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Diskutiere im Thema ADHSler als ADHS-Coach? im Forum ADS ADHS: Coaching
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  1. #51


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.017

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Seraphim schreibt:
    Ich glaube du mißverstehst da was Apollo. Ich meinte, das ein ADHSler besser geeignet, nicht automatisch besser als alle anderen ist, denn er bringt ein authentisches Wissen mit das Nicht-Betroffene nicht haben und wenn sie noch soviel Fachliteratur büffeln. Außerdem ging es darum, sich zum Coach ausbilden zu lassen und nicht Laien auf ADHSler loszulassen. In dem Fall besäße man die "gleiche" (in Klammern weils keine geregelte gibt) Ausbildung, hätte die Kompetenz, Professionalität UND zusätzlich das Insiderwissen. Das meinte ich.

    Nimm zwei ADHS Coaches, einer mit, einer ohne ADHS. Ich bin der festen Überzeugung, das der mit ADHS die besseren Voraussetzungen hat, weil er auch wirklich weiß wovon er redet, denn er ist ja selbst betroffen. Und ich würde auch erwarten, das ein ADHS Coach (solange er ein Profi), immer eine neutrale, objektive Position innehätte.
    Ich stimme Dir vorwiegend zu.
    Aber nicht ganz. Ich denke, dass ein
    Nicht-ADS´ler auch ein guter Coach sein
    kann. Wenn er sich mit der Symptomatik sehr gut
    auskennt und empathisch genug ist, sich in die
    spezifischen Probleme einzufühlen, dann glaube,
    dass man in guten Händen ist.

    Bei einem ADS´ler besteht immer die Möglichkeit,
    dass er z.B. zu unstrukturiert an die Sache rangeht,
    Termine vergisst, verschiebt. Oder dass er/sie sich
    verbündet und nicht genügend Distanz hat.

    Aber es besteht auch die große Möglichkeit, dass
    der ADS´ler auf der Arbeit super funktioniert und
    sich total reinkniet und genau das richtige im richtigen
    Moment für den Klienten parat hat.
    Dass er es schafft sich so weit zu distanzieren, sodass
    es nicht zu einer wenig hilfreichen netten Unterhaltung
    kommt. Es ist immer ein Unterschied, ob ich etwas für
    mich nicht kann. Für Andere habe ich z.B. tolle Tipps,
    kann sie an mir aber nur schwer umsetzen.

    Man muss selber für sich selber entscheiden, ob man
    diesen hohen Anforderungen gewachsen ist. Zum Wohle
    seiner zukünftigen Klienten.

  2. #52
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Was ich meine ist:
    Genauso wie man sagt, einen Depressiven/ne Schwangere/jemanden der nen Angehörigen verloren hat etc. kann jemand, dem das gleiche widerfährt, eher verstehen. Alle anderen verstehen die damit verbundenen Schwierigkeiten auch, zeigen Verständnis und Mitgefühl, aber wirklich nachempfinden können sie es nicht, weil sie selbst nicht betroffen sind.

    Und ich wiederhole nochmal:
    Ich sage nicht ein Nicht-ADHSler könne kein guter Coach sein. Nur das ein ADHSler durch die eigene Betroffenheit, einen Vorteil in der Herangehensweise und Annäherung an seinen Klienten hat. Das Beispiel wurde schonmal genannt: Wenn ein ehemaliger Drogenabhängiger in einer Suchtberatung arbeitet, weiß er besser, was in Drogensüchtigen vor sich geht, kann leichter einen Zugang zu den Süchtigen finden und wird mit Sicherheit besser von ihnen angenommen, weil er durch seine eigene frühere Sucht zu ihnen "gehört".

    Genauso ist es, wenn ein Nicht-Depressiver zu einem Depressiven sagt "Das ist sicher schlimm." Und wenn ein ehemaliger oder aktuell Depressiver zu einem anderen sagt "Ich verstehe dich, mir gehts/gings auch so".

    Ich würde einem ADHS Coach viel eher vertrauen, da ich weiß, er empfiehlt mir irgendwelche Methoden nicht, ohne aus eigener Erfahrung zu wissen, was es in jeder Hinsicht für mich bedeutet. Das er sich der wirklichen Ausmaße dessen, was ADHS mit sich bringt, wirklich bewusst ist und mir nicht den nach der "Theorie" am besten passenden Weg weist. Es ist eben ein Unterschied, zwischen "Wissen" und "Wissen". Und genau dieser Unterschied kann einem ADHSler in diesem Job einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

    Die Probleme die ein ADHSler mit Reizüberflutung usw hat, hat er in jedem Beruf, das muß ihn nicht daran hindern, ADHS Coach zu werden, zumal er ein super Coach werden kann, wenn er seine Arbeit mit Leib und Seele macht und den z.B. dadurch entstehenden Hyperfocus nutzen kann.

  3. #53


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.017

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Seraphim schreibt:
    Die Probleme die ein ADHSler mit Reizüberflutung usw hat, hat er in jedem Beruf, das muß ihn nicht daran hindern, ADHS Coach zu werden, zumal er ein super Coach werden kann, wenn er seine Arbeit mit Leib und Seele macht und den z.B. dadurch entstehenden Hyperfocus nutzen kann.
    Es ist nur so, dass jemand der einen Coach benötigt, auch einen Coach haben
    möchte, der seine Arbeit gut machen kann. Die Probleme, die er hat mit z.B.
    Reizüberflutung könnte aber in einem anderen Beruf weniger zum Tragen kommen,
    oder auch mehr. Das weiß immer nur derjenige, der sich entscheidet andere
    Menschen coachen zu wollen.
    Ich sehe auch die Vorteile. Und es kann wirklich genau die richtige Wahl sein,
    aber eben nicht grundsätzlich.

  4. #54
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    minzi schreibt:
    Es ist nur so, dass jemand der einen Coach benötigt, auch einen Coach haben
    möchte, der seine Arbeit gut machen kann.
    Was heißt gut?

    Die Frage, die sich mir stellt: warum möchte Jemand einen Coach (bei ADHS)?

    a) Damit er besser mit seinem ADHS klar kommt? Also Leben mit ADHS?

    b) Damit er besser im normalen Leben klar kommt? Also Leben trotz ADHS?

    Ein guter Coach solle in beiden Fragen kompetent sein. Er sollte seinen Kunden Selbstsicherheit verschaffen können (dass er auch mit ADHS toll ist) und wie er trotzdem in dieser Gesellschaft mehr oder weniger erfolgreich sein kann.

  5. #55
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Interessante Frage und das Alter des Threads und dass er noch immer so aktiv ist zeigt, dass sie auch wichtig ist.

    Also sinniere ich mal ein wenig mit .

    Kann ein Mensch, der selber keine Ordnung halten kann, der kein Zeitgefühl hat, der zerstreut, vergesslich und verpeilt ist, anderen bei genau diesen Dingen helfen?

    Klar kann er.

    Nicht, wenn es darum geht, das einem anderen ADS'ler beizubringen, denn das geht nicht.
    Wie wir ja alle wissen, ist ADS keine Störung des Wissens, sondern (u.a.) eine Störung in den exekutiven Funktionen, also dem Ausführen, dem Anwenden des Wissens (engl. execute=Ausführen).

    Wir wissen, wie man Ordnung hält und dass man Termine einhalten sollte und dass wir Dinge nicht vergessen sollten und und und.
    Das sind aber auch alles Dinge, die wir nicht lernen können, bzw. nicht in der gleichen Form und gleicher Geschwindigkeit, wie das bei Nicht-ADS'lern der Fall ist.

    Worauf es oftmals ankommt ist nicht, diese Dinge beigebracht zu bekommen, sondern andere Wege zu finden, sie zu bewältigen, eben das, was auch gerne als ADHS-Management bezeichnet wird und ich finde das eine sehr passende Beschreibung.

    Wenn also ein ADS'ler Strategien beherrscht, wie er mit seiner Zeitblindheit zurecht kommt, wie er trotz seines inneren und äußeren Chaos' Ordnung halten kann, Dinge der Prorität nach erledigen kann etc., dann denke ich, kann er das sehr wohl und sehr gut auch anderen Betroffenen weitervermitteln und ihnen dabei helfen, sie unterstützen.

    Das mag zwar hier und da auch an Grenzen stoßen, aber ich denke, das ist das kleinere Problem.


    Wenn ich als ADS'ler also viele solcher kleinen Helferlein, Strategien oder auch passend ausgedrückt "Prothesen" habe, mit denen ich meinen Tag trotz ADHS gut bewältigen kann, dann ist das doch die beste Voraussetzung dafür, ein guter Coach sein zu können, erst recht eben weil es bei mir funktioniert und nicht nur in der Theorie.

    Ich werd auch in 10 Jahren kein Zeitgefühl haben, weil das eben Teil der ADS ist, aber ich kann Strategien haben, eben diese kleinen "Prothesen", über die ich das externalisiert habe, was ich nicht wie andere internalisieren kann.

    Für mich sollte ein Coach die Aufgabe haben, genau das zu bewerkstelligen und den Betroffenen darin zu unterstützen.
    Er soll solche kleinen Helferleins weitergeben und auch begleiten können.

    Ich denke auch, dass ein ADS'ler selbst eben auch gut verstehen kann, wie es dem anderen geht und somit vielleicht auch anders damit umgehen kann.

    Auf der anderen Seite sind ADS'ler ja nicht selten ungeduldig, was in Coachingsituationen auch schon mal kritisch sein kann.
    Ebenso will ich nicht ausschließen, dass ein ebenfalls Betroffener vielleicht hier und da eher Verständnis zeigt und etwas durchgehen lässt, als dies ein Nicht-ADS'ler tut.
    Möglicherweise ist das mit "parteiisch" gemeint.
    Und natürlich kann es genausogut sein, dass ein ADS'ler als Coach auch hier und da verpeilt ist und Dinge nicht mitbekommt etc ... auch das stelle ich mir hier und da kritisch vor, z. B. wenn es um die Abarbeitung von Papierkram geht und sowas.

    Ein Normalo als Coach sollte gut über ADS informiert sein und sehr genau unterscheiden können, was ein ADS'ler kann und was nicht und darauf genau eingehen.
    Das, was wir können, sollte man unterstützen, für das, was wir eben nun mal nicht können, sollte man uns alternative Strategien geben können und uns die Zeit lassen, die wir brauchen, um sie zu verinnerlichen.
    Jemanden etwas so beizubringen, wie einem Normalo wird nicht funktionieren und nur Streß geben.
    Hat man aber einen verständnisvollen und gut informierten Coach, ist es egal, dass der nicht betroffen ist.


    Ich glaube, es gibt genau so viele Argumente dafür, wie auch dagegen und am Ende zählt:
    Ausprobieren und schauen, wie man sich dabei fühlt und was es einem bringt.



    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  6. #56
    ErichW

    Gast

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Steintor schreibt:
    ... warum möchte Jemand einen Coach (bei ADHS)?

    a) Damit er besser mit seinem ADHS klar kommt? Also Leben mit ADHS?

    b) Damit er besser im normalen Leben klar kommt? Also Leben trotz ADHS?
    Ein Posting, das sehr gut geeignet ist, um noch einmal das grundsätzliche Problem des sog. ADHS-Coaching zu beleuchten.

    Coaching wird in der Regel als Hilfsmittel verstanden, klar umgrenzbare Probleme mit der Hilfestellung eines Coaches zu bewältigen, also zu beseitigen oder zumindest zu verringern. Dazu werden i.d.R. eine Anzahl Coachingstunden vereinbart, nach denen auch ein messbarer (wenn auch nicht garantierbarer) Erfolg festzustellen sein sollte.

    Beide genannten Zielvorstellungen, Leben mit bzw. trotz ADHS, lassen sich aber keinesfalls durch eine genau beschreibbare Problemlösung mit den üblichen Coachingmitteln erreichen. Weder beeinflusst Coaching die Neurotransmitter, noch kann Coaching die Wunden die das Leben schlug beseitigen, noch kann es die Persönlichkeit stabilisieren und stärken. Dies sind alles therapeutische Methoden.

    Die genannten Zielvorstellungen geben aber wahrscheinlich die zumindest unbewusste Vorstellung vieler ADHSler wider, ich könnte auch sagen, die Sehnsucht. Es handelt sich aber eigentlich nicht um eine Problemlösung, sondern um die Sehnsucht sich heil und in der Gesellschaft angenommen zu fühlen. Kein seriöser Coach darf solch einen Auftrag annehmen, er kann ihn nicht erfüllen, ob mit oder ohne eigenes ADHS.

    Dass ein eigenes ADHS sensibler macht für die Probleme die daraus entstehen, das ist nachvollziehbar. Dass er auch bei einzelnen, genau beschreibbaren Problemen mit eigenen Erfolgserfahrungen weiterhelfen kann, ist auch vorstellbar. Aber ich habe noch keine Coachinganfrage von ADHSlern erlebt, bei der eine präzise eingegrenzt Problemlage vorlag. Vielmehr ist es so, wie Steintor es beschrieben hat. Die Leute wollen nicht ein Problem gelöst haben, sondern sie wollen sich als Problem gelöst haben.

    Solch eine Aufgabe überfordert jedes Coaching, ich würde sogar sagen, das überfordert sogar jede Therapie. Es ist kein Zufall, dass viele ADHSler deswegen von Therapie zu Therapie wandern. Sie werden dabei oft zu therapeutischen Experten, jedenfalls in der eigenen Rhetorik.

    Steintor schreibt:
    Ein guter Coach soll[t]e ... sollte seinen Kunden Selbstsicherheit verschaffen können (dass er auch mit ADHS toll ist) und wie er trotzdem in dieser Gesellschaft mehr oder weniger erfolgreich sein kann.
    Toll gesagt, aber nicht durch Coaching zu erreichen. Und wer verspricht, sowas leisten zu können, ist in meinen Augen ein Scharlatan.

  7. #57
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Fliegerlein schreibt:
    [coach sollte ADHS-Management beherrschen => kann es auch lehren]

    Ich denke auch, dass ein ADS'ler selbst eben auch gut verstehen kann, wie es dem anderen geht und somit vielleicht auch anders damit umgehen kann.
    Das ist genau meine Meinung, Danke Fliegerlein. Bei dem genannten ADHS-Management und der Fähigkeit, dieses auch zu lehren, ist vor allem die Akzeptanz des Lehrers seitens des Schülers von Bedeutung. Ich persönlich vermag gern Meinungen von Menschen annehmen, die mich verstehen und ahnen, wie ich denke, fühle und somit handele.

    Und gerade bei ADHS ist es wichtig, nicht nach Lehrbuch zu gehen, denn es gibt kein Lehrbuch über ADHS. ADHS ist so reich an Facetten, dass man keine allgemeingültige Karikatur eines typischen ADHSler zeichnen kann. Ein ADHSler hat soviel Schrauben, an denen man drehen kann! Das ist so, als ob man versucht, einen vollen Einkaufswagen allgemeingültig zu beschreiben. Ein Coach sollte die Fähigkeit besitzen, einen Borderliner von einem Autisten zu unterscheiden und beiden erläutern zu können, wie sie letztendlich zufrieden sein können.

  8. #58
    Apollo_1012

    Gast

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Seraphim schreibt:
    Was ich meine ist:
    Genauso wie man sagt, einen Depressiven/ne Schwangere/jemanden der nen Angehörigen verloren hat etc. kann jemand, dem das gleiche widerfährt, eher verstehen.

    Und ich wiederhole nochmal:
    Ich sage nicht ein Nicht-ADHSler könne kein guter Coach sein.
    Hallo Seraphim, ja, man sagt vieles...

    Ich sage ebenfalls N I C H T, ein gesunder Mensch könne kein guter Coach sein. Das wäre ja auch etwas schwachsinnig.Niemand hat das hier behauptet, wieso betonst Du es immer wieder?

    Ich sage, ein ADSler ist N I C H T deshalb ein guter Coach, weil er ADS hat. Das ist Sozialromantik. Sich verstehen heisst nämlich überhaupt nicht, sich auch helfen zu können. Ganz im Gegenteil: Homogene Denkstrukturen wirken problemstabilisierend wenn nicht sogar problemverstärkend. Vgl. hierzu die aktuelle systemische Forschung.

    Wenn ADS heilbar wäre, dann könnte ein Geheilter ein guter Coach werden, denn seine Geschichte würde lösungsorientiert auf den Patienten wirken. Zu einer guten Therapie gehört aber selbst dann ganz zweifellos viel mehr methodisches Verständnis als selbstgemachte Problemerfahrungen, vor allem, wenn die wie bei einem ADS Coach nicht gelöst sind.

    Natürlich kann man dazu auch anderer Meinung sein, wie die Diskussion zeigt.

    LG Apollo

  9. #59
    Apollo_1012

    Gast

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Fliegerlein schreibt:

    Kann ein Mensch, der selber keine Ordnung halten kann, der kein Zeitgefühl hat, der zerstreut, vergesslich und verpeilt ist, anderen bei genau diesen Dingen helfen?
    Klar kann er.
    Nicht, wenn es darum geht, das einem anderen ADS'ler beizubringen, denn das geht nicht.
    Wie wir ja alle wissen, ist ADS keine Störung des Wissens, sondern (u.a.) eine Störung in den exekutiven Funktionen, also dem Ausführen, dem Anwenden des Wissens (engl. execute=Ausführen).

    Wir wissen, wie man Ordnung hält und dass man Termine einhalten sollte und dass wir Dinge nicht vergessen sollten und und und.
    Das sind aber auch alles Dinge, die wir nicht lernen können, bzw. nicht in der gleichen Form und gleicher Geschwindigkeit, wie das bei Nicht-ADS'lern der Fall
    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Hallo Fliegerlein,

    Ein Mensch, der zwar weiß, was Ordnung ist, sie aber nicht halten kann, kann das auch anderen N I C H T beibringen. Da spricht doch die berühmte Kuh vom Donner. Oder? Ich kann Dir im Fernsehen zeigen, wer gut Singen und gut Tanzen kann. Ich verstehe das theoretisch. Aber ich kann es selber nicht besonders gut.

    Irgendwo bei Beerwerth steht, das der ADSler durch eingeschränkte Selbstwahrnehmung auch zur Selbstüberschätzung neigt. Da muss ich spontan an den einen Jungen denken, der immer wieder bei Bohlen angetreten ist, obwohl er ihm immer wieder sagte, seine Stimme klinge wie überfahrener Frosch.

    LG
    Apollo

  10. #60
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHSler als ADHS-Coach?

    Steintor schreibt:
    Ich persönlich vermag gern Meinungen von Menschen annehmen, die mich verstehen und ahnen, wie ich denke, fühle und somit handele.
    Das geht mir genauso.
    Ich kann dazu allerdings sagen, dass ich auch sehr gute Therapeuten (wobei ich jetzt hier von Therapeuten schreibe, denn Coachings in dem Sinne habe und hatte ich keine, aber hier gehts ja um den Menschen an sich) hatte, die auch genauso verstehen und sich einfühlen können, obwohl sie keine ADS'ler sind.
    Ich hatte aber auch schon das glatte Gegenteil....

    In Bad Bramstedt gibt es super Thera's, die gewiss keine ADS haben, aber bei denen ich mich dennoch sehr gut aufgehoben gefühlt habe.
    Eben weil sie es verstanden haben und weil sie unterscheiden konnten (klar, immer geht auch das nicht, denn das kann schon sehr sehr verwirrende Bilder geben)
    In Malente dagegen habe ich nur zu deutlich gemerkt, dass man dort mit ADS kein bisschen umgehen konnte, sich nicht auskannte und nicht darauf eingehen konnte.
    Mein ambulanter Therapeut ... ich würde sagen (und er auch) hat gewiss Züge von ADS und kennt sich auch gut damit aus und ist wohl mein größter Glücksfall.

    Ich sehe es ganz genauso wie Du und nehme gerne Meinungen von Menschen an, die mich verstehen.
    Das konnte ich bei den Therapeuten in Bad Bramstedt aber auch sehr gut.
    Von daher kann ich meiner Erfahrung nach sagen, dass ich das nicht davon abhängig mache, ob der oder die entsprechende auch ADS hat.
    Ich denke, das ist auch auf Coaches übertragbar.

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