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Diskutiere im Thema Organisierter Alltag, wie? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    Frage Organisierter Alltag, wie?

    Hallo liebe Foris,
    ich habe heute das Eltern-Seminar für ADHS-Angehörige besucht und dort wurde gesagt, dass es für ADHS-Kinder ganz wichtig sei eine feste Alltagsstruktur zu haben. Ein super durchgetakteter Tag und eine gut organisierte Wohnung...ähm ja. Meine Wohnung ist so gut organisiert wie mein Kopf (ich denke mal, dass ich auch ADHS habe) und unser Alltag ist eh ein "Worauf haben wir heute Lust" Ding...wir haben zwar schon feste Zeiten wann wir aufstehen und wann wir ins Bett gehen, das war es aber auch schon. Habt ihr Ideen, Vorschläge, wie ich die beiden tollen Anforderungen des Therapeuten in die Tat umsetzen kann? Nur zur Info, meine Kids sind beide ab 13 Uhr zu Hause und gehen um ca. 20:30 ins Bett. D.h. das ist auch die Zeit die wundervoll organisiert sein sollte.
    Und die Organisation der Wohnung... .. naja, vielleicht habt ihr ja Vorschläge

    Liebe Grüße
    Darina

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.727

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Nein, da habe ich keine Vorschläge. Außer dem, dieses Seminar nicht weiter zu empfehlen.

    Da saßen in diesem Seminar, na sagen wir mal 15 Eltern. Von denen hatten geschätzt 6 bis 10 selbst ADHS- falls Adoptiv- oder Pflegeeltern dabei waren natürlich entsprechend weniger. Die werden heute Abend genau so ratlos sein wie du.

  3. #3
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Liebe Darina,


    wir haben unsere Kinder mit Cordula Neuhausens Weisheiten und den "Hypies Praktiker Tipps" (damalige Berliner Gruppe)
    aufgezogen.

    Ergebnis: Mein Sohn und seine Freundin (vermutlich beide ADHS-Betroffene) versuchen es mit diesem
    super-durchgetakteten Tagesablauf und Spielzeugverbot im Wohnzimmer usw., weil wir bei ihm nicht streng genug waren.

    Bevor ich von ADHS erfahren habe und meine Kinder habe behandeln lassen, fehlten mir mehr als die gut organisierte Wohnung
    und der super-durchgetaktete Tagesablauf damals liebevolle Großeltern mit Humor (gab es zwar, aber beide Paare sehr weit entfernt),
    die mir die Kinder mal abgenommen hätten.

    Und dass ich mich selbst früher wegen ADHS hätte behandeln lassen, um nicht in diese Erschöpfungszustände zu kommen.
    (War damals noch sehr selten.)

    Mein Mann und ich sind vor einem Jahr plötzlich "Großeltern" von zwei Kindern geworden und seit März haben wir ein "echtes Enkelkind.
    Wir sind in der bequemen Lage, viel Zeit für die Kleinen zu haben und können das Leben mit den Kindern nun wirklich "genießen".

    Die "Hypies Praktiker Tipps" habe ich im Netz leider nicht mehr gefunden, kann sie aber zuschicken. (Falls du mal PM erhalten kannst.)

    Wegen deiner Vermutung, selbst ADHS zu haben - such dir so rasch wie möglich Hilfe. ADHS-Kinder groß zu ziehen ist sehr anstrengend,
    vor allem wenn man selbst eine "Chaotin" ist.

    Alles Gute
    Gretchen

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Großeltern fehlen hier auch. Meine sind weit weg und die anderen nach der Trennung nicht mehr greifbar... naja, bei mir geht es eigentlich noch mit der Belastung. Die Große ist ein "Trämerkind" und der Kleine ist zwar ein sehr aktiver, lässt sich aber noch relativ gut "führen". DieTipps würde ich mir sehr gern durchlesen.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Ich würde da mehr auf die Kinder achten, ob die Anforderungen des Therapeuten auch für sie machbar sind, und wieviel.

    Ich hatte ein super strukturiertes und durchorganisiertes Elternhaus, heute wissen beide "Parteien", das mir das viel zu viel war. Manchmal ist auch mehr erwünscht als machbar ist. Bestimmte Dinge sollten natürlich Struktur haben, aber "super durchgetaktet" kann auch in permanenter Überforderung und Stress fürs Kind ausarten.

    Ich weiss ja nicht wie alt deine Kinder sind, aber vielleicht kannst du bestimmte kindgerechte Aufgaben im Alltag auch mit ihnen gemeinsam machen, oder sogar sie allein? Bei uns klappt es ganz gut, das sich das Kind 3 Aufgaben aussuchen kann, die er in einer Woche machen soll, er ist 9 und das sind so Dinge wie Tisch abräumen, oder Geschirrspüler ausräumen, oder Seifenspender auffüllen, seine Sachen sortieren etc.... Nicht jeden Tag, sondern wirklich nur 3 Dinge jeweils 1x in der Woche. Er hat wenigstens etwas das Gefühl eine Wahl zu haben, und uns sind 3 Sachen abgenommen.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Meine sind 8 und 5 und wir haben was Haushalt angeht auch jeder "seine" Aufgaben. Die Große räumt die Spühlmaschine aus der Kleine hilft bei der Wäsche. Und ca. ein mal in der Woche sind die Kinderzimmer dran. Es ging darum, dass ich einen festen Tages - und Wochenplan brauche. Also so etwas wie um 13:30 Brettspiel, danach raus um 16 Zwischenmahlzeit. Und dann auch Montag ist "Waldtag" Mittwoch geht es immer zum Sport. Samstag immer Besuch bei Oma. So in der Art. So etwas haben wir nicht. Bei uns ist eben kuddelmuddel.

    Und was für mich noch schlimmer ist, die Wohnung so organisieren, dass alles seinen Platz hat. Also Bastelschere liegt immer in der Schublade links, Autos in der Kiste rechts usw. Da hab ich so gar keine Ahnung wie man das organisieren könnte.
    Geändert von Darina (11.05.2016 um 08:58 Uhr)

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 476

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Liebe Darina,

    ich glaube Du solltest da nicht ganz so verbissen dran gehen.

    Wir leben heute in einer Zeit, wo es leider in vielen Familien, aus welchen Gründen auch immer, an einer gewissen "Grundstruktur" fehlt. Das heißt, dass es wenig bis keine gemeinsamen Mahlzeiten gibt, die Kinder oftmals alleine aufstehen und zur Schule gehen müssen und/oder alleine sind wenn sie nachhause kommen, also sogenannte "Schlüsselkinder). Der Fernseher und/oder Computer läuft den ganzen Tag und wenn auch nur nebenbei. Es gibt keine Rituale und gemeinsamen Aktivitäten, wie z.B. das von Dir genannte Brettspiel.

    Ich war vor ca. 10 Jahren auch mal auf einem Eltern-Seminar. Das nannte sich starke Kinder brauchen starke Eltern. Also im Prinzip für AD(H)S Betroffene, so dachte ich.
    Die Seminarleiterin war ganz offensichtlich Mutter von zwei "Musterkindern" und nicht berufstätig. Nach mehreren Diskussionen über die Machbarkeit ihrer Ratschläge und Tipps und meiner Erkenntnis das "konsequentes Handeln" nicht ihr Metier war, habe ich das Seminar abgebrochen.

    Struktur ist grundsätzlich wichtig. Für nicht AD(H)S Kinder aber eben vor allem für AD(H)S Kinder, denn sie gibt Halt und Sicherheit. Das heißt meines Erachtens aber nicht, das die Woche komplett "durchgetaktet" sein muss, wie Du es sagst, weil Du es offensichtlich in diesem Kurs vermittelt bekommen hast. Ich halte das sogar für kontraproduktiv. Es muss doch noch ein wenig Spontanität und Freiraum da sein. Sonst wird das Ganze zu einer Last die keinen Spaß mehr macht. Und Langeweile oder gar Frust ist bei AD(H)S tödlich!

    Ich stelle mir gerade folgende Situationen vor:

    "Mama! Es ist endlich mal schönes Wetter heute, können wir heute zum Spielplatz gehen?"
    "Nein mein Schatz unser Plan für heute sieht Brettspiele und Aufräumen vor."

    "Mama! Es regnet so doll und ist so kalt. Was machen wir heute?"
    "Laut Plan geht es heute zum Spielplatz!"

    Wird mir ganz anders bei!

    Ich glaube viel wichtiger als ein bis in kleinste Detail geplanter Ablauf sind die "Grundstrukturen" und konsequentes Handeln. Damit meine ich, dass Verabredungen eingehalten werden sollten und zwar von Kindern UND Eltern. Das Eltern sich ergänzen und nicht gegeneinander ausspielen lassen. Das es Regeln gibt, die für Beide Seiten akzeptabel und verständlich sind. Das viel Zeit für Bewegung und "sich in Dingen ausprobieren" bleibt. Das es Rituale gibt, wie z.B. abends vorlesen oder Samstags zu Oma usw.

    LG Lady!

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Hi Darina!

    Ich und mein Mann sind beide ADHSler, der Große auch (14), die beiden Kleinen (4 und 5) stehen noch an mit Diagnostik.

    Wir haben einen sehr großen Haushalt mit 2 Tieren, da regiert schnell das Chaos.
    Ich bin selbst noch in der "Findungsphase", deshalb wäre ich an Gretchen Tips auch sehr interessiert


    Ich habe so angefangen:

    - bei Situationen die mich belasten habe ich tatsächlich ganz strikte Routinen.
    zB morgens beim Aufstehen unter der Woche. Da gibt es kein Wenn und Aber, es gibt Abläufe, und bis auf wenige Ausfälle funktionieren alle bisher wie kleine Zahnrädchen. Das ist für mich entspannend, aber auch für die Kids- denn wenn ich morgens in Eile käme, dann gäbs Drama.
    Auch abends gibts ganz klare Regeln, wie das Waschen/ Zu Bett gehen abläuft

    - für den Haushalt verteile ich wochenweise Aufgaben für alle

    - die Kleinen haben ein Belohnungsheft (schulheftchen), in der sie für jedes Zähneputzen einen bunten Stempel bekommen. Auch für wirklich großartige Hilfe oder aussergwöhnlich tolle Aktionen bekommen sie spontan noch eins. Also: ich erpresse nicht mit Stempel, sondern nutze sie rein positiv. Das kommt SEHR gut an.

    - zum Chaos:
    1. raumweise ausmisten. tierisch aufwändig, hilft enorm; zur not den Raum noch einmal in kleine Stationen aufteilen und anfangen.
    am besten in der Küche, da ist es am wenigsten emotional

    2. sichtbare Grenzen festsetzen:
    zB: Immer wenn der Wäschekorb voll ist, schalte ich sofort eine Maschine wäsche an.
    Immer wenn ich nach draussen gehe (morgens mit den Kindern), nehme ich den Müll aus der Küche mit, der Voll ist. Es ist IMMER einer voll.
    Ich mache sofort nach jedem Essen die Küche sauber. Da hab ich NIE Bock drauf, aber ich hole alle zum helfen. Dann gehts.

    3. Ich mache manchmal Aufräum-Sport:
    Pulsuhr an, Sportklamotten an, Wecker auf 60 min, und dann MEGA VOLLGAS ran an den Dreck mit dem Anspruch, den Puls richtig in die Höhe zu treiben.
    Das funzt, ersetzt fast eine Einheit SPort, und man bekommt in 60 Min echt verdammt viel geschafft, wenn man 4 mal so schnell macht.
    -> man kann auch mit 5 min anfangen und sich steigern.
    -> funzt auch bei den Kindern gut: Blitz-Aufräumen: Wecker auf 8 Minuten, auf die Plätze, jeder rennt rum und macht sauber.

    Mir fällt sicher noch was ein.


    Ach ja: am besten TV und Computer aus dem Fenster werfen.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    Guten Morgen!

    Ich glaube auch, ZU strukturiert - damit werdet ihr nicht glücklich. Sehe das wie Lady Cuckoo. Meine Kinder haben GsD kein ADS, aber ich merke, wie mein Verhalten sich vor allem bei der Großen (sie ist 6) spiegelt. Und wenn sie nicht genug Struktur hat, ist sie sehr empfindlich und Dinge wie Hausaufgaben usw. laufen einfach nicht gut. Es fällt einfach zu viel unter den Tisch, was dann in Momenen, in denen ich es nicht gebrauchen kann, wieder auftaucht. So kommt meine Tochter fast jeden Montag zu spät zur Schule, weil wir vergessen haben, Sportzeug einzupacken und sie dann nochmal nach Hause läuft. Dann muss ich erstmal Sachen finden, meist fehlt ein Schuh oder es ist keine geeignete Hose sauber. Total unnötiger Stress, wäre man strukturierter...

    Ich versuche gerade, ihr gegenüber verbindlicher zu sein, mit positiven wie mit "negativen" Dingen. Also wenn ich abends über ihre Spielzeugberge steige um ihr gute Nacht sagen zu können und dann sage "morgen machst du hier aber mal klar Schiff!", dann muss das morgen auch wirklich passieren. Andersrum muss ich mich natürlich auch dran halten, wenn ich ihr verspreche, am Wochenende schwimmen zu gehen. Das fällt mir im Moment noch schwer, oft vertrödeln wir irgendwie den Tag und abends fällt mir dann - wenn ich WIEDER über die Spielzeugberge klettern muss - ein, dass sie ja aufräumen sollte, und andersrum sagt sie dann abends im Bett vorwurfsvoll "aber wir wollten doch heute xyz".

    Ich glaube, eine Struktur die den Kindern hilft, besteht oft aus Kleinigkeiten, z.B. nach dem Essen räumt jeder sein Geschirr in die Maschine. Nach der Schule wird die Brotdose aus dem Tornister geräumt, dann ist 1 Stunde "Freizeit", dann werden Hausaufgaben gemacht. Eine Stunde vor dem Zubettgehen wird gemeinsam überlegt, was man für den nächsten Tag ggf. noch vorbereiten muss. Abends Kleidung für den nächsten Tag rauslegen. Freitags wird gemeinsam überlegt, was die nächsten Tage gekocht wird, damit der Einkauf entsprechend geplant wird und sowas. Ich bin auch gerade dabei, solche Dinge zu verinnerlichen. Es fällt mir schwer, aber ich merke, wie es alle entspannt, wenn wir es doch schaffen.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Organisierter Alltag, wie?

    LadyCuckooo schreibt:


    Ich stelle mir gerade folgende Situationen vor:

    "Mama! Es ist endlich mal schönes Wetter heute, können wir heute zum Spielplatz gehen?"
    "Nein mein Schatz unser Plan für heute sieht Brettspiele und Aufräumen vor."

    "Mama! Es regnet so doll und ist so kalt. Was machen wir heute?"
    "Laut Plan geht es heute zum Spielplatz!"
    Ich glaube so strickt ist es gar nicht gemeint. Also ich denke es soll schon spontan entschieden werden können ob man auf den Spielplatz geht oder doch zu Hause bleibt. Wobei es ja auch heißt, es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung. Ich denke schon, dass mehr Struktur im Alltag uns allen gut tun würde. Bei uns ist jeder Tag ein "alles ist möglich" Tag und doch passiert es mir häufig, dass ich so wie prittstift mir etwas vornehme und dann der ganze Tag vertrödele und mich dann ärgere, weil ich doch eigentlich was geschafft haben wollte. Da ist es vermutlich schon gut, wenn dann feste Zeiten für "Erledigungen", Brettspiele oder Haushalt eingeplant sind.

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