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Diskutiere im Thema Erfahrungen Frau Neuhaus Esslingen oder Uniklinik Ulm im Forum ADS ADHS Erwachsene: Ärzte und Kliniken
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  1. #91
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Erfahrungen Frau Neuhaus Esslingen oder Uniklinik Ulm

    Eiselein schreibt:
    Das habe ich mich auch schon gefragt, warum Psychologin ist und sich trotzdem mit ADHS auskennt. Nun könnte man es sagen, weil sie es selber hat. Das wäre aber zu einfach.

    Nach meinem Dafürhalten ist der Grund darin zu sehen, dass sie zunächst einmal Heilpädagogin und dann erst Psychologin wurde.

    Ein Mensch, der gleich nach dem Studium Psychologie studiert und über eine Lebenserfahrung von Nullkommanull verfügt, ist sehr stark geneigt, den ganzen Schwachsinn, der ihm während des Studiums eingetrichtet wird, widerstandslos zu glauben. Nichts schädigt ein Gehirn stärker als ein frühes Psychologiestudium. Oder wie Karl Kraus sagen würde: "Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit für deren Therapie sie sich hält.

    Der Hauptunterschied zwischen Corrie und den typischen psychologischen Quacksalbern ist der, dass sie der Verlockung widersteht, irgendwann kluge Ratschläge zu erteilen und Vorhaltungen zu machen. Ihr therapeutischer Ansatz geht davon aus, dass dem ADHSler erst einmal möglichst viel Wissen zum Thema vermittelt werden muss, damit er weiss wie und warum er so reagiert wie er reagiert.

    Corrie ist sicherlich in Deutschland die berühmteste ADHS-Spezialistin. Das liegt zum einen daran, dass web4health viel zu faul ist, um ein Buch zu schreiben, zum anderen einfach daran, dass Corrie ADHS zwar diagnostizieren, aber nicht behandeln kann. Deshalb arbeitet sie mit niedergelassenen Psychiatern zusammen. Bei einem von denen bin ich gelandet. Wenn ich ADHS nicht behandeln muss, hat es den Vorteil, dass ich ein Scheitern nicht auf mich beziehen muss. Wer also keine Leichen im Keller hat, steigt viel schneller zum ADHS Spezialisten auf. Mit einer ähnlichen Methode hat es auch web4health in der ADHS-Community zu beträchtlicher Berühmtheit gebracht. Nach 5 bis 6 Wochen entlässt er seine Patienten in die Hände eines niedergelassenen Kollegen. Geht die Sache schief, ist es in jedem Fall dann dieser, der die Sache verbockt hat. So ist des, ihr Schlawiner...

    Was die Leute aus Ehrenkäsigkeit nicht zugeben wollen, ist, dass ADHS im Prinzip unbehandelbar ist, auch wenn sich einige Symptome mildern lassen. Von daher wäre es eigentlich einmal sinnvoll zu fragen, ob jemand vielleicht einen ADHS-Spezialisten in Deutschland kennt, der wenigstens sein eigenes ADHS in den Griff bekommen hat, bevor er die Welt retten wollte?
    Naja, Eiselein, keine Ahnung ob die Spezialisten sich gegenseitig die Schuld zu schieben, aber daraus zu Schlußfolgern dass Corrie und andere nur deswegen zu Spezialisten werden, weil sie nicht Scheitern können, ist schon lau. Corrie hat schon von ADHS gesprochen, da haben viele in Deutschland sie müde belächelt...Anyway vielleicht hast es ja auch nur ironisch gemeint.

  2. #92
    Octoroo

    Gast

    AW: Erfahrungen Frau Neuhaus Esslingen oder Uniklinik Ulm

    Trine schreibt:
    Aber das sehe ich anders:


    Derjenige, der medikamentös behandelt, sollte meiner Meinung nach nie auch die Psychotherapie durchführen. Es ist immer sinnvoll, dass sich jemand der Medikamenste verschreibt, ein eigenes Bild und eine eigene Diagnostik vom Patienten macht bzw. an eine Therapie nicht unbedingt mit einer vorgefertigten Meinung herangehen, die er aus der Medikamenteneinstellung mitgebracht hat...

    Okay, habe mich falsch ausgedrueckt:

    Ich moechte meine Behandlung durch ein Psychiater.
    Weil ich ganz akut eine Pharmakotherapie und eine Ergotherapie brauche.
    Ich brauche keine Psychotherapie. Wenn die 25h um sind, werde ich es nicht verlaengern.

  3. #93
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Erfahrungen Frau Neuhaus Esslingen oder Uniklinik Ulm

    Eiselein schreibt:
    Das habe ich mich auch schon gefragt, warum Psychologin ist und sich trotzdem mit ADHS auskennt. Nun könnte man es sagen, weil sie es selber hat. Das wäre aber zu einfach.
    Hm, ich muss sagen, dass ich diese Position, so oft ich sie höre, nicht nachvollziehen kann. Das heißt: ich kenne genügend Psychologen deren faktische, nicht formelle, Qualifikation ich anzweifle, aber ich würde das nicht so verallgemeinern. Natürlich sind gerade psychologischen Psychotherapeuten häufig eher fragwürdige Gestalten, selbst wenn sie sich nicht der Psychoanalyse, in moderner, klassischer oder sonstiger Form, verschrieben haben. Das Letztere aus wissenschaftstheoretischer als auch methodischer Sicht horrende Quacksalberei darstellt ist recht klar, aber auch im Bereich der Verhaltenstherapie und anderer eher evidenzbasierter Verfahren passiert viel Unsinn. Andererseits: das ist nicht einem systematischen Fehler des Psychologiestudiums oder der psychotherapeutischen Ausbildung geschuldet, sondern vielmehr Folge einer gesamtgesellschaftlich verqueren Weltsicht, die auch andere Pseudowissenschaften protegiert.

    Ganz allgemein würde ich es zunächst einmal sogar für wahrscheinlicher halten, dass ein Psychologe ADHS kennt, während die meisten Ärzte, selbst bei entsprechender Zusatzausbildung (sei das nun FA Psychiatrie/Psychotherapie oder die alten FA Psychiatrie/FA Neurologie/Psychiatrie), deutlich zu spezialisiert sind (Ausnahme im Fall ADHS, logischerweise, die Kinder/Jugendpsychiater).
    Das liegt, neben der Spezialisierung der Ärzte, zum einen daran, dass recht viele Leute mit ADHS zumindest in irgendeiner Form psychotherapeutisch betreut werden, zum anderen sind viele Psychologen meiner Erfahrung nach deutlich firmer in Testpsychologie und Diagnostik als dies Ärzte sind.*



    * Anmerkung: Ich weise von mir, dass das ein Vorurteil auf Basis der horrend schlechten Qualität wissenschaftlicher, insbesondere quantitativer, Arbeit und Analyse bei Medizinern ist und betone vorsorglich, dass es bei Psychologen im Groß keinesfalls besser ist. Psychologen haben die Tests aber meist wenigstens schon mal gesehen und verstehen wie man deren Ergebnisse zu lesen hat, auch wenn sie Begriffe wie Teststatistik und Konfidenzintervall seit dem Studium nicht mehr gehört haben. ;-P

    Was die Leute aus Ehrenkäsigkeit nicht zugeben wollen, ist, dass ADHS im Prinzip unbehandelbar ist, auch wenn sich einige Symptome mildern lassen.
    Naja, auch hierbei würde ich tendenziell auf die gesellschaftliche Weltanschauung verweisen, wobei ich deine Wortwahl sehr unglücklich finde: ADHS lässt sich gut behandeln, einerseits mit Pharmakotherapie, andererseits mit Psychoedukation, Coaching und Verhaltenstherapie. Es lässt sich jedoch nicht, im engeren Sinne, heilen.
    Geändert von Tyrion (22.11.2012 um 02:56 Uhr) Grund: Kleine Korrektur

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