte, die deutlich für eine autistische Störung sprechen.

    Und es stimmt, ADS in Kombination mit ASS ist durchaus eine Art "doppelte Arschkarte".
    Einige Symptome werden zwar durchaus kompensiert, was wiederum für die Diagnostiker und Behandler zu einer gewissen Verwirrung führt, aber andere werden auch verstärkt.
    Neben den ADS-typischen Flüchtigkeitsfehlern, kommt dann die ASS-typische mangelnde Fähigkeit der intuitiven Zuordnung dazu.
    Man könnte sagen, der betroffene bekommt nur einen Teil mit und das Bisschen, was reingekommen ist, wird dann falsch gedeutet...

    Das ist natürlich alles sehr allgemein gehalten und schwer zu erklären, wie ich finde.

    Und dazu kommt, wie Atze schon geschrieben hat, dass man ja durchaus auch einiges dennoch können kann.
    Auch ASS ist eine Spektrumsstörung, d.h. die Symptome können unterschiedlich zusammengesetzt und unterschiedlich ausgeprägt sein.

    Viele Symptome von ADHS und ASS sind sich nach außen hin recht ähnlich, aber die Hintergründe dazu sind andere.
    Hat der Betroffene so reagiert, weil er etwas nicht mitbekommen hat, die dazugehörigen "Regel" aber kennt oder evl. auch einfach nicht beachtet oder kennt er die Regel einfach nicht?

  4. #14
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.720

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    hm - kann es sein, dass bestimmte eher ASS-Eigenschaften in der Kindheit abtrainiert/ausgetrieben wurden?

    Ich habe da eine wohl sehr gewagte Hypothese: ich weiß, dass ich als Kind beispielsweise ziemlich lange vor dem Waschbecken stehen konnte, um dem fließenden Wasser zuzuschauen. War natürlich aus kostengründen Unerwünscht und ist der kleinen habit durch regelmäßigen Stress ausgetrieben worden.

    Ich kann auch erinnern, dass ich 2-zeilige Refrains in Kinderliedern stundenlang! wiederholend vor mich hergesungen habe - das konnten schon mal 4 Stunden während einer Autofahrt sein.

    Ich kenne aus der Erinnerung das Gefühl, dass ich mich in solchen "Momente"/Zeitabschnitte sehr wohl gefühlt habe und nicht viel von Außen mehr mitbekam - und dass sie begleitet waren von irgendwann wahnsinnig genervten "Jetzt hör doch mal auf, immer xyz zu machen!!"

    Heute habe ich entweder immer ein begleitend schlechtes Gewissen, wenn ich mich Dingen "hingebe", die ich mag oder dass ich, wie durch eine unsichtbare Wand ausgebremst gar nicht erst anfange bzw mich innerlich paralysiert fühle.

    hm - je mehr ich versuche, Erinnerungen an diese weit und weiter zurückliegende Zeit aufzurufen, um so blöder fühlt sich das an ... ich hör damit mal an dieser Stelle auf ...

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    habitbreaker schreibt:
    hm - kann es sein, dass bestimmte eher ASS-Eigenschaften in der Kindheit abtrainiert/ausgetrieben wurden?
    Halte ich durchaus für möglich.

    Was ich noch vergessen habe ist, dass ASS-Betroffene auch häufig zwanghaft sind, bzw. wirken.
    Nicht selten bekommen sie auch, wenn man die ASS nicht erkennt, eine Diagnose auf eine anankastische (zwanghafte) PS.

    Das trifft auch auf ADHS-Betroffene zu, die versuchen ihre Beeinträchtigungen regelrecht zu "bezwingen".

    Aber beides ist wieder anders.
    Diese ASS-bezogene Zwanghaftigkeit würde ich, wenn ich von mir spreche, als "von innen heraus" beschreiben.
    Es gibt keinen rationalen Grund dafür, dass die Henkel aller Tassen in unseren Schränken in einem bestimmten Winkel stehen müssen und dass die Handtücher so am Haken hängen müssen, dass die Aufhänger zur Wand zeigen und und und.
    Es macht mir aber wahnsinnig, wenn das nicht der Fall ist.
    Warum auch immer, aber das bereitet mir ein extremes Unbehagen, eine Art Angsgefühl.

    Das ist aber vollkommen anders gegenüber den zwanghaften Merkmalen, mit denen ich versuche, die ADS-bezogenen Beeinträchtigungen zu kompensieren.
    Schlüssel immer in die selbe Tasche zu packen, bestimmte Gegenstände immer und unbedingt am selben Platz haben zu müssen.
    Letzteres gibt es zwar auch auf der autistischen Seite, aber der Hintergrund bei der ADS-Seite ist, dass ich sie sonst "aus den Augen verliere" oder vergessen kann.
    Das sind Maßnahmen, die eindeutig darauf zielen, die Zerstreutheit und Vergesslichkeit und mangelnde Fähigkeit zu Struktur und Organisiation zu bekämpfen, aber nichts, was ich aus einer Art innerem Antrieb mache.
    Da gibt es auch den umgekehrten Fall, die Mischung zwischen zwanghafter Ordentlichkeit eines ASS-Betroffenen und dem Chaos des ADHS-Betroffenen.
    Fast schon lustig, aber so widersprüchlich .


    habitbreaker schreibt:
    Ich habe da eine wohl sehr gewagte Hypothese: ich weiß, dass ich als Kind beispielsweise ziemlich lange vor dem Waschbecken stehen konnte, um dem fließenden Wasser zuzuschauen.
    Interessantes Beispiel, weil das durchaus typisch für Menschen im autistischen Spektrum ist.
    Mich kann fließendes Wasser regelrecht hypnotisieren.
    Noch heute.

    Was haben denn die von Dir beschriebenen "Gegenmaßnahmen" bei Dir bewirkt?
    Dies hier z.b:
    habitbreaker schreibt:
    Heute habe ich entweder immer ein begleitend schlechtes Gewissen, wenn ich mich Dingen "hingebe", die ich mag oder dass ich, wie durch eine unsichtbare Wand ausgebremst gar nicht erst anfange bzw mich innerlich paralysiert fühle.
    klingt für mich durchaus bekannt.


    habitbreaker schreibt:
    hm - je mehr ich versuche, Erinnerungen an diese weit und weiter zurückliegende Zeit aufzurufen, um so blöder fühlt sich das an ... ich hör damit mal an dieser Stelle auf ...
    Ist ok.
    Es ist aber auch ok, wenn man diese unsichtbare Wand zu ergründen versucht und dabei merkt, dass man kein schlechtes Gewissen zu haben braucht, weil man nichts falsches macht, sondern etwas, das einem gut tut und damit ist es in Ordnung und eine Hilfe.

    Und dabei ist es letztlich egal, ob es tatsächlich Anzeichen für ASS sind oder irgendetwas anderes:
    Das schlechte Gewissen haben uns jene gemacht, die nicht wissen und verstehen, was in uns vorgeht.
    Es gibt aber keinen Grund dafür, ein schlechtes Gewissen zu haben.

    Es ist ok. und zwar vollkommen ok .
    Und es darf sich gut anfühlen .
    Geändert von Fliegerlein (28.01.2015 um 13:36 Uhr)

  6. #16
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Fliegerlein schreibt:
    Und es stimmt, ADS in Kombination mit ASS ist durchaus eine Art "doppelte Arschkarte".
    Einige Symptome werden zwar durchaus kompensiert, was wiederum für die Diagnostiker und Behandler zu einer gewissen Verwirrung führt, aber andere werden auch verstärkt.
    Neben den ADS-typischen Flüchtigkeitsfehlern, kommt dann die ASS-typische mangelnde Fähigkeit der intuitiven Zuordnung dazu.
    Man könnte sagen, der betroffene bekommt nur einen Teil mit und das Bisschen, was reingekommen ist, wird dann falsch gedeutet...
    Genau das
    Evtl. schreibe ich später auch noch in diesen Thread. Momentan fällt es mir irgendwie nicht so leicht, weil die Diagnose noch frisch ist. Klingt komisch, ich weiß ... Vermutet habe ich es ja schon jahrelang, aber wenn man es dann schwarz auf weiß hat ... Muss erst einmal noch dran "weiterknabbern" *g

  7. #17
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.720

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Fliegerlein schreibt:
    Was haben denn die von Dir beschriebenen "Gegenmaßnahmen" bei Dir bewirkt?
    Unter anderem, dass ich Lücken im System gnadenlos ausnutze - bei Übernachtungen im Hotel oder so, wenn es keine separate Wasserrechnung gibt, dann wird geduscht und geduscht und geduscht und geduscht und ....


    Es gibt keinen rationalen Grund dafür, dass die Henkel aller Tassen in unseren Schränken in einem bestimmten Winkel stehen müssen und
    hm - für mich hat das etwas durchaus Rationales - nämlich einen Sinn für Muster und Ästhetik!

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Ich darf mich hier mal einklinken...

    habitbreaker schreibt:
    Ich habe da eine wohl sehr gewagte Hypothese: ich weiß, dass ich als Kind beispielsweise ziemlich lange vor dem Waschbecken stehen konnte, um dem fließenden Wasser zuzuschauen.
    ... *schnurr* ... konstantes, fließendes ist einfach super. Nicht nur die Duschbrause war geeignet um ewig die fallenden Tröpfchen anzugucken - sehr zum Ärger meiner Mutter (und dadurch auch zu meinem) habe ich Haarschaum geliebt. GE-LIEBT. Diese wunderschön anzusehenden, glatten und strahlendweißen Häufchen die man mit den Dosen zaubern konnte... Dann konnte ich dem Drang nicht widerstehen, dieses perfekte Bildnis mal anzufassen, dadurch war das Schaumhäufchen natürlich in seiner Formvollendung beschädigt und ein neues musste her.

    Das mit dem fließenden Wasser habe ich mir vor einer Weile sozusagen ins Wohnzimmer geholt - in Form eines Aquariums. Ich hatte schon fast vergessen WIE lange ich damit zubringen kann, der Strömung des Filters zuzusehen. Und wie sich die Wasserpflanzen vor und zurück wiegen, kleine Luftbläschen durchs Wasser treiben... Hach

    habitbreaker schreibt:
    Heute habe ich entweder immer ein begleitend schlechtes Gewissen, wenn ich mich Dingen "hingebe", die ich mag oder dass ich, wie durch eine unsichtbare Wand ausgebremst gar nicht erst anfange bzw mich innerlich paralysiert fühle.
    Ich kenne das. Sehr gut. Natürlich kann ich nur von mir selbst sprechen, ich vermute die Ursache darin dass es uns als Kind meist negative Reaktionen beschert hat wenn man sich so von seinen Beobachtungen/Beschäftigungen absorbieren ließ.
    Wenn ich zulasse dass mich meine Interessen in ihre Welt mitnehmen dann geschieht das vollkommen. Ich tauche ab, verschwinde in meine eigene Welt und das wird nur unterbrochen durch essen oder sonstigem absolut notwendigem.
    Wer kann sich das noch leisten als Erwachsener, wo Job/Familie usw. "draußen" warten? Je mehr Verpflichtungen ich in der "Außenwelt" wahrnehmen muss, desto mehr scheint mir der Zugang in die innere verwehrt zu werden. Ich bedaure das sehr und finde, @habit, das sollte nicht so sein... Das stellt aber keine Aufforderung an dich dar, das für dich weiter zu ergründen! In deinem letzten posting sagtest du ja dass dir das gerade nicht so gut bekommt, darum sage ich es extra dazu

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    Wasser liebte und liebe ich auch, ob es fließt, oder ob es ein stehendes Gewässer ist - es gibt Tage, da bin ich bis zu 12h von 24h im Wasser, bis zu 8h sogar unterwasser. Allerdings hasse ich Verschwendung - daher muß vorher festgelegt sein, wieviel Wasser verbraucht wird, z.B. ein Waschbecken oder eine Badewanne voll; war sie einmal voll, wird nicht mehr nachgefüllt, und erst frühestens nach 2 Tagen ist wieder ein Vollbad erlaubt - auch so ein Tick von mir. Ich hatte wegen meiner Wasserspiele schon eine ganze Menge Ärger, aber auch Verwunderung bekommen:
    1) Bei meiner Großmutter war ein kleiner Springbrunnen, und ich vertrieb mir die ganze Zeit dort mit Baden und Planschen oder damit, mit meinem Tretroller immer ums Haus zu fahren und mich in eine Phantasiegeschichte hineinzusteigern. Der Springbrunnen war immer leer, und so füllte ich ihn, indem ich den Abfluß verschloß und den Sprenkler anschaltete, dabei lachte ich extrem laut, wenn die Fontäne 3m oder höher spritzte. Meine Oma wurde richtig wütend und lief schreiend hinter mir her; mein Vater verteidigte mich, denn er wußte, dass ich den Sprenkler von allein abschaltete, wenn der Brunnen voll war und ich dann drin badete. Das ging fast jedes Mal so, also auch, dass meine Oma mich anschrie - ich wurde aber immer frecher und gab irgendwann mal vor, dass ich alles Wasser aufbrauchen würde bis es mal keines mehr gäbe, um sie zu ärgern.
    2) Ich liebte Schaumspiele; wenn ich kein Vollbad nahm, füllte ich das Waschbecken oder ein Gefäß mit warmen Wasser und Schaumbad, ließ einen kleinen Propeller drin drehen oder pustete hinein. Oftmals stellte ich mir dabei ein Schiff vor, das in schwerem Unwetter bestehen mußte. Irgendwie mußte ich dabei auch viel lachen, und meine Eltern wunderte es, denn es dauerte oft Stunden. Einmal wurde mein Vater wütend und meinte, ich sei "affig".
    3) Oh ja, ein Aquarium hatte ich auch, das wurde zur Obsession; das Filtergesurre, Plätschern und die Blasen und Bewegungen der Wasserpflanzen war toll, aber auch die vielen Fische. Es gab immer größere Aquarien, bis ich eines mit 2mX1mX1m Maßen hatte; dann mochte ich nicht mehr in meinem Zimmer schlafen, weil die Wasserpflanzen und das Wasser mir zu aufdringlich rochen und die Filteranlage auf dem Boden vibrierte. Ich kannte mal eine zeitlang eine Menge an Fischsorten und hatte viele Bewunderer wegen des großen Beckens; wenn es mir schlecht ging (nach Mobbing in der Schule) beruhigte mich das Becken und seine Bewohner; und einige Fische hatten lustige Eigenschaften wie Zwinkern oder Küssen (Guramis), diesen gab ich dann auch Namen und wurden von mir im Scherz ausgeschimpft oder getadelt.
    4) Als ich von Aquarien genug hatte, schaffte ich mir Zimmerbrunnen an.
    5) Auch heute bin ich immer noch viel im Wasser, und das wird sich wohl auch nicht ändern.

    Wegen Regeln nicht erkennen bzw. sich nicht dran halten: Also ich habe beide Varianten: Früher nahm ich nur wahr, dass ich mich oft nicht an Regeln halten wollte; ich hielt mich nur an Regeln, die mir persönlich sinnvoll schienen und wenn alle fair waren und sich daran hielten. Entdeckte ich Regelverstöße, wurde ich sehr wütend und beobachtete, welcher Art die Verstöße waren, um diese später regelmäßig auf gleiche Art und Weise durchzuführen, solange, bis die Regel neu bestätigt wurde und sich alle dran hielten. Wenn ich Leute sehr gerne mochte und sie aber Regeln hatten, deren Zweckmäßigkeit sich mir nicht erschlossen, hielt ich mich dran, aber versuchte, den Kontakt mit der Person einzuschränken; ich tat das, weil ich die Person nicht verletzen wollte; aber ich haßte es, mich an Dinge zu halten, die mir unlogisch erschienen. Mochte ich Leute nicht, hielt ich mich nur an den Teil ihrer Regeln, die für mich sinnvoll waren; das aber wegen der Regel und nicht wegen Angst vor Strafe - wenn eine Regel von diesem Menschen nicht nachvollziehbar war, nahm ich lieber die Strafe hin als mich daran zu halten. Ich stellte früh fest, dass ich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte.
    Erst später (Ende der Pubertät) erfuhr ich, dass ich einige Regeln nicht mitbekam oder begriff, z.B. wie oft man sich bei jemandem meldet bzw. wann ich zu aufdringlich werde. Das schob ich aber eben noch lange Zeit meiner Hörproblematik und daraus resultierender Kontaktarmut und meiner gut behüteten Kindheit in meinem Elternhaus zu. Auch dass ich viele Nuancen von Gefühlsausdrücken bei meinem Gegenüber nicht wahrnehme, wurde mir erst vor ca. 5 Jahren klar; ich wußte garnicht, wieviele Gefühlsnuancen und kombinierte Gesichtsausdrücke es gibt - ich hatte ein Grundrepertoire, die Grundemotionen und dachte eben, das sei alles. Natürlich habe ich die Tests zum Lesen von Emotionen gemacht und habe festgestellt, dass meine Fähigkeit, Emotionen im ganzen Gesicht zu lesen, durchschnittlich ist, aber das Lesen der Emotionen aus den Augen allein weit unterdurchschnittlich. Auch hatte ich mal einen Emotionstest gemacht, wo es um Sportler ging und Emotionen im Sport; da hatte ich fast alles falsch (mir unbekannter Kontext).
    Bei Filmen fiel und fällt mir auf, dass ich die Handlung bei vielen Filmen nicht verstand/verstehe, wegen Prosopagnosie (das war mir von Kind an klar) und weil ich mich auf den Inhalt oft nicht genug konzentrierte (die Gedanken schweifen oft ab, warum weiß ich nicht, vllt. eben weil ich die Handlung nicht verstehe), aber selbst durch Erklärungen kapierte ich oft nix oder nur nach mehrmaligem Ansehen. Jetzt weiß ich, dass ich Probleme mit der kognitiven Empathie der 2. Ordnung habe.

    Wegen der Mimikerkennung, da läuft es so, dass ich die 4 Grundemotionen (Freude, Trauer, Angst und Ärger) intuitiv recht zuverlässig identifiziere, aber wenn es komplexer wird, dann muß ich mir die Merkmale wie gefurchte Stirn oder Mundwinkel oben oder unten, etc. mit der entsprechenden Bedeutung vor Augen führen - es folgt ein Rätselraten. Ich habe da aber keine Datenbanken mit Gesichtsausdrücken, die ich durchspiele; irgendwie interessiere ich mich wohl eher wenig für das Gesicht... Häufig schaue ich die Leute nicht lange genug an oder bin dabei einfach unaufmerksam und dabei lieber in meiner eigenen Gedankenwelt und irgendwie total abgelenkt. Ich bin daher auch nicht in der Lage, von den Lippen abzulesen, wie es andere Hörgeschädigte tun, stattdessen verlasse ich mich bei der Informationsaufnahme lieber auf den schlechten Hörsinn; wenn ich mich anstrenge beim Hören, schaue ich sogar weg und verlange vom Gegenüber, dass es mir direkt ins Ohr spricht.

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Erstdiagn ADHS, später Asperger dazu - welches sind eure Asperger-Symptome??

    @habitbreaker:
    Das was du an möglichen Stereotypien beschreibst ist für mich eher normales Verhalten.
    Mir fällt spontan kein einziger Mensch ein, der nicht ab und an mal mit den Füßen wackelt, von ein Bein aufs andere geht, mit den Fingern trommelt, Haare zwirbelt o.ä.
    Das ist erstmal bei eigentlich allen Menschen völlig normal, vor allem in Wartesituationen (Geduld) oder wenn man gerade konzentriert nachdenken muss.

    Meine stereotypischen Bewegungen unterscheiden sich dann schon eher von der Norm.
    Klar, ich wippe auch oft von ein Bein aufs andere, aber ich schaukel auch klassisch mit dem Oberkörper, wenn ich gestresst bin.
    Streiche mir oft über den Bereich zwischen Oberlippe und Nase und das so ausdauernd, dass ich von anderen darauf angesprochen werde.
    Bei akuter Reizüberflutung fangen meine Hände an zu flattern oder ich fange unwillkürlich an, mich kurz zu schütteln (also so dieses zusammenzucken, wie wenn man etwas sehr saures isst oder sich ekelt).

    (Motorische) Stereotypien werden aber oft auch in der Kindheit abgewöhnt, so dass ich es im Erwachsenenalter für ein ungeeignetes Kriterium halte.
    Während meiner der Diagnostik ist es der Ärztin aber zumindest aufgefallen und es wurde vermerkt.

    Was das fließende Wasser betrifft:
    Ich arbeite viel mit Kindern und behaupte mal dreist, Expertin auf diesem Gebiet zu sein. Mir ist noch nie ein Kind untergekommen, welches nicht fasziniert von fließendem Wasser war und stundenlang vorm Waschbecken stehen könnte.
    Generell haben Kinder ein VIEL größeres Bedürfnis nach Ritualen und Wiederholungen und es ist völlig normal, das Kinder immer und immer und immer wieder dieselbe Geschichte hören wollen, wochenlang das gleiche Essen verlangen etc.
    Ich könnte stundenlang lustige Geschichten erzählen von kleinen Kindern und ihren "Macken".

    Mir wurde jedoch immer nachgesagt, besonders auffällig viele Macken gehabt zu haben und dabei auch auffällig beharrlich gewesen zu sein.
    Und, was wohl das auffälligste war: diese Macken sind nicht verschwunden.
    Während es bei allen anderen irgendwann zwischen Kindergarten- und Grundschulalter nachlässt, sind meine Macken geblieben, man konnte sie nicht "austreiben" und ich habe meine Familie damit wirklich oft zur Verzweiflung gebracht.

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