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Diskutiere im Thema Unterschied zwischen Autismus und Asperger im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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Für alle Themen rund um ADS / ADHS und das Asperger-Syndrom oder Autismus bei Erwachsenen
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  1. #151
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    SweetChilli schreibt:
    ja genau. ich will das alles schaffen, weil es andere menschen auch schaffen und weil ich nicht wieder ein nichtsnutz sein will, der ja nur faul is und eh nichts hinbekommt
    (denn das bin ich ja eh schon mein ganzes leben lang, ich sollte mich dran gewöhnen).
    Bist Du eben nicht, das wurde uns nur unser ganzes Leben lang eingeredet, von jenen, die keine Ahnung von dem haben, was uns beeinträchtigt und anstrengt und die sich nicht darüber im klaren sind, was für eine Anstregung Dinge für uns bedeuten können, die für sie selbstverständlich sind, weil sie nur von sich auf andere schließen können.

    Ganz ehrlich:
    Wer so über Dich denkt hat Dich nicht verstanden und ist es nicht wert, dass Du ihm Deine Aufmerksamkeit widmest.
    Zumindest wenn sie es trotz Erklärung nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.
    Dann sind das einfach nur Blödopfel...

    Du bist KEIN Nichtsnutz und NICHT faul.

    Woher ich das weiß?
    Wenn das so wäre, würde Dir das Gerede der Anderen am Ar... -ähm- Bobbes vorbeigehen.

  2. #152
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 600

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Fliegerlein schreibt:
    Bist Du eben nicht, das wurde uns nur unser ganzes Leben lang eingeredet, von jenen, die keine Ahnung von dem haben, was uns beeinträchtigt und anstrengt und die sich nicht darüber im klaren sind, was für eine Anstregung Dinge für uns bedeuten können, die für sie selbstverständlich sind, weil sie nur von sich auf andere schließen können.

    Ganz ehrlich:
    Wer so über Dich denkt hat Dich nicht verstanden und ist es nicht wert, dass Du ihm Deine Aufmerksamkeit widmest.
    Zumindest wenn sie es trotz Erklärung nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.
    Dann sind das einfach nur Blödopfel...

    Du bist KEIN Nichtsnutz und NICHT faul.

    Woher ich das weiß?
    Wenn das so wäre, würde Dir das Gerede der Anderen am Ar... -ähm- Bobbes vorbeigehen.
    ja, ich habe es oft von der familie gehört. zu meinen eltern habe ich noch kontakt, aber zum rest der familie seit über 10 jahren gar nicht mehr. von meinen eltern höre ich sowas in der art manchmal immernoch leider. ich bin eben durch sucht, traumata und AS immer eingeschränkt und komme damit selbst nicht klar. dann noch ein satz in die richtung und schon isses wie damals

    aufmerksamkeit bekomme ich von keinem so wie ich es mir wünsche und wenn dann höchstens negativer art. ich sollte noch egoistischer werden, aber irgendwie klappt das leider nicht.
    eine zeitlang wurde mir oft gesagt, ich sei so egoistisch und egozentrisch. inzwischen keine ahnung... ich finde, ich höre mir oft probleme der anderen an, aber wenn ich probleme habe, ist niemand da. naja, ist nicht das erste mal in meinem leben so.

  3. #153
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Ich wiederhole es gerne: Ich glaube nicht an die Existenz von Faulheit.
    Und du SweetChili solltest dir das auch nicht einreden (lassen)!
    Ich habe letztes Jahr versucht ein Praktikum zu machen. Bin gescheitert. Am sozialen. Am Arbeitsumfeld (grelles Licht, zu laut u.s.w.). An mir.
    Neee... das Studium läuft momentan bei mir. Seit ich rausgefunden habe, wie gut ich arbeite, wenn ich Ohropax trage und alleine bin.
    Aber vorm Arbeitsleben graut es mir. 40h arbeiten? Wie denn?


    Und nochmal zum Ursprung zurück:
    Habe derzeit wieder Stress gehabt. Mein Freund ruft an und sagt "hey, treffen uns heute bei xy, wenn du so in 10 Minuten losgehst, dann sind wir pünktlich da".
    Hat zu einem riesigen Streit geführt. Weil ich es HASSE. Ich verabscheue diese Spontaneität.
    Ich möchte sowas wissen. Und NICHT erst 15 Minuten vorher sondern eher 1-2 Tage vorher. Damit ich mich einstellen kann.
    Mein Freund, eher so mit ADHS-Tendenzen, ist aber der Typ: "Spontan sein wann immer es geht".
    Er kann es nicht nachvollziehen. Schon, dass ich es nicht mag, aber nicht, das ich da SO austicke, wenn etwas unvorbereitet auftritt.

    Oder, andere Situation:
    Komme in die Küche, es piept. Denke erst, es ist die Mikrowelle, die piept so alle 10 Sek. wenn man etwas drin hatte und sie fertig ist. Aber nein.
    Es piept wieder. Ein aggressiv-machender Ton.
    Und plötzlich fällt mir der Blick auf die offene Spülmaschine, mache die per Zufall (musste dran vorbei) etwas hoch und siehe da: sie ist noch an.
    Also die Elektrik, keine Ahnung, war frisch durchgelaufen, mein Freund hat sie geöffnet aber NICHT vorher auf den Aus-Knopf gedrückt.
    Das macht er auch gerne bei der Waschmaschine. Ich raffe das nicht. Ja, er hat sehr starke ADHS-Tendenzen und scheint es einfach zu veraffen.
    Aber ich kann das nicht ab.
    Wie kann man diese Vorgänge durcheinander bringen?
    Erst aus machen, dann öffnen!
    Ich weiß nicht, ich kann da irgendwie nicht lachen und "Tollpatsch" denken. Es macht mich aggro, wenn solche Abfolgen nicht eingehalten werden.

    Apfel immer ERST in der Mitte und DANN an den Seiten abbeißen.
    Sowas halt. Ich werde richtig böse, wenn jemand in "meinen" Apfel beißt und nicht diese Logik befolgt.

    Und mein Freund hält nie irgendwelche Abfolgen ein. NIE NIE NIE. Er ist Chaot durch und durch.
    Und ich bin (äußerlich) strukturiert durch und durch.
    Wie schafft es jemand, in einer unordentlichen Umgebung zu leben? Dafür muss man innerlich doch extrem struktuiert sein??? (rhetorische Frage, ich weiß, die Antwort lautet "Nein!")
    Ich finde das passt nicht. Ich bin innerlich nicht strukturiert. Und umso wichtiger ist es, dass die Umgebung eine feste Struktur hat.
    Das ich alles vorhersehen kann, dass Abfolgen klar eingehalten werden, das alles an seinem fest zugeordnetem Platz ist,
    dass es nicht zu viel Abwechslung gibt, das es leise und übersichtlich(!) ist, dass meine Rituale nicht zerstört werden.

    Nicht ohne Grund ist meine allererste Erinnerung folgende:
    Klein R. will ihr Morgenfläschchen. So wie jeden Morgen. Immer dasselbe.
    Und klein R. probiert und es schmeckt widerlich. Total. Widerlich.
    Daraufhin brauch eine Welt zusammen für klein R.
    Was wird nun morgens gemacht? Wie soll ein Leben ohne Milchflasche aussehen? Warum ist es nicht so wie immer?
    Ich saß laaange völlig apathisch und am Boden zerstört da und habe nur noch geheult.
    Da war ich keine 3 Jahre alt... und ich erinnere mich.
    Meine allererste Erinnerung ist also von einem Moment, in dem eine Welt zusammenbrauch, weil ein Ritual zerstört wurde.

    Ich habe schon einiges gelernt. Mein extrem spontanter, völlig chaotischer und strukturloser Partner hat es geschafft.
    Ich esse nicht mehr jeden (!) Tag trockene Nudeln. Und wir besuchen sogar manchmal spontan Freunde.
    Aber trotz dieser Konfrontationstherapie verweifel ich immer und immer wieder.

    Und dann fühle ich mich wie ein Anti-ADHSler, wie jemand, der das andere Extrem lebt.
    Jemand, der dieses Chaos nicht nachvollziehen kann. Wie kann man vergessen, die Spülmaschine auszustellen?
    Wie kann man immer und immer wieder seine Socken nicht gemeinsam in die Wäsche schmeißen?
    (andauernd fliegen hier einzelne Socken rum)
    Wie kann man vergessen, seine Schlüssel/Schuhe/Jacke/Tasche/.... an eine bestimmte Stelle zu tun?
    Und vor allem: Wie überlebt man es so?
    Mein Freund sieht das alles so locker. Und ich raste aus.
    Meine Nerven drehen durch, wenn ich Unordnung sehe. Es ist soooo viel auf einmal. So viele Dinge, so viele Strukturen, kaputte aber auch existierende.
    So viel was mein Gehirn verarbeiten muss. Mensch, wie hält man sowas aus?

    Und deswegen fühle ich mich in dieser ADHS-Welt manchmal so fremd.
    In Büchern heißt es zwar "oder die Person vermeidet Reize blabla", aber es wird nicht weiter drauf eingegangen.
    Es gibt Tipps um Unordnung zu vermeiden, aber keine, wie man Unordnung auszuhält.
    Es gibt Tipps, eine Struktur zu errichten, aber nicht, wie man mit dem Verlust von Struktur umgeht.

    Ich habe auch einige ADHS-typische Probleme. Diese Extreme, vor allem Gefühlsextreme, hohe Reizbarkeit, Impulsivität, vergessen von Dingen, verpeilt sein u.s.w.
    Aber naja, obiges verunsichert mich dann so oft.
    Denn wenn ich meinen Freund sehe mit seinen so bilderbuchartigen ADHS-Eigenschaften, dann müsste ich es doch eigentlich gut nachvollziehen können.
    Aber kann ich nicht. Gar nicht.

  4. #154
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Ich würd jetzt am Liebsten jeden einzelnen Satz zitieren und Dir zustimmen.
    Was ich lese kommt mir derart bekannt vor, dass ich es auch selber hätte schreiben können.

    Probleme mit Spontanität, das Einhalten von Abfolgen, die Art der (Über-) Reaktion darauf, wenn das nicht passiert.
    Manchmal reicht eine Kleinigkeit und schon stehst Du komplett neben der Spur.

    Das sind schon Anzeichen von Asperger, würde ich sagen, so aus meiner unexpertensicht.
    Und genau das sind diese Punkte, die auch mich betreffen ...

    ReRegenbogen schreibt:
    Und dann fühle ich mich wie ein Anti-ADHSler, wie jemand, der das andere Extrem lebt.
    ...
    Und deswegen fühle ich mich in dieser ADHS-Welt manchmal so fremd.
    Das spricht sogar, würde ich jetzt so aus dem Bauch heraus sagen, mehr für AS als für ADS.

    Ich kenne und bin beides.
    Da ist dieser unbeschreibliche Drang, das alles genau so ordentlich und systematisch haben zu wollen und die gleichzeitige Unfähigkeit, das realisieren zu können.
    Ich wäre ohne externe Strukturierung ein Messi, bin aber gleichzeitig genauso pingelig und strukturiert.
    Widersprüche ohne Ende, die den Verdacht auf ein gleichzeitiges Vorhandensein von AS und ADS verstärken.

    Es ist natürlich schwer bis unmöglich, aus einem Text, einigen Zeilen heraus solche Vermutungen anzustellen, aber Deine Schilderung würde ich eher in die AS-Seite, als zur ADS einordnen.
    Aber man kann eben auch von beidem betroffen sein.
    Und das kann sich in solchen Widersprüchlickeiten durchaus äußern, die dann wieder von Betroffenem zu Betroffenem unterschiedlich sind/ sein können.

    Aber mir geht es ganz ähnlich, auch ich fühle mich in der ADS-Welt manchmal ganz genauso fremd.
    Wie ich es mal ausgedrückt habe: Wie eine Bowlingkugel unter lauter Flummies.

    Ob es aber nun wirklich AS ist oder vielleicht doch Zwanghaftigkeit oder gar eine zwanghafte PS, welche sich als Kompensationsstrategie gegen das innere und äußere Chaos entwickelt hat?
    Schwer das herauszufinden.

  5. #155
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    @ReRegenbogen.
    ich muss dich mal was fragen, und das mag ungewöhnlich klingen:
    Wie ist Dein Gang?
    Wenn Du z.B. barfuß oder auf Socken durch die Wohnung gehst, gehst Du dann über die Ferse oder rollst Du über den vrderen Fußteil ab?

    Den Grund für die Frage erkläre ich dann später .

  6. #156
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Du machst dir immer so Mühe, ich komme da gar nicht mit!

    Öööh... der Gang...
    Meist so trampelig, das ich deswegen schonmal Stress mit einer Mieterin unter mir hatte,
    laut ihrer Meinung würde ich viiieeeel zu laut laufen. Noch nie wäre jemand so laut gewesen u.s.w.
    Dabei bin ich ganz normal und auf Socken durch die Wohnung gelaufen.
    Spricht wohl für "hart über die Ferse" -> Trampelgang.
    Wobei ich, wohl ne Ballett-Krankheit - auch gerne auf Zehenspitzen laufe.
    Und natürlich, wenn ich auf Socken "schnell" durch die Wohnung laufe, dann immer auf Zehenspitzen.
    Aber das ist wohl normal, war mal Sprinterin und da läuft man beim Beschleunigen auch so.
    Nur dieses Zwischending kann ich nicht. Habs mal geübt, funzt nicht. Entweder auf Zehenspitzen oder trampeln.

    Zwanghafte PS, AS, ... eigentlich ist es mir momentan eher egal, welchen Namen das Kind hat.
    Ich merke, das ich in AS-Büchern mehr Hilfe finde was den Umgang mit diesen Problemen betrifft.
    Auch bzgl. der Reizüberflutung, Meltdowns, diese ganzen Geschichten.
    Aber ich kann Körpersprache lesen. Definitiv. Aber macht ja nichts, die Tipps sind trotzdem gut.
    Hab ja trotz dieser Fähigkeit noch genug Probleme im Zwischenmenschlichen (was ich als ADS-Komponente sehe).
    Naja, die ADHS-Bücher mit Betonung auf "Chaos" kann mein Partner mal lesen, hihi.

    Wie schauts bei dir eigentlich mit der Motorik aus? Ist ja sowohl bei ADS als auch bei AS gerne problematisch, ist man dann doppelt gestraft? xD
    Bis vor kurzem dachte ich, ich sei ziemlich geschickt. Weil sportlich.
    Mein Elternhaus legt seeehr viel Wert auf Sport, so war ich ab meinem 4. Geburtstag durchgehend in Sportvereinen.
    Aber ich merke immer deuticher, weil ich drauf achte, dass ich Probleme habe die andere nicht in dem Ausmaße haben.
    Ich kann mein Gleichgewicht z.B. sehr schlecht halten, Koordinationsprobleme sind eh altbekannt.
    Und meine Bewegung generell ist irgendwie unweiblich, sie wirkt sehr "starr". Roboterhaft triffts vllt. ganz gut.

    Irgendwie komisch. Habe schon einige Leute damit überrascht. Die mich als total sportlich kennenlernen und dann nicht fassen können, dass ich bei teils einfachen Übungen völlig überfordert bin. Mein Gehirn weiß ja, was zu tun ist, aber mein Körper hört nicht auf mich. Das ist frustrierend. Wie in diesen typischen Albträumen, in denen man versucht zu rennen und man kommt nicht von der Stelle.
    Entsprechend übe ich sehr sehr viel.
    Dadurch falle ich nicht so sehr auf. Nur, wenn eben unbekannte Bewegungsabläufe vorkommen und ich wieder merke, dass es andere irgendwie einfach nachmachen. Und ich mal wieder zuhause üben muss.*g*
    Geändert von ReRegenbogen ( 8.02.2014 um 16:07 Uhr)

  7. #157
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Okay, hab den Gang jetzt nochmal "beobachtet" und ich laufe deutlich mehr auf Zehenspitzen als ich vorhin dachte.
    Nicht nur wenn ich schnell laufe oder gerade ne Ballett-Attacke habe, auch sonst laufe ich oft so.
    Also Trampelgang und Zehenspitzengang im Verhältnis von etwa 50:50.

    Wieso hast du das gefragt? Bin gespannt über die Auflösung.

  8. #158
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    ReRegenbogen schreibt:
    Du machst dir immer so Mühe, ich komme da gar nicht mit!
    Keine Sorge und lass Dich nicht unter Druck setzen oder setz Dich nicht unter Druck.
    Antworte wann und wenn Du es magst und Dir danach ist, das ist alles ok.
    Wenn wir hier irgendetwas nicht brauchen, dann Druck und Verpflichtungen zu antworten etc.

    Ok, der Grund für die Frage:

    Bei Autisten sieht man sehr häufig einen Gang, den man als "holzig" beschreibt, etwas ungelenk, steif, irgendwie komisch.
    Besonders auffällig ist aber, dass sie zumeist über den vorderen Fußteil (ich hab den Begriff vergessen, der Ballen?) abrollen, so als würden sie auf Zehenspitzen gehen.
    Der Gang über die Ferse ist ihnen unangenehm.
    Das ist auch bei mir der Fall, es sei denn, ich trage Schuhe, dann kann ich auch über die Ferse abrollen, aber nur dann.
    In Hausschuhen oder auf Socken gehe ich über die Zehen/ den Ballen, jedenfalls meistens.
    Auch sagt man mir nach, dass ich einen solch steifen, holzigen, unlockeren Gang hätte.
    Roboterhaft ist da eine sehr schöne und treffende Beschreibung.

    Das ist natürlich kein Diagnosekriterium, wär ja auch zu einfach, aber das gehört zu den Kleinigkeiten, die bei einer Unsicherheit schon mal ein wenig helfen können.
    Allerdings habe ich auch schon gehört, dass diese Art den Fuß abzurollen auch bei hochsensiblen zu finden ist, da auch ihnen die Erschütterung über die Ferse unangenehm ist.


    ReRegenbogen schreibt:
    Wie schauts bei dir eigentlich mit der Motorik aus? Ist ja sowohl bei ADS als auch bei AS gerne problematisch, ist man dann doppelt gestraft? xD
    Ja,... ist man.
    Und das kann ich für mich auch unterschreiben, wenn auch hier wieder mit der zu erwartenden Widersprüchlichkeit.
    Einerseits habe ich in bestimmten Bereichen sehr gute und sehr auffällige Fähigkeiten, andererseits habe die Feinmotorik eines Dinosauriers.
    Meistens ist es aber eher nachteilig.
    Ich bin eher ungeschickt und trampelig und dengel immer gerne gegen Türen und Schränke, die mir regelrecht in den Weg springen, aber ich habe einen sehr guten Gleichgewichtssinn.

    Fersengehen ist für mich unerträglich (es sei denn mit Schuhen), auch wenn andere in meiner Umgebung das tun.
    Das macht mich wahnsinnig und aggro.

    Mit der Frage nach dem Gang erhoffte ich vielleicht einen weiteren kleinen Indikator zu finden, aber da würde ich eher sagen, das ist entweder neutral oder diese typische Mischung von beidem AS mit ADS.

  9. #159
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Das ist ja spannend mit dem Gang.
    Nun bin ich ne zeitlang "über Ferse abrollend" gelaufen und die Fersen tuen nun weh, na toll.
    Angesichts der Tatsache, dass meine Fersen normalerweise nicht wehtuen,
    scheine ich also - zuhause auf Socken - auch nicht über die Fersen abzurollen.
    Aber wenn ich mich darauf konzentriere wie ich laufe, dann rolle ich definitiv über die Fersen ab. Trampelig halt.
    Ich dachte ich tue das immer. Ich kann auch gar nicht andersrum abrollen, hab das mal erfolglos geübt.
    Wenn ich laufe rolle ich also nicht wirklich (nur ganz leicht) ab, sondern ich laufe wirklich auf den Ballen.
    Die Fersen berühren den Boden dabei also gar nicht.

    Ich weiß nicht, ich dachte ich laufe auf Zehenspitzen, weil ich so klein bin. Und weil ich Ballett mag. Und zum schneller laufen können.
    Weswegen ich davon ausgegangen bin, dass ich es nur einen Teil der Zeit mache.
    Aber meine schmerzende Ferse spricht ne andere Sprache.

    Lustig, ohne diesen komischen Versuch hätte ich das vermutlich nie gemerkt.

    Mich nervt es aber auch nicht (mehr) so, wenn andere trampeln. Bei meinem Partner hat es mich anfangs gestört.
    Der hat aber auch kaputte Füße und kann wirklich nichts dafür. Mittlerweile habe ich mich vollkommen daran gewöhnt.

    Sei froh, dass du männlich bist. Da sind hölzige Gangarten nicht so auffallend...
    Männer müssen ja nicht wie Feen über die Straße schweben und das Becken dazu kreisend bewegen.

    Das mit den Türen und Schränken ist ja auch typisch ADS, so oft wie man hier von blauen Flecken liest.
    Oder "die Kurve nicht kriegen", auch ne tolle Sache.

  10. #160
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 214

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Fliegerlein schreibt:
    Ich würd jetzt am Liebsten jeden einzelnen Satz zitieren und Dir zustimmen.
    Was ich lese kommt mir derart bekannt vor, dass ich es auch selber hätte schreiben können.

    Probleme mit Spontanität, das Einhalten von Abfolgen, die Art der (Über-) Reaktion darauf, wenn das nicht passiert.
    Manchmal reicht eine Kleinigkeit und schon stehst Du komplett neben der Spur.

    Das sind schon Anzeichen von Asperger, würde ich sagen, so aus meiner unexpertensicht.
    Und genau das sind diese Punkte, die auch mich betreffen ...


    Das spricht sogar, würde ich jetzt so aus dem Bauch heraus sagen, mehr für AS als für ADS.

    Ich kenne und bin beides.
    Da ist dieser unbeschreibliche Drang, das alles genau so ordentlich und systematisch haben zu wollen und die gleichzeitige Unfähigkeit, das realisieren zu können.
    Ich wäre ohne externe Strukturierung ein Messi, bin aber gleichzeitig genauso pingelig und strukturiert.
    Widersprüche ohne Ende, die den Verdacht auf ein gleichzeitiges Vorhandensein von AS und ADS verstärken.

    Es ist natürlich schwer bis unmöglich, aus einem Text, einigen Zeilen heraus solche Vermutungen anzustellen, aber Deine Schilderung würde ich eher in die AS-Seite, als zur ADS einordnen.
    Aber man kann eben auch von beidem betroffen sein.
    Und das kann sich in solchen Widersprüchlickeiten durchaus äußern, die dann wieder von Betroffenem zu Betroffenem unterschiedlich sind/ sein können.

    Aber mir geht es ganz ähnlich, auch ich fühle mich in der ADS-Welt manchmal ganz genauso fremd.
    Wie ich es mal ausgedrückt habe: Wie eine Bowlingkugel unter lauter Flummies.

    Ob es aber nun wirklich AS ist oder vielleicht doch Zwanghaftigkeit oder gar eine zwanghafte PS, welche sich als Kompensationsstrategie gegen das innere und äußere Chaos entwickelt hat?
    Schwer das herauszufinden.
    Tja, was soll ich sagen, ich könnte der Freund mit der unabgeschalteten Waschmaschine sein... Ich ärgere mich aber dermaßen über meine eigene Verpeiltheit, dass mir das passiert...
    Mein Mann lässt zB fast immer (er behauptet, es wäre nur fast immer) die Spülmaschine weit offen stehen, Küchenschränke auf, Lichter an, meinen Wagen unverschlossen auf dem Hof usw. Das macht mich ebenfalls voll sauer. Obwohl es hier aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, hätte ich es gerne geordneter. Ich bekomme es aber nicht hin. ;(
    Oder nur selten in kleinen Teilbereichen.

    Ich bin bei Dingen, die mich begeistern absolut spontan, aber hasse es, wenn ich spontan mit unerfreulichen Dingen konfrontiert werde. Da reicht es auch, wenn ich selbst vorher dieses Unerfreuliche vergessen oder verdrängt habe...

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