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Diskutiere im Thema Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut" im Forum ADS ADHS Bücher
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 252

    Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Hallo zusammen,

    sorry, wollte eigentlich im schon existierenden Thread zu diesem Buch schreiben, aber er war leider schon geschlossen. Habe allerdings eine Frage zum Buch und erhoffe mir hier eine Antwort, deshalb die "Neueröffnung".

    Auf Seite 240 wird geschrieben, dass es möglicherweise einen Zusammenhang von ADHS und biologisch bedingter Depression gibt, und man beide zu den "Affekt-Spektrum-Störungen" zählen könnte, zu denen auch Bulimie, Zwangsstörungen, Migräne usw. gehören. Weiter wird ausgeführt, dass all diese Störungen auf dieselben Medikamente ansprechen würden. Leider wird nicht erwähnt, um welche Medikamente es sich handelt.

    Hat hier schon mal jemand davon gehört, um welche Medikamente es sich handelt?

    Zum Zweiten finde ich mich hier mit eigenen Zweifeln bestätigt, wonach Depressionen in Verbindung mit ADHD häufig ausschließlich mit einer von Misserfolgen gesäumten Lebensgeschichte erklärt werden. Dem widerspricht nämlich eine andere Beobachtung, wonach die Lebensgeschichte selbst offenbar häufig deutlich negativer wahrgenommen wird als durch die Umgebung.

    Wird dieser Gedanke von biologischen Faktoren der Depression bei ADHS irgendwo anders in der Literatur aufgegriffen?

    Zum dritten möchte ich meiner Begeisterung über dieses Buch Ausdruck verleihen. Es hat mich bisher von allen Büchern zum Thema am meisten angesprochen.

    Schließlich kam mir beim Lesen rund um Seite 240 noch ein Spruch des berühmtesten deutschen Dichters in den Sinn, der ja häufig mit ADHS in Verbindung gebracht wird, was hiermit meiner Meinung nach noch einmal untermauert wird:

    "Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen."

    Viele Grüße an alle

    Addy

  2. #2
    Plüschpinguin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.657

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Hmm. Wenn ich Migräne jetzt mal unter "chronische Schmerzen" einordne-also,ihren chronischen Verlauf-fallen mir als gemeinsames Medikament jetzt nur Antidepressiva ein,die eben bei Schmerzen,Depression,Zwängen, Ängsten und einige auch bei ADHS eingesetzt werden können.

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 6.140

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Hallo Addy

    Zu den Medikamenten kann ich leider auch nichts sagen.

    Aber hier zu:

    Zum Zweiten finde ich mich hier mit eigenen Zweifeln bestätigt, wonach Depressionen in Verbindung mit ADHD häufig ausschließlich mit einer von Misserfolgen gesäumten Lebensgeschichte erklärt werden. Dem widerspricht nämlich eine andere Beobachtung, wonach die Lebensgeschichte selbst offenbar häufig deutlich negativer wahrgenommen wird als durch die Umgebung.
    Deine Beobachtung stimmt, aber auch die Tatsache mit den Misserfolgen. Und das eine schliesst das andere nicht aus.

    Viel Menschen mit ADHS versuchen in ihrem Leben alles richtig zu machen, bereits als Kind. Da aber in der Regel immer nur das Ergebnis zählt und nicht die Anstrengung, kommt es zu den Versagensgefühlen. Diese können bewusst wahrgenommen werden, aber meistens passiert das im Unterbewusstsein.

    Auf dieses Versagensgefühl wird dann auf verschiedene Weise reagiert. Zum einen mit Rückzug, was dann irgendwann zu Depressionen führen kann, aber auch mit Aggressivität oder Deliquenz.

    Ob die Depressionen dann eine eigenständige Krankheit werden oder "nur" eine Komorbidität sind, kommt auf verschiedene Faktoren an. Dies hier zu klären würde zu weit führen. Da findest du im Bereich Depressionen sicher noch mehr Antworten, oder kannst da deine Frage nochmals einstellen

    Zum dritten möchte ich meiner Begeisterung über dieses Buch Ausdruck verleihen. Es hat mich bisher von allen Büchern zum Thema am meisten angesprochen.
    Zwanghaft zerstreut war auch das erste Buch das ich über ADHS bei Erwachsenen gelesen habe und war erstaunt wie viel darin über mich geschrieben war.


    Liebe Grüsse
    Pucki

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 8.016

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Hallo Addy,

    danke dass du einen neuen Thread eröffnet hast.

    Ich muss das Buch echt wieder mal komplett lesen.
    Werde deshalb in den Urlaub die TB-Ausgabe mitnehmen.


    Und mache mir einen Knoten ins Taschentuch, dass ich dann hier noch mal was dazu schreibe.

    Liebe Grüße
    Gretchen

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 134

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Ich habe dieses Buch (gebraucht) gekauft und-oh Wunder!-zu Ende gelesen und kann es nur wärmstens empfehlen, sowohl Betroffenen (oder welchen, die AD(H)S bei sich vermuten) als auch Angehörigen (bzw. welchen, die AD(H)S bei ihrem Partner, einem Verwandten vermuten) und Ärzten/Pädagogen.

    Mir hat dieses Buch über meine vermutliche eigene AD(H)S, meine Partnerprobleme (mein Mann ist mir hoher Wahrscheinlichkeit selbst betroffen) und die mit meinem Kind (Diagnose mit 7) die Augen geöffnet.

    Dank dieses Buches habe ich verstanden, warum ich seit meiner Kindheit so viele Schwierigkeiten hatten (Wutausbrüche, Essstörungen, depressive Gefühlsabstürze, Burnout-Depression mit 17, soziale Isolation, zwischenmenschliche Konflikte, Opfer von Mobbing, geringe Frustrationstoleranz, geringe Geduld/Ausdauer, große Entscheidungsschwäche, mehrere Autounfälle durch Unaufmerksamkeit, Probleme mit Zeitmanagement-immer zu spät!-starke Vergesslichkeit-daher X Termine vergessen!-usw.). und dass ich dank einer Diagnose und Behandlung endlich zu einem höheren Wohlbefinden gelangen werde (den ADHS Arzt habe ich bereits gefunden, warte gerade auf eine Terminvergabe).

    Ich konnte mich mein Leben lang selbst nicht verstehen, warum ich mich meist anders verhalten habe (und immer noch verhalte) als andere Menschen, ich habe viele Symptome wie Vergesslichkeit/Schusseligkeit, Unaufmerksamkeit (im Alltag, im Straßenverkehr, bei Gesprächen, beim Fernsehen, usw.) , chaotische Organisation, Schwierigkeiten mit Planungen (z.B. Reise buchen), extreme gefühlsmäßige Reaktion auf gefühlte (oder reale!) Ablehnung/Zurückweisung/Kritik, usw. als Teil meiner Persönlichkeit gesehen, darunter sehr gelitten, war mir aber nicht bewusst, dass diese "Andersartigkeit" an einer behandlungsbedürftigen neurobiologisch bedingten Erkrankung lag.

    Das Lesen von Büchern über ADHS bei Erwachsenen ist für mich wie eine "Reise" durch meine eigene Welt: endlich verstehe ich, dass ich nicht "verrückt", "schwierig" (Schwiemu) "böse", "faul", "dumm" bin, sondern eine Erkrankung habe. Keine Ausrede, sondern eine Erklärung für all meine bisherigen Probleme, die immer wieder als Ausdruck einer Depression (bzw wiederkehrenden Depressionen) , bipolarer Störung, Borderline Störung, postraumatischer Belastungsstörung fehl diagnostiziert wurden.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 270

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Ja, es ist ein ausgesprochen gutes Buch, aber auch schon einige Jahre alt, daher sind die Aussagen teilweise auch schon überholt.
    Wenn ich Cordula Neuhaus richtig verstanden habe dann sind die häufigen Depressionen von ADHSlern tatsächlich meist reaktiv, stammen also aus den wiederholten Misserfolgen.
    Das erklärt auch die häufigen Selbstwertproblematiken. Und sie sagte auch das auf dem 6. ADHS Weltkongress festgehalten wurde das die gängigen Antidepressiva (insbesondere SSRI's) für ADHSler nicht zufriedenstellend funktionieren, zumindest nicht langfristig.

    Dem widerspricht nämlich eine andere Beobachtung, wonach die Lebensgeschichte selbst offenbar häufig deutlich negativer wahrgenommen wird als durch die Umgebung.
    Das ist für mich kein Wiederspruch. Wenn ich mich selbst negativer sehe als Aussenstehende, dann ist es doch wahrscheinlicher das ich alles als falsch, sinnlos oder negativ bewerte was ich mache, oder?

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 134

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Denker23 schreibt:
    Ja, es ist ein ausgesprochen gutes Buch, aber auch schon einige Jahre alt, daher sind die Aussagen teilweise auch schon überholt.
    Stimmt, ist mir auch aufgefallen.

    Mit den vielen Tipps komme ich auch nicht zurecht.

    Aber die Beschreibung der ADHS Symptome durch Beschreibung von Patientengeschichten, hinein gewoben die Erklärungen über ADHS, fand ich sehr gelungen. Da geht einem dabei ein Vorhang beim Lesen auf! Befreiend!

    Wenn ich Cordula Neuhaus richtig verstanden habe dann sind die häufigen Depressionen von ADHSlern tatsächlich meist reaktiv, stammen also aus den wiederholten Misserfolgen.
    Das erklärt auch die häufigen Selbstwertproblematiken.
    Kein Wunder, nach alledem , was ADHSler von Kindheit an erleben: Kritiken/Zurückweisungen/Ablehnung, Isolation, Mißerfolg in der Schule/Studium/Beruf, in der Ehe, Erziehungsprobleme mit dem betroffenen Kind, dabei meist Vorwürfe/Vorurteile, Ignoranz/Gleichgültigkeit der Umwelt-und das bei Hochsensibilität!

    Irgendwann internalisiert man diese Vorwürfe und glaubt tatsächlich "dumm", "faul", "böse/schwierig", "unmöglich" zu sein. Das steigert gerade nicht das Selbstwertgefühl!

    Und sie sagte auch das auf dem 6. ADHS Weltkongress festgehalten wurde das die gängigen Antidepressiva (insbesondere SSRI's) für ADHSler nicht zufriedenstellend funktionieren, zumindest nicht langfristig.
    Ich bin mir nicht 100% sicher, dass ich ADS habe, aber Escitalopram hat meine tiefen Gefühlabstürze nie verhindert. Und die stimmungstabilisierende Medis (wie Valproinsäure) haben mich noch depressiver gemacht!

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 270

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Ich bin mir nicht 100% sicher, dass ich ADS habe, aber Escitalopram hat meine tiefen Gefühlabstürze nie verhindert. Und die stimmungstabilisierende Medis (wie Valproinsäure) haben mich noch depressiver gemacht!
    Warum hast Du Zweifel? Wäre es dann nicht besonders sinnvoll das mit einem Facharzt zu klären?

    Ja, die guten Ratschläge... Selbst wenn sie funktionieren würden, wie bekommt man sich dazu das auch tatsächlich zu machen?
    Seufz, genau dafür hätte ich so gerne einen ADHS Coach (wie die Neuhaus) an meiner Seite, gibt hier in der Nähe aber keine...

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.609

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Das Buch ist sehr gut, keine Frage. Ich aber mag es aber nicht mehr so.

    Hatte mich an eine megascharfe Brünette herangearbeitet. Da ich wusste, dass das ein absolut klinischer Fall war (Träumerchen²), habe ich ihr zu Weihnachten dieses Buch geschenkt.

    Sie hat es mir um die Ohren gepfeffert. Wie ich nur annehmen könnte, dass sie ein Gestörte sei, war der Vorwurf.

    Nun, weil sie eine absolute Gestörte sei, war meine Erklärung.

    Danach war es aus mit der Romanze. Scheiß Buch.

    Fazit: Verrückte ****** sind schlimm. Verrückte ******, die sich für normal halten, ist sozusagen die Quadratwurzel von schlimm.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 270

    AW: Halloway/Ratey: "Zwanghaft zerstreut"

    Tja, das ADHS Radar... Wir finden jeden Betroffenen ohne Schwierigkeiten, auch wenn die davon nix wissen wollen.

    Fazit: Verrückte ****** sind schlimm. Verrückte ******, die sich für normal halten, ist sozusagen die Quadratwurzel von schlimm.
    Und die Potenz davon sind ADHSler, die um die Probleme wissen, aber dennoch als Missionar unterwegs sind und anderen erklären möchten wie gestört die sind.
    Das ist kein Vorwurf, wir sind so das wir allen Helfen wollen, aber betroffene ADHSler machen eben auch sofort dicht wenn andere sie ungefragt als gestört bezeichnen, sie verhalten sich also ADHS-typisch.
    Aus dem Grund halte ich mich echt zurück, auch wenn ich immer grinsen muss wenn sich jemand als "hochsensibel" bezeichnet. Aber es ist eben positiv sensibel zu sein, während ADHSler bestenfalls krank sind.

    Ich würde mich sehr freuen wenn die beiden eine Neuauflage machen würden, mit dem aktuellen Wissenstand.

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