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Diskutiere im Thema Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    Lässt sich nicht so einfach beantworten, da es nicht den Autisten gibt.
    Grob unterteilte man bis dato in:
    Kanner-Autimus oder frühkindlicher Autismus, Asperger-Autismus und atypischer Autismus.
    Ersteres sind oft die schwereren Fälle, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, manche können auch als Erwachsene kaum reden, manche haben einen verminderten IQ... gibt also viele unterschiedliche Schweregrade.
    Deswegen unterscheidet man nochmal zwischen LFA (low-functional-autism) und HFA (high-functional), wobei letztere oft mit Asperger gleichgesetzt werden.
    Im Internet ist meistens von Asperger die rede, Asperger-Autisten haben z.B. keine Sprachentwicklungsstörungen (viele konnten sogar besonders früh sprechen)
    und sind recht sprachgewandt, weswegen man sie in Foren eher antrifft als andere Autisten. Dafür sind hier motorische Defizite häufiger.
    Neuerdings wird aber wohl nicht mehr diese Unterteilung vorgenommen, da z.B. HFAler gibt, die als Erwachsene sich nicht von Asperger-Autisten unterscheiden
    und generell eben die Unterscheidungen bei weitem nicht so eindeutig möglich sind, wie man es gerne haben wollte.
    Stattdessen ist neuerdings von ASS die Rede, der Autismus-Spektrum-Störung.

    Kritierien mal frei nach Wiki (jaja, ich kopiere):
    Soziale Kommunikation (alle drei müssen erfüllt sein):
    1A: merkwürdige Kontaktaufnahme ODER Unfähigkeit, Gespräche aufrecht zu erhalten ODER keine Gespräche starten
    1B: kaum Verwendung von Mimik/Gestik ODER Auffälligkeiten bei Blickkontakt ODER Defiziten beim Verständnis nonverbaler Kommunikation
    1C: Defizite bei der Aufnahme und Aufrechterhaltung von Beziehungen

    Stereotypien/Rituale (2 Kriterien müssen erfüllt sein):
    2A: Stereotypien ODER repetitive Bewegungen ODER Echolalie
    2B: Routinen
    2C: Spezialinteresse
    2D: Hyper- bzw. Hyporeaktivität auf sensorische Reize oder andere Reize

    (Anmerkung an mich selbst: Wie ich sehe, bin ich nach neuen Kriterien auch Autistin. Na herzlichen Glückwunsch )

    Das größte Problem ist oft das Problem mit der nonverbalen Kommunikation, was zu vielen Missverständnissen führt. Dazu dann generelle Probleme mit sozialen Situationen,
    dabei überschneidet sich vieles mit ADHS (z.B. das erkennen von sozialen Regeln, Small Talk, Pflege von sozialen Beziehungen, sowas halt).
    Überschneidungen gibt es auch im zweiten Bereich, insbesondere die Sensitivität. Aber auch Routinen und Stereotypien kommen bei ADHS vor, gerne mal als Begleitung in Form einer Zwangsstörung.
    Wie man sieht, ist sich vieles sehr ähnlich. Laut Wiki gilt bei der Differentialdiagnose:
    Es ist zu untersuchen, ob die Ablenkung von innen heraus (Autismus) oder durch Außenreize (ADHS) erfolgt.
    Ob das immer so bestimmbar ist, bezweifle ich irgendwie.

    Naja, soviel als Crashkurs.
    Geändert von ReRegenbogen ( 8.04.2014 um 01:22 Uhr)

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 185

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    Wenn ich z.B über meine Gefühle mit meinem Partner spreche ( emotionaler Austausch), habe ich immer das Gefühl, daß er mich nicht verstehen kann. Er hört mir zwar zu, ist aber fast genervt und schaut mich nicht direkt an. Er hat mir das früher auch so gesagt, daß er das so in Kenntnis nimmt, aber nicht weiter darüber sprechen möchte. Wir hatten wohl gemerkt, keinen Streit. Er spricht generell nicht über innere Gefühle, er ist wenig emphatisch. Wenn im TV ein Beitrag über Beziehungen, Emotionen kommt, redet er plötzlich von ganz anderen Dingen mit mir, obwohl ich den Beitrag sehen möchte und es ihm auch sage, dann geht er weg oder macht etwas an seinem Computer.
    Er selbst liest keine Bücher und ist fast immer in seiner Freizeit am Computer .

    Er hat bei unseren Sohn jahrelang gebraucht um zu verstehen, wenn unser Sohn etwas nicht möchte und er dabei sogar schrie , z.B gekitzelt werden. Mein Mann hatte öfters " übertrieben". Ich habe meinem Mann alles erklären müssen, die Wahrnehmung unseres Sohnes vermitteln müssen. Jetzt hat er es verstanden und akzeptiert. Er hat sich dafür von mir oft kritisiert gefühlt, obwohl ich nur vermitteln wollte. Er ging uns daher oft schon selber aus dem Weg. Ein normales Familienleben war deshalb oft schwierig.

    Wenn ihm etwas wehtut, spricht er darüber als ob er so richtig krank ist, da muß ich eher mal schmunzeln und denke mir dann, wenn er wüsste was mir alles wehtut, was für mich eigentlich eher schon normal ist z.b.( Migräne, Rücken, Stimmungsschwankungen, Geräusche.......).

    Mein Mann ist auch beruflich selbständig und oft wochenlang unterwegs ( Baustellenbereich).

    Er denkt sehr logisch und rational, wenn er etwas sucht (was häufiger vorkommt) flippt er schon mal schnell aus. Da muss ich mich am besten immer raushalten, meistens findet er es dann selbst.

    LG

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    Hallo ReRegenbogen,
    ja ich habe mich schon gewundert wie gut du das beschrieben hast. Ich bin eine ADSlerin und mein Sohn Asperger-Autist, er ist sehr redegewandt,
    ich kenne durch Selbsthilfegruppen und Schule und andere Stellen viele Asperger-Autisten, Jugendliche wie Erwachsene. Die sind alle anders und bei manchen
    merken die Außenstehenden gar nichts, doch ich habe eine gutes Gefühl oder Intution und erkenne sie fast immer wenn ich mal irgendwo bin und da ein Asperger ist.

    Manche gucken wirklich nie in die Augen und immer vorbei, andere gucken einen voll an, das ist auch ganz verschiedenen. (ich dachte da gerade an die Frau Preißmann, diese autistische Ärztin, die habe ich Samstag in Witten hier gesehen und sprechen hören und als ich mit ihr sprach, hatte sie große Probleme hatte ich das Gefühlt, sie guckte auch immer an mir vorbei.)

    Im Moment komme ich besser mit Aspergern zurecht, die sind offen und ehrlich, allerdings ist es auch anstrengend mit ihnen zu kommunizieren für mich als plappernder
    ADsler, doch ich sehe es als eine Art Alltagstherapie für mich.

    So jetzt muß ich mal schnell hier aus dem Forum, habe noch Termine heute,

    Gruß Paula

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    Für mich als Ehefrau ist es nicht so einfach mit meinem Asperger Ehemann.
    Ich bin als ADSlerin extrem redselig und sprunghaft. Ich brauche sehr viel Nähe und Intimität. Das ist für meinen Mann ein großes Problem. Er empfindet Nähe anders als ich. Berührungen sind ihm zum Teil unangenehm.
    Da haben wir noch viel zu tun um eine gemeinsame Art der Liebe und Sexualität zu finden.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    So, nachdem ich eigentlich zur ADS-Testung wollte, stattdessen vom Psychiater nach einem einstündigen Gespräch zur Autismus-Diagnostik geschickt wurde (nun, er hatte wohl schon seine Gründe) und nun bei der Diagnostik ein sicheres "im Autismus-Spektrum" verpasst bekommen habe, möchte ich hier nochmal schreiben.

    Mittlerweile sehe ich, dass die Kombination Asperger+ADHS bei mir und meinem Expartner wohl auftrat, nur dass ich die Autistin bin und er der ADHSler.
    Die Beziehung habe ich vor wenigen Monaten beendet, wir haben seitdem viel reflektiert über die Probleme innerhalb der Beziehung und meine autistische Seite kam wohl doch viel stärker durch, als ich es selber immer vermutet habe (was wohl daran liegt, dass ich lange keine autistische Seite an mir vermutet habe...).

    Das, was ich immer als "normal" gesehen habe, meine ganzen Routinen und mein Bedürfnis nach Gleichförmigkeit, nach Vorhersehbarkeit etc., das stand im eklatanten Widerspruch zur Impulsivität und Chaos seitens meines Partners.
    Als Beispiel:
    Er hat seine Klamotten jedesmal anders in den Schrank geschmissen und wenn ich dann die Wäsche fertig hatte und einsortiert habe, stand ich regelmäßig vor seiner Schrankhälfte und war kurz vorm Nervenzusammenbruch, weil ich nicht wusste, wo ich nun die Hosen und wo ich die T-Shirts hinräumen soll.
    Er meinte dazu dann: "Räum doch einfach irgendwie ein!" - ich konnte das aber nicht "einfach irgendwie" machen, er konnte meine extreme Reaktion darauf nicht nachvollziehen, ich konnte nicht nachvollziehen, wieso man die Anordnung der Kleidung im Schrank ändert.
    Und so zog es sich durch den ganzen Alltag.

    Gefühle kommen noch hinzu. Er konnte mich schlecht "lesen", da meine Mimik, was subtile und komplexere Gefühle betrifft, nicht besonders ausgeprägt ist (sagt er zumindest, ich sehs ja nicht),
    ich hatte andererseits keinen Zugang zu seinen Gefühlen und war mit Dingen wie trösten und Zuspruch geben immer überfordert.
    Das führte zu Missverständnissen einerseits, aber vor allem auch dazu, dass er sich nicht ernstgenommen fühlte und immer dachte, dass ich mich nicht wirklich für ihn interessiere.

    Dann meine Meltdowns, vor allem als wir an der Hauptstraße gewohnt haben, die konnten ziemlich heftig werden.
    Und vieles konnten wir beide nicht.
    Organisation und Planung, Bürokratie, all diese klassischen Probleme von ADHSlern und ASlern.

    Mich hat am Ende alles überfordert, so viele psychische Zusammenbrüche wie in den letzten Jahren hatte ich zuvor nie gehabt. Deswegen glaube ich im nachhinein, dass Autismus und ADHS nicht wirklich zusammen passen. Menschlicht schon. Mein Exfreund und ich können super Gespräche führen. Über Politik und Ökonomie, Philosophie, Psychologie, ökologische Themen.
    Er hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ähnlich meinem und wir waren bei fast allem einer Meinung.
    Aber das Zusammenleben hat nicht funktioniert. Dafür tickten wir am Ende doch zu konträr.
    Geändert von ReRegenbogen (10.07.2014 um 00:16 Uhr)

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    Hier!!! Hier!!! *wink*

    Ich bin seit über 10 Jahren mit nem Aspi zusammen, seit über 5 Jahren verheiratet, wir haben 2 Kinder.... (einen ADSler und einen Hochbegabten mit Aspi-Tendenzen)

    ICH BIN NICHT ALLEINE AUF DER WELT *ausrast*



    Tschuldigung, ich bin völlig überdreht heute...
    Aber ich wollte das Thema gerade selber eröffnen und da les ich das hier.
    Mein Mann ist aber (noch) nicht getestet, wir haben das aber noch vor.

  7. #17
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    Hallo, ja ich komme gut zurecht mit meinem Asperger-Sohn, (der schon 21-Jahre ist)
    mir fällt im Moment nichts mehr dazu ein,

    Gruß Paula

  8. #18
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Beziehung zwischen einer Person mit ADHS und einem Autisten

    Hallo,

    mein Partner ist kein Aspie, hat aber was ähnliches, ja ich vermisse da auch einiges oder ganz viel. Doch da ich mit Normalen Männern sehr schlecht Erfahrungen gemacht habe
    schon früher, ist mir es so viel lieber. Ich vermisse vieles nicht mehr, denn ich fand es wirklich schlimmer, wenn ich von den damaligen Partnern ständig angefaßt wurde ohne es zu wollen oder noch viel mehr und darauf reduziert wurde. Also nur auf das körperliche.

    Wenn ich Nähe will körperliche, dann muß ich auch aktiv sein. Doch mir ist das trotzdem viel viel lieber als andersherum.

    Es gibt bestimmt auch Unterschiede ob eine Frau ADSlerin ist und der Mann Asperger oder umgekehrt. Momentan komme ich mit ADSlern überhaupt nicht zurecht, also mit meine Freundinnen.

    ich weiß nicht wie das zusammenhängt, ich glaube das hat nichts mit ADS zu tun, ich entwickele mich weiter, achte auf mich, überlege und denke nach und irgendwie bleiben da die ADSler mittlerweile auf der Strecke. Vielleicht habe ich die falschen kennengelernt. Es kann mit ihren Ängsten zu tun haben, sie trauen sich nicht, die Wahrheit zu erkennen, und über Probleme ganz normal zu reden, sind sie nicht mehr in der Lage. Das ist für mich traurig, ich bekomme die Schuld zugewissen und Vorwürfe für Sachen, die ich nicht nachvollziehen kann.

    Ich erinnere mich, ich war früher auch so ängstlich, wollte allen Konflikten aus dem Weg gehen und irgendwann verstrickte ich mich dann in Lügen oder in Unehrlichkeit, weil ich es jedem Recht machen wollte und Angst hatte vor Kritik.

    Jetzt hat sich das geändert und ich versuche auch wenn ich mal rechthaberisch bin, das zu bemerken und zu überdenken.

    Das ist eben bei Aspergern von Anfang an anders, irgendwie sind sie direkter und offener und nicht ständig beleidigt wie die ADSler. Dann wird man mal beschimpft, doch immer noch besser als dieses hinter dem Rücken reden oder sich nicht mehr melden wie ich es bei meinen ADS-Freundinnen so erlebe. Gehört das hierhin? Keine Ahnung

    liebe Leute, alles Gute für heute, Gruß Paula

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