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Diskutiere im Thema Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Ärzte und Kliniken
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  1. #51
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Gut dargestellt! Kann mir an dem Punkt gewisse Schwierigkeiten durchaus vorstellen!

    Gleichwohl bleibe ich dabei, dass die Übung der Achtsamkeit hier viel helfen kann. Ok, ich gehöre nun nicht gerade zu dem Typus, der nicht aufhört mit dem Nachhaken. Zumindest dieses Problem habe ich, gefühlt, weitgehend überwunden!

    In jedem Fall hast Du gerade eine Konstellation beschrieben, die mir in den vergangenen Monaten richtig Ärger, Stress, Wut und ne echte Traumatisierung eingebracht hat. Am Ende stand eine zerbrochene Freundschaft, die mir mal viel emotionale Hilfe geboten hat. Ich habe übrigens Wochen gebraucht, bis mir endlich ein Licht aufgegangen war und über mein Gedankenkreisen zu dem Thema möchte ich mich gar nicht auslassen! Geblieben ist ein Vermeidungsverhalten, welches nicht aus dem ursprünglichen Konflikt entstanden ist.

    Es hat mich zum Nachdenken gebracht, ob wir uns an dem Punkt der Schnittmenge (Lysander, ich danke Dir noch immer für diesen treffenden Ausdruck) nicht auch ein wenig selbst belügen!

    In einer therapeutischen Gruppe ist es natürlich noch schwieriger, die Contenance zu bewahren, zumal das ja von Dir als Profi gefordert wird.

    Wobei ich heute nicht mehr der Meinung bin, dass ich alles hinnehmen muss - dafür danke ich dem Psychiater in der Klinik.

    Mir hat der Klinikaufenthalt ja nicht viel gebracht, aber an dem Punkt hat er mich regelrecht aufgebaut und mir auch klar mitgeteilt, dass ich auch das Recht habe, mal aus der Haut zu fahren, wenn meine Umgebung sich in der Wahrnehmung meiner Bedürfnisse richtig schwer tut! Er sagte mir ganz klar, dass solche gelegentlichen Ausraster nicht krankhaft sind.

    Ich wehre mich auch strikt dagegen, alles auf mein ADS zu schieben. Na ja, damals war ich ja auch noch der Meinung, ich hätte Wahnideen - was man mir alles einreden kann!

    Den Zahn hat mir der Psychiater ebenfalls gezogen. Begründung: Schon aus der Tatsache, dass sie reflektieren und das unmögliche Verhalten der anderen Patientin als ein Krankheitssymptom erkennen, ergibt sich, dass sie keinem Wahn unterliegen. Aber sie müssen auch nicht jedes Symptom geduldig ertragen, sondern dürfen sich auch wehren!
    Ok, er kannte ja auch die andere Patientin und ihm war wohl klar, dass wir nicht unbedingt die ideale Besetzung in unserem Zweierzimmer waren!

    Auch bleibe ich dabei, dass es manchem ADHSler schon mal gut anstehen würde, sich über gewisse Höflichkeitsregeln Gedanken zu machen. Schlechtes Benehmen ist in meinem Weltbild keine entschuldbare Krankheit, es ist einfach "Schlechtes Benehmen" und wird sich wohl kaum in einer therapeutischen Gruppe während eines Klinkaufenthaltes bearbeiten und aus der Welt schaffen lassen!

    Meines Erachtens hat es aber auch etwas damit zu tun, dass so viele ADHSler so eine geringe Selbstwahrnehmung haben. Sonst wäre es ihnen wohl durchaus bewusst, was sie anrichten, wenn sie andere mit ihrem ewigen Nachhaken in die Enge treiben und eine ganze Gruppe blockieren können.
    Geändert von Waldsteinie (22.02.2015 um 01:55 Uhr)

  2. #52
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 246

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Kannst du da mal bitte knapp ein Beispiel skizzieren? Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch.

    Meinst du, dass im Verlauf der 6 Wochen in den Gruppen/zwischen den Patienten kleine Probleme auftauchen, die dann ausarten (können) und dann zum Thema der Gruppensitzungen werden (müssen)?
    A la-
    ADHSler A hat beim Abendbrot - ohne zu fragen- das wirklich allerallerletzte Stück Brot genommen und ADHSler B/bzw. ein Nicht-ADHSler ist nun entsetzlich wütend?

  3. #53
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Da web4health nicht antwortert, will ich es mal versuchen. Könnte ja sein, dass ich mit meinem Beispiel total falsch liege!

    Damals, als ich völlig erschöpft war und einen Klinikaufenthalt regelrecht erzwungen habe bekam ich einen recht guten Einblick in die gruppendynamischen Prozesse die z.B. in der Psychoedukation oder auch in Therapiegruppen so ablaufen können.

    In den Gruppen, die ich besuchte kam es zwar nie zu solchen Eskalationen, dafür hab ich über so manch anderes Ereignis nicht schlecht gestaunt!

    Ich kam in ein Zweierzimmer mit einer Patientin, die nur wenige Monate älter war als ich. Viel mehr Gemeinsamkeiten hatten wir nicht. Eigentlich fand ich die Frau ganz nett und abends war in unserem Zimmer immer viel Spaß und gute Laune. Ansonsten gingen wir gemeinsam in die diversen Therapiegruppen und unserer Wege!

    Leider passiert es mir immer wieder, dass ich bei sinkender Intelligenz meines Gegenübers oft den Eindruck völliger Lebensunfähigkeit hinterlasse. Warum das so ist, kann ich nicht sagen - es ist aber einfach so!

    Die andere Patientin ich nenne sie jetzt mal Dolly - finde den Namen momentan ganz witzig - war eine äußerst patente und kreative Frau. Sie benötigte morgens im Bad etwa die dreifache Zeit wie ich und war danach nochmals so lange mit ihren Haaren, ihrer Garderobe und dem Verputz ihres Gesichts beschäftigt. Bei mir dauert das Duschen ca. 10 Minuten und das Anziehen vielleicht drei Minuten - basta!

    Meine Haare werden nicht onduliert, ich such mir lieber nen gescheiten Friseur, der sie so schneidet, wie es in meinen pragmatischen Alltag passt. Und seit ich fünfzig bin kenne ich sogar meine natürliche Haarfarbe - seitdem muss ich nicht mehr alle paar Monate mal ne neue Farbe ausprobieren. Strähnchen kriege ich umsonst, da sorgt die Natur schon dafür.

    Mich hat es eigentlich nie gestört, dass mich Dolly doch wohl für ziemlich gestört hielt. Ich war nicht den ganzen Tag mit simsen beschäftigt und hockte meist recht gelassen in den Therapiegruppen. Ok, meinen Spitznamen Renitenzia hab ich nicht umsonst. Ich bin bei meiner Kritik klar, einfach strukturiert und manchmal ganz schön humorvoll - vorausgesetzt, mein Gegenüber kann solchen Humor verstehen - ist nämlich nicht immer einfach.

    Für mich war der Klinikaufenthalt ne echte Erholung und ich hab in der Freizeit einfach so mein Ding gemacht, wenn ich niemanden finden konnte, der mit mir "Mensch ärgere dich nicht" spielen wollte.

    Eines Tage kam ich auf die Idee, mal mein Bett neu zu beziehen. Ich marschierte also in die Wäschekammer, suchte mir alles zusammen und machte mich an die Arbeit. Vorneweg, ich kann Betten machen. Meine Ecken lassen so manches gestandene Zimmermädchen blass werden und ich muss mir nie Gedanken machen, ob Spannbettlaken oder ein normales Laken. Im Krankenhaus geht es ohnehin viel leichter und ist für mich ne Arbeit von wenigen Minuten. Hab sowas in meinem vielfältigen Berufsleben mal gelernt und gut!

    Aber in den Augen von Dolly war ich ja ne Überintellektuelle und völlig lebensuntüchtig. Dolly ist vor allem Hausfrau und hat da auch nen strengen Plan, wie alles laufen muss und den zieht sie ebenso durch wie das morgendliche Styling - ist für mich auch völlig in Ordnung, auch wenn es bei mir anders läuft.

    Während ich so gemütlich mein Bett bezog machte Dolly ständig Bemerkungen wie: Hihi, kriegste ja eh nicht hin. Mit den Krankenhauslaken und und und...

    Zunächst hab ich einfach nicht reagiert, sondern seelenruhig meine Arbeit gemacht. Dolly hörte und hörte nicht auf. Leider sah dann der Anfang schon recht gut aus und somit musste mich Dolly gleich mal drauf hinweisen, dass die ganze Konstruktion ja wohl kaum eine Stunde Schlaf aushalten würde.

    Ich glaub, es wäre nichts aber auch gar nichts passiert, wenn Dolly einfach mal eingesehen hätte, dass sie mir keinesfalls praktische Dummheit unterstellen konnte. Aber die schien in einem Laufrad aus ihren eigenen Alltagsproblemen und einem unstillbaren Quatschbedürfnis so gefangen zu sein, dass sie immer weiter machte.
    Es passierte, was passieren musste: Ich hab mich plötzlich richtig wütend umgedreht und sie angeherrscht, was das Theater eigentlich sollte. Das Bett sei perfekt und in kürzester Zeit bezogen oder so. In jedem Fall habe ich sie in ihre Schranken gewiesen und wurde nach allen vergeblichen Versuchen, ihre Attacken zu bremsen, natürlich auch laut!

    Ich war richtig angepisst, warum ich mir eigentlich von diesem Plappermaul sowas anhören muss!

    Was passierte? Sie kam zu sich und bettelte wie ein Kleinkind um meine Gunst. Die war wirklich total aus dem Häuschen, dass ich sie jetzt nicht mehr mag usw.

    Die nächste Spirale war eingeleitet. Für den Rest des Abends kam sie von der Nummer meiner Antipathie nicht mehr los! Boah, ich hatte den ganzen Kappes längst vergessen. Und Dolly hätte sich ja auch einfach entschuldigen können. Dass sie visuelle, vielleicht eher kognitive, Wahrnehmungsstörungen hatte bzw. hat steht dabei auf einem ganz anderen Blatt!

    Fast hätte sie es geschafft, dass ich an dem Abend ein zweites Mal ausgerastet wäre, damit sie endlich aufhört mit dem Geflenne, dass ich ihr jetzt nicht mehr zugetan sei!

    Na klasse - wäre fast ein sich erfüllende Prophezeiung geworden. Offen bleibt die Frage, wer hier eigentlich der Aggressor in dem ganzen Geschehen war.

    Blöd wie ich bin, hab ich mir hinterher sogar noch Vorwürfe gemacht nach dem Motto: Hätte ich mir jetzt auch sparen können, dieses Dauergeplapper, die Negativ-Projektionen usw. sind ja alle nur ein Symptom ihrer Störungen.

    Im Abschlussgespräch hab ich das dem Arzt noch erzählt, immerhin war ich zu dem Schluss gekommen, dass es nicht unbedingt ein Symptom meiner Störung ist, wenn ich mich gegen solche Attacken zur Wehr setze!
    Der Arzt hat hell gelacht über den Vorfall - ich konnte immerhin sachlich und ruhig bleiben, was mir bestimmt als mangelnde emotionale Schwingungsfähigkeit ausgelegt wurde.

    Alles weitere kannste in meinem obigen Posting nachlesen!

    Ist natürlich völlig gaga von mir, überhaupt über den Vorfall zu reflektieren und ihn sogar noch mit dem Arzt zu besprechen! Es ist nicht meine Schuld, dass sie mich auf äußerst dämliche Art attackiert, obwohl ich ihr mit meinem Tun genau das Gegenteil ihrer Behauptungen bewiesen habe!

    Ich hab ihr übrigens immer mit viel Geduld erklärt, was sie beim Parfümkauf falsch gemacht hat und danach enttäuscht war. Und die Pullen wurden immer mehr und das Gesicht immer länger!
    Ebenso, wie ich ihr ständig Nachilfeunterricht bezüglich der Psychoedukation gegeben hab, wenn sie mal wieder nichts verstanden hat und ganz aus dem Häuschen zu mir kam, damit ich ihr das nochmal erkläre!

    Wie ich oft ich ihr, ihr Handy nachgetragen habe und den Schrank abgeschlossen, weil sie es wieder vergessen hatte, kann ich nicht mehr zählen.

    Aber ich konnte sie ja nicht mehr leiden, weil sie sich vertan hatte - mensch hab ich solche Leute gefressen! Die treiben sogar nen harmoniesüchtigen Menschen wie mich auf die Palme!
    Geändert von Waldsteinie (24.02.2015 um 18:02 Uhr)

  4. #54
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    enemene schreibt:

    und da wurde WIRKLICH der Name getanzt.
    klar wird das da gemacht, was denkst du denn wo das herkommt, wenn man heute spaßig zu lebensfremden Leuten sagt "tanz deinen Namen"

  5. #55
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 246

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Also Waldsteinie, ich bin sehr friedliebend und fast ekelhaft harmoniesüchtig-aber ich sehe Dolly genau vor mir und höre sie auch. Und beim Lesen wurde meine Atmung schwerer und ich habe gehofft, dass du ihr das alte Laken, bzw. ein Stück davon in den Mund stopfst. Gut, dass du was gesagt hast.

    Das ist witzig, die zwei/drei Mal in meinem Leben, in denen ich laut wurde, bzw. quasi alles auf eine Karte setzte, weil es mir egal war, endeten stets so, dass monatelange Qual mit einem Mal beendet waren und mein Gegenüber anfing sich einzukratzen. Man/ich habe mich nur nie getraut. Ich habe eingeimpft bekommen, dass man IMMER die Klappe halten und sich (fast) alles gefallen lassen muss und am besten dazu noch danke sagt. Solche Leute riechen irgendwie, wenn man einen langen Geduldsfaden hat. Offtopic, sorry.

    Jedenfalls ist genau das der/ein Grund, warum ich ein Einzelzimmer brauche - und wenn's die Besenkammer ist. Und nein, ohne Boris Becker.

    -------
    Ich weiß, dass das gesagt wird, deswegen habe ich es ja geschrieben u betont. Aber es ist ja eine maßlose Übertreibung und ein Vorurteil, dass alle Waldorfschüler Ökos sind, ihr Leben lang den Namen tanzen, usw.. Oder dass alle Kevins dämlich seien.

  6. #56
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Oh ja! Herzlichen Gruß an alle Dolly's in meinem Leben

  7. #57
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Oh ja, ich habe auch einen Haufen Dollys. Bin aber grad dabei auszumisten...

  8. #58
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Dolly wird das geflügelte Wort in diesem Thread!

    Im Ernst, ich will jetzt nicht ot kommen!

    Web4Health spricht ja genau dieses Verhalten als Problem in den Gruppentherapien an und weißt eben auch drauf hin, dass solchen Verhaltensauffälligkeiten - in Gruppen würde ich sowas als disozial bezeichnen - bei uns sehr viel häufiger vorkommen und ein echtes Problem darstellen können.

    Damit spricht er ja auch an, dass auch diese Probleme in einer Fachklinik behandelt werden müssten/sollten, da sie sich ja als echtes Therapiehemmnis, mitunter für die ganze Gruppe erweisen können.

    Ich bin da aber anderer Ansicht als Web4Health, meiner Meinung nach ist das ein ziemlich schlechtes Benehmen. Kann einerseits an fehlenden Vorbildern, mangelnder Erziehung oder eben an der Störung an sich liegen!

    Bedenken wir dabei, dass auch der momentan Rückfall in ein geradezu kindliches Verhalten auch in das Symptomspektrum gehört. Bei Dolly würde ich sagen, dass es ein klassisches Beispiel von "Anhaften" ist. Erst kommt sie aus der Anhaftung "Ich kann das nicht, dann kann es Waldsteinie erst recht nicht", nicht mehr raus.
    Dann haftet sie plötzlich an dem Gedanken, "Waldsteinie hat mich jetzt verstoßen und kann mich nicht leiden".

    Anhaftung reproduziert sich demnach selbst.

    Meine Meinung zu solchen Gruppenmitgliedern ist einfach und klar: Aus der Gruppe rausschmeißen!

    Ehm, ich hab übrigens auch schon solche Studenten aus meiner Vorlesung geschmissen bzw. ihnen damit gedroht.

    Wohlgemerkt: Jeder hatte das Recht, eigene Themenvorschläge für Vorlesungen zu machen, am Ende habe ich sogar immer danach gefragt! Und wenn ich noch ausreichend Zeit hatte, dann hab ich auch gern mal ne Diskussionsrunde eingelegt. Dazu gab es vor den Klausuren immer noch eine abschließende Fragestunde für ungeklärte Naturgesetze, in der bin ich auch auf die allerblödesten Fragen eingegangen!

    Dollys kann man jede erdenkliche Möglichkeit bzw. jeden Kompromiss anbieten - sie können ihn nicht sehen und nicht erkennen!

    Aber nach meiner Erfahrung sind Dollys auch Meister im Rationalisieren und lassen sich immer ein Argument einfallen. Nur eines sind Dollys nicht: Menschen, die Achtung vor anderen Menschen haben! Sie können vielleicht auch mal auf eine Autorität hören - aber auch dies nur sehr begrenzt! Das tun sie allenfalls oberflächlich, es ist niemals echt!

    Klingt jetzt böse, aber ich hab ja nun auch schon ein paar Tage Lebenserfahrung bzw. Erfahrung im Umgang mit Gruppen.

    Kommt dann noch das Wissen um bzw. eine ADHS-Diagnose dazu, dann haben Dollys die beste aller Erklärungen: Ich kann nichts dafür, das macht mein ADHS mit mir! Für mich ein absolutes NO GO! Im Grunde versuchen sie doch damit nur, ihr Gegenüber zu manipulieren, damit es sich alles gefallen lässt.

    Mir ist übrigens völlig wurscht, ob ich damit diese Menschen vor den Kopf stoße oder oder oder

    Begibt sich ein ADHSler in solch eine Klinik, dann muss er einfach auch ein bisschen mitmachen und sich in den Gruppenzusammenhang integrieren! Niemand ist eine Insel im großen Meer und kann tun und lassen, was er will!

    Es ist wie in der Ökologie: Jeder Organismus bringt seine Eigenheiten mit und wird mehr oder weniger stark durch die verschiedensten Umweltfaktoren geformt. Aber jeder einzelne Organismus ist in seinem Tun auch Umfeldfaktor für seinen Nachbarn und sollte gelegentlich auch mal drüber nachdenken!

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -
    Geändert von Waldsteinie (25.02.2015 um 17:16 Uhr)

  9. #59
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Hallo waldsteinie,

    gut geschrieben.

    Ich bin auch der Meinung, dass vieles schlechtes Benehmen ist und dann gerne unter dem Deckmäntelchen ADHS versteckt wird! "Oh, ich habe ADHS, ich kann nichts dafür!" Kinder können wahrscheinlich echt nichts dafür, die reagieren nur auf ihre Umwelt und bauen Mist wenn sie auf sich aufmerksam machen wollen. Aber ab einem bestimmten Alter, spätestens gegen Ende der Pupertät, kann man schon erwarten, dass man mal ein bisschen das Nachdenken anfangen sollte. Schafft man es nicht, sollte man sich professionelle Hilfe holen.

    Ich hatte früher auch brutal schlechte Manieren und nicht, weil meine Eltern es nicht versucht hätten, sondern weils mich einfach einen Dreck interessiert hat was sie mir sagten und ich der Welt einen Teil der (gefühlten) Gemeinheiten die sie mir angetan haben heimzahlen wollte.

    Ich habe am Tisch geschmatzt, mit offenen Mund gegessen, laut gerülpst, meine Klassenkameraden pauschal und lauthals als "A***löcher" beschimpft (was bei einigen sogar wahr war), jedem immer und bei jeder Gelegenheit mein Befinden und Meinung mitgeteilt, andere Kinder geschlagen und beschimpft. Ich habe Sachen kaputt gemacht, Dinge versteckt, gelogen und geklaut.

    Irgendwann ist mir dann klar geworden, dass vielleicht ich selber der Grund bin warum keiner so wirklich langfristig was mit mir zu tun haben will und ich dauernd irgendwie geschnitten wurde.

    Ich habe angefangen mich zu mäßigen und mir bessere Manieren zugelegt. Ok, mein Ruf in meiner bisherigen Umgebung war ruiniert, aber in der neuen Schule konnte ich ja neu anfangen. Ich war zwar immer noch nicht die aufgeschlossene und kontaktfreudige, aber wenigstens konnten sie mich jetzt nicht mehr aufgrund meines negativen Verhaltens hassen. Jetzt fanden sie mich nur noch aufgrund meiner Klamotten seltsam und weil ich einfach irgendwie komisch war - aber damit konnte ich leben, wenigsten wurde ich jetzt nicht mehr geschnitten.

    Ich habe mich letztes Jahr auch von einer Dolly getrennt:
    Mir ist klar geworden, dass die gute Frau sich nur mit mir angefreundet hatte um rauszufinden ob ich was mit ihrem Typen habe bzw. in ihn verknallt bin (beides ist eindeutig zu verneinen!).
    Auch stand ich ihr nicht mehr zu Diensten. Früher als ich noch nicht 40h/Woche gearbeitet habe, habe ich ziemlich viel für sie gemacht - unentgeltlich und freiwillig. Das hat sich dann nach und nach aufgehört und somit wurde ich uninteressant.
    Auch sie konnte keine Kompromisse eingehen. Es wurde immer und grundsätzlich das gemacht was sie wollte. Auch musste ihr Freund sie immer fragen ob er Abends was machen durfte.
    Man konnte nicht mit ihr diskutieren. Ihre Meinung galt und wenn du eine andere hast dann war das dein Problem. Sie konnte das aber nicht akzeptieren, sondern hat es dir bei jeder sich bietender Gelegenheit wieder und wieder hingerieben.
    Auch konnte es schon mal vorkommen, dass sich die Gruppe beim gemeinsamen! Volksfestbesuch getrennt hat, weil gnä' Frau jetzt geradeaus weitergehen wollte, alle anderen aber nach rechts zum Ausgang wollten. Am Ausgang musste dann natürlich auf sie gewartet werden (was sehr lange dauern konnte), weil man ja gemeinsam die S-Bahn-Karte gekauft hatte...
    Oder auf dem heillos überfüllten Christkindles-Markt (Christkindlesmarkt=Winter=kal t!) war sie plötzlich verschwunden, weil ihr der Mützenstand in der Prallelstraße so gut gefallen hat. Sie ist mit einem der beiden Kinder die noch dabei waren einfach abgebogen und hat es nicht für nötig gehalten wem bescheid zu sagen, ein Handy hatte sie keins dabei. 5 Leute haben über eine halbe Stunde nach ihr und dem einen Kind gesucht... Kommentar: " Ich wollte aber jetzt die Mützen anschauen!" Es wusste ja keiner Bescheid, das Kind hätte auch einzeln verloren gegangen sein können.
    Auch kam sie grundsätzlich zu spät - 15 Minuten mindestens. Von ihrem Freund habe ich mal erfahren, dass sie das MIT ABSICHT macht!

    Diese Frau hat meiner Meinung nach auch ADHS und zwar deutlich (sie will aber davon nichts wissen). Aber von was sie noch 1000x mehr hat sind schlechte Manieren!!!

    ADHS hin oder her. Ein gewisses Maß an Anstand, Rücksichtnahme und Manieren kann man von jedem erwarten. Seine eigene Bequemlichkeit oder was weiß ich was da sonst noch dahintersteckt ausschließlich hinter ADHS zu verstecken geht gar nicht. Klar, darf man mal albern sein, seinen eigenen Willen haben und auch mal aus der Haut fahren - aber immer in einem gewissen Maß.

  10. #60
    Lin


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Klinik für ADHS-Erwachsene - Bad Bevensen - Bad Kösen

    Um mal wieder auf die Kliniken Bad Bevensen und Bad Kösen einzugehen:

    Mir gefällt der Text von Herrn Winkler, weil er - für mich persönlich - eben doch sehr konkret ist.
    Da sind wir Menschen unterschiedlich.
    Mir bringt eine Beschreibung a la "Verhaltenstherapie", Kunsttherapie usw. nicht viel,
    stattdessen freue ich mich über ganz konkrete Schwerpunkte wie "emotionale Regulationsschwierigkeiten" oder "Störungen der Exekutivfunktionen".

    Ich habe nun ziemliche Schwierigkeiten, eine geeignete Klinik zu finden.

    Einerseits brauche ich dringend eine Auszeit, da ich daheim wieder ziemlich abschlittere und mit Haushalt, Papierkram, Selbstorganisation und Antrieb völlig überfordert bin.
    Vom Hausarzt kam die Empfehlung eine Reha zu machen, da der Verdacht besteht, da derzeit vielleicht eine depressive Phase den mangelnden Antrieb verursachen könnte.

    Andererseits weiß ich aber, dass die meisten Schwierigkeiten mit ADHS zusammenhängen, so dass ich mich eigentlich um einen Klinikaufenthalt speziell für ADHS kümmern möchte.

    Ich bin erschöpft und weiß nicht mehr wo ich ansetzen soll und sehne mich nach einer Auszeit.
    Will mich gleichzeitig aber um meine Schwierigkeiten kümmern.

    Reha oder ADHS-Klinik?

    Ich weiß nicht, ob mir eine zu oberflächliche und allgemeine Therapie noch reichen würde, wie die Psychoedukation und Frühsport und Gruppentherapie a la Bad Bramstedt.

    @web4health Dein Text spricht mich sehr an und derzeit zieht es mich nach Bad Kösen, denn Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und kein geregelter Schlafrhythmus sind schon Hauptprobleme bei mir.
    Aber wenn der einzige ADHS-bezogene Anteil in der Saale-Klinik in den persönlichen Gesprächen mit dir besteht, wie sieht der Rest aus? Einzelgespräche sind doch maximal 2 mal die Woche, oder? Ist der Rest dann völlig ADHS-unbezogen? Wie äußert sich in der Therapie der Schwerpunkt der emotionalen Regulationsschwierigkeit, des fehlenden Tag-Nacht-Rhythmus' und der Erschöpfung?

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