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Diskutiere im Thema ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
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Für alle Themen rund um ADS / ADHS und das Asperger-Syndrom oder Autismus bei Erwachsenen
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  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 583

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Besonders gefällt mir, wenn mit Vorurteilen aufgeräumt wird.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Hallo

    Ich habe ADHS und AS.
    Meine Probleme liegen darin, dass mich die meisten Menschen als "merkwürdig" empfinden, da ihr Denken und mein Denken arg verschieden sind.
    Durch meine Spezialbegabung werd ich auch öfter als Freak gesehen, natürlich scherzhaft gemeint( hoff ich jedenfalls oO), da die meisten wenn sie an Physik und Mathe denken eher nen Schauder bekommen
    Schwierig ist es eben auch im Kolleg, da ich zwar für Mathe überdurchschnittliches Interesse habe, aber alle anderen "Nicht-logischen" Fächern wollen sich mir nicht erschließen :S
    Gesellschaftlich liegt das Problem darin, dass ich Menschen, welche nicht diese Leidenschaft für Naturwissenschaft pflegen oder ich das Gefühl habe, sie wären mit intellektuell weit unterlegen
    (ich weiß, dass das schräg klingt, aber ich kann einfach nicht mit Menschen, welche unlogisch denken, umgehen ohne sie ständig zu verbessern) absolut ausschließe.

    Ich könnte noch ewig weitere DInge aufzählen die mich im normalen Alltag stören ..


    Die Mischung von ADHS und AS äußert sich vorallem durch die ca. 1 Mrd Gedanken, die ich nicht ordnen kann und auch nicht stoppen kann und so oft wirres Zeug aus meinem Mund kommt,
    da ich dann schneller denke als rede und mich dann am Ende kein Mensch versteht und mich anschaut wie nen Dackel *g*
    Saß auch schon öfter Tage und Nächte hintereinander an mathematischen und/oder physikalischen Problemen ( also wenn mir etwas durch den Kopf geht und ich es nicht gelöst bekomme, sitze ich solang an meinem eigens geschaffenen Problem, bis ich es soweit geklärt habe), da ich sonst kein Auge zu bekomme wenn mich was beschäftigt was klärbar ist, ich es allerdings nicht weiß.



    Nun aber genug geschrieben hehe

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 181

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Ich habe adhs. Bei meinem freund vermute ich ein leichtes as. Er ist hochbegabt und ein genialer programmierer. Er hat mir einmal erzählt, dass er die progammiersprachen, also die code als muster und farben sieht. Als höhen und tiefen.
    Er hasst menschenmengen und generell fremde menschen. Grosse partys gehen nur, wenn er sich mit hõchstens 3 personen absondern kann.
    Ganz sanfte berührungen von mir mag er ( das wäre untypisch oder?) Aber die sexualität war jahrelang ein echtes problem. Das klappt nur, wenn er sich gaaanz lange zeit nehmen und sich darauf einstellen kann. Mir als adhs fehlt diese geduld.
    Womit ich am meisten mûhe habe ist, dass er ganz plötzlich und für mich ohne erkennbaren grund in eine art " gemüsemodus" runterfahren kann. Er ist dann still, in sich gekehrt und wirkt auf mich genervt. Wenn ich ihn frage ist entweder " nichts" oder er hat hunger. ( oder sagt das einfach, damit ich nicht weiter frage?)

    Ein weiterer schwieriger punkt ist zb das essen. Während ich am liebsten alles probieren möchte, da langeweile mein grösster feind ist, kõnnte er ûber wochen das selbe essen.

    Es ist für uns beide schwierig und doch eine riesen bereicherung.

    Wenn eine person von beidem bertoffen ist, stelle ich mir vor, dass es das wichtigste ist, seine stärken zu finden und daraus das bestmöglichste zu machen. Denn beide haben ja auch ganz besondere wunderbare stärken.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 12

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Also bei mir wurde zwar noch nichts diagnostiziert, aber nehme an AS und ADS zu haben. Das mal vorab.

    Neben der Abgneigung gegenüber vielen und/oder fremden Menschen und anderem Kram, der entweder nur zu AS oder nur zu ADS gehört, sehe ich da schon einen Punkt, wo das gleichzeitige Auftreten zum Vorscheim kommt. Das wäre bei den, sogenannten, SI (Spezialinteressen). So ein typischer Aspie hat oft ein besonderes Interesse, welchem er sich widmet. Das kann sich aber auch ändern, wechseln oder verschwinden. Beispielsweise: Güterzügen angucken, fotografieren und katalogisieren (das sogenannte Trainspotting).

    Mein Problem ist nun, dass ich mich zwar unheimlich gerne einem Spezialinteresse widmen würde, aber wenn ich es dann tue, denkt der AS-Teil von mir: »Ach, das ist doch auch nur Blödsinn. Laaangweilig, unnütz!« Wenn ich dann wieder andere Dinge tue, schweift mein Geist aber wieder zum Spezialinteresse. Das führt dazu, dass ich mich mit meinem Spezialinteresse leider wie mit allen anderen Dingen, die ich erldigen will (oder wirklich muss), nur Stück für Stück beschäftigen kann.

    Ich sitze, sozusagen, vor einer Schale mit Wackelpudding und bin schon ganz wild darauf den zu essen, aber nach drei Happen wird mir jedes Mal übel und so bleibt mir erst mal nur der eklige Spinat zum Essen.

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?


  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 113

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Ich habe erst im September 2010 die Diagnose ADHS bekommen, im November 2011 die Diagnose Hochfunktionaler Autismus. Darauf kam ich durch unsere zweite Tochter, die ADHS und Autismus hat. Habe mich in vielen Büchern wiedererkannt.

    In einer ADHS Selbsthilfegruppe habe ich erkannt, das andere ADHSler mehr sozialer, kontaktfreudiger und geselliger sind. Ich bin so mehr der Einzelgänger, der es eigentlich geniesen kann, mal ganz allein zu sein.

    Meine Schwierigkeiten/Probleme sind vor allem, das ich zu viel Geräusche nicht ertrage (gerade wie sie daheim mit hyperaktiven Kindern ablaufen),
    ich ertrage keine Menschenmengen, da fühle ich mich unwohl,
    ich mag keine leichten Berührungen,
    ich brauche Gelegenheit, um allein zu sein (die Ferien sind gerade die Hölle, wo alle aufeinander rumsitzen),
    ich habe Probleme im sozialen Umgang mit anderen, d.h. Gespräche sind für mich sehr anstrengend, das Frauen Geratsche kann ich überhaupt nicht,
    unbereitete spontane Aktionen, Besuche etc sind schrecklich für mich,
    wenns an der Tür klingelt oder das Telefon läutet,
    wenn zu Hause der normale Ablauf nicht mehr stattfindet, bereitet mir auch Probleme.

    Ansonsten kann ich noch viele Kleinigkeiten aufzählen.

    Mein Autismus ist eher unauffällig, nur mein Mann zu Hause bekommt es deutlich mit.
    Im Alltag hab ich mich sehr gut angeglichen.


    Ich kann für Frauen das Buch Aspergirls von Rudy Simone empfehlen. Ist leider nur auf englisch.
    Ich war mir vor der Diagnose sehr unsicher, ob das bei mir nicht alles nur ADHS ist, aber dann habe ich dieses Buch gelesen und in einer Asperger SHG Leute getroffen, die eigentlich auch ganz normal wirken.
    AUtismus ist wie ADHS bei jedem ganz individuell.

    Von Tony Atwood, einem führenden australischem Spezialisten in Sachen Asperger gibt es aber auch sehr gute Bücher in deutscher Sprache.

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 6

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Hallo,
    mein erster Beitrag!
    Deine Frage ist gut formuliert aber leider zu weiträumig finde Ich, aber ich versuche es mal.
    Also mein großes Problem ist bei mir aktuell mehr denn je meine innere Unruhe nachdem Ich aufgehört habe zu rauchen.
    Dazu kommt natürlich immer noch das nicht oder missverstehen von Mimik und Gestik
    Aber auch mein Kopf braucht unwahrscheinlich viel Beschäftigung wobei da das Adhs ziemlich stört
    Gedanke - ADHS - Gedanke weg - wieder von vorne anfangen!
    Naja und zuletzt natürlich der Umgang mit meinen Mitmenschen, Ich habe gelernt gewisse Regeln zu beachten aber andersrum verstehen die nicht das Ich nur schwer Sarkasmus mache und meine Aussagen oft so direkt meine wie Ich Sie sage!
    Das so weit!

    Bethelaner

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 6

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Lysera schreibt:
    Hallo

    Ich habe ADHS und AS.
    Meine Probleme liegen darin, dass mich die meisten Menschen als "merkwürdig" empfinden, da ihr Denken und mein Denken arg verschieden sind.
    Durch meine Spezialbegabung werd ich auch öfter als Freak gesehen, natürlich scherzhaft gemeint( hoff ich jedenfalls oO), da die meisten wenn sie an Physik und Mathe denken eher nen Schauder bekommen
    Schwierig ist es eben auch im Kolleg, da ich zwar für Mathe überdurchschnittliches Interesse habe, aber alle anderen "Nicht-logischen" Fächern wollen sich mir nicht erschließen :S
    Gesellschaftlich liegt das Problem darin, dass ich Menschen, welche nicht diese Leidenschaft für Naturwissenschaft pflegen oder ich das Gefühl habe, sie wären mit intellektuell weit unterlegen
    (ich weiß, dass das schräg klingt, aber ich kann einfach nicht mit Menschen, welche unlogisch denken, umgehen ohne sie ständig zu verbessern) absolut ausschließe.

    Ich könnte noch ewig weitere DInge aufzählen die mich im normalen Alltag stören ..


    Die Mischung von ADHS und AS äußert sich vorallem durch die ca. 1 Mrd Gedanken, die ich nicht ordnen kann und auch nicht stoppen kann und so oft wirres Zeug aus meinem Mund kommt,
    da ich dann schneller denke als rede und mich dann am Ende kein Mensch versteht und mich anschaut wie nen Dackel *g*
    Saß auch schon öfter Tage und Nächte hintereinander an mathematischen und/oder physikalischen Problemen ( also wenn mir etwas durch den Kopf geht und ich es nicht gelöst bekomme, sitze ich solang an meinem eigens geschaffenen Problem, bis ich es soweit geklärt habe), da ich sonst kein Auge zu bekomme wenn mich was beschäftigt was klärbar ist, ich es allerdings nicht weiß.



    Nun aber genug geschrieben hehe
    Es gibt kein unlogisches denken!!!

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Mit allem, was wir hier sagen, betreten wir Neuland.

    Die wissenschaftliche Situation sieht so aus:

    ADHS sehr gut erforscht (gilt zumindest dem internationalen Standard nach, bitte nicht den deutschen sehen)

    Asperger(*)-Autismus, insbesondere bei Kindern, gut erfroscht.

    Wovon keiner einen blassen Schimmer hat, ist die Komorbidität ADS + Asperger.

    ADHS-Ärzte stehen größtenteils hilflos vor ihrem Patienten, wenn sie Autismus vermuten.

    Kann das sein, es muss mehr sein als ein ADS, aber er ist definitiv kein typischer Autist!

    So oder so ähnlich mögen die Gedanken sein, die sich im Gehirn des Psychiaters, der sich mit ADHS beschäftigt aussehen.

    Hier müssen wir sagen: Logisch, lieber Psychiater, ist jemand, der beides hat, also Asperger und ADHS, zwangsläufig ein UNTYPISCHER AUTIST!

    Wie sich die beiden Störungen beeinflussen, vielleicht auch kompensieren (?) weiß ehrlich gesagt noch kein Mensch. Kommt es bspw. bei ADSlern mit Asperger durch die emotionale Sprunghaftigkeit (Impulsivität) des ADHS zu einer Kompensation der bei "normalen" Aspergern extrem schlechter ausgeprägten Empathiefähigkeit?

    Wie wirkt sich die doppelte "Begabung" Asperger und ADHS aus, wenn weiteres ins Spiel kommt, bspw. eine Essstörung oder eine Hochbegabung? Was ändert sich dann an den Parametern dieser Doppelbegabung?

    Ist bspw. eine bei einem "Normalen" diagnostizierte generalisierte Angststörung, bei einem Asperger mit ADHS gar keine psychische Störung im engeren Sinne, sondern eine psychische Notwendigkeit, also der Normalfall, die Ausgangsbasis, von der aus der Asperger mit Hilfe (nicht gegen, sondern mit Hilfe) seiner Angst, seine Umgebung durch das mit jeder Angststörung verbundene Vermeidungsverhalten zu strukturieren sucht?

    Braucht ein Autist mit ADHS also regelrecht Angst, um sich die an sich fremde Umwelt einzuportionieren, nimmt man ihm, wenn man die Angst behandelt, bspw. mit Neuroleptika, ein wichtiges Instrument seiner Eigenbestimmung?

    Ich will nur wenige Fragen aufwerfen.

    Aber wir wissen es eben nicht.

    State of the art, bei den wenigen Psychiatern, die zumindest um eine der Störungen wissen, ist es momentan noch, Autismus und ADHS getrennt zu behandeln.

    Man wird also in der Regel versuchen in der medikamentösen Behandlung einen Kompromiss zwischen Stimulanzien und NL zu finden. Das ist etwas, auf was ein "normaler" Psychiater schon per se nicht kommen KANN, weil es sich dabei um Medikamente handelt, die prinzipiell antagnoistisch wirken, die einen erhöhen den Dopaminspiegel im Hirn (Stimulanzien), die anderen gehen prinzipiel davon aus ihn zu verringern (NL).


    Eine alleinige Behandlung mit Stimulanzien geht bei jemanden, der zusätzlich Asperger hat, meist in die Hosen, weil die Stimulanzien ihn zwar ruhiger und konzentrierter machen, also sein ADHS behandeln, die autistischen Symptome allerdings verstärken können.

    Bei "reinrassigen" ADHSler kommt es durch die Behandlung mit Stimulanzien zu einer geringeren Ansprechrate auf Aussenreize, Licht, Lärm, Stimmen, sie sind mehr bei sich selbst, können sich deshalb auch besser auf sich konzentrieren, sind einfach mehr bei der Sache. Bei Autisten mit ADHS kann das Gegenteil eintreten, d.h. eine durch Stimulanzien verstärkte Wahrnehmung von Aussenreizen. So gibt es zum Beispiel Autisten mit ADHS die unter Behandlung von Stimulanzien bspw. so lichtempfindlich werden, dass sie schon bei normalem Licht eine Sonnenbrille tragen müssen.

    Etwa ein Drittel der Autisten (ob mit oder ohne ADHS) leidet an einer schweren, klinischen, behandlungsbedürftigen Depression. Für ein solches Krankheitsbild stehen Antidepressiva zur Verfügung. Bei "Doppelbegabungen" von Asperger und ADHS kommt es aufgrund des durch ADHS gestörten Dopaminhaushaltes zu einer i. d. R. beschissenen Ansprechrate des Betroffenen auf Antidepressiva. Die Antidepressiva der ersten Wahl, die SSRI, können beim Autisten mit ADHS zwar die Depressionssymptome lindern, gleichzeitig aber die Dekonzentration aufgrund von ADHS verstärken. Was für die Stimulanzien bei Autisten mit ADHS gilt, gilt gleichsam auch für die SSRI, sie können den Autismus verschlimmern, in dem sie licht-, lärm-, umweltempfänglicher machen und in der Folge den Rückzugsprozess des Autisten auf sich selbst und aus den sozialen Situationen heraus verschlimmern.

    Es ist also bspw. möglich, dass ich durch Antidepressiva die Depression eines Aspergers mit ADHS lindern kann, seine Gesamtsituation aber verschlechtere, dadurch dass ich seine sozialen Rückzugstendenzen medikamentös unterstütze/verstärke.

    Und so weiter und so fort.

    Grundschwierigkeit ist, dass der Asperger mit ADHS bei einem ADHS-Spezialisten als atypischer ADHSler gilt (dass sich führende ADHS-Spezialisten in Deutschland wie Krause/Krause in ihrem Handbuch die Formulierung "ADHS mit autistischen Zügen" zu eigen machen, zeugt eigentlich von der ganzen Hilflosigkeit, mit der diese Menschen dem Phänomen gegenüber stehen; denn einen ADHSler mit autistischen Zügen gibt es nicht, das ist eine Hilflosigkeitsdefinition, entweder ist der ADHSler zusätzlich ein Autist, oder er ist ADHSler); währenddessen selbst ein Asperger-Spezialist Mühe hat bei einer ADHS/Asperger-"Doppelbgabung" auf einen "reinrassigen" Autismus zu diagnostizieren, er hat es dann aus seiner Warte mit einem atypischen Autisten zu tun, diese Diagnose gibt es zwar, hilft hier aber auch nicht weiter, wenn in Wirklichkeit der Autismus dadurch atypisch wird, dass es sich dabei um keinen atypischen Autismus handelt, sondern vielmehr eben um einen Autismus mit ADHS.

    Zum Schluß will ich noch erwähnen, dass die Mehrzahl der deutschen Psychiater aus Menschen besteht, die weder von ADHS noch von Asperger geschweige denn von Asperger und ADHS je etwas in ihrem Leben gehört haben. Und dann eben alles Mögliche zusammendiagnostizieren. Bei Männern kaprizieren sie sich aufgrund der hohen Selbstbezüglichkeit des Autisten i. d. R. auf psychotische Diagnosen (ohne Plusssymptomatik, ohne Wahnvorstellungen), bei den Frauen ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung die beliebteste Fehldiagnose bei einem Autismus + ADHS.

    Nach längerer Beschäftigung mit diesem Thema stehen für mich zwei Dinge fest:

    Bei einer Komorbidität Asperger + ADHS kommt es zu einer wechselseitigen Beinträchtigung der Symptome, in wiefern sich dieses negativ oder positiv auswirkt ist verschieden und von der persönlichen Situation des Betroffenen abhängig.

    1. Die Beschäftigung des Autisten mit seinem Spezialinteresse führt oft zu beruflichen Erfolgen auf diesen Gebiet, wenn der Autist nicht noch zusätzlich ADHS hat, dann kommt es aufgrund seiner adhs-bedingten Strukturlosigkeit auch zu einem Versagen auf dem Gebiet seines eigentlichen Spezialinteresses.

    Das wäre also ein Punkt, wie sich die "Doppelbegabung" eindeutig negativ auswirken kann.

    2. Ein Punkt, wie sich die "Doppelbegabung" positiv auswirken könnte: Aufgrund der hohen, adhs-bedingten Irritabilität kommt es dazu, dass der Autist mit ADHS sehr viel mehr auf Aussenreize seiner Umgebung anspringt, sich also folglich mit dieser Aussenwelt in Beziehung bringt/bringen muss, als es einem "reinrassigen" Autisten je möglich wäre. Autisten mit ADHS wirken also sowohl im Gespräch als auch in sozialen Situationen zugewandter als "reinrassige" Autisten. Das ist aber in erster Linie eine Scheinwirkung, denn dieses Zugewandtersein führt keineswegs zu einer verbesserten Befähigung, auf diese Aussenreize auch adäquat reagieren zu können. Fest steht aber, dass sich der Autist mit ADHS im wesentlich höheren Maße und zwar aufgrund seines ADHS mit Aussenreizen, also allg. formuliert mit der Welt um ihn herum auseinandersetzen muss, als es bei einem "reinrassigen" Autisten jemals der Fall sein könnte.


    (*) Ich spreche im Text nur von Aspergern, möchte aber darauf hinweisen, dass ich einem Vorschlag von Tony Attwood folgend die Begriffe Asperger und HFA (High Functioning Autism) prinzipiell synonym verwende.

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Asperger! Wo liegen Eure Probleme?

    Hallo Eiselein,

    ich kann nur immer wieder Danke sagen zu Deinen Beiträgen.

    Für mich klingt das alles äußerst schlüssig, logisch und nachvollziehbar und vor allem, wenn ich auf mich selber schaue, sehe ich da sehr sehr viele Parallelen, die mir auch immer wieder zu denken geben.
    In sehr vielem erkenne ich mich da wieder.

    Danke an Dich für Deine Mühen, denn solche Postings schreiben sich nicht einfach so "mal eben schnell" runter und besürfen zudem eine Menge Recherche um sich all das Fachwissen anzueignen.

    Viele Grüße & Thx
    Fliegerlein

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