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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    Reduzierte Mimik

    Ich mache mal ein neues Thema auf, vermutlich gibt es das Thema schon irgendwo, möchte aber nicht suchen.

    Ich bin zur Zeit in einem Bewerbungstraining, mein Trainer kommt aus der Praxis, berufserfahren, erfahren mit Bewerbungsgesprächen,kein Psychologe, auch jemand aus einem anderen Tätigkeitsbereich, sodass er mir neutral gegenübersitzen kann und mir eine wertfreie Rückmeldung geben kann.

    Wir üben wie gesagt Bewerbungsgespräche, d.h. typische Bewerbungsfragen, z.B.

    Was ist Ihre Stärke?

    Also Fragen, die rhetorisch gemeint sind und zu beantworten sind in einer Mischung aus der eigenen Erfahrung, damit die Antwort authentisch wirkt, und, ich nenne es mal, Scheinargumenten, also Dinge, die der andere hören will.

    Mein Trainer hilft mir, diese Fragen zu verstehen, damit ich z.B. bei dieser Frage keine Flanken öffne oder eine tiefenpsychologische Analyse meines Verhaltens darlege, die der andere nicht hören möchte.

    Mein Trainer bestätigt mir, dass ich diese Art zu kommunizieren erlernen kann, wir haben das heute geübt und von der argumentativen Seite gelingt es mir, auf diese Fragen adäquat zu reagieren.

    Ich habe dann aber auch eine Rückmeldung zu meinem Sozialverhalten bekommen.

    So heißt es

    Ich wirke irgendwie gehemmt
    zeige kaum Gestik oder Mimik
    wenig soziales Lächeln
    monotone Sprache, wenig betont
    gebe zu lange Antworten
    verrenne mich beim Sprechen in Schachtelsätzen
    fummle an mir herum, d.h. ziehe am Pullover oder fasse mir ins Gesicht
    habe Schwierigkeiten den Blickkontakt zu halten
    Blick wirkt starr, gucke eher hindurch als an
    wirke irgendwie "plem-plem" (er meinte das nicht böse, meinte damit mein Verhalten und die Art wie ich wirke irritiert, passt nicht zu meiner Qualifikation und auch nicht zu der sprachlichen Ausgefeiltheit)

    das Ganze wirkt aber nicht desinteressiert, nur eben befremdlich

    Er meinte dann noch, dass das vermutlich das Hauptproblem sei, weniger die Beantwortung der Fragen.

    Noch ein Gedanke, er ist nicht der erste, der mir sagt, dass ich wenige soziales Lächeln zeige, manchmal irritierend unpassend lache, kurz auffalle.

    Was mache ich mit diesen Angaben?
    Kann ich Mimik/Gestik lernen?

    Ich bin irgendwo frustriert, sogar traurig, aber auch froh, endlich der Sache auf den Grund zu gehen, warum ich diese Interaktionsprobleme habe.

    Auch fällt mir das nicht selber auf, auch ist das in bisherigen Therapien nie angesprochen worden,auch bin ich der Meinung, dass ich Mimik und Gestik zeige, allerdings ist mir aus Filmaufnahmen bekannt, dass ich irgendwie starr wirke, ja das Bild habe ich im Kopf.

    Auch reicht das nicht zur Diagnose Autismus.

    Wie geht ihr mit den Schwierigkeiten in Gestik/Mimik um?
    Lässt sich das Schulen? (Blickkontakt halte ich, aber die Augen wandern dann doch irgendwann)
    Ist es geeignet das Problem offen anzusprechen in einem Gespräch?
    Ist dass alles nicht so schlimm, naja das ist Definitionsfrage, ich habe den Eindruck, dass daran meine Gespräche meist scheitern.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Reduzierte Mimik

    Also ganz ehrlich gesagt, ich bin da eher skeptisch:
    v.a. stört mich die Annahme: Dein Coach wäre schon mal als irgendwie <Setzung> von vorneherein <wertfreier> als irgendein Psychologe. Nur weil er sich vielleicht so <inszeniert>, heisst das noch lange nicht, dass das ein für alle Mal auch so fixiert ist.
    Nicht missverstehen: Ich habe, glaube ich, deine Probleme mit der ,phänomenalen Methode', wie du es benennst, ungefähr verstanden. Ich sehe auch, dass du an dieser (für deine persönliche Fragestellung) Reibefläche keine Antworten erhalten kannst, die dich irgendwie zufriedenstellen.

    Überspitzt gesagt: Du kannst auch Nahuatl und Keilschrift <erlernen>. Je nachdem wie dir persönlich <Lernmethodik> auf diesem Gebiet entgegenkommt, kannst du es mit viel Mühe und Intensitätsanstrengung evtl. zu einem ausreichenden bis überdurchschnittlichen Beherrschungsgrad bringen. Als <angelerntes> wird es aber für ein Außen immer noch zu identifizieren sein. Vielleicht wie bei einem <Muttersprachler>, der auch bei jahrzehntelanger Einübungsleistung noch Unterschiede beim <Lerner> wahrnehmen kann, vielleicht nur weniger deutlich, als bei dem der gerade erst zu <radebrechen> beginnt oder einfach weniger <Nachahmungs>talent hat.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Reduzierte Mimik

    Wie gesagt ich bin mir ja auch nicht sicher, ob ich Gestik und Mimik wirklich lernen kann.

    Der Unterschied wird vermutlich immer zu erkennen sein im Unterschied zu jemandem, der die nonverbale Kommunikation intuitiv beherrscht.

    Nur ich sehe im Moment darin eine Chance, indem ich an dem Phänomen arbeite, die Schwierigkeiten einzueben, erstmal einen Einstieg hinzubekommen, der nächste Schritt ist dann tatsächlich auch den potentiellen Job zu behalten.

    Die Anstrengung, die für mich notwendig ist, um in der sozialen Interaktion zu bestehen, ist sicherlich auch so groß, dass ich einen geeigneten Platz finden muss, wo ich mich eben zurückziehen kann und wo ich nicht permanent schauspielern muss.

    Aber therapeutische Interventionen haben die oben geschilderten Probleme nicht gelöst, die mir mittlerweile von sehr vielen Seiten gespiegelt werden.

    Es fällt mir sicherlich im Moment auch auf, weil ich um Spiegelungen bitte, teilweise auch frage, ob ich mich adäquat verhalte, ich Übersetzungshilfen im sozialen Verhalten erbitte.

    Und ich sehe, auch wenn es nicht das Mittel zur Wahl ist, das Arbeiten an dem Phänotyp als eine Methode an, die mich möglicherweise meinem Ziel näher bringt, dass diese Methode nicht die Kernproblematik löst, ist mir klar. Aber vielleicht verschwende ich auch nur zuviel Energie, wenn ich an eine grundsätzliche Möglichkeit glaube, mich zu verändern. Immerhin habe ich vieles versucht, ein Pinguin wird auch niemals fliegen können.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Reduzierte Mimik

    Ich wollte dir auch gar nicht von einem Ausprobieren abraten.
    Allerdings sehe ich im Endeffekt zwischen dieser Form von Coaching und psychotherapeutischen Interventionen keinen wirklich großen Unterschied:
    Der Coach hat ja wie der Therapeut (je nach Ausbildungsrichtung) genauso seine ,Vorstellungen', nach denen er dich ,korrigieren'/,heilen'/,bilden' oder was auch immer möchte.

    Natürlich kannst du ganz pragmatisch darauf eingehen, je nach momentaner Zielsetzung: Vielleicht kann dir ,seine Schule' einen festen Arbeitsvertrag/eine gehobenere gesellschaftliche Stellung oder ähnliches einbringen. Aber grundsätzlich <objektiver/demokratischer/machtfreier> als herkömmliches therapeutisches Arbeiten ist das im Grunde auch nicht. Das solltest du nur immer im Hinterkpof bedenken.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Reduzierte Mimik

    So ich hatte wieder ein Bewerbungsgespräch.

    Gut vorbereitet mit ein paar vorher erlernten Standardantworten.

    Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen,einerseits die Sache mit den Standardantworten funktioniert tatsächlich, wenn genau die erlernte Frage dran kommt.

    Aber flexibel werde ich dadurch auch nicht ... gestern ist mir aufgefallen, wie ich wieder unsicher umhertappe, nicht weiß, ob das, was ich sage, gerade ankommt oder auch nicht.

    Und auch nicht abschätzen kann, was jetzt eigentlich passt.

    Das auch schon bei der Vorbereitung.

    Ich fahre eine Strategie, die ich in der Situation kaum variieren kann.

    Und dann ist mir aufgefallen, fremde Orte stressen mich. Jeder ist gestresst von fremden Orten, aber ich werde extrem unsicher, fast tatterig und kann mich schwer konzentrieren oder versuche mich durch Selbstgespräche selber zu beruhigen ...

    Jeder hat Schwierigkeiten mit Umstellungen, auch das ist mir gestern nochmal aufgefallen, ich habe große Schwierigkeiten mit Umstellungen, z.B. Urlaub Alltag oder umgekehrt, die Koffer packen,den Tagesablauf spontan ändern, es geht, ich bin auch nicht sturr und habe den perfekt durchgestylten Tag, da variiere ich, aber es ist nicht leicht für mich und nicht immer spontan.

    Wie gestern in dem Bewerbungsgespräch, ich versuche die Situation vorwegzudenken und vorwegzureagieren und zu kontrollieren.

    Als ich in Köln gearbeitet habe, ich bin 1,5 Jahre gependelt von Köln nach Berlin am Wochenende, bin ich durch ein tiefes depressives Tal gegangen, bis ich in Köln meinen Routineablauf aufgebaut hatte und mit der neuen Situation leben konnte, 6.27 Wecker klingelt 1. mal, 6.37 Wecker klingelt 2. mal, 2 Min zum Aufstehen, dann Kaffee, Spülen, Dusche, Katzen füttern, Frühstück mit Frühstückfernsehen, Zähne putzen 7.09 das Haus verlassen ...

    wenn ich gependelt bin das Ganze eine halbe Stunde vorher und meine Wäsche habe ich 1,5 Jahre in Berlin gewaschen ...

    So krasse Abläufe habe ich hier in der Arbeitslosigkeit nicht, aber es gibt Strukturen, die ich brauche, meine Umgebung, die sich nicht ändert, mein Lebensmittelladen, Klamotten, die ich ungern ändere, Gedanken, die kreisen und sich wiederholen, bestimmte Zeiten schlafen gehen, Fernsehen gucken, bestimmte Sendungen oder Videotextseiten, Struktur durch die Zeit über den Tag, Zählen ...

    Ja das ist mir gestern auch aufgefallen, in der fremden Stadt funktionierte dieser Ablauf nicht, ich war extrem verunsichert.

  6. #6
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    Forum-Beiträge: 40

    AW: Reduzierte Mimik

    Als ich mich begann mit As auseinanderzusetzen, sah ich auch ständig immer wieder dieses Bild entsprechende Eigenschaften an mir. Das machte mich noch unsicherer als ich ohnehin schon bin.
    Und im Prinzip wurde ich zu dieser Zeit auch unflexiebler und war schneller mit Situationen überfordert und brauchte sehr viel Zeit für mich.
    Auf der anderen Seite Brauch ich diese Zeit sowieso und in der Zeit davor neigte ich mich zu verausgaben, speziell als ich einen Volltime Job hatte, lernte ich was es heißt auf Automatik zu schalten um den Anforderungen gerecht zu werden. Nun nehme mir wieder mehr Zeit für mich (so wie in der Schulzeit) und ich brauche sie um mich zu erholen.

    Wenn du für dich zur Zeit draufkommst, das gewisse Dinge für dich notwendig sind, dann ist es durchaus gut das Leben soweit wie möglich darauf einzustellen.
    Ich denke mir, das auch ein Aspie dazulernen kann, auf deine Frage bezüglich der Mimik zurückzukommen, eben auf die eigene Art und Weise. Andererseits gibt es auch andere Möglichkeiten auf andere sympathisch zu wirken und das funktioniert meiner Erfahrung nach wenn man offen und gut gelaunt auf die anderen zugeht. (Ist nicht leicht und alle werden einem dadurch auch nicht gleich sympathisch finden, aber es ist womöglich meine Art und Weise der Kompensation.

    Ich denke mir das es wichtig ist, das eigene Leben so zu sich passend wie möglich zu gestalten, da man dadurch nicht nur an Lebensqualität gewinnt, sondern auch ganz anders vom Umfeld wahrgenommen wird und eine andere Reaktion der unmittelbaren Umgebung gespiegelt bekommt.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 227

    AW: Reduzierte Mimik

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    Geändert von xyberlin (10.04.2013 um 13:05 Uhr)

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