Nabend zusammen,

ich weiß, ist vermutlich nicht ganz der richtige Bereich dafür. Nur komme ich in den entsprechenden Forumsbereich nicht rein und weiß nicht wo ich die Anfrage dafür machen muss :-)

Nun, ich muss hier zu dem Thema ein paar Gedanken los werden und würde mich über den einen oder anderen Ratschlag freuen...

Das Thema Beziehung war schon in meinen ganzen Leben ein sehr heikles Thema. Meine Impulshaftes Verhalten machte so oft viele viele Probleme und die Sache vor allem nicht einfach... Dazu gesellt sich auch eine Art "Angst", sich auf jemanden einzulassen. Und vor allem nicht zu wissen was ich wollte.
Wenn ich recht überlege, sehe ich so ein paar Muster.

Nach 16 Jahren bis zum 20. Lebensjahr war es meistens so, dass ich mich zwar hier und da verknallte, meistens aber direkt nach 2-3 Wochen mich wieder abschottete und kehrt machte... Anfänglich war ich nicht in der Lage mit der betreffenden Person zu sprechen. Ich brach einfach den Kontakt ab weil ich damals schon einfach zu ängstlich war.

Mit den Jahren entwickelte ich mich weiter, und ich konnte schon eher mich solchen "Problemfällen" stellen. Allerdings entwickelte sich, zumindest meine Vermutung, dadurch eine Angst vor Bindungen. Einfach vor allem aus der Tatsache heraus, dass ich jemanden nicht unnötig verletzten möchte, weil ich mir mal wieder nicht sicher bin was ich will.

Oft ist es einfach so, irgendwo wünsche ich mir immer jemanden an meiner Seite, auf der anderen Seite sobald ich dann jemanden habe, fühle ich mich dann auch wieder sehr schnell bedrängt und in die Enge getrieben. Oft kommen dann Gedanken, was ich als Single dann alles machen könnte, was ich alles verpasse, und wie eingeschränkt ich in meinen Handlungsmöglichkeiten dann bin... Also richtiges Kopfkino was das ganze in Frage stellt...

in meinem ganzen Leben hatte ich bisher eine einzige Beziehung die 2-3 Jahre ging. Davor ein halbes Jahr und davor kleine Techtelmechtel... entweder ich wurde versetzt, oder ich war mir nicht sicher.
Das schlimmste was mir oft passierte war, erst verliebte ich mich förmlich unsterblich in jemanden, und plötzlich verschwinden die Gefühle nach und nach...

Bei der ersten längeren Beziehung war das auch oft ein Kampf... es war ähnlich. Die Gefühle am Anfang waren sehr stark, danach "pegelte" es sich ein... könnte man so sagen. Es ist als ob einfach so schnell es zu sehr alltäglich wird, dass ich Schwierigkeiten hab, die Gefühle wirklich einzuschätzen. Oft ist es dann so, sobald Verlustängste wach werden, werden die Empfindungen wieder stark bemerkbar...
Aber ich schweife ab. Die Beziehung war schon damals eine harte Probe für mich, weil ich eben hin und her gerissen war und nicht wusste was ich möchte. Dazu ist die Problematik, dass ich sehr schnell eingeschnappt bin. Diskussionen führten oft dazu, dass Streitereien aufkommen und sich aufbauschen.. Sobald ich so geladen bin, sage ich schnell verletzende Dinge... Naja, diese Beziehung hielt jedenfalls 2-3 Jahre. War oft mit Streit gekennzeichnet. Wobei mein Lebenspartner damals auch ein HB-Männchen war... Wenn also beide Probleme in der Richtung haben, muss es wohl so ausgehen. Damals entschloss ich mich schlussendlich die Beziehung zu beenden weil ich mich nicht mehr glücklich fühlte.

Danach vergingen erstmal 4 Jahre. Es dauerte auch bis ich mich mal verliebte, aber das war meistens dann nichts. In der Zeit hatte ich ohnehin dann eher Pech. Wenn ich mich mal verliebte, wurde ich relativ schnell und eiskalt abserviert....
Naja, ich hatte mich aber immer schnell gefangen. Schließlich erkannte ich für mich selbst, dass das höchste Glück auf Erden nicht daraus besteht, ob man jemanden an der eigenen Seite hat, sondern was man aus sich macht. Zumal man ein Leben aufbauen muss, um es mit jemanden teilen zu können.

Letztes Jahr war merkwürdig. Ich verliebte mich tatsächlich in Folge 4 mal im Lauf des Jahres. Und war jedes mal auf die Fresse gefallen...
Zum Ende des Jahres, also das 4 mal dann, lernte ich dann jemanden kennen, verliebte mich auch, aber es war für mich echt schwierig mich einzulassen. Kein Wunder...
Andererseits war wieder diese typische Sache von mir, dass ich nicht wirklich einschätzen konnte, was ich möchte...

Hin und her gerissen von der Person, die mich auf ganz anderer weise berührt und mich anders behandelt als alle anderen davor, ließ ich mich dann doch noch ein... Naja, für 2 Monate bis mein neuer Job anfing. Wir hatten vor allem den Fehler gemacht und hatten wirklich jede freie Minute miteinander verbracht... Anfänglich wars schön, aber dann kamen Gefühle der Überforderung und ein Unwohlsein, weil ich kaum Zeit für mich hatte.
Naja, der Witz mehr oder weniger ist, nach dem "Schlussmachen" hatten wir trotzdem Zeit miteinander verbracht und gingen vor allem immer gemeinsam zum Sport. Ich war überrascht, dass er überhaupt den Kontakt hielt und damit umgehen konnte...

Nach Februar März kam es dann, dass wir nach ner Nacht dann uns auf einen neuen Versuch einließen...

Nun, dann folgte eine Zeit von absoluter Harmonie, und bösen Streitereien. Es fing da an, wo ich mit ihm zusammengezogen war. Ab da hatte ich kaum Zeit mehr für mich alleine und wir hatten wieder jede freie Minute miteinander verbracht. Ich war auch in einer art Passivität verfallen, in der ich meine Wünsche nur schwer äußern konnte... Naja, ab da kamen dann auch so einige Macken zu Tage, sowohl von mir als auch von ihm...
Musste mich oft verrückten Sachen meines Freundes stellen, die am Rande des gesunden Menschenverstands waren. Ob er Eifersüchtig war auf meinen Bruder weil ich mich zu gut mit ihm verstand, andere Eifersüchteleien, oft Vorwürfe vor allem wenn ich was vergessen hatte, und oft ist es so, dass ich mich wie als Kind behandelt fühlte... Andererseits sticht auch ein weiteres Problem von meiner Seite raus...
Durch meine Impulsivität reagierte ich oft über. Vor allem wenn mal ein Kommentar oder Hinweis kam, den ich schnell als Vorwurf, oder böse missverstand. Von mir kam dann schnell böse Worte und das ganze entwickelte sich zum verbalen Pingpong und erhitzte Gemüter.
Oft schwang meine eigene Stimmung bei sowas extrem um, dass ich ihm sehr böse vom Kopf gestoßen hatte. Teilweise ziemlich rücksichtslos um ehrlich zu sein. In der Regel wird bei mir bei Auseinandersetzungen oft ein Fluchtimpuls wach...
Naja, weiter. Nach einen Streit über einen Betriebsausflug wo ich mal eingeladen wurde, wurde mir dann vorgeworfen ich hätte seine Pläne für das betreffende Wochenende kaputt gemacht... Ab diesem Moment, ging es auch nur noch bergab, weil mich das Verhalten völlig schockiert hatte...

Irgendwann machte ich dann noch mal Schluss, weil ich einfach nicht mehr konnte... Ich fühlte mich auch ziemlich unglücklich, weil ich die ganzen Themen die ich während der VT durchgekaut hab, mit ihm nicht umsetzen konnte. Von Wochenplänen angefangen, die Übungen die ich machen wollte. Meine Hobbys vernachlässigte ich, Freundschaften...

Ich folgte da nur noch der Logik, obwohl es mir selber weh tat. Wenn ich wieder glücklich werden wollte, musste ich irgendwie mein altes Leben wiederherstellen.

Nun... theoretisch.

Nach einer 1-2 Wochen funkstille kamen wir wieder zusammen, als ich mit bekam, dass er wohl jemand anderen in Aussicht hätte. Ab da wurden Verlustängste wach und die Gefühle meldeten sich wieder zu Wort... Danach lief es echt prima. Er gab sich echt mühe und ich mir auch soweit. Ich fing auch parallel wieder mit Ritalin an und war auch echt überglücklich darüber, weil ich nicht mehr so aufbrausend wurde.
Wir hatten auch eigentlich die Abmachung, dass ich die ersten 3 Tage in der Woche bei mir Zuhause penne und Zeit für mich hab. Naja, das Problem war natürlich, dass wir das nicht so umgesetzt hatten... Stellenweise gab dann doch noch Streitereien und Missverständnisse darüber...

Es sind nun 6 Wochen vergangen. Diese Woche hatte ich das erste mal 2 Tage für mich gehabt... es war doch eine Erleichterung für mich. Das schlimmste ist jedoch, dass ich mich zu gut dabei fühlte... Meine Empfindungen sind auch wieder auf einen Tiefstand und weil wir wieder einfach zu viel Zeit miteinander verbracht hatten, fühle ich mich im Augenblick nicht mehr wirklich wohl... Meine Hobbys habe ich wieder vernachlässigt, weiterhin ebenso meine Freundschaften. Es ist grausig, dass ich nicht in der Lage bin, alles unter einen Hut zu kriegen, planen und umzusetzen, wenn ich mit jemanden zusammen bin....

Derzeitig bin ich wieder am grübeln. Ich brauche definitiv wieder Zeit für mich. Es ist wie mit Schokolade. Man kann so viel Schokolade auf einmal essen, bis man nachher sich übergeben muss... So in etwa fühle ich mich gerade...
Auf der einen Seite möchte ich ihn nicht missen, aber es muss definitiv was passieren.

Nun soweit diese Story. Sorry für den vielen Text. Leider ist das jedoch nur die Spitze des Eisberges

Daher mal eine Quintessenz zum nachdenken was mich so bewegt...

- Mein Problem mit Nähe und Distanz
- Im handeln oft unberechenbar zu sein und schlage schnell einen vorm Kopf
- Mein Impulsproblem was ich zumindest mit den Medis im Griff kriege
- Mein Problem Wünsche zu äußern. Ich warte oft zu sehr bis es zu spät ist und ein Leidensdruck entsteht
- Das Thema Gefühle, was bei mir echt unberechenbar ist...
- Ich mag nicht immer alleine sein, brauche aber die Einsamkeit um mich wieder auszugleichen

Was mich an der Stelle mal erschrocken hatte... Ich hatte mal zum Thema Borderline mal auf Wikipedia nachgelesen. Viele dort angesprochenen Verhaltensweisen entsprach den meinen... Natürlich überschneiden sich ADHS und Borderline. Also kann man das nicht ganz pauschal sagen.

Wie ist das Thema bei euch... Sind Beziehungen für euch ebenfalls manchmal eine Zerreißprobe?

So, das wärs dann erstmal von mir