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Diskutiere im Thema Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie im Forum ADS ADHS Bücher
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  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    Beitrag Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    ADHS und Schizophrenie: Wie emotionale Monsterwellen entstehen und wie sie behandelt werden: Amazon.de: Ursula Davatz, Luc Ciompi: Bücher

    Leider war es mir noch nicht vergönnt, das Buch in die Finger zu bekommen.

    So lässt sich von meiner Seite aus wenig davon berichten.

    Nur es scheint sich abzuzeichnen, dass es sich um die erste seriöse Veröffentlichung zu diesem Thema im deutschen Sprachraum überhaupt handelt.

    Unter deutschen ADHS-Spezialisten wird das Thema i. d. R. totgeschwiegen. Wenn nicht, wird immerhin felsenfest bedeutet, dass man unmöglich beide Krankheiten gleichzeitig behandeln könne. Diese betriebsblinde Ignoranz führt kruderweise dazu, dass Psychotiker i. d. R. von ADHS-Kliniken gleich pauschal abgewiesen werden.

    Ich gebe also mal die vorsichtige Empfehlung hinaus, dass es nicht schaden kann, sich mit diesem Buch näher auseinanderzusetzen.


  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    Als wenn man nicht auch Fußpilz und Durchfall gleichzeitig haben könnte.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    So ganz ist mir das aber ehrlich gesagt auch nicht zu erschliessen wie beides zusammen geht, wenn man sich die neurolobiologisch vermuteten Ursachen für Schizophrenie und die für ADHS anguckt. Denn das wäre nicht wie Fußpilz und Durchfall, sondern wie Über-und Untergewicht auf einmal.

    Würde mich aber auch mal interessieren wie das aus einer anderen Sicht gesehen wird. Ich habe bisher nur 2 Studien zum Ausschluss beider Erkrankungen zusammen gelesen. Die waren zusammen mit dem neurobiologischen Aspekt schon irgendwie plausibel. Die empfohlene Pharmakologie in dem Buch fände ich lesenswert, das scheint echt knifflig. Spannend!
    Geändert von creatrice ( 5.01.2015 um 08:23 Uhr)

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.871

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    creatrice schreibt:
    So ganz ist mir das aber ehrlich gesagt auch nicht zu erschliessen wie beides zusammen geht, wenn man sich die neurolobiologisch vermuteten Ursachen für Schizophrenie und die für ADHS anguckt.
    Hängt nicht beides mit dem Dopaminhaushalt zusammen?

    Ich finde das Thema spannend und werde mal anhand der Autorin im Internet stöbern. Nur um einen Blick rein zu werfen, ist mir das Buch (noch) zu teuer.



    *mit-App-getippt*

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    Ja, aber die einen haben zu viel, die anderen zu wenig, mal ganz grob gesagt.

  6. #6


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.171

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    Ich kann mal dazu sagen, dass Frau Davatz eine Kapazität auf dem Gebiet ADHS ist.
    Sie ist sehr seriös.
    Ich kenne sie persönlich und habe auch schon einige Vorträge von ihr besucht.

    Das Buch kenne ich allerdings nicht. Aber ich werde einmal nachfragen, ob das hier schon jemand gelesen hat.

    LG Pucki

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    ADHS und psychotische Störungen (Schizophrenie gehört dazu) können meines Wissens nach natürlich gemeinsam auftreten, da Dopamin auch in anderen Hirnbereichen als Neurotransmitter fungiert als in den Bereichen, wo ADHS´ler zuwenig Dopamin haben. Es ist durchaus möglich, dass in einigen Hirngebieten zuwenig Dopamin da ist und in anderen zuviel. Ich kann mir vorstellen, dass die Therapie eines gleichzeitig vorliegenden ADHS und Schizophrenie sehr schwierig ist, da die zugehörigen Medis ja antagonistisch wirken.

    Die Hirnchemie ist eben sehr komplex, und genau das ist der Grund, warum die Medikation bei psychiatrischen Erkrankungen (selbst wenn "nur" eine unipolare Depression vorliegt) so schwierig ist. Die Medis regulieren ja nicht in den einzelnen Hirngebieten die Neurotransmitterkonzentration je nach Bedarf, sondern die entsprechenden Transmitter werden in allen Hirnbereichen hochgeschraubt oder abgesenkt (z.B. MPH erhöht den Dopaminspiegel und NL senken ihn). Daher eben auch die unerwünschten psychischen Nebenwirkungen. Ganz abgesehen davon, dass wohl nicht nur allein die Neurotransmitterkonzentration für die Wirksamkeit des Psycho-Medikaments verantwortlich ist (dies wäre nur die Sofortwirkung, z.B Antriebssteigerung bei SSRI), sondern die Konzentration von deren Rezeptoren an der post- und/oder präsynaptischen Membran (im SSRI-Beispiel die stimmungsaufhellende Wirkung erst nach ca. 2-4 Wochen, nachdem sich die Transmitterzahl an die veränderte Neurotransmittermenge im synaptischen Spalt angepaßt hat). Da sind viele Dinge eben auch noch unklar.

    Neurotransmitter können auch in der Peripherie, im übrigen Körper, auch als Hormone wirken, z.B. Serotonin wirkt auch im Darm, daher treten Magen-Darm Probleme auch als mögliche Nebenwirkung von serotoninhaltigen Medis auf.
    Geändert von Hermine1977 ( 5.01.2015 um 14:18 Uhr)

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    Ich habe jemanden beruflich kennen gelernt, der aufgrund mehrerer psychotischer Episoden mittlerweile im betreuten Wohnen lebt. Derjenige meint, wenn er sich seinen Lebenslauf vor der ersten Psychose so anschaut, entdeckt er durchaus Parallelen zu den erwachsenen ADHSlern, die er so kennen gelernt hat. EIne Diagnose von ADHS nach emhrfachen psychotischen SChüben soll aber seines Kenntnisstandes nach nicht mehr möglich sein, weil man nicht mehr feststellen kann, was durch die Dauermedikamention an Konzentrationsverlust hinzugekommen ist, und was immer schon da war.

    Ich meine auch, mal von einer Psychologin gehört zu haben, dass aus jeder Depression eine Psychose entstehen kann. Und da man ja auch ADHS haben kann mit der Komorbidität Depression schließt sich das dann ja auch nicht aus...

    DIe Frage ist für mich, ob man ADHS noch diagnostozieren kann, wenn die psychotische Erkrankung/Schizophrenie schon länger vorliegt.

  9. #9
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    Ich hab das Buch im Umfeld ausfindig gemacht und werde es wohl in den nächsten Tagen lesen können. Falls ich es bis dahin schaffe, die anderen geliehenen Bücher noch zu lesen und im Koppe zu verarbeiten.

    Habe heute kurz in die erste Beschreibung reingeschaut. Die Bilder, welche die Autorin einsetzt finde ich schon mal sehr gut.

    Meiner Meinung nach ist es notwendig, sich von den Diagnosen zu verabschieden, wenn es grundsätzlich um psychodynamische Zusammenhänge geht.

    Als ich den Titel las, fiel mir spontan eine Frau ein, die ich in der Psychiatrie kennen gelernt habe. Sie galt als Kind als "neurasthenisch", hatte mit wenigen Monaten eine Meningitis und im Erwachsenenalter waren ihre Wutausbrüche geradezu legendär!

    Mitunter war sie so überflutet mit Reizen, dass sie zitternd vor ihrem Gegenüber stand und dieses nur anraunzte. Vor allem fehlte ihr dann jede Fähigkeit, noch halbwegs freundlich oder auch sachlich zu bleiben - sie bebte dann am ganzen Körper, auch wenn das Gegenüber noch gar nichts gesagt hatte!

    Trotzdem hat die Frau ein einigermaßen normales bzw. gut kompensiertes Leben geführt. Sie hat immer gearbeitet, wenn auch Teilzeit, kam mit ihrer Familie einigermaßen zurecht, war nie verschuldet und immer recht engagiert - vielleicht sogar ein wenig zuviel!

    In der Psychiatrie landete sie wegen einer Psychose unklarer Genese. Es gab zwar einige Hinweise auf eine Schizophrenie, aber die Ärzte meinten damals auch, dass man in so fortgeschrittenem Lebensalter (sie war bereits 63) eine Schizophrenie nicht mehr diagnostizieren kann. Zwar sprachen ihre Symptome durchaus dafür, aber die Grenzen sind hier eben auch fließend, weshalb sich die Bezeichnungen auch immer wieder ändern.

    Es gab zwar Hinweise, dass sie schön öfter mal leicht psychiotisch war, allerdings war das alles nur retrospektiv und damit blieb es auch hypothetisch.

    So wie ich die Frau kennen gelernt habe, wäre sie sicher leicht zumindest zu der Verdachtsdiagnose ADHS gekommen - es wurde nur nie diagnostiziert. Sie hatte Schlafstörungen, so lange sie denken konnte, war extrem unruhig - sie konnte tatsächlich wie ein Tiger im Käfig durch ihre Wohnung rennen. Sie schien wirklich auf jeden Dreck zu reagieren und sobald etwas nicht sofort klappte flippte sie auch gleich aus.

    ADHS wird als eine äußerst vulnerable Konstitution angesehen, die in der Auseinandersetzung mit der Umwelt sehr viel häufiger hohen Belastungen ausgesetzt ist. Die Unfähigkeit, die unterschiedlichsten Traumata zu verarbeiten führt zu einer Anfälligkeit für chronische Belastungsstörungen usw.

    Schon deshalb finde ich auch das Bild er Autorin so gut, wenn sie von Wellen spricht, die sich am Ende in einem Tsunami entladen. Im Grundsatz ist das in mehreren Fachbüchern so dargestellt, allerdings scheint es sich hier um eine konkrete Darstellung der Zusammenhänge bezüglich der Diagnose Schizophrenie zu handeln. Schon deshalb finde ich es sehr spannend.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Ursula Davatz - ADHS und Schizophrenie

    Waldsteinie schreibt:
    Ich hab das Buch im Umfeld ausfindig gemacht und werde es wohl in den nächsten Tagen lesen können. Falls ich es bis dahin schaffe, die anderen geliehenen Bücher noch zu lesen und im Koppe zu verarbeiten.
    Musste mich kurz massiv anstrengen via Amazon nicht auf den "in den Einkaufswagen" Button zu drücken Muss mich aber wirklich erst einmal dem Lesen meiner "bereits angefangenen" Bücher widmen.
    Lt. Kurzbeschreibung (siehe Link im 1. Thread) nimmt die Autorin an, dass ADHS die genetisch bedingte Ursache von Schizophrenie ist.
    Mich würde hier brennend interessieren, ob ihr Werk möglicherweise auch das Konzept der strukturellen Dissoziation im Lichte einer ADHS und Schizophrenie thematisiert? Davon steht leider nichts in der Beschreibung. Ein Inhaltsverzeichnis ist leider auch nicht angegeben.

    @Waldsteinie: Dissoziation hin oder her, würde mich auf jeden Fall über Dein Feedback über diese Buch freuen! (Vielleicht stolperst Du ja dann dabei auch gaaanz rein Zufällig über mein Thema )

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