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Diskutiere im Thema Nostalgie zur Selbstwertsteigerung? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Ich weiß nicht, ob nostalgische Gefühle mein Selbstwertgefühl
    steigern können, aber sie sind oft eindeutig schön mit einer kleinen
    Prise Melancholie. Manchmal auch mit einer größeren.
    Ich erinnere mich manchmal gerne an einen Kuchen, den meine
    Oma gemacht hat oder ein gemütliches Beisammensein. Dabei
    ist es egal, dass es oft genau das nicht gegeben hat. Das empfinde
    ich nicht als Selbstbetrug, weil ich mich ja durchaus an die
    anderen Dinge erinnere. Aber die schönen und angenehmen Gefühle
    möchte ich nicht missen.

    Früher war alles besser.
    Da meine Kindheit schon länger zurückliegt, kann ich sicher
    sagen, dass sie nicht schöner war als die heutigen Kindheiten.
    Sicher, wir waren öfter draußen, weil man nicht auf den Spielplatz
    über 13 Straßen gehen musste und weil es keine Konsolen oder
    Computer gab. Sie war anders, aber nicht schöner, so wie schon seit Anbeginn
    Aber dass meine Eltern keinen Stress hatten, weil
    es für sie leichter war die Familie zu ernähren???? Nein, eher nicht.
    Mein Vater hat geschuftet wie ein Tier und meine Mutter musste auch
    vormittags arbeiten und nachmittags für ihre 3 Kinder sorgen, den
    Haushalt erledigen und kochen. Trotzdem reichte oft das Geld nicht.
    Also frage ich mich was daran schöner gewesen ist als heute.
    Gemobbt wurde auch früher schon. Es hieß da nur anders und wurde
    auch nicht so ernst genommen wie heute. Wenn man Jeans von
    Jinglers anhatte (C&A Marke), dann war man auch nicht gerade
    besonders angesehen. Achso ja....die Scheidungen. Vielleicht gab es
    weniger Scheidungen, aber es war sicher nicht schön aus dem Zwang
    heraus, weil es verpönt gewesen ist oder weil man als Frau nicht abgesichert
    gewesen ist, mit einem ungeliebten Partner bis zum Ende zusammen
    bleiben zu müssen. Oder dass man mehr als schief angesehen wurde, wenn
    man alleinerziehend gewesen ist.
    Früher gab es auch ADHS nicht, da war man schwer erziehbar und wurde
    einfach oft verhauen.

  2. #12
    Rettich

    Gast

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Es gibt den schönen Spruch: "Zeit vergoldet die Vergangenheit". Da ist was wahres dran. Wenn man in nostalgischen Gedanken hängenbleibt, die ja oft durch irgendwelche alten Gegenstände ausgelöst werden, dann erinnert man sich ja leicht verklärt der damaligen Zeit... In der Regel an die schönen Momente. Irgendwelchen tollen Weihnachten, Ferien, was auch immer.

    Das es den Selbstwert steigert, wage ich mal zu bezweifeln. Ich denke eher, man benutzt es, um ruhiger zu werden, mit sich selbst in Einklang zu kommen und es muss nicht schlecht sein, wenn man gelegentlich solche Gedanken hat. Nostalgie hat für mich etwas sentimentales, rührendes, melancholisches, kann aber auch Ruck-Zuck in eine Depression führen wenn man gerade in einer schwierigen Situation steckt, und dass das bessere Leben ausschließlich in der Vergangenheit erblickt.

    Nostalgie ist auch etwas statisches. Wer kann uns schon unsere eigenen Gedanken ausreden oder gar verändern?
    Und sie ist immer rückwärtsgewandt und das ist vielleicht auch die Gefahr. Was geschehen ist, ist geschehen. Darum erscheinen uns diese Erinnerungen vielleicht auch so kostbar und je älter wir werden, desto wichtiger werden sie anscheinend. Würde es unsere Zukunft betreffen, würde ich sagen, dass es Tagträumerei ist. Sich ein Leben in den schönsten Farben ausmalen. Auch das kennt jeder aber der Blick dabei ist eigentlich nicht verklärend. Eher hoffend. In Nostalgie ist aber keine Hoffnung, höchstens Bedauern, dass es nicht mehr so ist.

    Das Nostalgie eine Lüge ist, kann ich auch nicht behaupten. Eher Rosinenpickerei. Nur Sachen die uns genehm sind.
    Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass man beim Betrachten eines Gürtels sich nostalgisch daran erinnert: Ach ja, mit so einem hat mich Papi immer verdroschen.

    Das früher alles besser war? Na ja, für manche vielleicht. Wenn man sich an seine Jugend zurückdenkt, da war man eben noch fitter, konnte die Nacht zum Tage machen und am nächsten Tag trotzdem zu Arbeit erscheinen und den ganzen Zirkus eben. Natürlich gab es keine Handys und den ganzen Kram aber auch damals gab es soziale Hackordnungen. Heute ist es das selbe in grün. Alter Wein in neuen Schläuchen.

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Ich denke, es trifft zu, wenn wir beim Zeitvergleich die Schlußfolgerung ziehen können, daß wir gleichermaßen Vorteile wie Nachteile sowohl eingebüßt als auch dazugewonnen haben und es sich insgeamt die Waage hält.
    Ich bekämpfe meine Nostalgie, weil ich mich sonst mit ihr davon abhalte, in der Gegenwart etwas für meine Zukunft zu tun.
    Und weil ich auf dem "Wort zum Sonntag" von den toten Hosen hängengeblieben bin: "...Früher? Hör auf mit 'Früher'! Ich will es nicht mehr hörn! Damals war es auch nicht anders! Mich kann das alles nicht störn. Ich bin noch keine 60, und ich bin auch nicht nah dran. Und erst dann werde ich erzählen was früher einmal war..."

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    minzi schreibt:
    Achso ja....die Scheidungen. Vielleicht gab es
    weniger Scheidungen, aber es war sicher nicht schön aus dem Zwang
    heraus, weil es verpönt gewesen ist oder weil man als Frau nicht abgesichert
    gewesen ist, mit einem ungeliebten Partner bis zum Ende zusammen
    bleiben zu müssen. Oder dass man mehr als schief angesehen wurde, wenn
    man alleinerziehend gewesen ist.
    Ich tue mir schwer damit, zu sagen, meine Mutter war mit mir alleinerziehend. Das ist faktisch korrekt, aber genauso faktisch korrekt ist, wenn ich stattdessen sage, ich bin als Halbwaise aufgewachsen.
    Für mich selbst macht das einen enormen Unterschied. Und das klingt eigentlich überhaupt nicht positiv nostalgisch.
    Jedoch hatte es den Effekt, dass ich irgendwie ein Stück weit früher, aber vielleicht auch zu früh, erwachsen geworden bin. Ich sage daher auch gerne mal, ich habe mein Rentenalter schon hinter mir, da ich ja Waisenrente bezogen habe (BfA) und bzgl. der gesetzlichen Krankenkasse nicht bei meinen Eltern mitlief, sondern als Rentner versichert war und meine eigenen Krankenscheine hatte.
    Dass ich lange (bis im Alter von ca. 15 Jahren) noch mit Lego und Playmobil gespielt habe und heute noch so 'verspielt' bin (Hang zu stundenlangen Computerspielen) hat wohl tatsächlich weniger mit einem vermeintlichen unreifen Charakter zu tun, sondern mehr damit, dass ich da in diese anderen Welten wirklich richtig eintauchen und abschalten kann. Ich musste mir jedoch in meiner Jugendzeit auch von meiner Mutter anhören, ich solle mich nicht immer so streng wie ein älterer Herr kleiden. Ich hatte in der gymnasialen Oberstufe als Markenzeichen, dass ich immer mit Jacket/Sakko und Krawatte in der Schule herumlief - die meisten ca. 20jährigen tun das eigentlich nicht.

    minzi schreibt:
    Früher gab es auch ADHS nicht, da war man schwer erziehbar und wurde einfach oft verhauen.
    Verhauen wurde ich elternseits nicht unbedingt, aber bei mir war das halt früher (1970er/80er Jahre) irgendsoeine "Hyperkinesie", die irgendwie nicht richtig einzuordnen war. Und der Psychiater, zu dem meine Mutter mich nach dem Tod meines Vaters 1981 geschleppt hat, hat irgendetwas von "Gehirnrheuma" faselnd bei mir aufgegeben. Aber das hat sich mein ganzes Leben hindurchgezogen, bis zum Psychiater letztes Jahr in Luzern, der die vermeintliche Inkompatibilität meiner Berufswahl mit ADHS zur Grundlage für eine Zurückweisung gemacht hat.

  5. #15


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    ayapap22 schreibt:
    MIR ging es eindeutig mal besser
    und ICH finde dass das Leben früher besser war. Auch hart, aber anders...ich finde in dem Fall besser. Alles war entschleunigter, man nahm sich noch Zeit für bestimmte Dinge, verdiente meist noch ausreichend um die Familie zu ernähren, verließ den Partner nicht beim erst besten Streit usw usf...

    !
    Entschuldigung ISBD, ich hätte besser mal zitieren sollen.
    Ich bezog mich mit den von Dir zitierten Aussagen auf
    den Post von Ayapap.

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Hm, du bist 24 und redest, als hättest du schon 40 Jahre Arbeitsleben hinter dir. Woher willst du denn wissen, dass deine Meinung der Wahrheit entspricht, wenn du das gar nicht mitbekommen hast und fühlst dich als Lügnerin beschimpft, wenn jemand anderer Meinung ist?
    Es verwundert mich ein wenig.
    Hab ich schon zig mal gehört, kann ich immernoch nicht verstehen.

    Ich bin also zu jung um die Vergangenheit, die ich selbst erlebt habe und von der mir erzählt wurde, selbst beurteilen zu dürfen. Wann bin ich denn alt genug dafür mir eine Meinung bilden zu dürfen und zwar auch von Dingen, mit denen ich nicht direkt was zu tun hatte?
    Das verwundert mich ehrlich gesagt immer ein bisschen...

    Was das "früher war alles besser" betrifft, weiß man, dass es einfach nicht so ist. Vllt. verlässt man heute seinen Partner früher, dafür war aber bis in die 90er hinein sexuelle Vergewaltigung innerhalb der Ehe nicht strafbar. Frauen hatten bis in die 70er hinein kaum Rechte.

    Sie haben alle einen deutlich geringeren Lebensstandard gehabt, nicht nur wegen der technischen Entwicklung, sondern auch, weil die Ansprüche damals schlichtweg viel geringer waren.

    Es ist nicht härter geworden, eine Familie zu ernähren, man bedenke einfach mal so Sachen wie Elterngeld, Familien haben noch nie so viel Geld vom Staat bekommen wie heute!
    Ich glaube ich hab mich in meiner Aussage eventuell etwas missverständlich ausgedrückt. Ich sagte das Leben war früher besser. Damit meinte ich zu allererst schon mal nicht (und zwar gar nicht!) das ALLES besser war. Ich pauschalisiere nicht gerne...tut mir leid, wenn das falsch an kam.

    An den von mir zitierten Stellen , lässt sich ganz gut verdeutlichen was ich auch meine. Ich persönlich finde, dass noch vor gar nicht allzu langer Zeit (nur wegen meines Alters, ne) die Werte auch noch ganz anderen Stellenwert hatten als heutzutage.

    Heut ist groß wer als erstes und am härtesten die Ellbogen ausfährt, das ist nur ein Beispiel.

    Um Familienmitglieder kümmern, denen es nicht mehr gut geht? Ach, abschieben ist viel einfacher, jetzt ist die Person nicht mehr so nützlich und Ballast.

    Väter (oder auch Mütter!) , die keine Lust haben für und um ihre Familie zu kämpfen (damit meine ich NICHT, dass man Gewalt jedweder Art über sich ergehen lassen sollte).Ist zu viel Arbeit, müsste man sich ja um was anderes als sich selbst kümmern.

    Edit: nein, ich finde nicht, dass man trotz alle Widrigkeiten eine Familie aufrecht erhalten sollte. Ich bin niemand der sagt "Man bleibt für die Kinder zusammen", das ist in meinen Augen Quatsch, denn auch Kinder kriegen mit wenn etwas nicht stimmt. Ich rede z.B. von jemandem in meinem Bekanntenkreis, der seine Hochschwangere Freundin hat sitzen lassen...erst kümmerte er sich noch um den Sohn, dann wurde es zu viel Arbeit...jetzt kümmert er sich halt nicht mehr. Sowas meine ich, das ist nur ein Beipsiel von vielen.

    Auch abgesehen von Familien oder Ehe. Natürlich ist es gut, dass wir heut die Wahl haben zu gehen oder zu bleiben. Aber der Wert einer Partnerschaft wird nicht mehr richtig gesehen finde ich. Natürlich nervt mich mein Freund auch. Manchmal auch ganz gewaltig. Aber ich übersehe die positiven Dinge an ihm nicht. Liebe ist, den Partner auch mit seinen Macken zu akzeptieren und nicht bei erst bester Gelegenheit die Segel zu streichen.
    Lasst mich altmodisch sein, aber wenn ich das heut zum Teil sehe... Man wird selten jemanden finden der perfekt ist. So viel zu den oben genannten Ansprüchen, nicht nur was materielle Werte angeht.

    Mein Vater hat geschuftet wie ein Tier und meine Mutter musste auch
    vormittags arbeiten und nachmittags für ihre 3 Kinder sorgen, den
    Haushalt erledigen und kochen.
    Natürlich gab es das auch. Ich sage nicht, dass das nicht so war.
    Ich kenne aber nicht nur eine Person die erzählt hat, dass sie früher als Frau alleinerziehende Mutter von vier Kindern war und mit ihrer Arbeit alle sehr gut durchgebracht hat. Ohne sich tot zu schuften.

    Meine Mutter ist auch alleinerziehend mit drei Kindern, hat IMMER gearbeitet, nicht zu wenig...und es hat NIE gereicht. Sie musste sich trotzdem immer vor den Ämtern "nackig machen" und entblößen, weils einfach nicht gereicht hat. Wenn ich ausgelernt bin, werde ich auch nicht genug Geld verdienen um allein erziehend mit 2 oder drei Kindern vernünftig durch zu kommen. Das fängt ja schon da an, dass der Staat (bzw der jeweilige Landkreis) Busfahrkarten für die Schüler bis zur 10. Klasse bezahlt, aber nicht drüber, sodass Menschen wie meine Mutter erstmal nicht wussten wie sie mich weiter aufs Gymnasium schicken soll. Da mussten dann eben wieder 50 Euro von woanders abgeknapst werden. Und nein ich konnte nicht eine Schule in meiner Wohnnähe besuchen. Die Schulen suchen sich heutzutage nämlich aus, welche Schüler sie wollen und welche nicht. Da geht es nicht mehr um Wohnortsnähe...

    Sicher, wir waren öfter draußen, weil man nicht auf den Spielplatz
    über 13 Straßen gehen musste und weil es keine Konsolen oder
    Computer gab.
    Das finde ich ist momentan ein sehr wichtiger Punkt. Ich hatte früher keine Konsole, kein Handy, keinen Computer. Ich war draußen, traf Freunde ...soziale Kontakte, Kontakt mit dem Leben an sich, Dreck , klettern usw...sooooo wichtig. Ich war auch oft Außenseiter was die technischen Sachen anging. Alle hatten schon lange ein Handy, ich bekam meins mit 13, ein sehr altes Ding. Alle hatten schon lange Computer, ich hatte das erste Mal Internet zu Hause da war ich 16. Und ich finde das im Nachhinein sehr gut.

    Wenn ich mir meine jüngeren Geschwister und Cousinen und Cousins angucke...oh my....man sind die manchmal daneben was Kommunikation und zwischenmenschliches angeht. Wie denn auch wenn man 24/7 am Handy oder PC tippert, anstatt echte Menschen zu treffen.


    Vllt. ist jetzt etwas deutlicher geworden was ich meine, wenn ich sage dass früher einige Dinge (ich hatte mich ja bereits oben für meine missverständliche Aussage entschuldigt) besser fand. Ich hoffe auch wirklich, dass sich das wieder ändert und nicht noch schlimmer wird. Manchmal möcht ich gar nicht wissen wie ich in 20, 30, 40 Jahren leben muss.
    Geändert von ayapap22 (26.10.2014 um 13:40 Uhr) Grund: siehe Edit. Richtigstellung einer Aussage.

  7. #17
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Manchmal bin ich nostalgisch und wenn ich dabei finde, was mich damals gut getan hatte und was ich heute ähnliche für mich machen kann dass mich gut tut, finde ich gut...

    Oder wenn ich sehe was ich geschafft hatte... Ja, tut auch gut für der Selbstwertgefühl...

    An negatives denke ich sowieso genug... Auch weil ich nicht verdrängen will...

  8. #18
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Liebe ayapap22, ich bin mir sicher, daß niemand hier Dir Deinen Anspruch in Abrede stellen will, Dir Deine eigene Meinung zu bilden.
    Ein paar Deiner Aussagen kamen lediglich wie Belehrungen über frühere Zeiten rüber, auch ohne daß es so von Dir gemeint war.
    Dem fügt sich dann natürlich an, daß einige von uns, die etwas älter sind als Du, Erfahrungen in den Zeiten gemacht haben, die dem ein oder anderen Aspekt widersprechen. Das liegt in der Natur der Sache, daß man die verschiedensten Erfahrungen machen kann.

    Und was das betrifft:
    Wenn ich mir meine jüngeren Geschwister und Cousinen und Cousins angucke...oh my....man sind die manchmal daneben was Kommunikation und zwischenmenschliches angeht. Wie denn auch wenn man 24/7 am Handy oder PC tippert, anstatt echte Menschen zu treffen.
    Mach Dir keine Sorgen!
    Meine kleinen Neffen spielen fast ausschließlich draußen und sind fern davon, vor irgendwelchen Konsolen zu versacken. Ich glaube auch nicht, daß das in den nächsten Jahren so schnell mit ihnen passieren wird. Es ist also noch nicht Hopfen und Malz verloren...

  9. #19


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Naja, irgendwie hört es sich für mich immer noch so an,
    als würdest Du damit sagen, dass früher sehr viel besser war, Ayapap.
    Das stimmt einfach zu 100% nicht.
    Manche Dinge waren vielleicht besser. Aber genauso viele Dinge
    waren schlechter. Es war einfach nur anders. Man kann sich zwar
    überall die Rosinen rauspicken, aber es repräsentiert nicht die Wirklichkeit.
    Nehmen wir nur mal die neuen Formen der Kommunikation. Klar hängen
    jetzt viel mehr Menschen vor dem PC oder am Handy. Das ist für die
    Entwicklung der sozialen Kompetenzen im persönlichen Umgang und
    für eine bewegte Freizeitgestaltung nicht gerade förderlich. Aber andererseits
    hätte ich früher in meiner Situation niemals so viele nette und gleichgesinnte
    Menschen kennengelernt. Man hat es einfach leichter Kontakte zu pflegen.
    Das war früher viel schwieriger.
    Früher hat man die Alten nicht so schnell "abgeschoben". Musste man auch
    nicht, weil ja die Frauen eh zu Hause gewesen sind und dafür da waren, für
    alle Leute zu sorgen. Hatten ja sonst nichts zu tun
    Es gibt gerade da im Moment einen Wandel dahin, dass auch pflegebedürftige
    Menschen zu Hause bleiben können. Die Frauen dürfen ja jetzt glücklicherweise
    arbeiten und sich selbst verwirklichen. Sie dürfen ihre Interessen verfolgen und
    werden nicht mehr in ihr Familienkorsett gepresst. Das hat auch Nachteile, ich
    weiß. Aber wer möchte noch an Heim und Herd zurück, es sei denn man macht
    das gerne und findet darin seine Erfüllung. Dann ist es wunderbar.
    Klar, vielleicht gibt es manch einen Mann, der sich dahin zurückwünscht.
    Wie Helge Schneider so schön sagte, oder war es mein Mann Warum haben
    Frauen kleinere Füße? Damit sie besser an den Herd passen
    Früher mussten viele Menschen 16 Stunden arbeiten ohne Freizeitausgleich. Es gab
    nämlich noch viel Arbeit für die Gewerkschaften. Heute beschweren sich Leute über
    eine 35 Stunden Woche
    Und Ellbogen haben wir früher auch schon gekannt. War auch nicht alles so solidarisch,
    wie Du denkst.

  10. #20
    Rettich

    Gast

    AW: Nostalgie zur Selbstwertsteigerung?

    Früher war alles besser - jawohl. Da hatten wir nämlich noch einen Kaiser und die Sissi und das weiß Rössl am Wolfgangssee. Lieselotte Pulver verjagte die Räuber im Spessart und wir haben immer mit den Mädels vm Immenhof gespielt.

    Mein Mutter hat jeden Sonntag Kuchen gebacken und alles Tanten und Onkels, Opas und Omas und die ganze Vogelschar waren immer da und dann sind wir wandern gegangen über Stock und Stein und haben lustige Wanderlieder gesungen und die Wälder waren viel grüner als heute, die Sommer waren endlos und ohne Regen und die Winter immer mit viel Schnee und wir haben Schneemänner gebaut und Schneeballschlachten haben wir gemacht und die Schule war voller toller Lehrer die dank ihrer humanistischen Bildung stets das Gute in uns gesehen haben ungeachtet unserer Leistungen.

    Jawohl, so war das nämlich damals.

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