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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 5

    Coaching

    Hallo,

    Coaching nimmt in der ADHS-Therapie einen immer grösseren Stellenwert ein.
    Es gibt immer mehr ADHS-Coachs, aber auch solche, die sich nur Coach "schimpfen". Man stösst auf immer mehr Angebote für sogenannte ADHS-Coach-Lehrgänge, die einen scheinen seriös zu sein, andere versuchen mittlerweile schneeballartig Interessenten für solche Lehrgänge zu ködern, mit der Aussicht auf eine gewinnbringende, zukünftige Selbständigkeit.

    Wie kann man hier die Spreu vom Weizen trennen?

    Welche Coachmethoden haben handfesten Boden unter den Füssen, welche sind nur versuchte Geldmacherei?

    Ich bezweifle auch, dass Hinz und Kunz zum ADHS-Coach geeignet sind, also nicht jeder, wie manchmal vorgegaugelt so eine "Ausbildung" zum Coach machen kann.

    Wie kann man als Laie hier unterscheiden, was seriös ist und was nicht????

    Grüsse, Kaleidoskop

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Coaching

    Hallo Kaleidoskop,

    da hast du sicherlich Recht. Was auch ein Problem darstellt ist, auch mit einer normalen "Coaching"-Ausbildung ist jemandem mit ADHS nicht unbedingt geholfen.

    Es ist sehr viel spezifisches Wissen über ADHS erforderlich sowie eben auch entsprechendes Einfühlungsvermögen und Handwerkszeug. Nach meinen Informationen setzen manche Ausbildungen zum ADHS-Coach gewisse Vorkenntnisse (Berufserfahrung, Fachkenntnisse) voraus. Es werden dann überwiegend Inhalte vermittelt, die für ADHS-spezifisches Coaching wichtig sind.

    Wie du schon sagst, besteht immer die Möglichkeit, dass es sich nur um Geldmacherei handelt. Jedoch steckt ja hinter jeder Ausbildung das Ziel, später mal in dem Beruf Geld zu verdienen.

    Übertragen auf andere Berufsgruppen bedeutet das, nicht jeder, der z.B. Lehramt studiert hat, ist auch ein fähiger Lehrer. Was natürlich auf alle Berufe zutrifft, insbesondere aber auf die, die mit Menschen arbeiten.

    Auch in der Wirtschaft gibt es ja ein ganzes Heer an Coaches und entsprechende Ausbildungen. Letztlich bleibt einem nur, sich zu erkundigen, mit demjenigen zu sprechen. Es ist wichtig zu wissen, welche Kenntnisse jemand mitbringt, evtl. auch die Ausbildungsinhalte mal zu hinterfragen.

    Klare Zielvereinbarungen schaffen die Möglichkeit, eine gewisser Erfolgskontrolle zu gewährleisten. Bei einem Erstgespräch sollte klar sein, was auf den Klienten zu kommt, an Kosten aber auch an möglichen Erfolgen. Dies ist ein Indiz für Seriosität.

    Ich denke, auch ein Coach ohne Hintergrundwissen über ADHS kann durchaus helfen, sofern er genug Einfühlungsvermögen mitbringt und die Fähigkeiten seines Klienten unterstützt.

    Hilfreich und sinnvoll halte ich es jedoch schon, wenn entsprechend Fachwissen vorhanden ist. Eine ADHS-Coaching-Ausbildung sollte sich daher auch zu einem großen Teil mit den Spezifika von ADHS sowie den Begleiterscheinungen befassen.

    Zu deiner Frage nach den Coach-Methoden:

    Coaching ist eine sehr individuelle Arbeit, die man nicht nach Schema-F abwickeln kann. Was bei dem einen hilft, kann bei dem anderen komplett in die Hose gehen. Und ADHS ist nicht gleich ADHS. Gerade bei Erwachsenen kommen ja oft eine Fülle von Komorbiditäten hinzu, um die man als Coach wissen sollte.

    LG
    Erika

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Coaching

    Hallo Kaleidoskop,

    Du hast völlig Recht: es gibt eine Menge Wildwuchs bei den Coaching-Ausbildungen! Da viele Coaches allein vom Coaching nicht leben können, setzen sie auf ein zweites Standbein, das sehr lukrativ ist, nämlich: Ausbildung.

    Daher gibt es sehr unterschiedliche Lehrangebote und Kurse, die völlig uneinheitliche Standards und ein breit gefächertes Niveau haben.

    Geht es bei Dir darum, einen passenden + seriösen Coach zu finden? Oder interessierst Du Dich für eine Ausbildung?

    Um einen Coach zu finden, mit dem Du vertrauensvoll zusammenarbeiten kannst, könntest Du Dir als erstes mal seinen Lebenslauf ansehen: hat er einen Kurs im "Schnellverfahren" gemacht oder steckt eine fundierte Ausbildung dahinter (erfahrende Coaches haben meistens zusätzlich zur Ausbildung allerhand Zusatzqualifikationen bzw. ein entsprechendes Studium absolviert). Wieviel Erfahrung hat er (... oder sie natürlich...) bereits als Coach, welche Referenzen hat er oder sie, lässt er sich regelmäßig zertifizieren / supervidieren?

    Wenn Du Dich für eine Ausbildung interessierst oder einen Überblick über verschiedene Coaching-Methoden gewinnen möchtest, empfehle ich Dir das Buch "Handbuch Coaching und Beratung" von Dr. Björn Migge: darin findest Du einen Überblick über sämtliche gängige Methoden und Praktiken, einschließlich NLP und Systemischer Beratung.

    Gute und seriöse Ausbildungsinstitute haben sehr hohe Standards und Zulassungskriterien zur Ausbildung: z.B. erwarten sie häufig ein abgeschlossenes Studium, ein gewisses Alter und einige Jahre Berufserfahrung.

    Zentraler Inhalt vieler Ausbildungen ist auch die Abgrenzung zur Psychotherapie: um die Grenze ziehen zu können, werden daher erstmal die Krankheiten und Symptome nach ICD-10 und DSM-IV ausführlich behandelt.

    Eine klassische Coaching-Ausbildung ist als Grundlage für die weitergehende Spezialisierung als AD(H)S-Coach sicher sinnvoll, da die spezifischen AD(H)S-Ausbildungen, von denen ich bisher gehört habe, nicht das breite Basiswissen vermitteln.

    Schöne Grüße

    crazykate

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Coaching

    Hallo,

    danke sehr für die ausführlichen Antworten.
    Es geht mir eigentlich darum, erkennen zu können, was hinter der Ausbildung steckt und wer empfohlen werden kann oder eher nicht.

    Ich werde momentan in der Schweiz via Internet geradezu überschwemmt mit ADHS-Coaching-Kurs-Angeboten, die meisten auf irgendwelchen Gratis-Kleinanzeigen-Seiten.
    Da werden Hausfrauen, Mütter, Studenten, wer auch immer angeworben. Kirchengemeinden etc. bieten ADHS-Coaching-Kurse an. Firmen, die massgeschneiderte Seminare für fast jeden Bereich anbieten, haben das ADHS-Coaching nun auch als lukrativen Zweig entdeckt und bieten sie ebenfalls an, und alles immer mit dem Zusatz, die Ausbildungsbestätigung/ der Seminarnachweis berechtigt dazu, den Titel ADHS-Coach zu führen und als Selbständiger ein ADHS-Coaching anbieten zu dürfen.

    Manche führen den Zusatz "nach Neuhaus, Beerwerth oder Lernwerkstatt", die ja allesamt aus Deutschland kommen. Im Prinzip seriös, nur frage ich mich, ob es in deren Sinne ist, wenn z.B. einfach Hausfrauen angeworben werden, die ausser diesem Kurs/dem Seminar kein breiteres,(psycho-) therapeutisches Wissen haben?

    Ich persönlich würde z.B. von einem Coach erwarten, dass er auch andere Störungsbilder und auch Komorbiditäten kennt und vor allem erkennen kann, falls ausser ADHS noch anderes vorhanden ist. Vor allem würde ich erwarten, dass der Coach eben deswegen auch seine Grenzen (er-)kennt und ggf. an andere Stellen verweisen kann. Ausser ADHS-spezifischen Kenntnissen würde ich persönlich eigentlich auch ein gewisses psychologisches/psychotherapeutisches Basiswissen erwarten.

    Grob geschätzt sind momentan ca. 70-80% dieser Angebote eigentlich nicht mehr als ein auf Erwachsene erweitertes Elterntraining. Ich zweifle einfach daran, dass dies den Namen ADHS-Coach verdient.

    Wie lange sollte eigentlich eine "seriöse" Ausbildung dauern?
    Mir ist aufgefallen, dass manche Anbieter z.B. mit einer 1-jährigen Ausbildung werben, wenn man sich das aber genauer ansieht, handelt es sich um 6-8 Wochenenden, auf den Zeitraum eines Jahres verteilt.... Da stelle ich einfach schon rein reflexartig die Seriösität in Frage und fühle mich für dumm verkauft

    In der Schweiz ist ADHS-Coaching noch relativ neu, die seriösen Anbieter (bzw. die wenigen, die ich i.M. für seriös empfinde) berufen sich eigentlich auch mit Stolz und ausführlich auf ihre Ausbildung bei Neuhaus, etc. Trotzdem gibt es Tendenzen wie oben beschrieben, dass eine solche Ausbildung trotz seriösem Hintergrund zu einer Rekrutierung führt, die stark an ein Schneeballsystem erinnert und ausserdem den Begriff ADHS-Coach auf Dauer abwertet, da nicht wirklich eine qualitative Ausbildung stattfindet.

    Irgendwo habe ich gelesen, dass in Deutschland Bestrebungen im Gange sind, dafür diverse Standards einzuführen. Weiss jemand mehr darüber und wenn ja, wie weit sind die inzwischen?

    Welche Coaching-Methoden gelten für euch als seriös und qualitativ gut? Aus dem Stehgreif kenne ich oben genannte 3. Kennt ihr noch andere und wenn ja welche?

    Ich wundere mich einfach darüber, dass das in der Schweiz bisher noch kein grosses Thema ist, vielleicht oder gerade deshalb der Wildwuchs hier und möchte mich einfach mal informieren, wie eure Erfahrungen in Deutschland dazu sind.

    Länderaustauschende Grüsse,
    Kaleidoskop

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Coaching

    Wie wird man eigentlich Coach? Was sind das für Institutionen, die ausbilden?

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