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Diskutiere im Thema Warum kam bei mir keiner auf die Idee, ich könnte AD(H)S haben? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 307

    AW: Warum kam bei mir keiner auf die Idee, ich könnte AD(H)S haben?

    In Momenten in denen es mir nicht gut geht (was derzeit leider häufiger vorkommt, da meine Zukunft derzeit recht unklar und wage ist) hadere ich auch mit der Vergangenheit und wünschte mir ich hätte meine Diagnose bereits in der Jugend erhalten.
    Aber wenn ich mir das auszumalen versuche, beschleicht mich der Gedanke, daß meine Jugend auch dann nicht besser verlaufen wäre.
    Vor allem deswegen, weil das Verständnis damals noch geringer war als heute.

    Meine Mutter wäre ganz bestimmt nicht sensibler mit mir umgegangen.
    Einerseits weil sie das - wie ich vermute - gar nicht kann und andererseits weil sie mit der Situation als alleinerziehende Mutter komplett überfordert war.

    Ob ich damals auf die Diagnose so erleichtert reagiert hätte wie heute?
    Oder ob ich mich noch mehr als "anders" empfunden hätte?
    Das kann ich natürlich nicht einschätzen.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Warum kam bei mir keiner auf die Idee, ich könnte AD(H)S haben?

    Die Frage wie mein Leben wohl verlaufen wäre wen ich die Diagnose bereits im Kindesalter bekommen hätte beschäftigt mich auch ziemlich oft. Bei mir war es allerdings so, das ich nach einer Reihe von Auffälligkeiten zu einem Psychologen gehen sollte. Meine Mutter hat es damals jedoch ignoriert und vor meinem Vater verheimlicht, da sie wohl Angst hatte das ich aufgrund dessen stigmatisiert werde.. Diese Erinnerung war irgendwie immer in meinem Hinterkopf, allerdings habe ich es nie mit ADS in Verbindung gebracht, da ich ja keine Ahnung hatte was ADS bedeutet.

    Ich will meiner Mutter deswegen auch keine Vorwürfe machen (fällt mir zwar nicht immer leicht aber naja). Da sie beim Tot ihrer Mutter für 2 Monate wegen Depressionen in einer Klinik war, was dann auch das ganze Dorf wusste und naja die wenigsten reagieren da verständnisvoll da ein Klinikaufenthalt in unserer Gesellschaft mit "irre" gleichgestellt wird. Diese Erfahrung wollte sie mir wohl ersparen, aber naja geholfen hat es nicht :/.

  3. #13
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 307

    AW: Warum kam bei mir keiner auf die Idee, ich könnte AD(H)S haben?

    Kautsch schreibt:
    Ich will meiner Mutter deswegen auch keine Vorwürfe machen (fällt mir zwar nicht immer leicht aber naja)
    Ich weiß wie schwierig es manchmal ist zu vergeben.
    Liegt das vielleicht auch daran, daß es AD(H)Slern schwerer fällt sich in andere hineinzuversetzen?


    Die letzten Tage ging mir (unter anderem) folgendes durch den Kopf:
    - wenn heute ein Kind diagnostiziert wird, wer entscheidet ob Medikamente gegeben werden oder nicht? Die Eltern? Der Arzt? Hat das Kind evtl. auch Mitspracherechte?
    - wenn die Entscheidung gegen Medikamente fällt, wird das Kind dann so akzeptiert wie es ist? Oder wird von außen Druck ausgeübt, doch Medikamente zu verabreichen?
    - wenn Medikamente gegeben werden, wie empfindet das Kind das Ganze? Hat es das Gefühl Teile seiner Persönlichkeit sind "falsch" und müssen medikamentös unterdrückt werden?


    Sternzeichen: Dummfrager

  4. #14
    izy


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Warum kam bei mir keiner auf die Idee, ich könnte AD(H)S haben?

    kupferkopf schreibt:

    - wenn heute ein Kind diagnostiziert wird, wer entscheidet ob Medikamente gegeben werden oder nicht? Die Eltern? Der Arzt? Hat das Kind evtl. auch Mitspracherechte?
    - wenn die Entscheidung gegen Medikamente fällt, wird das Kind dann so akzeptiert wie es ist? Oder wird von außen Druck ausgeübt, doch Medikamente zu verabreichen?
    - wenn Medikamente gegeben werden, wie empfindet das Kind das Ganze? Hat es das Gefühl Teile seiner Persönlichkeit sind "falsch" und müssen medikamentös unterdrückt werden?

    Sternzeichen: Dummfrager

    Bei meinem Sohn (9) wurde ADHS diagnostiziert was uns betrifft kann ich dir diese Fragen gerne beantworten

    - letztendlich entscheiden die Eltern, ich hab mich unter anderem lange mit meinem Sohn hingesetzt und ein Gespräch geführt ob er es mit Medikamenten versuchen möchte
    - dazu kann ich dir leider keine Antwort geben
    - mein Sohn sagt er kann sich mit den Medikamenten endlich konzentrieren, er sagt selbst endlich tut er sich nicht mehr so schwer, die Schule und die Hausaufgaben sind kein
    stundenlanger Kampf mehr. Letztens hatte er eine Panikattacke da sagte ich zu ihm ": wenn das öfter vorkommt dann müssen wir die Medikamente überdenken." Sein Konter war :"Nein sicher nicht Mama, lieber dieses eine Problem als alle anderen Probleme die ich davor hatte." (zum Glück war die Einmalig)



    Ich selbst kam auf Idee nach der Diagnose meines Sohnes durch viele Gespräche mit meiner Mama und auch dem Psychologen meines Sohnes fehlt nur noch die schriftliche Diagnose.

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.956

    AW: Warum kam bei mir keiner auf die Idee, ich könnte AD(H)S haben?

    Ich versuche es mal ...


    Vermutlich stellt sich auch die Frage, ob ein Kind das eben in den jungen Jahren und ggf. der verzerrten Wahrnehmung das auch wirklich beurteilen kann ...

    Sicherlich kann man eine Menge erklären und beschreiben, aber wenn ich ehrlich bin, nachdem ich jetzt selbst erlebt habe, wie die Medikamente wirken können - darauf hat mich keine Erklärung und keine Beschreibung wirklich drauf vorbereitet ... Erst mit dem wirklichen Erleben kam auch ein Grossteil des Verstehens.


    Letztlich entscheiden die Eltern oder sollten es tun, denn eigentlich sollten sie ihr Kind auch am besten kennen. Je nach Alter sollte das Kind aber durchaus ein Mitspracherecht haben, denn gegen den Willen des Kindes medikamentös zu behandeln wollen führt - gerade auch bei älteren Kindern - garantiert nicht zum "Erfolg".

    Wenn es gute Gründe dagegen gibt oder das AD(H)S nicht so sehr ausgeprägt ist, alternative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, warum sollte man sie nicht ausprobieren, solange sie nicht völlig absurd sind.
    Manche Sachen bieten sich aber oft auch erst mit einer medikamentösen Behandlung an (Eine Psychotherapie greift z. B. oft erst unter medikamentöser Behandlung, weil der Patient sonst gar nicht dazu in der Lage ist davon wirklich zu profitieren.), denn die Diagnostik wurde oft ja nicht ohne Grund angestrebt. Es gibt oftmals wirklich schwerwiegende Probleme und zumeist wurde ja schon im Vorfeld wirklich Vieles eher ergebnislos ausprobiert.
    Und unabhängig von den Medikamenten, sollte das Kind möglichst immer angenommen werden wie es ist - auch wenn es manchmal verflixt schwer ist. Aber es ist ja nicht so, als wenn das Kind einfach mal so beschlossen hat, nun eben mal "quer zu schiessen". Es steckt ja kein böser Wille dahinter ...

    Die Kinder, die ich kenne, empfinden es meist als "Befreiung". Endlich lösen sich ein paar der Probleme oder lassen sich mit Hilfe der Medikamente und weiterer Hilfe lösen. Sie merken schon, dass sie mit Medikament "anders" sind, empfinden das aber nicht als unangenehm, wenn sie auch ohne Medikamente angenommen werden. Im etwas fortgeschrittenen Alter wissen sie sehr wohl um den Nutzen und manche fragen z. B. auch an Tagen in den Ferien danach, wenn etwas "Besonders" ansteht, weil sie eben den Nutzen daraus ziehen möchten. Sie fühlen sich nicht "falsch", sondern sehen die Medikamente eher als willkommene Ergänzung, die ihnen Sachen ermöglichen, die sie ohne nicht könnten, aber gerne können würden und nun mit Medikamenten endlich auch umsetzen können. - Das geht aber nur, wenn es MIT den Kindern in Zusammenarbeit geschieht. Gegen ihren Willen gegeben, werden sie die Medikamente eher irgendwann völlig ablehnen.

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