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Diskutiere im Thema Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 113

    Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Ich habe heute wieder versucht, mit meiner Mutter über ADHS zu sprechen.
    Ich habe ihr versucht zu erklären, das die Eigenarten, die mein Vater hat, ADHS sind (Aggressionen, nicht mit Geld umgehen können, zu Hause mehr oder weniger nur unnütz vor dem Fernsehen sitzen, obwohl überall Dinge darauf warten erledigt zu werden).
    Meine Mutter hat auch ein paar Eigenarten, die auf ADHS zutreffen. Heute erzählt sie mir, das sie in der Schule (sie war schlecht) immer nur zum Fenster hinausgesehen hat.
    Darauf meinte ich, das Sie wegen der vielen Eigenarten auch ADHS haben könnte.
    Darauf bekomme ich, wie schon öfters von ihr, die Aussage, dann haben das ja viele.

    Wie häufig kommt eigentlich ADHS in der Bevölkerung (in Deutschland) tatsächlich vor?
    Ich habe da so viele unterschiedliche Zahlen gehört.

    In dem Buch von C. Neuhaus - ADHS und Partnerschaft hat die Autorin geschrieben,das es sehr heufig vorkommt, das in Familien beide Ehepartner von ADHS betroffen sind. Das sich ADHSler oft finden.

    Bei mir und meinem Mann scheint das der Fall zu sein.
    Bei meinen Eltern warscheinlich auch?

    Wie sieht das bei Euch aus?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Also mit Zahlen und Hochrechnungen kann ich dir leider nicht dienen.

    Ich kann dir nur von mir und meinem Mann erzählen:
    Mein Mann bekam die ADHS-Diagnose, und als wir uns dann mit dem Thema befassten, überkam uns der Verdacht, daß auch ich ADHS haben könnte. Wir haben uns aber fast geschämt, das bei dem Arzt meines Mannes anzusprechen, weil wir dachten, so einen blöden Zufall kanns doch gar nicht geben.

    Der Psychiater erzählte uns dann aber, daß diese Konstellation gar nicht allzu selten ist. Weil eigentlich nur ein ADHS-ler das Zusammenleben mit einem ADHS-ler aushalten kann. Alle nicht-ADHS-ler drehen ruckzuck am Rad, es kommt zu ewigen Streitereien und dann leider oft zur Trennung, weil das Verständnis für die Schusseligkeit des anderen fehlt.

    Daß das Zusammenleben zweier ADHS-ler sicher oft im Chaos endet, steht auf einem anderen Blatt...

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 374

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    ich selber habe adhs und mein freund,mit dem ich seit über einem jahr zusammen bin,hat kein adhs.er kann und wird mich nie verstehen.er kann es nur akzeptieren.
    ich denke gerade darüber nach,wie es wohl wäre,wenn ich einen freund hätte,der adhs hat.versuche mir das grade so vorzustellen.ich selber brauche einen menschen,der mich immer wieder runter holt vom hohen ross.hätte ich das dann überhaupt?würde ich mich dann noch mehr überfordert fühlen,wenn er auch solche probleme hat?ich weiß es nicht,habe diese erfahrung noch nicht gemacht.
    würde mich freuen,wenn jemand dazu etwas schreibt,wie es ist,wenn beide adhs haben.das totale chaos?aber auch viel eher gegenseitiges verständnis?oder wie kann ich mir das vorstellen?
    lieben gruß

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Hallo,

    mein Mann und ich stecken auch beide mitten in der ADS Diagnostik.

    Ich habe da jetzt mal näher drüber nachgedacht, dass ADSler sich scheinbar gegenseitig anziehen:

    Erst mal: Ich habe die Vermutung, dass es deutlich mehr ADSler gibt, als man denkt.

    Wir haben einen ziemlich (zu) großen Bekanntenkreis.
    Ich kann nicht verleugnen, dass ich Leute anders betrachte, seit ich mich mit dem ADS- Thema auseinander gesetzt habe. Ich suche bei ihnen nach Hinweisen.

    Erstaunlicherweise, fühle ich mich bei den Bekannten am wohlsten, bei denen ich solche Vermutungen habe. Das sind auch zum Großteil die Bekannten, die ich als Freunde bezeichnen würde, wo ich mich sehr angenommen und verstanden fühle, am meisten ich selbst sein kann.

    Ist das so, weil ich mich zu anderen (vermeintlichen) ADSlern hingezogen fühle?

    Oder sehe ich nur Dinge in Ihnen, weil ich sie besser kenne und bemerke die bei den anderen nicht?

    Ich unterscheide sehr zwischen tiefgründigen und (meiner Ansicht nach) oberflächlichen Menschen.

    Ich bitte um Eure Meinung

    sychotante

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 374

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    meine mutter hat auch adhs,da bin ich mir absolut sicher,aber sich eingestehen würde sie es wohl nie.ich denke,tief im inneren weiß sie es aber,vor allem,nachdem ich jetzt meine diagnose bekommen habe und die diagnose meiner 9jährigen tochter.das risiko scheint auch groß zu sein,dass meine zweite tochter(6 monate) adhs hat,sie ist viiiiel zappeliger und eigenwilliger als andere babys.zusätzlich schreibt cordula N. in ihrem buch über babys mit adhs,dass sie erfahrungsmäßig stetig eine begrenzung ihres körpers suchen.dieses ist auch täglich der fall von meiner tochter.
    meine beiden schwestern scheinen ebenfalls adhs zu haben meines denkens,doch auch die würden es sich nie eingestehen,ist ja normal,dass man tagtäglich in die luft geht,immer empfindlich ist,ständig überfordert,und und und...

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Schätzungen gehen ja immer auseinander, aber je nach Autor werden recht hohe Quoten für ADS genannt. Das wird in dem Moment wenig überraschend, wo man aufhört, in ADS eine Krankheit zu sehen, und sich klar wird, daß ADS für die Menschheit wichtige Begabungen und einen nicht geringen Vorteil für das Überleben darstellt, je nach sozioökonomischen Bedingungen.

    10-20 Prozent sind ja nun wirklich viele Mitmenschen, also bis zu einer 1/5-Chance, jemand mit ADS zu treffen (oder einer gegen vier).

    Ich glaube selber, daß sich auch im Falle ADS Gleichbegabte anziehen. Oder daß die Ähnlichkeit hilft, sich überhaupt für eine gewisse Zeit gegenseitig auszuhalten, bei allem Sprengstoff, der in so einer Beziehung steckt, wenn man älter ist und am Ende der Kompensationsfähigkeiten anlangt, und jeder anders chaotisch drauf ist.

    Bei vielen Autoren kann man nachlesen, daß z.B. beim MBTI im Mittel eher gleiche oder ähnliche Temperamente zusammenkommen und -bleiben, als ausgesprochen komplementäre (gegensätzliche) Typen. Die sind durchaus wegen ihres Andersseits attraktiv und spannend, aber das soll angeblich nicht so stabil sein und eher nicht der Normalfall einer Paarung.

    Insofern fände ich es absolut natürlich, wenn im Mittel überdurchschnittlich viele Partnerschaften mit Doppel-ADS-Bezug zustandekämen.
    Geändert von Grisu ( 1.12.2010 um 00:27 Uhr)

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Bei meinem Mann und mir (beide diagnostizierte ADHS-ler) lief es zuerst nicht richtig rund. Erst nach der Diagnosestellung und anschließendem Auseinandersetzen mit den Symptomen etc. wurde es richtig gut. Wir haben dann herausgefunden, was wir können und was wir nicht können. Wichtig dabei war die Erkenntnis daß wir eigentlich ganz schön viel auf die Beine gestellt haben, obwohl wir ADHS-ler sind und daß wir wohl doch gar keine schlechten Menschen sind... Achja, nicht zu vergessen: Wir haben auch noch einen gemeinsamen 12-jährigen Sohn mit der gleichen Diagnose!

    ADHS-ler sind nicht gleich. Und jeder kann Dinge besser und dafür andere schlechter. So daß sich ADHS-ler auch prima ergänzen können, sobald sie sich bewußt sind wo die Stärken und Schwächen liegen. Beispielsweise übernehme ich in unserer Ehe den Part der Terminüberwachung für alle, ich habe mir da ein für mich ganz gut funktionierendes System zusammen geklöppelt. Mein Mann hingegen ist der bessere Sachensucher. Er trägt mir meinen Haustürschlüssel nach, räumt mal eher die Wohung auf wenn "Land-unter" herrscht, und er ist derjenige der gefragt wird "weißt du wo *diesundjenes* liegt, ich finde es nicht mehr".

    Die Kiste mit der fehlenden Impulskontrolle ist da schon schwieriger und sehr situationsbedingt. Wir versuchen uns dann gegenseitig zurückzuhalten wenn einer am hochditschen ist, mit mal mehr und mal weniger Erfolg. Leider kommt es auch vor, daß wir beide gleichzeitig wegen irgendeiner Sache auf dem obersten Palmwedel sitzen, und eben keiner übrig ist, der bremsen könnte. Dann stecken wir halt ruckzuck mal in einer verfahrenen Situation drin, hmnaja... dabei finde ich es wichtig, daß man sich anschließend nicht in Selbstvorwürfen zerfleischt, sondern versucht, das Beste aus der Situation zu machen.

    Ansonsten finde ich das Leben in unserer Familie eigentlich sehr schön und fröhlich. Es gibt keine Mecker wenn ein Teller auf dem Boden zerschellt, und wenn sich Mama beim Essen den Tee in das Salatschälchen anstatt in das Trinkglas gießt, ist alles am Lachen und ich brauche mich dafür nicht zu schämen.

    Wir sehen die ADHS-Diagnose nicht als Handicap sondern eher als Bereicherung an, und das hilft ungemein!

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Finde ich uns irgendwie genau drin wieder. Meine Frau ist eine gute Sachensucherin, und ich bin der Strukturschaffer. Dafür kann sie manche Sachen im Kopf halten, die mir sofort rausrotieren, aber auch nur ohne Stress im Hintergrund

    Normal halt

  9. #9
    Burningdevil

    Gast

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Das alles zu lesen macht mir etwas Mut .... danke euch allen .

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Häufigkeit von ADHS in Deutschland und bei Ehepartner ?

    Etwa ein bis zwei Schulkinder pro Klasse.

    Etwa 2 bis 5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

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