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Diskutiere im Thema Freie Schule für verträumtes ADS Kind? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 108

    Freie Schule für verträumtes ADS Kind?

    Hallo ihr Lieben, vielleicht sind ja auch ein paar Eltern unter euch, die ebenfalls vor der Entscheidung stehen wo sie irgendwie Kind Einschulung sollen. Ich habe einen 6jährigen Sohn, etwas verträumt, verspielt und sensibel. Ich möchte ihm einfach den Druck der auf der Regelschule besteht ersparen. Ich möchte dass er glücklich und so sein darf wie er ist. Bei uns eröffnet dieses Jahr eine freie demokratische Schule. Ich finde das Konzept sehr schön. Freies Lernen, lernen was einen interessiert, keine Noten, kein Sitzenbleiben und dich selbst entwickeln und entdecken zu können. Jetzt liest man nur immer: ADHS Kinder brauchen Strukturen, brauchen jemanden der sie führt usw.! Muss dies zwingend so sein oder darf man auch mal seinem Kind Vertrauen schenken und hoffen er packt es auch selbständig?

    Liebe Grüße,
    Ainee

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.729

    AW: Freie Schule für verträumtes ADS Kind?

    Hallo, ich würde das auf jeden Fall machen, meine Söhne sind schon aus der Schule raus, sie waren in einer Waldorfschule, das ging ganz gut, heute ist es dort auch chaotischer dort, doch beide haben wenn wir über die Schule reden, keine Probleme gehabt ich meine mit Schülern und Lehrern und Mobbing usw.

    Es war zwar nicht alles toll, doch durch die vielen praktischen und musischen Fächer ist es für bestimmte Adsler glaube ich sehr gut.

    Ich kenne viele junge Leute die die Schule gehasst haben, das ist bei meinen Söhnen nicht so gewesen. Die meisten Waldorfschüler (die jetzt schon junge Erwachsene sind) sind für mich sehr sozial und freundlich und friedliche Menschen. Allerdings ist aus vielen nichts besonderes geworden, also ich meine sie strengen sich vielleicht nicht so an oder lassen sich nicht so von der Gesellschaft unter Druck setzen, das kann ein Vorteil oder auch ein Nachteil sein.

    Ich habe eine Bekannte die hat ein ADS-Kind und das geht auf ein Gymnasium was aber ein ganz gutes ist, doch hat jeden Tag Angst und will eigentlich nicht zur Schule gehen. Sie weiß nicht was und welche Schule. Das andere Kind ist auch ein Problemkind ein Asperger, der geht auch überhaupt nicht gerne zur Schule.

    Darum bin ich froh, das meine Kinder nie Schulangst hatten, dann hätte ich immer ein schlechtes Gewissen. Das habe ich jetzt nur weil ich meine Kinder nicht so fordern konnte aus finanziellen Gründen, doch da kann ich nichts dafür....

    Gruß Paula

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.088

    AW: Freie Schule für verträumtes ADS Kind?

    Guck dir die Schule an

    Ich kenne sehr unglückliche Waldorfschüler (auch glückliche), je nach Waldorfschule wird dort auch gemobt. Diese Info habe ich von ehemaligen Schülern.

    Ich kenne (auch persönlich) einige Kinder, die auf eine "freie" Schule gegangen sind, die so ähnlich war wie du es beschrieben hast. Nur Kinder, die sich selber strukturieren konnten hatten nach der 10. Klasse die Möglichkeit eine Ausbildung zu machen oder eine zum Abitur führende Schule zubesuchen. Der ADHSler Sohn einer guten Freundin von mir ist noch heute wütend, dass er auf diese "freie" schule gegangen ist (er ist heute 22).


    Meine beiden Kinder waren auf unterschiedlichen Schulen
    .
    1. Eines war auf einer Gesamtschule ab der 1 Klasse. Diese Schule hatte keine Noten bis Klasse 7. und viel freie Arbeit. Es klappte wunderbar, dieses Kind war und ist (heute 35) ein Wunder an Struktur.

    2. Das andere Kind mußte ich nach 2 Jahren in eine strukturierte Schule umschulen, weil es mit den Freiräumen nicht klar kam und sehr unglücklich war. Es merkte, dass es viel kann und klug ist, konnte sich aber nicht selber "sortieren". In der neuen Schule, die ganz klare Strukturen und einen sehr klare Lehrer hatte, blühte dieses Kind auf (heute 37).

    bei dem zweiten Kind wurde mit Mitte Zwanzig eine ADHS diagnostiziert. Beide Kinder sind sehr zufriedene Erwachsene.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 108

    AW: Freie Schule für verträumtes ADS Kind?

    Danke erst mal für eure Erfahrungen. Ich meinte aber keine Waldorfschule (wobei ich deren ganzheitliches Konzept auch nicht schlecht finde), sondern es ist eine freie demokratische Schule. Die Lehrer sind dort Lehrbegleiter, werden geduzt. Es gibt keinen Frontalunterricht, die Kinder dürfen das lernen was sie interessiert und sie müssen auch "nichts" tun, wenn sie keinen Bock dazu haben. Sie lernen dort Selbständigkeit, sich selbst organisieren und Teamgeist. Die Regeln werden dort zusammen mit den Lehrern aufgestellt und es gibt 1 x die Woche eine Schulversammlung bei der jeder anwesend sein muss. Wenn ich doch bloß wüsste was das Beste für ihn ist....

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.088

    AW: Freie Schule für verträumtes ADS Kind?

    Ainee schreibt:
    Danke erst mal für eure Erfahrungen. Ich meinte aber keine Waldorfschule (wobei ich deren ganzheitliches Konzept auch nicht schlecht finde), sondern es ist eine freie demokratische Schule. Die Lehrer sind dort Lehrbegleiter, werden geduzt. Es gibt keinen Frontalunterricht, die Kinder dürfen das lernen was sie interessiert und sie müssen auch "nichts" tun, wenn sie keinen Bock dazu haben. Sie lernen dort Selbständigkeit, sich selbst organisieren und Teamgeist. Die Regeln werden dort zusammen mit den Lehrern aufgestellt und es gibt 1 x die Woche eine Schulversammlung bei der jeder anwesend sein muss. Wenn ich doch bloß wüsste was das Beste für ihn ist....
    genau so eine Schule meinte ich mit dieser Aussage:


    Ich kenne (auch persönlich) einige Kinder, die auf eine "freie" Schule gegangen sind, die so ähnlich war wie du es beschrieben hast. Nur Kinder, die sich selber strukturieren konnten hatten nach der 10. Klasse die Möglichkeit eine Ausbildung zu machen oder eine zum Abitur führende Schule zubesuchen. Der ADHSler Sohn einer guten Freundin von mir ist noch heute wütend, dass er auf diese "freie" schule gegangen ist (er ist heute 22).
    guck es dir an und wenn deine Entscheidung nicht richtig war für dein Kind, revidiere sie.

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 464

    AW: Freie Schule für verträumtes ADS Kind?

    Sehr persönlich und von daher vermutlich nicht eins zu eins übertragbar, vielleicht aber eine Anregung:

    Ich hatte schon lange den Eindruck, ich wäre auf so einer Schule nichts geworden, weil ich mir die Lerninhalte rein nach meinen Interessen ausgesucht hätte und vermutlich die Lehrer nicht wirklich ernst genommen hätte. Mathe hätte ich dann baldmöglichst abgelegt, obwohl ich darin nicht furchtbar schlecht war, ich mochte es nur nicht. Und diverse andere Fächer. So habe ich alles zentrale bis zum Abi weiterführen müssen und siehe da: Es war eine gute Lernerfahrung für mich ("Ich kann mich durchbeißen bei Dingen, die mir keinen besonderen Spaß machen, dabei den Spaß teilweise noch entdecken und erfolgreich sein.").

    Bei mir gab es noch eher herkömmlichen Unterricht, in der Grundschule und später am Gymnsium, nicht den ganzen "Kleingruppenklimbim", sich alles in der Gruppe erarbeiten (herrlich, immer von dem Sinn und Unsinn der anderen mit abhängen) und der Lehrer statt als Experte als Randerscheinung. Ich hatte aber eben auch sehr gute Lehrer, kompetent in ihren Fächern, einige sogar begeistert und so auch in der Lage, die Schüler zu gewinnen. Die Riege alter Disziplin-um jeden-Preis und Selbst-denken-ist-nicht-gefragt Lehrer war schon abgetreten. Im Gegenteil, wir wurden zum selbstständigen Denken ermuntert.

    Das Gymnsium war ein klassisches G9, noch mit der Möglichkeit, sich in Leistungskursen zu verwirklichen (ich mit Kunst und Latein, das ginge heute nicht mehr und ich würde es sehr vermissen) oder wie gesagt, alles rauszuschmeißen, was einem nicht in den Kram passt. Das würde ich heute auch für meine Kinder wählen, wenn es möglich wäre (die müssen leider durchs G8 hetzen).

    Unter diesen Bedingungen, getrieben vom eigenen Ehrgeiz (ja, mir gings darum, gute Noten zu ergattern) und mit einem vermutlich recht klugen Kopf habe ich trotz ADHS ein sehr gutes Abi erlangen können.

    An einer derart freien Schule hätte ich mir meine Herausforderungen vermutlich zu früh selbst wählen müssen, und hätte mal dies mal das, mal gar nichts gewählt, vermutlich deutlich schwerer Ziele verfolgen können.

    An einer Waldorfschule hätte ich's vermutlich auch geschafft, die sind ja anders als die freien Schulen sehr strukturiert. Aber dort sind Noten ja pfui und unwichtig, solange bis man sie doch bekommt und nicht gelernt hat, darauf hinzuarbeiten. Vermutlich hätte ich dort ein großteils unterfordertes Schülerdasein geführt, zumindest etwa mehr Bildung von Hand und Herz mitgenommen, wie es dort so schön heißt (meine Schwiemu geiselt immer die Kopflastigkeit und Leistungsorientiertheit der "Stattsschulen" , Oje, dass wir unseren Kindern das antun!), und ein mittelmäßiges Abi gemacht (wie mein Mann).

    Es hängt m.E. also etwas davon ab, wie du deinen Sohn einschätzt in Hinblick auf seine Selbststrukturierungsfähigkei t und vielseitige Lernfreude. Noch ist er ja sechs und es geht noch nicht um Fragen wie Schulabschluss (bei meinen Kindern tut es das schon, sie sind in 5.,10. und 11. Klasse und das prägt sehr meinen Beitrag, vermutlich leicht zu erkennen). Aber in ein paar Jahren sieht das anders aus, Lernen lernen fängt schon früh an und gerade eine ADHS-Kind braucht das ganz dringend meines Erachtens.

    Eine "ganz normale" Schule mit zugewandten, gut ausgebildeten und engagierten Lehrern ist sicher nicht falsch dafür.

    Wenn die freie Schule jedoch Ähnliches in anderer Verpackung bieten kann... warum nicht? Und wie schon gesagt wurde: Die erste Schulwahl muss nicht zwangsläufig für immer sein (das habe ich mir damals bei meinen Kindern auch offengehalten, falls es ganz schlecht gelaufen wäre und wo es notwendig war, haben wir Änderungen gesucht) und sicher gibt es auch die Möglichkeit, sie sich im Voraus anzusehen und mit Eltern zu sprechen, die ihre Kinder bereits dort haben.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.718

    AW: Freie Schule für verträumtes ADS Kind?

    Ainee schreibt:
    Die Lehrer sind dort Lehrbegleiter, werden geduzt. Es gibt keinen Frontalunterricht, die Kinder dürfen das lernen was sie interessiert und sie müssen auch "nichts" tun, wenn sie keinen Bock dazu haben. Sie lernen dort Selbständigkeit, sich selbst organisieren und Teamgeist. Die Regeln werden dort zusammen mit den Lehrern aufgestellt und es gibt 1 x die Woche eine Schulversammlung bei der jeder anwesend sein muss. Wenn ich doch bloß wüsste was das Beste für ihn ist....
    Ganz nett, aber bestimmt nichts für ADHS-ler.

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