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Diskutiere im Thema Wo ist mein Platz in der Gesellschaft? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Ich finde man darf aber auch nicht vergessen, das durchbeissen, und vor allem auch anpassen ein ganz normales Leben eben beinhaltet. Ob mit oder ohne ADHS muss man sich sowohl zwischenmenschlich als auch beruflich anpassen, wenn man nicht zu sehr anecken will.

    Aufgrund des ADHS und auch der Komorbiditäten gibt es wirklich nur sehr sehr wenige, ich denke im einstelligen Prozent-Bereich, die besondere Bedingungen wirklich brauchen, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

    Ob nun aufgrund der Defizite durch ADHS oder aufgrund anderer DInge, die einen an seinem Wunschplatz nur mit exorbitanter Kraftanstrengung oder gar nicht halten, wichtig ist, das man irgendwann akzeptiert, das nicht immer alles geht, was man vielleicht auch noch so sehr will, das heisst aber nicht gleich das andere Extrem. Zwischen Studium und Sozialhilfe gibt es ja nun noch hunderte andere Berufe.

    Bevor man aber seinen Wunschplatz räumt, sollte man es doch aber wenigstens mit allen Mitteln mal probiert haben, ob es mit gewissen Hilfen wie Therapie oder auch Medikamenten nicht doch klappt. Dann kann man auch wirklich Abschied von diesem Wunsch nehmen, und sich neue aufbauen, wenn man es wirklich versucht hat und es trotzdem nicht klappt. Manchmal helfen ja auch relativ kleine Veränderungen enorm.

  2. #32
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Puh, ich hab jetzt den ganzen Thread durchgelesen und kann mich natürlich nicht an jedes Detail erinnern, aber generell kommt mir deine Situation sehr bekannt vor und auch deine, sagen wir mal, "innere Einstellung". Ich habe auch immer wieder gesagt, dies und das kann ich nicht, zu viel Stress, ich kann nur eins auf einmal und das dann auch "richtig" - und es stimmt ja prinzipiell auch! Ich will mir da nicht selber in die Kniekehlen grätschen. Und jetzt das "Aber": Wenn es mir gut geht, kann ich aber auch mehrere Dinge auf einmal, nicht besonders viele, aber immerhin. Wenn es mir gut geht, dann kann ich auch ins Kino gehen, ohne dass ich wegen Popcorngeknusper durchdrehe. Und so weiter.

    So, dafür muss es dir aber auch gut gehen und nein, damit meine ich nicht, das ADS wegzuzaubern, sondern ich glaube (so wie ich es persönlich zumindest erfahren durfte), dass die Komorbiditäten neben ADS einen viel größeren Einfluss auf dein Wohlbefinden und deine Leistungsfähigkeiten haben als das ADS selbst. Wenn du dich allgemein besser fühlst, hat das ADS nicht mehr so einen derartigen "Impact" als wenn du noch mit Ängsten, depressiven Phasen usw. kämpfst. So habe ich es zumindest erfahren.

    Ich habe zuerst ein Diplomstudium und dann ein Bachelorstudium abgeschlossen und war eigentlich schon vor dem Abschluss fertig mit meinen Nerven und am Ende meiner Kraft, aber irgendwie hab ich mich durchgebissen und bin dann erst zusammengebrochen. Nach dem Bachelorabschluss hätte ich mir nie und nimmer vorstellen können, noch den Master zu machen. Jetzt, nach einem halben Jahr, in welchem ich viel über mich selbst erfahren habe, weil ich einfach mal quasi "nix" (außer Bewerbungen schreiben und zu einer Jobcenter-Maßnahme zu gehen) gemacht habe, fühle ich mich wieder in der Lage, ein Masterstudium zu machen. Da man aber dafür Geld braucht und nicht noch einen Kredit aufnehmen will, lass ich das erst einmal. Aber immerhin würde ich es mir jetzt wieder zutrauen.

    Und zwar, weil es mir jetzt wieder gut geht. Und das liegt nicht daran, dass ich das ADS einfach herausoperiert habe, sondern daran, dass meine Komorbiditäten nicht mehr so stark ausfallen. Wenn meine Sorgen und Ängste nicht mehr so stark sind, dann hab ich mehr Energie, mehr Motivation, bin optimistischer. Ich hab trotzdem nen Topf anbrennen lassen, mein ADS ist ja nicht weg. Aber ich merke einfach, wieviel mehr Kraft ich habe.

    Ich persönlich denke, dass du nicht gleich noch einen Master hinterherschieben solltest, man kann sich zwar wirklich durch gewisse Dinge durchbeißen, aber hey, ich fand das Studium schon mega anstrengend und mir hat das Studium Spaß gemacht. Wenn dir das Studium keinen Spaß macht, dann wird dir wahrscheinlich einfach nur nach und nach mehr und mehr Energie flöten gehen und deine Komorbiditäten werden so zunehmen, dass dir ein Abschluss nicht möglich sein wird. Aber da musst du dich selbst mal befragen, wieviel Energie du noch hast oder haben wirst. Es ist nicht das ADS allein, was die Energie saugt, es sind die Umstände...wenn du dein Studium liebst, wenn du sozial eingebunden bist, wenn du Perspektiven hast, dann funktioniert das auch mit ADS. So wie das Schreiben auch mit/trotz ADS funktioniert.

    An deiner Stelle würde ich Eiseleins Tipp zumindest mal andenken bzw auf dich ummünzen. Ich verstehe es sehr gut, dass du dich, wenn, dann ganz für eine Arbeit verschreiben willst und nicht irgendeinen Schmarrn machen willst und nebenbei schreiben. Den Anspruch hatte ich auch mal. Ich bin auch idealistische Geisteswissenschaftlerin, aber im letzten halben Jahr dann doch sehr ernüchtert worden. (Ein ähnlicher Tenor kommt auch bei Eiseleins Beiträgen durch. ) Ich habe auch extrem wenige Praktika (eigentlich nur eins) und naja, die ganzen Gerüchte stimmen: Ohne Erfahrung nimmt dich keiner. Ich will dich nicht demotivieren, aber man entwickelt nach ner Weile Hartz 4 nach dem Studium einfach einen ernüchterten Blick auf die Dinge. Du kannst versuchen, das Beste aus deiner Situation zu machen. Und Eiseleins Tipp ist dabei nicht so schlecht, nur musst du ihn auf dich und deine Situation ummünzen. Vielleicht wäre es gar nicht so schlimm, Deutschlehrer für Flüchtlinge zu werden - wenn man sich eh schon den ganzen Tag mit Sprache beschäftigt, kann man auch abends noch ein paar Seiten am Buch schreiben. Vielleicht findest du ja auch einen Job, der zu deinem Studium passt und sei es nur in einer "geringen" Position, ich weiß ja nicht, was du studiert hast (Literaturwissenschaften, Germanistik?).

    Ich meine, man darf hohe Ansprüche haben, aber man muss auch nach den Gegebenheiten schauen. Und da sehe ich bei dir momentan: ein Studium, das dir keinen Spaß macht, einige Komorbiditäten, Burn-Out-Tendenz. Das alles spricht gegen ein Masterstudium, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Da hilft es auch nicht, wenn du dich selber voranpeitscht, irgendwann ist einfach zu viel. Mach eine Weile was einfaches und vielleicht später noch nen Master. Ich zumindest glaube, dass du erst einmal mit dir selbst klarkommen musst, sonst verstärken sich die Komorbiditäten weiter und weiter. Man muss auch mal gut zu sich sein. Ich meine, es ist ja nix verloren, den Master kannst du auch noch später machen (nur für den Lebenslauf kannst du dich ja auch nicht unendlich aufreiben) - vielleicht auch schon in nem halben Jahr, nach einer kleinen "Auszeit". Glaubst du, du bräuchtest eine kleine Auszeit?

    Aber das nur als Gedankenanstoß von einer, die in einer ähnlichen Situation steckt/e. Wenn manches nicht auf dich zutrifft, dann liegt das in der Natur der Sache.

    P.S.: Wenn du keine "richtigen" Medikamente nehmen willst, kann ich dir auch Passionsblumekapseln (425 mg) empfehlen, die sind rein pflanzlich und helfen zumindest mir super gegen Ängste, Grübeleien und Sorgen und Schlafstörungen (neben einer veränderten inneren Einstellung).
    Geändert von Chamaeleon (12.03.2016 um 16:13 Uhr)

  3. #33
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Eiselein schreibt:
    .......mir von Philosophiestudent und Redakteur, über Jobcenter zur Frührente.........

    Fazit: Beim Begriff "unten" handelt es sich nicht um eine Beleidigung, sondern um eine sachlich klar umrissene, soziologische Sachlage.
    @Eiselein: Bitte nicht falsch verstehen, da ich Dich jetzt nicht persönlich anspreche, sondern allgemein. Dass Deine Situation sicherlich nicht die Beste ist, das habe ich in Dein Posthing rausgehört bzw. gelesen.

    Sicherlich ist eine "Frührente" nicht mein "Traum-Beruf", dennoch wäre es für mich momentan die beste Lösung, bevor ich mich evtl. in 1-2 Jahren anders orientieren kann. Einfach mal eine Zeitlang den Druck von Jobcenter loszukommen. Ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass man einen bestimmten Status haben "muss" um dieses "Ziel" zu erreichen. Alle die ich bisher kennen gelernt habe, die in Frührente gekommen sind, waren oftvorher Gutverdienener, Beamten usw. (So habe ich es jedenfalls in drei Selbsthilfegruppen kennengelernt).

  4. #34
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Hei,
    ja ich kann dir sogar sehr viel, sehr viel Mut machen. Du hast noch Glück, dass du so jung zu dieser Diagnose gefunden hast.
    Bei mir hat es leider 50 Jahre gelebtes Leben gedauert.

    Schau auf meine Hilfe und die Tipps, dann weißt du mehr.
    eine gute Zeit.lg

  5. #35
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    stimmt @Haubentauche: Ich denke, dass "dionne" Glück hat, dass er seine Diagnose relativ früh bekommen hat. Ich habe meine ja auch erst in den 50er bekommen, und frage mich wie es gewesen wäre, wenn ich es schon mit 18 oder 20 gewusst hätte.

  6. #36
    Celestis

    Gast

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Eiselein schreibt:
    Fazit: Beim Begriff "unten" handelt es sich nicht um eine Beleidigung, sondern um eine sachlich klar umrissene, soziologische Sachlage.
    Es ist also eigentlich ganz einfach: die Armutsgrenze, mithin die Trennlinie zwischen mittel und unten liegt in Deutschland bei rund 9oo Euro. Wer weniger Einkommen hat, ist unten. Selbstverständlich bin ich auch unten. Die Festellung kann also allein aus diesem Grund schon nicht beleidgend gemeint gewesen sein, weil ich mich ja damit sozusagen beleidigen würde. Unten ist nun mal unten und oben ist nun mal oben, eine besondere Beleidigung oder Beschuldigung ist damit nicht verbunden.
    Zitat Reinhard May - Song :Sei Wachsam:
    Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.


    Ich selber beziehe eine Minirente mit Lebensunterhalt
    Harz 4 "niveau" - unten = Unterschicht ist auch Fakt.

    Wer leider ein mal ganz unten ist, kommt nicht mehr
    wirklich hoch, weil es die Gesellschaft nicht wirklich will.
    Ist leider auch Fakt

    In der heutigen Gesellschaft, gib es doch fast nur noch
    Arm und Reich und dazwischen gib es fast nichts mehr.
    Das ist nicht nur in Deutschland so

  7. #37
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 908

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Celestis schreibt:
    Zitat Reinhard May - Song :Sei Wachsam:
    Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.


    Ich selber beziehe eine Minirente mit Lebensunterhalt
    Harz 4 "niveau" - unten = Unterschicht ist auch Fakt.

    Wer leider ein mal ganz unten ist, kommt nicht mehr
    wirklich hoch, weil es die Gesellschaft nicht wirklich will.
    Ist leider auch Fakt

    In der heutigen Gesellschaft, gib es doch fast nur noch
    Arm und Reich und dazwischen gib es fast nichts mehr.
    Das ist nicht nur in Deutschland so

    das ist das problem es ist nicht mehr schön .. kenne das mit unten ist bei meinen bruder auch so echt schimm..
    macht mich auch traurig .. habe auch das vertrauen zu den menschen verloren ..

  8. #38
    Celestis

    Gast

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Mopet schreibt:
    das ist das problem es ist nicht mehr schön .. kenne das mit unten ist bei meinen bruder auch so echt schimm..
    macht mich auch traurig .. habe auch das vertrauen zu den menschen verloren ..
    Das Problem sind nicht die Menschen, sondern die Politiker und Lobbyisten

  9. #39
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 908

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    ja du hast recht aber das geht auf gewisse menschen über .. und das sind sehr viele ..

    erlebe es zur zeit da meine mutter verstorben ist und ich mich und mein bruder uns mit ämtern rum ärgern müßen..

    dieunszeigen das sie die größten sind .. oh man mich kotzt das so an ..

    möchte manchen aufs maul hauen .. nur wir brauchen die echt zum

  10. #40
    Celestis

    Gast

    AW: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

    Ohh Mopet mein Beileid

    Ja Ämter machen immer auf Dicke HOSE, aber es gibt Hilfe.
    Hier sind ein Parr Foren, die dich entlasten und viele Tipps geben.


    Hartz IV Forum - Hilfe zum Arbeitslosengeld II

    Hartz IV Forum

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