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Diskutiere im Thema ADS und Asperger / Autismus verwechseln? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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Für alle Themen rund um ADS / ADHS und das Asperger-Syndrom oder Autismus bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 200

    ADS und Asperger / Autismus verwechseln?

    Hey Leute,
    bitte versteht mich nicht falsch, ich zweifle nicht an eurer Vernunft, vielleicht habe ich ja auch etwas total falsch verstanden -
    aber ist ADS nicht exakt das Gegenteil von Asperger/Autismus?
    Natürlich ist jeder Mensch anders, aber Leute mit ADHS sind unruhig (auch der Träumertyp, bei dem ist das halt im Kopf und er zeigt es nicht), wohingegen Asperger sehr ruhig sind, ebenso können sich Asperger sehr gut konzentrieren, was eben beim AUFMERKSAMKEITSDEFIZITssyndrom nicht der Fall ist.
    Dann wollen Leute mit ADS immer etwas neues ausprobieren, wollen viel erleben, was hingegen bei Asperger anders ist, da möchte man lieber alten Gewohnheiten treu bleiben, usw usf.
    Bitte entschuldigt, wenn ich unverschämt wirke - wenn ich falsch liege, dürft und sollt ihr mich korrigieren, bin offen für Kritik

  2. #2
    Darius

    Gast

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Wer sagt den etwas von verwechseln? Es ist offenbar möglich, wenn auch selten, dass ein Aspi auch ADHS haben kann. Insofern hat dieser Forenteil seine Berechtigung.

    Ich denke wenn beides zutrifft heben sich gewisse Symptome halt gegenseitig auf, andere verstärken sich. Man ist dann halt eher ein atypischer Aspi bzw. ADHS'ler.

    Ich z.B. habe teilweise auch Eigenschaften die eigentlich eher dem Asperger-Syndrom zugeschrieben werden (muss das jedoch noch abklären).

    Vielleicht meldet sich noch jemand zu Wort der eine Diagnose zu beidem bekommen hat, was bei mir derzeit nicht der Fall ist.

    LG

    BTW: http://www.aerztekammer-bw.de/10aerz...logie/1008.pdf
    Geändert von Darius ( 2.06.2013 um 22:53 Uhr)

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Die Innerliche Unruhe ist nicht ein Zeichen des vorwiegend unaufmerksamen Typs (Träumer), sie ist ein Zeichen der Impulsivität und Hyperaktivität. Diese verlagert sich beim Erwachsenen oft nach innen. Der Träumer kann also völlig ruhig innerlich sein. Ausserdem wollen auch nicht alle Adsler ständig etwas neues erleben oder kennenlernen, der viele Input der Reizüberflutung kann auch ins Gegenteil umschlagen, der Adsler hat das Bedürfnis nach Ruhe, Beständigkeit und Abgeschiedenheit. So ist es z. B. bei mir.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Gangnam schreibt:
    Hey Leute,
    Natürlich ist jeder Mensch anders, aber Leute mit ADHS sind unruhig (auch der Träumertyp, bei dem ist das halt im Kopf und er zeigt es nicht), wohingegen Asperger sehr ruhig sind, ebenso können sich Asperger sehr gut konzentrieren, was eben beim AUFMERKSAMKEITSDEFIZITssyndrom nicht der Fall ist.
    Dann wollen Leute mit ADS immer etwas neues ausprobieren, wollen viel erleben, was hingegen bei Asperger anders ist, da möchte man lieber alten Gewohnheiten treu bleiben, usw usf.
    Hallo

    zu der Unruhe, bzw. Ruhe, wurde ja bereits geschrieben.

    Auch AD(h)Sler können sich mitunter gut konzentrieren, wenn die Aufgabe als spannend empfunden wird.
    Nicht alle ADSler wollen dauernd neues ausprobieren. Viele sind auch von neuen Situationen überfordert (Stichwort Reizüberflutung), brauchen daher auch viele Rituale und Gewohnheiten.
    Ich habe mir als Jugendliche das Buch des Autisten Birger Sellim gelesen und mich durchaus darin wiedererkannt, obwohl ich nicht autistisch bin.
    Ettliche der Symptome von AD(h)S und Asperger sind ähnlich /überschneiden sich.
    Das einfach auf AD(h)S = extrovertiert, unruhig und erlebnissüchtig ist zu verkürzt.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Gangnam schreibt:
    Hey Leute,
    bitte versteht mich nicht falsch, ich zweifle nicht an eurer Vernunft, vielleicht habe ich ja auch etwas total falsch verstanden -
    aber ist ADS nicht exakt das Gegenteil von Asperger/Autismus?
    Natürlich ist jeder Mensch anders, aber Leute mit ADHS sind unruhig (auch der Träumertyp, bei dem ist das halt im Kopf und er zeigt es nicht), wohingegen Asperger sehr ruhig sind, ebenso können sich Asperger sehr gut konzentrieren, was eben beim AUFMERKSAMKEITSDEFIZITssyndrom nicht der Fall ist.
    Dann wollen Leute mit ADS immer etwas neues ausprobieren, wollen viel erleben, was hingegen bei Asperger anders ist, da möchte man lieber alten Gewohnheiten treu bleiben, usw usf.
    Bitte entschuldigt, wenn ich unverschämt wirke - wenn ich falsch liege, dürft und sollt ihr mich korrigieren, bin offen für Kritik
    Genau genommen sind die beiden Syndrome zwar nicht unbedingt Gegenteile, aber sehr wohl sehr gut auseinanderzuhalten. Dennoch kommt es immer wieder zu Verwechselungen. Mein Psychiater ist geradezu ein Spezialist im Verwechseln. Das liegt einfach daran, dass sich die beiden Syndrome durch die Anhäufung der Komorbiditäten in ihrer Peripherie so stark annähern, dass oberflächlich betrachtet ein dissoziierter ADHSler nicht mehr von einem dissoziierten Asperger zu unterscheiden ist. Was aber wie gesagt nicht am Kernsymptom liegt, das sehr gut zu unterscheiden ist, sondern wie in diesem Beispiel an der Dissoziation.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Die Innerliche Unruhe ist nicht ein Zeichen des vorwiegend unaufmerksamen Typs (Träumer), sie ist ein Zeichen der Impulsivität und Hyperaktivität. Diese verlagert sich beim Erwachsenen oft nach innen.
    Jo! Das kann ich aus eigener Erfahrung zu 100% so bestätigen!

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Darius schreibt:
    Wer sagt den etwas von verwechseln? Es ist offenbar möglich, wenn auch selten, dass ein Aspi auch ADHS haben kann. Insofern hat dieser Forenteil seine Berechtigung.
    Das ist richtig. Wenngleich es offenbar weniger häufig vorkommt als bislang angenommen. Es ist wahrscheinlich sogar so, dass Rossi, der sonst eher durch völlig versponne Thesen wie "50 % aller ADHSler sprechen gar nicht auf Stimulanzien an" auf sich aufmerksam macht, sogar ausnahmsweise recht hat, wenn er behauptet, dass ADHS und Asperger sich ausschlössen.

    Allerdings liegt er auch wieder nur halb richtig. Genau genommen scheint es nämlich so zu sein, dass es eine ganze Reihe von Aspergern gibt, die ADHS haben, aber keinen ADHSler, der Asperger ist. Klingt zunächst verwirrend, besagt aber lediglich, dass gesetzten Falles die beiden Syndrome treten gemeinsam auf, in jedem Fall AS als die dominante Störung anzusehen sei, ADHS hat sozusagen dann nur die Stellung einer Komorbidität unter vielen. Wohingegen es einen ADHSler mit Komorbidität AS per definitonem gar nicht geben kann.

    Ich habe mich neulich mit Frau Cawronskihttp://www.beltz.de/fileadmin/beltz/...21-27934-5.pdf über genau dieses Problem unterhalten, die eine der wenigen Psychologinnen in Deutschland ist, die halbwegs eine Ahnung davon hat, wovon sie spricht. Von tausend Fällen, die sie an der Uni-Klinik Köln diagnostiziert hat als Asperger, hatte nicht ein einziger ADHS(!)

    Die Aussage relativiert sich etwas dadurch, dass sie zugegeben hat, keinen blassen Schimmer von ADHS zu haben. Kann aber trotzdem als ein Indiz gelten. Die Aussage von Krause/Krause, es gebe so eine Art Mittelding, nämlich eine "ADHS mit autistischen Zügen", also ein ADHS mit Komorbidität AS oder AS-Zügen, hält sie für eine bloße Erfindung der beiden. Sie hält Autismus für klar diagnostizierbar und ist der Meinung, dass sich hinter diesem Wischi-Waschi-Begriff alles mögliche verberge, aber sicher kein Autismus.

    Der Zustand in Deutschland, dass die wenigen Autismus-Spezialisten keine Ahnung von ADHS haben und die wenigen ADHS-Spezialisten keine Ahnung von Autismus, ist allerdings nicht länger hinnehmbar. Bei den Kindern sieht es etwas besser aus, hier traue ich zumindest sowohl Dr. Spallek Große Hilfe für kleine Chaoten: Ein ADS-Ratgeber: Amazon.de: Roswitha Spallek: Bücherals auch Cordula NeuhausADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung. Rat & Hilfe: Amazon.de: Cordula Neuhaus: Bücher zu, das sie das klar unterscheiden können, für die anderen würde ich meine Hand aber nicht unbedingt ins Feuer legen wollen.
    Geändert von Eiselein ( 4.06.2013 um 23:00 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 200

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    @Eiselein: echt interesant!
    @die anderen: AD(H)S ohne Unruhe? Dass es soetwas gibt, hätte ich nicht gedacht. Ich gehöre selbst zum ruhigen Typen, hyperaktiv bin ich selbst nur sehr selten, aber trotzdem stets psychisch unruhig. Es ist doch gerade diese geistige Ruhelosigkeit, die einem die Konzentration raubt - wie also kann es ruhige ADHSler geben? Was sollten denn die Medikamente ihnen bringen - sie noch ruhiger machen?
    LG

  9. #9
    Indigowoman

    Gast

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Ich muss Gangnam recht geben. Die Unruhe - innerlich wie evtl. auch äußerlich - ist eines der Hauptmerkmale von AD(H)S. Ich bin auch der hypoaktive Typ, war äußerlich ruhig, reaktionsgehemmt und verträumt. Aber innerlich habe ich echte Schwierigkeiten, den normalsten Tagesablauf "auf die Reihe" zu kriegen. Zu viel Ablenkungen, dauernd vergesse ich was. Mittlerweile zeigt sich die Nervosität ein wenig nach außen. Ich war auch mit einigen befreundet, die so waren. ADS hätte man denen nicht angesehen, aber wenn man sie kannte: im Lebenswandel unstet, weder kleinere noch größere Projekte konnten sie beenden. Und darüber waren sie zunehmend verzweifelt, was man ihnen ebenfalls nicht ansah. Äußerlich wirkten die, als würden die leichtfertig und mit wenig Sorgen durchs Leben gehen.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Wie kann man die zwei denn verwechseln?

    Unruhe und Aufmerksamkeitsstörungen treten auch beim Asperger-Autismus auf.

    Kernsymptomaik von AD(H)S ist die fehlende Arbeitsorganisation (wurde an anderer Stelle hier im Forum schon mal diskutiert).

    Fehlende Arbeitsorganisation drückt sich so aus, wie

    Zitat Indigowoman
    Aber innerlich habe ich echte Schwierigkeiten, den normalsten Tagesablauf "auf die Reihe" zu kriegen.
    (Ich bin z.B. in einem Tagesablauf eher zwanghaft strukturiert und reagiere empfindlich auf Veränderungen und Umstellungen und bekomme meinen Tagesablauf sehr gut "auf die Reihe", ob das jetzt liegt an der Kombination AD(H)S und Zwangsstörung oder tatsächlich an einer Autismusspektrumsstörung lasse ich abklären)

    Fachleute wie die von Eiselein zitierte Psychologin in Köln können bei Unruhe und Aufmerksamkeitsstörung durch die Einbeziehung weiterer Symptome zwischen ADHS und Asperger differenzieren.

    Meine ADHS-Ärztin meint zu Asperger nur, "besonders starke Hyperfokussierung", das ist kompletter Blödsinn.

    Ich denke vorallem die gewonnene Erfahrung bei der Diagnose von vielen Autisten (siehe oben) ist tatsächlich notwendig, um die gemeinsam auftretenden Kernsymptome, die bei allen Autisten auftreten zu erkennen und zwar auch dann zu erkennen, wenn die Kernsymptome individuell variieren, jeder Autist ist anders, jeder kompensiert anders, bei jedem liegt eine unterschiedliche Variation der Ausprägung der Einzelsymptome vor. Wichtig ist es, die Gemeinsamkeit hinter der Differenzierung zu erkenne, und das braucht, ich wiederhole das, Erfahrung, Übung, genaues wissenschaftliches Vorgehen bei der Diagnose.

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