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Diskutiere im Thema Verzweifelt! Bedeutet diese Persönlichkeitsstörung einen Ausschluss von ADS? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 17

    Verzweifelt! Bedeutet diese Persönlichkeitsstörung einen Ausschluss von ADS?

    Hallo, liebes Forum,

    ich weiß so langsam nicht mehr, woran ich mit meiner Problematik bin!
    Bin nicht mehr sicher, ob ich eine ADS-Diagnostik überhaupt noch anstreben soll, obwohl vieles einfach passt.
    Es gibt auch Ähnlichkeiten mit dem Asperger-Syndrom.

    Heute habe ich aber noch mal den Befund von der Tagesklinik gelesen, in der ich vor drei Jahren eine Therapie machte. Ich war total ausgebrannt, weil weder privat noch beruflich irgendetwas funktionierte.
    Die Diagnose lautete: Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicher vermeidenden, abhängigen sowie zwanghaften Anteilen.

    Würde so eine Persönlichkeitsstörung denn überhaupt zu ADS/Asperger passen?

    Ich habe mich so viele Jahre verzweifelt gefragt, was meine Andersartigkeit ausmacht.
    Denn egal, in welches soziale Umfeld ich kam, ich wurde meistens nicht ernst genommen und schnell ausgegrenzt.
    Wer Interesse zeigte, tat es meistens nur, weil er sich einen Nutzen von mir versprach.
    Also nicht ich habe mich gefühlt, als sei ich auf einem fremden Planeten gelandet, sondern andere haben mich als fremdartig angesehen. Schon als Kind war ich immer unbeliebt.
    Mit Kollegen hatte ich immer wieder Probleme, ich wurde mehrfach gemobbt.
    Bekanntschaften und Beziehungen hielten nie, weil andere nicht mit meiner ruhigen, behäbigen und wenig spontanen Art umgehen konnten. Auch meine kindische Naivität ging ihnen auf die Nerven. Manchmal war es aber auch so, dass ich mich unverstanden fühlte und sehr zickig und teilweise auch beleidigend wurde.

    Um es so zu schreiben, wie ich es empfinde:
    Je älter ich werde, desto mehr habe ich das Gefühl wie eine geistig Behinderte behandelt zu werden!
    Wenn ich Bekannte mal darauf angesprochen habe, meinten sie nur:"Ach, das meinst Du nur. Das ist wegen Deiner stillen Art."
    Ein Dozent sagte neulich mal, ich wirke sehr verletzt, scheu und hilfsbedürftig.

    Fest steht, ich tue mich unwahrscheinlich schwer im Umgang mit meinen Mitmenschen.
    Mir fehlt irgendwie die Intuition, in entscheidenden Momenten das richtige zu sagen bzw. zu tun.
    Ich kann mich auch nur schwer in andere hineinversetzen. Ich denke oft, ich müsste jetzt das fühlen, fühle es aber nicht.
    Die Absichten anderer zu erkennen ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln.
    Ich fiel auf die geheuchelte Freundlichkeit von Menschen rein und vergraulte die, die es mal gut mit mir meinten.

    Mein Ungeschick im Umgang mit Mitmenschen ist teilweise haarsträubend!
    Erst gestern kam ich mir wieder so komisch vor.
    Ich hatte eine Verabredung mit einer ehemaligen Kollegin. Sie rief mich vor dem Treffen extra an, um mich "vorzuwarnen", dass wir nicht allein sein würden. Sie kennt eben meine Unsicherheit gegenüber fremden Menschen. Mit ins Café kamen ein paar Verwandte von ihr und eine Bekannte. Ich war freundlich, aber zurückhaltend. Es entwickelte sich wie immer. Die anderen waren bald in einem angeregten Gespräch vertieft und ich wusste nicht, was ich dazu beitragen sollte.

    Aber viele Persönlichkeitsstörungen bringen ja auch diese Problematik mit sich.

    Nur ich brauche eine Diagnose und Hilfe!

    Denn ich scheitere ja auch im Berufsleben immer wieder, und zwar aufgrund von:
    - extremer Langsamkeit, die mir als Faulheit ausgelegt wird
    - mangelnder Flexibilität und schlechter Auffassungsgabe, was mir als Dummheit ausgelegt wird
    - Konzentrationsschwäche
    - Vergesslichkeit
    - meinem Unvermögen, mich in den Kollegenkreis zu integrieren
    - mangelndem Respekt gegenüber Vorgesetzten

    Außerdem bin ich sehr geräuschempfindlich, habe Probleme mit der Feinmotorik, Koordinationsstörungen und habe ständig Angst vor Veränderungen.
    In Stresssituationen kommt es zu Symptomen wie Zittern, Herzrasen und Fluchtgedanken.

    Diese Probleme müssen doch eine Ursache haben außer einer Persönlichkeitstörung!

    Ich bin 43 und bin erschöpft.
    Ich habe die ganzen Jahre versucht mich anzupassen und zu verbiegen, aber ich merke, dass es nicht mehr geht.

    Was kann ich machen?
    Soll ich wirklich weiterhin eine Diagnostik anstreben oder "nur" versuchen an meiner selbstunsicheren Persönlichkeit zu arbeiten?

    Liebe Grüße,
    Diandra
    Geändert von Diandra (27.04.2012 um 23:31 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 305

    AW: Verzweifelt! Bedeutet diese Persönlichkeitsstörung einen Ausschluss von ADS?

    liebe diandra,

    ich kann dir zwar keine diagnose aus der ferne stellen, aber ich würde mir noch einen 2. meinung von einem experten oder aus einer uniklinischen ambulanz holen, denn was du schreibst kenn ich sehr sehr gut von mir und ich hab seit über 10 jahren die diagnose ads oder h, aber die diagnose, die du aus der tagesklinik schreibst klingt für mich eher wie ein beschreiben deiner symptome, aber nicht wie eine fundierte diagnose.
    lass das noch mal abschecken.
    ich war vor vielen jahren auch in einer tagesklinik und kam mit der "diagnose" dystimische verstimmung raus. meine cousine arbeitete damals in einer psychoklinik, in diese diagnose würde alles gepackt, für das diagnostiker keine klare beschreibung hätten und irgendwie klingt das was du hast hast so ähnlich.
    ich hoffe, ich bin dir jetzt nicht auf die füsse getreten oder so.

    lg
    gina

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Verzweifelt! Bedeutet diese Persönlichkeitsstörung einen Ausschluss von ADS?

    Hallo,

    Ich habe den Text etwas überflogen, aber ansonsten erkennt man schon Anteile, die zu ADS/Asperger passen können, bzw. sich viele wiedererkennen würden - auch ich.

    Mein Rat wäre an dem Verdacht ADS/Asperger zu bleiben und dieses gründlich durchchecken zu lassen.

    Die Diagnose lautete: Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicher vermeidenden, abhängigen sowie zwanghaften Anteilen
    Es sieht eher so aus, als ob eine eindeutige Diagnose noch gar nicht existiert. 'Kombinierte Persönlichkeitsstörung' bedeutet, dass die Persönlichkeitsstörungen unbekannt sind bzw. "alles passen könnte". ADS+Asperger wären demnach aber auch "kombinierte Störungen" , wenn auch in einem anderen Bereich.

    Soll ich wirklich weiterhin eine Diagnostik anstreben oder "nur" versuchen an meiner selbstunsicheren Persönlichkeit zu arbeiten?
    Ich habe die ganzen Jahre versucht mich anzupassen und zu verbiegen, aber ich merke, dass es nicht mehr geht.
    Das ist für mich ein Widerspruch in sich. Selbstunsichere Persönlichkeiten würden in meinen Augen so etwas gar nicht "versuchen" bzw. sind - untertriebengesagt - schüchtern oder ängstlich. Sich zu einem anderen "Sein" zu arbeiten - was de facto gar nicht geht - und sich anzupassen gehört meiner Meinung nach vielleicht schon dazu, aber es klingt irgendwie zu allgemein...


    Was kann ich machen?
    Dran bleiben! War es eine ausführliche Diagnostik bei einem ADS oder Autismus-Experten oder nur ein kurzer normaler Termin?

    Gerade im Bereich Autismus kennen viele Ärzte sich einfach nicht aus. (Was da für Aussagen sogar von Klinikchefs kamen, gehört wörtlich in eine Komödie...)

    Daher ist es wichtig sich einen Experten zu suchen und eine empfehlbare Diagnostikstelle aufzusuchen. Jedoch können die Wartezeiten lang sein, wenige in der Umgebung zu finden sein und die Qualität schwankt auch relativ oft. Es ist also wichtig sich früh darum zu kümmern und sich im Vorfeld zu informieren. Es existiert sogar eine Liste mit "empfehlbaren" Diagnostikern in ganz Deutschland. Per PN kann ich weitere Infos dazu geben.

    Im Bereich ADS-Diagnostik könnte es vielleicht ebenfalls Probleme dieser Art geben. ADS und Autismus sind sich recht ähnlich und auch die Therapien gleichen sich stark, aber einen Experten in beiden Bereichen zu finden ist schon eine Herrausforderung, wobei ein ADS-Experte sicher schon mal von Autismus oder Asperger und umgekehrt gehört haben müsste... Es ist durchaus möglich beide Diagnosen zu erhalten.

    Es kann noch ein langer Weg sein, aber viele Leute deiner Art, hatten sie selben Probleme gehabt. Du bist also nicht alleine!

    Du kannst jedoch auch schon heute daran arbeiten. Versuche dich über ADS+Autismus zu informieren und schaue ob du dich darin wieder erkennen kannst, wenn nicht sogar in beiden (Da gibt es so einen bestimmten Mittelweg...). Unterhalte dich (über das Internet) mit Leuten, bei denen du dich ebenfalls wieder erkennst , dich hier im ADS-Forum anzumelden wäre dann schon der 1.Schritt. Ansonsten kennst du bereits deine Probleme, du hast sie auch wahrscheinlich größtenteils kompensiert aber wenn die Diagnose sicher steht: NICHT dagegen ankämpfen. Sie sind ebenso ein Teil von dir, egal ob es sich um Autismus, ADS oder irgendeiner Persönlichkeitstörung handelt. Wichtig ist natürlich allgemein sich aus dem Stress zu halten. - Wenn du dich "anders als andere Leute" dich entspannst und aus dem Stress gehst. (Z.B. bei Stress/Trauer/Ärger sich von anderen Menschen fernhalten, statt mit denen Rauszugehen und zu unterhalten) Dann soll es eben so sein. Hast du eine schlechte Aufassungsgabe in bestimmten Dingen. Dann soll es eben so sein, vielleicht kannst du dann andere Sachen besser auffassen, dann ist man noch lange nicht dumm. In Stresssymptomen (Fluchtgedanken, Zittern, etc.) dennoch zu bleiben wird die Sache auch nicht ändern, eher verschlimmern. Es kann schwer sein, vorallem wenn man passiv, leicht-überredbar und zurückhaltend ist, aus der Situation einfach zu verschwinden. Jedoch sollte man es versuchen. Gegen Geräuschempfindlichkeit hilft z.B. als 1.Hilfe Ohrstöpsel. - Bei einigen... Gegen Angst vor Veränderungen hilft z.B. einen Tagesplan , den man immer mitsich führt. - Bei einigen... (mit ADS vielleicht etwas schwer zu halten)

    Wichtig ist es die Probleme nicht zu verschweigen - vorallem gar keine sich selbst.

    m.f.G. Alea

  4. #4
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Verzweifelt! Bedeutet diese Persönlichkeitsstörung einen Ausschluss von ADS?

    Hallo Diandra,

    ADS/asperger kann wirklich zusammen kommen. Kommt auch nicht so selten vor und was du schreibst deutet schon etwas darauf ein. Natürlich kennen viele fachleuten diese beiden diagnosen nicht und suchen sich ein andere erklärung dafür. Vieles was du beschreibst errinert mich stark an was ich über asperger gelesen habe: viele schwierigkeiten im umgang mit andere menschen, schwierigkeiten mit änderungen... Aber nur eine fachperson kann dich wirklich eine diagnose machen. Es ist nur meine eindruck bei lesen.

    Ich habe auch oft gelesen dass wenn ADSler eine trauma haben, kann schnell eine persönlichkeitstörung diagnostisiert werden und es hilft auch nicht weiter... Bis mal der ADS entdeckt wird und auch der traumata und beiden mal behandelt werden.

    Wenn du seit immer problemen mit andere menschen hat, hat es natürlich auch folgen.

    lg

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Verzweifelt! Bedeutet diese Persönlichkeitsstörung einen Ausschluss von ADS?

    Es käme hier darauf an zu fragen, wodurch die meisten Deiner Beziehungen gescheitert sind?

    Die meisten ADHS-Beziehungen scheitern aufgrund dem ADHS-Hauptsyndrom der Impulsivität. Sexualität kann hier sehr schnell langweilig werden, wenn das ständig neue, aufreizende fehlt.

    Bei Aspergern ist es so, dass sie Sexualität nur in Ausnahmefällen überhaupt genießen können:

    1. Die Sexualität fällt teilweise oder ganz mit einem Spezialinteresse zusammen

    2. Das spezialinteresse und die wahrnehmenden Antennenen sind ausnahmsweise voll auf das Thema Sexualität eingestellt

    Die meisten ADHSler haben Probleme mit der Sexualität, allerdings zumeist mit ihren Äußerlichkeiten, Ausführung, Ort und Häufigkeit.

    Asperger haben grundsätzlich Probleme mit der Sexualität.

    Die meisten ADHSler suchen ständig Sexualität, scheitern aber sehr oft am Ausleben dieser Sexualität. Asperger VERMEIDEN Sexualität, gehen ihr aus dem Wege, so oft sie nur können.

    Das ist eines der wichtigsten diagnostischen Unterscheidungsmerkmale bei Erwachsenen überhaupt, wenn es darum geht Asperger und ADHS auseinanderzuhalten.

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