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Diskutiere im Thema Wie hat man AD(H)S entdeckt? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    "Das ist ja noch diskutabel, da wird ein erfahrener Diagnostiker, wenn er überzeugt ist, auf die 1-2 Punkte pfeiffen.

    Aber was machst du mit "harten" Kriterien wie der "Erstmanifestation im Alter vor XY Jahren", wenn die einfach nicht erfüllt sind? "

    @ /dev/ random: würde dazu gerne was sagen können, bin aber leider übefragt damit

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    Ohne Leidensdruck wird der Betroffene vermutlich noch nicht mal den Fachmann aufsuchen .

    Das sortiert sich also etwas von selbst.


    Wenn man aber dem Diagnostiker schon die "richtigen Geschichten" erzählen muss, nur um ihn auf den richtigen Pfad zu bringen, also ohne "Manipulationsabsicht"..

    ..dann ist es aber einfach ein schlechter Diagnostiker!

    Mit einem guten Diagnostiker könnte man auch länger über das Wetter oder Politik reden und er würde ADHS - wenn vorhanden - mit guter Sicherheit "herausriechen"

    trifft den Nagel auf den Kopf, wobei wir auch wieder dabei sind, dass sehr viele ADHS-Therapeuten selber "ADHSler" oder ADHSler sind...von Klaus-Peter Lesch z.B. weiß ich, dass er selber 3 Söhne mit Diagnose ADHS hat, Corrie Neuhaus ist ein Musterbeispiel für ADHS usw.

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    ChaotSchland schreibt:
    "Aber was machst du mit "harten" Kriterien wie der "Erstmanifestation im Alter vor XY Jahren", wenn die einfach nicht erfüllt sind?"

    @ /dev/ random: würde dazu gerne was sagen können, bin aber leider übefragt damit
    Vermutlich wie ChaosQueeny sagte:

    Entweder der Diagnostiker setzt sich über die Kriterien hinweg und begibt sich dabei eigentlich ein wenig in den Graubereich.

    Oder dem Betroffenen bleiben Behandlungen vorenthalten, die vermutlich helfen würden.

    Oder, dritte Möglichkeit, eine potentielle falsch-positive ADHS-Fehldiagnose wurde abgewendet.


    Tja...



    ChaotSchland schreibt:
    "Mit einem guten Diagnostiker könnte man auch länger über das Wetter oder Politik reden und er würde ADHS - wenn vorhanden - mit guter Sicherheit "herausriechen" "

    trifft den Nagel auf den Kopf, wobei wir auch wieder dabei sind, dass sehr viele ADHS-Therapeuten selber "ADHSler" oder ADHSler sind...von Klaus-Peter Lesch z.B. weiß ich, dass er selber 3 Söhne mit Diagnose ADHS hat, Corrie Neuhaus ist ein Musterbeispiel für ADHS usw.
    Und erstaunlicherweise sind gerade die ja nicht voreingenommen, wie man ihnen unterstellen könnte.

    Also im Sinne: "Die haben es selbst, die sehen dann überall nur noch ADHS / ADS."

    Nein, im Gegenteil. Es sind mitunter die Besten darin, ADHS / ADS korrekt bzw. sinnvoll abzugrenzen!
    Geändert von /dev/random ( 5.11.2015 um 21:39 Uhr)

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.926

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    Nein, das sehe ich auch etwas anders.

    Gehen wir z. B. mal von der Impulsivität aus. Impulsivität verbindet einer z. B. mit spontanen Einkäufen, weil er die immer getätigt hat. Die hat er aber inzwischen mit diversen Hilfsmitteln im Griff. Für ihn ist sie also gebannt und folglich sagt er: "Nein!" und er erzählt die Geschichte mit dem Einkaufen. - Viel später nach der Diagnostik fällt ihm aber auf, dass er immer noch impulsiv Zusagen gibt, wenn es darum geht, sich mit Freunden zu treffen, obwohl er eigentlich etwas anderes tun sollte. Oder er stellt zum Beispiel fest, dass er noch ein impulsives Essverhalten hat, weil er zum x. Mal seine Diät nicht geschafft hat. Folglich hätte die Antwort: "Ja!", lauten müssen und er hätte eben eine dieser Geschichten erzählen müssen. Tatsache ist, dass Diagnostiker den Schwerpunkt oft nur auf 1-2 oder nur ein paar wenige Sachen legen und nicht auf alle Möglichkeiten - das wäre vermutlich auch gar nicht möglich. Leider.


    Und auch nicht alle lassen sich aufgrund eines Leidensdruck diagnostizieren. Manche entdecken sich so z. B. über ihr Kind. In erster Linie wollen sie sich und gerade das Kind besser verstehen, aber nicht immer herrscht wirklich Leidensdruck - manchmal kommt der aber dann auch noch. Wobei die bereits bestehende Diagnose die Behandlung dann erleichtert.

  5. #25
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    Die von dir beschriebenen Diagnostiker sind dann aber diejenigen, die hauptsächlich stur einen Fragenkatalog abarbeiten.

    Und M. Winkler schrieb mal sinngemäß, wie gut ein Diagnostiker wäre erkenne man daran, wie wenig er auf solche Fragebögen angewiesen wäre.


    Natürlich braucht es eine gewisse Validität und Wissenschaftlichkeit.

    Die Erfüllen diese "weniger formalisierten" Diagnostiker aber auch hervorragend!

    Sie klopfen die gleichen Themenbereiche ab wie die gängigen Fragebögen, also durchaus strikt die wissenschaftlichen Kriterien. Sie benutzen dafür nur nicht Standard-Fragen. Denn die sind, wie du eigentlich schön belegt hast, nicht immer passend.

  6. #26
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.926

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    Du willst ernstlich behaupten, du wurdest z. B. nach deinem Essverhalten gefragt oder ob du spontan Freunden zusagst, obwohl du etwas anderes tun solltest? Ich kenne bisher keinen Mitchaoten, bei dem zumindest das Erste abgefragt wurde. Letzteres schon eher, aber auch nicht immer. Wobei auch nicht immer spontane Einkäufe auf den Tisch kamen.

    Ich glaube nicht, dass das einen guten oder schlechten Diagnostiker ausmacht. Nun hat ja auch nicht jeder Diagnostiker AD(H)S und nicht jeder mit AD(H)S ist gut ... Ich würde behaupten, dass es einfach ein Missverständnis in der Kommunikation und das Quentchen falsche Wahrnehmung ist. Aber eben etwas, was wirklich starke Auswirkungen haben kann ...

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    Ich glaube so spezielle Dinge wie z.B. das mit den Beispielen der Impulsivität sind nicht soooo irreführend für die Diagnostik, da ja dies nicht allein das Kriterium für eine Diagnose ist. Bei einem Subtyp kann sie gar ganz fehlen.

    Wenn Impulsivität wirklich in starkem und krankhaftem Maß da ist, dann kann man eigentlich auch zumindest einen Teil der Fragen mit ja beantworten, oder zumindest einen Teil aus der Kindheit. Und wenn es wirklich starke Probleme in der Impulsivität in bestimmten Bereichen gibt, dann sieht man das (z.B.Gewicht) oder man erwähnt es auch selbst, weil man oft drauf angesprochen wird oder es wirklich selbst merkt.

    Beim Essverhalten äussert sich z.B. krankhafte Impulsivität in starkem Übergewicht, oder Essstörungen oder extremen Geldausgeben für Essen (was man gar nicht schafft).
    Eine nicht geschaffte Diät ist glaube ich bei den meisten Menschen "normal"


    Ich denke es ist wirklich das A und O den Leidensdruck anzuerkennen für den Patienten. Das A und O für die Diagnose ADHS ist es, die Schwere der objektiven Symptomatik zu ermitteln. Denn eine Diagnose folgt ja eigentlich nur aus einem ganz bestimmten krankhaften Geschehen.

    Das es Menschen gibt, die eine Persönlichkeit haben, die ohne Krankheitswert den Symptomen der ADHS ähneln hat ja nichts mit der Diagnose ADHS zu tun. Genau da ist doch die Grenze. Auch für viele andere psychiatrische Erkrankungen. Nicht jeder der vorsichtig ist hat eine Angststörung, und nicht jeder der still ist hat Autismus.

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    ChaosQueeny schreibt:
    Du willst ernstlich behaupten, du wurdest z. B. nach deinem Essverhalten gefragt oder ob du spontan Freunden zusagst, obwohl du etwas anderes tun solltest?
    Ich meine schon! Also Essverhalten definitiv. Ebenso definitiv Finanzen und so vieles mehr.

    Das diagnostische Interview war jedenfalls sehr, sehr lang und sehr wenig formalisiert.

    Bzw. der formalisierte Anteil (vorgegebene Fragen abarbeiten) nahm nur einen sehr kleinen Teil ein. Aber selbst dabei hat der Diagnostiker die Fragen so erläutert und mit Beispielen versehen, dass Missverständnisse wie von dir beschrieben eigentlich nicht aufkommen konnten.

    Und insgesamt kamen viele Fragen und Themen auf, die du so wortwörtlich in keinem Fragebogen finden würdest, aber genauso zielführend waren.

    Ich würde auch behaupten diesem Diagnostiker hätte man mit auswendig gelernten Antworten nichts vormachen können. Im Gegenteil - das hätte der ziemlich schnell "gerochen". Übrigens ein weiterer Vorteil einer individuellen Interviewstrategie!


    ChaosQueeny schreibt:
    Ich würde behaupten, dass es einfach ein Missverständnis in der Kommunikation und das Quentchen falsche Wahrnehmung ist. Aber eben etwas, was wirklich starke Auswirkungen haben kann ...
    Ja, es ist ein Missverständnis! Aber eben genau das, was entsteht, wenn man stur Fragebögen runterbetet und "wörtlich" abfragt!
    Geändert von /dev/random ( 5.11.2015 um 22:18 Uhr)

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    aber jetzt mal ehrlich, wer hat denn hier wirklich nur die Fragebögen gehabt und nichts anderes? Keine Fragen oder ein Gespräch? Das sind doch wirklich wenige, und da kann ist die falsch negative Diagnostik dann genauso hoch wie die falsch positive. Eigentlich kann man das dann gar nicht Diagnostik nennen.

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Wie hat man AD(H)S entdeckt?

    Soll leider vorkommen.

    Vor allem wenig erfahrene Behandler, bei denen das der vierte oder fünfte Fall ist, die dann sehr "fragebogengläubig" sind, weil selbst unsicher.


    Ist zum Beispiel auch einen riesen Unterschied, ob man mit dem Patienten erst die Fragebögen macht und dann ausführlich redet.

    Oder erst ausführlich redet und am Ende noch die Fragebögen...

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