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Diskutiere im Thema COMT-Enzym im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 7

    COMT-Enzym

    Ich hab grad im Forum hier danach gesucht und nichts gefunden, bitte verzeiht, wenn ich es übersehen haben sollte.

    Mein Kind hat bei ein paar Zähnen fehlende Anlagen für die zweiten, da werden also keine nachkommen.
    Nun riet mir die Zahnärztin mal einen Endokrinilogen aufzusuchen, weil "wer sowas hat, dem fehlen oft noch andere Stoffwechselgeschichten" . Den Termin hatten wir heute, Ergebnisse erst im September wenn alles Blut und Urin etc. ausgewertet ist.
    Der Arzt machte eine sehr kompetenten Eindurck und naja, bei ADSlern ist ja das Dopaminsystem auch aus den Fugen. Er ordnete also mehrere Test an, aber einer davon schien zumindest für die Dame im Labor etwas selteneres zu sein, sie lies mich sogar unterschreiben, daß wir den so wollen.

    Es geht um das COMT-Enzym (sie meinte Gen, aber ich glaub das so net)


    Wikipedia gibt da wenig her, und natürlich bin ich neugierig und bis Mitte Sept. ist ja noch so lang hin.
    Wurde bei jemandem hier schon dieser Test durchgeführt.
    Wenn ich Wiki richtig verstehe verhindert dieses Enzym die Wirkung von Dopamin, man könnte dann in meiner laienhaften Meinung auch ADS mit COMT-Hemmern behandeln?!

    Wäre das dann nicht eine Testung wert bei allen ADSlern?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: COMT-Enzym

    Hallo,

    schade, dass es hier keine Antworten gibt. Solltest du noch mal schauen so 3 Jahre später würd mich mal interessieren wie es weiter gegangen ist.

    Bei mir wurde dieses COMT auch gemessen und der Arzt sagte daran erkennt er das ich ADS habe. Bekomme jetzt Neuro HTP 5 weil das Seratonin auch zu niedrig ist. Finde aber über COMT leider nichts so richtig im Netz.

    Lg

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: COMT-Enzym

    hallo chanmi



    vielleicht solltest du zum einen einfach nochmal mit der ärztin reden,
    viellecht weiss sie wo du dich schlau machen kannst



    und zum anderen,wenn ich das richtig verstehe,
    geht es um ein kind und du bist selbst nicht adhs betroffen



    dann schau doch mal in den foren in denen es speziel um kinder geht
    vielleicht haben die idee....


    liebe grüsse

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: COMT-Enzym

    Ich versuche mal ein bisschen zu erklären.


    *edit* Ich hab gerade keine Internetverbindung mehr, deswegen ergänze ich diesen Text aus Langeweile währenddessen in einem Texteditor um einige Zusatzinformationen. Der Text wird dadurch recht lang. Ich hoffe das ist trotzdem interessant für Euch

    ------------

    Das COMT-Enzym ist ein beim Abbau der sogenannten Katecholamine wichtiges Enzym. (Catechol-O-Methyl-Transferase).

    Die Neurotransmitter, die bei AD(H)S eine Rolle spielen sind: Dopamin, (Nor)adrenalin und Serotonin - ihrerseits alles Vertreter der chemischen Stoffklasse Catecholamine.
    Kurz zum Verständnis: Neurotransmitter sind nicht zwangsläufig Hormone, die über die gesamte Blutbahn wirken, sondern sie sind vor allem zwischen zwei Nervenzellen wirksam. Viele wissen das nicht, weil die Namen teilweise dieselben sind, da einige Neurotransmitter auch als Hormone wirken. Hormone = wirksam im Blut, Neurotransmitter = wirksam zwischen zwei Nervenzellen. Neurotransmitter sind die Sprache mit der Nervenzellen untereinander"sprechen" und diese Sprache funktioniert mit elektrischen Reizen wie ein Computer. Ob ein Strom über eine Nervenzelle fließen kann oder nicht, darüber entscheiden letztendlich die Neurotransmitter und diese wirken nur auf ganz geringem Raum, nämlich genau zwischen zwei Zellen. Damit das gut funktionieren kann muss so ein Neurotransmitter ganz schnell wieder entfernt werden, sei es durch Rücktransport, Aufnahme durch Nachbarzellen oder Abbau.
    Neurotransmitter an sich tragen genaugenommen keine Information im Sinne von Verhalten also "Aufmerksamkeit", "Glücksgefühl" oder soetwas. Neurotransmitter tragen lediglich die Information "Strom an" oder "Strom aus". Wie die 1 und die 0 in einem Computer wenn man so will. Das resultierende Verhalten entsteht im Gehirn aus der Kommunikation vieler Nervenzellen miteinander mit Hilfe dieser Neurotransmitter. Verschiedene Zellen im Gehirn sprechen verschiedene Sprachen und wenn ihnen die "Worte" also die Neurotransmitter fehlen, oder die Sprache verfälscht wird, dann kommt es zu Änderungen im Verhalten.

    Achtung, jetzt kommen die chemischen Formeln:

    http://www.nature.com/clpt/journal/v...t2004516f1.jpg




    Das hier ist ein Schema der Katecholaminsynthese bzw des -abbaus - so wie sie in unserem Nervensystem geschieht. Die Namen zwischen den Pfeilen stellen chemische Zwischenstufen dar, auf den Pfeilen sind Enzyme zu sehen, die die entsprechenden chemischen Reaktionen herbeiführen in der die nächste chemische Zwischenstufe erzeugt wird. Damit das Ganze nicht noch unkomplizierter wird ist die Grafik auch noch auf Englisch. Der wichtigste Hinweis ist wohl, dass es sich bei "epinephrine" um Adrenalin handelt oder entsprechend bei "norepinephrine" um "Noradrenalin" ("Nor" = "N-ohne-Rest", die chemische Form des Adrenalins, die als Neurotransmitter funktioniert, während Adrenalin hauptsächlich das Hormon in der Blutbahn darstellt).

    Am Anfang des Ganzen steht die normale Aminosäure Tyrosin, ein Bestandteil unserer täglichen Nahrung. Diese wird durch die Tyrosinhydroxylase zu der Dopamin-Vorstufe "L-DOPA" verändert.
    Parkinson ist eine Krankheit, bei der bestimmte Gehirnbereiche kaputt sind, die mit dem normalerweise dort gespeicherten Dopamin die Bewegungskontrolle steuern.
    L-DOPA an sich wird auch als Medikament eingesetzt, um Parkinson-Symptome zu mindern, weil es mehr "Baustoff" für das Dopamin bereitstellt.
    L-DOPA wird dann durch die Dopadecarboxylase zu Dopamin -> dem "Glückshormon", eine etwas oberflächliche Beschreibung vielfältiger Funktionen dieses Neurotransmitters im Gehirn. (Oberflächlich deswegen, weil es ja offensichtlich auch komplett andere Funktionen hat wie die Kontrolle der Bewegungsausführung zum Beispiel.)
    Die DBH (hab vergessen was es bedeutet, Dopamin-beta-hydroxylase glaube ich, der Vollständigkeit halber - keine Garantie) macht aus dem Dopamin letztendlich Noradrenalin. Und hier ist auch auffällig, wie eng diese beiden Neurotransmitter verknüpft sind und es erscheint vorstellbar, dass Probleme in diesem Bereich zu einer komplexen Symptomatik wie ADS führen könnten.

    Der Abbau geschieht zunächst durch die Monoaminooxidase. Deswegen die Warnung in der Packungsbeilage von MPH und co vor Monoaminooxidasehemmern! Eine Hemmung dieses Enzyms wird die Wirkung des Medikamentes verstärken, da die Konzentration durch fehlenden Abbau enorm ansteigen wird - alle vorhergehenden Substanzen werden sich durch eine Hemmung "anstauen".

    Auf die einzelnen Abbauprodukte will ich nicht eingehen - aber auf das entscheidende Schlussenzym, die COMT, um die es hier geht.

    Prinzipiell hättest du Recht. Würde man die COMT hemmen, so "stauen" sich die vorherigen Produkte, es kommt zu einem Anstieg der vorhergehenden Vorstufen, so wäre es dann auch mit dem Noradrenalin und dem Dopamin. Tatsächlich setzt man COMT-Hemmer auch bei Parkinson ein - wie oben erklärt behebt es den Dopaminmangel (zusammen mit der Gabe von L-DOPA), da sich das Dopamin bei fehlendem Abbau "staut". ABER - COMT-Hemmer wirken nur im (sogenannten "peripheren") Nervensystem, nicht im Gehirn. Da ist der entscheidende Unterschied. Aus diesem Grund wird es nicht funktionieren, sie bei ADS einzusetzen, weil die Symptome von ADS im Gehirn entstehen, während sich Parkinson im peripheren Nervensystem äußert und diese COMT-Hemmer nur dort eine Wirkung haben.


    Wie man sieht ist das nicht so einfach. Der Grundgedanke war schonmal wirklich sehr gut. Aber Du siehst ja an der Grafik, dass bereits dieser kleine Aspekt des Ganzen recht komplex ist - es sind hier bereits 7 verschiedene zusammenhängende Enzyme aufgezeigt, die alle verändert sein könnten und zumindest theoretisch in irgendeiner Weise zu AD(H)S durch Veränderung des Neurotransmitterhaushaltes beitragen könnten (oder nicht). Alleine dieses Beispiel zeigt, wieso es so schwer ist da "die Ursache" von ADHS zu finden. Ehrlich gesagt wird man die meiner Meinung nach nicht finden können, weil es nicht eine einzelne gibt. "Eine Störung im Noradrenalin-Dopamin-Serotonin-Haushalt" ist nunmal tierisch grob gefasst und extrem viele Sachen können Ursache von soetwas sein. Die Synthese der Neurotransmitter ist ja wiederum nur ein kleiner Aspekt des Ganzen, hinzu kommen Transportmechanismen zur Wiederaufnahme, sowie unendlich viele Möglichkeiten wie die Verarbeitung dieser einkommenden Signale durch die Zellen entsprechend gestört sein könnte. Und das Serotonin als weiterer Faktor bei AD(H)S nimmt da jetzt noch eine weitere Sonderrolle ein (es entsteht wieder auf anderem Wege), wieder andere Funktionen sind betroffen, wieder andere Synthesewege und wieder mehr Möglichkeiten, so dass sich im Endeffekt die möglichen Krankheitsbilder als sehr komplex gestalten. Es wird ganz schwer, da aus dem Wissen auf Zellebene exakt Ursachen für die beobachteten Symtome abzuleiten und umgekehrt, weil das alles sehr kompliziert ist und diese Neurotransmitter in verschiedenen Hirnbereichen vorkommen und dort verschiedene Funktionen erfüllen. Da könnten jetzt wiederum nur Zellen in einem bestimmten Hirnbereich betroffen sein - und schon hätte man wieder eine etwas andere Symptomatik zu beobachten.

    MPH greift eben sehr gezielt an der Wurzel des Problems an ohne dass die wirkliche Ursache bekannt ist - ganz egal welche Ursache, eine zu niedrige Konzentration von Dopamin oder Noradrenalin egal wo im Gehirn wird angehoben. MPH blockiert den Rücktransport dieser Neurotransmitter und erhöht so effektiv die Konzentration zwischen zwei Nervenzellen die damit kommunizieren. Bei manchen Menschen reicht das nicht aus, die müssen das wesentlich stärkere Amphetamin nehmen. Deswegen hilft MPH auch bei den entsprechenden Problemen der Aufmerksamkeit. Aber man muss auch sagen, dass es das genauso bei gesunden Menschen tut. Auch deren Aufmerksamkeit wird dadurch gesteigert. Und das Dopamin kann süchtig machen - besonders wenn es in starkem Maße ausgeschüttet wird. Sowas passiert zum Beispiel wenn man den langsamen Magen umgeht - Drogenkonsumenten tun dies durch Schnupfen oder Injektionen.
    Dieser Missbrauch ist der Grund für die straffe Regelung des Medikamentes. Wir hätten es wesentlich einfacher, wenn es nicht so extrem viele verantwortungslose Menschen gäbe, die das Ganze als Spaßdroge missbrauchen (auch wenn es bei MPH schwerer ist - deswegen ist es Mittel der ersten Wahl und Amphetamine kommen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz - dann als Saft, denn den kann man nicht schnupfen).

    Aber MPH heilt nicht, es wirkt nur einigen Symptomen entgegen. Es kann genausowenig über Jahre hinweg erlerntes Verhalten ändern und es kann auch deine Art zu denken nicht wirklich beeinflussen.


    P.S.: Weil du von Genen redest - hast du eine EInwilligung nach Gendiagnostikgesetz unterschrieben? Falls ja kann das schon sein, dass sie den "Genotyp" untersucht haben, also welche Form der COMT du genau besitzt. Da du irgendwas unterschrieben hast halte ich für wahrscheinlich das es eine Genanalyse war. Dazu musst du nach dem Gesetz einwilligen. Das ist aber deswegen noch lange nichts Schlimmes, es ist eben nur moderner als herkömmliche Diagnostikmethoden. In Deutschland schreckt das Wort "Gen" leider nur viele unnötigerweise ab. Ich hätte gerne soetwas von mir =)
    Geändert von hypocampus ( 5.08.2011 um 13:04 Uhr)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: COMT-Enzym

    WOW vielen Dank für deine Antwort. Ich habe zwar nicht alles verstanden, aber intressant ist es alle mal. Vielleicht muss ich es noch ein paar mal lesen.

    Ich musste auch soetwas unterschreiben, aber das war mir egal.

    Ich hab meine ADS Digagnose seit ca. 5 Jahren. War schon mein ganzes Leben etwas Depressiv (Vererbung oder Erleernung oder beides?) .... mir war bis ca. 25 auch nicht bewusst, dass das eine Krankheit ist oder sogar Änderbar. Ich dachte immer ich wäre halt so und war Eifersüchtig auf andere Leute.
    Mit 25 bin ich dann über schweeres Liebeskummer auf Depressionen gekommen und dann auch auf ADS (Zeitgleich wurde dann auch bei meiner kleinen Schwester ADS Diagnostiziert). Hab dann Antidepressiva bekommen und später auch MPH. Mit dem MPH ging es mir etwas besser, aber nicht so wie erhofft. Seit ca. 2 Jahren nehme ich es nicht mehr. Dannach bin ich von einem arzt zum anderen weil ich nicht nur unter Konzentrationsschwierigkeiten und den anderen Problemen sondern auch unter tierischer Müdigkeit und Muskelscherzen und und und leide. Aber alles was die Ärzte getan haben war es auf die Pysche zu schieben und mir andere Antidepressiva zu verschreiben.
    Habe in den letzten Jahren Diagnosen gesammelt, dass ist nicht mehr heilig.

    Durch zufall bin ich jetzt an einen Arzt geraten der bei mir Borreliose festgestellt hat und der anscheinend auch noch weiter über den Tellerrand schaut. Er hat mir ganz viel Blut abgenommen und unter anderem auch dieses COMT (und noch ein anderes aber das war ok) getestet. Und dieses COMT ist bei mir nicht ok deshalbt sagt er ganz klar ich hätte seit Geburt an ADS. Ich denke das stimmt auch aber das er das so einfach sehen kann und da so felsenfest der Meinung ist verwundert mich schon, weil wie du schon schreibst ist es eine Koplexe sache. Na ja und warum mein ADS Arzt vor 5 Jahren das nicht auch gemacht hat? Stattdessen musste ich einen ganzen Vormittag tests machen. (Das war komisch ich war nach den Tests der Meinung ich hätte doch kein ADS weil ich der Meinung war ich hätte alles wunderbar hinbekommen. Na ja war wohl doch nicht so )


    Oh weh ich schreibe zu viel -Entschuldigung

    Was ich eigentlich wollte ist ne Meinung zu meinen Blutwerten, denn der Arzt sagte das wäre ein typischen Burn - Out Blutbild und er könnte alles ändern. Es klang so gut was er gesagt hat aber ich hab schon so oft hoffung geschöpft und dann war es doch wieder nix.

    NORMAL


    Katecholamine Normal
    Adrenalin 5 ng/l <50
    Noradrenalin 4 ng/l 110 - 410
    Dopamin 70 ng/l <87
    Serotonin 42,5 qg/l 117 - 190
    Selen 59,8 qg/ 74.0 - 139


    Der Arzt sagte, das wegen dem nidrigen Serotonin spiegel die Antidepressiva nicht helfen konnten, weil da ja nur die Wiederaufnahme gehemmt wird, aber wo nicht viel da ist kann nicht viel gehemmt werden. Und er will das jetzt aufbauen mit Neuro 5 HTP hat da jemand Erfahrungen mit?

    Da ist drin

    Vit C 125 mg
    Vit B6 12,5 mg
    Folate 50 qg
    L-Lysine 62,5 mg
    5 Hydroxytryptophan 37,5 mg
    L-Tyrosine 375 mg

    LG

    Avatar

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 7

    AW: COMT-Enzym

    boah hier tut sich endlich was!

    ich hab das ja vor fast einem Jahr angefragt und
    @ Butterblume ich hab selbst ADHS und mein Sohn natürlich auch. Nur hat er eben auch noch diese Zahngeschichte die mich zum 'Endokrinologen gebracht hat. Daher wurde er bisher auf COMT getestet und ich eben noch nicht.


    @hypocampus
    danke für die ausführliche Erklärung. Ich muss mir die noch mal in Ruhe zu Gemüte führen. Kann aber mittlerweile sagen wie mir der Arzt das in einfachen Worten erklärt hat.

    @Avatar
    mein Sohn hat auch ADHS und Depressionen. Er wurde mit 11 zum ersten mal mit Depressionen diagnostiziert wobei ich sagen muss dass es sein Vater auch ist und wir vermuten dass es vererbt wurde, wobei ich mir erlernt auch vorstellen könnte.

    Der Arzt hat mir erklärt daß das Enzym COMT (Catechol-O-Methyltransferase) für den Abbau vom Adrenalin im Körper zuständig ist. Bei meinem Sohn ist es nun so dass es nur zu 50% arbeitet.

    Wenn das Adrenalin nun nicht entsprechend abgebaut werden kann dann neigt der Patient zu vermehrtem Schwitzen, hohem Blutdruck , Hyperaktivität, Unruhe, Ängste sogar Psychosen, Stimmungsschwankungen u. Depressionen..... Mir wurde erklärt dass er diese Patienten normalerweise erst im 4ten Lebensjahrzehnt bei Frauen und bei Männern ein Jahrzehnt später sieht wenn sie mit einem BurnOut Syndrom vor ihm stehen.

    Nun hat er mir aber auch gesagt dass man das oft ernährungstechnisch gut in den Griff bekommen kann ohne zusätzlich Medikamente nehmen zu müssen.

    Er gab mir den Tipp mich nach dem Medikament Jatrosom zu erkundigen, denn dieses würde eine Tyraminarme kosten verlangen und genau das sollten wir einhalten. Tyramin ist also der Trigger bei meinem Sohn.


    Edit Alex: [ ....................... ]

    http://www.raus-aus-dem-stimmungstie...ndex.php?ID=12

    /Edit




    hier findet man noch mehr Infos:
    Raus aus dem Stimmungstief


    das war es erst mal von der "praktischen" Seite. Wir versuchen diese Diät einzuhalten, obwohl es schon schwierig ist, wenn ein Kind eh schon depri ist und dann noch meint, dass er nun dieses und jenes nicht essen darf und das Leben sei nun nicht mehr lebenswert wenn man keine Bananen essen darf.

    Ich hab ihm erklärt dass er das vorher ja auch gegessen hat und nicht umgekommen ist, aber wenn er sich wohler fühlen möchte sich doch an die Diät halten sollte. Das witzige ist dass er Bananen bisher gar nicht ausstehen konnte und auf einmal ist es eine Tragödie weil sie auf der No-Liste stehen.

    lg chanmi
    Geändert von Alex (12.09.2011 um 14:02 Uhr) Grund: Text durch Link ersetzt (Urheberrecht)

  7. #7
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    Forum-Beiträge: 376

    AW: COMT-Enzym

    Zähne? Hormone?

    Das klingt ja alles interessant, bei mir sind nämlich auch drei Zähne einfach nicht gekommen (von den Erwachsenenzähnen) im Unterkiefer.
    Von einem Besuch beim Endokrinologen wurde jedoch nie was gesagt, ich bekam halt eine Zahnspange.

    Auch meine Regelblutung war immer schon öfters mal unregelmäßig....

    Weiters kann ich mit niedrignormalem TSH Wert und vegetativen Störungen "dienen".

  8. #8
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    Forum-Beiträge: 80

    AW: COMT-Enzym

    Interessant!
    leide unter Migräne Clusterkopfschmerzen und Sunct - Histamine sind dort auch sehr auffällig und Tyramin wird auch in dem Zusammenhang genannt.

    Muss mich mal schlau machen ....

  9. #9
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 376

    AW: COMT-Enzym

    Hallo Silberfisch und alle die sich damit genauer auskennen

    Ich habe auch viele Fragen zu COMT Enzym.

    Könnte das passen: ADHS, verm.leichte Persönlichkeitsentwicklungsst örung,Wahrnehmungsstörungen, immer wieder anfällig für verschiedene psychische Dinge, drei Zähne sind einfach nicht gekommen, seit einigen Jahren häufig Zahnschmelzabbau (obwohl ich nur selten Cola und co. konsumiere), vegetative Störungen (Übelkeit, Herzrasen,...), Hautprobleme (leichte Sonnenallergie mit Juckreiz und manchmal Abschürfungen), niedrige Hormonwerte vermutlich von der Hirnanhangdrüse aus (tsh zB passt nicht zu den Schilddrüsenwerten=niedrig-niedrig), zu selten und zu schwache Menstruation ohne auffällige Eierstöcke, keine Gewichtsveränderungen, vermutlich auch Stresshormon-Probleme (Unterzuckerungen ohne Glukose-Befunde), Unverträglichkeit von Zigaretten und manchen anderen Dingen

    Deswegen frage ich mich jetzt auch wie dieses COMT vererbt wird.

    Von einem Elternteil (dominant) der auch betroffen ist/ sein muss?
    Von beiden Eltern eine Genkombi ? (dh Eltern sind selbst nicht betroffen, Geschwister können aber müssen es nicht sein)

    Oder entsteht es als eine Art "Spontanmutation" bzw gibts mehrere Ursachen die dazu führen?

    Gibt es hierfür Studien, denn bei meinen Eltern ist nix auffällig außer ein Fall von Gichtanfällen.

    Und kann es bei Vielkonsum von "verbotenen Lebensmitteln" auch zu Folgeschäden kommen (Niere,Herz etc..) oder beschränkt sich das auf Hirnstoffwechsel und Hormone?

    Sorry bin grad im Hyperfokus (Thema Hormone und COMT-Gen)

    Lg crazyy
    Geändert von crazyy1 ( 7.09.2011 um 12:25 Uhr)

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 210

    AW: COMT-Enzym

    Hallo crazyy

    das mit dem COMT ist nicht so einfach. Wie ich etwas zuvor schon geschrieben hatte ist dieses Enzym auch nur einer von unzähligen Einflussfaktoren, und alle von dir beschriebenen Dinge sind so komplex, dass da auf jeden Fall unzählige, unmöglich in ihrer Ganzheitlichkeit zu erfassende Dinge eine Rolle spielen.

    Was die Frage der dominanten und rezessiven Erbgänge angeht - entwickelt wurde das ja von Mendel in einer Zeit, in der man außer Beobachtungen keinerlei Ahnung von Genen hatte. Er hat einfach nur Kreuzungsergebnisse beobachtet und damit hervorragende Schlüsse mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gezogen.

    Inzwischen wissen wir natürlich einiges mehr und uns ist bewusst, dass rein dominant vererbte oder rein rezessiv vererbte Merkmale eher die Ausnahme darstellen.

    Die Basis der Vererbung bleibt natürlich ein Gen, also ein Abschnitt auf der DNA. Dieser Abschnitt auf der DNA erzeugt ein Protein - z.B. das COMT-Enzym. Gene sind nichts anderes als die Bauanleitung für Proteine und Proteine die Bausteine bzw. biochemischen Maschinen unseres Körpers mit den unterschiedlichsten Funktionen (verzeih bitte wenn du all das weißt aber ich fange einfach mal sehr grundlegend an).

    Grob vereinfacht besitzen wir die meisten Gene in doppelter Ausführung - einmal auf dem entsprechenden Chromosom von der Mutter und einmal auf dem entsprechenden Chromosom vom Vater. So auch das Gen für das COMT. Dieses Gen findet sich auf Chromosom Nummer 22.

    Dominant (nur einer der Eltern muss das Merkmal ebenfalls haben) wäre ein Merkmal dann, wenn es nur von exakt einem Gen abhängt und wenn das Merkmal auftritt, sobald das veränderte Gen in irgendeiner Form vorhanden ist. Man muss sich bewusst sein, dass abgesehen von Genen, die auf den Geschlechtschromosomen liegen, immer beide Chromosomen die Gene zu Proteinen ablesen - das eine erzeugt eben ein "normales", das andere ein verändertes Protein.
    Die Entscheidung ob dominant oder rezessiv wird nicht auf Genebene, sondern auf der äußerlichen Beobachtung des Merkmals getroffen - rein aufgrund der historischen Entstehungsgeschichte.

    Als klassisches Beispiel die Sichelzellenanämie, die zwar dominant vererbt ist (ein fehlerhaftes Protein bewirkt veränderte Blutzellen) aber dennoch bei Trägern des Gens auf nur einem Chromosom eine schwächere Form auslöst, weil die Hälfte der Blutzellen trotzdem richtig funktioniert. "Dominant" ist es deswegen, weil alle mit einem Fehler auf einem der beiden Chromosomen Krankheitssymptome besitzen.

    Ich erkläre das, um deutlich zu machen, dass diese klassische Einteilung etwas ungenau ist. Weil du erstens in den meisten Fällen nicht alles auf genau ein Gen zurückführen können wirst und zweitens die allermeisten Merkmale nicht ausschließlich nur entweder in abwesend oder vorhanden eingeteilt werden können, was für diese Aussage ob dominant oder rezessiv vererbt notwendig wäre. Die meisten Merkmale sind eben genauer betrachtet mehr oder weniger stark zu beobachten und nicht nach dem entweder-oder Schema.

    Gerade die von dir genannten Dinge erfüllen diese Kriterien ja nicht. Sie sind nicht nur von dem COMT abhängig, es wäre allerhöchstens korrekt, einen möglichen Einfluss zu vermuten, mehr jedoch nicht. Sobald wir uns in das Gehirn begeben werden die Sachverhalte so komplex dass es unmöglich wird, einzelne Ursachen klar herauszustellen, da ein Verhalten einfach aus tausenden verschiedenen Vorgängen entsteht und sich nicht darauf reduzieren lässt, dass ein einelnes Enzym irgendeinen Stoff herstellt.

    Um aber zurück auf das COMT zu kommen - es kann natürlich einen Einfluss haben, da es an sehr zentraler Stelle der Synthese einiger wichtiger Neurotransmitter steht. Konkret sind tatsächlich einige Probleme damit in Zusammenhang gebracht worden - so Angststörungen und Schizophrenie. "In Zusammenhang" bedeutet in diesem Sinne, dass man eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ganz bestimmte Veränderungen in diesem Gen in Patienten mit diesen Problemen festgestellt hat.

    Folglich bedeutet das nicht, dass diese Veränderungen alleinige Ursache der Krankheit sein müssen, nicht dass diese Veränderungen zwingend zu dieser Krankheit führen müssen und auch nicht, dass sie in jedem mit der Krankheit vorhanden sind.

    Konkret bedeutet dieser Zusammenhang nur dass es eine erhöhte Anfälligkeit mit diesen Veränderungen zu geben scheint.


    Daher kannst du von deinen Eltern schlecht auf dich schließen - sie mögen die Merkmale nur schwach oder nicht zeigen, dennoch die entsprechenden Gene tragen. Woran das genau liegt wird dir wohl nie jemand sagen können, sollte es denn so sein, dass du eine Veränderung im Gen trägst.

    Eine Spontanmutation ist unwahrscheinlich. Eher ist es wahrscheinlich, dass bei dir eine entsprechende, zufällige Genkombination und Umweltfaktoren vorliegen, die die Symptomatik in deinem Fall verstärkt auftreten lassen. Von dominant oder rezessiv kann man da aus den oben genannten Gründen nicht sprechen, denn alle von dir beschriebenen Symprome sind ja kein an/aus sondern eher ein fließender Übergang mit verschieden starker Ausprägung.

    Prinzipiell gilt aber für das COMT, dass du jeweils vom Vater und von der Mutter ein Gen hast und dass du beide auch verwendest.

    Damit die Sache noch komplizierter wird, ist noch anzumerken, dass auch die "ein Gen - ein Produkt" - Hypothese veraltet und falsch ist. Ein solches Gen erzeugt meherere verschiedene Formen mit möglicherweise unterschiedlichen (oder auch nicht unterschiedlichen) Funktionen. Im Falle des COMT sind es zum Beispiel für dasselbe Gen 4 verschiedene Produkte mit unterschiedlicher Größe, die erzeugt werden können. Das eine ist löslich "schwimmt" also herum und die anderen sind an die Zellwand gebunden. Eine Veränderung könnte jetzt nur bestimmte aber nicht alle Produkte betreffen und so noch schwieriger nachzuvollziehende Effekte hervorrufen.

    Wie man sieht - das ist alles unendlich komplex und wir schauen hier erstmal nur auf dieses Enzym. Bis wir bei dem letztendlichen Verhalten angekommen sind fehlen noch viele viele Schritte über weitere Substanzen, Proteine, Zellen, Zell - Zellkommunikation, Erfahrungen, Äußere Faktoren usw usf. Gemessen an den extrem vielen Dingen, die beeinflussen, was man am Ende nach außen hin im Verhalten beobachten kann ist die Reduktion solcher Dinge auf diese einzelne Veränderung im Gen für das Enzym COMT einfach nicht aussagekräftig.

    Wenn der Hyperfokus gerade so weit geht, dass das nicht schon kompliziert genug für dich war schau doch mal hier, hier bekommst du dann alle Infos über das COMT-Gen die du brauchst ;D

    COMT catechol-O-methyltransferase [Homo sapiens] - Gene - NCBI


    Zusammenfassend - wenn du dich dafür interessierst ist das eine gute Sache. Aber erwarte nicht, aus dem Grundlagenverständnis ein Verständnis für die Krankheit zu bekommen. Das versuchen Forscher, die sich da bereits seit Jahrzehnten drauf spezialisieren ja auch und haben so ihre Schwierigkeiten damit. Es ist einfach viel zu komplex um es simpel zu reduzieren. Ohne eine jahrelange Ausbildung und Aneignung von Fachwissen wirst du nicht annähernd dahin kommen ein annähernd korrektes Bild dieser Erkrankungen bekommen zu können. Im Prinzip ist es so wie mit dem Autofahren - jeder weiß, dass man zum schneller fahren fester aufs Gas treten muss. Damit kannst du aber auch noch lange kein Formel 1 Rennen gegen Michael Schuhmacher gewinnen.
    Geändert von hypocampus ( 8.09.2011 um 14:23 Uhr)

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