tasseKaffee schreibt:
Mich erinnert das an mein Studium.
Ich hab was kreatives studiert, und die Aufgabenstellungen waren möglichst offen, sodass jeder machen kann worauf er Lust hat.

Ich find es dagegen viel einfacher, wenn ich wenigstens ein paar Beschränkungen in der Aufgabenstellung habe, denn wenn ich theoretisch alles machen kann, kann ich auch nix machen.
(Und aus Erfahrung weiß ich: wenn ich einfach mache worauf ich grad Lust hab, entferne ich mich total vom Thema oder ich mach das, was ich sowieso immer mache. Wirklich anspruchsvoll ist das nicht. Interessanter bzw. schwieriger wird es, wenn man etwas tun soll, was unter bestimmten Bedingungen nur schwer möglich ist. Da fängt man dann an kreativ werden und zu tüfteln.
Wobei: man merkt doch, dass es bestimmte Sachen gibt, die man nicht machen soll. Oder dass die "guten" Sachen meist in eine bestimmte Richtung gehen. Also gibt es da klare Bedingungen, die werden nur nicht ausgesprochen. Vielleicht sind sie dem Lehrer eher unbewusst und deshalb werden sie verneint)
Oh ja!

Geht mir auch immer so. Ich brauche ein möglichst klares Ziel und einen Rahmen. Wenn ich Ziel und Rahmen selbst setzen soll, bin ich völlig verloren, weil ich so viele Möglichkeiten und Ziele sehe und mich dann im Chaos verliere.

Ich habe letztes Jahr mehrere Wochen an einer doofen Kurzpräsentation herumgeknorzt, die ich vorbereiten sollte, weil das Thema so komplex war.

Dann sagte mein Chef: okay, wenn du eine Einschränkung willst... maximal 5 Folien und kein Text, nur Bilder/Grafiken.

15 Minuten später hatte ich die Präsentation fertig. Ich war selbst überrascht, wie leicht das plötzlich war.