Zeige Ergebnis 1 bis 8 von 8

Diskutiere im Thema Weniger ist mehr! im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    Weniger ist mehr!

    Hallo Allezusammen,

    das o.g. Prinzip ist eigentlich dasjenige, das mir in den verschiedensten Lebensbereichen am besten geholfen hat, mit dem ADHS besser zurecht zu kommen.
    Es würde mich interessieren, ob es Euch auch so geht?

    Das fängt in meiner Wohnung an: so wenig "Schnick-Schnack" wie irgend möglich! Ich liebe weisse freie klare Wände, freie Fensterbänke, leere, freie Tische. Wenn mehr als ein Deko-Stück auf dem Tisch oder mehr als ein Bild an der Wand ist oder gar gemusterte Tapeten, das alles macht mir irgendwie das innere Gefühl von Enge, Beklemmung und Belastung. Am besten alles frei lassen.

    Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, wenn manche Leute überall ihre Deko-Sachen aufstellen und hinhängen und sich dann noch dabei wohlfühlen können.
    Als ich damals noch mit meiner Familie wohnte, gab es darüber auch oft Diskussionen.

    Es stresst mich unglaublich, wenn ich merke, ich hab von irgendwas zu viel, z.B. zu viele Teller im Küchenschrank, die ich weder brauche noch nutze, zu viele Tuben, Flaschen, Dosen etc. von Sachen, die schon seit Jahren ungenutzt dastehen.

    Wenn ich Klamotten im Schrank hab, die ich seit Jahren nicht mehr trage. Bloß keine Unmengen an verschiedenen Schuhen, drei oder vier Paare würden doch völlig genügen. Klamotten: alles schwarz oder weiss. Wenige Farben und vor allem bloß keine Muster, die mich nur kirre machen!

    Auch bei der Arbeit, dasselbe. Möglichst wenig auf dem Tisch, alles, aber auch alles in klar strukturierte Ordner, die ordentlich im Regal stehen. Akten, die übersichtlich geordnet und vorallem vernünftig bearbeitet im Aktenschrank hängen und nicht stapelweise auf dem Tisch liegen.

    Glaubt nicht, dass ich das immer schaffe, das durchzuziehen! Das wäre ein Traum, dass ich das mal überall und konsequent in meinem Leben so hinbekomme.
    Ich bewundere Leute, die den Minimalismus konsequent umsetzen können. Obwohl es auch da für meinen Geschmack Übertreibungen gibt.

    Vor meiner Diagnose habe ich nie verstanden, warum ich mich unter dem Prinzip "Weniger ist mehr" um so vieles wohler fühle. Heute weiss ich, warum. Heute weiss ich, dass es mit dem ADHS zu tun hat und dass es eine Strategie ist, mit dem ADHS besser zurecht zu kommen. Und heute geniere ich mich deshalb auch nicht mehr, sondern sehe es als genauso legitim an, wie es legitim ist, wenn Leute ihre Wohnung mit Nippes und Überflüssigem vollstopfen.

    Was meint Ihr dazu?

    Liebe Grüße
    Kaska

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 545

    AW: Weniger ist mehr!

    Ich dekoriere wenig, da ich zu viel nicht mag. Es frisst zu viel Zeit beim putzen und ich fühle mich nicht wohl
    Aber etwas Deko gibt es in meiner Wohnung, ich setze Akzente mit z.B. Bildern. Viel freier Platz an der Wand...naja, es geht. Mal ein Regal hier und ein Bild dort.
    Halte es aber mittlerweile eher schlicht und strukturiert. Bis auf das Schlafzimmer ist auch alles weiß gestrichen...das war früher nie so, da hatte jeder Raum eine andere Farbe.
    Aber ich habe gemerkt das manches auf weißer Wand gut zur Geltung kommt und ein schöner Eyecatcher sein kann.

    Habe vor paar Jahren damit angefangen, alles was ich nicht mehr brauche weg zu geben, zu verkaufen oder weg zu schmeißen.
    Dieses Jahr auch im Kleiderschrank (und ich habe wirklich nicht viel) alles zu sortieren, was ich Jahre nicht trug...weg damit. Nun hab ich noch weniger, Schuhe sowieso weniger als mein Partner...Schuhe sind mir auch nicht wichtig im Leben, für jeden Anlass 1 paar reicht völlig.

    Diskussionen gab es, als ich noch bei meinen Eltern wohnte, nie. Jeder ist halt anders, und meine Mutter stopft alles voll mit Deko.
    Soll sie ruhig machen, nun putzt sie es ja auch selber

    Mein Schreibtisch liegt immer etwas unsortiert da...und meine Schubladen auch. Aber sonst ist meist alles aufgeräumt, ich brauche die Struktur einfach...das habe ich in letzer Zeit gemerkt.
    Aber jeder ist anders und daher finden wir ja alle unseres Maß was wir brauchen um uns wohl zu fühlen.

    Weniger ist mehr ist in vielen Bereichen im Leben... und das Thema "Minimalistisch Leben" hängt damit ja auch irgendwie zusammen.

  3. #3
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 902

    AW: Weniger ist mehr!

    Also ich brauche Farbe um mich wohlzufühlen....

    Genauso brauch ich deko ....es muss mir gefallen und am richtigen Ort
    stehen ...also perfekt sein an dieser Stelle oder das gesamte Eck oder gesamte Fensterbrett.

    Beides bringt mir öfters wenn ich es ansehe Wohlbefinden ...
    Oft auch stolz weil es schön aussieht ....und kann mich oft daran freuen

    Ausserdem hab i oft Lust zu dekorieren ....sofern es hinhaut wie ich es haben will und ich drauf stolz sein kann
    ...man kann es oft schon als Therapie sehen��

    Die Einen mögens so ...bzw brauchen es so -die Anderen anders

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 61

    AW: Weniger ist mehr!

    Also ich mag bissel Deko, wenn das Regal geputzt ist und NUR das jeweilige Thema beinhaltet. Sobald ein falsches Teil drauf steht, vermüllt das Regal in wenigen Tagen - als ob das falsche Teil müllmagnetisch wäre. Ich brauche mindestens eine freie waagerechte Fläche in der Wohnung, die mich beim Anschauen beruhigt: das sind mindestens die Fensterbretter.

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Weniger ist mehr!

    Die Lehre von Diogenes von Sinope ist verlockend. Sich freimachen vom unnötigen Balast. Aber ich kann mich von vielen Bequemlichkeiten leider nicht trennen.

    Ich achte (mehr als andere?) darauf, nicht zu viel zu Besitzen. Wenn ich z.B. zu viel im Schrank habe, erschwert es das Entscheiden beim Anziehen.

    Bei starker innerer Unruhe hilft es mir zu Ruhe zu kommen, wenn ich Ablagen etc. komplett leerräume und es aussieht, als ob ich frisch eingezogen wäre. Ansonsten bin ich total unordentlich... Klamotten liegen tagelang auf dem Boden... meinen Schreibtisch räum ich erst auf, wenn ich dort nichts mehr abstellen kann...

    Dann habe ich aber Phasen in denen der ganze Schnikschnack wieder an die Oberfläche kommen muss, sonst fühle ich mich wie im Knast.
    Farbige Bänder, kitschige Figuren, Postkarten... genieße die Farben, Formen und Erinnerungen.

  6. #6
    Pepperpence

    Gast

    AW: Weniger ist mehr!

    Ich habe mich vom Messie zum Minimalisten (für meine Verhältnisse) entwickelt. Allerdings hat diese Entwicklung über ein Jahrzehnt gebraucht. Das bedeutete auch den Abschied von vielen Dingen (vor allem auch viele, viele, viele Bücher). Deko-kram habe ich noch immer, aber wirklich nur das was mir besonders gut gefällt.
    Diese Veränderung hat meinem wirrem Kopf und meinem flatternden Herzen sehr gut getan, Ruhe in mein Leben gebracht und Kräfte freigesetzt die vorher gebunden waren.

    Von daher kann ich das Prinzip "Weniger ist mehr" nur unterschreiben. Gemütliche, volle Bücherregale die fast aus den Angeln platzen und liebevolle Sammlungen schaue ich mir aber noch immer gerne an und finde sie schön. Allerdings bei anderen.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 476

    AW: Weniger ist mehr!

    Also ich kann z.B. keine weißen Wände ertragen. Ich brauche unbedingt Farben und habe da auch schon viel experimentiert.

    Deko (hauptsächlich Souvenirs von Reisen oder Selbstgemachtes) mag ich auch gerne, habe mittlerweile aber auch nicht mehr ganz soviel rumstehen, weil ich zwischendurch immer mal das Gefühl habe, jetzt wird es doch zuviel und dann wird was weggepackt, aber blooooß nicht wegschmeissen, weil man kann es bestimmt nochmal gebrauchen.

    Ich bin mit meinen 42 Jahren bereits 14 Mal umgezogen, was ich durchaus auch als Vorteil ansehe, denn jedes Mal habe ich dann doch mal was weggeschmissen. Wenn ich mir vorstelle ich hätte die ganze Zeit in ein und der selben Wohnung oder gar Haus gewohnt, wäre ich jetzt wahrscheinlich schon Mieter einer Lagerhalle.

    Mittlerweile habe ich aber iwie keine Lust mehr umzuziehen. Meine jetzige Wohnung ist aber auch die erste, wo ich nach 2 Jahren noch sagen kann, hier fühle ich mich wohl hier will ich bleiben. Allerdings denke ich bereits über einen Neuanstrich nach und mein Keller könnte auch mal wieder entrümpelt werden.

    Beim Frühjahrsputz letzte Woche sind einige meiner lang gehegten "Dauerdekodingens" leider zu Bruch gegangen. Ich war zu Tode betrübt, doch wenn ich jetzt so drüber nachdenke war es vielleicht auch ein Form "natürlicher Auslese", wer weiß das schon!

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 520

    AW: Weniger ist mehr!

    Auch ich liebe freie bzw. klar strukturierte (Ober-)Flächen. Empfinde es als erholsam für's Auge. Allerdings nicht klinisch steril. Schaffe es aber nicht wirklich, vor allem über einen längeren Zeitraum.
    Bei anderen kann ich es aber durchaus schön und gemütlich finden, wenn sie ein Händchen dafür haben, ihre grundlegende Ordnung zu dekorieren. Bei mir habe ich das Gefühl, jedwede Dekoration ist nur ein weiteres Teil in der allgemeinen Unordnung. Schönes kommt nicht zur Geltung, wenn es in Gedöns untergeht.

    Immer schon wenn ich mein Zimmer/Wohnung wie wild aufgeräumt habe, war das ein deutliches Zeichen dafür, dass das Chaos im Kopf nicht mehr (aus-)haltbar war. Dann brauchte ich umso mehr äußerliche Struktur. Das ist immer noch so, nur weiß ich, warum. Da mein Alltag spontane wilde Aufräumaktionen nicht immer zulässt, versuche ich, bestimmte Bereiche (Schreibtisch z.b.) immer in "arbeitsfähigem" Zustand zu halten und plane bestimmte Zeiträume im Jahresverlauf ein, für geregeltes tabula rasa.
    Ich weiß, dass für mich auch "weniger oft mehr ist", kriege es aber nicht so gut hin und bin inzwischen auch nachsichtiger mit mir geworden, solange es mich nicht "wahnsinnig" macht.

Ähnliche Themen

  1. Concerta - Dosisanpassung - weniger manchmal mehr?!
    Von AnnaLynne im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 9.07.2014, 22:33
  2. Medikinet - mehr oder weniger
    Von nirvana im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 18.12.2012, 19:24
  3. Weniger Schmerzen durch ADS ?
    Von Motorbiene im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 37
    Letzter Beitrag: 6.04.2012, 20:10
Thema: Weniger ist mehr! im Forum ADS ADHS Allgemeines bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum