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Diskutiere im Thema Unterschied zwischen Autismus und Asperger im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Für alle Themen rund um ADS / ADHS und das Asperger-Syndrom oder Autismus bei Erwachsenen
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  1. #111
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Eiselein schreibt:
    Unzulässig vereinfachend gesagt, ist SCT eine ADS-Variante, bei der die Unaufmerksamkeit dominiert. Probleme mit der Impulsivität aber nicht signifikant sind.

    SCTler eagieren auf Stimulanzien wie Normalos.
    Gehört die innere Impulsivität der Gefühlswelt und der Gedanken, die man allerdings nicht zum Ausdruck bringt auch zur Kategorie Impulsivität? Sind solche dann SCTler oder ist das eine unausgelebte hxyperaktive Komponente, weil man sich nicht entscheiden kann?

  2. #112
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Ich muss mal den Thread hochholen, weil mich das Thema seid 3-4 Tagen ziemlich stark in Anspruch nimmt.

    Gangnam schreibt:
    Probleme mit Empathie sind zwar ein Kernsymptom von Autismus, wenn man jedoch ADHS und Autismus hat verhält es sich mit den Symptomen der zwei Störungen so, dass das Stärkere Symptom des einen ein schwächeres des anderen überdeckt. Man kann also nicht alle Symptome haben.
    Wie genau muss man sich das in Bezug auf Empathie vorstellen?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Körpersprache und Mimik intuitiv lesen kann.
    Hab mal den Vergleich mit Legasthenie gelesen, ein nicht-Legastheniker sieht eine Ansammlung von Buchstaben und erkennt sofort das Wort.
    So sieht der nicht-Autist die einzelnen Merkmale im Gesicht und ohne darüber Nachzudenken erkennt er die Aussage.
    Der Autist hingegen ist in der Hinsicht der Legastheniker und muss die einzelnen Komponenten bewusst zusammensetzen, um was rauslesen zu können.

    Ich fühle mich in der Hinsicht wie ein nicht-Legastheniker, sehe in ein Gesicht und fühle sofort, was die Person fühlt.

    Aber ich habe trotzdem Probleme mit der Empathie und das ergibt für mich momentan keinen Sinn.
    Einiges davon wegen des ADS denke ich und weil ich anderen ungerne in die Augen schaue.
    Aber es gibt zum Beispiel so Situationen, wo ich bei Person X zu Besuch bin, mit ihr rede und irgendwann sagt X: "Ich bin müde."
    Und ich denke "ja, ist auch spät, ich bin auch müde" und rede weiter.
    Oft dauert das wirklich lange, bis ich raffe - wenn überhaupt -, das das eine Aufforderung zum gehen sein soll.
    Also das es eigentlich bedeutet: "Ich bin müde und möchte, das du gehst, damit ich schlafen gehen kann."
    Bin auch eine schlechte Gastgeberin, weil ich z.B. nicht merke, wann jemand trinken möchte.
    Dieses "durch die Blume reden" funktioniert bei mir einfach nicht, weswegen ich oft als viel weniger empathisch wahrgenommen werde, als ich mich fühle.

    Kann mir das jemand auffriemeln, der etwas mehr Abstand zur Problematik hat? Bin grad etwas überfordert.
    Wobei, so langsam klart es auf, aber ich schreibe einfach mal nichts und warte, was dazu geschrieben wird. ;-)

    Bei ADS /ADHS gibt es nun auch die Mischform, kann man das bei AS und AD(H)S ähnlich verstehen?
    Denn auch wenn es sehr viele Überschneidungen gibt, gibt es ja doch auch einige Punkte, die komplett konträr zueinander sind.
    Wie z.B. die Sache mit der Empathie.
    Vorhandene Fähigkeit, Gefühle intuitiv erkennen zu können ist meines erachtens ein Ausschlusskriterium für AS,
    es wird aber oft gesagt, dass diese intuitive bei AD(H)Slern besonders stark ausgeprägt ist.

  3. #113
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.932

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Oh, dazu würde ich auch gerne mal was lesen, denn mir geht es da sehr ähnlich wie dem Regenbogen. Allerdings erkenne im direkten Gespräch nicht immer, die Mimik des anderen. Ob das was damit zu tun hat, dass ich auch Gesichtsblind bin und das eher für mich eine weisse Fläche ist?

    Die Probleme mit dem Trinken, Gehen usw. lös ich momentan mit der Bitte, bei mir ggf. recht deutlich zu werden. Allerdings ist das nicht wirklich das Optimale, auch wenn mein direktes Umfeld damit umgehen kann oder halt auf dem Trockenen sitz, alternativ ich nicht wirklich stoppe zu reden.

  4. #114
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Hallo ReRegenbogen.

    ich fürchte, dass die Antwort möglicherweise etwas komplizierter ausfallen könnte, als es möglicherweise von Dir gewünscht ist, ich versuche eine Kurzfassung...

    ReRegenbogen schreibt:
    Wie genau muss man sich das in Bezug auf Empathie vorstellen?
    ........
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Körpersprache und Mimik intuitiv lesen kann.
    ........
    Ich fühle mich in der Hinsicht wie ein nicht-Legastheniker, sehe in ein Gesicht und fühle sofort, was die Person fühlt.
    .......
    Aber ich habe trotzdem Probleme mit der Empathie und das ergibt für mich momentan keinen Sinn.
    Einiges davon wegen des ADS denke ich und weil ich anderen ungerne in die Augen schaue.
    Das Erkennen und Einordnen von Mimik und Gestik muss nicht unbedingt als Empathie verstanden werden.
    In der Fachsprache nennt man es Ausdrucksanalytik.
    Es ist aber korrekt, dass dies für Menschen im autistischen Spektrume eher so etwas wie eine Fremdsprache ist, als das es für sie als nativ, also in die Wiege gelegt empfunden wird.

    Empathie bedeutet Einfühlungsvermögen, also das sich in andere einfühlen und eindenken können.
    Hier wird unterschieden zwischen kognitiver und affektiver Empathie, also einmal sich bewusst und absichtlich (=kognitiv) in eine andere Person hineindenken und sich vorzustellen, was die Person gerade denkt, fühlt oder wie sie reagieren wird/ würde.
    Zum anderen gibt es dann das affektive, also spontane Einfühlen in andere, etwa wenn man einen traurigen Film sieht und mitheult, obwohl man ja gar nicht davon betroffen ist oder wenn man sieht, wie andere sich verletzen und man selber "Autsch" ruft und im wahrsten Sinne des Wortes "mitfühlt".

    Deine Beschreibungen deuten für mich bis auf zwei Ausnahmen eher auf ADHS hin.

    Was nach außen hin sehr ähnlich wirkt, hat unterschiedliche Ursachen.

    Bei Gestik und Mimik z.B. beschreibst Du, dass Du das schon intuitiv erkennen kannst.
    Das ist bei Menschen im autistischen Spektrum nicht so.
    Für sie ist das wirklich wie eine Fremsprache, die sie zwar erlernen können, es aber eben auch lernen müssen.
    Und dennoch wird es für sie eine Fremdsprache bleiben.
    So wie jemand, der z.BV. englisch oder spanisch oder was auch immer spricht, zumindest solange er sie nicht ständig sprechen muss, immer einen Akzent behalten wird, immer wieder mal Fehler in der Grammatik/ Syntax macht, Mehrdeutungen von Begriffen nicht kennt oder Vokabeln neu und noch unbekannt für ihn sind.
    Man merkt eben "irgendwie", dass er nicht seine Muttersprache spricht und er selber wird auch immer in seiner Muttersprache denken und muss für die andere Sprache übersetzen, sowohl das, was er selber sagen möchte, als auch das Gehörte oder Gelesene.

    Bei einem ADS'ler ist es aber eher so, dass er diese Sprache durchaus beherrscht, er nutzt sie nur nicht, bzw. er ist abgelenkt.
    Es sind diese winzig kleinen Unaufmerksamkeiten, die Gestiken oder Mimiken unbemerkt bleiben lassen, der Betroffene würde sie aber verstehen, hätte er sie bemerkt.
    Und das lese ich so bei Dir heraus.
    Für einen autistischen Menschen sind Bücher und Seminare zur Ausdrucksanalytik so etwas wie Fremdsprachenkurse, während sie für einen AD(H)S'ler eher Vertiefungskurse sind.
    Er muss eher lernen genauer darauf zu achten, seinen Fokus darauf zu richten, nicht aber es zu verstehen und zu übersetzen.

    Der zweite Punkt ist die Anmerkung, anderen nicht gut in die Augen schauen zu können.
    Auch wenn Autisten durchaus ebenfalls dazu in der Lage sind, anderen in die Augen zu sehen, so ist das doch eher ein autistisches Merkmal.
    Man beobachtet das allerdings genausogut auch bei ADS'lern, einfach weil sie ständig mit ihren Blicken dorthin springen, wo gerade etwas ihre Aufmerksamkeit erregt.
    Man müsste also genauer hinterfragen, warum Du anderen nicht gerne in die Augen schaust.

    ReRegenbogen schreibt:
    Aber es gibt zum Beispiel so Situationen, wo ich bei Person X zu Besuch bin, mit ihr rede und irgendwann sagt X: "Ich bin müde."
    Und ich denke "ja, ist auch spät, ich bin auch müde" und rede weiter.
    Oft dauert das wirklich lange, bis ich raffe - wenn überhaupt -, das das eine Aufforderung zum gehen sein soll.
    Also das es eigentlich bedeutet: "Ich bin müde und möchte, das du gehst, damit ich schlafen gehen kann."
    Bin auch eine schlechte Gastgeberin, weil ich z.B. nicht merke, wann jemand trinken möchte.
    Das klingt für mich wie eine typische ADS-Beschreibung.
    Dieses "..und rede weiter".
    Das ist typisch für ADS, weil wir nicht stoppen, nicht unterbrechen können.
    Was so gerne als Hyperfokus bezeichnet wird, zeigt sich hier deutlich als "einen Task nicht unterbrechen können".
    Wir reden weiter und nehmen die Menschen um uns herum und ihre Signale nicht wahr.
    Wir würden sie aber verstehen, wenn wir sie wahrgenommen hätten.
    Ein Autist kann da stundenlang draufschauen, er wird das nicht verstehen.

    Auch ist es den ADS'lern ja oftmals auch zu eigen, doch eher ichbezogen, also egozentrisch zu sein, als andere.
    Wir sind sind uns oftmals gar nicht bewusst, dass andere bereits gelangweilt sind, weil das doch für uns gerade so wahnsinnig interessant ist.
    Wir können uns nicht vorstellen, dass das für andere nicht so sein könnte.
    Zumindest nicht in diesem Moment.
    Später erkennen wir das, so wie Du es ja auch beschreibst.
    Einem Autisten wäre das auch später unverständlich.

    ReRegenbogen schreibt:
    Dieses "durch die Blume reden" funktioniert bei mir einfach nicht, weswegen ich oft als viel weniger empathisch wahrgenommen werde, als ich mich fühle.
    Das ist schon etwas, das ich eher in das autistische Spektrum einordnen würde als in das der ADS.
    Aber mit Fragezeichen, denn auch da wird man genau hinschauen müssen, ob es wirklich nicht verstanden oder einfach aufgrund der Unaufmerksamkeit schlicht übersehen/ überhört wird.

    ReRegenbogen schreibt:
    Bei ADS /ADHS gibt es nun auch die Mischform, kann man das bei AS und AD(H)S ähnlich verstehen?
    Ich verstehe diesen Satz nicht richtig.
    Allerdings gibt es nicht selten Fälle, in denen Betroffene sowohl das Asperger Syndrom, als auch ADS haben.

    ReRegenbogen schreibt:
    Denn auch wenn es sehr viele Überschneidungen gibt, gibt es ja doch auch einige Punkte, die komplett konträr zueinander sind.
    Wie z.B. die Sache mit der Empathie.
    Vorhandene Fähigkeit, Gefühle intuitiv erkennen zu können ist meines erachtens ein Ausschlusskriterium für AS,
    es wird aber oft gesagt, dass diese intuitive bei AD(H)Slern besonders stark ausgeprägt ist.
    Das ist im Prinzip korrekt, aber so einfach leider doch wieder nicht.
    Nach außen hin können beide die gleichen Wirkungen erzielen, aber die Hintergründe sind unterschiedlich.

    Metaphorisch ausgedrückt:
    Wenn zwei Personen die gleiche Matheaufgabe falsch gelöst haben und vielleicht sogar den gleichen Fehler gemacht haben, dann kann der Fehler dennoch unterschiedliche Ursachen haben.
    Die eine Person hat die Aufgabe vielleicht gar nicht erst verstanden, während der anderen einfach ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen ist.
    Auch ist es nicht so, dass Autistische Menschen keine Empathie besitzen.
    Wir haben es ja auch hier mit einem Spektrum zu tun und das heißt es geht alles von durchaus empathisch bis hin zu vollkommen empathielos.
    Zudem sind Autisten durchaus auch zur affektiven Empathie imstande.
    Ihre Problemzonen liegen eher im Bereich der kognitiven Empathie.
    Irgendwo in diesem Thread habe ich dazu glaube ich ein Beispiel beschrieben, welches aus einer Testung für autistische Kinder stammt.

    Dann müssen wir natürlich auch immer noch sehen, dass ADS'ler eben auch egozentrisch sind und das steht eher im gewissen maße im Widerspruch zur Empathie, ihr aber zumindest ein bisschen im Wege
    Das bedeutet so in etwa, dass die Person möglicherweise durchaus sehr empathisch sein kann, sie nutzt diese Fähigkeit aber nicht, denn sie ist mehr auf sich selbst bezogen.

    Es ist also alles in allem gar nicht so leicht auseinander zu friemeln ...
    Vielleicht war es Dir aber ja doch eiine kleine Hilfe.

    Soviel dann zur Kurzfassung ...

    Viele Grüße
    Fliegerlein

  5. #115
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Hallo alle,

    Danke fliegerlein fèr deine erklärung! Ich wollte auch auf die Fragen beantworten und werde dann nur ergänzen.

    Zuerst habe ich gelesen und auch gehört dass zwischen ADS und AS ehe fliessende übergängen gibt als klare Trennung. Es scheint dass oft die selbe Genen da verantwortlich sind. Daher gibt es viele Doppeldiagnose, aber auch gewisse "mischtyp" wie ADSler mit einige AS Eigenschaften oder umgekehrt. Besonders ADS hypo sind manchmal sehr ähnlich mit AS...


    ADSler können mimik sehr gut erkennen, aber die automatische perspekjtivwechseln kommt eben nicht spontan. Es heisst, wir nehmen die mimik wahr, wir verstehen die Wörter, aber wir neigen alles aus eigene Perspektiv zu sehen und keine Sekunde verschwenden mit der Gedanken wie es der anderen meint...

    Dabei ist für ADSler mit Uebung lernbar sich in andere einzufühlen, wir können es sehr gut, wenn wir es nun machen... Ich habe es als Erwachsene gelernt und hat mich in vieles geholfen, aber wie etwas der später gelernt war: Es läuft nur wenn ich bewusst steuere und im Stress ehe nicht...

    Dann gibt es noch etwas anders: Wie oft werden wir von stinos missverstanden, nur weil wir anders ticken und denken? Sicher ist für uns genau so schwierig stinos zu verstehen! Auf meine Abdeutungen verstehen andere ADSler sehr rasch was ich meine, weil sie ähnlich ticke, aber Stinos missverstehen es rasch. Daher wundert es mich nicht dass wir alles was durch die Blume gesagt wird missverstehen... da bin ich auch konsequent geworden: ich bitte stinos um mich um deutliche hinweisen, frage nach wenn es mich zu allgemein und schwammig ist, es ist für ihnen eine grosse Herausforderung, aber mit der Zeit verstehe ich auch manche Ausdrücken selber besser. So weiss ich dass die Frage "hast du die Zeit in griff?" eine Hinweis darauf dass ich es gar nicht im Griff habe und sofort mal auf die Uhr schauen sollte...

    Was auch passieren kann bei ADS (ich muss da nboch sehr achtsam sein!) dass wir zwar inweisen hören, verstehen, aber nicht realisieren dass sie wichtig sind... Es liegt auch an die setzten von Prioritäten... Da hatte ich vieles verpasst und bin mehr achtsam, aber mein Umfeld weiss dass ich Sachen die einfach so nebenbei gesagt werden, nicht immer bei mich spontan als "wichtig" registriert werden. Dabei merke ich auch einige unwichtige Sachen, dass Stinos gut ausblenden können. Sie machen es automatisch...

    lg

  6. #116
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Danke euch beiden für die ausführlichen Antworten!

    Fliegerlein, in etwa so waren dann auch meine Gedanken dazu.
    Mit kognitiver und affektiver Empathie habe ich mich ebenfalls auseinandergesetzt, wobei das ebenfalls verwirrend sein kann,
    da meist die kognitive Empathie der affektiven vorausgeht. Nicht zwangsläufig, aber oft.
    Ich sehe das von mir beschriebene Beispiel mittlerweile auch als AD(H)S-typisch, wobei es mich eben verwirrt, das man so widersprüchlich sein kann.
    Dort total empathisch, bei der anderen Sache völlig unfähig.

    Ich habe viel gelernt durch Freunde in den letzten Jahren, insbesondere eben was so Sprüche wie "ich bin müde" bedeuten.
    Sowas ist mir nicht intuitiv klar gewesen, aber man lernt ja dazu.
    Auch wenn ich es auch heute noch oft verpeile - das ist wohl ADS -, weiß ich doch wenigstens, was eigentlich gemeint war.
    Passiert mir aber immer noch, dass ich da stehe und denke "sag doch was du willst, ich kann nicht hellsehen".

    Mit den Augen... hm, hab das hier im Forum auch schon häufig gelesen.
    Keine Ahnung warum ich es nicht so mag, ich empfinde es halt als unangenehm, schwer zu erklären.
    Hab früher bei diesen "wer kann am längsten Blickkontakt halten ohne zu lachen" auch _immer_ grandios verloren.
    Wobei ich da aus dem Unwohlsein heraus lache, um die Situation zu unterbrechen. So nach 2-3 Sekunden.
    Bei meinem Freund oder meiner Familie habe ich das Problem nicht, bei allen anderen schon.

    Der Vergleich mit der Mischform ist so gemeint, das es viele AD(H)S-Fälle gibt, die je nach Situation hyperaktiv sind oder eher rumträumen.
    So kenne ich es von mir.
    Manchmal habe ich Anwandlungen und muss losrennen/springen/mit den Händen trommeln o.ä., dann wieder sitze ich ne Stunde bewegungslos da und träume vor mich hin.
    Also zwei gegensätzliche Ausprägungen, die sich abwechseln.
    Ist das mit AS/ADS vergleichbar?
    In Situation x kommt das AS durch und in Situation y ist man typischer ADHSler?

  7. #117
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    ReRegenbogen schreibt:
    Also zwei gegensätzliche Ausprägungen, die sich abwechseln.
    Ist das mit AS/ADS vergleichbar?
    Ja, durchaus.
    Glaubt man der Fachliteratur, dann kann die Kombination AS/ADS ziemlich verwirrend sein, weil sich die Symptome völlig vermischen, teilweise sogar paradox erscheinen.
    Vor allem spricht man sogar von einer Verstärkung beider Störungsbilder ...
    Ob man allerdings sagen kann, dass es in der einen Situation so und in der anderen so ist, das weiß ich leider nicht.

  8. #118
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    Verwirrende Dinge sind ja mein Spezialgebiet.

    Was passiert, wenn Mutter Aspie und Vater ADHSler?
    Und man von beiden irgendwie nur Mist abbekommen hat?
    Ist es überhaupt neurobiologisch machbar, Anteile abzubekommen?
    Wenn wir von Spektrumsstörungen sprechen, klar, dann hat man ein Spektrum.
    Aber Mimiken lesen können ist, zumindest für mich, ein Ausschlusskriterium für Asperger.

    (jetzt muss ich mich dazu zwingen, diese "Treppe" zu unterbrechen)

    Ist das einfach eine Trennlinie, rein für Diagnosezwecke, oder gibt es eine neurobiologische Erklärung für diese Abgrenzung?

    Ursache für meine derzeitige Unsicherheit ist, das ich ein ADHS-Buch gelesen habe und mich nicht so wiedergefunden habe.
    Und irgendwie meine Diagnose in Frage stelle, wobei, nein, eigentlich nicht wirklich.
    Aber wie lassen sich diese Abweichungen erklären?
    Und da ist dann die Frage, in wiefern einzelne Anteile einer Störung vererbt werden können.
    Geht das?
    Kann ich z.B. als ADHSler ein Kind bekommen, das auch hyperaktiv ist, aber keine Konzentrationsprobleme hat?
    Wie sehr sind die einzelnen Merkmale miteinander verwoben, also bedingen sich gegenseitig?
    Gibt ja scheinbar auch HSPler, die reizoffen sind, aber nicht ablenkbar durch diese... ich kanns mir aber nicht vorstellen.

  9. #119
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    ReRegenbogen schreibt:
    Verwirrende Dinge sind ja mein Spezialgebiet.
    Willkommen im Club .

    ReRegenbogen schreibt:
    Was passiert, wenn Mutter Aspie und Vater ADHSler?
    Und man von beiden irgendwie nur Mist abbekommen hat?
    Ist es überhaupt neurobiologisch machbar, Anteile abzubekommen?
    Zu allen Fragen: Keine Ahnung.
    Ob sich da ein reproduzierbares/ voraussagbares System finden wird?
    Glaube ich eher nicht.

    ReRegenbogen schreibt:
    Wenn wir von Spektrumsstörungen sprechen, klar, dann hat man ein Spektrum.
    Aber Mimiken lesen können ist, zumindest für mich, ein Ausschlusskriterium für Asperger.
    Jain ...
    Es ist wie gesagt, wie eine Fremdsprache.
    Was, wenn ein Betroffener dieses Manko zwar tatsächlich hat, es sich aber durch Training selber kompensiert hat?
    Wenn der Betroffene sich über Seminare zum Thema Ausdrucksanalytik weitergebildet hat, Bücher verschlungen hat und trainiert hat .... dann bestünde zumindest die Möglichkeit, dass man es ihm vordergründig nicht anmerkt.
    Es wird für ihn oder sie trotzdem eine Fremdsprache bleiben und der aufmerksame Beobachter wird das möglicherweise auch erkennen, aber ich könnte mir vorstellen, dass das z.B. bei Erwachsenen dann zu einem fehlerhaften Ausschluss kommen könnte.
    Aber dennoch stimme ich Dir im Kern zu, denn die Beeinträchtigung ist ja vorhanden, sie wird nur kognitiv, also bewusst kompensiert.

    Aber trotzdem muss man auch hier das Spektrum im Blick behalten und sich darüber klar sein, dass es keinen Knopf gibt, der sagt Gesichtserkennung an oder aus.
    Manche können bestimmte, vielleicht etwas offensichtlichere Mimiken erkennen, manche nicht.
    Möglicherweise ist das auch situationsabhängig, bzw. abhängig vom Anspannungs- /Belastungslevel des Betroffenen.
    Wenn ich an einer Unterhaltung aktiv beteiligt bin, dann muss ich einen Großteil dieser Unterhaltung widmen und kann nicht mehr so viel aufmerksame Energie in die Ausdrucksanalyse geben, wie nötig wäre und erkenne daher inn solchen Situationen viele Signale nicht mehr.
    Es ist einfach zu viel.
    Wenn ich nur mit einer Person rede, die mir gegenüber sitzt, dann ist es leichter.
    Gruppen sind für mich der Horror, vor allem wenn man z.B. im Kreis sitzt ...
    Recht gut bin ich, wenn ich nur passiv dabei sitze und nur zuhören und mich ganz auf einen einzelne Person konzentrieren kann.
    In solchen Fällen bin ich sogar sehr gut.
    Aber auch nur, weil ich einen ganzen Schrank voll von Büchern über Ausdrucksanalytik, Persönlichkeits- u. Charakteranalyse und Körpersprache, Gestik/ Mimik habe und dazu auch die erwähnten Seminare besucht habe.
    Aber ich muss mich dem halt bewusst widmen, und das bedeutet, wenn ich die kognitiven ressourcen anderweitig vergeben muss, geht das flöten.
    Das ist bei Menschen, die nicht im Spektrum sind, nicht der Fall.

    ReRegenbogen schreibt:
    (jetzt muss ich mich dazu zwingen, diese "Treppe" zu unterbrechen)

    Ist das einfach eine Trennlinie, rein für Diagnosezwecke, oder gibt es eine neurobiologische Erklärung für diese Abgrenzung?
    Ich weiß grad nicht, welche Abgrenzung gemeint ist?
    Hilf mir mal weiter.
    Welche Trennlinie meinsnt Du?


    ReRegenbogen schreibt:
    Ursache für meine derzeitige Unsicherheit ist, das ich ein ADHS-Buch gelesen habe und mich nicht so wiedergefunden habe.
    Und irgendwie meine Diagnose in Frage stelle, wobei, nein, eigentlich nicht wirklich.
    Wie Martin ja schon mal schrieb:
    Die Zweifel an der Diagnose sind fast schon ein Diagnosekriterium.
    Da ist was dran.
    Dieses ewige Hin- u. Hergerrisen sein kenne ich auch nur allzu gut.
    Eigentlich sollte ich nicht mal im Ansatz auch nur die geringsten Zweifel haben dürfen, hab sie aber doch.
    Immer wieder der Zweifel und die Frage, ob das alles nicht auch andere Gründe haben könnte.
    Durchaus ja berechtigt.

    ReRegenbogen schreibt:
    Aber wie lassen sich diese Abweichungen erklären?
    Gute Frage.
    Einiges erklärt sich sicherlich auch die Vergangenheit.
    Wie es ja immer so schön heißt:
    ADHS kommt selten allein.
    Im Laufe unseres Lebens haben wir Erfahrungen machen müssen, die für sich genommen schon zu Beeinträchtigungen führen.
    Traumatisierungen, Ängste, Persönlichkeitsstörungen naja all sowas halt, was auf der Liste der Komorbiditäten zu finden ist.
    Das hinterlässt Spuren und die kommen zu dem Gesamtbild dazu und können in die Irre führen.
    Das macht es ja so kompliziert.
    Aber natürlich kann man auch Flöhe und Läuse haben ... also eben auch ADS und AS.

    ReRegenbogen schreibt:
    Und da ist dann die Frage, in wiefern einzelne Anteile einer Störung vererbt werden können.
    Geht das?
    Kann ich z.B. als ADHSler ein Kind bekommen, das auch hyperaktiv ist, aber keine Konzentrationsprobleme hat?
    Wie sehr sind die einzelnen Merkmale miteinander verwoben, also bedingen sich gegenseitig?
    Gibt ja scheinbar auch HSPler, die reizoffen sind, aber nicht ablenkbar durch diese... ich kanns mir aber nicht vorstellen.
    Da muss ich komplett passen ... keine Ahnung

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  10. #120
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.932

    AW: Unterschied zwischen Autismus und Asperger

    "Wenn ich an einer Unterhaltung aktiv beteiligt bin, dann muss ich einen Großteil dieser Unterhaltung widmen und kann nicht mehr so viel aufmerksame Energie in die Ausdrucksanalyse geben, wie nötig wäre und erkenne daher inn solchen Situationen viele Signale nicht mehr.
    Es ist einfach zu viel."

    "Recht gut bin ich, wenn ich nur passiv dabei sitze und nur zuhören und mich ganz auf einen einzelne Person konzentrieren kann.
    In solchen Fällen bin ich sogar sehr gut.
    Aber auch nur, weil ich einen ganzen Schrank voll von Büchern über Ausdrucksanalytik, Persönlichkeits- u. Charakteranalyse und Körpersprache, Gestik/ Mimik habe und dazu auch die erwähnten Seminare besucht habe."

    Danke, das erklärt einiges. Kannst du mir vielleicht mal per PN da Bücher empfehlen, allerdings müssen sie leider auch zu meiner Aufmerksamkeitsspanne und meinem Geldbeutel passen.

    Zu der Vererbung bei AD(H)S und Autismus, denke ich - aus einer persönlichen Erfahrung heraus - das dort ein Anteil überwiegt, aber Teile vom anderen Anteil mit vorkommen können, wobei auch dort die Abgrenzung was ist was sehr schwierig ist.

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