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Diskutiere im Thema Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln

    Ich hatte unlängst die Gelegenheit Prof. Dr. Dr. Vogeley, den Leiter der Autismusambulanz in Köln, in einem Vortrag kennenzulernen. Mein Eindruck war der eines sehr engagierten Arztes, dem die Belange seiner Patienten sehr wichtig sind und der sich im Sinne seiner Patienten einsetzt und wirklich versucht zu helfen. Der Vortrag war aus meiner Sicht fachlich versiert, sehr engagiert und vorallem lösungsorientiert, d.h. er blieb nicht nur bei der Analyse, sondern versuchte z.B. aus dem erkannten Problem Lösungsstrategien, z.B. Netzwerke für arbeitssuchende HFAs zu knüpfen (es gibt in dem Vortrag um das Problemfeld Autismus und Arbeitsmarkt).

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln

    Eisilein, wieso glaubtest du, dass du evtl. Autist bist? Du sagtest mal es gäbe keine ADSler die Autisten sind, aber Autisten die zugleich ADS haben. Das klingt nachvollziehbar. Ich bin aber überzeugt, dass ADSler autistische Züge Haben können in bestimmten Situationen oder aufgrund einer Situation. So ist es bei mir zumindest. Vor allen im hyperfokus oder nach einem , wenn ich mich ausgelaugt fühle, nehme ich autistische Züge an. Im hyperfokus merke ich das natürlich nicht. Aber im Nachhinein durch reflektion ist mir das aufgefallen. Ich war mal der Meinung, dass ich Asperger sei. Das war in einer zeit in der ich häufig im hyperfokus war und dementsprechend häufig autistische Züge an den Tag legte. Der glaube daran, dass man seinen Autismus einfach sehr gut kompensiert, nährt diesen Gedanken natürlich.


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  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln

    vakuum schreibt:
    Ich bin aber überzeugt, dass ADSler autistische Züge Haben können in bestimmten Situationen oder aufgrund einer Situation.
    Die Kunst und zugleich auch das Problem liegt darin, das eine vom anderen zu unterscheiden, also zu erkennen, ob jemand tatsächlich autistische Züge hat oder es sich um typische ADS-Symptome handelt, die aber nach außen hin sehr sehr ähnlich aussehen können.
    Viele Symptome sind sich sehr ähnlich und bedürfen der genauen Betrachtung und Hinterfragung und einer gründlichen Ananmese, vor deren Hintergrund sie betrachtet werden, um sie zuordnen zu können.

    vakuum schreibt:
    So ist es bei mir zumindest. Vor allen im hyperfokus oder nach einem , wenn ich mich ausgelaugt fühle, nehme ich autistische Züge an.
    Das verstehe ich nur teilweise, denn ein Hyperfokus IST ein autistisches Merkmal, insofern ist mir nicht klar, wie die sich daran anschließenden Verhaltensweisen autsitisch sind, bzw. welche das sind.

    Mit dem Hyperfokus bei ADHS ist ja so eine Sache, denn es gibt durchaus die Meinung, dass ADS'ler gar keinen Hyperfokus haben, sondern es sich bei ADS'lern um die unfähigkeit handelt, einen Task zu unterbrechen und sich anderen Dingen zu widmen.
    Menschen ohne ADHS können das, sie können eine aktuelle Tätigkeit unterbrechen und etwas anderes machen.
    Ein ADS'ler hat da mitunter massive Probleme, was sich dadurch bemerkbar macht, dass man ihn tausendmal ansprechen muss, bevor er dann irgendwann abbricht und das tut, was eigentlich gerade getan werden soll.
    Er kann seine Tätigkeit nicht unterbrechen.
    Aber er nimmt durchaus seine Umwelt wahr, reagiert auch ("Bring den Müll raus!" -> "Ja gleich!") aber es passiert nicht, der Betroffene kann sich nicht lösen, obwohl er weiß, dass er es tun sollte und auf die Ánsage auch eine Reaktion erfolgt ist..
    Er kann sich selbst auch durchaus sagen, dass er jetzt stoppen und den Müll rausbringen sollte, aber das hat keine Wirkung, da er zum Einen durch seine aktuelle Tätigkeit immer wieder getriggert wird und zum Anderen die eigenen Befehle an sich selbst keine Wirkung zeigen (ADHD is not a disorder of Knowledge, it's a disorder of doing, what you know).

    Bei einem eines Autisten Hyperfokus dagegen ist dieser in seiner eigenen Welt und nimmt seine Umgebung gar nicht wahr.
    Allerdings werden das gewiss auch viele ADS'ler berichten.

    Ich für meinen Teil erkenne beides an mir.
    Deutlich häufiger allerdings versinke ich in meiner eigenen Welt und nehme um mich herum nichts wahr.

    Das Gleiche dürfte allerdings auch Menschen gelten, die dissoziieren, was wiederum eine geneure Betrachtung sämtlicher Merkmale bedingt, bevor man überhaupt etwas unterscheiden kann.


    Speziell zum Thema Hyperfokus und Persevertion und der Unterscheidung zwischen beidem wünsche ich mir allerding weit mehr an Fachliteratur/ Workpapers etc.
    Darüber habe ich leider noch viel zu wenig finden können.

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln

    Hmm., mit dem Hyperfokus das finde ich spannend! Ich bin aus einigen meiner Verhaltensweisen auch noch nicht so ganz schlau geworden.

    Ich kann nur sehr schlecht multitasken und werde sehr aggressiv, wenn ich gestört werde, v.a. muß ich Dinge zuende bringen, die ich angefangen habe. Wenn ich angesprochen werde, während ich etwas schreibe, dann bemühte ich mich noch vor kurzem um Höflichkeit und wies möglichst freundlich darauf hin, dass ich gerade beschäftigt sei und man mich nach z.B. 10 Minuten nochmal fragen solle (ich schätzte die Zeit, wann ich damit fertig sein würde). Leider war ich dann oft z.B. aus dem Schreiben "raus", so dass ich dann länger brauchte als vorher geplant. (Mein Zeitgefühl ist sonst hervorragend.) Inzwischen weiß jeder, dass mich niemand stören darf, wenn ich etwas zuende bringen möchte und zeige mich inzwischen authentisch ungehalten bei Störung.

    Als Kind konnte ich auch im Hyperfokus verfallen und schaltete fast alle Umweltreize aus. Selbst lautes Geschrei um mich herum oder viel Aktion (in meiner Familie ist es oft auch ziemlich laut) konnte mich nicht ablenken. Später wollte ich den übermäßigen Hyperfokus nicht mehr, da ich die verstrichene Zeit unter Kontrolle haben wollte und niemanden verletzen wollte, bzw. auch so erzogen wurde. Wenn man mich als Kind in so einer Situation ansprach, mußte ich mich erstmal eine Zeit wieder auf die Umwelt fokussieren und rekonstruieren, was man überhaupt von mir wollte, bzw. was passiert war und was nun ansteht.

    Jetzt ist es so, dass ich mir feste Zeitfenster einräume, in denen ich mich in Thematiken, Filme oder auch Emotionen hyperfokussiere, da ich in meinem Tagesrhythmus nicht durcheinanderkommen möchte, meine Mahlzeiten einhalten will, nach draußen gehe, etc.. Ich habe auch Sorge, dass ich wichtige Dinge verpassen könnte. Dabei habe ich kein minutiös starres Schema, jedoch muß ich meine Schlafenszeit, Aufstehzeit, Frühstücks- und Mittagsmahlzeiten genau einhalten, da diese als Fixpunkte für meinen Tag fungieren. Komme ich da durcheinander, fühle ich mich sehr unwohl, bis hin zu Angstattacken. Das war schon immer so, nur früher halfen mir meine Eltern mit dem Strukturieren, das heißt, wenn ich in einer Sache zu sehr vertieft war, holten sie mich zum Essen oder zwangen mich zum Schlafengehen.

    Auch Menschen können in meinen Hyperfokus gelangen, so dass ich es schaffe, sie äußerst gut zu "lesen", was ich bei unbekannten Personen nicht so gut kann. Die betreffenden Personen müssen für mich aber aufgrund ihrer Persönlichkeitseigenschaften (nicht allein durch Interessen) interessant sein und in der Lage bzw. auch willens sein, sich auf mich einzulassen. Ich hatte eigentlich früher immer das Gefühl, ich könne mit den meisten Menschen nichts anfangen, weil ich kein Interesse an ihnen hatte, habe auch nicht auf sie geachtet. Aber fand/finde ich jemanden interessant, dann kann ich das auf einmal ganz gut mit der ToM, beobachte dann auch sehr viel und frage nach. Meine Eltern und meinen Mann kann ich sehr gut "lesen".

    Ich frage mich aber auch, inwieweit das damit zusammenhängt, dass meine Mutter eine sehr ausgeprägte Mimik zeigt und ihre Emotionen überhaupt nicht verbergen kann, mein Vater ähnlich ist wie ich und mein Mann auch ziemlich offenherzig und ehrlich ist. Andererseits kann ich aber auch schnell erahnen, wer es nicht ehrlich mit einem meint, und das auch bei unbekannten Personen. In meinem Elternhaus hatte ich immer das Gefühl, normal zu sein, während ich es aber woanders nicht so empfand, unabhängig davon, ob ich mich gut aufgehoben fühlte oder nicht.

    Als ich mich mehr mit dem Thema Autismus auseinandersetzte und mit diesem Wissen bewußter im Fernsehen auf Mimik achtete, bemerkte ich, dass ich die Leute einfach zu wenig anschaute, eher nur hörte, was gesagt wurde, oder wie die Handlung ist. Ich versuchte mal, ohne auf die Handlung zu achten, alleine auf die Mimik zu schauen und stellte fest, dass ich da früher einfach nur wenig drauf geachtet hatte und es deswegen nicht so gut gelernt habe. Leider entgeht mir dann der Rest der Handlung, wenn ich versuche, die Emotionen der Darsteller zu erfassen, und dann ist es schnell vorbei mit der Aufmerksamkeit. Wenn in Filmen viele Darsteller sind, die Handlungsketten komplex miteinander verflochten sind, viele Einzelgeschichten einzelner Personen zusammenkommen, dann merke ich, dass ich nicht soviel Infos aufnehmen kann und "schalte dann ab", fange an, in meinen eigenen Gedanken zu hängen, zu träumen und weiß dann auch nicht mehr, was im Film passiert ist. Ich denke dann manchmal, dass es einfach ein Aufmerksamkeitsproblem ist und dass ich nur nicht zuviel auf einmal verarbeiten kann. Dabei setze ich für mich die Prioritäten anders als andere Menschen, weniger auf soziale Inhalte als vielmehr auf die Sache an sich, das Thema (z.B. Filmhandlung oder Naturlandschaften und wie ich empfinden würde, wenn ich selber in dieser tollen Natur wäre).

    Ich kann auch nicht lange irgendwelchen Vorträgen folgen, ohne dass sich meine eigene Denkmaschine einschaltet. Wenn irgendwas wieder meine Aufmerksamkeit erregt, kann ich aber auch schnell wieder da sein, und so sieht es aus, dass ich in einem Film mehrere "Aufmerksamkeitsinseln" habe und ich mir dann nachträglich aus dem Wenigen, das ich aufgenommen habe, irgendwas zusammendichte. Daher muß ich Filme häufig sehr oft anschauen und finde immer wieder etwas Neues und verstehe immer mehr.

    Das nehme ich dann als kurze Konzentrationsspanne wahr, und dass ich lieber für mich selber denke, als irgendwo aufzupassen oder zuzuhören. Erklärt jemand Dinge, die mich interessieren, dann kann ich kurz extremst konzentriert zuhören, dann fängt mein eigenes Heimkino an, und ich konnte als Schülerin und Studentin bei mich interessierenden Dingen (und nur da!) trotz der Unaufmerksamkeit sehr gut lernen, weil ich offenbar gut selber denken konnte und früher in der kurzen Zeit auch viele Infos abspeichern konnte (das ging nur nicht, wenn mich Themen ablenkten, die mich innerlich beschäftigten). Interessiert mich etwas nicht, bin ich sofort offline, finde den Redner blöd und kann dann auch nichts reproduzieren oder meine eigene Meinung dazu sagen.

    Dissos sind aber etwas ganz anderes. Auch wenn ich rumträume oder hyperfokussiere, weiß ich immer, wieviel Zeit vergangen ist, ich schaue auch oft auf die Uhr und kann es nicht vertragen, wenn ich für irgendwas zuviel Zeit brauche. Ich kann bei vielen Dingen auch sehr schnell sein und wenig Fehler machen. Es ist für mich eine Freude, für mich selber immer besser und effizienter zu sein. Dissos durfte ich leider auch schon erleben, und hier war mein ganzes Zeitgefühl, mein gesamter Plan völlig futsch, da wußte ich nicht, was in der Zeit passiert war (konnte es aber rekonstruieren, aber die Erinnerung war und ist nicht mehr da, ich habe sonst nie Gedächtnisprobleme). Das war extrem beängstigend! Da hatte ich sehr große Angst, verrückt zu werden, und es ging gegen meine innere Grundstruktur, alles zu kontrollieren, was ich tue und mir bewußt zu sein, was ich erlebe. Inzwischen sind die Ursachen der Dissos zum Glück beseitigt.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln

    Fliegerlein schreibt:
    Die Kunst und zugleich auch das Problem liegt darin, das eine vom anderen zu unterscheiden, also zu erkennen, ob jemand tatsächlich autistische Züge hat oder es sich um typische ADS-Symptome handelt, die aber nach außen hin sehr sehr ähnlich aussehen können.
    Viele Symptome sind sich sehr ähnlich und bedürfen der genauen Betrachtung und Hinterfragung und einer gründlichen Ananmese, vor deren Hintergrund sie betrachtet werden, um sie zuordnen zu können.


    Das verstehe ich nur teilweise, denn ein Hyperfokus IST ein autistisches Merkmal, insofern ist mir nicht klar, wie die sich daran anschließenden Verhaltensweisen autsitisch sind, bzw. welche das sind.

    Mit dem Hyperfokus bei ADHS ist ja so eine Sache, denn es gibt durchaus die Meinung, dass ADS'ler gar keinen Hyperfokus haben, sondern es sich bei ADS'lern um die unfähigkeit handelt, einen Task zu unterbrechen und sich anderen Dingen zu widmen.
    Menschen ohne ADHS können das, sie können eine aktuelle Tätigkeit unterbrechen und etwas anderes machen.
    Ein ADS'ler hat da mitunter massive Probleme, was sich dadurch bemerkbar macht, dass man ihn tausendmal ansprechen muss, bevor er dann irgendwann abbricht und das tut, was eigentlich gerade getan werden soll.
    Er kann seine Tätigkeit nicht unterbrechen.
    Aber er nimmt durchaus seine Umwelt wahr, reagiert auch ("Bring den Müll raus!" -> "Ja gleich!") aber es passiert nicht, der Betroffene kann sich nicht lösen, obwohl er weiß, dass er es tun sollte und auf die Ánsage auch eine Reaktion erfolgt ist..
    Er kann sich selbst auch durchaus sagen, dass er jetzt stoppen und den Müll rausbringen sollte, aber das hat keine Wirkung, da er zum Einen durch seine aktuelle Tätigkeit immer wieder getriggert wird und zum Anderen die eigenen Befehle an sich selbst keine Wirkung zeigen (ADHD is not a disorder of Knowledge, it's a disorder of doing, what you know).

    Bei einem eines Autisten Hyperfokus dagegen ist dieser in seiner eigenen Welt und nimmt seine Umgebung gar nicht wahr.
    Allerdings werden das gewiss auch viele ADS'ler berichten.

    Ich für meinen Teil erkenne beides an mir.
    Deutlich häufiger allerdings versinke ich in meiner eigenen Welt und nehme um mich herum nichts wahr.

    Das Gleiche dürfte allerdings auch Menschen gelten, die dissoziieren, was wiederum eine geneure Betrachtung sämtlicher Merkmale bedingt, bevor man überhaupt etwas unterscheiden kann.


    Speziell zum Thema Hyperfokus und Persevertion und der Unterscheidung zwischen beidem wünsche ich mir allerding weit mehr an Fachliteratur/ Workpapers etc.
    Darüber habe ich leider noch viel zu wenig finden können.
    Ich schreibe vom Handy aus und deswegen habe ich nicht so die Lust den Text zu formatieren und ich schreibe das alles mal unter deinen kompletten Text.

    Ich wüsste niemanden, der mir helfen würde, abzuklären, ob ich zusätzlich Asperger bin oder nicht. Ich habe auch ehrlich gesagt keine Lust so lange zu suchen bis ich einen Spezialisten finde. Da wo ich wohne gibt es nur Berater, die sich mit Geld beschäftigen Ich bin zwar manchmal in meiner eigenen Welt, dabei handelt es sich aber meistens um die Realität ( eventuell korreliert das mit der Intelligenz in welche Art von Welt man sich vertieft?) Oder ich träume zum Beispiel wie ich einen Gegenspieler beim Fußball ausschalte und dann ein Tor schieße. Das mache ich aber auch nur, wenn ich zeit habe und tritt nicht plötzlich ein. Wenn ich nicht so ein scheiß Medikament nehmen müsste (kein adhs Medikament) könnte ich diese Träumereien auch auf dem Fußball Platz umsetzen. Kurz bevor ich den Ball bekomme, stelle ich mir vor, wie ich agieren soll. Das läuft visuell ab und ich kann dann meistens diesen Gedanken ausführen, wenn ich noch körperlich in der Lage bin und mir nicht die Puste ausgegangen ist. Spiele ich gedankenlos klappt vieles nicht mehr. Oder im Allgemeinen, wenn ich merke, dass meine Leistung nicht ausreicht, versuche ich wie viele andere meine Leistung zu steigern, in dem ich probiere mich stärker zu konzentrieren. Das dumme dabei ist, dass die erhöhte Energie, die ich einsetzte, nicht in bessere Ergebnisse umwandeln kann, was vielen anderen allerdings gelingt. Zu autistischen Verhalten neige ich oft, wenn ich überfordert bin. Ich kann mich dann nur noch auf das Wesentliche beschränken. Blickkontakt halten oder Ironie zu verstehen, ist dann für mich nicht mehr möglich. Ich brauche dann erstmal eine Auszeit. Und je nachdem wie die Lebensumstände sind, kommen solche Phasen mit autistischen Zügen gehäuft vor. Ich folgere daraus, dass HSPler, die reizüberflutet sind, autistische Züge aufweisen können. In der Kindheit war ich selten ein Einzelgänger. Habe oft den Kontakt mit Freunden gesucht. Alleine etwas zu machen, mochte ich gar nicht, wenn ich mich auch allein beschäftigen konnte, wenn es nicht anders ging.

    Wie ist es denn bei dir, wenn du Stimulanzien nimmst? Kommen dann die autistischen Züge mehr zum Vorschein oder bist du flexibler? Bei mir tritt letzteres ein. Wobei ich mit Stimulanzien anfangs auch große Probleme hatte. Das lag aber daran, dass ich zu depressiv dafür war.

    Ich beneide deine Hartnäckigkeit, sich einem Thema zu widmen. Müsste man nicht auf der einen Seite froh sein, dass es noch Themen gibt, die eine weite Tragweite haben und noch so wenig erforscht sind. Wohin sonst würdest du deine geistesfähigkeit nutzen können ohne in einem Team zu arbeiten oder ohne jegliche technischer Hilfsmittel.


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  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln

    vakuum schreibt:
    Ich bin zwar manchmal in meiner eigenen Welt, dabei handelt es sich aber meistens um die Realität
    Nach meinen Verständnis muss das auch durchaus keine Fantasiewelt sein, es ist nur nicht das Hier und Jetzt.
    Es kann aber auch eine Fantasiewelt sein oder die Vergangenheit oder Zukunft, ähnlich wie bei Träumen.

    vakuum schreibt:
    Zu autistischen Verhalten neige ich oft, wenn ich überfordert bin. Ich kann mich dann nur noch auf das Wesentliche beschränken. Blickkontakt halten oder Ironie zu verstehen, ist dann für mich nicht mehr möglich. Ich brauche dann erstmal eine Auszeit. Und je nachdem wie die Lebensumstände sind, kommen solche Phasen mit autistischen Zügen gehäuft vor. Ich folgere daraus, dass HSPler, die reizüberflutet sind, autistische Züge aufweisen können.
    Das ist gut möglich.
    Allerdings muss man sehen, dass grundsätzlich bei jedem Menschen ab einem bestimmten Anspannungs- = Stresslevel, die Fähigkeit zum logischen Denken abnimmt, im Hochstress gar kaum mehr vorhanden ist und das kann sich sehr ähnlich bemerkbar machen.
    Auch, und das erkenne ich oftmals an mir, scheint es so zu sein, dass die Fähigkeit zur Kompensation nur bis zu einemg ewissen Punkt besteht.
    Wenn man es also mit einem Betroffenen zu tun hat, der grundsätzlich gut in der Lage ist, die AS-Merkmale zu kompensieren, so dass man sie ihm auch von außen nicht anmerkt, dann kann es ihm dennoch passieren, dass er in Situationen gerät, in denen das nicht mehr funktioniert, weil es Energie kostet und dann einfch zu viel verlangt wird.
    Ich vergleiche das gerne mit dem Sprechen einer Fremdsprache.
    Man kann es zwar erlernen, aber irgendwie merkt man halt schon, dass es nicht die eigene Muttersprache spricht, sie ist nicht nativ.
    Während man in einer Unterhaltung ist, muss man das Gehörte übersetzen und das zu Sprechende ebenfalls, man ist also gleichzeitig mit zwei Sprachen beschäftigt.
    Das kostet zusätzliche Energie.
    So empfinde ich es z.B. in bezug auf Körpersprache und Gestik/ Mimik und ebenfalls bei Ironie etc.
    Bis zu einem gewissen Level kann ich das hinbekommen, aber es strengt zum Einen arg an und zum Anderen mache all das gleichzeitig über das bewusste Denken.
    Meine Muttersprache dagegen läuft unbewusst ab, da muss ich auf nichts groß achten und bewusst übersetzen und analysieren, zumindest nicht in diesem Ausmaß.

    Wenn aber um mich herum zu viel los ist oder ich erschöpft bin etc., kann ich das nicht mehr.
    Genauso wenn ich mit zu vielen Menschenn gleichzeitig interagieren muss.

    Das kann durchaus auch Reizüberflutung (im umgangssprachlichen Sinne) sein.

    vakuum schreibt:
    Wie ist es denn bei dir, wenn du Stimulanzien nimmst? Kommen dann die autistischen Züge mehr zum Vorschein oder bist du flexibler? Bei mir tritt letzteres ein.
    Ersteres.
    Zwar helfen sie mir, aber sie ziehen mich deutlich in meine innere Welt.

    vakuum schreibt:
    Wohin sonst würdest du deine geistesfähigkeit nutzen können ohne in einem Team zu arbeiten oder ohne jegliche technischer Hilfsmittel.
    Bei dem Satz muss ich zugeben, ihn nicht zu verstehen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 9.01.2014 um 15:58 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln



    Ich kann auch nicht lange irgendwelchen Vorträgen folgen, ohne dass sich meine eigene Denkmaschine einschaltet. Wenn irgendwas wieder meine Aufmerksamkeit erregt, kann ich aber auch schnell wieder da sein, und so sieht es aus, dass ich in einem Film mehrere "Aufmerksamkeitsinseln" habe und ich mir dann nachträglich aus dem Wenigen, das ich aufgenommen habe, irgendwas zusammendichte. Daher muß ich Filme häufig sehr oft anschauen und finde immer wieder etwas Neues und verstehe immer mehr.

    Das nehme ich dann als kurze Konzentrationsspanne wahr, und dass ich lieber für mich selber denke, als irgendwo aufzupassen oder zuzuhören. Erklärt jemand Dinge, die mich interessieren, dann kann ich kurz extremst konzentriert zuhören, dann fängt mein eigenes Heimkino an, und ich konnte als Schülerin und Studentin bei mich interessierenden Dingen (und nur da!) trotz der Unaufmerksamkeit sehr gut lernen, weil ich offenbar gut selber denken konnte und früher in der kurzen Zeit auch viele Infos abspeichern konnte (das ging nur nicht, wenn mich Themen ablenkten, die mich innerlich beschäftigten). Interessiert mich etwas nicht, bin ich sofort offline, finde den Redner blöd und kann dann auch nichts reproduzieren oder meine eigene Meinung dazu sagen.

    .
    Das kenne ich aber auch nur zu gut.


    @Fliegerlein
    Wenn ich mir so deinen letzten Beitrag durchlese, fällt mir auf, dass einige Verhaltensweisen parallelen zu meinen aufweisen.

    In seine eigene Welt abzutauchen macht ja zum Teil auch Spaß, doch wie gehst du mit Gedanken um, die depressiv machen. Hast du eine Strategie?
    Geändert von vakuum ( 9.01.2014 um 15:52 Uhr)

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Spezialambulanz für Autismus bei Erwachsenen Uni-Klinik Köln

    Fliegerlein schreibt:
    Mit dem Hyperfokus bei ADHS ist ja so eine Sache, denn es gibt durchaus die Meinung, dass ADS'ler gar keinen Hyperfokus haben, sondern es sich bei ADS'lern um die unfähigkeit handelt, einen Task zu unterbrechen und sich anderen Dingen zu widmen.
    Menschen ohne ADHS können das, sie können eine aktuelle Tätigkeit unterbrechen und etwas anderes machen.[...]

    Bei einem eines Autisten Hyperfokus dagegen ist dieser in seiner eigenen Welt und nimmt seine Umgebung gar nicht wahr.
    [...]

    Deutlich häufiger allerdings versinke ich in meiner eigenen Welt und nehme um mich herum nichts wahr.

    Das Gleiche dürfte allerdings auch Menschen gelten, die dissoziieren, was wiederum eine geneure Betrachtung sämtlicher Merkmale bedingt, bevor man überhaupt etwas unterscheiden kann.
    Ich für meinen Teil kann die drei Dinge recht gut unterscheiden.
    Jetzt, wo ich grade hier sitze und nen Text schreibe, würde es sehr schwer für mich, diese Tätigkeit zu unterbrechen. Ganz wie du es beschrieben hast.
    Hyperfokus ist aber was anderes. Ersteres kann ich auch im Zustand größter Ablenkbarkeit.
    Beim Hyperfokus jedoch konzentriert man sich auf diese eine - in dem Moment sehr wichtige - Sache. Neben mir könnten Autos in die Luft gehen, egal. Ist für Prüfungen bspweise ideal.
    Im Disso-Zustand bekomme ich auch nichts mehr mit, aber es ist ein komplett anderes Gefühl. Eben das der eigenen Abwesenheit.
    Geschieht mir regelmäßig in großen Menschenmengen, beim einkaufen in größeren Supermärkten muss ich auch immer meinen Freund mitnehmen.
    Der sammelt mich am Ende dann ein, wenn ich verloren im Supermarkt zwischen den Regalen umherirre... oder reglos in einer Ecke stehe.
    Ursache einer Dissoziation ist bei AD(H)S/Autismus doch meist eine Überreizung, wenn das Gehirn sich nicht anders weiterhelfen zu weiß als mit stupidem abschalten.
    In so einem Zustand würde ich keine Klausur schreiben wollen...

    Die Frage ist natürlich, wie man sowas von Außen unterscheidet.

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