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Diskutiere im Thema Wie wichtig ist euch, dass es endlich mehr Fortschritt bei ADHS gibt? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Wie wichtig ist euch, dass es endlich mehr Fortschritt bei ADHS gibt?

    Dass es merh Forschung gibt finde ich nicht schlecht und mache da mit, wenn etwas in der Gegend gibt.

    Aber dann ist mich, wie viele anderen, Aufklärung in der Gesellschaft auch sehr wichtig, da wir auch auf eine gute Umfeld angewiesen sind um uns gut zu entwicklen, also, kann man durch Abklàrung etwas erreichen... Auch dadurch kénnen noch nicht diagnostisierten die wirklich eine Antwort suche, schneller darauf kommen...

    Ich hatte eine ehemalige Arbeitskollegin ermutigt ihre Sohn (verdacht hatte sie schon) sich testen zu lassen, auch wenn die Lehrern meinten, er sei nur faul. So was in unsere Umfeld können wir auch manchmal machen.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Wie wichtig ist euch, dass es endlich mehr Fortschritt bei ADHS gibt?

    Ich wollte mal ein kurzes Update zu diesem Thema geben: Ich bin nun in der Zwischenzeit wegen meiner extremen ADHS-bedingten "Lebensunfähigkeit" in ein betreutes Einzelwohnen gezogen und war wieder überrascht, wie wenig sich die Betreuer und Sozialpädagogen dort mit ADHS auskennen und verstehen, was diese Defizite wirklich bedeuten.
    Dabei habe ich wieder gemerkt, wie dringend unsere Gesellschaft immer noch Aufklärung zu Erwachsenen-ADHS braucht (hatte das unterschätzt und dachte nach nun über 10 Jahren von Vorträgen, Weiterbildung usw. wäre das endlich wirklich besser). Ihr habt also schon Recht damit, dass es leider immer noch nötig ist...

    Da ich aber noch mehr machen möchte, habe ich mich vor kurzer Zeit wieder mehr mit der genetischen Forschung beschäftigt, um eine Studie zu finden, an der ich mich evtl. beteilgen kann. Dabei bin auf diesen sehr guten Text gestossen, der den aktuellen Stand der Wissenschaft wiedergibt und mit einigen falschen Mythen aufräumt. Denke, er passt perfekt zum Thema und daher wollte ich Ihn euch nicht vorenthalten:


    Warum ist ADHS-Forschung nötig?


    Die Diagnostik von ADHS erfolgt noch immer durch klinische Interviews. Bislang gibt es keine verfügbaren Biomarker, um ADHS mit biologischen Tests zu diagnostizieren. Die pharmakologische Behandlung von ADHS konzentriert sich auf die Reduzierung der Hyperaktivitäts-, Impulsivitäts- und/oder Unaufmerksamkeitssymptome, zielt aber nicht auf die tatsächliche Ursache der Störung und kann daher auch nicht zu einer Heilung der Patienten beitragen. Darüber hinaus wissen wir noch zu wenig über die tatsächlichen Ursachen von ADHS, um Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln, welche wirklich die zu Grunde liegenden Ursachen dieser Störung angreifen können. Daher ist es notwendig, diese ursächlichen Mechanismen der Entwicklung von ADHS zu erforschen. Mit einem besseren Verständnis dieser Prozesse können wir dann hoffentlich anormale neuronale Prozesse im Gehirn durch neue Medikamente oder andere Therapieoptionen korrigieren.

    ADHS ist stark genetisch vererbbar, etwa 70 – 80 % der klinischen Symptome eines Patienten können erblichen Faktoren zugeschrieben werden. Jedoch basiert die Vererbbarkeit von ADHS nicht auf einer einzelnen Abweichung im genetischen Material eines Patienten, sondern in den meisten Fällen spielen mehrere kleine genetische Variationen gleichzeitig eine Rolle. Jede dieser Variationen hat nur eine kleine Auswirkung auf das Erkrankungsrisiko einer Person.

    Die Tatsache, dass bei verschiedenen ADHS-Patienten verschiedene genetische Variationen eine Rolle spielen, macht die genetische Grundlage von ADHS sogar noch komplexer. Außerdem kommen diese Variationen auch bei gesunden Personen vor, obwohl ADHS-Patienten (deutlich) mehr dieser genetischen Variationen aufweisen.

    Mehr Einblick in die Gene und genetische Varianten, welche ADHS zugrunde liegen, kann unser Verständnis biologischer Prozesse, die sich bei ADHS-Patienten unterscheiden, verbessern. Kürzlich entdeckten wir, dass bei ADHS die Bildung von Verbindungen zwischen Nervenzellen während der embryonalen Gehirnentwicklung unterschiedlich verläuft. Dennoch ist das Aufspüren von genetischen Faktoren für ADHS immer noch ein großes Puzzle. Wir glauben, dass es bis zu 1000 Gene mit ADHS-Bezug geben könnte und für jedes dieser Gene gibt es vermutlich mehrere genetische Variationen, die das Risiko für ADHS erhöhen können. Bisher wissen wir nur sehr wenig über diese genetischen Varianten und nicht mehr als zehn verschiedene Gene für ADHS wurden bisher beschrieben. Aus diesem Grund ist viel mehr Forschung nötig. Da die Auswirkungen von einzelnen genetischen Varianten so klein sind, kann unsere Forschung nur mit sehr großen Gruppen von ADHS-Patienten und Gesunden durchgeführt werden. Daher ist die Zusammenarbeit verschiedener Forschungsgruppen wie z.B. in der IMpACT-Gruppe extrem wichtig für den wissenschaftlichen Fortschritt.

    IMpACT konzentriert seine Forschung auf ADHS im Erwachsenenalter, das heißt persistierendes ADHS. Der Grund dafür ist, dass dies die schwerste Form von ADHS ist. Es gibt außerdem Hinweise, dass genetische Faktoren bei persistierendem ADHS eine wichtigere Rolle spielen als bei ADHS im Kindesalter. Daher scheint die Gruppe von erwachsenen Patienten besonders hilfreich zu sein für unsere Forschung und für die Entdeckung der genetischen Faktoren, die der Entwicklung dieser Störung zugrunde liegen.

    Patienten

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 246

    AW: Wie wichtig ist euch, dass es endlich mehr Fortschritt bei ADHS gibt?

    Guuutes Thema!!!

    Ich flippe regelmäßig aus, weil zum Beispiel die dümmsten der Dummen, diese SAUBLÖDEN Sprüche nachplappern wie: ist erfunden, Geldmacherei, Eltern die ritalin geben gehören eingesperrt,...

    Und ich kann es nicht fassen, dass gefühlte 95% meiner Lehrerkollegen KEINEN Plan von ADHS haben und die Kinder kaum bis null unterstützen.
    Das Problem ist aber auch, dass mir nun schon drei / vier Psychologen und Ärzte dringend davon abgeraten haben, mich zu outen. Das sei als Lehrer zu gefährlich.

    Also Fresse halten, still leiden und nix ändern. Ja?!?!
    Lange mache ich das nicht mehr mit.

    Ein RIESEN Fortschritt wäre also schon mal die genannte Akzeptanz in der Gesellschaft.
    Wäre ich telegen, ich würde mich in JEDE Talkshow einladen und die Leute verbal zuspamen.
    Gedanklich habe ich diverse tv-Diskussionen geführt.

    ADHS-Deutschland ist ein super Verein, der auch regelmäßig Symposien abhält.

    Meiner Krankenkasse habe ich diverse Briefe geschrieben, dass ich mit hohen Tieren einen Termin haben möchte, um denen mal ein paar Fakten zu nennen und denen zu erklären, dass sie ihre Milchmädchenrechnung wesentlich teurer kommt, als mal schön attentin/Elvanse/... frei zu geben. Als ob wir das aus Spaß an der Freude haben wollen-bullshit! Wieso raffen die nicht, dass nur das hilft um ansatzweise normal und arbeitsfähig zu werden, sein und bleiben.

    An der FU-Berlin sitzt eine recht junge... hmmm, weiß gar nicht was sie ist. Forscherin? Macht viel in Richtung Autismus u hatte letztens ne Umfrage über ADHS und die Zufriedenheit bei der Behandlung.
    Hab natürlich den Namen vergessen. Möchte die kontaktieren, wg der Ergebnisse und überhaupt.

    Gaaaanz vorsichtig und langsam erarbeite ich gerade ein Konzept für Lehrerfortbildungen. Ich will aber - HAHAHA - dass die verpflichtend werden! Außerdem will ich verpflichtende Kurse (ADHS,Autismus,Asperger,...) an den Unis. Da geht der Rotz doch los. Die alten Lehrer 'bekommt' man kaum noch, die fiebern in Richtung Rente und die meisten haben Recht! Die Bedingungen sind unhaltbar! Wenn die ach so tolle Inklusion offiziell wird, dann haben wir nur noch IRRENHÄUSER!!! Was man den armen, armen Kindern antut grenzt an Körperverletzung - egal, ob gesund, gestört, unerzogen, bescheuert. Es wird katastrophal! Wenn ich alleine an meine Klasse denke- 2 adsler, 1 autist, 2 ADHSler, x die zu Hause geprügelt werden, die, die vernachlässigt werden... . Das ist jetzt schon der Wahnsinn u täglich denke, bzw. dachte ich, bin ja nun leider raus, dass ich VIEL ZU WENIG gemacht u geholfen habe. Und ich hab bestimmt mehr gemacht als andere. Aber gereicht hat's nicht. Dann kommt ja noch dazu, dass bald jeder Arsch mit ner kleinen Fortbildung Lehrer werden kann- es fehlen zu viele. Bei den Bedingungen will es niemand mehr studieren. Surprise. UND - weil die Grundschulen leer sind, werden die Studienräte an die GS gesetzt. Abi vs. 1. Klasse... Hmmm, ist ja so ähnlich... Jedenfalls werden dann die Kinder noch mehr untergehen. Sieht das denn keiner???

    Ich habe noch viele Ideen und Pläne, aber ich kann gerade nix umsetzen - zu groggy. Hätte verhindert werden können...

    Geschrieben habe ich auch schon viel, vielleicht veröffentliche ich mal was um aufzurütteln.

    Aber jetzt geht nix :-(

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Wie wichtig ist euch, dass es endlich mehr Fortschritt bei ADHS gibt?

    enemene schreibt:
    Das Problem ist aber auch, dass mir nun schon drei / vier Psychologen und Ärzte dringend davon abgeraten haben, mich zu outen. Das sei als Lehrer zu gefährlich.
    Würde ich auch nicht machen. Gibt zu viele Vorurteile.

    Fortschritt und Forschung sind mir wichtig. Ich reiße mich nicht um mein ADHS. Bis es soweit ist, dass eine Heilung möglich ist, wäre ich aber schon froh darum, wenn so viel Wissen in der Bevölkerung vorhanden wäre, dass ADHS nicht automatisch bedeutet, dass man quasi unfähig ist, in einem normalen Arbeitsalltag zu bestehen und das ADHS-Kinder keine verzogenen Bratzblagen sind, die nur mal ordentlich eins hinter die Löffel brauchen.

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