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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    Klinikplätze und Wartezeiten

    Hallo,

    heute geht es nicht um mich, sondern um einen Bekannten und allgemeine Erfahrungen mit dem Thema.

    Ich habe das Gefühl, dass die Wartezeiten, selbst für dringende Fälle, in den Kliniken immer länger werden. Das geht soweit, dass eine Bekannte mit heftigstem Burnout schlicht kurzerhand als Selbstzahlerin (die haben genauso wie Private GAR KEINE Wartezeit) dorthin ist, da sie sich als Selbstständige schnell wieder fit machen musste, um keinen finanziellen Ruin zu riskieren. Bezahlt hat sie dann 100.- pro Tag und das bei einem 8 wöchigen Aufenthalt....

    Nun gibt es einen anderen Fall im Bekanntenkreis- eine posttraumatische Belastungsstörung mit Burnout und schwersten Depressionen. Der Betroffene hat bereits 2 längere Klinikaufenthalte innerhalb des letzten Jahres hinter sich gebracht- teilweise unter katastrophalen Umständen! So wurde er z.B. als erstes auf der forensischen Station einer psychiatrischen Anstalt untergebracht, weil auf anderen Stationen nichts frei war. Dort war er dann von Schwerstkriminellen und drogensüchtigen Borderlinern umgeben und bekam außer Medikamenten und vereinzelten Gesprächen keinerlei Therapie. Zudem behandelten ihn die Pfleger nicht anders als die Straffälligen, da einfach der Überblick fehlte. Der Mann- Familienvater, fleißiger Häuslebauer- hatte zeitlebens nie auch nur ansatzweise etwas mit psychischen Störungen zu tun und war natürlich durch diese Umstände erstmal extrem geschockt.

    Die nächste Klinik war da schon eine Steigerung, aber vom Konzept her auch keineswegs auf seine Problematik zugeschnitten. Man hat ihn neu eingestellt und es ging ihm ein paar Wochen nach der Entlassung ganz gut, aber nun kam der heftige Rückfall. Er ist depressiv und leidet unter wahnsinniger innerer Unruhe- die Medikamente verstärken je nach Dosierung entweder die Unruhe (Akathisie/Neuroleptika) oder machen ihn leer und gefühllos.
    Kurz- es passt einfach nicht wirklich und die ganze Familie leidet sehr darunter!

    Nun hat man eine Klinik gefunden, die perfekt für ihn wäre, aber 1 Jahr (!) Wartezeit hat. Da das ein absoluter Witz ist und nicht zu überbrücken wäre, geht er nochmal in die vorige Klinik. Selbst bezahlen kann er nicht.

    Das macht doch absolut keinen Sinn?! Weder für ihn selbst, noch für den Kostenträger... Daher meine Frage an euch- gibt es denn absolut keine Möglichkeit, durchzusetzen, dass man aufgenommen wird, wenn es noch Privatbetten gibt- die Klinik als an und für sich frei ist? Bei ambulanter Psychotherapie gibt es die Möglichkeit, dass die Kassen auch eine Behandlung bei nicht kassenzugelassenen Therapeuten bezahlen, wenn nachweislich kein anderes passendes Angebot frei ist. Und unter dem Strich sollte eine wirksame Behandlung, selbst wenn sie teurer ist, doch auch günstiger sein, als 5 erfolglose...

    Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit diesem Thema und kann einen Rat geben? Würde mich sehr freuen.

    VG Ennie

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Klinikplätze und Wartezeiten

    Das ist leider Stand der Dinge und wird um Moment eher Schimmer statt besser.

    <aetzendeironie>
    Aber macht ja nix, Burnout und ADHS gibt's eh nicht und gegen Depressionen hilft ein Spaziergang. Wird zumindest von bestimmte. Kassen und Medien wie Spiegel & Co verbreitet. Und von Politikern geglaubt.
    </aetzendeironie>




    ---
    Gesendet von meinem Telefon ... was die heute können ...

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Klinikplätze und Wartezeiten

    Danke für deine Antwort,

    ich finde das katastrophal, vermutlich haben wir in ein paar Jahren bald Zustände wie in England. Der Witz ist doch auch, dass es total unwirtschaftlich für alle Beteiligten ist- der Betroffene hat länger Verdienstausfall, der Arbeitgeber hat zusätzliche Kosten und die GKV zahlt am Ende eben auch drauf.

    Ich möchte nicht wissen, wieviel Geld jedes Jahr gespart werden könnte, wenn Behandlungen besser koordiniert und gezielter auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt werden würden. DAS wäre doch mal ein Ansatzpunkt für eine Gesundheitsreform... Stattdessen streicht man an den Leistungen rum...

    OT: Was mich an dieser Mediensache furchtbar aufregt ist, dass ganz viele Leute diese schrecklich einseitig-reißerisch unkritischen Artikel zitieren und laut herum krakeelen dass die böse Pharmaindustrie uns alle vergiften will, damit ein paar Leute reich werden, aber nicht EINEN Gedanken an die Frage verschwenden, was die Medien denn von solchen Artikeln haben.
    Die einfach Antwort lautet natürlich Auflage und damit Gewinn. Und wären diese Ziele schonmal durch langweilige Sachinformationen erreicht worden?

    Also schnappt man sich Themen, die nicht nur polarisieren, sondern auch wahnsinnig emotional besetzt sind (die Gesundheit der eigenen Kinder) und zudem noch den Vorteil haben, dass sie so komplex sind, dass man Laien erstmal viel Müll erzählen kann, ohne dass sie misstrauisch werden...

    Ich weiß jedenfalls nicht, ob die Medien nicht jährlich mehr Menschen auf dem Gewissen haben, als die Pharmaindustrie...

    LG Ennie

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